Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 8 (26.2.1940)
- Date
- 1940-02-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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äm. r**4w^gif l(M6 smmam wwur-nummmAv MUS schlelmm* und Irrefohrung die Ognnlsation Ist «i nir'M genug'" Da. wir«) allerding* allerhand, erwiderte ich .Aber wir .pr*r«hen bisher nur von dem Juden als Herrn Im Wlrtsohaffsweltrelch Wir sprs-| Aus Holl und wird urui berichte; ehen von unserem politischen Gegner Und was! Der Krieg hal es mK steh gebracht, das* die Ist der Jude im tieferen Kampf um ein neue« Juden In Deutschland, die bereite In ihrer Uber WettiHtalter*" [grossen Mehrheit aus dem Wlrischaftiprozees Ich bekannte, mir daa nicht vorstellen zu luageeehaltet waren, aus Mangel an Hilfskräften können. i teilweise wieder in Ihn «Ingesc haket werden „Es kann nicht twel auserwähltc Volker ge-; muteten, JCe Ist erklärlich, daae «ahtreich« Ju ben. Wir sind daa Volk Gottes. Besagt daa nicht j den bereit sind, jede Arbort, auch wenn ele alle»?" noch so schwer ist, anzunehmen, um auf dieee Das sei doch wohl mehr ala Symbol auftu- Weise irgendeine Ei^erberndglichkeit tu haben Zur Lage der Juden in Deutschland fassen. „Nein, es i.it die einfältige Wirklichkeit, an der nicht henimzudeuten ist. Zwei Weiten sie« hen einander gegenüber? Der Gottesmensch und der Satansmensch! Der Jude ist der Gegenmensch, der Antimensch. Der Jude ist das Geschöpf eines anderen Gottes. Er muss tiner anderen Würze! des menschlichen Stamme« ent< Ca wird auch auf die Juden oft ein mehr oder minder sanfter Druck ausgeübt Zur Vermittlung jüdischer Arbeitskräfte hat hat da» Allgemeine Arbeitsamt an der Fontane Promenade in Berlin-Neukölln eine eigene Abteilung für Juden geschaffen. Die Juden erhalten für Ihre Arbelten die normalen wachsen se»r Der Arier und der Jude, stelle; Wh j^rwllsi für die ungelernte» Arbeiter Ich nie einander gegenüber und nenne den einen j w#Hen. So empfangen sie als Arbeiter Mensch so muss ich den anderen ander, nennen. Mm Bahnbau HM. 1.M pro Stunde, in den Kies- Hieb allfl/f »Wh tve»tt «srtH st« etari/l«» tarim A*m Tlae immm ' . --- -___ _ _ __ gruben UM. 079 pro Stunde und ab Maurer RM. 0 90 pro Stund« Falls sie mit der Bahn Sie sind so weit von einander wie das Tier vom Menschen. Nicht das« Ich den Juden ein Tier nenne. Er steht dem Tier \'iel femer ala wir Arier. Es ist ein naturfremdes und naturfernes Wesen." Hitler wollte noch etwa, sagen. Aber es war, als versagte ihm in der Fülle der ihn überstürzenden Gesichte die Snrache, .Sein Gesicht war krampfhaft verzerrt. Er knackt« in der Erregung mit den Fingern. „Hier lernen wir nie aus. stammelte er noch. DIE AKTION Ii STETTIN Die ,,S«ue Züricher Zeitunff* bringt einen ausführlichen Bericht darüber, wie in Stettin die mann Wehe jüdische Bevölkerung (Iberraschend aus den Häusern geholt und abtransportiert wurde Die jüdischen Häuser wurden zwischen zwei und drei Uhr nachts besucht und jeder Mann durfte nur einen kleinen Handkoffer mitnehmen, während er ein Revers unterschreiben musste. worin er auf sein übriges Vermögen verzichtete. Au« Stettin sind dann die so eingeholten Juden nach Polen geschafft worden, offenbar in da« Lager im Lubliner Bezirk. Ee verlautet, daes derartige Transporte auch von Dansig. Königsberg und anderen Städten an der Ostsee beabsichtigt sind od*r schon stattgefunden haben. Der Korrespondent der ..Neuen Züricher Zeitung" berichtet auch, dass nach dem 30. April dieses Jahres kein jüdischer Geschäftsmann mehr die Erlaubnis haben wird, im Protektorat Böhmen und Mähren irgend ein Geschäft zu betreiben. Man erwartet für die nächste Zelt auch die Einholung einer Judensteuer im Pro-; oder der Straseenbahn grössere Strecken zu Ihrer Arbeitsstelle zurücklegen müssen, erhärten «le noch RM. 1per Tag Wegezuschlag Es wird berichtet, da«« daa Verhältnis zwischen den jüdischen und den nlchtjüdischen Arbeitskräften gut ist, und da«« die Juden auch von den Vorarbeitern anständig behandelt werden. Auch in den Arbeitakantinen findet meisten« keine Trennung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Ar •>eitern statt Auch zur Landarbeit