Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Iff. 21. 4.VI1L1030 JÜDISCHE WELT RUNDSCHAU Bfctt« t ÄfK KAMEN AUS DEUTSCHLAND.. % ' P.4USTISA PRIVtf I FCSF JY>.V Fi \Htl .Xf.iF.RTT I! SF.Xf) . Von Erich G o 11 g * t r e u f Jerusalem >. Der ritefmMkwwiilcjähriffe war vordem ein \nr,r*triltrr Ich traf ihn dieser Tage in chanltn. Er war gross, kräftig und blond: die blaue Bluse, dfe die jungen Arbeiter Er*« Israels so gern tragen, stand ihm vorzüglich. Er nannte sich Chanan. Ais ich. die* bemerkte. wusste je», dass sein früherer Nnme »an* gewesen ist. Denn alle palAatincnsisehen Juden au* Deutschland, die früher Hans hiessen. hören jetzt auf den Namen Chanan. Er int in Berlin in einem Exportgeschäft angestellt gewesen Aber andere» au» dieser Zeit von ihm zu erfuhren, wsr nicht ganz einfach. Denn jene Epoche scheint ihm schon unendlieh fem: es Heften zwischen ihr und Oh. nita mehrere Jahr«, die er in einer LandwirUchaftasehule bei Tel-Aviv verbracht hat. Was er dort lernte, kommt Ihm und seinen Kameraden »ehr sustatten. Denn die»«» so häufig terroristischen Angriffen xssgesetzte Festungsdorf Chanita. dicht an der libanesiachen Grenze, ist keinesfalls nur wichtig als strategischer Vorposten dar jüdischen Ansiedlung in* Oberen Galil, sondern auch als neuer Punkt der effektiven landwirtschaftlichen Kolonisation, Der Boden, der Jahrtausende hindurch nur Wüste war, wird wieder fruchtbar. Allen pessimistischen Voraussagen »«üv-- -Trctr konnten «ebon grosse Teil« des Tal* unterhalb von Chanita entsteint und für Obstbaumpflanzung vorbereitet werden. Infolge des Bhi Wh reicht ums der Gegend ist ferner die Bienenzucht erfolgversprechend. Auch beginnt man bereits mit dem Abbau eines Steinbruchs oberhalb der Kolonie; man hat dort einen marmorahnliehen Stein entdeckt, der besonders hart und rein Ist. „Wir werden ja noch viel In Eres ferse! ss bauen haben", mein Chanan nüchtern. Der Vlerrigjinrige war ein Viehhändler ... und er übte dieses Gewerbe friedlich In Rexingen aus, einem kleinen Städtchen im südlichen Schwarzwald, einer der idyllischsten Landschaften Deutschlands. Dass er seine schwäbische Heimat einmal verlassen müsse, hatte er ebensowenig geaast wie die Umstände, unter denen dies geschah: gemeinsam mit anderen Rexingern — Viehhändlern und Bauern sumeist — wanderte er im Frühjahr 1938 nach Palästina aus, um sich einige Kilometer nördlich Akko niederzulassen — an einer Stelle, die nicht viel mehr war als ein gelber, sandiger Küstenstreifen, auf der ober heute schon die ersten Häuser, Baume und Felder einer Kolonie zu sehen arod. Sie nennt sich stoia „Schawe Zäon". so schon im hebräischen Namen darauf hinweisend, das* die Männer von Rexingen Heimkehrer nach dem Lande der Väter sind. In Rexingen war unser Viehhändler ein geachteter Privatmann gewesen. Als Mitglied des Gemeinderats gehörte er Jro den Honoratioren der Stadt. In Schawe Zion ist er ein Siedler wie alle anderen, und da» Wort „Privatmann" hat in dieser Gemeinschaft, vorläufig