Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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fette 10 JÜDISCHE VVELT-RUNDSCHAlf Nr. 21. 193« AUS HOLLAND Von unserem UoWindixf h>» Hrru htcrntnlU r RL. Den Haag. 28 Juli. W?» Coric w 'Onthri. nicht xu trennen von luzftusbllduti'/ i; t i;;id und Hingebung dic.se Vakoplehiing Pul Dnn Hachsch-ira-Werk in Holland l»t Hu Cohen, der der Initiator der Cha> icit («her 20 .Jahren mit grosacr Energie Arbeit leistet. Die „Vereenigung tot itina-fMonier»", die »ogenannfe „Dct>ent£r-Vereinigung", ist der organisatorische Ausdruck dieser Arbeit, genannt nach der Kt-idt Devcntcr. dem Wohnort Hu frohen;:, Zahln icho Chaluzim aus Holland und anderen Länder.!, vor allem auch aus Deutschland, verdanken ihre Ausbildung der D* . venter-Vereinigung. Es ist zu wünschen, dar« er noch recht lange mit aller Kraft «ich dieser seiner Lcbch»- nrbeit möge widmen können. ..... Bcjinn der Errichtung den -mtrtih» FIRchtUtigatagcra. Man hat jHzt mit der Errichtung der Baracken für das zentrale Flui .diUingslager5u der Gemeinde West er bork nahe der Station Hoojrhalcn begonnen. Eh werden 12 Sehlafsüle von 73 Meter U n^o gebaut, ferner 24 Rnraeken für Familien. Mit dem Bau der Ocmeinsrhriftsgebäude wie Schule, Synagoge. Aufchthaltrjruime etc. «oll demnächst begonnen werden. i:m Jährt: Hnuignge in Ifilccr.ium. Vor ir>0 Jahren erhielten die Juden der nahe Amsterdam gelegenen Gemeinde Hilver.sum, die dort schon «oft. längerer Zeit ansässig waren, <lic Genehmigung zum Hau einer Synagoge, Im Juli fand die feierlich/ Einweihung den Gebäude» statt. Mit Rücksicht auf die Zeitumstände wird von Festlichkeiten abgesehen und nur ein Fcstgottetidicnst abgehalten, bei dem einige ThoraroK'en. die nun Deut s e h 1 a n d stammen, der Cenolndc tum Geschenk iiborrcM.t werden .sollen. I Der V her fall auf den jüdi^rtien Rinsalon in 'Atn*ti>nium, yor der Amsterdamer Kechth-nk fand die Verhandlung g?g»n feine Reihe von Nationahsozialistcn statt, die beschuldigt wurden, einen organisierten Oberfall auf einen Eissalon in Am- Bterdam ausgeführt und dabc-i die jüdischen Besucher verletzt und das Inventar teilweise zerstört zu haben. Der Staatsanwalt beantragte gegen einen der Täter eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten, gegim vier andere je .3 Monate und jgegen einen Fn is>>ruch. \ THERESE PERL GESTORBEN ' < (W. Wararhmi, im Juli.; In Warschau >»*, kürzlich hochbetngt Frau Therese Perl, die Witwe Felix Perls, freiwillig au» dem Leben geschieden. Sie hatte letztwillig verfügt, das« ihr Leichnam dem Anatomischen In.stitut der Warschauer Universität gehören wolle. Die Witwe des Marschalls Pilsudski, mehrere ehemalige Ministerpräsidenten und Minister der Republik gaben ihrem Sarg da» letzte Geleit { Die. Verdienste dieser Frau um den polnischen Sozialismus Verden ewig in unserer Erinnerung fortleben, versicherte das Parteiblatt ..Robotnik" am Tage nach Ihrem Tode. Als 18jähriges Mädchen kam sie nach Warschau und arbeitete mit Feuereifer für die illegale sozialistische Arbeiterbewegung, vervielfältigte die verbotenen Maiaufrufe des Jahres 1889 und tnusste, von der zaristischen, Polizei verfolgt, nach Zürich und Pari.» emigrieren. Sie lfrr.t Stanl.slaw