Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 23 (18.8.1939)
- Date
- 1939-08-18
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424681--313-2425079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Ankara 1× ep/1044026
OCR text
Mr. n li.vni.iM)^ J^nmCKE WILT RIINDSCHAU 8dU ft Palästina und die Erschliessung des Orients Von Dr Alfred Rönne (Jeruxa.'em) Die Erkenntnis der Unmöglichkeit, n» «Irr getrö'-fhtnationalen Bevölkerung orientalischer Lander konsolidiert.» Staatswesen im modernen Sinne zu schaffen, in *< ichen Gebieten schon in dm Jahrzehnten vor »lern Kriege md rr.it verstärktem Nachdruck mitteto der Friedensvertrag« ruuh dem Kriege die Tendenz zur Homogenisierung, d.h. der nationalen Vereinheitlich u n g der Bf volkerung. gcfdrdert. Die Scheidung einer au* verschiedenen Nationalitäten und Konfessionen zusammengesetzten Bevölkerung hat sich insbesondere dort als notwendig erwiesen, wo auf relativ kleinem Raum eine Fülle von verschiedenartigen Volkstellen sesshaft war und wo diese verschiedenartigen (Gruppen bevölkert sind. Abgesehen von wenig*» Gebieten in der Nähe der Küste oder an bestimmten Wmwerliuifrn, durchquert man immer wieder gross« Strecken von oft Tausenden von Quadratkilometern, die kaum mehr »ls einige rinn»» Dörfer. Beduincnlager und, dementsprechend, nur sparlieh kultivierte Zonen aufweisen. In besonderem Mause treffen diese Verhältnisse für den Irak und die T ü r k <j i, einen grossen Teil S y r i e n s und Trainjordanlcni) zu. Dabei zeigen überall verstreute Siodlungsreste aus den verschiedensten Epochen, von der Antike bis» in die letzte Gegenwart, das« ein grosser Teil der heute wüst und unbegiedclt legenden Heblet« früher dicht nieht nilein durch die Verschiedenheit des nationalen oder; bewohnt, jn oftmals Zentren der Kultur und Zivilisation je»»' religiösen Bekenntnisses, sondern vor allem aueh in sozialer; Tage gewesen waren. Bcf-ondcrs augenscheinlich tot die; für Hinsicht (Lebensstandard, berufliche und kulturelle DifYercnj bestimmte Gebiete in nürhstor N ii 1» e Palästinas, «Sterling» eich abzeichneten. Der Weg der Umsiedlung hat!Tm Haurau, ferner nördlich" von Damaskus, finden sich östlich in einer Reih« »solcher Fälle gut bewährt. [lieh der gegenwärtigen Bebauungsgrenzc, d. h. also in einem W1wmmU.U..mm Um rtrlmmt Gebiet, da« heule allgemein als Ödland oder Wüste gilt zahlsjinniruiung «n vrwn» |Iow. Ruinenatätten bis tief in die Steppenregion hinein. Noch Der g r i c c h i s c h - t ü r k i s c h e B c v ö 1 k e r u n s g- ■bu» In die späthellenisrhe und frühbysantintoche KpfM.hr waren au «tausch ist, obwohl seinem Umfang nach der grösete,; diene Gebiete nach den uns erhalten gebliebenen baulichen nicht der einzige Faü, durch den in der Gegenwatt kompüi Resten und schriftlichen Zeugnissen besiedelt. Da«» gleiche zierte nationale Probleme gelost wurden. Hierher gehört z.B. ) gilt für das Gebiet in Nordsyrien, da« sich zwischen Aieppo. auch die im Ganzen gelungene Paziflzierung M a z e - j Antiochien und dem Orontes im Süden erstreckt, in dem auf doniens, da* bis zum Weltkriege einen der Hatipihcrdc der! heut* verfallenem Land Dutzende von einst Mühenden Siedintornationaien Unruhe darstellte. Allein »n Griechisch-Ms-; lungspunkten der Antik« nachgewiesen werden konnten. Im zf dornen haben