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Jüdische Weltrundschau · 1939-08-11 · 22 (11.8.1939) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
22 (11.8.1939)
Date
1939-08-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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feit* s JÖmSCffE tVELT ftümJSCHAÖ fo. ä n.vm.193» und gleichen o(t einer leerlaufenden Maschine. Schon die letzten Zionistenkonjsprcssc .waren ihrer Aufgab« nicht gewachsen. Dieser Genfer Kongress aber steht»vor einer gefährlichen Klippe, Kr muss sich darüber klar fein, da»f! er die jüdische .Sache, die er vertritt, In die alle«« kek<>rr*chend# ^rot^e Well frage von heut«» «Inttitordnen hat. War es flu der» ZionismiiH schon immer unerläaslirh, in der politischen Welt Freunde zu Buchen, so ist die« heute eine Notwendigkeit, ersten Ranges, wichtiger noch als diese oder jene momentane Errungenschaft. Der Zionismus ist weniger als je von der gesamtjüdi sehen Politik zu trennen. Das Judentum als Ganzei Steht in einem Kampf wie ihn die letzten Generationen nicht mehr erlebt haben. Wir spüren nicht« von wirklicher jüillseher fiegenwehr, nicht* von einem repräsentativen jüdischen Wort, da« In eindeutiger Welse dem Trommelfeuer und Ite'irUII der Judenfeinde entgegengesetzt wird. In unserer Zeit starrt zwar alles von Waffen, aber trotz dem ist auch das Wort — von Lehen erfüllt und richtig gebraucht —- nach wie vor eine überaus scharfe Waffe, Die Kunst der Propaganda, die oft genug Worte und Wahrheiten verfälscht, hat sieh in einer ungeahnten Wei.se vervollkommnet. Wir Juden haben zwar keine Armee, obwohl wir eiu nicht zu verachtende« wehrfähige» und intelligentes Menschen-Element beo sitzen, aber wir haben noch die Kraft und die Freiheit, uns zu unserer Wahrheit zu bekennen. Ein Bekennt, nie zur Wahrheit kann unter Umstünden stärker sein als die gross! en Armeen. SammeX die Krüh*! Aber wir sind so verstrickt in die kleinen Dinge des Alltag», in Polemik und Streit, in eine „Politik" des Protestieren», die keine ist, dass wir garnicht zu uns selbst finden. Es ist an der Zeit, eine Organisation zu schaffen, die vor allem alle jüdischen positiven Kräfte, die es in dieser Welt von 1939 noch gibt — und es gibt trotz des gegen uns geführten Vernichtungskrieges eine grosse Reserve an geistiger, physischer, materieller und moralischer Kraft —. zusammenfaßt und versucht, dem heute fr&taltlos in alle Winkel der Welt ausetnanderstiebenden indischen Volk eine repräsentative Gestalt zu geben: Das;ann nur geschehen mit Hilfe des Zionismus, schon weil ein solches kämpfendes Judentum da* Zentrum in P a 1 ä s 11 n a haben muss. Wir reden hier nicht von den Problemen Palätttinatt — dies geschieht an anderer Stelle —, sondern wir meinen die von allen Juden heute gewürdigte Tatsache, dass der einzige Ort einer wirklich innerlich freien Entfaltung daa Judentum in Palästina ist, unabhängig von allen widrigen politischen und armseligen wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes. Einzelne Juden mögen heute noch in manchen Ländern der •^Welt ihre- Stimme erheben können; abet die Stimme des jüdischen Volkes kann nur aus Jeruialcm kommen. Wir haben Ansätze verschiedener Einrichtungen wie die Hebräische Universität usw., das alle« sind aber erst Ansätze zu einer wirklichen geistigen Reprä sentanz, die von Palästina aus zu Juden und Nichtjuden sprechen muss (freilich in einer ihnen verständlichen Form). Dies ist eine Gesamtaufgabe, die mindestens so wichtig ist wie die Errichiun von soundsoviel Siedlun gen — und wi schätzen die Errichtung von Siedlungen wahrlich nicht gering ein. Auch für uns selbst ist daa wichtig, denn wir laufen Gefahr, uns in einem Sprachenbabel