Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 2 (12.1.1940)
- Date
- 1940-01-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU 12. Januar 1940 Palästina-Statistik 1938 Von Dr. M a x 1i c r n h a r d t (Jerusalem > Das Publikum hat »Ipiii statistischen Amt der Regierung für die Herausgabc des letzten Jahrbuches fBiAtiftiirnl Abart, raet of Pale*tine 1939, G. V, Wood, (>)vt;rnmpnt Statlstloian) sehr zu danken Di« mit auaserordentlir-hem Flciss zusammen gesf eil! en Zahlen und Tabellen bieten auch dem flüchtigen Leser Merkwürdige« und Bemerkenswertes. »Schon auf der ersten Helte wird man erinnert, das« In Palästina da* Grundgowieht Hot! einher mach Oquia und Kant«r> in verschiedenen Orten verschiedene /Iffern bedeutet: Tm Norden 2.VW kg, Im Süden 2 884 kg Fine «ehr überflüssige und verwirrende .Sitte. Auf Seite 2 wird erzählt, djiss der höchste Berg Im Lande, der JeheJ Jermaq eine Höhe von 1208 m erreicht 'der ölberg M2 m). Es gibt nur vier Flüsse, der Jorxlan hat eine Lange von 2! km <ungerechnet Hule- und Tiberiassce).; Den Tierfreund wird interessieren, das* Palii-4 süna 20 000 Pferde, 28 000 Kamele, dagegen »2 000 " Esel zählt (abgerundete Ziffern 1037). Dos Wirlscfiaffejafir 1939 FORTSCIIHITTK I \ll SOIWIKRIftKOTK* IN PALÄSTINA las Geld wieder in Was bedeutet da,«* Jahr 1636 für die Juden Palästinas? Zunächst ihre Zahlen: Man schätzt sie jetzt allgemein auf 475.000. Da« ist um 38 000 mehr als im Vorjahr Vor fünf Jahren gab es im Lande 300.000. Trotz allen Schwierigkeiten betrug also die JCinWanderung in den letzten Jahran mehr ab, 30 00/) jährlich Den sich! harnten Fortschritt im Jahre 1939 machte die jüdische A n s I e d Inn« nuf dem Lande. Der h'rrrn Ka)<wrth Is*}l*racl, derzeit einigen Jahren der einzige jüdische Bodenkaufe r im Lande ist. hat In diesem Jahre OOOOO Dunam erworben. insbesondere in Ober- GahUia und im Jordnntal Am End« des Jahre* 1636 be.-ass der Keren Kajemeth 4*6.000 Dunam Boden in Palastina. 17 neue Siedlungen wurden rg$2 I 'n diesem Jahre gegründet; davon 7 auf Boden de» PIOA und 12 auf Boden des Keren Kajemeth Palästina zählt heute 252 jüdische Dörfer, davon 1.4« auf dem Boden d^s Keren Kajemeth Seit j l!*:t»} sind 5."*) landwirtschaftliche Siedlungen gegründet worden. Ein bemerkenswerter Fort- Dlc niedrigste Temperatur Jerusalems betrug ■ „schritt ist auf dem Gebiet der fft'minchtrn W'rt im Januar 1037 nur 3 2 Grad Celsius, im Februar j HChaff K<,m:i<.ht worden Man zählt auf den <üdi- 163H 4 4 O.!sehen Bauerngütern jetzt 426 000 Hühner, die Palästina ist das Land der Witwen: Die j Elcrprod.uk tion erreichte 58 Millionen, da* ist um Statistik zeigt da» nur für zwei Jahre, BWS und j 10 Millionen mehr als im vorausgehenden Jah**. 1631: aber die Ziffern .sind;so auffallend und doch | Demgegenüber ha;, die Milchwirtschaft mit übereinstimmend. dn*a sie Htieh für gestern und | Schwierigkeiten zu kämpfen Trotzdem hat die heute gelten dürften Im Jahre 1622 gab es! Milchproduktion im Laufe des Jahre» um zwei -53 11! wrwü *rlc und K<-.