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Jüdische Weltrundschau · 1939-12-08 · 26 (8.12.1939) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
26 (8.12.1939)
Date
1939-12-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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8. Dezember 1939 JÜDISCHE! WELT-RUNDSCHAU Seite 5 Vermischte Wie wir erfahren, wird Dr. W«iim«nn im Deiember nach Amerika fahren. Die Palästina-Regierung veröffentlicht ihren Budget Voranschlag für das Jahr 1939/40. der einen Gesamtbedarf von LP. 7.073.733 aufweist, davon ist ein Posten von LP. 1.843.000 für den inneren Sicherheitsdienst. Der französische Hochkommissar von Syrien, M. Puhux, der »I» Gast des High Commissioners von Palästina einige Tage in Jerusalem wellte, wohnte einem Konzert des Palästina-Orchesters in Jerusalem bei. Der Präsident des VVnad Leumi, Pinkas R u Mit tiefer Erschütterung hat die Jmlenhcit itellung in New York teilgenommen hatten, Palästinas von dem tragischen Ableben von 8, A. wurde in einer Versammlung in Tel-Aviv v ft 11 Vnesland Kenntnis erhallen, der mit unter dem Vorsitz von Klleser Kiiphin die I cinem Kopfschusa tot in «einer Wohnung aufge- Möglichkeit von stärkeren Wirtschaftabeziehun-! fimdef» wurde. Seit »wanzig Jähren war der Vergen zwischen Amerika und Palastin» diskutiert.; *t*^"*>«ne eine bekannte und aktive Figur im pa- Es wird beabsichtigt, in Amerika eine Wander- 1 l«*U»«m*Uchcii Leben, das Zentrum eines jüdiausstellung von Palastinaprodukten zu veran-! *cn*n ^ben». Durch seine Tätigkeit in der stalten. Eine grosse New Vorker F irma hat bereit*! Zionistischen Exekutive und spater in verachie^ denen grossen wirtschaftlichen Unternehmungen des Landes hatte er Gelegenheit, auf die Geeamtentwicklung des Jiachuw massgebenden Elnflus* zu nehme:). Auch im gesellschaftlichen Leben spielte Van Vrieeland, der auch als holländischer Konsul fungiert hat, ein«; grosse Holle und ver¬ Bestellungen palästinensischer Produkte vorge- \ nontmen. Durch den Absatz von P a I a sttnapodukteii in einem Land wie USA kann das palästinensische Wirtschaftsleben einen wichtigen Impula erhalten. Wir glauben, daas »-nK„r«, ha. am »«""Z^mliri'' »."'"iS'.-r.i! bei iUvsen Bestrebungen zur Verbreitung palästit e n b e r g, bat am 26, November ein Manifest; ..... r, . * . _ . stand sich durch ««in i:f«tn>i»uu.!irIi1^-- il'«m„ %/uiikirischer Waren, die auf manchen Gebieten?. ' . " uurc" •*"» i»eoenswur<»ge* Wesen viele Freunde zu erwerben. den Jischuw veröffentlicht, worin er die schwierige wirtschaftliche Lage darstellt, die jüdische Bevölkerung zur Zahlung der Notsteuer auffordert. Eine grosse Anstrengung, so heisst es in dem Aufruf, ist notwendig, um Hunger und Elend zu bekämpfen und das Wirtschaftsleben in Gang zu erhalten. Die Ergebnisse der Steuer würden zu einer grossziigigen wirtschaftlichen Ankurbelung benützt werden. Das Nctto-Eiiikörtimcti des Keren Kajemeth in dem jüdischen Kalenderjahr 5699 betrug f »60,000, die Summe stellt eine Erhöhung von 90 Prozent gegenüber dem Jahr M98 dar. Eine neue Siedlung, bestehend aus sechzig Farmen für deutsch-jüdische Mittelstandsfamilien, wurde von der Siedlungsgesellschaft „Raasco" gegründet. Sie besteht aus 2000 Dunam Keren- Kajemeth- Boden und liegt in der Nahe von Nathania. Die Siedlung enthielt den Namen B e t h J i z c h a k, zur Erinnerung an Isaak Feuerring, aus dessen Nachlass ein besonderer Fonds von £ 10.000 zur Förderung mittelständischer Siedlung bestimmt wurde. Seit Ausbruch des Krieges wurden 4 neue jüdische Siedlungspunkte gegründet und zwar Jaaroth Hacamusl bei Haifa, Kibbuz Kmir im nördlichen Gebiet der Hule-Konzession, eine Siedlung im Gebirge von Ephraim, und schliesslich Kfar Warburg im Süden des Landes, benannt nach dem verstorbenen amerikanischen Palästinafreund Felix M. Warburg. Im englischen Unterhaus fragte Mr. T. Williams den Ministerpräsidenten, ob