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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-11 · 22 (11.8.1939) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
22 (11.8.1939)
Date
1939-08-11
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite io JÜDISCHE VFLT-ÄUNOSCHAU Nr. Ii, ti. VIII. if|f dagegen wurden neuerdings, nach der Vefsclbständigung der Slowakei, die sjovakisehen Juden und dir mit der Brsetzung von Kar- |>atho Rwssland unter ungarische Herrschaft geratenen karpathoru<.Ms< Ih m Juden aus dem Transfer- Arrangement ausgeschlossen. Der Betrag von iP 5000 soll der Tjansfcricrung von je £P?ooo für 400 Einwanderer der Kategorie A (I) dienen, wahrend die restlichen tP ico.coo für I inwanderer mit geringeren Mitteln und für den Transfer der Gelder der jüdischen nationalen Fonds und der Jin-rnd Alijah bestimmt sind. Insgesamt sollen ajoo Pincn^n zur An.Wanderung gebracht werden, sodass im Dutcb«chniti f.P 200 pro Kopf zu transferieren waren. In Prag wurde ein Transferausschus; eingerichtet, der die Einxahfung der Transferem »n entgegennimmt, dir Transfcrlistcn führt und in dessen Händen die Verhandlungen mit den örtlichen Behörden liegen. Das Zentral-Iluieau in Jerusalem verwaltet zu trauen Händen die jeweils, im Auftiagc der Nationalbank in Prag für die Transfcrenten freigegebenen Devisen. Durch die Besetzung der Tscbechoslovakei wurde jedoch die Transferarbeit unterbrochen. I s kamen. nur 75.000 i zur Auszahlung, wählend \oi Familien mit einem Transferanspruch von je icoo i ausgewandert sind. Während der Abfassung dieses Berichtes werden »och Verhandlungen über die Wiederaufnahme der "f ransferarbeit geführt. Das Zentral-Burcau hat einige tausend Pfund zur Verfügung gestellt, um den Einwanderern, deren Transfer noch nicht durchgeführt wurde, über die erste schwierige Zeit hinwegzuhelfen. VII. jlJGKND-AlJJAH Der Zeitraum 19)7/1919. vom 10. zum 21. Zionistischen Welt- •tongrrss, war innerhalb der Jugend-Alijah-Bcwegung von gesteigerter Tätigkeit erfüllt. Wenn auch die Struktur dieser Bewegung, ihr System, ihre ausführenden Organe, ihre Erziehungsmethoden, der Oang ihrer inneren und äusseren Entwicklung und die Beschaffung der erforderlichen Gelder im wesentlichen unverändert blieben, so weist doch alles, was sich mit Zahlen messen lässt, bedeutendes Wachstum auf, Ebenso gewann das Gebiet, aus dem die Jugendlichen herausgeführt wurden, an Umfang, entwuchs seinem Kern, dem Altrcich, und urnfassie bald Oesterreich, das „Protektorat", die Slovakei, Danz.ig und Meniel, sowie die deutsche Flüdtilingskinder zeitweilig beherbergenden Durchgangsländer F.ngland, Holland, Frankreich, Norwegen, Schweden, Dänemark, Belgien, die Schwei/, Italien, Jugoslavicn und das Niemandsland »wischet» Deutschland und Polen! ZAHLENMASSICE ÜBERSICHT Am 19s Februar 1939. bei Abschluss der ersten fünf Jahre ihrer Tätigkeit, konnte die Bewegung 46 jf jung?, durch sie aus den Ländern der Unterdrückung errettet».? Menschen, die in Palästina ein Leben der A.bcit führten oder sich hierfür vorbereiteten, ver »eichnen. Hieraus ergibt sich, dass die Zahl der Jugendlichen ii den letzten zwei Jahren um i<)7S gestiegen ist. Von den 4635 jungen Einwanderern waren, am 31. März 1939 3119 noch in der Aus üildung begriffen, u. zw. an 68 Orten, davon 38 Kibbuzim, 9 Mo- .