-<7rii«-drhe Personen, Uhj Mi Hinnen Liter zugenommen Einen grossen von 8 «37 Männer und. 44.474 Frauen Im Jahre j Aufschwung hat auch die Ccmüxerucht gehabt 1631 betrug die Gesamtzahl «5 421, davon 10 135 j etwa 10.000 Dun Am .sind heute mit Gemüse be¬ Männer und 55 28« Frauen Der Anteil in Propflanzt. Die Produktion wird auf 17 000 to g*>- zenten berechnet ist für beide Jahre fast genau j achätzt., derselbe. Wie will man das erklären? Doch nicht, allein damit, das« die Frauen in einem jüngeren Alter in die Ehe treten? Oler wi5»en aie, ihr Leben vernünftiger einzurichten? Die Statistik der Analphabeten wirxl leider nur für das Jahr 1631 aufgewiesen, ist aber jedenfalls «ehr lehrreich und geeignet, nachdenklich zu stimmen. In der Gewimtbcvölkcrung werden «7.4^ Analphabeten gezählt, also nur je<le dritte Person kann Jenen und schreiben. Bei den Juden Lst da* Verhältnis weit günstiger, nämlich der Anteil der Analphabeten nur 13 6%. also nur ein Siebentel aller Personen fimmer gerechnet vom 7 Ix'ben»jahr angefangen) Seit dem Jahre 1631 haben »ich die Bildung»- verhnll.'nis«e der Bevölkerung wesentlich verbessert: Die Zahl der Schulkinder u*t von 82.000 im Jahre 1631 auf 1 5 6 00t) im Jahre 1637 gestiegen Die Bevölkerungszahl des letzten Jahres wird mit 1.435 2R» Menschen berechnet, Hiervon «olltc der Anteil der Mcbulbedürftigen Kinder von einer Schulpflicht kann ja keine Rede sein etwa 20% ausmachen, das .sind etwa 260 000 Kinder, .sodass rund 130.000 zwischen dem 6 und 14. Lcben.sjahr keinen Schulunterricht geniessen (davon ca. 10 000 jüdische Kinder). Überraschend wirkt der Bericht des Migration-Department, der von einer Art Reisefieber im Lande zu errählen weiss Man würde es nicht glauben, das» nicht bloss an 100000 Travellers im Jahre 1637 ( 80 000 Im Jahre 163«> gekommen und g«gatiKen »in«, sondern d*rüber hinaus von den ständigen Einwohnern (Resident*) im Jahr« 1937 113.860 Personen. 1938 113.051 Personen in* Ausland reisten <ab»o mehr als der vierte Teil der jüdischen Bevölkerung> und zum Teil nicht, wieder zurückkehrten, mit dem verblüffenden Ergebnis, dass der Ausfall Im jAhre 1637 an 8 000 Reisende betrug, die dem Lande» untreu wurden, im Jahre 1938 aber nicht weniger als 16 000 Menschen Die Schlussbilanz ergibt, das« das Manko des Jahres 1938 nicht mehr durch die Zahl der legalen Immigranten (13415) und der im Land verbliebenen Touristen «Travellers, d 1. etwa 2500) gedeckt wurde, sondern dis Bevölkerung des Landes um 126 M e n sehen abgc n o m m e n hätte. wenn nicht ein natürlicher Zuwachs zu verzeichnen wäre und .schliesslich auch die Flüchtlings- 101 nwanderer Iiin?.ugekoinmen würen. aber im N'ovi inhfr strömte die fianken zurück. Eine der senuernten Krlegsfolgen in Palästina ist die Arbeitslosigkeit. Bis zum Kriege hat man in den palästinensischen Städten ungefähr 4000 -4500 Arbeitslose gezahlt. Dabei darf man nicht vergessen, das* in dieser Periode zehntausende jüdische Arbeiter nach Palästina eingewandert sind und vom Arbeitsmarkt absorbiert wurden. Gegenwärtig erreicht die Arbeitslosigkeit in den Städten etwa 9.000. und wenn wir die schon erwähnten Arbeitslosen der Kolonien dazu zählen, beträgt die Gesamtzahl 1« 17.000. Dadurch ist die Frage der Arbeitslosenunterstützung