Mendelson kennen, der damals in London das sozialistische Blatt „Przedswit" ,(Die Morgendämmerung) herausgibt, an welchem von Polen aus u.a. Pilsudski mitarbeitet. Nach dessen Verhaftung erklärt sie sich bereit, mit Felix P« rl von London nach Riga zu gehen, um ihm dort zu helfen, den „Robotnik" geheim herauszugeben. Als ihr Mann auf der Eisenbahn verhaftet wird, hilft sie den Gesinnungsgenossen unermüdlich weiter, die Geheimdruckerei weiterzuführen, zuerst in Siedice, dann in Grodno. Schliesslich wird auch »ic festgenommen, bis die russische Revolution von 1905 den Sozialisten Andere Kampfesweisen vorschreibt. „Genossin Helene" beschafft Waffen und Munition nicht weniger eifrig als Druckerschwärze und Zeitungspapier. Bald in Krakau, bald im Kohlenrevier von Dombrowa leistet .sie Organisationsarbeit, bis ihr die Polizei Abermals auf die Spur kommt und sie zwingt, ihre Tätigkeit nach dem österreichischen Galizion zu verlegen. Dort schreibt Perl auf ihr Betreiben sein grundlegende» Werk über die Geschichte des Sozialismus in Russisch-Polen, das löio erscheint. 1914 beginnt »le sofort Kurierdienste für den Schützen- Verband Pilsudski» im besetzten Gebiet; sie wird in der gleichen Fabrik Arbeiterin, in der die spätere Frau Marschall Pilsudska Buchhalterin ist. Nach 1918 ist dann Felix Perl der leitende Redakteur de» jetzt legalen „Robotnik", der führende Kopf der Sozialisten, stets eifrigst von seiner Frau unterstützt, bis ihm 1927 der Tod die Feder aus der Hand nimmt. Die Gattin überlebt ihn um 12 Jahre, Zeugin einer vergangenen Ejpoehe, die verkörperte Geschichte der polnischen Arbeiterbewegung und ihr Gewissen, eine Figur aus dem Heldenititalter des Sozialismus, dem auch die Gründer des polnischen Staate« angehörten — bis in unserer Zelt Verhältnisse ,|tnd Begriffe sich grundlegend wandelten.; EIN EINZELSCHICKSAL In das Jüdische Krankenhaus in Warschau lieferte tnan den jüdischen Flüchtling Wilhelm Gross mit gebrochenen Gliedern tin. Gros» wurde in Königsberg geboren und leitete dort ein gross«» Exportgeschäft, Im Weltkrieg kämpfte er alt deutscher Soldat, wurde mehrfach verwundet und erhielt für tapferes Verhalten höchste Aufzeichnungen. In c!en Pogromlagen im November v. J. wurde ihm das Geschäft zerstört, ausgeraubt und schliesslich weggenommen. Vor einigen Tagen wurde er von der Gestapo verhaftet und sollte nach Berlin gebracht werden. Auf der Fahrt in der Nacht durch den polnischen Korridor sprang s r a u 3 dem Zug und blieb mit gebrochenen Gliedern liegen. Erst spät am Morgen fand man ihn auf und brachte ihn nach .Warschau, wo ihm Hand und Fuss amputiert wurden. AUS DEUTSCHLANDS BEREICH Regie dir In Berlin wurde mit Erlaubnis der deutsch« eine Korporation geschaffen, die die Aufgabe In polnischer Staatsbürgerschaft vor einer Zwangsjtu liquidation ihrer Vermögen, vor einer Zerstörung der Vermögen durch Steuern u.a. zu schützen. Das in Wien erscheinende „Wcltblatl" veröffentlicht amtliche Ziffern über die jüdische Auswanderungsbewegung. Danach haben seit Marz 1938 99.(172 Juden Österreich verlassen; der grö8ste Teil von ihnen entfiel auf Wien. 20677 der Emigranten wanderten nach Nordamerika, besonder.