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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-18 · 23 (18.8.1939) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
23 (18.8.1939)
Date
1939-08-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 23 11 Vm. 193* JÜDISCHE SIKMAINGSPOMTIK EINE IMF,KKEI>I Mi MIT AUKONOM H. DVii Von •<»<•« TU i <htc, Kf'lfftl üf,. Den Haag, 8 , Wie wir früher bereit« bfrifhtot.cn. hatte Mich ß. Dyk zusammen mit zwei hullündis« hon Sne-hve Im Auftrüge der „International Jev/h<h Coloniznti« (Jrw-Coh", den» VorMfzcndor Dank) Wolf Ist, na August. Autonom *M J.'ldi', . n r, Society h Kurlnnrn, der holländischen Kolonie im nördlichen Südamerika begeben, uia dir Möglichkeiten für jhdU.'ho. Kolonisation dort ru t,:>!'nux hen. Agr. Dyk i .t jetst. wk-ik«.- noch Holland eurückgr' #;H, und wir hatten Gelegenheit, Uui Über «eine Ansichten mit < ul.nj,i<.. H.-fnhruii oho. ßlcdlui;<jtt auf die: gfjpoüü!: im Zusammenhang or letzten Reise zu befni Kurznachrichfen aus allW Weff In einem Gespräch mit den» Präsiden Nationalfonds in Amerika Dr. bä.ir! Go Ministerpräsident von Kiro (irischer Freistaat lern feiner Sympathie für die jüdische«! As; l;r;*jr.t Andruck, F-r /?ci, :!i/;!<- er. übcrzri!;; Palä-itinn-Wcirsb; :\voh! zahieumU ■n des Jüdischen | Tagen nicht 1 r; t e 1 n gab der französische»; i Ivmion de Va-l j)cr mi), rntlouen in Padr\Ps trotz den beköstigt und sodann den n-M',» und anderer IIIndcrn»K5o die Juden •.?if* als auch an Krnft in Palästina Warbsen Da die K'nnuü::.i<ji\ noch im hl vollständig wh.de v send u:. und euch ihr Bericht noch »lieht v< rlii -..t. konnte Herr Dyk. uns noch keine Linzel heilen über da*» Ergebnis der Ku m m i s .s i o n u i* lern u c h u n g mitteilen. Kr be tonte jedoch, das* die Lündor der hcüu'eit Zone t;;tnz bcaont'.cre Anforde; ungeii au die Kolonisation durch Europäer Htellcn, und zwar ni< ht mir mit Rücksicht r.uf da« Klim,«., sondern nueh h)fu!",e der Natur dieser Gebiete und die daraus sieh ergebenden wirtschaftlichen Verhältnisse, die eine besondere Form du?» landwirtschaftlichen Betriebes noU/endimachen. Do bisher jed» Ansiedlung von europäischen Mm'sehen In dieden (>KdK'>n nur auf der Crundb-.'uder IMü ntagc n * Wirtschaft und der Eingeborcnenarbeit erfolgte, würde ein Übergang zur Kolonisation durch europäische. Landwirte eine dienen Vonuisse tzungen entaprechende Vorbereitung de» •gesamten Knioiu.'iiuionsRebletes und fiir jede Siedlung besonder« hov.jo eine entsprechende, berufliche und wirtschaftliche Vorbereitung des Siedlungsanwürlers zur Voraussetzung haben. In derartigen Landern mus« man notgedrungen mit kleinen Ci tippe n beginnen und wmn sonst die natürlichen Bedingungen und die v.Irl-uhaftlicheu Verhältnisse geeignet Sind - kann man - spater die landwirtschaftliche Siedlung ettirker entwiche'» und dabei auch städtische Kolonisation treiben, die in einem «n(«prechend« » Verhältnis zur Landwirtschaft und zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung de1? Lande» steh'-n mu--'. In ganz anderem Ausmasse ist Jedoch nach Mcinim,: des Herrn Dyk landwirtschaftliche Siedlung und parallel dazu Entwicklung im Handwerk, In der Industrie wie überhaupt in .städtischen Gewerhezwelgen für Einwanderer in Ländern wie Argentinien und Brasilien möglich, wo die natürlichen und die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Kolonisation von Europaern sehr günstig sind. Dort steh» unendlich viel Raum und Bodenfluohe zur Verfügung. Dort besitzt die ...Tewish Colonization Association" noch grosse BodenarcHle und verfügt über alle Voraussets>ungen. Kenntnisse und Erfahrunscn auf dem Gebiete der AuHiedlung von Juden in diesen Ländern. Ähnlich liegen die Dinge In Rusuland, wo in einigen Gebieten mit den Hilfsmitteln des Agro-.Ioint die Ansiedlung von Juden vorgenommen wurde und