Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 3 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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zu keinem Heimabend unvorbereitet kommen. Sie fragen von selbst nach dem Thema des nächsten Heimabends und orientieren sich vorher, so gut sie können. So wird der Heimabend für sie das. was er für sie werden soll. Freude am Selbstarbeiten. Ein Kolonieprojekt. Aus dem Briefe eines Berliner Führers. Leider ist es mir heute unmöglich, Dir wieder ausführlich über den Zug zu berichten; ich muß mich darauf beschränken, auf die einzelnen Fragen, die Du stellst, kurz einzugehen. Also zunächst zu unserem Kolonieplan. Es handelt sich dabei um eine Arbeit, an der sich der ganze Zug beteiligt. Aus folgenden Gründen bin ich zu ihm gekommen. Erstens ist es für uns alle unbedingt notwendig, die Dinge, die mit der Blau- Weiß-Kolonie zusammenhängen, und von denen in der letzten Zeit so viel im Bunde gesprochen wird, konkret werden zu lassen. Ein zweiter Umstand, der grade jetzt für den Beginn der Arbeit spricht, ist der, daß. wie Du weißt, sich, nachdem wir die Gruppeneinteilung des Zuges durchgeführt hatten, eine große Exklusivität innerhalb derselben bemerkbar machte. Die gemeinsame Arbeit ist da als Ergänzung zur Fahrt ein gutes Mittel für den Zusammenhalt. Schließlich kennst Du auch das Schicksal des Baus unseres Marionettentheaters. Zwei oder drei Jungen waren mit Lust und Liebe dabei, die anderen standen mehr oder weniger herum. Der Kolonieplan enthält so viel Aufgaben auf allen Gebieten, theoretischer und praktischer Art, daß jeder Junge ganz nach seinen Fähigkeiten und Interessen hineingestellt werden kann. Der Beginn der Arbeit gestaltete sich ganz einfach, und auch der bisherige Verlauf ergab sich eigentlich von selbst. Die Gruppenführer setzten sich eines Abends hin und schrieben in zunächst ganz regelloser Reihenfolge alle die vielen Punkte auf, die bei der Entstehungeiner Kolonie berücksichtigt werden müssen. Also etwa: Kolonistenhäuser, Wirtschaften für kleine und große Kwuzoth, Krankenhaus, Rathaus, Post, allgemeiner Lageplan, Verkehrswesen, Schlachthaus (wobei sich u. a. zufällig die schöne Reihenfolge ergab: Krankenhaus, Schlachthaus, Friedhof) usw. Dann schafften wir Ordnung, indem wir einige große Gebiete zusammenfaßten, also: Landwirtschaft. Verkehrswesen. Sanitäres, Genossenschaftliches und kulturelle Einrichtungen. Es trifft sich gut. daß gerade in unserem Zuge für alle Gebiete angehende Fachleute vorhanden sind. Selbstverständlich gehen wir von einem ganz konkreten Bild aus: Wir nehmen an, daß die Kolonie in Migdal erbaut wird, am Tiberiassee. Ein genauer Situationsplan und Beschreibung davon ging jeder Gruppe zu, um die Einheitlichkeit der Durchführung zu sichern. Literaturnachweis (Broschüren 35