«! nach den Vereinigten Staaten, 6.'527 nach Südamerika,?i0\ nach Zentralamerika, 6184 nach Palästina, 6560 nach Südafrika und H98 nach Australien aus. In diese Ziffern ist nicht inbegriffen die Zahl derjenigen Juden, denen Privatpri^onen zum Verlassen Österreichs verhalfen, sowie der Halbt.nd Vierteljunden. Man könne mit Sicherheit annehmen, da.s.<; in den letzten 15 Monaten rund 200.000 Voll-. Halb- und Vierteljunden Österreich verlassen haben. Die Londoner „Timen" will aus Wien erfahren haben, das» dort wegen des akü'cn Mangel» an Arbeitern „Arier" die Erlaubnis erhalten haben. Juden zu beschäftigen. Wie amerikanische Pressevertreter erfahren haben wollen, plant, die Danziger Regierung wegen der Knappheit an Arbeitskräften, die Judenwieder teilweise in das Wirtschaftsleben einzuschalten, Vor allem hat die Einberufung von 4000 Danslgern zum Poiizeidicnst Veranlassung zu dieser Maßnahme gegeben. Nach wie vor dürfen etwa 40 jüdische Kaufleutc —• im Voikarnunde heissen sie „Exportjuden" - tätig »ein, weil sie durch ihre guten Außenhandelsbeziehungen für den Danziger Export unentbehrlich sind. In Danzig leben zurzeit noch 1700 Juden gegen 11.000 Juden iJ. UK',?.. Die „Berliner liiirficn-Zi'itung" bringt einen Artikel von Hans von der Goltz unter der Oberschrift ..Das Palästina Europas", womit Polen gemeint ist. Der Verfasser behauptet, an Polen« Widerstand gegen das Dritte Reich sei der jüdische Ein flu ms schuld. Die polnische Wirtschaft befinde sich im Frieden und erst recht Im Kriegsfall In Abhängigkeit vom Judentum. Man habe e» hier mit einem gemeinsamen Kampf des Polcntum-, und des Judentums gegen alles Deutsche zu tun. Da« angesehene englische Ärzte-Organ „Lancct" berichtet aus Österreich, dass die dortigen Nazi-Behörden wegen des Mangel» an ärztlichem Personal gezwungen sind, einer nicht geringen Zahl jüdischer Ärzte die Ausübung der Ärzte-Praxis wie'er zu gestatten. Da die jüngeren Arzte mg , mm gras Ion; bei den älteri '-tten Teil bereits a wieder zur Praxi» » Personen. s^f wandert slrd, handele e» sich r.ugei.-issenen Ärzten vorwiegend Das Nazi-Gericht in Memei h;.t dm Memeler jüdischen' Arzt Dr. H ant mann, einen litauischen Staatsbürger, zu 15 Jahren Zuchthat,'» '-erurteilt. Der Grund der Verurteilung ist nicht bekannt, man weiss nur. dass Dr. Ht»,nemann mit dem Sohne des litauischen Zionistenführers Berger, der während der Okkupation Mernels durch die Nazis verhaftet und Im Gefängnis ermordet worden war, befreundet war. Der Danziger Senat hat ein Gesetz beschlossen, das die Behörden der Freien Stadt ermäebtief; jüdische Gc- . »f häftsunternehmen und jeglichen Grundbesitz, die ganz oder UilwcHc Juden gehören, jederzeit zu konfiszieren. Aus Wien wird ftemeldet: Tausend Wiener Juden sind am 2."> Juli nach Italien abgereist. Sie haben Aufenthaltsbewilligung von der faschistischen Regierung erhalten, bis dl« bereits beantragte Erlaubnis zur Weiterwanderung nich England, Amerika usw. erteilt nein wird. Durch Vermittlung der jüdischen Gemeinde Wien und Mailand haben ausländische Juden d^n italienischen Banken Devisen in Höhe von S Millionen Dollar zur Bestreitung der AufcnthalLikosten der tausend Juden in Italien überwiesen. Unter den Zeichnern dieses Hilfsfonds befindet sieh u. a. Charlie Chaplin. < Diese .Hilfsaktion" zeigt mit aller Deutlichkeit den rein t a kt i s o h e n Charakter der Duldung des italienischen Faschismus in der Judenfrage. Auf der einen Seite weißt man die ausländischen Juden aus. nimmt aber auf der anderen Seite gern Devisen dafür an. das» jüdische Flüchtlinge aus Österreich einen Zwischenaufenthalt in Italien nehmen dürfen. (Red ). In den letzten Tagen sind mehrere junge Juden deutscher Staatsangehörigkeit zusammen mit Nichtjuden von der deutsehen Botschaft in Rom vorgeladen worden, wo ihnen Kc»agt wurde, sie hätten sich für alle Eventualitäten bereit zu halten Trotz ihrer Erklärung, das» sie Juden sei^n. bestanden die Beamten der Botschaft darauf, dass sie sich — gleich den Nichtjuden einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Sie wurden erst wieder entlassen, nachdem?ic eins Erklärung unterschrieben hatten, dass sie einer Einberufung unverzüglich Folge leisten würden. In der letzten Zeit hatten »ich mehrere Dutzend Juden, — Italiener und Ausländer — in Mailand vor Gericht zu verantworten, weil sie es verabsäumt hatten, sich rechtzeitig als „Angehörige der hebräischen Rasse" registrieren zu lassen. Täglich werden mehrere Juden wegen diese» Verstösse» su 100 Lire Geldstrafe und f> T:\gon Gefängnis verurteilt. » Kill Yer/eichnis ritueller S^i^haUMT entsprach immer schon den Bedürfnissen der orthodoxen Juden. Aber heute werden doch viel mehr Juden den Wunsch haben, bei ihren Reisen jüdische Lokale :n herar.uaen. Es ist daher tu begrüssen, dass der „Verein zur Förderung ritueller Speisenhäuser", der im Jahre ll»00 gegründet wurde und in Hamburg seinen Sitz hatte, nunmehr seine Tätigkeit erneuert hat und zwar mit der Zentrale in Amsterdam. Das bekannte Verzeichnis ritueller Sj»ei»*enhäu*er. das der Verein früher herausge-, . geben hat, Lst jeu-.t in einer neuen Form erschienen. Zum Be-(o UM DIE FLÜCHTLINGE Am 27. Juli sind C5 jüdische FlUchtlingskinder, frühere Tn»n,K»en des Lager» in Z b a «z y n, aus Warschau nach England abgereist. Eine zweite Gruppe mit «5 Flüchtlingskindern aus Zbaszyn wird am 11, August nach England abreisen. Die französische Regierung hat sich bereit erklärt, etwa IO.GÖ0 Flüchtlinge aus Deutschland und öster reich, die als Illegale mit Ausweisung bedroht waren, die Aufenthaltserlaubnis xu erteilen unter der Bedingung, dass r-ie keine andere Arbeit annehmen, ab in der Landwirtschaft und Jn der Rüstungsindustrie. Seitens des Einwanderungsbüros des German-Jcwlsh Aid Oommittee (Hilfskomitee für Juden aus Deutschland), Woburn House, London, wird mitgeteilt, das» das Home Office keine Einwanderungsantriige für England mehr günstig erledigt, die von in Frankreich befindlichen Flüchtlingen gestellt werden. England lasse künftig nur solche Flüchtlinge zu. die direkt aus Deutschland-Österreich kommen und die verlangten finanziellen Garantien gegeben haben. Nach einer Mitteilung de» Kolonialminister» MacDonald soll im Herbst mit einer Ansiedlung von 250-itfX) Flüchtlingen in Brltisch-Guayana begonnen werden. E» handelt ich zunächst um ein Experiment. Eine Gruppe von 60 j üd l » c tr -11 a 11 e n l s c h e n Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren bezieht in den nächsten Tagen eine Farm, um einen 20tägigen