vom Ausbruch des Balkankrieges im Oktober Süden Palästinas, im Grenzgebiet gegen /.gypten, das 1012 bis End« 1924 nicht weniger als 17 verschiedene Wand«- heute den Anschein reiner Wüste macht, konnten auf engem rungebewegungen stattgefunden, »He tu dem Zwecke, ein« Rnum die Trümmer von einem halben Dutzend Städten nach einer mala von rung von .vo riemlich strhi susfcttllch k ieht tun h I i c n « n Mmsrli r «ich gleich/.eitif?; für Motor gewalth-t homogene Neuansiedlung der früher in bunter Mischung nebeneinander lebenden Nationalitäten zu erreichen. Ein Teil dieser Umsiedlungen war eine unmittelbar» Folg.? kriegerischer Operationen: andere erfolgten auf Grund «u»<lrucklkher Abmachungen zwischen der. beteiligten Ländern Bulgarien. Serbien. Griechenland und der Türkei. In jedem einzelnen Fall hat es sich um eine Auswanderung und Ncuansledlung j von Zehn- oder Hunderttausenden von Menschen gehandelt gewiesen werden. Für Mesopotamien, ein Land, In dem durch die besonderen klimatischen Bedingungen Ruinenreste weniger gut erhalten blieben als in den orientalischen Mittelmeerlandern. Hegt uns eine Füll« itterarischer Zeugnisse iiUc der. Hoch stand der Landwirtschaft und dar Hicuiungskultur in der Antike und im frühen Mittelalter vor. Sowohl im eigentlichen Mesopotamien - das heute den nordlichen Teil des In ihrem berühmten Vorschlag, für Palästina eine radikale jStaates Irak bildet — als In dem südlich gelegenen Bebylonien, LSsung durch Scheidung der beiden Nationen zu erreichen, hat die Royal Commission auch die Notwendigkeit eines Austausches der Bevölkerung als Voraussetzung der definitiven Bereinigung der jüdisch-arabischen Frage angesehen und dabei ausdrücklich auf das Beispiel des grossen türkisch-griechischen Bevölkerungeaustausches nach dem türkisch-griechischen Kriege im Jahre 1922 verwiesen. Der Wohl durchdachte, grosszügige Tellungsplan der Royal Ooinntluion Ist gescheitert; nicht zuletzt daran, dass man nicht wagte, da? Problem der verbleibenden Minoritäten mittels eines Bevölkerungsaustausehes zu lösen. Neue politische Faktoren Inzwischen haben sich jedoch politische Ereignisse und Wandlungen vollzogen, die geeignet sein müssen, nicht nur die Situation im Orient im allgemeinen, sondern auch die zionistische Position Im neuen Uchte erscheinen zu lassen. Dia beiden wichtigsten politischen Tatsachen, die die kommend« Entwicklung unter anderen Aspekten erscheinen lasse», sind: 1. Der nunmehr definitive Eintritt der Türkei In;* t r o m I r. n d am reizvollsten haben dort, wo heute nur primitive Fellachendörfe:« liegen und Halbnomaden ein kümmerliches Leben fristen, blühend« und dichtbevölkert« Reiche, Höhepunkte menschlicher Kultur, bestanden. Für An «tollen Ist es nicht notwendig, tief in die Vergangenheit zurückzugreifen, Die Zeugen der dichteren Bevölkerung au» einer kaum verflossenen Gegenwart sind heute noch überall deutlich sichtbar. Wer von der neuen Hauptstadt des Landes, Ankara, nach Westen führt, wird angesichts der zahllosen verlassenen griechischen Dörfer Immer wieder daran erinnert, dass diese Gebiete bis vor kurzem von einer nach Hunderttausenden zählenden Bauernbevölkerung bewohnt gewesen sind. Die Wiederansiedlung türkischer, resp. moslemischer Bauern aus den Balkanländern hat nur einen Bruchteil der freien