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Jüdische Weltrundschau · 1940-01-22 · 3 (22.1.1940) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
3 (22.1.1940)
Date
1940-01-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE WELT RUNDSCHAU 22. Januar 1940 M0as WV>##>it den Mpnsrhrn BERUFUNGEN NACH USA Für das Studienjahr In unserer Zeit, wo der Mensch sich selbst zu verlieren schein! und man an ihm verzweifeln möchte, ist es wichtiger als je. Hieb auf da* wahre Wpnen des Menschen zu besinnen. Diese Aufgabe einer eindringlichen Mahnung erfüllt in ausgezeichncter Welse das Snmmclbiir Ii „Vom »Vir« d>* Mr>nxrhrn", herausgegeben von Erich Rulrt'.ttrr fVlfa Nova Verlag Luzcrn > Dir Weisheit <tf>r nlten Völker Chin/>*<■ n, Inder. A^-pfi^r, Habylonicr. Juden. Perser. Griechen wirf! in ihrer ganzen Vielfalt vor im« ausgebreitet, hohe und «Hlle Gedanken. Sprüche und Glcichnisse von tiefer Sinnkraft, Äusserungen inniger Religiosität Der! Stoff IM inh»H!!'h in zehn Abteilungen geglie- | dert, und in jeder Abteilung sprechen Stimmen1 verschiedener Völker. «o bei «Her Mannigfaltigkeit! de» Ausdruck« und der Gedanken doch die tiefere i Einheit der Menschheit dokumentierend. Der |! L n ri d .^n" u«w> fim wichtigsten und cbarktrriRtisehBten; wissen: .•■vhien. So ist ein in »einer Anlage und seinem1 nirektr Inhalt besonders reizvolles Büchlein entstanden, das sieh wie ein Brevier liest, in da* man sich versenken und nun dem man tiefe Erhebung und Erbauung schöpfen kann, Wir möchten diesem Much sehr viele I>e«er aller Nationen wünschen. Man ist versucht, viele Zitate au« diesem Buch hierherzusetzen. Wir beR-nüfron uns damit, zwei jüdische SpHV-hp wiederzugeben. Der eine besag! : ,,Wer »ein Leben leben will, der versehe sich mit einem Herzen, welches leiden gewachsen ist. Der Mensch musü da» Leben verachten, und er mu.tji wissen, da»« die Zeiten hald gut und bald schlecht wind Nur der int achtenswert, der für das Oute dankbar ist und der d«s Böse zu ertragen versteht." tn:>. 10 Profo*.«"' haben Franz Kuns?- tität Bresliiu. sodann ■um« in Berlin, sowie Rabbiner in Berlin. her jet e r. früh» haft an der Univer de« Jüdischen Mus Dr. Max W i e n e r, früher Lehrauftrüge am Hebrcw Union College in Oincinnali 'USA* erhalten. Von andern Ernennungen der letzten Zeit erwähnen wir die Berufung von Prof Philipp Frank 'früher Universität Prag* an die Harvard Universität. Alfred Ein.itrin 'früher Musikkritiker am ..Berliner Tngcbla't'M an Smith College. Prof. Höninsunld 'früher Florenz) an die Yalo University. Herausgeber hat keine „wissenschaftlichen" Am bitfonrn. er achonft au» zweiter Hand, benutzt die! °*r Än<,er«: bekannten deutschen Übersetzungen der veraohle-' Ein Rabbi fraufte seine Schüler: Wa» ist's denen Werke; von fiidinrhfm Materia! wird ausser j vorauf der Mensch Im Leben den grössteri Wert THOMAS MANN Ml ER FR I EI> r' N SZIFXF, Die Zeitschrift ..Mas.« und Wert", herausgegeben von Th'.'ma.i Mn»i\ und Conrad Falkr 'Verlag Oprecht. Zürich» eröffnete ihren dritten Jahrgang mit einiger Verspätung, da die Frage 'Fes Fort bestände« angesichts der stetigen Verder Bibel vor allem die Bin Gorlon'sehe Sammlung von Sagen und Legenden sowie Buber« ChaÄsidische Schriften benutzt. Eine Auswahl aus einem «o ungeheuren Stoff muss sich natürlich immer auf einzelnes beschränken, was dem Herausgeber für einen bestimmten sachlichen Abschnitt <z.H. ,.Von den Ursprüngen", ..Vom Sein und Werden" „Vom Leid und vom Wahn", „Von den Geheimnis legen soll? Der »rine «ajrte: ,,Ein wohlwollendes Aufife". der andere ..Ein jtuter Freund", der dritte ..Ein puter Nachbar", der vierte ..Das Schauen der kommenden Dinge" Der fünfte endlich schlug vor Die Hüte de* Herzens". Der Rabbi billigte rfiVtr« Vorschlag mehr als die andern. ..Denn", »ngte er. ,,in der Güte des Herzens ist alles begriffen." Palästinensische Theaterstücke Ä". "n" m """"" 7—h™ Das Mfct«* Arhelt^iiihr von „MoiMlIm". Wir erhalten folgenden Bericht: Tm letzten Jahr hat der palästinensische Bühnenverlag „Moadim" weiter Dramen für jüdische Bühnen gesammelt und ausserdem damit begonnen, besondere Stücke für Lniengruppen und Jugend zusammen