auch in Zukunft noch erfolgen konnte. In Argentinien und Brasilien kommt es dar- , Hilf an. die Einwanderungsmoglichkeitcn zu crhuHcn, wah- ( »end Russland gegebenenfalls nur für Siedlungsanwärter In Frage kiime, die sozialpolitisch entsprechend eingestellt sind. Oder aber man miiante liinder für die Einwanderung von Emigranten y.u bekommen suchen, die sieh ähnlichjiwie Argentinien oder Brasilien sowohl von Natur, wie mich wirtschaftlich eignen, wo dann aber auch mit einer Periode d e r V o r b e r e \ t u n g der Siedlung?.u rechnen Ist und eine Kolonisation auch erst im Laufe einer Reihe von Jahren einen zahlenmassig respektablen Umfang erreichen kann. Für alle diese au sich für eine starke Einwanderung günstigen Länder ist eine berufliche Vorbereitung fims S i e d I u n g s a n w ii r t e t s notwendig:, die am besten entweder in den allen Heimatsländern (wie zum Beispiel in Polen und Rumänien) geschehen würde, oder aber in den Ulmlern, die zahlreichen Emigranten ein Asyl gewahrt haben (wie England, Frankreich, Holland, Belgien etc.). Besonders Frankreich 1 esitzt — so meinte Herr Dyk auf Grund seiner KenntniMC der dortigen Verhältnisse - grosse Möglichkeiten zur Berufsumachichtung, und zwar weil Frankreich menschliche Arbeitskräfte auf dem Lande braucht weil »eine AgrarNtruktur <in der Hauptsache bauerliche Betriebe) die beste Möglichkeit für die berufliche Ausbildung «päterer Bauern gibt, und weil dadurch ein grosser Teil der »ich dort aufhaltenden Emigranten, die sich in den grossen Stödten und vor allem in Paris konzentrieren, aus den Stüd ten herausgebracht werden könnte. Es gibt in Frankreich <und auch in England) Raum genug, selbst für die An Siedlung von Emigranten. Die Befürchtung, dass durch eine solche Ansiedlung von Emigranten eine Konkurrent für d<« einheimischen Bauern geschaffen werden könnte, könne dadurch zerstreut werden, das» die Betriebe der Immigranten-Siedler In der Haupts. ..he auf Selbstversorgung der Siedlerfamilien eingerichtet werden und der notwendige »usatzliehe Geldbedarf durch die Erzeugung von Exportproduktion gedeckt wird. Es müsste — so sagte Herr Dyk — das Ziel aller Körperschaften, Wohlfahrtsinstitutionen und Privatpersonen, denen das Los der Emigranten am Herzen liege, sein, die Bestrebungen zur Öffnung der Lander In Pbeif^e, sowie die Umschulung und berufliche Vorbereitung von Einwandelern in den europaischen Landern, in denen Massen von Emigranten leben, nach Kräften zu fördern. Auf unsere Frage, welche Rolle Palästina In diesem Zusammenhange zukomme, wies Herr Dyk darauf hin, das» Palästina auch zur Zelt rein zahtenmäsäig abgesehen von allen psychologischen Faktoren --die grössten Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Ansiedlung von Emigranten biete. Trotn i5er derzeitigen schwierigen politischen Verhältnisse in Palastina seien diese Möglichkeiten gegeben, well noch Immer eine starke Einwanderung stattfinde, weil es notwendig sei, dass in Palästina selbst eine Auflockerung der Städte durchgeführt wird, und weil zur Zeit genügend Boden in Palastina in jüdischem Besitz ist, der für Viele tausendc Siedlungsanwärter verwendet werden könnte. Die in Warschau abgehaltene Konfcrcnr. aller jüdiv c h e n-S t u d e n ten I n P o 1 e n besohlons. zu dem demnächst in Paris? l.'sttfindsndcn Internationalen Kongrcs.s der jüdi- '' 'n Akademiker IT« Delegierte zu entsenden. Die Konferenz b;<nehIo,*«i ferner, ein gemeinschaftliches Anti-Ghetto-Komitec tun Leben ::u rufen. D?im So rn rn c r I n g e r jüdischer Arbeiter In Combi» in Polen, das von dem Verband der jüdischen Gc- \v'u h.vesiuften in Polen eingerichtet worden war, wurde von :m!\.vemitische:i Kxcedcnten überfallen. Hierbei wurde ein jüdischer Arbeiter getötet und ein zweiter Arbeiter schwer verwundet. Zwei der Angreifer wurden verhaftet. Jm 11 a 11 e n I » v h e n Amtsblatt ls\ eine Verordiiure',; erschienen, die die sofortige Inangriffnahme der Arisierunjr de;.