Siedlungsgebiete In der Türkei in Anspruch genommen. dl« Reihe der massgebenden Mächte des Mittslmeers, ihr Auf stieg zur beherrschenden Macht im östlichen Mittelmeer und 2. Die offen proklamierte Ziel setzung der faschistischen Mächte auf Erweiterung ihrer territorialen Interessen im Mittelmeerraum. Damit wiederholt sich eine Situation, die schon vor dem Untergang des Ottomanischen Reiches bestanden hat; zunächst ein Werben um die Bundesgemxwenschaft der Türkei, die durch ihre geographische Lage eine Schlüsselstellung auch innerhalb des Verkehrs- und Verteidigungssyatema des englischen Imperiums ihnehat. Inzwischen hat dieses Werben bereits durch den Abschluss von militärischen Bündnissen mit England und Frankreich seinen natürlichen Abschluss gefunden, und auch die arabischen Gebtete sehen sich somit in einer Konstellation, die gewisse Ähnlichkeiten mit der Vorkriegslage aufweist, obwohl nicht angenommen werden kann, dass die polltischen Ambitionen der Türkei darauf gerichtet sind, sich in nennenswertem Umfange niehttürkisch« Gebiete einzuverleiben. Ebenso eindeutig hat sich herausgestellt, dass die arabische« Länder angesichts der offenen und unausgesprochenen Drohungen der faschistischen Mächte nicht imstande sind, ohne kräftigen BeschüUßr selbst die partielle Selbständigkeit, die sie heute haben, zu verteidigen. Im Vergleich mit Lybien und selbst Abessinien weisen Syrien, Transjordanien, Palästina und der Irak einen sehr viel höheren Prozentsatz an wertvollem und srschliesaungsbereitem Siedlungsland auf — abgesehen von den strategisch-geographischen Vorzügen ihrer Lage. Es ist unwahrscheinlich, dass in einer Zeit, in der die Suche nach Siedlungsland so allgemein geworden ist, Gebiete mit den potentiellen ErschliessungsmögUchkt-iten der arabischen Länder In ihrem jeuigen Zustand verharren werden, dass sie nicht eine „provozierende" Wirkung auf den Erobcrungawillen der totalitären Staaten ausüben sollten. Die außergewöhnlichen Chancen aHein für die agrarische Produktion, die sich in den orientalischen Bewässerungsgebieten durch das Zusammenwirken von Sonne und Wasser ergeben, werden diese Zonen immer stärker «u unentbehrlichen Lieferanten der europaischen Märkte mit hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten machen, die in europäischen Breiten nicht eräugt werden können, Schon irn 19. Jahrhundert sind mit der Expansion der europäischen Gressmächtc wiederholt theoretische und praktische Versuche unternommen worden, diese Länder zu ersebiiessen und ihre Siedlungskapazität festzustellen. Schon damals waren es insbesondere deutsche Kreise, die im Hinblick aut die geringe Beteiligung Deutschlands an den kolonialen Möglichkeiten der Welt in den grossen Räumen de« Vorderen Orients kolonisatorische. Projekte zu entwickeln gedachten. Die &edliingsJnögli>hkeiten Wie steht es nun tatsächlich, mit den vorhandenen SI e d l u n g s m e g I ic h k e i t e n im Orient? Der Beobachter, der orientalische Gebiete durchreist und ihre Siedimxgsdkhte, Grad und Formen des Landhaus vergleicht, wird am atärksten davon beeindruckt, dass diese riesige«, Räum« augenscbeiulich ausserordentlich dünn Die Lac« im Irak Unter dem Gesichtspunkt der rein landwirtschaftlichen Siedlungskapazität erscheint von allen Länderb das Zwei- Die Siedlungsdichte diese