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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-11 · 22 (11.8.1939) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
22 (11.8.1939)
Date
1939-08-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kf. 22. 11.VHT.1939 JÜDISCHE WELT RUNDSCTT IT Seit« 0 Die Reise der St Louis Ein Tatsachenbericht Dir Fahrt & Auswanderern c Cubaninrhctt Kr Frage kommrw Hapag-Thtmpfern ,ßt. L o u i V Kord, dir Verweigerung der mdrn, dir Abfahrt den Schiffe "hen Stellen crftdgh Hamburg nach Habana fCuhal mit über tM jüdischen Ixinde.Erlaubnis für den GronaMI der Emigranten durch dir, f nach Humpa und du nach unzähligen Bemühungen der in rhiutiffr Aufnahme der Passagiere in Belgien, Holland, Frankreich und England bildet ein bemvder» erregenden Kapitel in der Getchiehte der Vertreibung der deutschen Juden. Ein Passagier de» Dampfer*, der dem xaihrend der Fahrt gebildeten Passagier-Komitcet angehörte, übergibt uns eine Schilderung der V\>rgange wahrend der Irrfahrt, der wir die nachstehende^ Ab' schnitte ettrns <j> kürzt entnehmen. Die Aa«relft* Der Start der .„St. Louis" fand nlanmäasig am 13. Mai gegen Uhr Abends statt. Die freundliche Aufnahme auf der „8t Louis" wirkte auf die Passagiere wie ein erlösendes Wunder nach den «chrecklicben Tagen, die wir alle ohne Ausnahm« hinter uns hattcri. Wir atmeten frei und suchten su Vergessen. Ungestört, von unbestimmten Hoffnungen erfüllt, verbrachten wir die ersten Tage. Am 23. Mai wurde ich mit drei anderen Passagieren zum Kapitän gebeten. Der Kapitän legte uns nahe, für die Passagiere als Vermittler wahrend und auf der Fahrt zu fungieren. Er hatte (triff eine unangenehme Nachricht tu übermitteln. Die Permlt- Paasagiero de» Hnpagschiffes „Orinoko", das am 27. Juni Hamburg nach Cuba verlassen sollte, sollten nicht mitgenommen werden dürfen. Er fürchte, da»s auch wir bei der Landung in Habana Schwierigkeiten haben könnten. Obwohl wir der Ansicht waren, das« für die „St. Louts'-Passagiere"— da wir schon auf hoher See waren — keine Landungshlndernlsae mehr bestehen könnten, beschlossen wir, doch ein dement sprechendes Kabel an den Joint in Habana zu senden. Auf dieses Telegramm sind wir ohne Antwort geblieben. Trotzdem hofften wir (n den letzten drei Tagen (am 24. 29. und 26. Mah, dies als ein gutes Zeichen auffassen zu können. Eattittficlittitp. bei der Ankunft Di« Tage gingen für die Passagiere, erfüllt von frohen Hoffnungen, dahin. Am 27. Mai, früh 41 Uhr, verkündeten Trompetenaignale mit dem Liede „Freut Euch des Lebens", flaaa wir den Hafen von Habana erreicht haben. Kurz nach dem Frühstück begannen die traten AusbsetungsformaUtäten. Der eubanische Arzt kommt an Bord und lässt zur Feststellung des Gesundheitszustandes lediglich die Passagiere vorbeidefi« lieren. Anschliessend kurze Passkontrolle auf dem Schiffe und — weiterhin leider eine Unterbrechung der begonnenen Ausschiffung. Nichts weist mehr darauf hin, dass wir auagebootet werden soiien. Nur die zahlreichen, bei dem Einfahren der „St. Louis" uns begleitenden und jetzt an das Schiff herankommenden Boote aus Habana und die glücklichen Zurufe der Bootainsassen, die Väter, Söhne, Töchter, Ehemänner und sonstige Familienverwandte, Freunde und Bekannte