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Jüdische Weltrundschau · 1940-03-11 · 10 (11.3.1940) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
10 (11.3.1940)
Date
1940-03-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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s*4t«ft JOOltCM» WgXT RU?fI»CllAU 11. Min 1940 Int dl« Ausarfteituny *4n+s f'miframms, um die Fort sei »unff der jüdischem Arbeit in Ulslinn cii »u>n*m. ZunArhat bewfrht niich dir Erklärung «llrr Hachve rat And Igen noch reichlich« MHäf Igungemogll« hkHt in der freien Zone und unter den ge*«txf<*n fiedln* gütigen In „Zone M", fb-r W-iodh««d-H<« rieht Inf nognr <l« r Meinung, dann Juden In dienen OWHi»n bereit* Jetut nn vi«l LawI benltjen, du»* «if die Zahl der Jthll* ■clieti llt>vAtk«*riiriK auf dl«*«m Boden noch erheblich vermehren können, besondera wenn man dl«« Angaben d«r jfhllarben Hnchverat Andlgert Uber dun für den «in»>ln«n Hledlrr notwendig« IlfinVnrriftmf giiffrund« legt. Für dl« Zukunft »Iht hiindclt «a nlch durum, an- •toll*» dwi nun tellwelae verachloanenen »rt« vatreehtheht n Hodenerwerlw, nofiftarn« Vereinbarungen r.u erreichen, diu eine ormri«;wme fCntwIeklung mflgllfh machen, die von «Um ßetelligt«n bt-jnht wird, w«ii ai« im Interna*« I aller HefeJIIgten liegt. Die* eehen manch« nchon »eil Jahren ai* den liegten Weg «Itter Wetterführung «Irr judiechen Ar WH und «ln«*r Hleherung fUr dl« Zukunft an. Jede neue VerarhArfMMg gW •oWUarhen VerhAMnhee Im l*nde mttee der Welterftlh. rnng iN»r Jttdlwrnen Arbell aMiiglleli *e**, und mi wäre daher niirh unserer ttetniiag MrhM verkehrt, wenn die Juden In Ihrem dg***« Verhalten nicht dleaem tJe*4eht*|M»nkt H>ehnvng trügen, Daruber hlnMUN aber dürfen wir i;M* v«rgeaarn, du*«, Nf» iiiederdrückcnd unaere «igeneri Angelegenheiten aind, wir mitten in einem groffnen Krieg l«bcn, «k*r weit mehr entnebeiden wird »Im blon* «Inn .Mrhlcknal f*ntAntlna*. All«« Anatrengungen auch der Juden m Nagen Jetzt darauf gerichtet nein, ein«« aleg« reich«» Hi»e n d I g u n g d«?A Kriege* durch «II«' Alliierten zu < H«icht«*rn. Denn in kmin kotti Zwölf«! dnriiiwr lM*»ti*hi!n, w«*l«h<it dl« nnd^ri* Alternativ* für unn i»t, Nlrnmrul von Ufm kiinn niH'h wiMMrn, wlt* nlch dl« W«l In dt«*«n Krlr^tuhrrn noch Andern wird. Am R n d « d « r K r I « k « * wird «in Mom«n* dii fM'ln, wo wir wi«d«r xu Nprei'hf'n hjt»«n. Vii>) wird in di«M*m Moment <l«von tii»hAnK«n, wi - dünn uiinrrt- Krnfl und Weisheit, wie uiui«rt> FührutiK und lien'ltucimft nein wird unl| welche« r«iiliMierbnr« I* r o K r « ni m wir vor | in leiten hüben; tth«r mich <hvon, wie unftei j Verhalten wAhrend der kritiMrhen Zelt, dlf di« Nerven »Her Volker und <*lh»r Mrnncheü nuf ein« hnrte Vm\)e «teilt, K«w«nen Int. Die Sugend nprlehi Wir *mt<tnnm in Nr. * der ,JWR" mit der Wiedergab* von ÄuMmmngen ß4i*cher Jugend- »< her und trttf-n dir** htmtr fnrt. Wir glauben, das* in einer Zeit, iro zieUchen dem Leben Irr Hltrtrn (Irnrmlion und den Jungen eine »o tiefe Kluft besteht wie noch nir mal*, wo untere tutittid in gnm nnd*r>*n Brdingungen und Lebennkreinen nufwdchnt al* die frühere Generation und gr*i**tmt*<il* nurh rilumlteh »ym ihren Kiter getrennt M, die Kenntnis dessen, was unsere tutjend ttturgt und %rir sie lebt, brurmders wichtig ißt für alle, die sich ein Bild von dem Wandiungnpnnrnn <ir* fudisrhrn Volkes machen unUen. Wir bitten daher auch Leser aus allen Länf f i «, •«•••?»