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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-25 · 24 (25.8.1939) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
24 (25.8.1939)
Date
1939-08-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seit« 0 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr, 23 23. Vitt 1939 ALS DKM „PROTEKTORAT4 Dl*; SKI*/\K/\T!ö\ DKR 4IJIIHN Eine Verordnung des Prager Polizeipräsidenten, die in allen Strassen plakatiert wurde, vorfiel, dass gewisse Gaststätten, unter ihnen die bekannten Gartenrestaurants, und namentlich die in den tschechischen nationalen Hliuscrn vntergebraehten Gaststätten, den Juden 'verboten sind. In hlkn übrigen Gaststätten müssen für die Juden streng gesonderte Räume, die alfi solche zu kennzeichnen "»»ul. r,,_ «erviert werden, Gaststätten, deren Inhaber Juden oder Perron «»n jüdischer Abstammung sind, müssen iliro Unternehmen, nach aussen und innen deutlieh sichtbar, als „jüdischen IT n t o r n e h rn e n" kennzeichnen. In den den Juden verbotenen Lokalitäten müssen deutlich sichtbare Aufschriften ,.Den Juden verboten" in deutscher und tschechischer Sprache angebracht werden. Desgleichen sind alle öffentlichen und privaten Schwim ml, chulen den Juden verboten, es sei denn, dass es möglich ist, den Juden n b g c s o n d e r 1c P 1 ä t'/. e zur Verfügung zu »teilen. Wo möglich, Ist eine zeitliche Absonderung vorzu- .uuhmfii. In den öffentlichen und privaten Krankenhäusern vnd Sanatorien sind Vorkehrungen zu treffen, dass Juden nicht mit Nichtjuden In Berührung kommen. Alle Geschllftslokalc und sonstigen gewerblichen Unlcrr.ehmungen, die Juden oder Abkömmlingen von Juden gehöre n. .sind, nach aussen und innen deutlich sichtbar, als .-.intim heu l'ntirnehmen" zu kennzeichnen. Die Verordnung trat am .15. August in Kraft. Nichtbefolgung wird mit beträchtlichen Gtld- und Freiheitsstrafen geahndet. Gemiiss der Anordnung, das« binnen 12 Monaten sämtliche Juden aus den tschechischen Provinzorten sieh zwecks Auswanderung in Prag konzentrieren müssen, hat die Präger Gestapo wclun angeordnet, dass bereif* in diesem Mona! minderten* (">"'„ der Provinzjuden nach Prag iil>er:.uxi<dein haben, Da »tiWefH'mmien wird, dass gegenwärtig noch in der tf cheehKehen Provinz fast fiO.000 Juden leben, bedeutet die Gestapo-Anordnung, dass allein im Lauf.; des Monats August GOÖO Joden;uik der Provinz nach Prag werden ziehen müssen. Puter den Provinzjuden macht «ich Panik bemerkbar, Mab und Gut wird. In aller F.ile verschleudert. An den Prager a t u d t \ s c h e n Sehl a c h t h o f wurde duf* Ersuchen gerichtet. Juden den Zutritt zu verbieten. An , c'(n Schulministcr Dr. Kapraa hat der Kulturbund eine Denkschrift gerichtet, in welcher die sofortige. Beseitigung der Juden aus allen t « che« h i s c hon S c h u I c n gefordert Wird. Der Verband fordert, dlo kompromisslosc Einführung firiseh-nationaJcn Geistes. in den Schulen. -r - 2(i Mitglieder der „V!ajka"-Gruppe, der von Jan Ftys geführten und von den Deutschen protegierten reehtsfasrhisU« sehen Partei, haben wie aus Prag gemeldet wird - - einen Ausflug in die tschechische Provinz gemacht und in vielen Städten indische Geschäfte