Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 13 (1.4.1940)
- Date
- 1940-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1, April 1M0 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Sdtt5 Die Woche in Palästina Am K a r f r e i t n | fand in Jerusalem die übliche Proze.nlon durch «Ii» Vi« Dolorosa jtur Orahesklrche statt, an der viele Mönch«, Nonnen und ftinselpersonen teilnahmen. Besonders zahlreich wf«ron die australischen Soldaten und Offiziere vertreten. Auch der Mit.vvei.5e heftige Regen vprmochto die Feier nicht zu stören. In Jerusnlem fand in Anwesenheit, von r.ahlreifhen Mitgliedern aus Ägypten, Svrlen und an- PERSONA I,NV%CHRICI1TEN High Commissioner Sir Harold Mac Michael nebst Familie har «ich zu einem kurzen Qstcrurlaub nach Syrien begeben, wo er Gast des französischen Hochkommissars Puaux In Bclrirt. ««In -wird. In seiner Abwesenheit führt Chefsekretär Macpherson dl« Geschäfte der Regierung Mosche 9c h e r t o k, der Leiter de» Politischen Department« der Jewish Agency ist aus London deren Nnchbnrländern die «. Jahreskon forenz de« nach Jerusalem zurückgekehrt s* Distrikts foatl. Mittelmeerländer) der .. Ro- Mrs. Rose Jacobs, amerikanisches Mitglied tary Gesellschaft" statt, einer Vereintder Exekutive der Jewish Agency. Ist aus Amerika gung. die gegenseitige Kameradschaft und gut* in Jerusalem eingetroffen. Unterwegs hat Mrs. Gesinnung zwischen Menschen verschiedener Art. Jacobs einige europaische Lander besucht Sie Abstammung und Beruf pflegt, wird zwei Monate 1n Palästina bleiben und sich Der erste S e g e 1 f 1 u g-W e 11 k a m p f Im dabei u.a. auch den Angelegenheiten der Haganzen Nahen Osten fand diese Woche auf dem dassa und der medizinischen Fakultät widmen. Karmel in Haifa statt, veranstaltet vom Aero- In der letzten Woche sind in Palästina viele Club. Unter den zahlreichen Zuschauern war der Flüchtling« aus Polen eingetroffen. Ks Kommandierende Dlvlsfonsgenernl und andere handelt sich zum grossen Teil um bekannte Zlo- Offiziere sowie englische Beamte und Renräscnnlsten. Unter Ihnen ist auch Dr Klein bäum, tnnten der Jüdischen Gemeinschaft unter Führung bekannt von den letzten Zlonlstenkongressen als des Präsidenten des Wnad Lettml Rutenberg, Der einer der Führer der „Allgemeinen Zionlsten". Vorsitzende des Aero-Klubs, Friedland, sagte in Auch A. Mazur, ehemaliger Präsident der Kulseiner Rede, d?».^ es sieben derartiger Klubs In tusgemelnde Warschau, der der Agudaa Jisroel Palastina gibt, die Über 300 Mitglieder haben. Nach angehört, ist Jetzt in Palästina eingetroffen, einer Reihe von Ansprachen und Festlichkeiten Ussischkln hat In der vorigen Woche an wurden dann die Wettkämpfe eröffnet, die eine mehreren Orten Vorträge über Bodenpolitik im Wochen in Anspruch nehmen werden. Zusammenhang mit dem neuen Bodengesetz ge- An dep Klagemauer in Jerusalem wurden Bitthalten. Dabei forderte^ er in energischer Weise; e„uc^ für den in Warschau erkrankten Gerer zur Unterstützung des Keren Kajemeth auf. R*bbe. einer der führenden chassidischen Kabln Tel-Aviv starb Prof Ascher Gulak. Prohjs der Gegenwart, gesprochen. feaaor des Jüdischen Rechtes an der Universität Jerusalem, im Alter von 59 Jahren. Er ist Verfasser eines vierbändigen Werkes über Jüdisches Recht. In Tel-Aviv starb im Alter von 68. Jahren M. J. Fr« Id. einer der führenden Ztonlsten Polens, der auch mehrere Jahre Präsident des Warschauer Zionistischen Zentralkomitees war. REGIERUNG UND MILITÄR Gemäss dem Etat des Londoner Kolonialamtes VERSCHIEDEN ES Ab 1 April werden d.1e palästinensischen E i - senbahnen wieder einen häufigeren und schnelleren Verkehr einführen. Ausser dem täglichen (bisher 3mal wöchentlich > Expresszug nach Ägypten werden noch zwei Zugspaare zwischen Lydda und Haifa verkehren, sowie ein Zugspaar zwischen Lydd.a und Jerusalem (bisher Kunz eingestellt). wurden für das am 81. März 1940 endende B u d -1 ™« hebräische Universität J e r u a a - getjahr für Palästina und TransJordanien als erhielt von