begrüßten, dies alles erinnert uns, dass das ersehnte Ziel vor Augen steht. Unbeschreiblich ist der allmählich wehmütig werdende Bagrüaaungaiubel der vom Lande herankommenden Boote. Die Innsiaaen können rufen, schreien, trösten, nicht aber kann der vielleicht seit Monaten oder länger auf Cuba frei willig verbannte Vater »einem Kinde die ausgestreckte Hand drücken, nicht der Gatte der Gattin ins Auge sehen. Nicht des Meeres Weilen trennen sie, der Menschen harte Gesetze. Namen und Namen werdet» von den Booten heraufgerufen, die Passagiere geben sie an Bord weiter, um zu helfen, die Stimmen der Angehörigen zu vereinen. Es wird ein neuer Termin des Wiederkommens zwischen Bootsinsassen und Passagieren verabredet. Dieses traurig-schöne Seh- und Hörspiel wiederholt »ich vor- und nachmittags, heute und morgen und Montag und Dienstag und leider noch langer. Eingreifen de« Joint Am 29. Mai, erscheinen zum ersten Male an Bord Abgesandte au» Habana, um uns von ihrer Arbeit (des Joint) für uns zu berichten und mit dem Passagier-Komitee in Fühlung zu treten. Im Zimmer des Zahlmeisters waren bei dieser Besprechung ausser den KomiUemitgliedern anwesend: Mr. Goldsmith aus New York (Delegierter de« amerik. Joint», Mr. Gufinkei aus Habana (Vorsitzender des dortigen Joint', je ein (Redj Abfahrt au* Curm 2. »). — Angstlich« Unruhe unter den Passagieren, dass da« Schiff minmnbr den Hafen von Habana verlassen wird. Vorschläge über Vorschläge nach erneuten telegraphischen Hilferufen sind durch das Geschehen bereits überholt. Eine panikartige Bewegung tritt ein, als um 10 Uhr die Emigrationsbehörde an Bord erscheint und auf deren Veranlassung 6 Passagiere, die angeblich ein eubanische« Visum hatten, die ,.St. Louis1' zur Landung in Habana verlassen sollten. Nur schwer sind die Passagiere davon xu überzeugen, dass der Grund dieser Einzelmassnahme dem Komitee und dem Kapitän unbekannt geblieben ist, und dass von Schiffsielte aus nichts unternommen werden konnte, um diesen oder auch anderen Passagieren eine Landung zu ermöglichen. Ais bekannt wurde, dass Mr. Goldsmith und Mr. Gufinkei an Bord beim Kapitän sich aufhielten, wurden die«« beiden Herren vom Komitee dringend gebeten, unbedingt sofort einige beruhigende Worte an die Passagiere zu richten. Schon 20 Minuten nach dieser Ansprache verkündete ein Sirenensignal, dass die „St. Louis" in Bewegung war und den Hafen von Habana mit den unglücklichen Heimatlosen verlless. Rechterselts passierten wir die herrlichen Gärten mit den farbenprächtigen blühenden Baumen und anderen exotischen Pflanzen. linkerseits die wunderbaren Kais, an die sich die imposanten, eleganten Gebäude mit der verschwenderischen Pracht einer südländischen Grosstadt anschlössen. Dichte, schreiende und gestikulierende Menschenmengen umräumten die Ufer, winkten lebhaft bewegt. Auto hinter Auto in doppelter Reihe begleitete unser Schiff, soweit die Wege es gestatteten. Und auf dem Wasser hielt sich dicht an der Seite der „St. Louis" ein Motorboot, in dem Mr. Goldsmith und Mr. Gufinkei uns unaufhörlich Warte des Abschiedes, des Trostes und des Wiedersehen» zuriefen. Die dauernden und lebhaften Arm- und Handbcwegunge.n unterstützten und verdeutlichten ihre heissen Wünsche. Zwanzig Meter von diesem Boot entfernt fuhr