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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-11 · 22 (11.8.1939) · p. Seite 13

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
22 (11.8.1939)
Date
1939-08-11
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr, 14, 16.VI. 1WI JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU mt* 11 Aus dem „Protektorat4 EIN JUOENGESETMNTWURF T/ic- Heilungen im „Prot*d<tnrnt" veröffentlichen am Dienstag. 1. August, den Wortlaut, eines Judengesetz-Entwurfes, t'eit der „T s c h e o h i s r h A r i s r h e Kulturbund" der tr<hechhtchen Regierung: unterbreitet hat. In dem Entwurf wird vorgeschlagen, die Juden im „Protektorat" der tschechischen Staatsbürgerschaft zu berauben, ihren alle politischen Rechte, sowio das Recht, ein offent- IUi.es Ami y.u bekleiden, zu nehmen. Juden sotten keine akademischen Grade innehaben dürfen. Staatliche Auftrüge kon- •r.er an sie nicht vergeben werden. Das Gesotz enthalt ferner für die Juden ein Verbot der .Hissung von Fahnen fKViß-genverbot ». Die Juden sollen gezwungen werden, den „Reiben Fleck" zu tragen; ihr Vermögen geht zur Gönz« In „inIsche" Hände über und sie werden aus »amtlichen freien Berufen eliminiert. Ferner haben die Juden eine Sonderst «.uer zu enti-ichf.cn, aus deren Eingängen die Ausgaben für „ihren persönlichen Schutz"' bestritten werden sollen usw.» ganz nach Nazi-Vorbild. In £"tt unteHchteton Kreisen Prag.1) wird offen tue Ansicht geäussert, dass der Entwurf aus dem Büro des „Reiehsjtrotck'torr.'' v. Neurath stammt. Der Kulturbund habe unter «lern direkten Befehl der deutschen Nazis gehandelt, als er der Regierung den Entwurf unterbreitet«, IMe t*chpchterhcn Blätter, <li#» 5 e % w ti n r v, n wurden, den vollen Wortlaut de«* (te«ietzentivurfe«i y.u veroffenf«; Ik'hen. enthalten «den .jeglichen Kommentar**. Der tschechischarische Kulturbund hat an »ich Innerhalb des tschechischen Volkes gar keine Bedeutung daher würde auch diesem Gesetzentwurf normalerweise keine Bedeutung zukommen, wenn man nicht wüsste, das» er und «eine Veröffentlichung von der deutschen Protektoratsmacht, die in Wahrr 1t die Tyrannenherrschaft In dem sogenannten Protektorat ausübt, anempfohlen worden ist. Wir sind über sceugt, dass sich die tscchcchischa Nation, die stets ein starke« Kultur bewusst sein gehabt hat, gegen diese Befleckung der tschechischen Ehre — wenigstens soweit die Sphäre ihres freien Willem; noch reicht — zur Wehr setzen wird. DER ERZWUNGENE ANTISEMITISMUS Die londoner f.Ttmes" berichtet Uber die sonderbare Stellung, die die tttchcchmche faschistische Partei jetzt Im Lande hat, die von den Deutschen gefördert, aber von den Tschechen 'f harf abgelehnt und sogar als illegal bezeichnet wird. Die --fr?chi8Chcn Faschisten sind eine Gruppe, die nichts anderes ist als ein Wcrk'.cug den deutschen ttatiomünozialitsmu-n, mit «!e«f>en Hilfe die Deutschen nachweisen wollen, dass es unter iib'ii Tächcchch atlbat pfO-dcüUche ütid miUSeiiiUischc Tendenzen gäbe, was in Wahrheit gerade heut« weniger zutrifft als je. Die antisemit :hen Ausbrüche des bsehechisch-faschistl- *chen Organs werden, so berichtet die „Times" weiter, In den deutschen Zeitungen in grosser Aufmachung wiedergegeben. Iber die Vorgeschichte des Badeverbots in Pilsen (vgl. „JWR" Nr. 20) wird folgendes berichtet: ein afghanischer Offizier, der Pilsen besuchte (vielleicht wegen der dort befindlichen grossen SUoda-Waffcnfabrik?) wurde im Schwimmbad für einen Juden gehalten und von den deutschen Polizisten belästigt. Daraufhin wurden den Juden das Betreten des Bades verboten. Im allgemeinen, so berichtet die „Times", zeigen die Tschechen keine