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Jüdische Weltrundschau · 1940-01-29 · 4 (29.1.1940) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
4 (29.1.1940)
Date
1940-01-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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29. Januar 1940 JÜDISCHE WELT RUNDSCHAU Seit« 3 Das Jahr 1939 in der Kolonisation Nachstehend geben wir eine Pbersicht' über die jüdische KolonisatinnstaUgkeit in Palästina auf Boden de« Heren Ettjtmrth im verflossenen J *hr lündltehe KolonKattott Im Jahre wurde die neue Absiedlung nnvermindert fortgesetzt. Es wurden folgend* 12 Tunkte neu gegründet: Drei in Ohe r ga I I Iii«: Ehm auf dem Boden von Chirbeth Zemaeh in den Bergen bei ChanUa im westlichen Obergallläa. 2000 Dunam, 60 Wirtschaft-Einheiten Kibbuz palästinensischer und polnischer Jugend, der früher in Petach Tikwa aoss Mezudath Vxaaschktn A auf dem Boden von Dafnc im Norden des Hule. 3 000 Dunam, 100 Einheiten. Hier wurde der Kibbuz Giwalh Michael atu Ness Ziona angesiedelt. Mezudath Ussisrhkin H auf dem Ut>d.cn von Chan Adawir im Norden de« Hub» I ,*!00 Dunam. 60 Einheiten. Angesiedelt ist hier der Kibbuz 1 Glwath Hasehomer aus Kfar Saba. Auf dem Boden von En (h w «Östlich des Kinneret h-Sees>, der 5699 in den Besitz des Keren Kajcnvcth überging, wurde schon 5607 durch die Kwuza Batelem ein jüdischer Siedlung^punkt gegründet auf 3.400 Dunam (80 Einheiten», den man fortan den Siedlungen auf Keren Kajerneth-Boden hinzurechnen muss Vier im E m e k H a j a r d, e n : Masmid am Ufer des Jordan 2.500 Dunam, 60 Einheiten. Ein« Kwuza deutscher Einwanderer. Nvwe Etan zwischen Maos und Beth Schean 3.000 Dunam, 60 Einheiten Angesiedelt Kwuzath Hanoar Hazioni Akiba aus Petach Tikwa. El Arida (der hebräische Name i*t noch nicht festgelegt) ein Punkt nördlich von Tirath Zwi. 3.000 Dunam, 60 Einheiten. Kwuzath Arie aus Chederah. Chamdie (noch kein hebräischer Name bestimmt) Mosc.haw im Norden des Emek Beth Sehean. 2.200 Dunam, 40 Einheiten. Angesiedelt: Irgun Dror, dessen Mitglieder in verschiedenen Kolonien auf Arbeit waren. Zwei im Emek Sebulon : MiHchmnr Svbid>>n (der Name »loht noch -nicht fest) bei Akko. 2.000 Dunam, 40 Einheiten. Kibbuz Misehmar Sebulon aus Kiriath Chaim. Neben der Versorgung ihrer ländlichen Wirtschaft werden die Mitglieder auch in der nahe gelegenen Ziegeifabrik Naamen arbeiten. Misehmar Itajam an der Küste bei Akko. Ein Fischerdorf mit ländlicher Hilfswirtschaft. 2.000 Dunam, 100 Einheiten. Angesiedelt: Kibbuz Plugath Hajam aus Kiriath Chaim. Einen in Schomron: Kfar Netter <der Boden wurde mit Hilfe der Spenden französischer Juden erworben). 1.500 Dunam, 60 Einheiten. Moschaw. Irgun Netter, bestehend aus Absolventen und alten Arbeitern der landwirtschaftlichen Schule in Mikwe Israel, ist hier angesiedelt. In J u d a e a : Negba — an der Grenze des Negew. auf dem Boden von Beth Affa. südöstlich von Beer Tuwia. 2.200 Dunam, 50 Einheiten. Kibbuz Giwalh Gau im uus Nachlath Jehuda. Ländliche Wohnviertel Im Laufe des vergangenen Jahres wurden auf Boden de* Keren Kajemeth drei ländliche Wohnviertel errichtet: Scheehutiath Chavcazeleth bei Reehowoth auf den Namen der Lady Lily (Lilie) Fitzgerald in England, mit deren Spende eine Flache von 85 Dunam für die Ansiedlung von 70 ländlichen Fa-: milien in Reehowoth gekauft wurde. Schechunath En Hateeheleth im Emek Chefer bei Nathania. 70 Dunam für 70 Arbeiterfamilien. Schechunath Uno bei Tel Litwinsky Arbeitersiedlung (Immigranten aus Deutschland». 100 Dunam. Die Russen (Rural and Suhurbun Seit-, Jement Company) errichtet dort 44 Hauser. Die Siedler haben eine kleine Hilf »Wirtschaft mit Wohnung. Gemüsegarten etc. auf ein oder ■ swei- Dunam pro Familie als Grundlage und tra- gen zur Festigung der jüdischen Arbeit in den Kolonien bei. Das bedeutet eine wichtige Arbeits-! und Unterhaltsquelle für die Landarbeiter, ins-; besondere zu Zeiten der Arbeitslosigkeit. Drainage von .Sumpfboden Im Norden des E m e k Sc b u I o n wurde im! Jahre 5699 eine wichtig«» Sanierung.