« jiidi::<:h( '.\ (Tro.'wfjrmen in Italien verfügt, >:"ne mui.i Weih» der . Austreibung ausländ!- « c h e r J u d e n, die nr.e!i Ablauf der für die ZwangK.iuswanderun-i der j-nchtitMienifehen Juden fjesctztt-n Frist '12. März V.tl'J) i:i Ilülien geblieben sind, hat eingesetzt. In den letzten T:t;en habet- Hunderte mislandi.sche Juden von der Polizei den Befehl erhalten, das Luid Innerhalb der nächsten vier Wochen zu vcrlanstn. Dio während der letzten Tagting des Zwischenstaatlichen Komitees für 'die Flüchtlinge gegründete Oo-ordinating Foundation teilt mit: Der Gesehäftsführendc Rat der auf der Tagung des Zwischenstaatlichen Komitees am W, Juli gegründeten "Co-ordinating Foundation", deren Ziel es ist, mit Einzelpersonen und Organisationen zusammenzu arbeiten, um die Auswanderung unfreiwilliger Emigranten aus Deutschland zu erleichtern, hat Herrn Paul van Z e e I a n d, früheren Ministerpräsidenten Belgiens, eingeladen.' dm Präsidium des Verwaltungsrates der Foundation zu übernehmen. Van Zeeland hat die Einladung angenommen. "Daily Telegraph" erfährt, dass van Zeeland die Delegation des Zwischenstaatlichen Komitee.«? führen wird, die im September mit Präsident Roosevclt in Washington konferieren wird. In Lille fand der V/. Internationale Konrjretss der sdtktlist'tschrn Jugend statt. An dem Kongress nahm eine Delegation der jüdischen Arbeiterjugend in Palästina unter der Fhrung von Ben-Aharon und Kafri teil. Die Braunsberg & Co. A.G. Hannover, ein grosses Unternehmen der deutschen Textilindustrie, ist arisiert worden. Das Aktienkapital in Höhe von 2.8 Millionen RM„ das rieh bisher in Familienbesitz befand, ging auf eine arische Erwerbergruppe über. Damit wurden auch die Toehterunternehmungeu der Gesellschaft, die Textilindustrie Münchberg G.m.b.H., die Kattunmanufaktur Ernest Schmitt p.m.b.H. in Frohburg Sa. und die Mechanische Weberei Niederorschel A.G. in Hannover in arischen Besitz überführt. „Daily Herald" meldet aus Danzig: In Gütland Ist das erste Konzentrationslager auf dem Gebiete des Freistaates Danzig eröffnet worden. Die ersten Lagerinsassen sind etwa 10 Juden; sie werden stur Verrichtung schwerer rbcjten angehalten. Der bekannte holländische Philanthrop F. v. Gildemeestcr hielt sich auf Einladung der Zeitschrift für Fragen der .'us Wanderung „Vändor" fünf Tage in Budapest auf, um mit mass: gebenden Persönlichkeiten der Politik und der Wirtschaft Auswanderungsprobleme zu erörtern. Im Verlaufe der Be sprechungen erwies ca sich, dass sämtliche prominenten Vertreter der vom Judengesetz betroffenen Schichten der jüdischen Bevölkerung die Inangriffnahme einer. Aufwänderungs-Sonderaktlon in Ungarn für nötig erachten. Es wurde u. a. mitgeteilt, dass die, Gründung einer Emigrationsbank in Amsterdam unter Einbeziehung amerikanischer, englischer und hollandischer Kapitalisten unmittelbar bevorsteht. Im Hafen von Monaco trafen zwei Boote ein, in denen sieh 24 jüdische Flüchtlinge aus Österreich und der Tschechoslowakei befanden. Die Flüchtlinge machten einen gänzlich erschöpften und gebrochenen Eindruck. Sie erzählten, dass sie auf der Suche nach einem Zufluchtsort nach Italien gelangt seien, wo man sie jedoch nicht landen Hess. Aus Ventimiglia seien sie dann von italienischen Fischern nach Monaco gefahren worden. In Monaco wurden die Flüchtlinge, die seit K-h. gegessen hatte Behörden übergebe;?. -i::tr Bezieher fies Palästina-Pavillons in de.- New Yorker Weltausstellung war ein Chinese nua Hangkau. Die Standard öl Comp r. n y von Cnlifornlcn I at für di-? O.