- tc!!Ä*in> und 21 ..Erziehungsanstalten, Die übrigen 1 f t6 hatten zi jener Zeit ihren zweijährigen, praktischen und theoretischen Lehrgang beendet, wozai ,in mehreren Fällen die beherbergenden Ortschaften, insbesondere die Kibbuzim, aus eigenem Antrieb und zu eigenen Lasten ein drittes Lehrjahr hinzugefügt hatten. Zur Zeit er!retten sich 12 Gruppen eines solchen weiteren Lehrjahres, in dem sie unter Anleitung Ganz.tagsarbeit leisten und an den Abenden ei= Ben für' Erwachsene ~ berechnete« Unterricht geuiessen, ... BERUFLICHE AUSBILDUNG Die -erstenach Palästina gebrachte Gruppe, die in AjnCharod in die Lehre ging, erreichte auch als erste das ersehnte Ziel, die dauernde Ansiedlung auf dem Lande. Sie hat sich unter dem Namen „Alonim" in Kuskui Tab'un, im Kreise Haifa-Na/areth, niedergelassen. Eine zweite Gemeinschaft Jugendlicher, die religiöse Gruppe „Ar)ch", deren Mitglieder zum grössten Teile in Rodges geschult Worden waren, ist im Begriffe demnächst das gleiche Ziel zu erreichen. Die übrigen Gruppen, dreizehn an der ZahL sind noch in Form von Arbeintrupps (Plugoth Awodah) zusammengeschlossen. der Absolventen der Jugend-Alijah betätigen sich im Hand- ■s'rrk; 16,',% von ihnen haben sich in verschiedene andere Berufe tingegliedert; manche beschäftigen sich mit Säuglingspflege, Schif-j fahrt oder im Haushalt, manche haben sich der Polizei ange-] schlössen, andere hingegen setzen ihre Studien in der. Lehrersemnu ' ren und technischen Berufsschulen fort oder schaffen sich gemeintam mit ihren Eltern Heim und Erwerb. Entsprechend den bisherigen Tatsachen verbleiben also 76% der Jugendlichen, nach Beendigung des awei oder drei Jahre wahrenden Lehrganges, auf den Uudt. RELIGIÖSE JUGENDLICHE Im l aufe der zwei Berichts-Jahre ist ein merklicher Fortsehnt hinsichtlich der Einrichtungen zur Aufnahme religiöser Jugendli c/'er zu verzeichnen. Als im Jahre 19*4 die ersten Jugendgruppen «intrafen, war Kibbuz Rodges der einzige hierfür passende Ort im Lande. Unter äusserster Anspannung und Erschöpfung seiner Möglichkeiten gelang es diesem Kibbuz, 56 Jugendliche zu erfassen. Nach Besetzung dieser Plätze konnte für religiöse Bewerber nur auf verschiedenen Umwegen gesorgt werden, wie 1. B. durch die Bildung technischer Gruppen in Haifa. Jedoch erwiesen sich diese Auswege als unbeschreubar. Obwohl die Mitglieder der .Gruppen, nach besonderen Methoden städtischen Charakters betreut, sich in das palästinensische Leben völlig eingegliedert haben, waren die Hilfsmittel, zu denen man gegriffen hatte, nicht da/U angetan, sich an aufeinanderfolgenden Gruppen tu bewähren. Es gelang ihnen iiiciti, niic Trsd:?lt»« bilden, und ihr Fehlschlagen tat lediglich die Notwendigkeit dar, neue Plaue von der Art Kibbuz Rodges v.u schaffen. Dank Geduld und Hingabe an die Sache wurde auch dieses Ziel erreicht. Die Zahl der Plaue für tcügiöse Jugendliche ist um das Zehnfache gestiegen; die Bewegung verfügt heute über