Ausbik!ungskurs für Palästina zu absolvieren. Für die Hälfte c!er Gruppe stehen Zertifikate zur Verfügung. FÜR BERUFSUMSCHICHTUNG Das Problem der jüdischen Berufsschichtung beschäftigt die jüdischen offisielien Instanzen in England und Amorika. Man erkennt immer mehr, dass die gegenwärtige Berufsverteilung unter den Juden eine ungesunde ist und eine Abwanderung von den kaufmännischen und intellektuellen Berufen zu verschiedenen Arten der Handarbeit unbedingt erforderlich ist. Die Bnc Brith Organisation in Amerika hat ein Berufsberatungs-Büro eingerichtet, da» eine grosse Propaganda für Beruf »Umschichtung entfaltet. Es wird dab»i darauf hingewiesen, dass Jura und Medizin sehr achleche Aussichton haben und ein grosser Teil vor. ihnen sich bereits in materieller Notlage befindet. Ausserdem hat durch die grossindustrielle Entwicklung der letzten Jahrzehnte die Mittelklasse überhaupt gelitten, und da die meisten Juden der Mittelklasse angehören, wird dort der Konkurrenzkampf gegen sie mit der ganzen Schärfe des Mtttiscmtischcn Arguments gekämpft. Ahnlich wie In . merika bemühen sich auch die verantwortlichen Kreise in England um die Berufsumschichtung der jüdischen Jugend. KKONkOLOMK AIS Douglas V. D u f f, der als Polizeiortiiier im Jahre 191H) bei den Unruhen in Palästina Anteil genommen hat und später eine Reihe von Büchern über Palästina schrieb -~ er war ine Zeitlang einer der Verfechter des Kantonisierungsplans^—, hat jetzt in der katholischen Zeitschrift „Dublin Review" einen Artikel veröffentlicht, worin er sich mit grosser Schärfe gegen das MaeDonald-Weissbuch wendet. Nach Duff gibt ier Möglichkeiten zur Lösung und zwar ersten die Teilung Landes, zweitens Kantonisierung. drittens die «ciiaffunj; VERMISCHTES Anlässlich der Übergabe de» Sandschak Alexa n - drette an die Türkei verlautet, dass die in dem Bezirk wohnenden Araber nach Transjordanien auszuwandern beabsichtigen. Diese Nachricht ist besonders interessant mit Rücksicht auf die Proteste, die so häufig in englischen Kreisen gehört werden über angebliche Verdrängung der Araber in Palästina. Die Untersuchungen in Beirut wegen der zwei Bomben« Attentate;m Judenviertel werden weitergeführt. Dls Heirute! Zeitung „Sud AI Achrar" deutet an. dass die Titer mit Agenten auswärtifjer Mächte verbunden sind. In D a m a s k u s wurde eine Komplott gegen die provisorisch eingesetzte Regierung entdeckt und eine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen. Mehrere der Verhafteten sollen in Verbindung mit palästinensischen Terroristen stehen. Der Präsident der Weltvereinigung der Baptisten George W. Truett erklärte in seiner Eröffnungsrede auf dem n Atlanta stattfindenden 6. Baptisten-Weltkongres» u.a.. religiöse und rassische Verfolgung sei „eine unsagbare Schande für die Zivilisation" .