Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 3 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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2. Heimabendreihe: Auf einer Fahrt kamen wir an einer hügeligen Straße vorbei. Da fragten die Mädchen, ob es nicht bedeutend einfacher sei, sich an einer geraden Straße anzubauen. So kamen wir zur Besprechung des Straßen -und Häuserbaues. A) Vom Straßenbau: 1. Wir gingen davon aus, warum und wo man Straßen anlegt, sorachen über das notwendige Material dazu, vom Straßenbau selbst und seinen Arbeitern. 2. Die Straße und ihre Häuser: Von bekannten Berliner Straßen ausgehend, kamen wir gemeinsam auf folgende Fragen: Welche Leute wohnen in den verschiedenen Straßen, weshalb unterscheidet man sofort in jeder größeren Stadt die Verkehrsstraßen von den Wohnstraßen und den Straßen mit öffentlichen Gebäuden? Was für Leute sieht man in der Taueritzienstraße und was für welche am Alexanderplatz? Weshalb sieht die Straße Unter den Linden anders als die Leipziger Straße aus? In der Leipziger Straße und Unter den Linden wohnen keine Privatpersonen, worin liegt aber der Unterschied im Aussehen beider Straßen? Wodurch unterscheidet sich eine Straße im Grunewald von der in Cöpenick? (Villa und Siedlungshaus). B) V o m Häuserbau: Nun gingen wir auf den Bau der einzelnen Häuser über. Wir wollten ein Mietshaus im Zentrum Berlins erbauen. Ein Mädchen war Käufer, eine andere Baumeister, der Käufer war Rentier und wollte sein Geld im Bau anlegen, um später recht viel Miete zu bekommen. Er sagte dem Baumeister seine Wünsche in bezug auf die Anlage des Vorder- und Gartenhauses, der Größe der Wohnung und Art der Lage der Nebengelasse, Boden und Kellerräume, Anlage des Hofes usw. Jetzt fing der Baumeister an, seinen Plan zu entwerfen. Wir alle konnten verbessern. Zum nächsten Heimabend hatte dann der Baumeister genau nach dem Besprochenen einen Plan zu zeichnen: Frontalansieht des Hauses. Grundriß der Wohnung. Ein vorher dazu bestimmter Baugehilfe hatte den Plan des Hofes, ein anderer den der Boden- und Kellerräume usw. vorzulegen. Gemeinsam besprachen wir die Pläne und verbesserten manches. Wie dieses Mietshaus, bauten wir zusammen eine prächtig angelegte Villa, ein Beamtenhaus und ein Schulhaus. ■ Jetzi wollen wir die Inneneinrichtung des Hauses besprechen, kommen dann darauf, was für Häuser wir uns hier bauen wollen und was für Häuser wir uns in Palästina bauen wollen. Das wesentliche an meinen Heimabenden ist, daß ich den Mädchen nichts vorsetze, sondern, daß sie alle helfen, den Heimabend zu gestalten. Unsere Kleinen sind so erzogen, daß sie 34