mehr als joo solcher Plätze in Kibbuz Rodges, Ramath Haschomron, S dih Jaakow, Kfar Sab* (eine Siedlung der Agudath Israel), in den Ha nhaltsschulcn des Misrachi-Frauenbundes — die eine in J ru'tlem, die andere, ein neues Unternehmen, in Tcl-Aviv* — und vir ahun in Kfar Noar Dati und Mikweh Israel, Dir zw ei -/ulot't grnant-ten Erfö'ge erfordern und verdienen nithr ais bIo<ee Erwähnung. Kfar Noar Dati, auf nationalem Boden, dicht bei Kfar Chas-,idim nn der Chaussee Haifa-Nazareth gelegen, w«r für die Aufnahme von 15c Schülern geplant. Heute schon, obwohl seine Baulichkeiten noch nicht ganz fertiggestellt sind, behaust es mehr als diese Zahl. 35 der jungen Insassen, vormals Zöglinge des Jüdischen Waisenhauses in Frankfurt a M, wurden dank dem wohltätigen Interesse eines Einzelnen in diesen Sammelort religiöser Jugend gebracht. Die Mittel hierzu waren die persönliche Gabe des Wohltäters, der sie der Anstalt 10 grosszügig zur Verfügung stellte, dass der Unterhaft der Kinder bis zu ihrem »8. Lebensjahre sichergestellt ist Dank der Mithilfe des Leiters der Landwirtschaftsschulc in Mihueh Israel konnten weitere 125, den Bedürfnissen religiöse. Ju gend angepavste Plätze ^essunnen werden. Ein Plan zur Einführung dreie.' geflossener Gruppen mit eigener häuslichei tinricht mg und Wirt.chaft in Mjkweh Israel wurde ausgearbeitet. Die Mitglieder dieser Gruppen verrichten ihre Arbeit gemeinsam mit den anderen Schillern der Anstalt, während ihre Studien im Geiste religiöser •■Ucberlieferung und unter Obhut besonderer Leiter und I ehrer vor sich gehen. Eine dieser Gruppen, ^0 Knaben im Alter von 13 — Jt Jahren, dankt ihr Bestehen der Freigebigkeit eines palästinensischen Gönners. Wie füt die Waisen in Kfar Noar Dati i:t auch füi Mitglieder dieser Gruppe bis zu ihrem 18. Lebensjahre gesorgt. Eine ähnliche Schenkung gab derselbe palästinensische Freund der Bewegung dem Kinderneim „Ahawah"-;r. Kirjath BtaUk zu Gunsten von jo Kindern aus Oesterreich und spendete in diesem Falle auch die Mittel für die nötige Erweiterung und Ergänzung der Unterkunftsmöglichkeiten dieser Anstatt. Eine andere Gruppe 13—-1 jjähriger Knaben und Mädchen wurde in eine in einem Vororte Jerusalems gelegene Schule gebracht Der Frziehungsplan der Anstalt sieht die Vorbereitung der Zog üin-e zur Jugend-Alijah vor. Dieses Ziel vor Augen, wurde dti L'-'l.rplin aus Studium und praktischer Arbeit zusammengesetzt, ähnlich dem der Jugend-Alijah, in die man die Zögiinge, die eitlen Hang zur Landwirtschaft zeigen und sich für ein Leben auf dem Dorfe eignen, zu befördern beabsichtigt. KINDER ALIJAH Die Bildung solcher Gruppen jüngerer Knahen und Mädchen bedeutet nicht das Einschlagen einer neuen Richtung. Die Jugend- Alijah hat von Anfang an die Betreuung jüngerer Kinder in der Kreis ihrer Aufgaben einbezogen. Die Anstalten Ahawah und Ht< Schemen pflegten jährlich, im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah, Knaben und Mädchen im Volksschulalter nach Palästina zu bringen. Diese Gruppen bedeuten also eine Erweiterung der Bewegung, die auch an dem Unternehmen des Waad l.eumi, der Unterbringung deutscher