« diesem Thema Berichte und Aun * e r u n g e n einzusenden. tfach- 'h hcml gehen wir aus Kreisen der Jugendallfah-Gruppen in verschiedenen Ländern Äusserungen »irder, m?u*ir eime aus Kngland, die sieh auf das Leben in den Ausbildungsfnmxen besieht itficn ff amen uic Whittingeham, Gt. Kr^eham Farm, Pinc Trees etc. sind dort schon festni-hrnd* Hrgriffr für einzelne Jugendgruppen genjordent und es gab auch tchon ,JKrisen" im Gemrtuarhatttlehm da und dort!, die andere aus Dänemark. Weitere Beiträge dieser Art werden 'nhirn Wir sind un* dennen beumsst, das* neben allen anderen Schwierigkeiten eine ernste f'rnbietnntik auch darin ttrekt, da*s die Kinder in einer Begriffswclt (z.B. in bexug auf Paiä- •Hnn> n*1u*uhnen, die häufig »«rm der Wirklichkeit entfernt ist. Aber irgend eine neue Lebenstmm wird (•«* all dem entstehen und wird für die indische Zukunft massgebend sein.—Red. ■EVE FMM WMIMMNS BUMKKIH« f)r Wdimnnn hat mit 4. Mir« Amerikn ttAcih iw«lmon«tlleh«r An«ve»«nh»il v«rl»*irn m» t Mleh Im Khifboot nm h l4»ndon RurU< kh«ic»b«n V« r sslnrr Abrti»« h«t <»r mith In elnvr R«lhc vom MMN*nv»riiiimffi)uiigim seaproch««; Il-iunf»««» mtnd utif «In» lbNlenii«iii>ti «rkiArt« Wvlamnnii, «r badMttre. <1*« «r in Krt«ifft««lt (Ironabritiinnliii krlUa|«r«h im<!»■#, nbvr die Jud«n kannten »ich mit dleaem <)«M»tii nicht «bfindett. Di« jtbllaelr Treue m dr« Alliierten bitlbe unvcrAndart, »Nir mm he illw Juden hl« M blind «even Unrecht. Au» «ter || m \\ « e n Well werden JUdlaetir Pn>te«tkundKebimiien Heven da» WeiMibui'b ui «1 k«irh «1mk ii.Kicr.gGSPts i«m«UI»l!t> N«w York fand eine Maaaenveraaniinlunii atatt, «he dem brttiNt'hen Mntaelmftor In Waah»n«ton U>'d l4»thlan ein Menif'priindum überreichte. Dsta hü* tiache Kimaulnt in New York atatul an ttitm Ta,«i< unter Poliaeibewachtm« Ali» )üdia<'li«n <>r|a niaatiantn Holland» aandtan ein rn»tr»t<# irranott an di'n brUlaoheit rrimemiitlater tout di<n K()loit(alminl»li<r Au«>h «ie^ «riemelndeverb» mI der Juden H Ii d a t r I k a » tel*äiraj'hjerte an den Knloujalmlttiater l>er Verband »ler ea^Maraea Bümistvn vera|)rach der Jewiab Afency in Jeruiaklein t*)etfra|»hieoh all« ttiiteratUtiun« .m Kau ^etfen daa Üri»1#naT«sfta. k Mi>i.<*it Mchi'rlok verorfentllcbt in «irr l»m»ion»r „Tinte»" einen Hrief, worin er siie JW ~kuinH Uber dl» Kraeuiiuni v«Ht „landkiaeiiAi a betn'm «luMi die jUi1taeb»n iknlenkäuf« wiurfUit. Im Hua, Wir atnd echon 10 Stunden unterwegs und nun mua« bald der Augenblick ttomh en da wir an unserem Ziel aind, auf unserer n <uen e^arm Hydown, von der »Ich jeder, der Ii * Nu» »ItKf. aelne eigenen Vorstellungen macht. V'ird «o» beaser »ein als auf der Great Engeham ► ton «Hier in Plne Trees? Die Leute d«r Enge- Ii on Kann bewegt noch etwas: Da sitzen mit llitien. 