wenigstens, seinen Sinn ver- ^. Hatten die Einzelnen nicht viel von ihrem individuellen »alto und Streben aufgegeben, se würden aie das schwere. Werk des Neuanfangs und Neuaufbaus wahrscheinlich gar- , rstent vollbracht haben. Einice steuerten ihr Kanitai bei und ihr« Arbeitskraft, die Kapitalien die Arbeitskraft allein. AJU» jsdoeh führen hinsichtlich ihrer Ausgaben ein Leben Ulf dem gleichen Standard: da« Budget für jeden Erwachsenen betrugt Sä Piaster pro Tag. für Kinder über 13 Jahren, i Piaster, iur Kinder über lö Jahren 31 Piaater, für Kinder JBter 10 Jahren 3 Piaster. Die Älteren htkomren hoc»» zw»* Piaster Taschengeld pro Tag. womit sie zwar keine grossen Sprunge, aber doch kleinere Ersparnisse machen können. Die %roe»c:i Ausgaben für den Aufbau der Siedlung gehen aus Jer gemeinsamen Hnuptkasse; bisher wurden 15 000 Pfund ^vestierL Man denkt, dass später Obst- und Gemüsebau, Weh- und Hühnerzucht reichlich lohnen werden. Der Boden tat gut, an Fleiss fehlt« auch nicht, ebensowenig an fachmännischer Beratung. Was meinen Viehhändler bekümmert und seinen wirtschaftlichen Sinn offenbar verletzt, ist. das* die Ausgaben für Sicherheit. Insbesondere die Bezahlung der Hilfspolizisten und der Kostenbeitrag für den im nahen Naharia stationierten Panzerwagen, im Monat bis zu hundert Pfund betragen. „Tn Rexingen", murrt er mit einem bösen Tonfall, der nur durch die Gemütlichkeit des schwäbischen Dialekts ein wenig gemildert wird, „habbe mer für de Bollezei längst nit ae viel zahle brauche .. Aber da weist seine Frau, die neben ihm sitzt, mit stillem Vorwurf auf eine Photographie an der Wand: sie zeigt einen jungen Polizisten, einen russischen Juden, der von Terroristen erschossen wurde, als er die Legung der Lichtleitung nach Sehawe £ion bewachte. Betroffen, ein wenig beschämt, schweigt da unser Rexinger. Und wird wohl so bald nichts mehr gegen di. Ausgaben für die Wächter sagen, die unter Einsatz ihres Lebens seine neue Heimat schützen. Oer Fiw;fund\ irrzisjahrine »*\r ein Kernt»*«» »lt in Stuttgart; Aber ich glaub« nicht, dass er jetzt, wo er zwischen Haifa und Akko lebt, viel weniger Briefe zu diktles«n. Akten durchzusehen. Besprechungen-zu führen hat als In seiner jurisMr .cn Zeit — denn er ist Gemeindevorstand. „Achthundert Einwohner hat mein Naharia schon, eine Schule Hotel* Pensionen, einen Arzt — eigentlich sind wir schon ein Kreisstadtchen'. Schon sprach aus dem Gemeindevorstand der Stolz des Bürgermeisters. Er wies in die Runde wie Napoleon, der ja auf diesen Feldern tatsachlich schon gestanden und eine Schiacht geschlagen hat : „Schawe Zion, Qber-Hanita, Unter-Hanita, Chirieth Zemach, En Hamifraz biulen unsere Umgebung. Alferdmgs war* es gut »mi wiml« ,u« Si<>h*rb*ir erhohen, wenn der jüdische Nattonalfonds hier noch mehr Land erwerben u/id Siedlungen gründen lassen konnte". In der Tat wurd-n wir aus jenem Teil der Umgebung, der heute noch arabisch ist. in der Nacht ziemlich stark beschossen. A1'e fünfzig Mann der Verteidigung eilten auf ihre Posten, unter ihnen auch unser Bürgermeister. Während des Angriffs wurde vom Wasserturm d#r Siedlung aus mit den verschiedenen jüdischen Kolonien der Umgebung sowie mit einer Zentralstation in Haifa ein reger 'Nordosten «Chanita und Chirbeth Zem.'