die Regierung von Irak über die Haltung der englischen Regierung dem Mufti von Jerusalem gegenüber informiert worden sei, und ob eine Versicherung gegeben worden sei, dass er daran gehindert werden würde, von Irak aus arfli-britische und anti-jüdische Propaganda zu betreiben? Der Vertreter des Aussenministers Mr. Butler bejahte diese Frage. Die irakische Regierung kenne die Haltung der englischen Regierung und habe formelle Versicherungen gegeben, dass sie dem Mufti von Jerusalem nicht erlauben würde, sich politisch zu betätigen; noch würde sie gestatten ,dass seine Anwesenheit von anderen als ein Anlas* für Aufhetzereien genommen würde. Bei der freiwilligen Registrierung von Juden für den „Nationalen Dienst" haben sich insgesamt 138.000 Personen gemeldet, davon 37% Frauen. Das Militärgericht verurteilte 43 junge Juden, die bei einer unerlaubten militärischen Übung im Besitz von Waffen und Bomben in der Nähe von Tiberiaa von Angehörigen des Transjord&nischen Grentkorps angetroffen und gefangen wurden, und zwar einen Teilnehmer, der beschuldigt war, auf das herankommende Militär gezielt zu haben, zu lebenslänglichem Gefängnis, die 42 anderen zu 10 Jahren Gefängnisstrafe. Der Höchstkommandierende bestätigte das Urteil, milderte aber die Strafe des Hauptangeklagten AbshsJom Tau zu 10 Jährigem Gefängnis und die anderen zu 5-jährigem Gefängnis ab. Bei der Verhandlung vor dem Militärgericht wurde von den Verteidigern der Angeklagten der strafbare Tatbestand selbst zugegeben, jedoch machte der Verteidiger geltend, daas die Handlungsweise anders zu bewerten sei als es die Anklage tue, da dl« jungen Leute I» völliger Loyalität gegenüber der Militärmacht und nicht in aufrührerischer Absicht gehandelt hätten. Anläaslich der Rückkehr der Leiter der Ge~ seUschaft ..Iflschär we Taaaia" (Handel und Gewerbe) f/vserot* und IdeUohn, die an dem Ausbau des Palästina-Pavillon auf der Wsltauaz. B. bisher gekaufte deutsche Produkte ersetzen | können, die ausgewanderten de u t s c h e n Juden in vielen Landern wichtige Dienste leisten könnten. Mit grossem Bedauern haben wir die Mitteilung aufgenommen, dass die Wochenschrift der jüdischen Pflanzer „Bo u s t? n a i" Ihr Erscheinen eingestellt hat. Der ..Boustenai" gehörte zu den besten Zeitschriften Palästinas. Die Art seines Redakteurs und leitenden Kopfes Mosche Smilansky zeichneten sich durch Originalität unabhängiges Urteil und eindrucksvolle Argumentation aus. Die Einstellung des „Boustenai" steht in Verbindung mit den finanziellen Schwierigkeiten des Pflanzerverbandes. Man muas hoffen, dass nach deren Überwindung das Blatt möglichst bald wieder erscheinen wird. Es wurde übrigens mitgeteilt, dass Smilansky sich für einige Zeil nach Amerika begeben wird. Frau Dr. Annl Samuelsdorff, die sich im Auftrage des Keren Kajemeth nach London begeben hat, befand sich auf dem japanischen Dampfer Terukuni Maru, der von einer deutschen Mine in der Nähe der englischen Küste versenkt wurde. Frau Dr. Samuelsdorff ist - wie glücklicherweise auch die anderen Passagiere - gerettet worden. Bei der internationalen Schach-Olympiade in Buenos Aires hat die palästinensischjüdische Schachmannschaft, die aus 5 Personen bestand, überraschender Weise den 9. Platz erobert. Man hatte erwartet, dass Palästina an einer viel schlechteren Stelle stehen wird. In der Bibliothek Schocken in Jerusalem fand anläaslich des 10-jährigen Todestages von Franz Rosenzweig eine Gedenkfeier statt, bei der Martin Buber die Gedenkrede hielt. Im zweiten Tel! des Abends las Buber einige unveröffentlichte Briefe Rosenzweigs vor. FÜRSORGE FÜR STUDENTEN Die auü Polen stammenden Studenten der Hebräischen Universität Jerusalem sind in einer überaus schwierigen Lage, «-'eil sie bisher Ihren Lebensunterhalt von ihren Familien in Polen erhielten. Die Universität hat beschlossen, für 250 Studenten Unterkunft und Verpflegung