den Freunden des 19.W Jung Zuwendungen der englischen Regierung insge-! verstorbener^ George - Hyman. N'-w York samt £ 5.590,315 eingesetzt, davon 14,000,000 zur Deckung der durch die Unruhen verursachten NEUE MITTELSTANDSSIEDLUNQ In den nächsten Wochen werden in Beih Jlirhnk bei Nathanin die ersten <M Familien durch die Kantm '..Rural and Suburban Settlement Company", Geschäftsführer Dr. Ahr, I,andsborg und Dr. Herbert Focrdor> angesiedelt werden. Ks handelt sich um Einwanderer au* Deutachland, die hier in mittclstäudlscher Siedlung nach Art der anderen Rnssco-Sledlurigen (z.B. Kfar Schmarjahu' Eier, und Gemüsewirtschaft treiben werden. Rs ist beabsichtigt, dl« Siedlung um 33 40 Elnwandererfnmilien aus der Tschechoslowakcl zu erweitern, wodurch Beth Jlzchak da* größte Dorf dieser Art würde. Die Errichtung der Siedlung wurde möglich gemacht durch den T s a a c Koucrrin g-Fond von i 10.000, der von der Wltwo des verstorbenen (den Zionlaten aus Deutschland wohlbekannten) Feuorrlng gestiftet wurde. Nach dienen» ausgezeichneten Zionisten tragt, auch da» neue Dorf seinen Namen „Befch Jizchak". Der Fond wird teilweise für Anlage einer Strasse und Bau eines Volkahause« Verwendung finden. RUNIQES PÜRIM Kosten und £ 1,008.500 für Landesverteidigung. Trans Jordanien erhielt ausser einem Beitrag von 219,000 für die Grenztruppe noch 366.009 als Subvention für die allgemeinen Einnahmen. Dm palästinensische Amtsblatt veröffentlicht einen Zusatz-Etat von £516.046 für 1988/39. Erinnerungsfond einen Betrag von £1000 für die nftdneo"io-,hp Fakuhä,*. Dr. F R. Lach mann von der historischen Fakultät der Universität hat .sich auf eine Vortragstournee nach SUd- und Zentralamerika begeben Er wird unterwegs auch In Jugoslavien und der Schweiz Vorträge halten. Am 25 März erschienen die hebräischen Tagesder hauptsächlich für das Polizeidepartment be-: Zeitungen „Davar". „Haarez" und „Hazofeh" zum stimmt lit. j ersten Mal wieder nach dem Verbot, das gemäss AnläsaLieh der Übergabe von 2 grasen M i 1 i-i Mitteilung des Kolonialministers wegen des Abtärlagern. die von 3000 arabischen und jüdi-! drucks des vom Zensor verbotenen Aufrufs des Waad lieumi verhängt worden war. Der türkische Generalkonsul In Jerusalem besuchte das Büro der Jewish A^encv. um persönlich den Dank seiner Regierung für die Jüdisch« Teilnahme anlässlich des Erdbeben-Unglücks auszusprechen. Mit einer gewissen Besorgnis sieht man Im Lande dem herannahenden Ende derOraneenpfücke entgegen, da man befürchtet, dann dann eine erhebliche Arbeitslosigkeit entstünde, wenn nicht rechtzeitig neue Arbeit beschafft wird In Palästina hält sich gegenwärtig eine Delegation rumänischer Jud^n auf. die verschiedene industrielle Unternehmungen gründen wollen. Die Gruppe verfügt über erhebliche« Kapital, das in diesen Werken Investiert werden .soll. Die hebräische Zeitung „Haboker" berichtet eine rührende Geschichte, die einem 72-jährigen blinden Juden aus Tel-Aviv passiert ist. Der Mann, | ein deutscher Einwanderer namens Martin Auer- Arn 26. März wurde ein jüdische« Mi Ich--nach, hatte sich verirrt und wurde in einem a Taft uto, daa von Tiberiaa kam, auf der Chaussee inibischen Dorf von Arbeitern in ein Haus geder Nähe von Dschenin von 6 Bewaffneten über-'führt, verpflegt und über Nacht behalten. Die fallen, wobei ein schlafend auf dem Wagen lie-! Araber bemühten sich, mit ihm hebräisch zu spregender 18-jähriger Jung« durch Schüsse getö-jenen, aber da der Mann nur deutsch konnte, war tet wurde. Ein anderer Mann wurde leicht vereine Verständigung unmöglich. Am nächsten Tag letzt, während der Chauffeur unverletzt entkam; wurde der Mann von den Arabern in einem Auto und die Polizei in Dschenin verständigt«. Der nach Hause gebracht. Ein Vorfall s/> schöner Püliicibericht besagt nichts darüber, ob ein« Spur ■ Menschlichkeit verdient in einer Zeit, wo meist der als „6 Männer" bezeichneten Täter vornan-»nur Unmenschliches gemeldet wird, registriert den ist. :zu werden. sehen Arbeitern gebaut