Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 11 (18.3.1940)
- Date
- 1940-03-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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IS, Min 1940 JÜD1SCHB WB^T ItUNDSCHAU SoftcS Zionismus in der Slowakei \ua einem in die Schweiz gelangten Bericht ü'/><sr die zionistische Arbelt in der Slowakei entnehmen wir die nachstehenden interessanten Einzelheiten: Die zionistisch« organisatorische Arbeit de« Zentraiverbandee in der Slowakei schreitet erfreulich vorwärts. Trott vieler objektiver Schwierigkeiten, wie sie »ich heute insbesondere In den Provinzorten ergeben, werden doch Zusammenkünfte, Vorträge und Kulturverttaitungen abgehalten und es gelingt, neue Gegenden tu erschlossen und neue Gruppen tu gründen. Beim tlonistischsn Zentralverbande wurde eine Kulturkommission begründet, welche die Aufgabe hat, Bücher und Broschüren in der Landessprache heraustugeben. In den nächsten Tagen erscheint ein schön ausgestatteter Band palästinensischer Kindergeschichten, dem dann eine zionistische Broschüre, eine Sammlung chasstdischer Ersahiungen und ein hebräisch«« Lehrbuch folgen sollen. Auch die einzelnen Jugendorganisationen und Fraktionen entfalten eine solche literarische Tätigkeit, da in der slowakischen Sprache bisher keine zionistische und Jüdische Literatur vorhanden ist. So erschien Jetzt eine sehr gut Ubersetzte Sammlung neuh*brHi*cher Qrdtchte unter dem Titel „Chamain". Die Leitung des Haschomer Hasair gab ein schöns kleine Samm- Chile für Juden gesperrt EMMnmg äV« Chml—kmlMf Mtc ffitftefcc Elnwantowmnt Die Lage der Jüdischen Einwanderer au« j ruletet gelangten Gruppen von Kinwanderor im Deutschland In Chile ist in den lettten Wochen j ..Auguttua»* und im ..Vtrgilio' zuerst nicht das äusserst schwierig geworden. Bekanntlich war!Schiff verlassen durften Je<kx-h spater auf Vor- In den leUten Monaten die Auswanderung nach i Stellungen einer befreundeten Macht Ins Land Chile besonders stark da es eine der wenigen | «ugelassen wurden Jrdnch w ird k<Hn Inranlit in noch verbliebenen Möglichkeiten für Juden aus;C*u> mehr sugekt»***, bis nicht die Gesetze Uber dem Nazi-Bereich geblieben war. Die Juden in die Einwanderung vorliegen und die betreffenden Amtstellen definitiv organisiert sind." Ihrer Verzweiflung akzeptierten sogar die abenteuerliche Reise nach Chile mit Ihren zweifelhaften Aussichten, ebenso wie sie zu Tausenden sich nach Schanghai deportieren Hessen, wo fetzt ca. 17.000 jüdische Flüchtlinge, teilweise in gröbster Not, leben, aus keinem mndtrtn Grunde, weil man naeh Schanghai bzw. nach Chile ein Visum erhalten konnte. Strickt der „J.W.S." ms ChU» Mit der Ankunft am Bestimmungsort aber ist die Tragödie dieser Menschen keineswegs sm Ende. In Chile zum Beispiel hat sich herausgestellt, dass bei Erteilung de? Visa Unregelmässigkeiten vorgekon '!» sind, und der Präsident hat eine Kommission eingesetzt, die die Sache untersuchen sollte. Die Veröffentlichung des Berichten dieser Kommission gestal Jung „Slppurim" in der Landessprache heraus und, tote sich, wie uns aus Santiago de Chile berlch- Makkabl Haxair bereitet eine Übersetzung der Gedichte der Rahel vor. Dazu kommt noch