zu stellen. Diese Arbeit für die Jugend wurde angeregt und unterstützt von dem Zentralen Jugendkomitee der höchsten zionistischen Institutionen. * A ii f geführt wurde in diesem Jahr: ..Boden" von Martin Rost durch die Baffour Players. New York; ..Der Held" von Frir-dich I»be, durch die zentrale Gruppe des Haschomer Hazair In Palästina; ..Das Gericht'' von Sulamith Bathdori, j durch die Balfour Players, New York; Ausser- | dem wurden in Amateuraufführungen Stücke von den Autoren H. Aschmann. Sulamith Bathdori, Lea Goldberg, S. Gronemann. Hatuli, Friedrich Lobe, M. Locker, Martin Rost, A. Schlonsky gegeben, Unter den Neucr%r>rrhuna**n des Verlages sind besonders zu berrerken: „Schiff ohne Anker" von Sulamith Bathdori. ..Eine Redaktion in Prag' von Joseph Kelt; „Alija" von Martin Rost; ..Bau meister Elijahu". ein Legendenspiel von Ludwig Straü.ss; „Es geht um Benjamin" von Fritz WoffT „Die Kwciza Davidia" von Max Zweig, sowie noch eine Anzahl von Stücken für Jugend und Laien. Veröff entli c h u n g e n: Das Zentrale Jugendkomltcc hat zehn Stücke von „Moadim" in drei Broschüren herausgegeben. Diese Stücke spiegeln Naturfeste Palastinas, die palastinen« -slsche Gegenwart und jüdische Historie. Zur Information aller Interessenten hat „Moadim" zwei Proapeke herausgegeben (englisch und hebräisch), in denen kurz der Inhalt Jede» Stückes angegeben wird, die Zahl der Mitwirkenden, die Lange der Aufführung etc. Im Ganzen ca. 39 Werke. Das gesamte Material int in Pal*, atina, im. Bühnenverlag Moadim, Hajarkon 88, zu erhalten. Im Laufe der Arbelt hat »ich immer mehr gezeigt, dasK die Sammlung besonders von dramatischem Material in Palastina eine Notwendigkeit ist. Wir haben hier ausser den Theatern eine grosse Reihe von dramatischen Zirkein in Schulen, in Jugendorganisationen, in Kibuzim, Kolonien usw. Um die literarischen Forderungen aller dieser Gruppen zu erfüllen, genügt es nicht, die Werke unserer palästinensischen Dichter zu sammeln und in Form von Bühnenmanuskripten für sie vorzubereiten, sondern man musn auch an die Übersetzung und Bearbeitung passender dramatischer Literatur aus der allgemeinen jüdischen Literatur denken, wie an die aus der klassischen und modernen internationalen Literatur. Ausserdem müssen im Laufe der Zeit besondere Spiele geschaffen werden, in der Art der Mysterienspiele zur Feier der traditionellen Feste im neuen palästinensischen Gewand. Moadim hat die Absicht, solche Literatur für die Luienspieler vorzuden palästinensischen kulturellen Institutionen, die an der Entwicklung der künstlerischen Kultur in weiten Kreisen Palästinas interessiert sind. Habimah-Premiere lVn»t* Hlr^hbHn: IMr Töchter Ar« Srhmi«!*. Habimah kehrt zu einem jüdischen Milieu- Stück zurück, nachdem der grosse Frfolg von Cape' 's ..Mutter", das viele Wochen lang fast allabendlich vor vol'en Häusern in Szene tring, bewies, das» sich das Ensembl« auch in St Ticken mit nllß-emeiner Problemstellung bewährt. Peretz Hirschbein, der in Amerika lebende Autor von „Die Töchter des Schmieds", ist dem na las? in^nsi sehen Publikum vor allem durch die, t'lelchfall.s bei Habimah vor längerer Zeit heratisfebraehte Auf?ührwnfl' seiner „Grünen Felder" bekannt. Nur Kenner der palästinensischen Theater- ^schichte werden sich erinnern, da.ss in Tel Aviv, BKlWHUXrttfN UM RFJIfilON vor m»*nr »is 20 Jahren auch bereits „Die Tochterj Schmieds" von einer Amnteur-Grupne aufere-! Jfrusahm-K'nncma J' führt wurde, die sich als Vorkämpfer hebräischen; ^ehr eeehrte Redaktion.; kleinerung des für eine liberale Zeitschrift zu-! '»anglichen deutschen Sprachgehiet.es zweifelhaft "cworden war. Tm ersten Heft, des neuen Jahrgangs äussert sich Thomas Mann an leitender Stelle über den Krieg, als dessen Ziel er einen Frieden hinstellt, der „die fest gegründete Gemeinschaft freier aber einander verantwortlicher VöJker unter einem alle bindenden Sittengesetze ist," Thomas Mann meint, eine der Hauptnotwendigkeiten sei das V rnrh\fUulrn dry Prinzips drr absnhftrv Rnuvr>ränitfit der Nationalstaaten, denn nur dann werde die internationale Anarchie aufhören ein Wunsch, dem man wohl beistimmen kann, doch scheint uns der