Gebietes ist im Vergleich selbst mit den relativ gering besiedelten orientalischen Nachbarländern sehr niedrig. Die Anbacmöglichkeiten sind durch die zentralen Wasseradern, die einen grossen Teil des gesamten anbaufähigen Gebietes durchströmen und dort Bewässerungsmögliciikeiten schaffen, vor den auf natürliche Befeuchtung durch Regenfall angewiesenen Gebieten in den Nachbarländern begünstigt. Zwei erste Voraussetzungen, d. h. viel Boden und viel Wasser, scheinen somit erfüllt zu sein, um hak zu einem für Xewticäluny rVsondern geeigneten Gebiet zu machen. Dabei kann die Frag* zunächst offen bleiben, in welchem Umfang das Land kli matisch für Europa geeignet ist. Vier Fünftel der Gesamtfläche des Iruk, rund 360.000 von 433.000 Quadratkilometer, sind zwar zur Zeit nicht kultivierbar. Diese Fläche umfas.it Im wesentlichen die Wüsten- und Steppengebiete im Westen, Südwesten und Osten, die Sumpfländer an den Unterläufen der Ströme und das verkarstete Bergland im Norden. Trotzdem bleibt auch dann noch eine anbaufähige Fläche von rund 90.000 qkm, «las ist fast dreimal soviel als das gesamte heute kultivierbare Land in Ägypten, Von diesen 60.000 qkm wird aber nur ein Bruchteil dauernd bebaut, der Anbau erfolgt nämlich in der Regel sporadisch. Nach den primitiven Methoden der zum grossen Teil nomadisierenden Fellachen wird ein Stück Boden nur solange bestellt, bis die Fruchtbarkeit nachlaset; dann übersiedelt das betreffende Dorf oder der Stamm in ein anderes Gebiet Die in einem Jahr gleichzeitig unter Kultur stehende j Flüche erreicht kaum mehr als 15.000 bis 20.000 qkm, das i sind nur IG 22 Proz. de« gesamten kultivlerbaren Gebietes. Auch dort, wo eine dauernde Bebauung stattfindet, so insbesondere in den Flussgebieten, die mittels Pumpen bewässert werden, sind die Bebauungsmethoden noch sehr primitiv. Aus dem Vergleich der Bevölkerungsdichte mit der anderer Länder erhellt ohne weiteres, das?, der bewässerbare Boden im Ir »k noch eine kaum abzuschätzende Verdichtung der Bevölkerung ertragen kann. Eine solche durch Einwanderung herbeigeführte Zunahme der Bevölkerung wurde von massgebenden Irakischen Kreisen seihst als unumgänglich für das Aufblühen des Landes bezeichnet •). So führte D'.rhafar vi Axkari, der frühere- Premierminister des Irak, vor mehreren Jahren tn einem Aufsatz für die 'Royal Central Aaian Society folgendes aus; „Die Grösse de« Landes (Irak » beträgt etwa da« Dreifache der Fläch« England« und Der PolitlftrJie »erteilt iter tixekutive der Jewfoh A%encf Wales*, obw'iht unsere Bevölkerung nur drei Millionen zählt-\ an den XXJ. Zionisten-Kongress und die VI, Tagung den Im Niltal von Aasuan bla zum Meere lebt eine Bevölkerung Councils dar Jewish Agency ist; in hebräischer und engiivon rund 13 Millionen auf Boden, die durch ein System der j scher Sprache erschienen. Er enthält die Berichte der Büro« FlussbtWässerung ihren Wasserbedarf erhalten. Die bewäs-; jn London und Genf, des Politischen Departements in Jeruserbare Fläche im Irak wäre zweifellos nicht kleiner als , »alem und eint Reihe von Anhängen, weiche di« Memoranden) zusätzlichen landwirtschaftlichen Rrvöikei> Mdltouen j'e«)'M)i h^n. Aber «v? kann al» d.ma nchtn d, r heutigen Bevölkerung; bensovud, al»u nochrn.nl/« .