worden waren, fand eine Feier statt, bei der Juden und Araber zusammen durch Gesang, Spiel. Pferderennen und ..Phantasia" etc. Ihrer Freude Ausdruck gaben. Ea wurden arabische und hebräische Ansprachen gehake>n; worauf der englische Major erwiderte Für das Festessen wurden 30 Schafe geschlachtet. In der letzten Woche wurden vor den Pollzeigerichten eine Anzahl von Personen abgeurteilt, die an den Demonstrationen anfangs des Monat« wegen der Bodengesetze teilgenommen haben. Es wurden meistens Geldstrafen verhängt. Bemerkenswert war ein Freiapruch in Tel-Aviv vor dem englischen Richter Bodily, der in der Urteilsbegründung ausführte, es habe sich nicht um eine „ungesetzliche Ansammlung" gehandelt, und wo dieses Merkmal fehle, habe die Polizei kein Recht zum Eingreifen. Selbst der Vertreter der Anklage hatte zugegeben, dass vor dem ersten Stockhieb der Polizei keine Gewalttaten seitens der Angeklagten vorgekommen sind. EREIGNISSE UND BEGEBENHEITEN Das Pur im fest verlief diese» Jahr in Palästln» sehr ruhig. In Stildten und Dörfern sah man kostümierte Kinder nuf. den Strassen, aber üff-ntilche Umzüge und Belustigungen fanden nicht «tai'\ Auch Iel-Aviv, In früheren Jahren stets das Zentrum der Purimfeier de» lindes mit einom grossen KarnevaLszug durch die ganze Stadl, blieb dieses Jahr ohne den üblichen Trubel Trotzdem kamen ungefähr 5000 Besucher aus allen Teilendos Landes als Gäste und Besucher n;v?h Tel-Aviv, um das lange Purim.- Wochenende dort zu verleben Einige Bälle, die wohltätigen Zwecken dienten,waren vom Waad Lcumi gemattet worden der .sonst mit Rücksicht auf die L.ige des» jüdischen Volkes Belustigungen verboten hatte. Die Synagogen waren voll b l der Verlesung der Meglllath Esther. Auch die Strossen in Tel-Aviv am Vorabond dos Kesten waren rtberfliillt. Der Gottesdienst aus der groal.sen Synagoge wurde durch Lautsprecher über- | tragen und es entstand In der Allenby-Strasse jelne .so gewaltigo Menschenansammlung, da«.«» der I Verkehr zeitweise umgeleitet werden musste. Ea [ worden keinerlei Zwischenfälle aus dem ganzen ) Land gemeldet. Infolge des Zusammentreffens mit dem christlichen Osterfest sah man in den Strassen auch sehr viele Soldaten, besonders Australier, <li» ihren Felertagsurlaub in den St ätden verbrach Um FÜR DAS VERWAHRLOSTE KINO Ein schweres Problem im Leben Jerusalems bilden die Tausend« verwahrloster Kinder Viele g^nie.vicn überhaupt keine Sohulerziehung und Schulbildung, auch nicht die primitivste. Ihre Heimat Ist die Strasse. Sie treten nicht nur un- .•uis.gerüste*, und unfähig dorn I^ebenskampf entgegen, sondern bilden darüber hiiuxu» eine schwere gesellschaftliche G e - f a Ji r für das öffentliche Leben, Jetzt und in der Zukunft Der Zustand iat unerträglich und .schreit nach Abhilfe. Dir Waad Kchllla in Jerusalem unternimm,: j-'tzt gemeinsam mit der Kulturabteilung dea Waad Leumi auf deren Irüiclativc ein« Anstrengung, um dieses brennende Problem «einer Lösung entgegenzuführen. Als nächstes Ziel dieser Aktion ist die Unterbringung von SOO verwahrlosten Jugendlichen in jüdischen Schulen ins Auge gefastet Km »ollen neue Klassen geschaffen werden, die der besonderen Lage dieser Kinder Rechnung tragen. Die Qummtc iMwlesprestie widmet dieser Ak- Uon ihre blondere Aufmerk-iamkeii In Artikeln erster Fachkcnner, wie Henriette SzoJd und Ghana T h o n wird da» Problem den verwahrlosten Kindes wich der politischen, .'sozialen und gesellschaftlichen Seite hin behandelt. Die Z o 11 s t a t i o n e n in Metulla und Bosch Pina. die während der Unruhen geschlossen waren, wurden wieder eröffnet ein neues Zeichen der eingetretenen Beruhigung. Di« beiden Zollämter dienen dem Verkehr Damaslrus-Haifa Bei der Krühlings-Ausstellung der Jerusalcmer Gartenbaugesellschaft, die mit ihrer herrlichen Dlurnenpracht ein grosser Erfolg war, wurden von jüdischen Preisträgern für die schönste Blumenzucht vor allem Miss Landau (dJe Leiterin der Evelina Rotschild-Schule) und Frau Kaiman Schocken ausgezeichnet.