zu zerspalten, wobei wir nicht an linguistische Verschiedenheiten denken, sondern an die Spaltung in verschiedene Begriffs¬ und Denksysteme, die zueinander kaum mehr einen Zu gang finden. So ist unser Volk gerade in einem Moment, wo es durch die Not am sichtbarsten zu einer Einheit gemacht wird, mehr als je in Gefahr, seine Einheit zu verlieren. Der erste Schritt der neuen jüdischen Politik, die wir brauchen, muss es sein, das jüdische Volk zusammenzuhalten und ihm die Stimme wiederzugeben, mit der es seinen Platz in der Volkerwelt wahren kann. Dies ist sogar unabhängig von Krieg und Frieden; denn welches Leid auch kommen möge, die geistige Not (nicht nur bei den Juden) wird schlimmer sein als je, und vielleicht auch der geistige Kampf brennender als je. Dies sollte der Zionistenkongress bei allem, was er tut, vor Augen haben, denn wenn er an dieser Forderung vorübergeht, wird er auch in seinem anderen Tun seinen Rang nicht behaupten können. DIE NEUE LAST DER DEUTSCHEN JUDEN KEINE STAATLICHEN WOHLFAHRTSUNTERSTITZUNfiEN MEHR DAN2J6 UNO HEMEL In Ranzig ist die erste Liste der Namen jüdisch" r Privatpersonen und jüdischer Organisationen, deren Vcr: sögen auf Grund der von» Dauziger Senat am 2<i. Juli erlassenen Verordnung über die Beschlagnahme jüdischen Eigentums konfisziert wird, amtlich veröffentlicht worden. Vier der Enteigneten sind polnische Staatsangehörige, die in Polen wohnen, eine Enteignete ist eine Französin, die Aktien eines grossen Danziger Warenhauses besag». Die polnisch-jüdische Tageszeitung „Nasz Przeglad" teilt mit, dass die polnische Regierung demnächst beim Dannigor Senat wegen der Konfiskation des Vermögens von Juden polnischer Staatsbürgerschaft in Dan zig intervenieren wird. Regierung »*g»n\var*ig mit <i«>r Peüfimcder Verordnung dos Danziger Senates über die Besch lag - i«. a h m e d e s V e r m ö g c n s v o n J n d e n auf dein Gebiet > der Freien Stadt beschäftigt. Die deutsche Reichsregierung hatte seinerzeit entschieden, dass der gesamte jüdische Besitz im Gebiete des 11 e m e I I u n <i t s bis zum 21. August d. J. liquidiert werde« müsse. Int Zusammenhang damit hat jetzt die deutsche Regierung an die litauische Regierung eine Note gerichtet, in der sie sieh bereit erklä t. den sieh in Litauen aufhaltenden jüdischen Flüchtlingen aus Memel. die litauische Staatsbürger sind. Erleichterungen jeder Au zu gewähren, damit sie persönlich und ohne jedi> Einmischung ptcüens der deutscheu Verwaltungsbehörden ihren b^it« liqul* liieren können. Die Ergebnisse der zweiten . Evian-Konffrenz" «diesmal ir London) mit der Ankündigung einer entscheidenden Wendung in der die Emigrantcnhilfc betreffenden Politik Bind /.war mit. einer gewissen Erleichterung aufgenommen worden, nber bis heute ist »ehr unklar, welche konkreten Eigebnisso von den newn Beratungen ausgehen werden. Wir sind überzeugt, dass auch in Deutschland selbst (einschliesslich Österreichs und «>* sogenannten ..Protcktot rMsV) die Juden diese Nachrichten als einen Hof f nun gs- Mr.'ihl begrünst haben. Denn die meinten der noch i i dienern Gebiet befindlichen Juden «eben mit dumpfer Verzweiflung der Zukunft entgegen, ohne die geringste Möglichkeit, sich selbst zu helfen, und ohne irgendeinen Auaweg in« Freie 7m sehen. Hunderttausende sehnen sich nach Auswanderung, viele .sogar ohne sich Im ein?lnen vorzustellen, welch ein rehwercs Los ihrer auch draussen wartet, denn das Leben eine« Emigranten war immer «chwer und Ist heute In der enger gewordenen Welt achwerer als Je. Alles aber muss diesen gequälten Menschen, die, Abgesehen von den moralischen und physischen Leiden, vor allem unter dem ununterbrochenen Druck eines durch da« Gefühl der Vogclfrcih e i