( b t * 4 M »I - h c o Nahrung und Extotenr. finden und ür die bereit»» ausÄsnig« Bevölkerung «kl Fortschritte* auswirken können. ( hiuxen In .Syrien Die Verhaltntose in Syrien;u'i*en in man.her Hinsicht Ähnlich« Züge wie im Irak. Syrien ist ein Agrarland mit teilweise sehr dünn bevölkerten und übcnuia .\t.*n: iv bewirtschafteten Gebieten: die landwirtschaftlich« Bevölkerung b<> ^tebt fast n(i^s,-'hlien!tiie»t nun urnhisrhwi Kelheh<n. In» GegeuMÄfK?.um tr«k tot der AnUdl d«r ttomadtoehen Bevölkerung in Syrien sehr geling und erreicht mit rund SDO.O»in kaum Ui% der Ge*i»n»:t)«?volkeMing Die »m uUersher licht besiedelt*?» Kiist.-ng«bl«te im Westen de« Laude.» sind n ihrer wir'w;hartlkhen und s,o;a»l«n Struktur« \.o gehend on den ti3th<Vn Lamlestdleii verschieden, L Ihrcrsolt» schon Ohergsns.'rrornicn zum Irak UarstdUui. Im Wn^l-dch Irak fehlen In Syrien ferner trotz re^ion d j ul« r Wasserver.itirKunR die grossen zentralen Wronvivsteine zur BewiMMerung. die in Mesopotamien die Anbaumoglichkeiten «-hinggebend b«»tirn»nen. Dass die jetzig« Bevölkerung Syriens tum Mmn;«! an Mitteln und Mensrhen, nicht in der I,nge ha, dl« Prrxluktiowskriifte dej» Landes auszuwerten, v Ird in allen neueren Publikationen über Syrien ausgesprochen Iii?hcsor-dere wird immer wieder darauf hingewiesen, das* von den aub:tufühigen Böden nur die Halft« oder noch weniger in Kultur genommen alnd. und dass dir bedeutenden Möglichkeiten für dl« Bewässerung wertvollen ..Ackerlandes nur zu einem Bruchtril aungenutzt sind. Von rund f'.000 qkm bew«*.nerbarem Ijin«! sind bin jetzt knapp '„•OOO fjkm für Bowässerungskulturen unter den Pflug gekommen. Et handelt sich diesen Böden vor allem um die Ebenen im mittlere» Syrien, In Nord- und Nordostsyrien und In der KÜstünebsne, Obel an die Ausnutzung der Was»«r des Litunl, den Orontes,, de*. Khabur und des Euphrnt, verschiedener Seen und Sümpfe in Zentralsyrien und an eine Reihe von Flussregulierungen und Bcwäseernngs,iyHtemen lokaler .Bedeutung gedacht ist. Die hier für die beiden Nachbarländer Irak und Syrien» ndtgeteilten Daten haben bereit« eindeutig gezeigt, in welcher Grössenordnung die zusätzlichen SiedlungsrnOglichkeiten fiir diese Lander einzureihen sind, nelbst wenn nicht all« der angegebenen Einzelhelten einer endgtdtign Prüfung stand* halten. Für andere IJinder dea Vorderen Orient« lassen sich unschwer Ähnliche Ergebnis*«, nachweinen. In der Türkei sind von dem riesigen anbaufähigen Terrain von 300.000 qkm höchstens 30% angebaut und such diese überwiegend sehr extensiv. Im Iran ist die bebaut« Fläche verhältnisnuiselg noch kleiner, obwohl die- Bedingungen dort ähnlich wie in Trnnsjordanien Im Einzelnen noch wenig erforscht sind. Eine Ausnahme von all diesen Landern macht nur Ägypten, das mit seiner höchst intensiven HewässerungKwirtRC.haft eine hohe Bevölkerungsdichte aufweist, aber in vieler Hinsicht eine siuch für andere Orientlander lehrreiche bewasse» rungstechnische Entwicklung zeigt. Seine Bevölkerung hat sich Im Laufe von 30 Jahren verdoppelt, ohne dass die Kultcrflächc des Lande* dementsprechend gestiegen ist. Und dkt PnüfttlnnfniRe? Man kann also, ohne «ich einer optimistischen Übertreibung schuldig zu machen, den Umfang der nicht bebau« ten, aber bebaubaren Ländereien mit 1 1 0 000 <f k m in» Syrien, Irak und Transjordanien, bei Einrechnuug der TUrsogar mit rund 