*ch> und nach Süden, v/o die Botschaft «owohl in Schawe Zion als aarh in Half« <m Ibst abgelesen wurde. Au* Schawe Zion kam die Nachricht r.uriick, das* man dort gleichfalls attackiert werde, aber dort und in Nnharin schien es, nlf» ob die Terroristen jenseits der Hauptstraase Haifa Bryrouth bleiben wollen, du »\o onvnbnr fiirchten. das.* ihnen sonst das Militär den Rückweg nbschneidet. Freilich wären aus der Entfernung auf jüdischer Seite höchstens J5.ifall.«tr*ffer mo<ttl<!i gewesen. Erfrculh herweise gab es keine. Erst in cir Funk- und Sehussptttif:« wandten mir die Monrr, unter denen übrigens auch ein jungest Mädchen war, ihre Gesichter zu. Einer der Burschen war kein anderer als Benjamin, der lftjiihrlge Sonn meines Pür'"<rmi»ij»tors. Er besucht noch das Technikum in Haifa, jetzt hatte er Ferien, ohne sieh deshalb, wie man sieht, „dienstfrei" zu fühlen. AI.s ich dem Morsejungen nicht ohne Erstaunen zu seiner schneiten Funkleistung gratulierte, erwiderte er: „Wae wollen Sie ~~ mein Vater war nicht nur Rechtsanwalt, wie er ihnen erzählt hat, sondern während des Krieges mit 152 Buchstaben in der Minute auch der best« Funker in der vürtternbergischen Armee . ." IVr Fünfzigjährig* war «bj U-Boot-Offi^r von der pommersehen Ostseeküste. Während de» Weltkrieges diente er beim deutschen Minen- und Vorpoatendieust. Jetzt fand' ich ihn nis Schiffsbauer am Strand von Naharia. Er heisst Gustav Pletsch, Der Name verrät, dass er kein Jude ist. Das hindert ihn nicht, mit all dem fachmännischen Wissen, das ihm zu eigen ist, der jüdischen Sache zu dienen. Der Unterseekrieg der Juden ist der Fischfang. Aber der Fischfang, der an der palästinensischen Küste bisher vor allem in Händen der Araber und Italiener lag, will gelernt sein, wenn er wirklich lukrativ sein soll - genau so wie da» Netzeflieken und der Bau von Fischerbooten. Gustav Pietsch bildete drei Jahre hindurch ein« grosse Schar von jungen Juden In Gdingen aus — mit finanzieller Unterstützung von Gdinger und Ranziger Juden. Auf Anregung der Jewlsh Agency übersiedelte er mit dieser Gruppe im Jahre lftSI nach Palästina. Hier schuf er eine kleine Bootswerft und Fischereischule In Naharia und untersuchte ausser der Küste alle Flüsse. Teiche und Sümpfe des Landes auf ihren Fischreichtum hin. Er fand 151 verschiedene Sorten, von denen, wie er fachraanniach versichert, 140 Löscher sind. Der Vorrat reicht für eine unbegrenzte Zahl von Verbrauchern und für unbegrenzte Zeiten. Dies ist um so wichtiger, als bis Jetzt nur ein sehr kleiner Tel! des beträchtlichen palästlnensis hen F«ehk usum* aus einheimischen Fängen gedeckt wird. Ru-h Meinung der Spezialisten krfnnten In Palästinu vorn Ffcfehfang und »citier Verarbeitung Zehntausend« von Mfrtsciisjn lehen. TV..