«-ar-beit dureh- | geführt. Es wurde ein Kanal gegraben, in den i ein grosser Teil des Flusses Naamen abgeleitet und dadvireh der Spiegel de«? Flusses fast bis auf \ ."ein natürliches Bett gesenkt, wurde. Ferner wtiri den die Wasserpflanzen, die sich in »einem Laufe; gebildet hatten und ihn so anfüllten, dass er bei-! nahe zu einem stehenden Gewässer geworden } w ir, entfernt. Durch diese Mussregeln wurden 1 öle Sümpfe auf eine Ausdehnung von 3 km hin \ aufgetrocknet, und die Siedler konnten den Boj d n umpflügen. Ausserdem wurde mit der An- 1 la.'ce eines Kanals begonnen, mit dessen" Hilfe; man durch Öffnen und Sehllessen einer Staulür die Höhe des Wasserspiegels regulieren kann. \ Pas Tor wird nur dann geschlossen, wenn man I den Wasserspiegel zeitweilig für «he Bewässej rtmg der Felder erhöhen will. \ In der Gegend von Beth Schcan. In der j Nahe der jungen Siedlungen Messlloth und Mas- | sad, wurden Sanierungsarbeilen vorgenommen, i Der grosse und tiefe Sumpf Masil-el-J;sl, der das Haupthindernis für Koloni-mt ionsarbeiten an die«;:cr Stelle war. wurde assaniert. Jetzt, noch vor Beendigung der Sanierungsarbeit, pflügen die Siedler den Boden bereits. Spezielle Drainage* Vorrichtungen werden es ermöglichen, einer» Teil des Sumpfwassers für Bewässerungszwecke auszunutzen und den Rest in den Jordan abzuleiten. Ein weiterer Sumpf, der 350 Dunam des Regierungshodens in «ler Gegend von Nlr David bedeckt, wurde vom Keren Kajemeth zürn Zwecke der Trockenlegung von der Regierung gepachtet; Messungen für die Ausarbeitung des Planes wurden schon durchgeführt, die Sanierung selbst wird in diesem Jahre in Angriff genommen werden. Städtische Kolon Kation In der I n d u s t r i e z o n e des Emek Sebulon bei Haifa (an der Haifa-Akko-Bueht) wurden Im Jahre 569!* mehrere mtu Fabriken errichtet, darunter heue Unternehmen, wie die aussichtsreiche Fabrik zur Fabrizierung von Pappschachteln für den Orangen-Versand anstelle der aus importierten Hökern für diesen Zweck hergestellten Kisten. Bis Ende I'J.'i'J hat der Keren Kayemeth in dieser Zone an 57 industrielle Unternehmungen, von denen 40 schon aufgebaut sind. Grundstücke verpachtet. Gleichzeitig entwickelt, sich im Norden des Emek Sebulon, in der Nähe der neuen Siedlungspunkte, ein neues Industriezentrum. Insbesondere ist die grösste Ziegel- und Röhrenfabrik im Lande ,,Naamen" zu erwähnen, in deren Maschinen allein LP. 40,000 investiert sind. Die RiihstofTr werden von den Roden des Keren Kayemeth. die auf der östlichen Seite des Nmvmen- Flusses liegen, gewonnen und mittel«! einer Schwebebahn über den Fluss hinweg zur Fabrik trans» p«.»rtiert. Mit. den Öl-Kntfuu-u n in Haifa wurde ein Abkommen grtroffen bezüglich der Ausnutzung der dem Keren Kayemeth gehoremlen Kunlaniqueilen bis zu'einem Drittel der vorhandenen Wassermenge. Die Gesellschaft zahlt «lern Keren Kayemeth hierfür auf mehrere Jahrzehnte hinaus LI'. 3 (XX) jährlich. Wohnviertel In den Wohnvierteln des Emek Hrbulnn war infolge der momentanen Lage im Lande die Bautätigkeit geringer, aber in keinem einzigen war dlc?e ganz unterbrochen. Bei Kiriath Chaim begann die Elektrizitäls-Gesellsehnft mit dem Bau von GemeinsehafUhausern für ihre Angestellten und Arbeiter auf einer Flache von f>0 Dunam, die der Keren Kayemeth für dieses neue Unternehmen (Kiriath Chaaehmnl' bereitgestellt hat. Zur Zelt werden «irei grosse vierstöckige Häuser errichtet, die je 2f> Wohnungen umfassen. Bis Ende 10.10 erreichte die Zahl der in «lieser Zorie errichteten Wohnungen 1.600 (es sind meistens Einfamilienhäuser», mit einer Einwohnerschaft von H.700 Seelen; in Bauten. Wegen und anderen öffentlichen Arbeiten in allen diesen Vierteln sind insgesamt H75.00O Pfund investiert worden. Im Jahre f»'»00 wurde In dieser Zone auch ein Bodentausch zwischen dem Keren Kayemeth und der Regierung vorgenommen. Für die der Regierung vom Keren Kayemeth für einen erweiterten" Lufthafen ü »erlassene