(Der Baptisten-Weltkongress fand vor einigen Jahren in Berlin statt und erhielt damals allerhand schöne Zusicherungen der deutschen Behörden. Ad R.) . Die in Chicago abgehaltene Jahreskonferenz der italienisch-amerikanischen Liga nahm eine Resolution an. in der die Verfolgungen der Juden in Europa, ihre wirtschaftliehe und kulturelle Ausraubung, sowie die Aua-' breitung der Doktrinen de» Rassenhasses in Amerika verurteilt werden. Aus A r r a s meldet die Agentur Havas, das» dort in zahlreichen Briefkästen Flugblätter antisemitischen Inhalts gefunden wurden. An Mauern und Häuserwänden waren nachts antisemituche Klebezettel affichiert worden. Der Urheberschaft dieser Aktion ist der Herausgeber der Zeitschrift „Reveil du Peuple" Jean Boissel verdächtig. Boissel hat seinerzeit In Nürnberg in einer Versammlung unter dem Vorsitz Julius Streicher» eine antisemitische Rede gehalten. > In Moskau starb der berühmte Sportflieger Major Jankew Davidowitsch M o s c h k o w * k i, Chef der Spöftabteiiung in der Direktion des Sowjetflugwesens. MoÄchJcowski nahm «n der Nordpolexpedition 1»37. die von Prof S&moilowitsch. der benfalls Jude ist, organisiert worden war, teil und wurde wegen seiner Verdienste mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet. Er hat 301 Fallschirmabsprünge vollführt. j Im englischen Unterhau» teilte Kolonienminister Mac- Donald auf eine Anfrage mit, das» während der leisten 7 Jahie in Palästina 113 Angehörige der britischen Armee und der Luftstreitkräfte getötet und 377 verwundet wurden. Im selben Zeitraum wurden 28 englische Beamte, einschliesslich Polizisten, getötet und 79 verwundet. Das polnische Handelsministerium erlies» ein Zirkular an alle Poliz-nstellen, sämtliche nicht legitimierten Strassen- und Wanderhändler an der Ausübung ihre» Gewerbes zu hindern. Diesbedeutet, dass weit mehr als 4000 jüdische Wander. ,ntll«r brotlos gemacht werden sollen. Bis jetzt ist nur wenigen Händlern gelungen, sich Legitimationen zu verschaffen. Der jüdische Kleinhändler-Verein intervenierte bei der Behörde zugunsten der Depoäsedierten. Pari*. <R> Dr. Maisler, der palästinensische Archäo- Ziunisüschen Organisation und auch in suge der Hefte, wobei jeweils auf die neueste Ausgabe ge« \ autonomer jüdischer und arabischer Provinzen im Ansehluss Ider Ecole Rabbinique, die von Grossrabbiner Uber geleitet achtet werden ums*, und zwecks Erlangung der Mitgliedschaft! an Ägypten. Die vierte Losung, für die er sich besonders; wird, Vortruge in htbraischi r Spracht" mit Lichtbildern Uber Und zum Erhalt weiterer Informationen wende man »ich in I einsetzt, wäre die Verwandlung Palästinas in eine Kon - Ulie von ihm durchgeführten Ausgrabungen in Beth Schearim, Holland an . .1. V. R. I.", Amsterdam-Z. Bronckhorststr. 3s\i) oionie Dadurch würden die Palästinenser britische Bürj wo eine antike Synagoge und mehrere Katakomben entdeckt Ted. 07462 und 26827, Bank Warburg & Ca. Amsterdam, Post-1 ger werden und die britische Verwaltung wurde dafür sor- | wurden, gehalten. Dr. Maisler bemüht steh, die hiesigen giro Warburg Ä- Ca. 15450« vooc „I. V. U. in der S c h w e i s j gen. das» keines der beiden Völker durch das andere Scha-! Kreise der Wissenschaft und der jüdischen Öffentlichkeit für an Herrn S. Erlanger Jun., Luzern, Saelistr. 11, und in Paden erleidet. Dies wäre die einzige logische und reale Poli- |die Jewih Palesline Exploration Society zu interessieilen. Kr lästin» an Herrn 1, Nathansen, Tel *.v*v, Bernstein Utk für England, und die grosse Mehrheit der Palästinenser j hat vor kurzem in London eine Filiale der Gesellschaf*. Cohens tr. f, Iwäre gewiss damit einverstanden gründet.