mit uns ein Polizeiboot, dessen begleitender Offizier ebenfalls durch lebhafte Handbewegungen sein Mitgefühl zum Ausdruck brachte. Ein unbeschreiblich schönes und trauriges Schauspiel. Unauslöschlich muss es sich dem Gedächtnis der vertriebenen Heimatlosen, die tief ergriffen mit Rufen und Winken die Abschledsgrüsae erwiderten, und ebenso den zahllosen uns begleitenden Booten bzw. dessen Ins««**« eingeprägt haben. Wieviele heiase und tiefempfundene Gebete rnägen k.t. Hiwrae! emgK>rg#*tiegen sein, bis an der Grenze der Dreimeilenzone uns alle Boote verHessen, um nad« H«. bana »urückzukehren. Unser Schiff aber, die „St Louis", fuhr weiter, weiter hinaus auf die offen« See. ziellou mit seinen r.rmen Auswanderern, die tief enttäuscht und betrogen um die rtit Monaten gehegte Hoffnung waren nun nach ruhelosem i Warten und Bangen endlich wieder einmal liebe Verwandte' und Freunde sehen zu dürfen und den vorübergehenden Auf-? enthalt mit ihnen teilen zu können. Mittag war vorbei, das j Leben an Bord nahm schleppend seinen Fortgang. Nichts, durfte unseren Mut erschüttern, unsere Hoffnungen erdrücke IBank für Unterbringung auf Pub;» zur Verfügung gestellt und [habe den PrrtMdentPTi von Cuba hiervon benachrichtigt. So 'hallen also am tf.fi. dir schon vier "Wochen lang auf See Herumirrenden genügend Gesprächsstoff über ihr nichstea Schicksal und waren voll Hoffnung, bald herunter zu kommen. ZurHrk nach Kvrnpa! Am!*.«. eröffnete uns der Kapitän, die Hapag Hamburg hätte in einem Telegramm mitgeteilt, nach ihrer Information fehlten die materiellen Unterlagen für die Durchführung der Joint-Projekte für die Passusierr. die St. I^uls müsste bis zum Eintreffen anderer Nachrichten ihren Kurs gen Hamburg fortsetzen. Dies«? Nachricht wirkte wie ein Keulen.ichlag, Telegrafische Hilferufe, bald Putzende, setzten wir in die \VeIt: An den Joint in Habana, an Goldsmith., nach New York und jetzt auch schon an die europäischen Jüdischen Organisationen: Berlin, Iswdon. Paris, man mochte wenn eine Rückkehr nach Habana nicht mehr in Frage käme, wenn auch Amerika weiterhin seine Tore uns nl mt offnen konnte— '»Iis unter allen Umstanden eine Landung In Deutlichland ersparen. In unseren Hilferufen, von denen einer auch an den englischen Ministerpräsidenten gerichtet war, brachten wir klar zum Ausdruck, dass zur Verhütung einer Katastrophe die Rückkfhr nach Hamburg unbedingt verhütet werden musste. Schweren Herzen« hatten sich die Irrfahrer bereits damit abgefunden, ihr« Angehörigen und Freunde auf Cuba vorerst nicht wiederzusehen. Jede neue Nachricht wurde von den Passagieren mit Angst und Sorge aufgenommen, wir aber, die Komitee-Mitglieder hatten jetzt alle Kraft aufzubieten, unsere eigene Sorge z« verbergen und mit energischen und aufmunternden Ansprachen und Anschlägen. Zusammenrottungen auf dem Schiffe, die unausbleibliche Folge der Panikstimmung, niederzukämpfen. Sssit den 10. fl. sprach der Kapitän bei unseren gemeinsamen Beratungen nur noch ~— auf Grund seines von der Hapag bestimmten Kurses von einer möglichen Landung in England. Die Hapag Hamburg, die nach wie vor energisch bemüht war. den Passagieren zu helfen, hatte gemäss telegrafischen Nachrichten schon Vorbereitungen hierfür getroffen. In Zusammenarbeit mit dem