Kinder in palästinensischen Familien, teilnehmen wird und hierfür dem Waad Lcumi ihren Apparat im In- und 'Auslande zur Verfügung gestellt hat. sich die Kibfcuzim und Moschawim, ohne Anspruch erheben tM können, Frzirhimg'anstalfen *u «ein, befassen müssen. Hinza kommt, dass die Mitglieder der meisten Kibbuzim zu jung sind, um selber Kinder im Mitteluhulalter haben zu könnrn; sie haben sich daher einer erzieherischen Aufgabe unterzogen, die nicht im Bercicht ihrer elterlichen Frfahrungcn liegt. Dennoch wurde den Problemen tapfer und, vor allem, mit Verständnis entgegentreten. Ein« doppelte Reihe von Linfhissen wurde geltend gemacht, die des erfahrenen ind ausgebildeten lehren und .die des Gruppen fuhren (Madrich) —■ zuweilen gesucht, öfter jedoch ungesucht. Letzterer isr der Spielkamerad der Jugendlichen, ebenso wie er ihr Erzieher ist. Fr ist der Vertraute der Gruppe, dem die einzelnen Mitglieder ihr Herz ausschütten, wenn die Zweifel und Schwierigkeiten ihrer Vergangenheit und Gegenwart sie allzusehr bedrängen. Im Lauf« d.r Zeit gewann die Notwendigkeit, den Lehrer zu einer Art I-ih'cr zu machen, dem Führer hingegen f.ehreranfgaben höhere«] Niveaus zuzuweisen, an Dringlichkeit. Dies ist in Kürze die Auf« gäbe, die sich der Führerverband, geleitet durch einen Ausschüsse m d"m die Kibbuzim der verschiedenen nqlimchcn und religiöse« Strömung:-.), die Moschawim und die geschlossenen Anstalten ver* ttrten sinJ, gestellt hat. Die Arbeit die«es Ausschusses wird vo«] einem 'einer Mitglieder ausgeführt, der dem Büro der Jugend-Alijah .-ngcschlo.sen i»r. GESUNDHEIT UND SICHERHEIT Der Gesundheitszustand der Jugendlichen ist nach wie vo« befriedigend. Die Gesundheitsabteilung des Waad Leumi Uberwacht nicht nur den körperlichen und seelischen Zustand der Jugendlt* -hen nach deren Einordnung in Palästina, sondern auch die Wahl ier Kandidaten im Auslände. Es wird weiterhin auf die zur Er* haltung der persönlichen Sicherheit der Jugendlichen in der Zeil ie-s Terrors ergriffenen Maßnahmen hingewiesen die einen volle« 1 rfolg gehabt haben, wobei allerdings neue psychologische und pl» iagogische Probleme infolge des Zustande« der AbgeMchlosscnneit der einzelnen Gruppen aufgetreten sind. Die Jugend-Alijah-Bewegung, ihre Methoden und Errungen« chaften wurden in einer Ausstellung, die den Abschluss der er* ,ten fünf Jahre kennzeichnen sollte, in bildlicher, graphischer und tatistischcr Form anschaulich zusammengefassu * IX. SOZIALE ARBEIT DIE UNTERBRINGUNGSORTE Die Zahl der Moschawim, deren sich die Bewegung als Aufnahmeplätze bedient, ist von 2 auf 9 (Nahalal, Kfar Jehoschua, Kfar Jecheskel, Kfar Witkin, Beer Tuwjah, Balfouria, Tel Adaschim, S'deh Jaakow und Merchawjah) angewachsen. Das Lehrsystem in diesen Ortschaften wurden in genügendem Masse der dort herrschenden individuellen Lebensweise angepasst. Die erste in ei- Moschaw (Nahalal) erzogene Gruppe hat sich als erfolgreiche Arbeitstruppe (Plngath Awodah) selbständig gemacht. Nicht in allen Moschawim können die jungen Menschen in den Häusern der Bauern wohnen. Mitunter bilden sie innerhalb des Moschaw einen Kibbuz, dessen Mitglieder