Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 2 (12.1.1940)
- Date
- 1940-01-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Januar 1(M0 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seite 3 Auswanderung Die Juden in USA für Palästina DANK AN DIK ANfiF.LSAC HSISCIIF HI I T i | I>t« grn^r Seit Kri*\gsbeginn ist die Auswanderung j Pil 1! 1 ri » aus Deutschland und dem ..Protektorat" fast! w,uni"Ktr,n unvermindert weitergegangen. Millionen- K n w p > (! n o für in Amerika wurde am ri Januar m eröffnet. J.*>00 Delegierte aus allen i Teilen Amerikas waren anwesend I>r <k*»rg! L a n d a u e r. der Direktor der Ansi«»dlungJ*rtbtei- Der Jischuw in Palästina und insbe-1 htn* riir deutsehe Juden bei der icwi-ui Agency sondere die Einwanderer aus Deiitsrhland und"" •»"■uwlem hielt ein au,fiihrIicrTn, Keferat. wo- . — , ■ , --. i «!•» : nn er die Notwendigkeiten einer Hilfe für die der Tscheehosk.vake) (organisiert in der ..Hit-j prtI^UnpnRiJirho Wirtschaft darlege In«besonachdtith Olej Germania we Austrm" und m; fJero wie3 r>r Landauer auf die Rolle hin. die der „Hitnchduth Olej Tsehechnwiuvakia") hapnläa ina bei der Absorbtion jüdischer Fluchtben in den letzten 3 Monaten etwa 3000 neue; Hnge aus Mitteleuropa spielen kann, wenn genü- Einwanderer begrüsst, die mit Schiffen derlgend Mittel vorhanden sind Kr stellte einen Ge- Jewish Agency aus Triest in Palästina an^-i™'^!"" '"»f. bei *<f'" Knpltalbcdürfnis Unter, den /ahir.uc hm Ziisr liriften und .••< hnf' li'. he.'i Hegru iMiiiaen. die der Konferenz, /.ugekommen sind, erwähnen wsr die des britishen i.iot.si-haf.iTM in USA, Lor.l I.otliirtti. der u a der grossen politischen Leistung Dr Weizmanns anlächle, ferner <Ie.i Rxm in Isters T>itff ('*••> opor. des fran/ösisehen Botschafters und vi«»/e andere Dr VV e i 7. m a n n ist inzwischen in Amerika eingetroffen. der Konferenz sein .sollte und f.inf wti{DI(;imj bu mkni kuis fVnlil.N.tlirh der Anwesenheit von Kurt BI u - cid in Amerika nehrribt der bekannte Schriftsteiler L u d w lg Lewiso h n In der amerikanisch-zionistischen Zeitschrift „Tb" New Palfratine" eine Würdigung der Wirksamkeit Blumenfelds, der wir die folgenden Abschnitt« entnehmen: „Nach einem Zwischenraum von vielen Jahren ist Kurt Blumenfeld wieder?,u Besuch in Amerika. Ich kann sagen, da«*« abgesehen von allem Allgemeinen, ieh noch ein ganz konkretes und nach USA abreiste, Ist leider nicht rechtzeitig j persönliches Recht habe, «inneren Fnniiul und geizur Konferenz eingetroffen. \ stlgtm Führer zu begrüsseii, denn er war «s, der Eine eindrucksvolle Ansprache hielt der Gc-; fast vor zvttf) .Jahrzehnten mich In den Umkreis neralanwalt der Vereinigten Suiatert _Pran kUle*?. .MöJSl. sü*ehe.n.Henken» und ÄirrsbsRÄ brachte^ Murphy, der kürzlich vom Präsidenten Rooaej Wenn ich unserer Bewegung irgend einen Natalen velt, für dos Oberste Bundesgvrlcht nominiert.! gebracht habe, dann bat dies» Meine Quelle und worden ist Kr fugte ua.: „Wir in Amerika, die meinen Ursprung in Kurt Blumenfeld." wir der Kampfe der verfolgten Heimatlosen rc~ Nach einer Darstellung von Uhimenfelds I^uifsympai bahn und seinem Wirktin im deutsehen Zlonlsmu* fahrt der Verfasser fort: „Ich kann mir nichts ine \ Glücklicheres oder Fruchtbareres f 11 r den amerlgabe und seinem übencinigcndan Charme 'obwohl er beides besitzt), nicht wegen seiner Energie und Hingabe an die Hache, obwohl die»«« vorbildlich sind, sondern1 wegen der grossen und bitter notwendigen Erscheinung eine« Geistes höchsten Hangen, weicher, ohne etwas von der Kultur und dem geistigen Reichtum der Welt aufzugeben, in der zionistischen Idee drin steht und vort hier au« wirkt. Bei ihm Ist der Zionismus eine all~ umfaxsvndv Idct.:, welche das gegenwärtige Zelt- : Jahrzehnten eir wiesen, die keine