Optimismus Manns in dieser Hinsicht etwa« verfrüht. Mehrere Aufsätze des Heftes behandeln ein zentrales Problem unserer Welt, nämlich eine sosiale Organisation zu finden, welche dem neuen industriellen und technischen Aufschwung entspricht. Dieses Problem berührt Alfred Zimmern 'der sich vor vielen Jahren zum Judenproblem geäussert hat) und Alfred M. Ptnahnm, der als den kühnsten Versuch dieser Art den amerikanischen „New Deal" bezeichnet- Als weitere Beitra-re des Heftes erwähnen wir ein Stück aus den Erinnerungen des Ministerpräsidenten Otfn Rrhuit, das die Tage seiner Absetzung am 2!). Juli tf»32 behandelt, sowie einen sehr interessanten Aufsatz über Neger- Sekten i'5 Washington. Neben Gedichten von Hermann ffr^r und einer Erzählung von Martin f'tnnperl? sei noch eine Buchbesprechung über Nationalismus hervorgehoben. Brfcfe an dtm Rpcfalifron uar /f»V> The«fers in Ere?. Jisrnel betrachten darf. Das Stück gehörte im ührigen einst zum Re nertoire der berühmten „Wilnucr" und anderer Jüdischen Wandertheater. Seine Handlung ist harmlos und unproblematisch, um nicht zu saren: naiv und anspruchslos. Zwei Schmiederewllen ehelichen - nach einiger Qual -- die 7.wei Töchter des Schmiedes, bei dem sie arbeiten. Neu zur Zeit des Erscheinen de» Stückes war vermutlich, dass hier nicht der geplagte, misshandelte Ghetto-Jude eer-eigt wird, sondern dass der Zuschauer in eine östlich-indische Atmosphäre versetzt wird, die nur idvllisch und heiter wirkt, in der lebenskräftige luden schon die schaffenden Handwerker sind, »I* welche sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten in Erez Jisrael so bewahrt haben. Inj Zeiten wie den unaeren tut e« jedenfalls gut, durch j «ine leicht* Komödie für kurze Frist von den Sorgen des Tages abgelenkt zu werden. Aus der Reihe der Darsteller, die unter Jehohua B-jrfoaoff's Regie sämtlich ihr Bestes taten, ragte Mrskin als verschämt-schüchterner und sehr liebenswerter Liebhaber hervor. Das Bühnenbild besorgte Jizchak Frankel die Obersetzung aus dem Jiddischen Abraham Lei>mso». Manfred Geis. von nFR fTXivrR«rr«T .trw^strFM Der High Commisssoner Sir Harald Mcu* Michai l esuchte am 16. Januar die U niversität Jerusalem und interessierte sich besonders für die Abteilung für orientalische Studien. Er wohnte auch einer Vorlesung von Dr. R i v 1 i n über Koranwissenschaft bei. Die Universitätsleitung überc««n Zeiten der Wirren, des Krietres und der Verfolgung, wie schwer "« geworden ist. sich zu bewahren und über der individuellen und nationalen Existenzfrage die Lebensfrage nicht »u vergessen Die Leben »fraee. d. h die Frage nach dem Sinn, nach dem Woher und Wohin unse-es Lebens und das ist in nichts anderes als die uralte und immer neue Urfrage des Menschen: die religiöse F rage. Viele von uns glauben diesen Krieg als ein Zeichen des Gerichts Und' — vielleicht ais das Gericht selbst erkannt zu haben. In der Position des Menschen, der um den Anbruch des Gerichts weiss, kann und soll heute die Erörterung unserer Lebensfrage wieder aufgenommen und fortgeführt werden. Die Abende der Jerusalemer Theologischen Gesprächsrunde waren ein Versuch, dieses Gespräch in Gang zu bringen. Heute srlbt mein Buch .Jenseits von Orthodoxie und Liberalismus" Kunde von diesen freilich noch recht fragwürdigen Versuchen der Erneuerung unserer religiösen Position. Ich glaube im Namen Vieler zu sprechen, wenn ich vorschlage, Versuche dieser Art heute und gerade heute fortzusetzen. Wo immer es möglich ist, in Erez Tsrael und in der Diaspora, sollen sich jüdische Menschen zusammenfinden, um in kleinen Kreisen, ausgehend von konkreten religiösen Gegenwartsproblemen ihre Lebensfrage miteinander zu erörtern. Darüber hinaus ist die Herausgabe einer Schriftenreihe genlant. die jüdisch-religiösen Gegenwartsfragen dienen soll. Ich bitte alle, die an der Wiederaufnahme und reichte dem High Commissioner zwei Bande der; Fortführung dieser Bemühungen interessiert sind, Werke des arabischen Historikers Baladuri, diel sich mit mir in Verbindung zu setzen, von der Universität herausgegeben worden sind, j Ergeben*t Scfuüom Ben-Chotin.

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