Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 22 (11.8.1939)
- Date
- 1939-08-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424680--287-2425052- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mt* i JÜDISCHE WELT.RUNDSCHAÜ Nr. 22. ll.-Vnt.lS3» Haben wir einen eigenen Weg? Bemerkungen zur zionistischeo Politik / Von Martin Bober Der Grundfehler der zionistischen Aktion hat darin bestanden, das» wir für unsere durchaus elgenartiR« Kolonisation kejnc selbständigen politischen Methoden nufgebildef. haben. Während wir in unserer kolonisatorischen Arbeit selbst neue Wege beschritten und neue Formen der wirtschaftlichen und sozialen Organisation entdeckten, «Ii« unserer besonderen ZieJsetzurtK und den besonderen Bedingungen unsere« Werke* entsprachen, haben wir von den Staaten de* modernen Abcndlendi eine Kolonialpolitik übernommen, die unter g»n* anderen Voraussetzungen entstanden war und zu unserer Hitufitirm in keiner Weise pasote. Die Staaten und Handelsgesellschaften kolonisierten au« der Tendenz eine« stark konsen.- tr;;rten'Volkes zur Expansion, und Ihre Unternehmung war auf der Meten Bereitschaft ziir Intervention einer «»«r kolonialen Bevölkerung technisch, "weitaus 'Überlegenen Militärmacht begründet. Wir kolonialeren au» der Tendenz eine* völlig zerstreuten und kernlose» Volke» zur Kor.zentr&tion und Haben keine Militärmacht einzusetzen. Die Vorst Hung gewisser Gruppen, die«« sei durch eine sogenannte Legion xu •rsetzen, In eine romantische Illusion. Legionen können Im Zeitalter den technischen Krieg» mir im Gefolge einer wirklichen MjliUirmacht operieren,, und zwar nur solange sie von dieser technisch ausgttusiet werden und die gegenüberstehende numerisch überlegene Bevölkerung nicht von einer anderen Militärmacht technisch »usgerüstet wird, mit. anderen, Wor-' titn afso in unserem Falle,. ablänge sich die, wcUpoUtischen Verhältnisse nicht grundlegend ändern. Wir hüben eine Ltg'onspolilik Ohne Legion gemacht; d. h. wir haben unsere 'konzentrierende Kolonisation" auf die Militärmacht eines expansiven Stunks gestützt. Wir find dabei von der irrtümlichen Annahme ausgegangen, ein expansives und ein k-naentratives Intcrcasc könnten in einem sozusagen natürlichen Bündnis miteinander sieben, das von welt|K>Htischen Wandlungen unheeinftuast bleibt. Dem ist nicht so. Der konzentrativo Kolonisator Ist auf das' Land seiner Konzentration angewiesen und daran gebunden; der expansive kann nötigenfalls eine unbequem geworden«:» Position räumen oder l - schranken, er kann Verbindungen umordnen, dio einen reduzieren, «He anderen ausgestalten, je nach Bedarf, Für den Augenblick, wo das britische Reich in einer veränderten weltpolitischen Lage ein rwettes Krypten östlich das Suezkanals biauciien würdo oder glauben würde, es ' rauchen zu können, war zu erwarten,'das.'ä es versuchen würde,'es sich von den Arabern oder einem Teil 'von ihtien liefern zu lassen; wir können es ib^m, nicht liefern. Ich bin zwar der Ansicht, dass die Araber, die es liefern könnten, es nicht liefern werdenj is scheint mir. d*** die-britische Führung in .dieser .Stunde die innerträblsche Problematik nicht richtig sieht und daher unrichli^ manövriert; aber das lindert nichts daran, da*s unsere Lage jetzt so Ist, wie sie ist. über den an uns begangenen „Verrat" klagen mag propagandistisch zweckmässig ■ein, vielleicht auch das nicht mehr, politisch ist Jedenfalls wertlos. Wir hoben dio Zionsfahne einem Unter- ' nehmen zur .Verfügung, gesteht, das ohno sie nicht -gelingen