sind die Juden vielfach herangezogen worden. Vor einigen Wochen erhielt die Berliner Jüdische Gemeinde eine Aufforderung durch die Stadt Berlin, umgehend 3000 jüdische Arbeitskräfte für die Landwirtschaft bereit tu «teilen. Dieser Aufforderung musste die Gemeinde so schnell nachkommen, dass sie diejenigen Mitglieder, die sie auf Grund Ihrr Kartothek für diese Arbelt ausgewählt hatte, durch einen Rohrpostbrief aufforderte, sich zum Antritt dleeer Arbelt einzufinden Diese jüdischen Hilfskräfte aoltten sich ihre Arbeitskleidung seibat beschaffen Da die Juden aber kein« Kleiderkarten erhalten haben, musste die Gemeinde viele dieser Arbeiter aus ihrer eigenen Kleiderkammer mit entsprechenden Kleidungsstücken versehen, gegen die Verrichtung sie nach Gebrauch wieder abzuliefern. Diese jüdischen Arbeiter wurden nach MUnc hebe rg i/Neumark gebracht, wo sie vor allem zum Aurtmddeln der Kartoffeln verwandt wurden. Der Arbeitslohn wurde per Kiepe bemessen die von ihnen angekündigte Politik der völligen Entjudung de« Protektorat-Gebietes EIN JUDEMFRfEDROF VERttWffllDET Der ..Ostdeutsche Beob acher", Organ der NSDAP in Posen schreibt: „Im Zuge der Verschönerung unserer Gauhauptstadt ist augenblicklich eine »rosse Arbeiterkolonne dabei, den unschönen ehemaligen, an der Glogauerstra.se gelegenen Judenfriedhof aus dem Stadtbild zu entfernen. Ein grosser Teil der Gräber ist mit riesigen eisernen Einfriediicungen versehen, die nun der eisernen Einfriedigungen versehen, die nun drr Verschrottuna zuffeleitet werden. Au. den Einfassungen und den jüdischen Grabsteinen werden Packlager für Strassen- und Weeezweeke hergestellt. Nach Beseitigung dieser Baustoffe wird der gesamte Friedhof eingeebnet. Er wird zunächst als Grünfläche, später als Erweiterung für das Messegelände dienen. Wenn man so über diesen jüdischen Friedhof wandert kann man allerhand Namerstudlen auf den Grabsteinen machen. Die Inschriften sind zum Teil auf hebräisch, teils auch in deutscher und in polnischer Sprache abgefasst. In wenigen Wochen werden diese Steine verarbeitet und verschwunden sein. Darauf befindliche Namen wie Cohn. Mandelblüte, Kupferstein und Rosenstock hätten selbstverständlich in einer deutschen Grünanlage nichts mehr zu suchen*" Man könnte die Leichenschänder, die diese« sehreiben, an die Friedhofszene in Mozarts „Don Giovanni" erinnern. Es kommt der Tag, und plötzlich erscheint der ..Steinerne Gast" Weniger l>ben*mittcl Die gleiche DNB-Notlz behauptet dann norh „Im Übrigen erhalten alle- Ju»?*n In Deutschland die gl e i c h e n Leb«n»mlttelkarten und Rationen wie dl« üferige Bevölkerung " Es heiast dann welter: „KUiderkarten werden vorläufig an Juden n\i*-ht ausgestellt, da 92% vor. Ihnen im Handel tlfig wwren. um! ihr früherer tabensstandard e» sicher erscheinen lässt, das« sie zk'h im Best»«! ausreichender Kleidung befinden" In Wahrhei; verhält es sich so: Die normalen I^eben.mittelhflrten wurden ursprünglich such den Juden gegeben Sie sind aber durch die Verwaltungsprajtis *tnrk bentwhtnilivt. In den meisten Orten sind die Juden bei dem Einkauf von Lebensmitteln auf ff«»»? b**tbnmfr iiem-hdfte und besf/mwfc Kinkttut stunden bvitchränkt Diese Geschäfte liegen meistens so weit von einander1 entfernt, dass die jüdische Hausfrau unmöglich in der «inen Stunde Hire Besorgung machen kann So existieren z.B in der Grossstadt Leipzig nur drei Geschäfte. In denen Juden Ifere Lebensmittel einkaufen dürfen Neuerdings haben die Lebensmittelkarten für die Juden in den meisten Orten einen besonderen Aufdr uck erhalten. Aus einer Gloane im ,.Schwärzen Korps" vom 14. Dezember 1989 wurde man auf diese Tatsache hingewiesen; auch der ,,Westdeutsche Beobachter", Köln, vom Januar 1M0 meldet, das. die Juden ihre Lebans mittel karten, „die sog. J.