in den Häusern, Ställen, Gemüsegärten und Feldern der einzelnen Bauern arbeiten, jedoch in einem für üie besonders errichteten zentralen Gebäude hausen und lernen. In anderen Moschawim wiederum wird die diesem Siedlungstyp Hinsicht beibehalten; hier ist $ Bauern. ebenfalls vcrgrösse'rt worden, die ihnen zugeteilte Zahl von Gruppen Jugendlicher in sie e Vorgängerinnen die Plätze mussten die vorhandenen gene ideologische Richtung in jeder der Schüler ein Insasse im Hause de Die Anzahi der Kibbxiim ist Ueberdies wurde in mehreren Fällen Kandidaten verdoppelt, indem neue eingewiesen wurden, noch bevor ih geräumt hatten. In solchen Fällei Unterkunftsmöglichkeiten erweitert werden. Den Mädchen der Jugend-Alijah ist es gelungen, in eine neue Reihe Anstalten, wie die Mädchenfarm in Nahalal und die Lehrfarmen der W1ZO und der Moazath Hapoaloth, einzudringen. Die Beziehungen zu diesen Instituten sind noch zu jun4t *ls dass sie die Mitteilung endgültiger Ergebnisse gestatten. Die Annahme ist jedoch berechtigt, dass eine Ausdehnung in diese Richtung der jungen Immigrantin die Tore des Landes öffnen wird. ERZILHUNGSFRAGEN Bei einer Bewertung der erzieherischen Tätigkeit des Jugend-Alijah-Werkes muss den Verwicklungen, die in den Gang der Anpassung der Jugendlichen eingreifen, Rechnung getragen werden. Die jungen Menschen werden vor ein fremdes Land, eine ungewohnte Landschaft, eine ihnen nicht geläufige Sprache, eine neue kollektive Lebensweise gestellt, und man erklärt ihnen, dass das Prinzip der — ungewohnten — körperlichen Arbeit die anerkannte Basis zur Erwerbung ihre Bürgerrechte im Lande sei. Weder dies noch die Tatsache, dass die Jugendgruppen nach Erfahrung und geistigen Errungenschaften ihrer Mitglieder nicht homogen sind, trägt zur Milderung der technischen und psychologischen Schwierigkeiten auf dem Gebiete eler Erziehung bei. Manche der Knaben und Mädchen gelangen nach Beendigung der Volksschule ms Land, manche haU»» berchi Ts-:!? einer M'ttrUchul- oder Berufsbildung genossen und nicht wenige haben die z%ei Jahre , nach der Volksschule ohne Beschäftigung verbracht. Diese ausstrgewöhnlichen psychologischen Elemente und die der Jugend auch sonst anhaftenden Enchcinungen sind es, mit denen Das Zentral-Bureau^ trug auch in den letzten beiden Jahren fast. a!;ein die Kosten der sozialen Fitrjorge für die Einwanderer au. Deutschland und Oesterreich Und aus der Tschcchoslovakei. Die Soziale Abteilung des Waad Leumi und die ihr angcschloisenea Hureaus in den Städten und in den grossen Kolonien waren das Instrument dieser Tätigkeit. Bis Ende 1038 stand die Arbeit unter der Lettua? von Miss Hrnrictta Szold. W/>h! das schwerste Problem, mit dem sich die Zentrale Sozial* Abteilung des « W leumi und ihre örtlichen Zweigstellen in de« Städten und Kolonien in jedem Augenblick zu beschäftigen hatte, ist zweifellos die Frage der Fürsorge für Einwanderer. Die Hauptarbeit war die Geldaufbringung, um den Örtlichen Eürsorgestelleaeine angemessene Fürsorge für die Einwanderer zu ermöglichen! Auch im Jahre 1938/39 stellte die Deutsche Abteilung der jcwiib' Agency der Sozial-Fürsorgesteile