Parallele in der neuen Zeit hat ' j Pr Waker Lowdermilk, <U;r Direktor des , Landwirtschaftlichen ForschungsInsUtuts <ler Gekommen sind ' von 25 W'h'onen ergeben wiinJe, und wies darauf c! hin, das.s in der heutigen Weltlage die amerikani- Wir stellen auch mit Genugtuung und Er-, Äcnen Judon m% der finfinzielien Lasten für leichterung fest, dass Tausende von Mensehen! palüsUna Ubernehmen mli-wte aus Deutschland und der Tscheehostovakei inj EUu, Rclhe vim fUalnern'unterstützten den Oeden letzten Monaten in andere Länder; cVinken einer besonderen Anstrengung der ameriauswandern konnten, vor allem nach USA und j kanischen .luden für Palästina. Die Exekutive auch (meist nur zu vorübergehendem Aufent-I der Jewish Ageney in Jerusalem hatte ein Behalt) nach England. Dankhar würdigen wir,! griuwungstelegramm gesandt Dr Wetzmann, was insbesondere die angelsächsische Welt in i (U*r d<'r Khron«}lÄt ' dieser furchtbaren Situation für die aus Mitteleuropa verdrängten Juden getan hat, obwohl natürlich diese Einwanderung auch die betreffenden Einwanderungs!ander vor schwierige Probleme stellt. I^eider hat «ich aelt Kriegsbeginn die Lage der Flüchtlinge in manchen Ländern Europas sehr verschlechtert, so z. B. hörten wir von manchen Abschie- denken, die Amerika zur Blüte brach: Hungen in der Schweiz, gegen die in den ^hisieren umsomehr mit den Anstrengungen. schweizer Zeitungen christliche Geistliche und j nt/er'Ä £ "Z^r^Zn*! Uanlsehen Zionismus vorstehen als den Besuch andere freidenkende Menschen protestierten, iieA Buches und das Volk des Buches dürfe ein! unseres Freundes. Nicht wegen Meiner Redner- und soeben wird gemeldet, dass die Schweiz; besonderer Teil der religiösen Erbschaft der ziviauf die Auswanderung der nur vorübergehend nslerten Menschheit sein ", Aufenfhaltsberechtigten drängt. Hoffentlich;' Kin anderer Redner der Konferenz war der wird dieses Land mit seinen freiheitlichen j bekannte Senator William King M.Jt«h>. der Traditionen sich der Menschen, die gar keinen j u a sagte: . Wenn der Friede komm ., dürfen die Ausweg haben, erbarmen und nicht forma-; Juden nicht vergessen w^i"». »>it- Juden halben listisch gegen sie vorgehen. Es ist auch beiifv ZVvfA Jahrzehnten eine .schöpferische Kraft bekannt, dass z. B. in Frankreich die Lage der iüdischen Flüchtlinge aus Deutsehland und Österreich noch nicht geklärt ifd, da diese | Verc'iniKfen" Staaten, der voriges" Jahr Palästina «Iter der jüdischen beschichte trägt and «rklart Menschen, die Opfer des Hitler-Regimes sind \ besucht' hat. sagte, das* die jüdischen Siedlungen um' (im jüdische Volk erfüllt mit der richtigen Und gewiss nicht mit Hitler-Deutschland, das; eines der grossartigsten Beispiele von Urbar-; fruchtbaren Deutung der allgemeinen sie ausgesetzt hat, verbunden sind, dennoeh \ machung wüsten Bodens sind, die er je gesehen hat. schichte der Welt •* als feindliche Staatsangehörige betrachtet, - ■ < ..........■ ■ <« - " ■■■■■ 11 " ■ ....... - werden -— eine wahrhaft tragische Situation zwischen Hammer und Amboss. Auch sonst sind die mit der Wanderung zusammenhängenden Fragen noch keineswegs einer Lösung nähergekommen. Das Flüchtlingsproblem ist ja eine der drückendsten internationalen Angelegenheiten geworden. Mit Recht sagt der bekannte englische Publizist King Hall, dessen Zirkularbriefe vor einem halben Jahr Herrn Göbbels zu einem Wutausbruch veranlasst, ha-' ben, in einer seiner letzten Veröffentlichungen unter Ansnielung auf eine Bemerkung des englischen Botschafters Sir Nevile Henderson i (in dem berühmten, die Entstehung des Krieges schildernden Blaubuch), dass die tyrannischen Methoden innerhalb Deutsehlands zwar abscheulich aber Deutschlands innere Angelegenheiten seien, er könne nicht verstehen, wieso diese Methoden, die das