eines der dringendsten Probleme des Jischuw im gegenwärtigen Moment geworden. Auf dem Gebiet des Bauwesens und in der Pflanzung* Wirtschaft ist ein Ende der Krise vorlaufig nicht abzusehen. Dagegen sind für die Industrie die Aussichten etwa« rosiger. Die Konkurrenz Deutschlands. Österreichs der Tscheehoslowakei und Polens ist vollständig von den Markten des Nahen Ostens verschwunden. Das japanische Dumping hat gleichfalls sehr nachgelassen. Westeuropa ist am Export nicht besonders interessiert. Palästina und der ganze Nahe Osten bilden einen gewaltigen Markt für die Produktion Palästinas, das das einzige industrialisierte Land im östlichen Mittelmeer ist. Man hat berechnet, dass 125 neue industrielle L'nternehmungen .gegründet .werdenkonnte»,-ins-- besondere auf dem Gebiet der chemisch-pharmazeutischen Produktion., der Textilindustrie etc., und dabei könnten 6 8.000 Arbeiter absorbiert werden. Das Jahr 1936 war zweifellos ein schwieriges Jahr für die jüdische Wirtschaft. Kaum waren die Nachteile der Unruhen der letzten Jahre beseitigt, musste sich die Wirtschaft den neuen Bedingungen des Krieges anpassen. Trotzdem hat die jüdische Wirtschaft standgehalten und ist entschlossen, auch die noch bevorstehenden Schwierigkeiten zu überwinden. J. Z i m a n. Die Pflanzung» Wirtschaft macht gegenwärtig eine schwere Krise durch. Heute bedecken die Orangenpflanzungen etwa 300 000 Dunam, aber neue Anpflanzungen werden nicht vorgenommen. Im Jahre 1638 36 erreichte der Export einen Rekord von 15 Millionen Kisten »nk einem Wert von 5 Millionen Pfund Danan hatten die Juden einen Anteil von 66'^ Der Krieg bat'dem Orangenexport einen gewaltigen Sehlag versetzt Und dies ha» direkt und indirekt eine bedrohliche Arbeitslosigkeit zur Folge. Man rechnet heute etwa 7 000 Arbeirskwse. in den Pflanzungskolonien, obwohl gerade die Winterinonate dor; eine rege Arbeitssaison darstellen. Alle Interessenten befassen sich intensiv mit der Frage der Feru'rrf«ii<y der Früchte, die nicht exportiert werden können. Ein grosser Teil droht auf den» Baum zu verfaulen. Auf der anderen Sei!.e ist in der Industrie ein F o r t s c h r i 11 festzustellen Da.s schnelle Wachsen der Bevölkerung und die Situation in Europa, die d.ie ausländische Konkurrenz verringert hat, haben dazu; umJ anderen Ergebnisse der Arbeiten des Instiheigetragen, die Produktion der pwlästincn.slschen j tlltjä worden in ,.ilu.m regelmässig erscheinenden Industrie zu vergrössern. Seit Januar 1931* bis . Bulletin veröffentlicht Auf dem Gebiete der zum Kriegsausbruch wurden für LP 818.000 In- \ Landwirtschaft befasste sich das Institut vor dustriewaren exportiert (gegen 636.000 in der \ al!em mjt dem Studium der Erschliessung entsprechenden Periode des Vorjahres) x>\« j n e u e r Märkte für die Produktion Palästinas, wichtigsten Produkte .sind: Nahrungsmittel-Ini llnd zwar durch Behandlung der Zollpolitik, der duatrie. Kali und Brom des Toten Meeres, und l Organisation der Waren Versendung und der (In weitem Abstand folgend) Textilien etc. Im j Förderung des inneren Verbrauchs. Insbesondere Jahr 1939 wurden eine Reihe neuer Fabri - j wurde auch die