konnte, und beschweren uns nun darüber, dass der Unternehmer heute, da er dio Fahne nicht mehr braucht oder sie rieht iehr zu brauchen glaubt, sie zu kostspielig findet und den darüber abgeschlossenen Vertrag entsprechend interpretiert. Haben wir denn bis heute uicht gewusst, dass die WcltpoliUk der Mächte In dieser Zeit eine Sache der Interessen der jeweiligen Stunde und nicht eine Sache der Grundsätze ist? Unser Fehler war, Onus wir das Schema der modernen Koloniulpoiitik, ln dem es nur zwei Parteien gib', eine dio die Kolonisation übt, und eine, die dio Kolonisation erleidet, blind auf unsere so völlig andersartigen Absichten anwandten und uns somit einer Partei, dem Inhaber der Macht, an' schlössen und uns ganz und gar seiner Macht übergaben. Die Folge war, dass wir uns zu Handlangern eines Imperialismus abstempeln Hessen, mit dem unsere Sache nicht wesens« miiasig verbunden war. Und es ist Ja bekannt, wie tragwürdig die Lage von Agenten von beiden Se i t e n ist. Wir galten als Agenten des britischen Imperialismus noch, als es ihn eigentlich nicht mehr gab, d. h. als an sein« Stelle unter dem alten Namen Imperium eine Assoziation zur Freihaltung des Handels in der Welt getreten war. Was hatten wir also zu tun gehabt? Wir hatten einerseits von der Macht, der ein Mandat über Palästina Ubergeben werden sollte mit der ausdrücklichen Begründung, unsere Siedlung zu fördern, eine.'einzig» unbedingte Zusicherung zu erlangen: «Saas sie unser Recht auf freie Einwanderung und freien BodenUuuf; anerkennen und niemals etwas unternehmen würde, um dieses Recht zu Vorkursen, Eine solche einfache und eindeutige Zusicherung wiirü nicht mehr so leicht wegxuinlerpreticrcn gewesen. 'Andererseits aber hatten wir von den Arabern die Anerkennung desselben Rechts zu erlangen, ebenso einfach und eindeutig, und diese Anerkennung musste ebenso wie jene Zusicherung von einer internationcleh Instanz bestätigt werden. Diese Anerkennung konnte naturgtmäss nur als Ergebnis von Verhandlungen auf Grund eines umfassenden Kolonisationsprogramms erfolgen, eine« Programms, in dem das Wesen und die Aufgaben unserer kon» sentrativen Kolonisation einen zulänglichen Aüädruck gefunden hätten. Ein solches Programm war demgemä*« nicht auf Palästina aliein zu beschränken. Zu einem Zentrum d:e»er Art gehör; ein fester Ring, der e« umscbliesst. Dieser Ring könnt« nur gebildet werden durch ein Einströmen von produktiven jüdischen Elementen in die arabischen Lander, und da« bedeutet: durch eine programmatische Mitwirkung jüdischen Kapitals und Jüdischer Arbeit am wirtschaftlichen Auf» Lau des arabischen Vordtrasien. Das historische Schicksal solcher Mitwirkung, <!**« wir nämlich ausgeschaltet würden, nachdem wir unser Werk geleistet hüte«, brwMfeto wir i*u nicht zu befürchten, wenn ein historisches Novum von uns geschaffen würde, wenn nämlich im Mittelpunkt« diese« Werkes eine starke eigene Ponition, die palästinensische, stünde. Man rmias «ich klar machen, dass Palästina dmmit nicht bloss da« organische Zentrum des jüdischen Volke», sondern auch das ein i aufsteigenden Orients würde. Selbstverständlich hätten aolche Verhandlungen nicht mit einigen Notabein geführt werden können, und die Anerkennung, die ich meine, hätte auch nicht In der Form de« Privatbriefs eines arabischen Fürsten erfolgen können. Wir brauchten einen adäquaten Verhandlungspartner; wenn er nicht da war, mussten wir ihn for- •Jern. mussten notfalls selber ihn als eine Vertretung des ganzen Arabertums organisieren helfen. Natürlich