2 0 0,000 qkm beziffern. En Ist keine Frage, dass die Erschliessung dieser Gebiete weit über die Kräfte der sie bewohnenden Bevölkerung hinausgeht; weder finanziell noch zahlcnmiissig ist dies« imstande, die hier bestehenden ausserordentlichen Möglichkeiten zu nutzen. Die Immense Bedeutung dieser Ziffern wird un« klar, wenn wir vorstellen, das« die kultivierbare Fläche Palästinas west-' lieh des Jordans auf tnsgeamt rund 12.000 qkm geschätzt wird. Angesichts dieser Proportionen wird es doppelt unverständlich, dass da« jüdisch-arabisch« Problem, da» auf einen territorialen Nenner gebracht. Innerhalb den orientalischen Raumes überhaupt kein Problem?- darstellt, so unlösbar erscheint, und dass die jüdisch« Tragödie, die die «ine» landlosen Volkes ist, sich immer mehr zuspitzt. Die Isolierung d e s j ü d i h <;• h - a r a b is chen Problems als einer Angelegenheit Palästinas allein ist seit dem Eingreifen anderer arabischer Länder in die Palast inafrage aufgehoben. Trotz, der berechtigten Skeptii» über den Ursprung dieser Einmischung hat die«« Intcressennahrao auch eine positive Seite; Hie erweitert die Basis für ein« LÖHunrp de» P*Ui*tinajrrnhtemx, Indem dt« jüdisch«»» £n#pr0<:h«>. nicht mehr mit denen der arabischen In Palästina allein, sondern auch rr denen »!cr arabischen Länder um Palästina konfrontiert werden, eben jener Länder, deren Itesourcen so gross sind, dass nie sie aus eigener Kraft nicht erschliesaen können, andererseits aber befürchten müssen, das» der iandhungrigen faschistischen Mächte sich ihre Schwäche zunut'/en machen wird und hier fremd-national«» Siedlungen mit »*H den bekannten Folgen etabliert, ü'bcr die Möglichkeit und Zweckmässigkeit einer arabischen Föderation, in deren Rahmen auch die jüdiachen Wünsch»- in Pa* lästina eine Erfüllung finden können, ist letztens auch von massgebender englischer Seite soviel geschrieben und gesprochen worden, dass kein Zweifel besteht, dass In dieser Blehtung die Lösung zu suchen ist; eine Lösung auf territorialer Grundlage, wobei die Frage, ob Teilung oder weitgehende administrative Selbständigkeit, sekundär tot. Auch da» Problem der Umsiedlung wird dabei neu in Angriff genommen werden müssen. _------- \ l die Ägyptens. Wir können daher von vornherein sagen, da; Irak mehr als alles andere eine zahlreichere Bevölkerung braucht, sie ist geradezu eine Voraussetzung des Fortschritts". Gewiss müssen dabei nicht phantastische Ziffern errechnet werden, wie sie über die Kolonisation Mesopotamiens gelegentlich vor dem Kriege vertreten wurden. Man bat da- •> Die K vöikerungsdlchte betrug Im Jahre 19M, bezogen auf den «.km anbaufähige;' Fläche: Irak 3«, Syrier» 41, Türk«! 54, Palästina 96, Uhanor-. i$3, Ägypten iSi Einwohner. und Erklärungen der Jewish Agency umfassen. Ein Teil von! ihnen ist turn ersten Mal der Öffentlichkeit übergeben wor* den. Der Bericht des Londoner Büros gibt einen Überblick über die Londoner Konferenz und enthält eine Anzahl von' Dokumenten, die bisher noch nicht publiziert wurden. De* Bericht des Politischen Departements in Jerusalem beschlft* Ugt sich mit der politischen Entwicklung der letzten twel Jahre, mit den Fragen der Immigration, der ntuen Siedlunge», der Sicherheit und »ter Verteidigung sowie den Beziehungen zu den arabischen und orientalische» lindern,