internationale Flüchtüngsnroblem geschaffen ha-1 ben. Deutschlands innere Angelegenheiten sind: denn dieses Fliichtlingwroblem bedrängt doch alle anderen Länder und wird in immer! höherem Masse eine Sache dieser Länder, die' nicht von ihnen verschuldet ist, sondern durch l Deutschlands innere Methoden. Jeder, der alle Konsequenzen überdenkt, ist sich der; Schwierigkeit dieses gewaltigen Problems be-' wusst und wird nicht so leicht einem Lande; oder einer Regierung Vorwürfe machen wj! sie mit diesen Schwierigkeiten nicht fertig; wird. Die Tatsache aber, dass die an gel«! sächsischen Länder gerade im Laufe des| letzten Jahres und auch noch nach Ausbruch] des Krieges Tausende von Flüchtlingen auf-; genommen haben, darf vom jüdischen Volkj niemals vergessen werden. ' Der Missbrauch der Judenlrage Hiller enthüllt seine PMne Die z ö h; s e h e II e gier u n g hat soeben ein O e 1 b - B u c h herausgegeben, worin u. a. die Berichte des französischen (iesandten in Prag de lAwroix an das französische Aussenministerium vor der Besatzung der Rest-Tschechoslovakei durch Kitler abgedruckt sind Darin ist ein Brief vom 7. p«bn.iar: in welchem der Gesandte über eine Unterredung berichtete, die er mit dem damaligen tschechischen Aussenminister Chvalkowsky nach dessen Rückkehr aus Berlin gehabt hat. Chvalkowsky berichtete ihm über setne Verhandlungen mit Hitler. Es handelte sich iharuth darum, dass Deutschland (und auch die anderen Mächte des Munebener Vertrages.» die neuen Grenzen der Rumpf-TseheehOKlovakcri garantierte, sollten. Chwalkowsky hatte in Berlin alle möglichen Ausflüchte in dieser Hinsicht vorgefunden. Der französische Gesandte berichtete darüber wie folgt: | ..Das was ihn 'den tschechischen Aussen-' minister» anscheinend am meisten verblüfft hat, ist die Bedeutung, die Hitler und Ribbentrop der Juden frage beimessen, ohne jede Proportion: zu der Wichtigkeit, die anderen dort angeschnit-: tenen Gegenständen beigelegt wurde, Der deutsche: Aus«enmlniüter sowie der Kanzler haben mit! Nachdruck beide erklärt, dass ea unmoytirh *n:i,\ eintiii Staut, dt?r setw*; Juden nicht nu»nchnltct,] adcine deutsche ilurantxc zu f/ebca. Sie haben d:es etwas wie folgt formuliert: { „Ahmen Sie nicht die SeiitimeiiUtUtiit und Langsamkeit nach, die wir bei der Oninung 1 dienet* Problem«, «e/eiut hai*en (!! A. d. „J.: W. R.'4). I n.sere (iiite war Sehwäehe und wir bedauern <»ie. Man iiiiish dle.Hf^i (Uli aUMrotten. Die Juden *ind 11 nvre ge*K'hworeneii Feinde und am Filde dies*'« Jähret (H>3!> — A. d. It.) wird es keinen einzigen Juden mehr In Deuttehlaiid gehen. Ks «dnd weder dl« l'ranzo^f-ii n<M;h dW* Amerikaner noeh die Knxhinder welche \ er»ntworttleh nliid für dl« Schwierigkeiten, die unnere lle/lehmigen mit Pari»., Ijtiidon fahr Washington bieten. Die Vemntwortliehen sind die Jude 11. Wir werden ähnliche Erklärungen gegenüber Rumänien, Ungarn ele. abgeben. Deut^hland w ird daiuu h strel>en, einen Block a n t 1 * rm i t i s e h e r Staaten zu hiUlen, denn Deutschland kann nicht Staaten al« Freunde behandeln, wo die Juden durch Ihre wirtschaftliche Tätigkeit oder durch ihre hohen Stellen irn öffentlichen l*bcn irgendeinen Finflu** ausUbcn." tro Zusammenhang mit diesem Teil der Unterhaltungeji von Chvalkowsky so schreibt dt?r frafizosische Gc;v/if)dte welter. erfahreich, dass der Direktor der Handelsabteilung im AussenmmiHterium. Fried .man n, Jjowic der frühere Gencralkonsui i/i Pari», Butter, jetzt zugeteilt dem Pressedienst .'des ' Ausscnministers, ihrer Ämter ersthoben worden wind." Dieser' Berieht wirft ein deutliches Licht auf die deutsch« Judenpolitik, die wie der amerikanische Generalanwalt Murphy kürzlich sagte — sich der JwUin als Rauchwolke bedient, hinter deren Deckung ganz andere Pläne betrieben werden.