und Synagogen demoliert. Bei den Pogromen wurde auch ein Anzahl Juden verletzt. Nach Prag zurückgekehrt, wurden die Pogromleute von der tschechischen Polizei verhaftet, jedoch auf deutsehe Intervention hin wieder freigelassen. In dem betreffenden Polizeibericht heisst es, die Verhaftung sei „irrtümlich" erfolgt. Aua dem Protektorat, wird eine neue Welle von Selbstrn orden unter den Juden -gemeldet: Bio Selbstmorde sind tv einem grossen Teil auf die ungeheuren Schwierigkeiten zurückzuführen, denen «ich die Juden im Protektorat hin- "-'sichtlich der Erlangungeiner A u s w anderungscr l«u bn I s gegenübergestellt sehen. Unter den jüngsten Selbstmordfällen ist der der Prager jüdischen Familie F i a 1 a, Vater. Mutter und Tochter, zu erwähnen, die gleichzeitig aus dem Leben schieden. „ARISIERUNG" IN ITALIEN Die „Gazzatn Ufficialc" veröffentlichte eine Verordnung, wonach jüdische Unternehmen, die entweder für die Verteidigung des Lande» von Interesse sind oder mehr als 100 Personen beschäftigen. bcschlagnahm t u«r<l<n können. Nunmehr veröffentlicht das Amtsblatt der italienischen Regierung die erste Liste solcher jüdischer Grossfirmen, die im Sinne der Verordnung der Beschlagnahme verfielen. Es sind dies folgende Firmen: Papierfabrik Mayer &• Co. in Varesa (beschäftigt 975 Personen»; Schuhfabrik Sonnino * Co., Mailand, 4M) Arbeiter und Angestellte; Hauunternehmen Almagia & Co., Rom, 3*6 Beschäftigte; Kleiderkonfektionshaus Almicare Piperno Alcors, Rom, 145 Angestellte; Kleiderwarenhaus Almicttre Piperno Alcorso, gleichfalls Korn. 76 Angestellte; Bauunternehmer! Ca* vi lieri & Co.. Rom. lt»3 Beschäftigte; Papierfabrik „Citlcografia" G.m.b.H., Mailand, MM Angebt.; Zemcnt-Rauuniernekmen Norzi St Co., Turin, li»3 Beschäftigte;. Männerbekleidungshaus Giovanni Rotta & Co.. Turin, 106 Angestellte; Schreibmaschinen- Vertretung Cesare Vrona & Co., Turin, 426 Angestellte. Das Gesetzesdekret vom 17. November 103*. welches die Peschitftigung arischer Hausangestellter durch Juden verbietet, sah Ausnahmefälle vor. die auf Grund individueller Gesuche zu erledigen seien. Tausend« jüdische Haushalte haben von diesem Rechte Gebrauch gemacht, aber bis jetzt keim-u Bescheid erhalten. Laut einer soeben erschienenen offiziellen Ankündigung sind alle derartigen Gesuche tue bisher nicht erledigt wurden, als abgelehnt tu betrachten. Dennach wird in Zukunft, bei Strafe von 1000 his 15W» Lire für den Dienstgeher. kein Nichtjudc mehr In «inem jüdischen Haushalt beschäftigt sein dürfen. AUS DER SLOWAKEI „Der Neue Tag" meldet aus Pressburg; „Amtlich wird mitgeteilt, dass die slovakisehen Sicherheitsorgane 33 ungarische und jüdische Mitglieder einer geheimen halbmilitärischen idaatsfeindhehen Organisation festgenommen haben, *m Sinne von Instruktionen der Ungarischen National« Partei in der Umgebung von Gold-Moruwiu eine staatsfeindliche Aktion vorbereiteten. Diese Organisationtkduntc sic h der bei den Freimaurerlogen üblichen Methoden. Bei einer Durchsuchung wurden Flugblätter und Instruktionen beschlagnahmt die ausser in ungarischer auch in hebräi- »eher (!