t überreizten Nervenfiebers stehen, besser erscheinen «1» der gegenwärtige Zustand. Die deutsche .ludenheit ist durch ■das Schicksal und zuletzt auch juristisch (durch die Gründung der sogenannten ,.R c i e h s v c r c i n i g u ng") zu einer Einheitskörperschaft geworden, In der eine Art Gemeinbürgschaft aller füreinander verwirklicht ist. Die deutschen Behörden stellen »ich die Sache offenbar so vor, dass daa gesamte Vermögen oller Juden, soweit es nicht bereits geraubt oder beschlagnahmt ist, eine Art Konkurs m HM« bildet, von der aus sämtliche deutschen Juden erhalten werden »ollen, so gut es eben geht. Den Leitern der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland Ist damit eine Last aufgebürdet, wie sie noch niemals jüdische Funktionäre zu tragen hatten. Die Gründung der Reichs- Vereinigung wurde in der Naziprease mit dem dort üblichen verlogenen bombastischen Schwulst angekündigt. Die Behauptung, man gebe den Juden die Möglichkeit einer ..reibungslrsen, geordneten" Regelung der Dinge, Ist — an allen menschlichen Masstäben gemessen — nichts als Hynocrisic. Den Juden werden durch das neue Gesetz materielle Pflichten aufeliegt, die eine so zusammengeschrumpfte und materiell vernichtete Gemeinschaft, der jede Erwerbstätigkeit untersagt ist, nicht tragen kann. Bedeutet doch das Gesetz nichts anderes als dass die letzten Leistungen, die von Seiten des Staates noch an Juden erfolgt waren, nämlich die öffentlichen Wohlf ahrts Unterstützungen, nunmehr gestrichen werden. Trotz der ungeheuren an den Staat fliessenden Steuerlcistung der jüdischen Gemeinschaft in Deutsehland erhalten die Hilfsbedürftigen und völlig verarmten Elemente keinen Pfennig mehr. Das ganze Untcrstiitzungswesen wird der „Relchgverelnlgung" zugeschoben, die damit vor eine finanzielle Aufgab« gestellt ist, zu deren Losung sie mangels ausreichender Mittel nicht imstpndo sein kann. Dazu tritt noch die Verpflichtung der Reichsvereinigung. Schulen zu gründen und zu erhaltene Solch» Aufgaben kann eine Gemeinschaft nur erfüllen, wenirj jde «ich auf die Steuerkraft Ihrer erwerbsfähigen Mitglieder stütz*" kann, nicht aber wenn Mit von „Auswanderungsabgaben" lebt. Bei dieser Sachlage ist die Beschleunigung der Auswanderung eine elementare Notwendigkeit allerersten Ränget« geworden. Denn immer nehr Juden In Deutschland werden unterstützungsbedürftig werden und immer weniger Juden werden zu den öffentlichen Kassen der deutschen Juden beitrat»* hiitmen. Woher sollen die Menschen auch nur «las Notwendigste nehmen? Die .ludenfrage erfordert ein Hilfswerk grössten Stils, aber diese Hilfe kann nicht innerhalb Deutschlands geleistet werden, sondern nur ausserhalb Deutschlands, und das bisherige Syitem der Flüchtlingslager in ( inigen Ländern ist auch nicht ausreichend und auf die Dauer garnieht haltbar. Es muss vielmehr ein anderer Weg gefunden werden in einem Territorium, wo die arbeitsfähigen Menschen dieser grossen Gemeinschaft und dos ist keine Kleinigkeit — V!'»r die» Erschliessung des Lande* nnd für produktive Arbeit jeder Art benutzt werden können, sodass das Hilfswerk, das unvermeidlich geworden ist, einen Sinn hat und eine altmähliche Pberleitung bilden kann zu einem normalen Leben — wenn auch nicht einem bürgerlichen Leben der Art, wie es der jüdische Mittelstand in Deutschland früher geführt hat. Gewiss wird das Judentum im Wt»hse| der jetzt aufwachsenden Generation noch einen gewnlügeft Wandel durchmachen. Aber dieser Prozess muss sinnvoll gelenkt sein, da sonst ein Chaos und eine Anarchie mit allen ihren Begleiterscheinungen unvermeidlich sind. Die Führer der jüdischen Gemeinschaft jn Deutschland leisten In stiller bescheidener Arbeit, ohne mit grosspurigen