Hilfsverein in Berlin und anderen jüdischen Organisationen Kuropas schien man sich mit «illen Mitteln auf eine Landung ausserhalb Deutschlands vorzubereiten. I*n<1ung In Westeuropa gesichert Da traf am 11.6. aus Paris von dem Leiter des europäischen Jolnt-Büros Mr. Troper ein Kabel ein, das in einer Vollversammlung verlesen wurde: „Der amerikanische und der europäische Joint haben gemeinsam das Schicksal der St, Louis in die Hand genommen, um es einer guten Lö»ung entgegtmzufuhren. Die seit einiger Zeit geführten Verhandlungen nehmen einen guten Fortgang. Troper hoffe, nach M Stunden uns die Entscheidung kabeln zu können." Endlich ein deutlich gesprochenes klares Wort nach wochenlangem Hin- und Her, eine Terrninsetzung, die von allen Passagieren als eine befreiende Tat, als eine endliche Kettung mis tiefster Not aufgefasst wurde Wir waren alle hoffnungsvoll und vertrauten blindlings und restlos dem Manne, der von nun an mit den anderen Männern des Joint, die bisher für uns gearbeitet ii*it#n. gemeinsam .um halfen wollte. Schon am nächsten Tage berichtete ein Telegramm von Troper au» Paris, die Verhandlungen nähmen weiterhin einen günstigen Verlauf. Am 13.8. nachts erfolgte die von uns mit' Barfg«srs erwartete telegrafische Metdung. Frankreich. Belgien und Hoiiand seien bereit, gemeinsam für eine einstweilig« Aufnahme der St. Löuiä-Paaaaglere zu sorgen. Zwar war man nun verwundert, dass England, auf das die meisten von uns gerechnet hatten, nicht genannt war, doch das konnte mit einer Lücke In der Berichterstattung »il erklären «ein; das» England nicht btri Seite stahen wurde, war allen klar. Wir konnten nun am 14.6 dies'den Passagieren-, Verabredungsgemäsa nahm das Schiff dei samsten Kurs, um evtl. schnell wieder In Sobald wir den Hafen verlassen hatten, sollte ja ein amerikanisch-jüdischen Abgesandter mit der Regierung verhandeln. Nach San Domingo? Um 5 Uhr nachmittag* wurde das Komilee zum Kapitän gerufen, es wurde uns ein Telegramm des Generalkonsuls von St. Domingo, gerichtet an die Hapag In Habana, vorgelesen cubanLscher Polizei- und Zolloffizier, ferner die Schiffsleitung < vertreten durch den Zahlmeister. Mr. Goldsmith referierte in j englischer Sprache. Gufinkei dolmetschte. Grosse Sorge er- <; füllte den Joint um, uns. Sic seien bemüht, unter allen Umj ständen mit allen Mitteln beim Präsidenten von Cuba unsere ] Landung durchzusetzen. Er ermahnte zu Ruhe und Besonnen-1 heit und bat schliesslich um untere Mitwirkung. Aus den j Rethen der Passagiere sollten etwa 300 Adressen von Ver-! wandten und gut bekannten amerikanischen Bürgern dem, Joint übergeben werden. Diese sollten telegraphisch von Ha-;• bana aus an massgebende und c-infiussreiche Steilen In USA weitergesandt werden zur Einleitung einer Aktion für unsere Zwecke. Vergebliche Hilferuf« Am 30.5. — immer wieder rufen die von morgens bis abends heranfahrenden Boote tröstende und hoffnungsvolle Worte herauf. Nichts ändert sieh jedoch an unserer Situation. Zwei- bis dreimal täglich geht das unterdessen auf unseren Vorschlag erweiterte Komitee zur Beratung zum Kapitän. Gemeinsam mit ihm werden Plane zu unserer Rettung entworfen. Stundenlange Beratungen zeigen den ängstlich auf unsere Berichte wartenden Passagieren den Ernst der Lage. Auf