N e i - r ii 11 f, antijüdische Massnahmen einzuführen, aber in <ten Städten ,wo deutsche Soldaten und Polizisten garnisoniert aind. wird auf die Kaffeehäuser und Restaurants «in Druck ausgeübt, Juden auszuschliessen. So z. B. ist die* in dem grösslen Automatenrestaurant von Prag durchgesetzt worden. Man verbietet auch den Tscbechen, jüdisches Eigentum zu kaufen, und aller jüdische Grundbesitz geht in deutsche Hände über. - AUS OEM JÜDISCHE« LEBEN In Prag hat die Zentralstelle für jüdische Auswanderung ix> Streschowitz (Strasnice), Deiostrclecka 1J, ihren Betrieb aufgenommen. Die Juden, die auswandern wollen, haben rieh zunächst von der Kultusgemeinde die zum Antrag nötigen Papivtre zu beschaffen. Es sollen täglich etwa 200 bis 300 Juden abgefertigt werden. Die Regierung des Protektorats hat in ihr Budget für 14,30 einen Posten von 6*5.000 Kronen für die Bedürfnisse der jüdischen 'Rcliglonsgemeinschr.ft aufgenommen. Der Tschechisch-Arische Kulturbund erhebt nun die Forderung, dass dieser Budgetposten gestrichen werden soll. Darüber hinaus verlangt der Kulturbund, dass die Juden «amtliche Zuwendungen au» dem Staatsbudget, die von 1623 bis 1939 für religiöse Zwecke der jüdischen Gerr.eirtacha.ft gemacht worden sind - diese Zuwendungen werden vom Kulturbund ,-.:».t 22.650.000 Kronen beziffert — dem Staate zurückzahlen sollen. Au» Prair wird berichtet: Auf den seitens des tschechischen Futndwirtschaftsministeriums an die Jüdische Kuitus- ' gemeinde und an die jüdischen sozialen Institutionen in Frag gerichteten Appell hin, Juden mögen bei den Erntearbeiten im Protektorat helfen, haben sich allein-in Prag hunderte Juden — zumeist Flüchtlinge und Emigranten, aber auch Mitglieder der Jugendorganisationen — gemeldet. Die freiwilligen Arfeuter sind von den tschechischen Bauern in herzlicher Weise empfangen worden. Kurznachrichten aus aller Welt pHl**Hn*!?*f«"'h* Yotirifctilr Der „Palestlne and Egypt Lloyd" hat zum- Kongreß eine Broschüre in hebräischer und englischer Sprach« untedem Titel „Holidays under the Jewish Flug'" herausgegeben. Verfasser der Broschüre »st Wolter Turnowsky. In der Broschüre, wird die Frage einer i ü J i 'i e h e n P a t, s a g i e rs r h 1 f f a h r t erneut aufgeworfen und Vorschläge für ihre Schaffung gemacht. Es heilen sowohl Fahrten von Palästina aus wie auch Fahrten j Weis« Der L ord-Buhlwin - F o n d 3 für F i ü c h t 1 r n g e, der einen Stand \on 522,700 VtunA erreicht hat, w\irde am 31. Juli geschlossen. Spenden für den Fonds werden in Zukunft sowohl an den Christian Council for Refugeea «)s Mich an den Council for German Jewry gefahH werden können. Die Aufteilung der gespendeten («eitler zwischen diesen beiden Organisationen wird laut einer von diesen gemeinr:im mit »lern Verteitungskomite© des' Fonds getroffenen Vereinbarung erfolgen. Das britische Institute of Public Oplrtion richtete in *etnem Organ an die englische Öffentlichkeit die Franc „Moll Flüchtling e n das K o m m e n n a c h E n g 1 n n d gestallet werden?" TO",; aller derjenigen, nn welche die Fragegerichtet war, antworteten mit „Ja", 26",; mit „Nein", enthielten »ich der Stimme, Von denen, die ml. ..Ja", antworteten, sind 84% der Ansicht, da«'» zum Schutte der Interessen der englischen Arbeiter und Steuerzahler bei der Zulassung von Flüchtlingen einschränkende Massnahmen zu ergreifen seien; 15"., sind für eine bedingungslose ÜSuhtssunr. von Flüchtlingen. Entgegen Moldungen, das« Prof. Sigmund Freud sehr schwer erkrankt sei und man die größten 'Befürchtungen hege, wird Im Hause des Gelehrten In Hampstead. versichert, iv'ut Gesundheilitzustnnd. «ler allerdings schon aclt "'einiger Zeit wenig befriedigend .sei. zu bosondrrrn II'.;s«rf/m.tscM nicht AnlnMft gebe. In der letzten Zeit sind im L o n d o n e r K o 1 o n l a I a ru t wichtige Veränderungen in den hohen Beamtenpostcn vorgenommen worden. Die beiden bisherigen Unterstaatasekretiire Sir Cosmo Parkinson und Sir John S h u c k b u r g h wurden mit Gouv*rneur-Post«n betraut - und ihre Posten im Koiohlalamt durch andere, bisher dort nicht tätige Beamte, und «war Sir Henry Moore und Sir George Guter besetzt, eine Tatsache, die gewiss wich für die künftige Palästina-Politik nicht ohne Bedeutung Ist. 954 jüdische Emigranten aua Polen. Rumänien. Bulgarien end den baltischen Ländern haben an Bord des englischen Dampfers „Tiger Hill", der die Panama-Flagge führt, den rumänischen Donauhaten Constanza mit unbekanntem Ziel verlassen. An der polnisch-rumänischen Grenze wurde eine Grupoe von 6."0 jüdischen Emigranten angehalten. Grosses Aufsehen erregte Ende Juli die Tatsache, dass 11 Juden, die, aus Tt allen vertrieben, auf dem Seeweg die französische Küste zu erreichen versuchten, in Monaco von der dortigen Polizei verhaftet und zur Rückkehr gezwungen wurden. Es ist zum ersten Mal, das« ein derartiger Fall Im Gebiet von Monaco sich ereignet hat. lSöü Juden aus Wien haben »ich nach Italien und Jugoslavien begeben, um dort auf Grund des von uns bereits gemeldeten Abkommens ß Monate bis zu ihrer endgültigen Auswanderung zu verbringen. Die Gesetze zur Regelung der Berufs a u s ü b u : g und de.«? Erbrechtes von Juden in Italien sind in Kraft getreten. Künftighin können in Italien Juden weder als Rechtsanwälte, Ingenieure. Chemiker und Architekten noch als Schriftsteller tätig sein. Bei einem Empfang zu Ehren einer Gruppe Delegierter zum XXI. Zioniatenkongr«;*s entwickelte der Direktor de» Palästina-Pavillons auf der New Yorker Weltausstellung. Meyer Weisgal, einen Plan der ttbvrführuntt da* PaUintina- Pui ülonn auf den Sco-pm-Uery bei Jerusalem unmittelbar nach Schluss der Weltausstellung. DasBudapesterMonfagsblntt . Metfo' (Rechts» b«.richtet übef «inen Plan de.* Austausche« von In Amerika 1«- t e n d e n V n g t\ t» g e g e n J u d e n, die aus Ungarn auswandern wollen. Der Plan werde jetz! vom Innenministerium geprüft; das AnssennüiitetrHum Regierung «u »istnhcn. ihren Slandpviuki «..'arzulegen. l'.<- soll ritt ht nur -in IV-i «>r:. t in B e Ii i t 7. ■ A tt.-; t ,i ti s <: h, Immeneich w. trifft, vor Bich Kiheit Zum Vorältirctuten für nuns,>ijMnHtisch. fies RtjnräspnUnteniniiftc;'. der U.SA' v.-uvdo - grrp;<mlt??»ied nn:i New York So iom 011! Der Pfu.tivU'iil der Wurschuue nt'.i M c i » f I wurde' vom t-7ro-«n nmerikanischo 1 diertec Frage . Hondetn auch Immobilien bo- 'd'iizfell zu d I.« ^tonur-Tc .i da«« Vertreupolnischen Th't- A'"in< itm und f. AüMtil i»i Kr:;: e.in'^.'n.l ' , i-u, 1' uiv JudrnhnH Polens k-.: - irii.!--.' t ■ny,,". uli ii werdet»., lief tlor d u m 1 n i U a n l r, c Angelegenheiten;« jüdi-n iic Kon- 1 u rn gewühlt, iüdl'ih i\ Gemeinde Mau* dc>- ■po!nlffhcn t.«<ih}n(iit! :d.-ttt findenden i erstj Mal, rn^ung der n U c publik Uafuel T rujillo, erklärte, die Regierung (sei bereit, 500 '' iudif.i'hc Flti' httini^fHoiilicii o Ii n 0 je» lieh Kin* c Ii r Ii it k 11 nr; c n nutzt nahmen; spater werd« via weitere Gruppen jüdischer Flüchtlinge zulassen,; In einem um :;. AUv;i.at, eiu«gegebeuefV Komnun Iure dementiert thvi Culoniat Office nnchdrü. kiieh drtji Gerücht, oar. die hrithichc Regierung eine neue Königlich« V n - t v ,n u c h u n g h - K o nt m inion naeti Pahiatiun zu entsenden benh d« htijv. Berichte ann deutsciteri A r b e i t s I a g 1. r n beuigeu, dass i.'ie Juden, die in der letzten Zelt In solchen Arbeitslagcrit