> S p r a c h e verfn st waren. Aus dem beschlagnhmt n Material sei ohne jeden Zweifel festzustellen, dass diese p mtschte Gesell: haft auch in einen gegen den slovakischen Staat gerichteten Spionagedienst verwickelt war." NEUE VORSCHLÄGE ZUM FLUCHTLI1NCSPR0BLEM Der in der Zeilschritt „The nineteenth Century and afttr" *erüft"entlichte Aufsatz „The future of Palestint" von Israel lohen ist als Broschüre criCuieneiu En BIoc Visen für Flüchtlinge voK.scnrAGfc am john hopk smvmss Dh« L<»ndoner Königliche Tur tilut fü * Int? rn .tifinale Angelegenheiten 'Üoyal fnatittitc for International AfTnirs) gibt uo'hen eine von Sir John Hope Simpson verfasste Bro- .scltiire „F liiclitlinßc" herau.% in der fest gestellt wird, das.« seit der iulcrnatio.naJen Kri:<e im Septembc-r v. .7. dfis KIüchtlinf-Tsprohlcm »ach auK^rrordcnflich verschärft hat. Sir John Hope Simpson .schlügt vor, Vorkehrungen zu trcflon, daß» jahrlieli 25.000 /Avangsauswnnderer Deutachland verlasp.cn können. Im März d. J. sind weitere 400.000 Juden unter das Regime der Nürnberger Gesetze gekommen, auch wurden n'e verpflichtet, im Verlauf von drei bis vier Jahren ihre GeburtHÜinder zu verlassen. Hinzu treten weitere 14.000 Juden, die Italien austreiben will. Sir John Hope Simpson empfiehlt den Regierungen, statt individuoller Visen cn bloc-Vlr.cn für Flüchtlinge auszugeben, weil sich die Methode der separaten Garantien als undurchführbar erwiesen hat. Die Flüchtlinge sollen in den Asyllandern in Lagern untergebracht werden, wo sie fachlich ausgebildet und für das Leben in neuen Eirwandcrungsländcrn tauglich gemacht werden sollen. Die Asylländer selbst, schreibt Sir' John Hope Simpson, könnten einen beträchtlichen Teil der Flüchtlinge .".bsorbieren: England 7.. Ii. konnte angesichts der Verringerung der Geburtenzahl im Lande einen Zufluss von Jugend .'ehr gut gebrauchen. Frankreich bringe schon jetzt der Notwendigkeit der Absorbicrung der jungen Flüchtlingsgenerationen Verständnis entgegen. Was die erwachsenen Flüchtlinge betrifft, so müssen diese in der Weine umgeschichtet werden, dass sie Im Wege einer Massenkolonisation sowie der Infiltration seßhaft gemacht werden. Die Siedlungsmöglichkeiten in Alaska Dasamerikanische Inntr.minisjertum veröffentlichte soeben den Bericht über eine Untersuchung der Möglichkeiten der Ansiedlung von Fiüehl'.intjen in Alaska, die er vor einigen Monaten angeordnet hatte. In dem Bericht werden die Möglichkeiten geschildert, die Alaska auf dem Gebiete von Landwirtschaft, Hamlel und Industrie bietet. Die klimatischen Verhältnisse seien gut,, das Land besitze reiche Bodenschätze und sei imstande, zahlreiche Neueinvvanderer zu absorbieren. Ohne eine bestimmte Ziffer zu nennen, spricht oer Bericht allgemein von der ,,let>tins\vTehigen Rolle", welche die Flüchtlinge in der Entwicklung des Landes spielen könnten. Es wird die Schaffung von öffenilieh-reeh(liehen, jedoch privat finanzierten KirrpcmchafUm empfohlen, denen Land zur Verfügung gestallt werden soll. Die Bevölkerung von Alaska, so heisst es in dem Bericht zum Schluss. sei tolerant, die Einwanderer, gleichgültig welcher Herkunft immer, würden willkommen geheissen werden. Innenminister Ickc-s erklärte hierzu, die Aussichten für die Entwicklung von Alaska seien heute günstiger denn je. weil es jetzt