-> Fischerei»- nnd MarinedeimH^ment der.! 'islt Agency unterstützt alle theoretischen und praktinchefi Vornrbeitsn?.ur* Entwicklung diese* neuen fJewerbezwelgs. Aur«ser irn Mittel» me«r wurden jüdische Fischer auf dem Tlbcr'ina-fiee und) dem Huleh-Het« trtiniert. Jüdische Fl«rher ünd bei tlen «HejSiertmgs-Prohefänft-en int (Jolf von Aknba beteiligt, tn Nlr- Dtivid. einer <ler n>?urtr Kolonien in der Beisnn-Ebene, wurde ein vielversprechender Anfangmit der Zucht jusjoslnwifteher Knrufen rjenmeht. Ah,ur Kt.j>in PI-"tseit denkt nicgesslcher, •! »-••■ die ThunfiscJu1 von NnhnHit diu Konkurrenten von NJrl>avid a,htfn schlagen v.erden, wenn In wenigen Wfi'hen die Pi? r*rh *5o«v zum ersten Mnl ausfahren. Hei der Vorbt'reituntt zum grwseit Start;,iht m kein« leere Minute. Da einige der hin*, i» Sehlffsbouer und Flsrher \v sp<» on<«r«r ttn*erh»llung lauschen, jagt Kilptn Pietsch »ie im schönsten norddeutschen Platt auf dio k!eir--> )t«w«rnB zurück: „Wüllt jü mrvtt vvtdder to de Arbced, Junp«: ' Der fcerhzlKjührtyi» be<*«a<« ein Koufektlon*it;f>seliMlt in Berlin.! rr Liebenwnld hat Wohnhaus und Branche gewechselt, er verborgt jetzt sei-*e Mitinenschen mit Selm* hen. '■vielmehr: er bessert ihre t.lten Schuhe nun. Er iati mimlich der Sehi'stei" von Hanitu. Aufiscrtlem arbeitet er brl Bedarf als Schlosser und Glaser; ferner kontrolliert er die Instriimeiite der von der Hebräischen Untvernitut aufgestellten 'meteorologischen .Station; da er Kut engti*!h spricht, hat »r manchmal muh als Dolmetscher zu tun... .Ein Beruf reicht hier nicht aus'. meint er .1 it listigen Augenzwinkern und itagelt ein Stück Leder auf einr durchlöcherte Schuhsohle auf. Er hat recht: niemand I« Hanita übt nur «inen einzigen Beruf num. All die jungen Ivtute hier, auch die Frauen unter ihnen, wirken nicht nur als I^andarbeiter oder Handwerker, sondern sind, wie Chanan, gleichzeitig geübte Schützen, erprobte Verteidiger..... Im so gefährdeten Festungsdnrf leben naturgemäSN nur junge Mensehen. „Papa Liebenwald" Ist eine Ausnahme; er hat drei Kinder in der Siedlung; mit dem Elternzertilikat. (I)i.-t sie zur Verfügung stellten, korinten sie ihm md seiner Frau die Ausreise aus Deutschland ermöglicht:i. Und nun lebt er also in der Kolonie, «einer Kinder, der er sich nützlich macht. Als er kürzlich .'-einen sechzigsten Geburt»» tug feierte, wurde ihm zu Ehren ein grosses Fest ver«-* staltet, zu den nach Hanita, t>o hoch, so fern, m gefnhrd: e» liegt, weit über hundert Gäste kamen. Da wir schon beim Privaten »lad —■ noch eine Familien nachlicht: in Chanita wird das erste Kind erwartet, Elm der jungen Chamita-Mädchen hat man bereit* nach Haifa g» schickt, damit es dort Säuglingspflege "•ernt. Greai Engeham Farm ...........::^:r:, -.