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Jüdische Weltrundschau · 1940-03-18 · 11 (18.3.1940) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
11 (18.3.1940)
Date
1940-03-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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S«tt#4 JTfDlflCHE WlCl/T RUIfDeCHAU u mm im Die Woche in Palästina Jerusalem, 15. März! nen gegen die englische Regierung oder deren MktH DEN DEMDNiTNlTIDHEN 1 SchuUorgane praktisch gehen kann. Auch mmwt IM UKMVR»IHMIIVRM j s0„ n|cM verBcnwiegen werden, dam viele Nachdem wir in Palästina eine Woche; in dieger Wir»aChaftlichen ohnedies sehr oder mehr ganzlich mit unseren eigenen Anj schwierigen Zeit jede Störung des normalen gelegenheitea beschäftigt waren und die j Wirtschaftsgangea mit «einen Verlusten beschweren Schlüge, die uns von dem einzigen! dauern. Daa alles bedeutet nicht, daai man sichtbaren Rettungsweg des jüdischen Volkea nuf den Auadruck seines politischen Willens abtudrängen drohen, aufzuhalten auchen, un<j ntIf Verteidigung seiner Rechte venlchhaben die letzlen Tage uns wieder erinnert, — in welcher gewaltigen Weltkrise wir stehen, und dass in dienern Zusammenhang auch alle Einzelfragen betrachtet werden müssen. Man muas doch bei politischen ErwÄ gungen immer wieder prüfen, ob Uberhaupt die Voraussetzungen, von denen man einst ausging, noch zutreffen: sonst gleicht man jenem Neurotlkcr, der mit dem Kopf gegen die Wand rennt und die Wand dafür verantwortlich macht. Die fieberhafte diplo matiache Tätigkeit der letzten Tage, die phantastischen Kombinationen Uber die Bedeutung der einzelnen Vorgänge, die geahnten Zusammenhange zwischen Nord und Süd, zwischen Eismeer und Mittelmeer, mit allem was sich daraus ergibt, dies bringt auch uns in Palästina zum Bewusstsein, wie sehr unser Schicksal noch auf der Wagschale liegt. Zu Beginn des Krieges, Ende August 1939, erwartete man in Palästina das Schlimmste; seitdem es anders kam, seitdem man in Palästina „vom Krieg nichts merkt", hat unbegreiflicher Weise die Stimmung in das Gegenteil umgeschlagen und man vergisst nur allzu leicht den Ernst der Lage. Die Verlegung des diplomatischen Gewichts nach Rom hat die Nervosität gesteigert, bevor man begriff, dass der so dramatisch angekündigte Besuch von Ribbentrop wahrscheinlich nur die Schlussctappe der Europareise von Sumner Weltes beeinflussen sollte. Viele Palästinenser, die noch zwei Tage zuvor nur den lokalen Demonstrationen ihre Aufmerksamkeit zuwendeten, sassen aufgeregt am Radio. Die Tatsache, dass durch die Freigabe der italienischen Kohlenschiffe eine Entspannung herbeigeführt wurde, ist in Palästina wahrscheinlich von vielen begrüsst worden, die sonst einer Politik der Nachgiebigkeit kritisch gegenüberstehen. Jedenfalls wird die weitere Entwicklung der gesamteuropäischen Verhältnisse bis hoch nach Finnland hinauf auch für die Gestaltung der Dinge in Palästina ausschlaggebend sein. Im Lande selbst scheint die Ruhe wieder hergestellt zu sein. Zwar haben die Juden die Gegnerschaft gegen das Bodengesetc nicht aufgegeben, aber die Öffentlichkeit beginnt darüber nachzudenken, mit welchen M i 11 e 1 n die neue Politik ernstlich bekämpft werden kann. Diese Frage spielte auch im Mai 1939 eine Rolle, als lauter undurchdachte Parolen in dieser Hinsicht ausgegeben wurden; jetzt aber ist es noch deutlicher, dasi man in der Wahl der Mittel mitten im Kriege sehr wählerisch sein musa. Jedenfalls ist im jüdischen Publikum die Überzeugung, dass chaotische Demonstrationen ein solches richtiges Kampfmittel nicht sind, sehr verbreitet. Man kann auf der Strasse, beim einfachen Mann und bei den parteilosen Beobachtern, eine oft recht bittere Kritik der letzten Vorgänge hören, besonders auch Klage Uber die FUhrungslosigkeit dea J i s c h u w. Denn schliesslich kann doch in so einem Moment die Führung nicht an halbwüchsige Jungen fallen, die es sicher sehr gut meinen und von lobenswertem nationalen