die erfreuliche Tatsache, dass der zionistische Zentralverband jetzt eine eigene slovaklsche Zeitung „Haderech" herausgibt, die in 2.800 Exemplaren erscheint und täglich weiter verbreitet wird. Diese Zeitung, von Dr. Oskar Neumann redigiert ist die einzige jüdische Zeitung im Lande. Der organisatorische Aufbau des zionistischen tot wird, zu einer grossen Seneatlons-Affaire, die tagelang die Titelselte der Zeltungen füllte und den Stoff für Riesenüberschriften und leltartlkel abgab. Man wirft den Juden „Illegale Handlungen" vor. aber in Wahrheit ist der Bericht nur ein Beweis dafür, zu welchen Mitteln Menschen gezwungen werden, denen man jeden Weg versperrt und die als andere Alternative nur den grsuenvollen Untergang vor sich Zentralverbandea der ein Territorialverband aller sehen. In den Artikeln und Äusserungen der drei zionistischen Fraktionen (Allgemeine Zionl-j chilenischen Öffentlichkeit klingt auch diese Note aten. Arbeitendes Palistina und Misrachi) ist.Idas menschlichen Verständnisses an, und selbst ■chreitet vorwärts. Die zionistische Organisadie offiziellen Dokumente richten sich weniger tion hat sich auch den entsprechenden Einfluss gegen die Juden deren Verzweiflungstaten man in den anderen jüdischen Institutionen wie Joint, begreift als gegen chilenische Beamte, die des Hicem, Jüdische Zentralstelle (Vertretung der Am Um Issbrauche-» und der Bestechung beschul- Juden gegenüber den Behörden) gesichert ElgenU; digt werden.!KL W,Ur4'n ln»titut»°««> 5»"* diel der amtlichen Übergabe des Berichtes der MtitUvi von »mhtoB giichiStB. Durch die Kommission an die Presse gab der Chef- Tatsache, dass zahlreiche Flüchtlinge aus Polen „kretär des Präsidenten der Republik. Don Hum- und Oberachlesien ins Land kamen, die soweit es berto Agulrre, eine Erklärung ab. der wir folgensich um Jugendliche handelt, zumeist im Hecha-Irfes entnehmenluz und der Mittleren Hachscharah unterge- — tcnmmimmin„ Umt ,,.„. bracht wurden, sind den Chahjzverbändsn ziem-' ngJi^S^?2E5Ei°nv£?L «SKÄIS i Mnh nnu. ma»«H«iu Prfthi.m. ..„«* bh^.^. Mehrheit der erteilten Visa« „ordlnaries" sind, d. lieh grosse materielle Probleme und _Schwierigh fu_ _|n ,_hr AufmnthM mmn attjitl>r keiten erwachsen, die mit Hilfe des Joint gelost werden sollen. HIER MTlStlllTRMUI In der französisch-sprachigen Zeitung Einige IJnkszeltungen haben d*n Bericht der : Untereuchungs-Kornmission. <lie aus zwei hohen Regierungs-fleatnten und einem hohen Richter bestand, als tendenziös bezeichnet. Auch die Jüdische Wochenzeitung in Santiago protestiert gegen die Diskriminierung. Besonders der Passus Im Bericht, wo erklärt wird, dass verschiedene jüdische Emigranten nach Erlangung der hoWviawim-hm 8tnatimn(irhöri(?ktHl nach Chile kommen und die Kommission Massnahmen Qvgtm Ätoimwdcrung bolbHanitcher Juden verlangt, wird scharf kritisiert. Auch ein anderer Teil des Berichts: „Erst einmal in Chile angekommen, versuchen die jüdischen Ausländer, ihre begrenzten Visas In definitive zu verwandeln: Dann kämpfen «ie darum, ihre Verwandten kommen zu la-ssen, und schliesslich kommt die groaste Aktion, die in der Erlangung der chilenischen Staatsbürgerschaft besteht " findet In der jüdischen Presse von