war auch mit einer Vertreteroehaft der palästinensischen Araber selbst Uber Leistung und GegenleiatUrig zu verhandeln; es war In «,'er Konsequen« des Programms gelegen, sie an unserer palästinensischen Aufbauarbeit tu beteiligen, auf allen Gebteten organisatlve Formen einer Gemeinsamkeil; der Interessen zu finden. Das kleine Programm, daa wir aufstellten, führte zum Kampf gegen die arabische Arbeit; ein grosse» hätte ihre Beteiligung nicht allein erlaubt, sondern notwendig gemacht. Da« Gleiche galt auf dem politischen Gebiet., Das kleine Programm führte xu einer Betonung de« Bedürfnisses nach der Erlangung einer Mehrheit Im Lande; das grosse hätte gezeigt, dass es eine Kooperation von Völkern geben kann, bei der die Frage des numerischen .Verhältnisses ganz unwichtig wird. En wäre im Wesen unserer eigenen Kolonialpolitik gelegen, zu neuen politischen Formen xu führen, die auch dann'standhalten würden, wenn. Palästina, sich später In einen föderativen Länderverband einfügte. Alles, was ich hier sage, ist schon vor 20 Jahren vön mir nn<. meinen Freunden gesägt worden, z" einem grossen Teil in der Öffentlichkeit, besonder« aber in den Ausschüssen tUr zlonhtlschen Kongresse und in Beratungen zionistischer Gruppen. Es ist nicht zur Wirkung gelangt. Ich mache mir heute den Vorwurf, das* ich mich damals von dem bei uns nilgemein hrrmhendem Vorurteil gegen die ÖfrcnMichkefl habe beeinflussen lassen. Wahrscheinlich wäre, wenn wir dieses Vorurteil überwunden hätten, uns eine grössere Wirkung gewährt gewesen. Wir stellten das Gebot der zionistischen Disziplin über das unterer eigenen politischen Einsicht; da« hat sich ala schwerer Feh!«?r erwiesen. Heute, wenn wir auf itmete damalige Vorschläge und Warnungen hinweisen, wird «ns vielfach entgegengehalten: Nun Ja, ihr mögt ja recht gehabt haben, aber nun ist eben alle» geworden, wie es geworden ist, nun ist kein Einvernehmen mit den Arabern xu erzielen, es sei denn eines, das ein« Abdikation bedeuten, daa einen Versieht auf den vitalen Anspruch unserer Sicdlungsarbeit einschliessen würde, da bleibt «ben nichts übrig als der rücksichtslose Kampf, komme wa» da wolle, der Kampf um unser Leben. Diese Erwiderung Ist nichts ala «in neues Ausweichen vor der grossen schwere** Aufgabe eines grösseren Zionismus. Gewiss, echte Kooperation ist nur auf der Grundlage echten Vertrauens möglich, und1 wir1 haben tausend Keime de» Vertrauens zerstört G«v wlss Ist die Aufgabe noch ungeheuer viel schwerer geworden,' als sie war. Aber e« ist nicht wahr, das» *ie uherfüllba* geworden wäre. Es kommt darauf an. sich heute trotz ollem für die Richtung zu entscheiden, in der man suchen und veraoehen, in der man wagen und werben will. Eine grosse Entscheidung dieser Art ist fruchtbar. Schlagen wir unbeirrt, uhsbgelenkr eine Richtung ein, so wird sich zeigen, daoa man* in dieser Richtung auch wirklich gehen kann. Es ist nicht wahr, dass heute die Idee einer konzentrativen Kolonisation keinen selbständigen politischen Ausdruck mehr finden kann; sie wird ihn finden, wenn wir sie ganz ernst nehmen, tri dem Augenblick, vc wir erkennen, dass ea für dieses Land* kehl Heil gibt, es sei denn auf der Grundlage eines umfassenden Bündnisses zweier Völker, Werden wir die Möglichkeit «twinnen, auch den Arabern zu zeigen, das« ca so ist. Mit Ta*- tik irgendwelcher Art ist nichts mehr auszurichten, mit der Wahrheit das Mögliche schlechthin. *- Der Aufsatz von Buber erscheint hebräisch gleich» zeitig in dem in Jerusalem herausgegebenen Sammt^ btich „Darkenu". — Red, Die Refugies in Frankreich NEUE KOLONISATIONS-PLANE Unser Pariser K. Berichterstatter schreibt: Tn Frankreich beginnt man sich erneut mit der Frage der Refugies aus Zontraleuropa zu beschäftigen, die trotz allen Sperrmassnähmen nach wie vor nach Frankreich einströmen. Kein noch so atrenger Grenzschutz kann gegenüber der Not und der Verzweiflung der von den Neil«i" grausam verfolgten Entlf granten standhalten. '.