Gefühl erfüllt sind, aber — daa ist eine Banalität —nicht die Folgen ihrer Handlungen übersehen können. Das Publikum fragt sich auch immer wieder, wie weit man überhaupt logischer Weise in den Demonstratloln einem po nbgochi«»Serien und weit entfernten Purfst sind Beziehungen tu den benachbarten Dörfern von grösstor Wichtigkeit. Die Siedler von Kinaroth haben durch Unterstützung ihrer Chawerim In Chanita einen freundschaftlichen Kontakt, zu ihren Nachbarn erhalten. Ein Lehrer besucht von Chanita aus regelmässig die Chawerim von Klnaroth.iim nie in der arabischen Sprache tu unterrichten. Metzowa ist die 7. Siedlung, die in Palastina seit Ausbruch des Krieges geschaffen worden ist. KURIOSA IM DDOENDESETI Das Ausmass der praktischen Bedeutung des ten soll. Jeder Jude in PalsjrUna wüiwcht;*••««« noch ungeklärt DJ« Speau«.- xr^muaumimmmw. in j.-*- zi allsten und Juristen werden «ich noch ein- <he Schaffung von Verhältnissen, in denen;-Mn|| Mammn müMen und ftU<rh Re. Massnahmen wie das Bodengeset« gegenj wirtl ^f«»*, noch zu Interpretationen standslos werden. Auf die Frage, wie das und DureM(mningirv»rr>rdnungen «jendtlgt sein. zu erreichen ist, wollen wir im Moment nicht jrür den Laien sind manche Dinge bisher fast eingehen. Hier ist nur von der Form der | unverständlich, So z.B. besteht einer der Haupt- Demonstrationen und von der Frage der Verj unterschiede «wischen Zone A und Zone B darin antwortlichkeit die Rede. Diese Kritik ist i dass nach dem Wortlaut des Gesetzes in Zone A in allen Lagern des Jischuw vorhanden,! J * d m Eigentümer von Boden verboten ü»t. Im- und es könnte eigentlich nicht so schwer sein.i^Hen an andere Leute als palästinensische .;T " . . 9.,y„r,*t mi. flino„ Araber zu veräuseern, während in Zone B d eaes eine Front zu bilden, die in Zukunft für einen;v<jrbot nup m d|,Jenf|fen Elfen;ümcr au!nj<.. besseren und positiveren Ausdruck der Haisprochen dle M]hnt palästinensische Äratung des Jischuw sorgt. jber sind Tn Zone B darf also B. ein Syrer, WIEDER „IMSIES* M DER IT.PT j^«^ ^'"•Ä^a^ Am letzten Sonntag kamen wieder die au-|D|l ab#r m ^ortf A eine ganze Reihe von JUdlstralischen Soldaten für mehrere Stunden;scn,.n Dorfern Hegen, darunter z B. die älteste Urlaubs aus ihren Lagern in die Städte, vor allem j jüdische Farm des Landes (Mlkwe Israel), benach Tel Aviv und Jerusalem. Wieder ge-;ruhmte Siedlungen wie Mlschmar ha-Bmek, Chanoasen sie diese Stunden in vollen Zügen mit der; nitA Moza Klrjath Anawim oder daa von deutgewohnten Lustigkeit, die ihnen so schnell die j Bch9n Ju<len „baute Nabaria, so würde nach Sympathien der Bevölkerung gewonnen hat Die dem strikten Wortlaut des Gesetzes auch an die- Australier in ihrer heiteren Jugendlichkeit aind<,„,n putzen kein Jude von Juden Boden erwer- Meleter dessen, was man in Mitteleuropa ..Stuhm Häuser mieten. Hypotheken geben dürfen dentenulk" genannt hat. Sie versammeln um «ch;etc r>fta ){Ann doch der Gesetzgeber nicht gegrosse Gruppen von Passanten, besonders Kinder.; melnt haben, und man mu.v annehmen, dass er zu harmlosen Scherten aller Art, wofu auch m dienern Punkt von der Ermächtigung, genescherzhaftes Exerzieren und gemeinsames Singen rHle Befreiung für den Fall, dass in Zone A die von Soldatenliedern gehört Die Kinder lieben die Eigentümer nicht palästinensische Araber sind, Aussies am meisten, denn sie werden reich mlt 2U erteilen. Gebrauch machen wird Aber hier Süsalgkeiten beschenkt. Daa Schenken macht den^^,, nur Hn f&„T nbsurde? Punkt berührt, es Soldaten Spass. Die lustigen und herzlichen Sae- '^bt auch nnder* Bestimmungen, die einer Kritik nen am Sonntag zeigten auch deutlich, wie in nicht standhalten, und es wird sich wohl erst Wahrheit die Beziehung der jüdischen Bevölke-;jm Traufe der Zelt zeigen dass einschneidende rung zu den Solduten ist. Man hatte den Eindruck, Änderungen notwendig sind. Tm übrigen haben daas die Bevölkerung froh ist, dies demonstrieren schon letzthin unsere Überzeugung geäuszu können, nach all den schweren Ereignissen der sert, da*= politische Massnahmen wie das Boletzten Woche. Es war wie ein Aufatmen, wieder denge.