möglich ist, ,.zu Gunsten der Vereinigten Staa- Un dorthin Industrien zu verpflanzen, die in Europa zu Hause waren, infolge der in einer Anzahl europäischer Länder herrschenden Intoleranz iodoch teils vernichtet, teils abgelenkt worden sind". Die industrielle Erschliessung insber.cndere von Süd- und Südostalaska würde eine grosse Konjunktur einleiten. Die Hafenangthgenhcit dieser Landstriche sei recht gut. Alaska, «las gegenwärtig nur (50.00!) Einwohner hat, könne ebensoviel Menschen ernähren wie Skandinavien. Voraussetzung dafür sei die v4b<i'Tidcri<»if/ der amerikanischen EiMvandceiHiftäbestUniminfmi für *üc-s&- 0-«fci«£«>~&ueh--be4i!r?e e* mutigen Kapitals und von echtem Pioniergeist erfüllter Männer und Frauen. Ein Siedlungsprojekt im Tschad See-Gebiet HAMILTON FISH'S BERLINER BESPRECHUNGEN Ein Plan!i:r die Ansiedlun," von Flüchtlingen im tropischen Afrika wurde nach Londoner Pressemeldungen zwischen dem Amerikanischen Kongressmann Hamilton Fish und führenden deutschen Persönlichkeiten erörtert, anlässlich des Besuches, den Fish in Deutschland gemacht hat Fish, der bekanntlich auf dem Boden des Isolationsprinzips der Vereinigten Staaten gegenüber europäischen Angelegenheiten steht .soll danach ausser mit Herrn von Ribbeno p auch mit Hitler gesprochen haben, mit dem er da« | Projekt einer Ansiedlung jüdischer Flüchtlinge aus Deutsehland in einer Region von grosser Ausdehnung in Zentral- Afrika besprochen haben soll, wobei Deutschland gewisse Vorteile auf dem Devisenmarkt erhalten soll. Der Gedanke dieses Planes ist nicht neu. da ein ähnliches Projekt bereits Eiicje vorigen Jahres von Dr. R chocht aufgeworfen worder» war. Danach sollte Deutschland seine Juden „exportieren" und auf der anderen Seite Konzessionen auf dem Divisenmarkt erhalten. Schachts Plan war »einerteit von der öffentlichen Meinung in England wie auch von den in Frage kommenden Flüchtllngs-Hilfsorganisationen lurückgewiesen worden. Der jetzige Plan von Fish soll ein Gebiet ins Auge fassen, daa sich vom Tschad-See nach l Itiach- A'if/tH« erstreckt, wo die Flüchtlinge unter der Kontrolle einer Internationalen Kommission angesiedelt werden sollen Mr. Fish soll den Plan auch mit Vertretern der britischen «nd französischen Regierung erörtert h-ben. Wie hierzu aus London mitgeteilt wird, scheint das Gebiet, um das es sich hier dreht, einzig in der Vorstellung von Mr. Fish und deutschen Propagandisten zu bestehen- Ein geeignetes Gebiet In der genannten Region existiert nämlich nicht. Schon aus klimatischen Gründen ist die Ansiedlung einer weissen Bevölkerung in jener Gegend unmöglich, die zu den heissesten Gebieten des Erdballs gehört. das Klima als auch die Bodenfruchtbarkeit betrifft, die besten Ghano<-n für lundu-irtsrhnftlir he Antiedtnng von Jun hie(((. Jüdische Interessenten wünschen, dass man ihnen oh;, an den T;vana-See grenzende Hochplateau als Ansied« lungsland gibt, die italienische Regierung hingegen möchte ein Sifdlungsland etwas mehr südlich zur Verfügung stellen. Die gegenwärtigen Besprechungen drehen sich um diese Frage. Das Wiener Büro der Gesellschaft Glldemcester hat durch -«.eine Ingenieure und Techniker Detail-Pläne zur Gründung der fünf ersten