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Jüdische Weltrundschau · 1940-02-12 · 6 (12.2.1940) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
6 (12.2.1940)
Date
1940-02-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ScitC 12 JüDI SC H E W F LT - R U N DSC H A U 11. Februar 1940 ({entlieh weitgehende Machtbefugnisse besitzen und (lie.sc Befugnisse bis an die denkbar weitesten Grenzen des Gesetzes (und oft genug c'fl wenig darüber hinaus) zu Gunsten des Schuldners ausüben,!.)av, ein Zwangsverstcigerungsvcrfahren im Durchschnitt kaum weniger als zwei Jahre dauert, ist gleichfalls bekannt. Das ist schon ein beträchtliches Moratorium! Gewiss ist es weder billig noch angenehm. Aber die vorgeschlagene Alternative ist — für die Allgemeinheit — unendlich viel schlechter. Gewiss gibt es [Härten; es gibt aber Krieg und es hat. drei lahrc Unruhen gegeben. Gewiss g In es individuelle Falle, wo eine vernünftige Auseinandersetzung, zwischen Schuldner und Gläubiger erwünscht ist und Mangel an Einsicht seitens des Gläubigers einen Schuldner ruinieren kann. Wer bestreitet es? Aber darin liegt auch nicht im allercntferutesten ein Grund, die ganze Wirtschaft zu paralysieren und den Kredit Palästinas für eine Generation zu ruinieren. v Diese Dinge sind so sonnenklar, dass man sich keinen Augenblick vorzustellen braucht, die Regierungen in Jerusalem und London, welche für einen so schwerwiegenden Schritt die Verantwortung zu tragen hätten, würden sie nicht sehen, Sie sehen sie, wie ich mit Sicherheit sagen zu können glaube, vollkommen ein, und nH dieses Moratoriiimsgeredc, das von einer ganz kleinen Gruppe wirtschaftlich vollkommen unbedeutender Menschen stammt, ist nichts als eitles Geschwätz.. Ks war meine Pflicht, mich damit zu befassen, da viele unserer Obligationäre sich beunruhigt gefühlt haben, in einer Weise, die zur Bedeutung der Propaganda in gar keinem Verhältnis steht. Ich habe damit den Gegenstand abgeschlossen. Man wird sich auf eine gewisse Reaktion auf meine Worte und auf den Versuch einer Fortsetzung der Polemik gefasst machen müssen; aber man wird wohl daran tun, der Diskussion keine weitere Beachtung zu schenken. Der Jahresbericht Indem ich mich nun der Situation des Institutes im jetzigen Augenblick und den Resultaten des Geschäftsjahres zu wende, kann ich mich im wesentlichen bezichen auf die Ihnen vorliegenden Rechnungen und auf den ausführlichen Jahresbericht. Das erste, was bei der Betrachtung der Bilanz auffällt, ist, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren der Geschäftsumlang sich auf beiden Seiten der Bilanz, verglichen mit dem Vorjahre, verringert hat, wenn auch im Aktivgechäft jene Verringerung eine kaum merkbare (ca. darstellt. Palästina, ein Einwandcrungsland, ein Fand des Kapitalimportes und der starken Baubewegung liess viele Jahre hindurch für seine FIypothekenbank eine immerzu aufsteigende Gcsvuäftscntwäcklung als selbstverständlich erscheinen. Finc solche ununterbrochene Expansion erschien den Freunden der Hypothekenbank fast wie ein Naturgesetz. Iis ist dies aber keineswegs ein Naturgesetz, und es ist gut, dass wir dies einschen und nützlich, dass wir es an dem Beispiele des abgelaufenen Jahres erfahren. Wenn der Kapitalmarkt schmäler wird, der Pfandbriefabsatz sich verringert oder gar zeitweilig stockt und zu gleicher Zeit auch die Baubewegung ins Stocken gerät, so wird unweigerlich auch unserer Geschäftsausdehnung Einhalt geboten. Es ist von besonderem Interesse für unsere Aktionäre und Obligationäre, und deshalb in weiterem Sinn auch für das ganze Fand, festzustellen, dass der Aufbau der Hypothekenbank und ihres Geschäftes derart ist, dass auch in einem Jahre, in dem die Geschäfte sich nicht ausdehnen oder, gar sich einschränken, ein an gemessener G cs c h ä f t s g c w i n n erzielt werden kann. Unser diesjähriges Gewinn- und Verlustkonto liefert den Beweis. Eine zweite Feststellung ist gleichfalls wichtig. Auch wenn der Pfandbriefabsatz vollkommen stockt, braucht deshalb unser Geschäft nicht ganz zu ruhen. Wir haben jetzt ein Alter erreicht, wo die vertraglich vorgesehenen vierteljährlichen Kapitalrück'/ahlungcn schon ein beachtlicher Faktor geworden sind. Sic betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahre rund LP. ioc.ODO.— und werden von Jahr zu Jahr zunehmen. Diese Gelder stehen uns für Ncugeschäfte sowie für Pfandbrief rückkäufc auf jcik.'i Fall zur Verfügung. Ich habe schon in früheren Jahren darauf hingewiesen, dass wir bisher unser Geschäft haben führen können, ohne an irgendeinem Objekt Verluste zu erleiden. Auch im abgelaufenen Jahre gelang es uns bei dieser Tradition zu verbleiben. In einem einzigen Fallet, der im Bericht erwähnt wird, haben wir ein Grundstück selbst ersteigern müssen und haben im Laufe des Geschäftsjahres das Objekt abgestossen, ohne auf unsere Kapitalfordcrung etwas zu verlieren, allerdings nachdem wir einen kleinen Betrag zur Instandsetzung des Objektes investiert hatten. Ausblick Wir gehen in das Jahr 1940 mit gemischten Gefühlen hinein. Als Institut, das eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen hat, blicken wir mit grosser Besorgnis auf die Schrumpfung unseres Aufgabengebietes. Solange der Kapitalmarkt beschränkt bleibt, werden wir für die Ausdehnung des städtischen Flypothekenkrcditcs wenig leisten können und nichts für seine Vcrbilligung. Nicht die besten Absichten und nicht die grösste Energie können in dieser Beziehung übermächtige objektive Faktoren ändern. Sofern dagegen unsere privatwirtschaftliche Aufgabe berührt wird als Hüter un'd Verwalter der uns anvertrauten Mittel, haben wir jede Hoffnung, dass auch das kommende Jahr, sofern man überhaupt in schweren Kriegszeiten solche Versicherungen abgeben kann, uns zu besonderen Besorgnissen keinen Anlass geben wird. DEBENTURES SAFEST INVESTMENT HIGH RATE OF INTEREST READILY NEGOTIABLE THE GENERAL MORTGAGE BANK OF PALESTINE LTD. TEL-AVIV

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