- Vö» GlS «}« W P. T H V f f Die mu:h*tch»nde achlmemnff 4er Berjründnnff mmer Hoch* Mham-Fann tltr Jugend* AU ja in Mn*ß»nn4 entnehmen vrir :?fva» oekurzt der vorzüglichen und intereumnten Zaitmhrift JBahonr hmUh" fherawigegtiben vom Zentratbiiro der Jugtnd- Älija, z, mmihamptrm Str., Londmi Vt (7 /7. (Hvä./ Es fing ganz unromantisch an: Ein Inserat in der „Times", etwa zo: ,,Würde ein Farmbesitzer sein Haus und Gut mietatei 50-- -1«) Rafugee-Jugendlichen gegen kostenlose Bearbeitung »eines- Bodens, und gegen unbegrenzt« Dankbarkeit zur Verfügung stellen." Es kamen eine Reihe von Antworten. Wir fuhren zur Besichtigung, überall grosse Haken. Unfruchtbarer Boden, nur Weideland, verfallene Häuser. Die Hoffnungen sanken. Eines Tages ein Telefon an ruf. Eine faat aufgeregte Männerstimme sagte: er hoffe, wir hatten noch nichts gefunden, r «Laube, er hätte das Richtige. Der Name ....... ein häufiger , englischer Name Steniey, die Büroadreeae In der vornehm- : sten Gegend Londons. Klopfenden Herzens kam ich In das Büro, dessen Einrichtung gar keine Aufklärung gab, was hinter diesen Schreibtischen verhandelt wurde. — »2« erschien ein kleiner rothaariger Mann und erzählte von seiner Farm in Kent. Das Farmhaus hätte nur Platz für 2,";, er wohne auf d»itihcSbon Hof (was, mir **waa Angst einfloastei, er hätte die Farm schon einmal einer wohltätigen Organisation angeboten und schlechte Erfahrungen gemacht. Dabei musterte er mich etwas skeptisch. Ohne grosse Hoffnungen fuhren wir am nächsten Sonntag hinaus. Die Landschaft u iglaublich schön; grosKc Viehweiden, Wald, breite saftig grüne fteckenzaune und alte Gehöfte mit: grossen Hopfensilos. — Auf „unserem Mesehek" fanden wir einen Mann mit einem unglaublich langen Kinn, das wie vrm einem starken Wind leicht nach einer Seite verschoben war - ein Typ wie der Aiüerhandmann aus den Knut Hamaünschen Büchern. Er zeigte uns das 40Ö Jahre ait^.....jpiichw*"1 "kfarmhaus, das gerade renoviert wurde. Die FtiÄshod^n in der oberen Etage stark abschüssig. Im Parterre richteten wir in Gedanken das Chadar Ohe! ein. Die Küche: wohl zu klein. Wir zählten die Moglichkeil, der Betten: höchstens 29. -- Der Mea<:hek: ein blitzneu renovierter Kuhstall noch ohne Kühe, ein kleinerer Stall, eine Scheune, ein Hopfensilo, ein grosserer offener Schuppen. In dem ein neuer Traktor prangte, eine Garage und ein moderne» Backsleinhaus, wo der schottische Ir«:»pe,l.ttor und der Besitzer über Wochenende wohnen. Ein Kleiner Spaziergang über die Felder: von 390 aeres Land sind erst ca. •*) bisher unter Pflug, der Rest Ist zum Teil'gutes, zum T«U schlechte« Weideland, Wald, ein vernachlässigter Obuiifurtvn und ein kaum noch erkennbarer Gemüsegarten. Ergebnis: Dies ist die Hachseh:tr» unserer Träume, aber es mus» angeschafft, es müssen landwirtschaftliche Geräte gekauft und Baracken gebaut worden. Es folgen unzählig*; Aufstellungen, Kostenanschläge,. Besuch« bei 5i«ntey. Jeu«"7Mäl wird die Kalle, schöner. Steniey kauft schon Vieh, erat 12 Kühe, dann weitere 10. Hühner, landwirtschaftliche Geräte, und er erklärt sich bereit, die Baracken zu bauen. Er bekommt ja unsere Arbeit frei. Ebern» ein Fund wie die Farm war Herr Schlesinger, der **U Wochen für das Agrfcttltüral CesnmiMee steh Farmen