Dörfer fertiggestellt, mit deren Bau im Juni 1fi40 begonnen werden soll, In den Dörfern wird Raum zur Absiedlung von rund 15.000 Emigranten sein. Jedes Dorf wird einen zentralen Platz haben, r.n dessen einer Seite die Synagoge, an der anderen rine katholische Kirche?tohen wird, letztere für die nichtarische.n Katholiken unter den Auswanderern. In diesem Zusammenhang wird mitgeteilt, dass bereits I.1.000" österreichische Emigranten sich in Italien befinden, von denen ein Teil für die Ansiedhing In Abessinien in Betracht komm* Dabei wird betont, dass Abessinien 5 Millionär neue Einwohner aufnehmen könnte. Das Territorium frn Tsana-See ist ftO.OOO Quadratkilometer gros8 und fast völlig unbewohnt. Der Boden eignet sich zum Anbau von Getreide, Kaffee u.a.m. Die jüdischen Kreise verhalten sich zu diesem Plan reserviert. Siedlung in Abessinien „Times" und Havas bringen folgende Meidung aus Wien". Die mit der Auswanderun«: von Juden aus Österreich sich belassende Gesellschaft Gildemeester arbeitet gegenwärtig ein weitreichendes Projekt der Ansiedlung jüdischer FiüciiUinge in A b e s, s i n \ v u aus. Firu* von Herr»»im Fürnba'g geführte Kominission von 5 Experten begab sich nach Rom, wo sie zunächst Besprechungen mit der italienischen Regierung führt, um sich dann nach Abessinien. zu begeben. wo Sit bis Ende September bleibt. Ein vorläufiges Projekt ist bereits nach Rom geschickt und von den zustandigen Stellen studiert worden ,pie Ge-I i'ef Jüdischen Konsistorium! seiltehaft Gildemeester glaubt, dass Abessinien, sowohl 'was j des „Foyer Israeiite". Kurznachrichten Der Jüdischen Gemeinde Sofia sind alarmierende Nachrichten über die tragische Lage der auf einer einsamen Insel inmitten der Donau bei Rwtt*chuk ausgetetzten l'Mschcn FHielttlinf/xfamilit n aus Deutschland zugegangen. Di$'Flüchtlinge warten die Ankunft eines Schiffes ab, das sie donauabwärts aufs offene Meer bringen soll; inzwischen dürfen sie die Insel nicht verlassen. Lebensmittel können ihnen nur unter grossen Schwierigkeiten zugeführt werden, und sie leiden unter Mangel an gutem Trinkwasser. Einer Gruppe von HO aus Italien geflüchteten Emigranten gelang es, beim Eden-Roc in der Nähe des Cap d * A n 11 be s an Land zu gehen. Sie konnten unbemerkt nach Nizza gelangen, wo sie sich «er Polizei stellten. Der Sonderkommissar hat sie nach Abfassung eines Protokolls entlassen. Das Flüchtlings-Hilfskomitee nimmt sich ihrer an. Die dänische Regierung hat 300 jüdischen Jugendlichen aus Deutsehküjd gestattet, ein Jahr in Dänemark zur landwirtschaftlichen Ausbildung für Palästina zu verbringen. Nach einer Mitteilung der japanischen Behörden in S h a n g h a i dürfen diejenigen jüdischen Flüchtlinge, die sich augenblicklich auf dem Wege nach Shanghai befinden, sich in dem von den Japanern besetzten Teil der Internationalen Konzession niederlassen. Auch die französische Konon in Shanghai ist für weitere. FlüchtiingS-iSuwanderung gesperrt worden. Sitzung aes S»ilian?halt"r- Gcciöinue^ies teilte der japanische Vertrete:? mit, d;;ss dio japanischen Behörden in Schanghai (*eni Jüdischen Flüchtiingskomitcc ein Gebäude zur Unterbringung von <ü00 jüdischen Fiiichtüngskindern zur Verfügung