\:'KlnV'''itt«f^rßcn> Äuse?iUmd«?ietst&4 über das Flüchtlingsproblem fand im Rahmen eine« Empfange« statt, den der Pariser ORT xu Ehren de« früheren Staatssekretärs Fran«jois de Tessan veranstaltete, der im Auftrage d*r Organisation die Vereinigten Staaten bereist hatte. Der Empfang winde von dem früheren französischen Aussenmlnistci' Yvaa Delbos präsidiert Francois de Tessan stattete einen Bericht über seine Reise ab. Er teilte ferner mit, dass der französische Kolonialminister Mar deI (der bekanntlich Jude ist) sich ernsthaft mit dem fchicksal der heimatlosen Refugies, die sieh in Frankreich nicht einordnen können, beschäftigt ist ernnit der Plan aufgetaucht, IT) 30.000 Refuglcä in den französischen Kolonien, diesmal nicht aber nur in Madagaskar, sondern auch in den Neuen-Hehrlden und in Neu-Kaledonien zu installieren. Es fräst sieh, ob dieser Plan des Koloniulministers eher in das Stadium der Realisierung treten wird, als die ähnlich gearteten Gedanken seines Vorgängers' Marius 'Moutet, von denen äUsschUesslich die Entsendung einer Studienkommission nach Madagaskar - verwirklicht ■ wurde. Die Madagaskar-Pläne, die damals ganz eingeschlafen waren, werden jetzt in neuer Form wieder aufgenommen. In den letzten Tagen wurde in Paris ferner eine Konferenz abgehalten, die sich mit der Frage eines Statutes für die Refpgies in Frankreich befassU. Die Konferenz, an der eine grosse Anzahl von FiüehtUngsorganisaüonen teilnahmen und die von Paul Perrin und dem frühexen Minister Philippe Serre, der dem Problem der Refugies besondere Aufraerktamkeit schenkt, geleitet wurde, nahm eine Entachliessung on. die d«jr französischen Regierung übergeben wurde. Diese Resolution verlangt Aufhebung der zur Zeit gültigen Fremden gesetze und Festlegung eines Refugi^statutes, Erleichterung der Einordnung der brauchbaren ausländischen Einwanderer und ihrer Verschmelzung mit der französischen Bevölkerung. Die Naturalisierungen dieser Flüchtlinge, die ihren Aufenthalt In Frankreich genommen haben, sollen getördert werden. Die jüdischen Organisationen legten dieser Konferenz ein Memorandum vor, In dem die besondere Lage der jüdischen Einwanderer betont wurde, dehen infolge der antilomitischen Orientierung der mitteleuropäischen Länder jeder Rückweg versperrt ist Die eingewanderten Juden seien beult, sich mit allen Kräften für ihr neue« Vaterland eiiwusetzen. Die neu« Verordnung, die soeben Im Amtsblatt erschien, wird ihnen dazu Gelegenheit geben. Die französische Regierung ruü durch die*« VcrcrtJauns öle in Frankreich lebenden Refugies und Staatenlosen zur Musterung auf. Diese Ausländer im Aller von 30 bis.