Fläche erhielt der Fonds eine andere Bodenstrecke in der Gegend, xowi« eine Entschädigung von .20.000 Pfund für die Beschränkung der Höhe der Häuser auf gewissen Flächen, die nahe dem Aerodröm liegen. Im Eilirk Chefer soll am Meeresstrande ein Er h o! u n g s - u n <l B a d e o r l errichtet werden. Der Strand Ist hier besonders schön und zum Baden sehr geeignet. Nach dem vorhandenen Plan sollen Einzelhäuser gebaut werden, die in Gärten liegen, Hotels für Badegäste und verschiedene andere Institutionen. Der Landungssteg auf Boden des K.KL bei Kfar Witkln wurde fertiggestellt, und dadurch wird die Entwicklung der Schiffahrt und Fischerei in dieser Zone einen Antrieb erhalten. Die erste Ftseher-Kwuza errichtete hier bereits ihre 'Zelte und hat mit den ersiten Versuchen ihrer Arbeit begonnen, Der KKL hat hier dem Waad Leumi ein grosses» Grundstück für J u g e n d l a ge r, vor allem für Schulkinder, zur Verfügung gestellt, um das Lagerleben am Strande entwickeln zu helfen. Im Jahre 1030 wurden in den Wäldern de» Keren Kayemeth insgesamt 2H5.132 Bäume gepflanzt. GEMEINSAME SACHE In London fand untvr Vorsitz des bekannten Publizisten Wiekham Hteed eine Veranstaltung über die Zukunft Europas unter Berücksichtigung der Juden frage statt. Den jüdischen Standpunkt vertrat Professor Brodetnky, der betonte, als Privatperson zu sprechen und erklärte, j da«s die Situation des jüdischen Volkes, die nur Objekt der Geschichte ist, mit der Lage anderer; .iOgar besiegter Völker zu vergleichen ist. Ein j anderer Redner des Abends war Jan Manaryk, \ Sohn des ersten Präsidenten der tschechischen! Republik und bis vor kurzem tschechischer Gej .Händler in London, der sein Interesse für die j Judenfrage bekundete und von dem gemeinsamen j Kampf für die Freiheit Europas sprach. In ähn- ] üehern Sinne sprachen auch die zwei englischen ' Abgeordneten Vivian Adamn und Sir Herbert William*. Wiekham Steed erzählte, dass er 1017 zur Erlangung der Balfour-Deklaration geholfen habe, weil er aus seiner früheren Tätigkeit in Wien die Judenfrage un<! den Antisemitismus kannte. Der polni.ieh<; Botschafter in London hatte einen Brief gesandt, worin er eine völlige Gleichberechtigung der nationalen Minderheiten, [ die mit dert Polen zusammen gefachten haben, [ im künftigen polnischen Staat zusichert. | DR. JULIUS MIKLOS In B u d a p c s t starb der Präsident der ungarischen Zionistischen Organ ixation, Dr. Julitu* Miklos. Das vorzeitige Ableben von Dr. Mikloa, der durch »eine Teilnahme, an zionistischen Kongressen und in Palästina von »oiiiom letzten Besuch im Vorjahr bekannt ist, wird in der ganzen zionistischen Wek lebhaft«* Bedauern hervorrufen Dr Mlklcs war e-in (ihe-rauÄ tatkräftiger Führer des ungarischen Zionismus in einer für das ungarische Judentum Jichwierlgen Zelt Umso schwerer ist der Verlust zu bewerten, der die ungarischen Zkmisi.cn und gleichzeitig da* ungarische Judentum trifft. In die Exekutive des Board o f D e p u t i e » «.Gesamtvertretung der englischen Juden) wurde gewählt Lord Swaithling, Lionel Cohen, Barnett Janner und Bakstansky. Ausserdem wurden drei autiHtinittehendt: Persönlichkeiten kooptiert Und zwar Lord Readiny, Anthony de Rothschild und Simon Mürk*. Kleine Nachrichten Von anonymer Seite wurde ein gross«r bronzener Bibelleuchter, den der Bildhauer Benno E 1 k a n geschaffen hat. dttr We-Htrnlrurter Abbey in London gestiftet. Elkan, der jetzt in Ixmdon lebt, war früher in Deutschend ai« Bildhauer be» kannt und eine ganze Reihe von Kriegerdenkmäler in westdeutschen Städten stammen von ihm. Sie wurden nach Beginn der Hitler-Herrschaft beteiligt. Der Bib'Mjeüc M - besteht aus 33 Armen, auf denen Figuren ur : Szenen aus der Bibel dargestellt Sliju. In Banjakula fand die diesjährige Jahreskonferenz des Zionialenvert/andeii in JnyoxlatHvn statt, die zwei Tage dauerte. Alle zionistischen Gruppen waren vertreten- Zum Vorsitzenden wurde wieder Dr. Liehi gewählt.

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