gestellt hat. Von polnischer Seite wird mitgeteilt, dass das Lager t'er aus Deutschland ausgetriebenen polnischen Juden in der j ölnischcn Grenzstadt Zbaszyn am 1. September endgültig 1 tjuidiert sein wird. Die Flüchtlinge werden über gan» Polen verteilt. " Der Präsident von Kub a hat verfügt, dass 53 seit drei Monaten in einem Einwandererlager internierte jüdische Flüchtlinge auf freien Fuss gesetzt werden. In Danzig sind neue Richtlinien für die Aus wände*» r u ng von Juden erlassen worden. Danach dürfen Juden Lmzugsgut oder Reisegepäck wie überhaupt ihnen gehörende Sachen nur mit besonderer Genehmigung Ins Ausland Oder i?! das Freihafen gebiet in Danzig versenden. Ebenso dürfen Juden auch im Reiseverkehr nur das mitnehmen, was unbedingt zu ihrem persönlichen Bedarf gehört. Drei Mitglieder der Harvard-Universität haben ein l.OOC Dollar-Preisausschreiben für die beste unveröffentlichte L e - bensgf schiebt« vor. Flüchtlingen, welche die Auswirkungen des Naziregimes in Deutschland am eigenen Leibe erfahren haben, veranstaltet. Das Thema lautet: „Mein Leben in Deutsehland vor und nach dem 30. Januar 1933". In Bu 1 g a r i e n wurde eine neue antisemitische faschistische Organisation „Die Br-unhemdcn" gegründet. Der Architektenverband in Lodz hat den Arier- Paragraphen e.ngeführh Die königllc' e Kurie in B u d a pest hat den bekannten Antisemiten Major i.R. Franz Szalael wegen einer Reihe von ihm veröffentlichter antisemitischer Artikel *u einem Mona! Gefängnis verurteilt. In Südafrika ist soeben ein Drive zu Gunsten der J u - gcnd-AUja eingeleitet worden mit einem Dinner, das der stellvertretende Premierminister General Bmuti und Frau Ilse W a r b u r g veranstalteten. Den Vorsite führte Richter Leopold Grecnherg vom Obersten Gericht in < er Provinz Trans vaal. General Smuts hielt eine Ansprache, ir. der er u. a sagte. Gott habe die Judenheit gesegnet, dasa e? dem Lcrnde seine Dankbarkeit erweise. Auf dem Dinner wurden 15.000 Pfund für die Jugend-Aliia aufgebracht In Ägypten wurde das neue Kabinett unter A11 Mäher P.'.soha gebildet. Der Premierminister verwaltet selbst die Ministerien des Äusseren und des Inneren. Pas Ministerium besteht aus Unabhängigen und Saadisten, vährend die Liberalen an ihm nicht teilnehmen. Die Standard Oil Company of California hat. wie wir bereits meldeten, von König Ibn Saud Erdölkonzessionen erhalten. Diese Konzessionen erstrecken .sich auf ein Gebiet von Quadratmeilen. Die Gesellschaft hat hierfür 11.5C Millionen Dollar gezahlt sowie sich zu einer Jahreszahlun*» von 165.200 Dollar verpflichtet. Daa Abkommen lauft <'C Jahre. Die Kor.zeisii.ri befir.de*. sieh im östlichen Teil dir Provinz Hasa. f Zwei jun"e amerikanisch-jüdische Flieger, der 22-jährige Pilot Alex Loeb und sein Begleiter Dick Decker, unternahmen nm 1J. August, einen Oberseeflug von St. Peter» in New Seoiland über den Ozean nach Irland. D«n Aeroplan Si hanVn sie sich aus ihren Ersparnissen an. Da keine Nachricht von den jungen Fliegern eintraf, werden ernste Befürchtungen für ihr Leben geheget. Im Alter von 4S Jahren starb Benzion Averboueh. Mitglied in Brüssel und Viscprfcsideot

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