Bitten i nd Vorschläge;tu:i len Reihen der Passagiere werden zahlreiche telegrafische Hilferufe In die Welt gesandt, so u. a. «Ue Frau des Präsidenten von Cuba. In gleicher, banger Sorge verläuft der nächste Tag. Am 1. €. wird die Erregung der Passagiere gegen Mittag auf das Äusserste gesteigert, als ein bis zur Pohzeisperre heranfahrendes Boot eine Botschaft bringt: Das Schiff muas binnen drei Stunden den Hafen verlassen, die Passagiere werden ausserhalb der Dreimeilenzone irmgebootel. Der Kapitän wird benachrichtigt und begibt sich sofort! ..Der Minister des Äußern von St. Domingo teilt uns j im Auftrage »einer Regierung mit, das» die«e damit einverätsinden ,*«•!, wenn die 000 Passagiere der „St, Louis" | gegen eine Zahlung von 500 $ pro Kopf in St, Domingo gelandet würüvü Ein Lichtblick, ein erster Hoffnungsstrahl für die; Ausgetriebenen auf dem Geisterschiff! Vorläufig hielten wir; ** fi,r zweckmässig, diese Mitteilung nicht den Passagieren ' weiterzugeben, da wir in erster Linie die sehnsüchtige Hoffnung der Passagiere auf Rückkehr zu ihren Lieben nicht MoriTi wollten. Am 4. Juni beim Morgengrauen p.üaierten wir in langsamer Fahrt die Küste von Florida und zwar den herrlichen Kurort Miami. Von weitem sehen durften wir dienen gesegneten Landstrich, landschaftlich und architektonisch ein Wunder, mit der längsten Brücke der Weit, eine Meerenge tiberbrückend, aber näher heran durfte das Ernigrantenschiff j «rregt, nicht, ein PoUzeiboot au\* Miami legte sieh an die Seite der St. I>Juis und erlaubte uns nur mit den Augen in die pracht- | vollen Hotelgebäud« einzudringen. Das Bordieben nimmt j ieihtm Fortgang, die Passagiere hoffen auf» Neue, die Irrj fahrt möge bald ein Ende haben. Am Abend geht auf Wunsch j der Passagiere ein zweiter telegrafischer Hilferuf an Präsij dent Roosevelt ab j Ander« Pläne tauchen auf! Arn 5. ß. früh kommt ein Kabel aus New York, dass eine j Gruppevon Fmanzieuten die Passagiere des „St. Ix>uis" aus j der Not erretten wolle. Man beabsichtigte, uns auf einer! vor New York liegenden Insel in Internationaler Zone vorerst \ zu landen. Damit, wäre der sehnsüchtigste Wunsch fast aller [ Passagiere, direkt an das Endziel der Wanderung zu kommen, ■ erfüllt. | möglichst lang-' bekannt geben gleichzeitig mit dem Wortlaut des letzten Te- Habana zu sein. I legramme« au* Paris. Wir atmeten alle befreit auf.; Nun beschäftigtedie dem Geschicke dankbaren Auswanj derer ein Gedanke: Ob ihr«? Wünsche — die Aich auf eins | der i Iiindcr richteten in Erfüllung gehen könnten. Un-„ [endlich zahlreich sind die immer wieder angeführten Begründungen: Verwandte, Freunde werden da und da für; mich und meine Kinder sorgen und uns helfen, oder au*» klimatischen Gründen oder wegen erleichterter späterer Weit.*rwandcfung ist jenes Land für mich das beste vorläufig« Zkiland. Diese hclss umstrittenen Wünsche und Fragen beschäftigten vordringlich die Gemüter, während wir -chon der englischen Küste nahe durch den Kumü fuhren. .Ankunft In Uelsen Am i", »i war r»i!c;; in grös.ster Spannung, denn. es. erreichte uns noch ein Telegramm, in dem mitgeteilt wurde* dass Herr Troper und die Iünder-Komrm$sionon bereits in V Iis* in gen an Bord kommen würden, um dann mit un« mich Antwerpen zu fahren. Zum Empfang der Herren bildeten wir ein Spalier der Kinder der St. Louis, .ml gegen 10 Uhr >r«f iinr Tender ein H«.rr und Frau Troper und ein« (.rosse Anzahl von Konimission^rnitgtiedAru kamun an Bord und wurden stürmisch von uns allen begrüsüt. Kurz danach begann sofort «!