1.1 Cbawerim der Plne Trees Farm im I in Man überlegt sich, was für Leute sind d v* Werden sie da» flehen ihrer Chewrab! ■ fir«in inlrr werd«?n sie sich gut einleben und u IN»! tu rlnem Htüok ihrer Gemeinschaft wer- •».»»• Der Mus halt, und nun erlchen wir eine überr Nfhung nach der andern, Wir finden ein sch<Jitgrosses Haus, mit vielen Zimmern, ein schön KüNitimtner und n°cb viele andere Räume, «1 r not h keine Itestimmung hatten. Am nächsten »borgen als wir uns den ganzen Betrieb ansahen, e bbli»n wir dauernd neue überraachungen. Wir ¥ fuhren, dass wir eine eigene Licht- und Waah rveraorgung hätten und sahen uns die Maachi- •ii-n an Dann lernten wir unsere übrigen Ge- Mude kennen, unseren Hühnerstall, die vielen n 'bwelne- und Kuhställe, unsere Molkerei, unsere I itt» und Geräteschuppen, unser Treibhaus und * iitlesallt'h unseren Meschek (Wirtschaft). Wir v> oret» »ehr begeintert von unserer neuen Farm, | nmr illieratt sahen wir, so schfin es hier auch ist. i » vir! Arhrlt wird en uns« auch koeten, uns d*» 11 un hier wirklich schön und angenehm zu ge- I *! tlfen; denn an allen Reken und Enden gab |!• Arhxlt. Das Hau» war 12 Jahre leergeststn- [ <t u und nun galt es. «Jas Haus wirklich sauber und v oimiifh ku gestalten, die Zimmer so einzurichten lim« «litt Jeder in ihnen wohlfuhlt; es galt für * 'hrünke und noch viele, viele andere Kleinig- . plten rii sorgen. Auch unsere Ställe mussten Ordnung gebracht werden, und in unserem nrten fehlte e» ebenfalls nicht an Arbeit. Die rr-Men Wm-hen waren voll Arbelt, aber die Arbeit r \nrhi uns Freude; denn wir arbeiteten für uns, v lr bauten uns unsere neue Hachscharahfarm »-Ibsl auf. Aber bald wurde unser Ts« so ein- »»•••II«, dass wir morgens arbeiteten und nachi ilttait» Tarbuth hatten. Angesichts des Chanukahfrstes veranstalteten \ Iiin unserem Unterricht eine griechische W o «- he, in der wir uns näher mit dem Grie- «heul um bef aasten: mit den griechischen Gott tu, mit der griechischen Kunst, mit der grlechi- »i'hen l^ebensWeise und ihren StAAtsformen. Diese U'iH he Uber (|a» Griechentum hat un« allen wirk- I cii viel gegeben. Haid gab e» für die Chawerim der Great Engei »m Farm und Pin* Tf*«i Gelegenheit, sieh t iihrend der Arbeit näher kennen tu lernen. Ich hoffe daa» es nicht mehr lange dauern wird, I l,i Nifh die t'bewrah von Bydown dfchn in Ihrer ilarmoni«' «las Idealbild einer Hachscharahfarm ■ uhafTen wird. Hellmuth K, WARUM WIR UNOARKIAR ERtONEMEi tfiisrr« Gruppe, die in Kopenhagen unter-! bracht Ist, hat mit einigen Schwierigkeiten . ii kämpf an. Eines t. B. ist. daaa wir keine köri » HU he Arbalt haben, und uns so natürlich etwas f^hM Eine gun* andere Frage, die uns sehr I «druckt, ist, daaa wir manchen Pflegeeltern un- . rWikbÄr erscheinen, Hierüber m«5chte ich etwas hatbdenken. Virüeiefct sind Vorstellungen von