Reden vor die Öffentlichkeit treten zu können, eine beispiellose Arbeit, und der Respekt der gesamten Judenheit gehört ihnen. Aber sie und das deutsche Judentum dürfen nicht im Stich gelassen werden in einem Moment, wo alles auf eine planvolle Ausnützung der Mittel und Möglichkeiten ankommt. Darum lit es wichtig, sich darüber klar so sein, dass die Gründung der Reichsvereinigung mit den Ihr vom Staat zugewiesenen Aufgaben die deutschen Juden in eine Larr gebracht hat, die n\ch nach kurzer Zelt als aus weg« os erweisen muss. Die Ressortleiter Nach dem in Deutschland veröffentlichten Organisation»« plan der neu errichteten „Reichsvereinigung der Juden In Deutschland", bleibt Rabbiner Dr. Leo Baeck Vorsitzender der Reichsvereinigung, stellvertretender Vorsitzender ist der Vorsitzende des Vorstand»» der Berliner Jüdischen Gemeinde. Heinrich S t a h 2. Geschäftsf ührende« Vorstandsmitglied der Reichsvereinigung ist Min ister talrat a.D. Dr. Otto Hirsch. Die Finanzabteilung wird - wie bisher — von Paul Meyer« heim, die Gemeindeabteilung von Dr. Arthur Lilienthal ge- Uitet. Vorstand der Abteilung Wanderung ist Dr. Paul Eppstein, neben dem in der Wanderungsberatung leitend tatig sind: Frau Prof. Dr. Cora Berliner, Victor Löwenstein und Dr. Julius Seligsohn. Das Palästina-Amt der Jewish Agency wird von Erich Gerechter und Dr. Ludwig Jacob! geleitet. Für die AuHwandertmanvorbcreitumg sind tätig: Dr. Conrad Cohn (Berufsausbildung und Beruiaumschkhtung), Martin Gerson (Landwirtschaft) und Philipp Kozowst (WirUchaftarechts- und Wohnungsfragen). Vorsteitdad»acr* nent der 8chulabtctiun<j ist Morlta HenscheL Dia Schülabtatlung selbst wird von Frau Paula Fürst bisherige Direktorin der Theodor HerzUSchulc, geleitet. Für Lehrerfragen» und den Sprachunterricht ist Frau Hss Cohn Desernentln. Schliesslich wird die Abteilung Fürsorge von Dr. Conrad Cohn geieltet, dem für die allgemeine Wohlfahrtspflege die bisherige Geschäftsführerin des Jüdischen Frauenbundes, Frau Hanna Karminski, und für die Gesundheitsfürsorge Obermedizinalrat a.D. Walter Lustig zur Seite stehen. DER XXL ZTOMSTENKONGRESS tiASTE ALF DKM KONGRESS Die diplomatischen Vertreter einer Reihe von Ländern haben ihr Erscheinen zu der feierlichen Eröffnungssitzung de Kongreääes im „Grand Theatre" zugesagt. Auch die Abgeordneten des englischen Parlaments Colorel Josiah W e d g - w o o d und Captain Victor C a z a 1 t werden an der Eröffnungssitzung teilnehmen und voraussichtlich auch den folgenden Debatten beiwohnen. Es steht nunmehr fest, dass nach der Eröffnungsrede Prof. Weizmanns im Rahmen der Begrüssungen der Präsident der Regierung von Genf, M. Lachenil, den Kongress im Namen der Republik und de» Kantons Genf und zugleich im Namen der Schweizer Bundesregierung willkommen heissen wird. Es werden sodann Begrüssungsnnsprachen des Vorsitzenden des Zionistischen Lan des verbände» der Schweiz und des Vertreters des Jüdischen Gemeindebundes folgen. Hierauf wird der ehemalige Minister und Mitglied des Senats der Franaösischen Republik Justin Godart der Vorsitzeuder des Komitees France-Pale»tine ist, den Kongress begrüssen. BISHERIGE WAHLERGEBNISSE Beim Organisations-Depariemeni der Exekutive, welche» einen Sitz temporär nach Genf verlegt hat, gehen andauernd Berichte über die in den verschiedenen Ländern vorich gehenden Wahle« von Delegierten zum Zionisten-Kongress cm. In F r a likreioh hat die Liste der „Zionistischen Demo« l;ratie", welche aus einem Block der Arbeiter-Partei, der Aügt meinen Zioiusien und d«r sephurdischen Zioni.ten besteht, alle 4 Mandate erobert. In Süd- Afrika hat die Liste des zionistischen Landesverbandes i) Mandate, die Arbeiter-Liga und der Misrachi je 2 und die