-inrovi.iz Hassa in Snudt-Arabien die Konzession zu Ölbohrungen erhalten. Zum irakischen G es a n c! t c n in London wurde TewHk Key er. Sundl ernannt, einer der Vertreter des Irak auf der Palästina-Konferenz in Ixmdon, Nach Meldungen aus Beirut ist der Präsident des L I b n n o n , I d d ef nicht mit dem Ergebnis der Besprechungen zufrieden, die er in Paris mit der französischen Regierung iiatte. und beabsichtigt nach seiner Rückkehr nach Beirut zurückzutreten. In Indien begann kurz nach dem Besuch von Dr. Schacht eine dreisprachige Zeitung zu erscheinen, die im Stile des „Stürmer" a n t i s cm 11 iv, c he Propag r. n d a betreibt und kostenlos unter den Hindus und Moslems vertrieben wird. Die Zeitung wird von Deutsehen herausgegeben. Der Jüdische Gemeinderat in Bombay hat Vorstellungen bei der Indischen Regierung gegen das Erscheinen der Zeitung erhoben. Die Regierung von Guatemala hat sich nach Pressemeldungen damit einverstanden erklärt, jüdischen Flüchtlingen, die bereits Verwandte im Lande haben. Asyl zu gewähren. Gleichzeitig erteilte sie ihren Konsuln die Weisung, Juden keine Touristenkarten auszustellen noch Passvisa tu erteilen. Dieser Bcschluss wird darauf zurückgeführt, dass zahlreiche Juden mit Touristenkarten nach Guatemala einreisten, das Land jedoch nicht wieder verlicssen. Nach einer Meldung der „New York Times" wurden 5f, jüdischen Flüchtlingen, die an Bord des deutschen Dampfer» „Portland" in San Salvador landen sollten, die Landung mit der Begründung verwehrt, dass ihre Einreiscvisn gefälscht seien. Tatsächlich wurden die Visa von den Ehrenkonsuln des Staates San Salvador in Budapest und Amsterdam ausgestellt. Für jedes der Visen mussten 100 Pfund entrichtet werden. Das Blatt fügt hinzu, dass die beiden Ehrenkonsuln entlassen wurden und ihre Nachfolger darauf aufmerksam gemacht worden sind, dass sie ohne vorherige Rückfrage bei ihrem Ausscnministerium Flüchtlingen keine Visa ausstellen dürfen. Im Laufe des am 30. Juni zu Ende gegangenen Jahres sind 4638 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland-Österreich und 1159 Polen, in der Mehrzahl Juden, in Australien eingewandert. Laut einer Meidung im „Evening News" haben die ustralischen Bunde sbehör den die Einreise für jüdische Ärzte in Australien vorläufig gesperrt. Als Grund wird angegeben, dass die ausländischen Arzte Schwierigkeiten haben würden, Patienten zu finden. Im argentinischen Parlament wurden die Massnahmen der Regierung gegen die Einwanderung mitteleuropiuscher Emigranten in Argentinien durch eine Interpellation zur Sprache gebracht. Der Landwirtschaftsminister Pad i 11 a erklärte, dass die Massnahmen gegen die Einwanderung? nur provisorischer Natur seien und dass er selber eine Immigration wünsc h e. Aussenminister Cantil.o meinte, dass die Einwanderer jedenfalls nicht „unerwünschte Elemente" oder Flüchtlinge sein dürfen, die aus politischen oder rassischen Gründen aus anderen Ländern ausgetrieben worden sind. Um die Einwanderung zu regeln, sei die Aufstellung eines festen Wirtschaftsplanes und ein neues Kc!onisationsgesetz erforderlich. Wie uns aus Amerika mitgeteilt wird. Ist Dr. Joachim Prinz ab 1. August als Rabbiner an eine Synagogengrneinde in N e w a r k berufen worden. Die Schweizer Zeitschrift „Die Nation" veröffentlichte kürzlich unter der Überschrift „Was wird aus den vertriebenen deutschen Juden?" eine Enquete, in der das Flüchtlingsproblem von den verschiedenen Seiten beleuchtet wird und auch Einzelreportagen gebracht werden. Die Zeitschrift setzt dieser Veröffentlichung eine Vorbemerkung voraus, der wir nachstehende Zeilen entnehmen: „Im Rahmen des .Nervenkrieges1* — des .guerre blanche', «wie die Franzosen deutlicher sagen ■— der seit sechs Jaliren die europäischen Nationen im Bann hält, spielt sich eine Spezialaktion ab, die für den ausführenden Teil eine .Volksbelustigung' mit riesigen Profiten bedeutet, für den wehrlosen .Gegner* Leiden von unvorstellbaren Ausmaasen mV sich bringt". Deutsch-jüdische Siedler in Argentinien