Chile scharfen Widerspruch. Wer für die Juden eintrat All« Zeitungen in Chile veröffentlichen die amtliche Litte .,der Personen, die die Erteilung von Vlsas für Israeliten erbaten oder sich dafür interessierten". Viele Zeitungen wie die Reglerungs-Zeitung „La Nacion" bringen diese Liste auf der ersten Seite. „Nnclon" bringt ausserdem unter einer riesigen ffberschrlft „Der Kanaler übergibt der Justiz die Affalre der Juden" eine Unterredung mit dem Aussenmlnlster Abraham Orte ga. In diesem Tntervlew erklärte der Aussenmi nister. dass seine Unterschrift viele Male In verschiedenen Dokumenten plump gefälscht worden sei. Alle Unterlagen in dieser Affair;« sind gestern vom Minister selbst der Justiz zur Verfolgung übergeben worden. In der Liste derjenigen Personen, die sich für die Erteilung von Einreisevisns nach Chile an Juden eingesetzt haben und die heute veröffentlicht wurde, sind 170 Namen «nfchalten, davon eine grosse Zahl von wichtigen Persönlichkeiten der Politik, Wirtschaft. Diplomatie und Kunst. Allein 20 Deputierte und S Senatoren von allen Parteien werden genannt, darunter der frühere Präsident Alesaandrl. der Präsident der .Sozialisten Grove. der Präsident der Rechtspartei Falango Nacional. der Präsident des Senats, der Präsident der radikalen Partei F. Du ran. der Sekretär der Kommunistischen Partei etc. Welter werden mehrer« Minister sowie u.a. noch folgende Personhenkelten genannt: der höchste Kirchenfürst In Chile, Erzbischof von Santiago, Monsenor Jos* Mara Caro, der Rektor der Universität von Chile, J. Hernandez. Colone! Palmer — New-York, der Präsident der Chile-American Association, der Doyen des Diplomatischen Korps In Chile, Monsenor Aldo Legfti, Nuntius S. H. des Papste*. Auch werden die Intendenten 'Provinz-Gouverneure) von Valparaiso, von Valdlvia, von Magellanes; die Bischöfe von Valdlvia, von Araucania et .*., der Gesandte von Belgien, von Tschechoslovakei. und der Botschafter von Chile In England, Octavlo Senoret und Botrehafter von Chile in Frankreich und Belgien, der MlUtär-Attach« in Mexico, Oberst Fellu genannt, der Präsldsnt der Allianz der Intellektuellen. Aldunate, wie eine Reihe von Instituten, wie z. B. die Akademie der Naturwissenschaft, die angesehene englische Schule Santiago College, die Banco de Chile Auch einige grosse Industrie-Unternehmungen werden aufgeführt, ferner die Hicem und der frühere Präsident der Hieem in Santiago, Dr. Maurice Weinstein. Nicht vergessen darf jedoch werden, dass auch die berühmt« »üdnmeri~ fconisrae Mchteri^ die Chilenin Gabriela Mistral, für die alle südamerikanische Staaten den Nobelpreis von. 1*40 für Dichtung verlangen, auch in der Lis« steht. Gabriela Mistral!«t Konsul von Chile in Nizza. ,'Dfe Rechts-Zeltung , El Chlleno" schreibt unter der Überschrift „Keine Flüchtlinge mehr" auf der ersten Seite, dass sie von amtlicher Seite unter- _ richtet sei. dssa nicht mehr einen einsigen Flucht. 