einen Betrag von tP 4000 zur Verfügung und in diesem Jahr, d. h. 1939/40 wurde eine Summe von tP 3600 ausgeworfen. Inzwischen kamen auch die österreichische« Juden unter die soziale Obhut des Bureaus. Diese Aemter, die jshiw* lang genügt hatten, die Sozialarbcit unier den Einwanderern Z« leisten, wurden seit 1938 auch durch eine Einwandcrungswelle aus Deutschland und Oesterreich überrascht; diese neuen Einwanderer erforderten ungewöhnliche Mittel und Wege der Fürsorge, da dt« meisten von ihnen nach Ucberwindung vieler körperlicher, seelischer und Kotiger Gefahren völlig erschöpft hier einwanderten. Ztt* nächst wurden die Arbeit der Hitachduth Olej Austria und der SteJIe für soziale Hilfe des Waad Leumi für die Einwanderer au« Deutschland und Oesterreich in Tel Aviv vereinigt. Hierdurch verhinderte die Abteilung Donpelarbeit und die Gefahr der Demo* i.tlisation unter den Einwanderern. Die Abteilung ir Tel Aviv arbeitet auch mit der Hitachduth Olej Tschechoslovakia und andere« ähnlichen Organisationen zu-ammen. Die Sorsre für die Einwandeier und Flüchtlingeaus Deutsch* land war ausserordentlich vielseitig, Eiunderte Familien musste« in eL'ti ersten Tagen nach lhitr Landung in Heimen aufgenommen werden, an vielen Orten wurden Sammlungen jeglicher Art für Kleider, Wäsche, Schuhe. Arbeitsgeräte usw. durchgeführt. Di« Zentrale erhielt grosse Mengen von Kleidungsstücken von der „Hadassa'' in Jerusalem und verteilte sie unter die Flüchtling« durch Vermittlung der Ortsstellen. Kranke und Schwangere wurde« in Krankenhäusern aufgenommen oder erhielten ärztliche Fürsorge, teilweise gegen Be-zahlung, teilweise unentgeltlich. Vielen Einwanderern wurde während der Erntezeit Arbeit in den Kolonien Zuge» wiesen und auf diese Weise geholfen. Tausende Pfunde wurden z.u Gunsten der Einwanderer und Flüchtlinge ausgegeben. Die Sozialabteilung des Waad Leumi für die Einwanderer aus Oesterreich und Deutschland in Tel Aviv gab mehr als <oo £P monatlich (während der Monate Januar bis Märt insgesamt £P 1.683.577) aus. Auch die Gemeinden in Jerusalem und Haifa gaben zu Gunsten dieser Arbeit viele hunderte Pfund« aus; sii? waren ausserdem gezwungen, zu Gunsten dieser Einwände» rcr einen gewissen Teil ihres allgemeinen sozialen Etat-Postens ZV verwenden; Gleiches gilt für die Moschawoth. , 4, Das monatliche Budget des Zentral-Bureaus für die soziale Ar« beit, das im vorigen Jahre monatlich £P 360 betragen hatte, musst« im laufenden Jahre auf monatlich f'P 300 herabgesetzt werden, obgleich die Bedürfnisse angesichts der angespannten Wirtschaft»» läge im Lande, der Verarmung der Einwanderung und der grosse«) Anzahl der ins Land kommenden Flüchtlinge in ganz ungewöhnü* ehern Ausmasse gewachsen sind. Diese Situation verpflichtete da« Zcmi j'-uwreau, zuiätsürh?u <*«*m für die sozialen Bureaus de« Waad Leumi angewiesenen monatlichen Budget ganz beträchtlich«] Mittel für soziale Hilfe verschiedener Art unter den Neueinwanderern auszugeben. Insgesamt betrugen die Ausgaben dieser Äff allein im ersten Halbjahr 193« nicht weniger als 4? 14.000.

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