*« Jahre werden in ein Gentrairegister eingetragen, das der Regierung den Uberblick über die sur Verfügung stehenden Kräfte gestattet. Ein spätere« Dekret wird die Dauer de« Heeres — biw. Hilfsdienstes der versskiedenen Kategorien von Reiufie« bestimmen. Diejenigen Staatenlosen und politischen Fiikhtiinge, die sich dieser Eintragung iu das Ceueralregifiter «üoiit swietwerffü, werte» aj« Ausländer eho« Scüuurtcbi betrachtet und können im Falle einer Ausweiaung nicht mchi öie Kefugie-Eigenschaft in Anspruch nehmen. Diese Verordnung wird von der Mehrzahl der jüdischen Flüchtlinge begriisat werden, da sie ihre Stellung hinsichtlich ihrer Verpflichtungen gegenüber dem französischen Staat klar ra* gelt. Man hoffv dass In Zukunft auch eine Festlegung der Rechte der im ,.re\mi gent ral" erfassen Refugies in einem Refugiestatut »rfAlg«* wird. . . - — , DALAMER RÄUMT AUF ' Unser Pariser K. Berichterstatter schreibt: Die französische Regierung setzt ihre Aktion zur Unterdrückung der anti« semitischen Hetze fort Nach der Unterdrückung der Zeitung „France Enchainee" (des französischen ..Stürmer") ist die Behörde auch gegen sine zweite Antisemiten-Zeitung „Por«;- Epic1' vorgegangen, die ihre Hetztätigkeit vor allem in Südi rankreich ausübt Bei dem Blatt wurde eine Haussuchung uurchgeführt, bei der zahlreiche belastende Dokumente beschlagnahmt wurden. Ein Mitarbeiter der Zeitung Clement! wurde wegen Aufreizung zum Morde verhaftet Er erhielt einen Monat Gefängnis und 600 frs. Geldstrafe. Auch die Redakteure diese* Hetzblattes werden wahrscheinlich in kurzer Zeit vor fanzösischen Gerichten stehen. Die Säuberungst ktion der Regierung - macht sich bereits in dem Strasse;:- bild der Großstädte bemerkbar, aus dem die Verkäufer der antisemitischen Blätter und Broschüren verschwunden sind. Nichtsdestoweniger machen sich schon Bemühungen geltend, a& .antisemitische Ffug^ettelkampagne wieder, aufzunehmen. Die schwerste Aufgabe bei der Unterdrückung dieser von Deutschland geförderten Heise steht aber der Regierong Daladier im Elsas» b«svor, wo die Hetzkampagne mit den autonomistisc-hen Bestrebungen verbunden ist. Die Regierung kann in den Ostprovinzen nur mit Vorsicht gegeu die Pressehetze einschreiten, weil ein Teil der Bevölkerung Sympathien für die kulturell motivierten ,.Heimatschutzi'bestrebungen der efo&ftsischdn Autonomistcn hat Es wird daher noch einige Zeit dauern, bte die Regierung, auch im Elsass die Wirkungen der deutschen Propaganda mattgesetzt hat, doch besteht kein Zweifel daiüber, dass die Regierung jetzt entschlösse*; bt, mit der Hetze gegen die Juden endgültig ein Ende Ii; machen. * Der anttiemitteche Pariser Stadtrat und Herausgebet der Zeitschrift „La France Enchaimfe", Darquier de Peilepoix, der erst kürzlich zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wurde neuerdings angeklagt. In der Nummer der „La France Enchainee" vom 15. Juli war ein Artikel betitelt „Die Juden und der Krieg" erschienen. In welchem die Stüatsanw&Hschaft den Tatbestand der Aufreizung zum Hass erblickt. De Peilepoix hat erklärt, dass er für den Artikel die volle Verantwortung übernimmt. > WtXTVERBAND H R KttlJGIÖS-IJBf^ALES JUDENTUM Das Präsidium des WeHverbande» für religiös-liberales Judentum hielt in London eine Tagung ab. Anwesend waren der Präsident des Weltverband«« Dr. Lea Baeck, der Vorsitzende Dr. I, MattiXck, sowie Vertreter aus einer ncih« LinUs». Iii» VcrUuf der Tagung wurde mitgeteilt, dass es in AuttmiieH nunmehr zwei liberale Synagogen gibt, und zwar In Sidney und in Melbourne. Aus Johannisburg wurde mitgeteilt, dass die dortige liberale Kongregration heute nach sechsjährigem Bestand eine der wichtigsten Kongregationen m Südafrika sei. Den aus Putästinm eingetroffenen Berichte« ist tu entnehmen, dass die Arbeit der drei Kongregationen in Haifa, Tel Aviv und Jerusalem beträchtliche Fortschritte iftavht CO!« Gr$M<duii« lifci^-iilig&scr Ccaeir.de«! ist i» viek* Ländern «int Folge der Zuwanderung dsuuch#r *V dea. — Red),