AUS DER KOLONIE AYH.DOK ' , Im Verlag Hodder and Stoughton. London. Ist ein neues Buch v i Dr. Israel Mutlui'k, des bekannten antizionUxischcn Rabbiners der Uber«len Jüdischen Synagoge, betitelt „Was .sind die Juden?'' erschienen. Der Autor vertritt die Auffassung, dass das jüdische Problem ein Teil de« allgemeinen Menschheitsproblem* sei, und dau Palastin» uivW di{ Lösung der Judenfrage »ei Bald vier Jahre nach Eintreffen der ersten Siedlergruppe leben in der Kolonie Avigdor heute etwa 110 Siedlerfamihen, die meist aus Deutschland stammen. Künftig sollen europäische Juden anderer Staatsangehörigkeit hier angesiedelt werden, um eine Zusammenballung zu vermeiden. Daneben kommen im Land geborene Kolouisteiutöhne der ersten bessarabisehen, litauischen und ukrainischen Immigranten zur Ansiedlung. Die Grundlagen der Siedlung sind extensivster Anbau von Mais, Lein und Weizen, dazu Hühnerzucht und Milchwirtschaft. Ein Kamp von 75 ha wird von mindestens vier Personen bewirtschaftet, welche Pächter sind und Vorkaufsrecht auf das Land haben. Soweit es sich dabei nicht um geschlossene Familien handelt, ist nur selten auf die Dauer eine Zusammennrbeit möglich. Es fehlt eben das ideale Ziel, um dessentwillen der Einzelne seinen Egoismus zurückstellen konnte. Dagegen hat sich die Mehrzahl der zur Ansiedlung Gebrachten bewahrt, wobei der Vorteil nicht immer bei denen ist, die in Europa der Landwirtschaft am nächsten standen. Kleinsiedlungen von 10 bis 35 ha basieren auf Nebenerwerb (Handwerk, Fuhrleute, Lohuackern etc.) und eventuell Hühnerzucht. Eine Genossenschaft aller KuloniMen versorgt d»e folge der Ausdehnung der Kolonie gibt es zahlreiche Minjunlm, die ihren Gottesdienst in Privathäusern abhalten, Der Gesundheitsdienst umfasst all* Bewohner det Kolonie und unterhält ein kleines Krankenhaus, das von einem Arzt aus Deutschland betreut wird. Den argentinischen Gesetzen zufolge untersteht dieser (als „Sanitäter") dem nächsten argentinische.' Arzt. Die „Juventud Union" stellt die Zusammenfassung de» geistigen, gesellschaftlichen und sportlichen Lebens dar und ist unter wesentlicher Beihilfe der ICA — dabei, ein Gesellschaftshaus zu errichten. Ein Sportplatz ist selbstverständlich vorhanden: die Musikkapelle wird nicht nur in der Kolonie, sondern auch in den benachbarten Orten geschätzt. „Der Pionier von Avigdor", der neuerdings von der Juventud wieder herausgegeben wird, ist ein Presseorgan der Kolonie. Schulverein und Frauenverein bezeugen die Aktivität der weiblichen Bevölkerung. Last not least, hat die Administration das verantwortungsvolle Amt, die Verbindung zwischen der Generaldirektion der ICA in Buenos Aires und den Kolonisten herzustellen und ihre Interessen auf einen Nenner zu bringen, as erklärlicherweise nicht immer leicht ist. Provinzschule und PoliL'eistation sind in Gebäuden, welche ebenfalls die ICA zur Verfügung stellt. AJfredo Salomon Vor einiger Zeit erschien in Amerika ein Roman von Jose/ .Ouenner „If I forget The*,«' (Wenn ich Dein vergUsse). Es handelt sich um eine Erzählung aus dem Leben der .Gegenwart, db das jüdische Schicksal der deutschen Juden Kolonie mit allen notigen Waren, vertritt die Interessen gegen- |mlt dem mnK.„ päiust:na verbindet. Helden des Buches sind über der Molkerei «der Filiale einer englischen Kompagnie);tine Zioni&tin uua inr Freund, der Antizino.nist ist. aber und vermittelt aen E-rnteabsatB. , beim Betreten Palastinas «gerade am Tage der Beerdigung Die Gemeinde unterhält eine Synagoge und jüdische Schule; | Binhks> »um Zionisten wird. Trotzdem fühlt er aus Gewi*, sie hat einen Lcbjer und Kantor angestellt. Die Gebäudejsensbisse'n über seine vorherige Haltung sich nicht würdig, (Synagoge und Lehrerwohnung) hat che ICA geschenk?. In-;am Leben Palastinas teilzunehmen.

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