aufgenomiiirri wurden, ungefähr auf dem gleichen Standard wie die nichtjüdischen Arbeiter V>ehande}t worden. Die Arbeit «cl sehr schwer, JOi ArU«»lts»tundeii tiigüch. Verpflegung und Unterbringung sehr einfach, »her ausreichend. In einem jüdischen Bericht aus einem solchen langer wird besonders K rvorgehobft». dunn zwischen den jüdischen und nlchtjüdiwhc/» Arbeitern gute persönliche Beziehungen beutelten, trotz der voti oben ausgehenden liestrebtiugen, die Juden zu .sepa* liefen. Der Nürnberger ..Htuintn" fJulius' Streicher» veröffentlichte kürzlich einen Brief nus Japan, worin mitgeteilt wird, d»:cH ein japanischer General Shlcnlen in Japan eine antise...!- ti.Hfhe Kampagne mich «lern Muster des ..Stürmers" und unter Rtnutzung des vom „Stürmer*' und vom „Weltdienst" gelieft iten Materials in Szene setzt. Die westdeutschen Auer-Mühlet'iwerke, in deren Hände im vergangenen Jahr im Zuge der Arisierung»-Aktion die Schle- »ischen Mühlenwerke, die Pfälzischen Mühlenwerke, sowie die NibeJungen-GrosHmiihle in Worms übergingen, haben soeben die grösstc österreichische Zuckerfabrik übernommen. E.s handelt »ich um die österreichische Zucke» induMrie A.-G., c'ie bisher der jüdischen Familie Bloch-Rauec gehörte. In Stuttgart starb, wi« schon kurz »unter Farntliert- Nachrlchten) gemeldet, der dortige Rabbiner Paul i I e g e r. Der Verstorbene war eine Zeit lang in Deutschland als Führer der extrem-aesimilatorischen Richtung innerhalb de* C-V. bekannt Seine Broschüre „Vom Helmatreeht der deutschen Juden'* wurde Gegenstand heftiger Kontroversen, di« heute hinf«4lig geworden sind. Rieger. de» »ich peraönüßh grof.iMir Beliebtiteit erfreute, war früher mit einer gemeinsam mit Hermann Vogelstein vtiffassten „Geschichte der Juden in Rom" hervorgetreten. „MEKWÜRDICER FALL" Eine der komischsten Episoden der antisemitischen tund zugleich anUbritischen) Nazi-Propaganda hat sich jetzt »n Deutschland abgespielt, zugleich ein Zeichen, wie sehr die Intelligenz und Weltkenntnis des durchschnittlichen deutschen Zeitungsle.iers bereits unterschätzt werden darf. Man hat ein offenbar nicht gaaz zurechnungsfähiges Indlvtduut namens Mr- Wieks aus England nach Berlin gebracht and dann in den deutschen Zeitungen tagelang mit riesigen Schlagzeilen verkündet, das.vein Engländer, „der vor dem jüdischen Terror In England flüchten mu»»te, in Deutschland Zuflucht gesucht hat und In den Schutz des Reiches übernommen wurdet Der „Angriff brachte groj^e Interview« mit dkisem Mr. Wieks, und es Ist nicht verwunderlich, dass die englischen Zeitungen diese sonderbare Geschichte spöttisch wiedergegeben haben - zum Amüsement ihrer Leser. Darauf veröffentlichte der „Angriff" unier der Überschrift .Der Fall Wieks" in Fettdruck e>n Telegramm au» London, worin die Berichte der Londoner Skitungen erwähnt und der „sensationelle Charakter" dieser Sache hervorgehoben wird, freilich mit Hinzufügung, das« die Blatter noch eine Stellungnahme unterlassen. Der „Angriff" schreibt dann weiter: "Jn der Ii e v ö lk«r u n g hat die Nachricht, dass »ich ein Engländer mit Keiner Familie vor der jüdischen Terrorherrschaft nach Deutschland begehen hat, ungeheuren Eindruck gemacht. Solch ein Fall i:X m England .seit Menachengedenken nicht zu verzeichnen gewesen. Natürlich sagt sieh der Mann in der Straaae. da*» Mr. Wkks nicht ohne «ehr triftigen Grund sein Heimatland verlassen hat. Die Anschuldigungen, die Mr. Wieks gegen die jüdische Clique, die selbst auf die Regierung Einfluss hat, erhebt, und lm.tc?;ond«r* «eine Beschuldigungen gegen die Mlniater Burgin und Hore- B e 1 i s h a werden infolgedessen für wahr g e h a I t e n." Wahrschwiniieh ist die deutarhe