«etz überhaupt nicht taoHerf behandelt und Freunde als Freunde behandeln zu können, in; betrachtet werden können, sondern nur Im Rahguten menschlichen Beziehungen, gegenüber den \ men einer G es a m t pol i tl k. die alle Fakseelischen Überspannungen, die zuweilen den Einj toren und Tatsachen in Betracht zieht, druck erwecken, als ob alle natürlichen Maastäbe I _____.........___ aufhörten Die Aussiea haben durch Ihren Besuch gerade in diesem Moment eine erfreuliche psychologische Wirkung erzielt NEUE SIEDLUNO IM NORDEN Im westlichen Teil von Ober-Galiläa, in der Gegend von C h a n i t a, nahe der syrischen Grenze, wo erstmalig im Februar 1938 Juden zur Ansiedtung kamen, entsteht, trotz Unruhe und Erregung in diesen Tagen, ein neuer jüdischer Punkt, der den Namen Mebiowa trafen wird, entsprechend der im Talmud vorkommenden Bezeichnung. Die Kwuzah Kinaroth. die dort Ihre Siedlung errichtet, besteht aus 7S Mitgliedern (Makkabi Hazalr>, von denen 67 im Jahre 1934/35 mit der Jugendalijah au» Deutschland nach Palästina gekommen waren. Es handelt sich hier bereits um die zweite Gruppe von Menschen, die mit der Jugend-Alijah aus Deutschland kommend, nach einer erfolgten Hachscharah-Ausblldung in anderen Siedlungen auf eigenem Boden siedeln. Diese Gruppe begann mit ihrer Hachscharah zunächst in Chedera, die 1» Jahre dauerte. Im Juni 1939 bezog ale die Wohnräume von Unter- Chanita. Von da aus begann die Bearbeitung des für sie vom Keren Kajemeth bestimmten Bodens. Sie übernahmen die Auflockerung der ungewöhnlich steinigen Erde, die Aufforstung, den Wegbau <*tc. Ein 1.300 m langer Weg, der on der nördlichen Grenzstrasse zu der isolierten Niederlassung der Kwuzah Kinaroth führt, steht vor der Vollendung. Sie bauten ferner vier Wohnhäuser bestehend aus 21 Zimmern; eine Anzahi der Mitglieder wohnen in Zelten. Eine Hühnerfarm, für die Haltung von 300 Hübnern berechnet, wurde eingerichtet. Die Gruppe beireibt femer Gemüse- und Obstbau, Schafzucht, Getreidekulturen und Molkerei. „EIN QEMtft WIRD tDM ffttUND- Der Distriktsoffizier des Beer Scheba-Dlstrikts Aref el Aref besuchte kürzlich ein jüdisches Arbeltsinger der Kooperative „SoleJboneh" in Südpalästinn. Die hebräische Arbeiterzeitung „Omer" veröffentlicht darüber einen ausführlichen Bericht und unterstreicht in einer redaktionellen Bemerkung die Bedeutung dieser Begegnung, die ein Beispiel dafür sei, wie aus einem Feind ein Freund werden könne. Der Besucher wurde von dem Sekretär des lokalen Arbeiterrates ala Schrift« steller und Forscher vorgestellt (Arefs Buch über die Sitten der Beduinen ist in der Schweiz vor kurzem auch in deutscher Ubersetzung erschienen -- A. d. R.>. Aref el Aref begann »eine Rede hebräisch und fuhr arabisch fort Er sprach über dio Entwicklung dc3 Ntgcv.-, übsr 3cinc Erforschung der Sitten und Volksdichtung der Beduinen. Es sei, sagte der Redner, eines seiner höchsten Lebensziele, die beiden Völker den Landes su gegenseitigem Verständnis zu bringen. Auf Einladung der Arbeiter kam der Offizier nochmals ins Lager uncl &i<»it einen Vortrag über die Teilnahme der moslemischen Frau am öffentlichen Leben, ein Geriet, das Aref el Aref sehr am Herzen liegt. Sein arabischer Sekretär übersetzte die Rede in hebräisch; er hat die staatliche Prüfung für hebräisch mit Auszeichnung bestanden. Der Sprecher der jüdischen Arbeiter betonte in -«einem Schlusswort, dass aus dem Zusammenwirken beider Völker der grösste Nutzen für das Land und kulturelle Blute kommen könnte. (Aref el Aref war Im Jahr lttl wegen antijüdiacher Unruhen verhaftet und später—zugleich mit Jabotinsky — von Herbert Samuel befreit worden, waa damals auf jüdischer Seite lebhafte Kritik hervorrief. Die Erfahrung hat Samuel in diesem Fall recht fafeben. — A. d. R).

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