für das kommende Jahr zu beschaffen. Gegenwärtig werden an 1Ö0 Studenten zwei Mal täglich freie Mahlzeiten abgegeben. Die Universität selbst hat trotz ihrer beschränkten Mittel zwei Drittel des notwendigen Betrages von LP. 5000 zur Verfügung gestellt und hofft, den Rest von anderen Institutionen und Einzelpersonen zu erhalten. Ein anonymer Spender hat der Universitaet LP. 360 zur Verfügung gestellt, die für Stipendien für besonders begabte Studenten aus Polen verwendet werden sollen. Die Stipendien werden den Namen Juda L. Magnes (des Präsidenten der Universität) tragen. VtHLwitfert FmmtiUmmmmekrickimn fJslfCsi sj|f| jBdUehm WeHRundtchanl NEUER ZOLLVERTRM MIT SYRIEN Zwischen Syrien und Palästina in «in Zoll vertrag zusütndegekommcn, wonach die frühere Z o i l f r e i h e i t zwischen den beiden Ländern aufgehoben und das Prinzip der Meistbegünstigung eingeführt wird. Nach dieser Vereinbarung wird die Einfuhr aus Syrien noch immer einem geringeren Zoll unterliegen nln die Einfuhr aus anderen Ländern. Dennoch ist mit diesem Vertrag ein wichtiger Schritt »ur Durchführung eines Zollschutzcs palästinensischer Produkte getan, da besonders auf manchen Gebieten (z, B. Eier und Gemüse) die syrischen Erzeugnisse eine starke, durch keine Zollgrenze behinderte Konkurrenz für die palästinensischen Waren darstellen. ARZTE OHNE LIZENZ Von Dr. Siegfried P I a s <: h k e s, Tel-Aviv. Zu den Berufen, welche unter der Krise Palästinas schwer zu leiden haben, gehört der ärztliche Beruf. Einer Gruppe von Ärzten geht es besonders schiecht, d. i. den Ärzten ohne Lizenz, Da die Zahl der Arzte durch Todesfälle, Nichtauaübung der Praxis und Abwanderung zurückgegangen ist, erwartet man bei der demnächst stattfindenden Festsetzung der nächsten Quote eine wesentliche Vermehrung der Lizenzen. Auch der Abgang von Ärzten zu militärischer Verwendung im Ausland, der bei Fortdauer des Krieges grösser werden wird, dürfte die Zahl der Uzenzen begünstigen. Bis zur Erlangung der Lizenz und auch dann noch durch längere Zeit wird eine materielle Förderung der nach Palästina eingewanderten Arzte nötig sein. Zu diesem Zweck wurde bei der jüdischen Arztekonferenz in Genf am 15. bis 17. August d. J. ein „Jewish Doetors' Emergency Relief Fund." Ins Leben gerufen und man erhofft auf diesem Wege Hilfe, da sich In den neutralen Ländern Europa«, In den USA., in Ägypten etc. grosses Interesse für diesen Fonds besonders in Arztekreisen kundgegeben hat und sich Komitees zu seiner Unterstützung begründet haben. Die Adresse des Fonds ist; Tel-Aviv, PO.B 1298. | PROF. NEUMANN | Der Tod des berühmten Ohrenarztes Prof. Ne u m a n n beraubt die österreichische Jud#nheit eines ihrer aktiven Fürsprecher, Prof. Neumann, der durch die ärztliche Behandlung von Königen <z, B Edward VIII. von England) internationalen Ruf erlangte, hat sich nach dem Einmarsch Hitlers in Wien, nachdem er zuerst einige Zeit von Nazis gefangen gehalten worden war, für die jüdische Arbelt zur Verfügung gestellt. Unermüdlich hat er dem Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Dr. I»wenherz, in seiner furchtbaren und schwierigen Arbeit der Verteidigung des sich rapid auflösenden Wiener Judentums beigestanden. Mit jüdischen Delegierten anderer Länder kam Prof. Neumann bei der Konferenz in Kvian zusammen, wo er als einer der Vertreter der österreichischen Juden erschienen war. Er hat sich durch sein Joviales Wesen schnell die Sympathien erobert Zuletzt weilte er in einer jüdischen Mission In Amerika, wo ihn der Tod ereilt hat Prof. Neumann stand dem orthodoxen Judentum und fiuch der zionistischen Bewegung nahe. David Cr oll, Bürgermeister der Stadt Windsor, Ontario (Kanada), ein in Moskau geborener Jude, hat durch seine freiwillige Meldung zur Kanadischen Armee als einfacher Feidaoldat dl« Bewunderung dar Kanadischen Press« geerntat.

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