-Karten", selbst in den Bezirksstellen abholen müssen, weil man den politischen Leitern nicht zumuten könne, den Juden diese Karten ins Haus zu tragen Eine einheitliche Regelung scheint in Deutschland auf fiesem Gebiete noch nicht zu existieren. So wurden z. B bis Jetzt im Bezirk Berlin-Wilmersdorf bensmlttelkarten für Juden mit einem aus- Kegebsn, in Berün-Charlottoniburg noch nicht. Durch diese Sondcrabstempelung soli natürlich auch eine Zurücksetzung der jüdischen Einkäufer ermöglicht werden! In Berlin wurden die Lebensmittelkarten bisher auch den Juden durch den sog Block wart zugestellt. Hiergegen richteten sich verschiedene nationalsozialistische Blätter. Deshalb muaaten dl? Juden Ihre Karten bei der nächsten Verteilung bei tiem Blockwart abholen. B«l dieser Gelegenheit wurden in verschiedenen Bezirken diese Karten besonder."* gekennzeichnet. Entweder wurde auf die Kurten ein „J" mit Tinte .geschrieben, oder es wurdo auf den Karten da» Hoheitszeichen des Staates durchgestrichen, wa. für die Juden oft zu unliebsamen Zwischenfällen führte. ,uf die Karten, die den Juden auswerden, ein ,J" aufge*tetnpelt. Zu ihrer Verpflegung hatte man 17—1S-jährige, tektorat nach dem Muster Deutschlands und jüdische Mädchen aus Süddeutschland dorthin J™ *' Österreichs. Die Nazis verfolgen konsequent kommandiert, die den Küchendienst versehen j K*h*m*'** wt mussten. Die Arbeiten die die luden in dieser» In jedem Lebensmittelgeschäft werden die Gegen auszuführen harten, wurden früher vnn»Eintragungen zum Bezüge bestimmter Lebenaden sogenannten „Saohsengängem" verrichtet| mittel von weiblichen Mitgliedern der N8V (Na- (billige polnisch« Arbeitskräfte, die jeweils als j tlonalsozlalistlache Volk» wohl fahrt) überwacht. Saisonarbeiter zu den niedrigsten Arbeiten ein- B*r Zutritt zu den Märkten Ist für Juden genegesetzt wurden) Die Juden wurden schliesslich durch polnische Gefangene abgelöst. Vielfach zwingt man Juden, die Arbeits losenu n t e rstützung beziehen, irgend eine Beschäftigung anzunehmen, um sie auf diese Weise aus der Unterstützungslist« «treichen können Auch In verschiedenen Fabriken «ind Juden als Arbeiter tätig Auch weibliche jüdi sehe Hilfskräfte trifft man noch in Fabriken oder Werkstätten, meistens auch in untergeordneten Stellungen an. Zum Rckm^.r.ttrKippen haben "ich die Juden vielfach angemeldet oder anmelden müssen Es besteht jetzt allerdings ein allgemeiner Zwang, an dem Schneeschippen teilzunehmen. Wenn das ..Deutsche Nachrichtenbüro" lediglich im Ausland eine Meldung verbreitet hat, wonach sich .im Laufe des Monats Oktober 3011 Juden freiwillig zu einer Beschäftigung in der Industrie und Landwirtschaft srerneldet" hätten, so mar diese Zahl zutreffen, ja, sie wird noch zu niedrig «ein. Die Meldung besagt auch noch: „Diese Zahl ist bemerkenswert, well Im Juli 1900. im August 1719, Im September liSS Juden um Einreihung in den Arbettsprogess ersuchten." Wenn es dann helsst: ..Es handelt sich bei diesen Arbeitssuchenden vorwiegend um solche, dl« bisher Arbeitslosenunterstützung empfangen haben, und zwar In gleicher Höhe wie alle Arbeltslosen'', so bestätigt diese Mitteilung die Angal», das« man dl« tmfersrflf*fen Juden vielfach zwingt, jede Beechtftifung anzunehmen. rell verboten, aber auch an vielen Lebensmittelgeschäften in Berlin ist ein Plakat angebracht: Für Judrn und für mit Judun Versippt« i*f der Zutritt xxrboten"'. Ausserdem ist in Berlin eine generelle Anweisung ergangen, wonach die Jude« mit ihren Einkäufen erst um 12 Uhr beginnen dürfen Die Geschäfte mUnsen jedoch um 124 Uhr geschlossen werden, sodass den jüdischen Hausfrauen nur clr.e halb«; Stunde bleibt. Outmtttijce lieferanten Msfl mtinste annehmen, das. auf Grund all dieser 'Bestimmungen die Juden längst verhungert seien; wenn dies nicht der Fall ist. dann haben sie dies vielfach der Gutmütigkeit und itruitändi(itm GfMnnuni) ihrtr Lieferanten zu verdanken. Dif Geschäftsinhaber reservleren häufig ihren Jüdischen Kunden einige Waren und helfen ihnen htisr. Bezüge dür Lebensmittel. Man hört auch lmift«r wieder von nlchtjUdischen Hausgenoasen. dia der jüdischen Hausfrau T**- benamitt«! mitbeeorgen, die diese nicht bekommen kann. Die Eintragung zum Bezüge von FiscAen und Geflügel i*t Juden nicht f/r*tattet. Beide Lebensmittel sind im allgemein«» so knapp, dass ihr Bezug auch für die übrige Bee'^nrung nicht sehr Ins Gewicht fällt. So wurden z fl Vjr . d«m Weihnachtsfest ausnahmsweise Gänse verteilt: Jeder Bezugsberechtigte erhielt 100 Gramm Die Juden erhielten im letzten Monat keime Hütten-