ü; Verteilung der Passagier« für die einzelnen linder. Wieder einmal waren alle Gemüter denn fa«t jeder glaubte, (Inns unbedingt dfu eine oder ndere Land für ihn in Frag»/ kommen müsse*;. Am Samstag-Nachmittag landeten wir in Antwerpen, und lediglich die PiAiagiere, die für Belgien eingeteilt waren, verliessen noch am selben Abend als «rate unsere Gemein« schüft. Am l* 6. gab c* ein*n neu.«f» Abschied, denn die für Holland eingeteilten Passagiere fuhren mit einem besonderer* Dampfer ab. Nun blieben nur noch die „Engländer" untf „Franzosen", die am Sonntag Mittag gemeinsam auf die „Rhakotis" umgebootet wurden, K7«t am 19.9 fuhr die „fthakotb" mit Kurs Bouiogne ab. um dort dl« ..Franzcs«!»" ubzusi'Uei«, und um dann zum Sschius« die „Engländer' In Ulf Asylland zu überfuhren Noch einmal gab es einen AbscbM, als am 20.6. vor Bouiogne di* .,franzn>Uche." Abteilung dl« „Rhakotis" verlies*. Land. Ungeduldig warten wir auf seine Rückkehr. Unterdessen ar'u.-iten die Maschinen starker, offetisichtlich als j Habar.a eine Na'-hricht eingetroffen, die belebend erste Vorbereitung für die Ausfahrt. Gegen 5 Uhr nachmittags) gluckend laut verkündet und detailliert diskutiert wurde, kehrte der Kapitän aus Habana zurück und gab dem Ko-1 Landung der Passagiere sollte auf Island de Pmos gen mitee folgende Erklärung ab; j m * g * werden. Mit stürmischer Freude wurde »Ikiö IMS .M iiiCtsHAL 5>KK „rKO^HLV »iXtilTMNUK Die zentralen FhichUjngshilfsorgani*. Die : den von der J ü d i * c h c n G c m e l n d e i n B < ehgrafisch verständigt, es bestehe die Hoffnung, dass <li« Bsrt-; veh*n Flüchtlinge Unterdessen war jedoch am Abend des H.9. endlich aus *' "' itionen in i'aris *vur» tele» Jüdi- ..Frossula die sich no< h immer Die Regierung von Habana hat ein Dekret veröffentj uchait aufgenommen - - wenn auch nicht Habana, so doch! in Quarantäne befinden, die Eriaubni» erhalten werde«, nx lieht, wonach die „St. Louis" binnen 6 Stunden den Hafen zu; nur etwa 180 km. davon entfernt Immerhin nahe bei den jHyrien zu bleiben, vorausgesetzt dass jüdische Orpnt* verlassen, habe nöttgenfalLi werde sie mit Gewalt vertrieben j auf uns Wartenden dürften wir gelandet werden. Nicht war! sationen die restlose Garantie für ihren Unterhalt über* werden. Nach vorsichtigster Mitteilung dieser Schreckens- [ gesagt worden für dauern'len od«r vorübergehenden Aufent- {nehmen. Repräsentanten führender französisch.jiidi^jef <>rbotschaft an die Passagiere herrschte größte Bewegung an} imlt, aber ein Ziel sollte endlich den Irrfährenden gegönnt {ganisattonen wandten sich an das französisch«? AussenminH Boni Telegramm« und Hilferufe werden vorgeschlagen uxni sein. Die Hapag Ney York meldete dazu <*m T. 8, der Joint {stemm mit d»r Bitte, 4«t ..Frc^suia'-Fiüchtlinjäen einen min« ftusgösandt, u.a. ein Telegramm an Präsident Roosevelt, iUaU 500f pro Person den Passagieren der St. Louis auf «Inertesten* einmonatigen Aufenthalt in Syrien?u gestatten,

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