Judenstaatspartei l Mandat erhalten. Dit* endgültigen Ergebnisse der Kongresswahlen In Palästina ergaben t»0 Delegiert» für die Arbeiterpartei, 14 für Hapoei Hamisrachi, S Delegierte für AHgemeine Zienisten Gruppe B, 6 für Allgemeine Ziotusten Gruppe I A, 5 für Linke Poaie Zion, 3 für Arbeitergruppe der AI Igej^ss die Kgj Kommission damals das Verhalten der In Amerika erhielt die Zionistisch» Organisation und) die Poale Zion je 34, die Hadassa 29 und der Misrachi 17 Mandate. In West-Gallsien erhielt der Weltverband der Allgemeinen Zionisten 9 Mandate (darunter 1 für die Welt Vereinigung Allgemeiner Zionisten), die Arbeiter-Partei 8, der MUrachi S und die Linke Poale Zion 1, zusammen 18 Mandate. In der Bukowina erhielten die Allgemeinen Zloniaten 2, Misrachi und Arbeiter-Partei je 1 Mandat, In Argentinien erhielten die Allgemeinen Zionisten 3, die Arbeiter-Partei 2 Mandate. Aus Bratislava wird gemeldet, dass das Wahlkomitee des XXI. Zioaistenkoagresses beschlossen hat, di« für die Slov»kci entfallenden sechs Delegierten-Mandat« wie folgt aufzuteilen: Allgemeine Zionisten 2, Misrachi 3 und Poale Zion S. Aus mehreren Ländern sind Proteste gegen di» Wahl ein* gegangen, die vor dem Kongressgericht anlässüch der Prüfung aller Wahlen zur Behandlung gelangen werden. BERICHT DER EXEKUTIVE AN* DEN KONGRESS Der Bericht der Zionistischen Exekutive und der Exekutive der Jewish Agency an den Kongress und den Council der Jewish Agency ist in hebräischer Sprache erschienen. Der über 500 Seiten starke Band enthält die Berichte der Exekutive, der verschiedenen Departments sowie der Zionistischen W»ltverbände. Im Anschiuss an einen Finanzbericht der beiden Exekutiven gibt der Bericht eine Übersicht über die ökonomische Lage in Palästina in den vergangenen zwei Jahren und über die Ökonomische und finanzielle Politik, die die Exekutive befolgt hat. Weitere Berichte werden u. a. von der Zeniral- Kommission für Jugendarbeit, von der Abteilung für Meeres« Angelegenheiten sowie für die Abteilung für ländliche Mittel« ätandsstcdlung und der Abteilung zur Unterstützung des gewerblichen Mittelstände* gegeben. Der Bericht wird du-eb zahlreich» Diagramme und Tabellen erläutert. Wir werten auf seinen Inhalt demnächst zurückkommen. i meinen Zionisten, 2 für Achduth Haam, 2 für Degel Zion tSe- :phardim), 1 für Jemeniten und 1 lür die sozialistische Gruppe. Der Misrachi und die Jüdische Staatspartei hatten an den Wahlen nicht teilgenommen, Auf Grund von VvreintMirHHaiu wurden >n der Schweiz, Luxemburg, üst-Fiunki cicli, Daneautrk, Schweden, Norwegen, Finnland je 1 Mandat, in Holland 3 und in Jugoslavien r Mandate besetzt. In England erhielten auf diese Weise die Allgemeinen ZiüuiaUü 8, MUrdchl und Arbeiterpartei je 3 und die Judensta^tr-yartei 1Mandat, lusammen 15 Mandate, JEWISH AGENCY UNO ILLEGALE EINWANDERUNG In einem Brief, der in der Londoner ..Times" veröffentlicht war, wurde auf Grund eines Berichtes über die Sitzungen d«r Kgl, Kommission im Jahre 193? die Behauptung aufgvstcüt,-- die Kgl. Kommission damals das Verhalten c' Jewish Agency getadelt habe, weil diese nicht bei der Abwehr illegaler Immigration mitwirke. Daraufhin schreiben die beiden überlebenden Mitglieder der Psel-Koounissioiv Sir Horace R u m bo 1 d und Prof. Coupland einen gemeinsamen Btrief an die „Times", in dem sie sich gegen diese Darstellung verwahren und betonen, d»*» w« die Haltung der Jewish Agency als durchaus loyal anerkannt haben, einschliesslich der allseits gewürdigten Tatsache, dass man von der Jewish Agency eine Mithilfe hei der Deponierung getlüchteter Juden ' nach Deutschland vernünftigerweise nicht erwarten könne.

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