unserer Zukunft rtwaa anders als die unserer Umgebung. Wir sind vertrieben aus dem Land, in dem wir geboren sind und sind von unseren Eltern getrennt, die meist noch in Deutschland leben. Doch nicht nur daa ist das Ausschlaggebende. Wir haben daraus gelernt. Wir wissen. ^|aa jüdische Volk ist entschlossen, sich einen Staat zu gründen, in dem es frei ist, seine eigene Verwaltung und Wirtschaft hat und vor allen Augen stets In seinem Lande bleiben kann. Wir aind ebenfalls bereit zu dem grossen Aufbauwerk wie alle Chatuzim. und wir glauben, das» Palästina als Grundlage Landwirtschaft und körperliche Arbeit braucht Wir wollen Bauern werden, und so produktiv am Aufbau des zukünftigen Judenstaates mitarbeiten. Aus diesem Grunde wollen wir auch eine stärkere Verbundenheit mit der Natur und bemühen uns, in allem natürlich zu sein. Unsere Pflegeeltern haben andere Vorstellungen vom Leben als wir. Sie sind meist Kaufleute und dürfen hier in Dänemark ungehindert ihren Geschäften nachgehen. Es geht ihnen gut, und sie haben keinen Grund auszuwandern. Ein solches Leben hat seine Formen und gesellschaftlichen Verpflichtungen, Es verlangt Eleganz und schöne Kleider und hat so seine Förmlichkeiten. Manche Pflegeeltern möchten natürlich auch gern, daas wir uns ebenfalls diesem Leben anpassen. Sie wollen, dass die Jungens auch lange Anzüge und Schlipse und Hüte tragen und die Mädchen modische Kieider und Stöckelabsätze. Wir lehnen diese Förmlichkeit ab. Wir wollen jungendbewegte Einfachheit, wie es wahrscheinlich jede Jugendbewegung erstrebt. Doch das ist nicht das Einzigste. Dieses Leben würde sich mit unserem späteren Leben in Palästina nicht vereinbaren lassen. Wir müssen uns gerade erziehen zu einem einfachen Leben, wie es ein Leben körperlicher Arbeit ist. So trifft sich ein gewisser Gegensatz. Wir versuchen natürlich, alle Schwierigkeiten zu vermeiden. Aber unsere Vorstellungen und Ideale können wir nicht aufgeben und gerade das Gegenteil von dem tun, von dem wir überzeugt sind. So kann es leicht kommen, dass wir d«n Pflegeeltern gegenüber, die uns so freundlich aufgenommen haben und so schöne Kleider kaufen, undankbar erscheinen. Daa ist aber nicht wahr. Es ist uns allen bewuset, welche Überaua grosszügige Gastfreundschaft wir geniessen, und sind von Herzen dankbar, auch wenn wir ea nicht immer durch genügend „mange Tak" (vielen Dank) zum Ausdruck gebracht haben. Uri Bisenberg. Jan Masaryk. früher tschechischer Gesandter in London, ein Sohn des ersten Staatspräsidenten der CSR. sprach in Manchester bei einer V«ranstaltung zu gunaten der jüdischen Flüchtlingskinder <Jugenda!ijah nach Palästina). Masar/k sagte u.a.. die ganze Ariertheorie sei Unsinn: Juden und Ntehtjuden müssten zusammenstehen im Kampf für die Kultur. AR URSERE LESERS | Zehntaoftend* von intewialerten Joden I whmen noch nicht» von der Kibteai I der „JtfD. WELT-RUNDSCHAU", ajber I v«mi Bfaan i« Mann kann man die Kunde | we|te>rg»h«B!

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