Frag., der Zmähruna in Kriegsken gegründet und andere sind noch im Ent-! Mil und dic Versorgung Palästinas mit Nahrungsstehen begriffen, Seit dem Kriegsausbruch haben j mjtu.in studiert Auf dem Gebiete der I n d u - insbesondere die Textil- und Bekleidungsindustrie s t r, t. befasst sich das Institut mit verschiedeihre Produktion vergrößert. In erster Reihe Ist \ Mn Industriezweigen, deren, Produkttonsbedindie Palestine Potash Co zu nennen, die die Mi-! gungen und Entwicklungsaussichten untersucht neralien des Toten Meeres ausbeutet Der Kali-; wurden Zorn ersten Mal wurde der Versuch ge¬ Export der 1932 kaum «000 to. betrug, hat im « mac-ht die industrielle Produktion Palästinas im Jahre 1939 60.000 überschritten Da jetit die! Einzelnen zu analysieren. Im Zusammenhang KaliüefenmKen aus Deutschland und Polen aufj dsmit wurde z. B die Möglichkeit einer TextUt*äu#irie in Palästina geprüft, wofür die Erfah Wirtschaftsforschung Das Institut für Wirtschaf tsforschung bei der Jewish Agency in Jerusalem, das unter der Leitung von Dr. A Bonne steht, hat .soeben sein drittes Jahr beendet. Aus diesem Anlass wird ein Bericht über seine Tätigkeit veröffentlicht, dem wir nachstehendes entnehmen; Das Institut .sieht seine Hauptaufgabe in der Erforschung der wirtschaftlichen Verhältnisse unter dem Gesichtspunkt der Erweiterung der Fassungskraft der- Landes Die statistischen Der natürliche Zuwachs aber beträgt: Bei den{ Farben, Medikamenten MoaUm 28 M«;, bei den Christen 21 83'; . bei den Juden 18 M%. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn man die Fnage behandelt, ob eine Fortsetzung der jüdischen Elnwandenmg die Proportion zu Ungunsten der Araber wesentlich verschiebt gehört haben, ist die Palastine Potash Co. berufen, eine wichtige Rolle in der Versorgung des britischen Empire einzunehmen Ein weiteres grösseres Unternehmen, d?ts im letzten Jahr eröffne; wurde, ist die Petro- I e um - Raffinerie d*r Irak Petroleum Co im Emek Sebulon bei Haifa. Dieses neue Unternehmen eröffnet grosse Möglichkeiten für die chemische Industrie in Paliistina, da die Abfälle .lor Petroleumerzeugung für die Fabrikation von rungen von bestimmten Einwanderern au« Österreich nutzbar gemacht werden sollten Das Institut hat auch eine Studie darüber gemacht, in welcher Weise die Regierungen in den benachbarten Ländern die Industrie unterstützen. Im Zusammenhang mit den Fragen der Landwirtschaft cur.d Industrie steht die Fra^e des /tus- *fnhandt:Lv und der Handelspolitik, die gleichfalls ein Forschungsgebiet des Institut« gewesen sind erwendet werden i K8 würde zu weit führen, hier alV- Arbeiten des Instituts aufzuführen, die zum Teil auch in das Gebiet der Sozialpolitik hineinreichen. Zweck dieser Zeilen ist in erster Reihe, auf die Existemt Dezember 1638. In den ' des Instituts, das vielen noch nicht bekannt ist, Kriegsausbruch wurden eti hinzuweisen, was besonders für wirtschaftlich können. Die palästinensischen B a n k e n hatten bei Kriegsausbruch Depositen von 20 Millionen Pfund gegen 18 Millionen ersten Wochen nach wa S Millionen Pfund Depositen zurückgezogen,!, interessierte Kreise von Wichtigkeit ist.