Bevölkerung schon' *« an ien Gedanken gewohnt, das» Terror und Flucht vor den .Schergen Im eigenen Land zu den natürlichen Einrichtungen i-tnes Stantes gehören, d.css sie auch solche Kindermärchen t nst nimmt In Deutschland hofft man offenbar, auf diese via Berlin -- antbemithehe Ingredienzen in F.ng- <rbreiten, weil natürlich - wie es im We*en eines die englische Presse aller Kate Europa nach Palästina unternommen werden. Turnowr.ky \ land zu macht auch für die Finanzierung des Unternehmens Vor- \ freien Journalismus hegt üthläge. Eü wäre zu wünschen, dass die wirtschaftlich in- | gorien ein solches Kuriosum, das '.atsächlich — mit den Wor t< legierten Kreide anlassUcit des Kongresses diesem wichtt-jten des ..Angriffs" - - „fielt Menschengedenken nicht zu ver gen Thema ihre Aufmerksamkeit schenken. (jrcichnen ist", ihren Lesern nicht vorenthält. KRIEG UND FRIEDEN ARTHUH HCnsiT'ALEli, „übet Kn>{, und Fntd-n". Schriftenreihe „Ausblicke", Flscher-Beerrnann-Verlag, Stockholm. 35ur rechten Zeit erscheint eine kleine Sammlung von Notizen, die Arthur Hchnltzlor während de» Weltkrieges über da.4 Thema: „Krieg und Frieden" gemacht hat. De Aulzeichnungen fanden sich, wie der Verlag mitteilt, in» Nach- Ikju des Dichters in einer besonderen Mappe. Sie datieren zurück bis Januar UM5. Eh sind gelegentlich hingeworfene Notizen und Gedanken, die sich um da*. Problem bewegen, wie der Krieg überhaupt möglich Ist angesucht« der Tat« j.&che, das« er der überwältigenden Mehrheit aller Menschen vethasst tat und ihnen nar Nachteile bringt. Behnitzler geht mit all eleu damals (und bJs heute* umlaufenden konventionellen PhraM-u über di« Niitzlichkeit des Krieges mit, unerbittlicher I^gik in* Gerieht, etwa mit der beliebten Phrase, duss diu Menschheit nach dem Krit;, „Irgendwie gereinigt und geläutert" «ein werde. Bei der C '-rsuchung, w-'ci c damit auf «ich habe, kommt der Schreiber zu dem Ergebnis, dass nur diejenigen geläutert -s»*n werden, die. es *< hon vorher oß" wewn sind. Tiff gequält von dem Phänomen dieses gewaltigen Geschehen« und de« Bankrotts der Menschlichkeit, versucht der Dichter immer wieder den Dingen auf den Grund zu kommen, wohl in dem vollen Rewus?tt«ein. rnaehtlo.» dazustehen gegenüber dem Paradox. Bei der (rberlogung, welche Fragen bei einer künftigen FriedenKdlHku^-Nton ausgeschalte! werden müa*ten, schreibt Schnitzler im Mar/, \<M: ,,E» dürfte in künftigen Erwägungen und Vorschlägen die Möglichkeit, das-; die Menschen in absehbarer Zelt im allgemeinen l^nntr und kliiyrr werden konnten, garnicht in r hnung gezogen werden, vielmehr müssten v/ir immer wieder von der Überzeugung ausgehen, dass die Menschen denkschwache, betlnflussbarfc und In Ihrer Feigheit selbst zu jedem sogenannten Heldentum fällige Geschöpfe bleiben werden." Damit sind verschiedene Illusionen. In die man bei der Ordnung der NaehkriepHvtrhältnlshf doch vielfach verfallen Ist. richtig charakterisiert. Aus vielen Sätzen dieses kleinen Büchleins ► prieht die Verzweiflung an der Mogio hV <-st. die. Menschen menschlicher zu machen, und doch sind alie Zweifel nichts enderes als ein einziger Ausdruck dieaevi Wii.wÄct, der heute nach dem Tod des Scheeibers von unzähligen Herzen «ofcnftO hin die entscheidende Frage de» Menhchengeschlcc'-»*>; empfunden wird wie damals in der Zeit de» grossen Kriege«, h. H. G. OLLENDORFF & CO.« ixTMtvvrio.vtLt: spkiiitio.v 19 WEST, 44th STREET. NEW YORK. N.Y. TELEGR. ADR. AMERCONNEX Ej^ü* Vertretuflgeo in Lomdon — Pari» — Antnerprn — llavaua — Sldney — Sh»«^hai und allen wichtigen StäfJtett voa t' S Spee. ¥reihmtt>n-L*§ermi umtvr '£oHi'er*vMmu*l -

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