1 suche ist ■»•oM tütaaatjtcrf worden, sodaas die IIa* dm Eintritt nach Chile erlauben werde, h. für ein Jahr Aufenthalt, sodass man später; in der Lage sein wird, festzustellen, ob das weitere j Verbleiben dlessr eingewanderten Juden für das I Land von Nutzen Ist. Schon in den!, letzten Monaten der früheren Präsidentschaft _ J „ , - - , - «Le| (der konservative Präsident Alesaandrl übergab Jour" <n Montrut (Canada) lesen wir in;das Amt am ». Dezember IM* dem derzeitigen einem Artikel von Bruno Blals folgende Betrach-, Präsidenten Aguirre. der der radikalen Partei antungen über den AntUemltlsmua. „Sobald dls.g«,hort und «|. Kandidat der Frente Populär am Dinge in einem Lande schlecht gehen, klagt man ja, Oktober 1»3s gewählt wurde - A. d. R.) wurdl«i Juden an Diese wandernde Nation Ist deri<!#„ Einwanderungs-Vlsas für 400 - S00 Juden Leidträger der ganzen Erde. Warum? Well sie monatlich erteilt keine Heimat hat. weil man sie verhindert, eine! zu erwerben, well sie. um existieren zu können. I KHa Jfodesj mehr gfJKfjfcnwim mehr leisten muss a?s andere, und weil jemand. Eme gerichtliche Untersuchung?f*f»«nl<Sr hai,jj!n .HaJÄ ^..^ ^'l^rd die Anzahl der Juden feststellen, die ins Untüchtigen erntet. Nichts ist gefährlicher als n„d glommen sind: ss sind Jedoch, wie aus der Antisemitismus denn er eine rein« Illu-idem B.Hcht hervorgeht, keineswegs mehr als ü?n#«2?'urt 991 ,Wir, *f«^n. Izehnalt zwölftausend Viele von Ihnen sind auf das Übel liege ausser uns. während es in Wahrf heimliche Weis«, sei es zu Land oder zu Wasser, d haben die polizeilichen Übef^irachungsmassnahmen tu urngshen gewusst Visle Juden, die Trantitvisas nach Bolivien", ..Besuchs-". ..Touristen**4. „Handelsreise-" oder „ArbeJtsvsrtrag"-Vissn hattsn. haben ■ich heimlich in Chile niedergelassen. Die Kommitaion erklärt klar, dass das Land nicht auf eine so grosse Einwanderung vorbereitet ist. Es besteht ein besonderer Gesetzentwurf über Einwanderung, den die Regierung fertiggest«' hat und heit in uns ist Um heften zu könnet; muss »an nftcli Chile gekommer. und haben die poüzelHzuerst die Krankheit erkennen. Ich bin nicht - - für und nicht gegen die Juden. Wie alle Lebewesen, haben ale ein Recht zu leben. Die jüdische Energie fördert den Handel, regt die Konkurrenz an und vermehrt die Produktion in allen Zweigen der Industrie. Der Antisemitismus Ist eines freien Volkes unwürdig. Er ist eine Dummheit, eine Ungerechtigkeit gegen die Freiheit seibat, eine geistige Beschränktheit, deren sich Ä 2£UIKa^M^ d«—» »« PTlament Dringlichauch eine Gttmhr für die gesamte J&lvilisaUon, j kmlt lmSr nZmi» hi. Rmi«M»«n " ieht denn diese falsche Einstellung und Parteinahme keit beanj^ftgt is>. Damit dis Emigranten nicht i*»b* Aim v*m*mim van... j^.«__» jnoch mehr die Zahl der EwIschenhändler weSieen Re^m« a£ in LnJn J^Tihi^he H. l" •rM^■ Gatetata^warf vprgslsgt worden, wendigen Reformen ab, in denen jeweils ihr Heil, dw n^Hiandel in Chile in^llssahch den Chilenezy reserviert B. E. <(et Präsident der Repie französische Zettung ..Oeuvre" berichtet, (publik hat den Wunsch. d%as man streng und an dsr holländischen Grenze seien 16 Nazigerecht diejenigen bestraft, die mit der *üh#««k- Agenten abgefangen worden, die von der, liehen Situation dar gas Rasssgründen Verfolgten Gestapo als ..jüdische Flüchtlings" nach Holland | aus Eigennutz Missbrauch getrieben haben, geschmuggelt wurden. Ein holländischer Rabbi-1 Die Vislsrung neuer ~ ner habe die Schwindler entlarvt,