angesehen hatte. Wir fragten ihn als Fachmann uro Rat. (Er sah Greot Engehairf Farm und tta«hte von Stund ab nur «uchtverkehr unterhalten. Ich wollte die Fanker beim Werk j noch Great Engeham-Farrn. lief herum für Elnri^htujigaa»* »hen und sch'ifeh mich deshalb «och zur 3eit der jscHieaaerei {geböte, machte Kusienariä^hlag« u«4 sorgte dafür, das» wir 11 den Turm. Man snrach. d. h. leuchtete eleiclizeiti« sashl tischt erlahmten. Ein Anwalt stellte sich uns zur Verfügung und ein Vertrag wurde ausgearbeitet. Endlieh war es so weit. Das war am Donnerstag vor Pfingsten. Die Parole hiese nun: „Los!' — aber Schlesinger und uns liefen ein paar Angatschweiaapcrlen von der Stirn, wie wir die 190» Vorbereitungen und Einkäufe hoch schaffen sollten. Es folgte ein Besuch bei Mark» & Spencer, ilam gros»«», englischen Warenhaus, wo wir von einem „holiday camp outfit" für ditt Angestauten hörten, der ein Jahr "unbenutzt, daläge. Nach einigen tJhcrlegungun Sehnte man■ ""e?i aber tfacir ab, ihn uns zu geben, und verabredete für Dienstag früh eine Besprechung mit den Abteiiungtdeitern, um alles Notwendige zu bestellen. --Aber über die Pfingsttage erholt« sieh* mein Mut v ieder, Dienstag früh kam ich dort an, »ntfehlossen, den fJamn rnttflt zu bekommen, und es gelang. Inzwischen tummelten steh Schlesdnger und Adjut Jiten ia»t Betten, Bettzeug, Tischen, Stühlen, Herd etc. Am Mittwoch morgen fuhr Schlesinger nach einiaf«» Hindernissen mit * Chnluzim und 2 Chaiuzoth (darunter 2 ..er» lestne Tischler und ein Malermeister» mit Stühleu und? Tischen bewaffnet, nach G.E.F, über Ashford. imaere Kreiastudt, wo grosser Holzeinkauf und notdürftige Atuirüstung*. für diesen Vortrupp besorgt wurde. Bei der Ankunft ao.nken die Herzen für einige kurze Minuten nochmal in di« Hosentasche, beim Anblick des noch angestrichenen Haus«s, War zu schaffen? In den nächsten 36 Stunden wurden aus einfachen Ch«*> Ittzim Hcinzelmänncr, anders kann ich es mir nicht erklären, in am Freitag früh standen, schon 40 gezimmert»» Pritschen im Hau« und der frisch getünchten Garage. Tisch»! Stühle im frisch gestrichenen Chidar Gebe!. In London hatte' während dieser Zeit da."» Telefon im Büro der Juidulija nicht «tili gestanden. Der Carnu Outfit und der Herd waren Irgendwo attf der' Bahnstrecke geblieben und wurden mit detektivhaftem Spürsinn verfolgt. Am Freitag früh wurden die nunmehr eingetroffenen* Kirten mit einer Abteilungsleiteriu von Marks * Spencer »umgepackt. Der Herd war auch angekommen, wenn er atw^h« h frei im Garten «fand. Beim Mittagessen wurde dar noch beträchtliche Fehlbestand zu Papier ««bracht, und am? Nachmittag wurde das Fehlende noch in Ashford besorgt. Nachmittags kam unsere Gruppe aus Prag in London, n und begab sich nach einem ganz kurzen Autenthalt auf ie Weiterreise. Um fli Uhr fuhr der Autobus mit der Grupp» n Great Engeham-Farm vorbei Wir macnteit nicht den. leifesten Versuch, ihn anzuhalten, sondern *ütu>**?n Stosagebete au«, er möge sich noch eine Weile verfahren. Da* Eaae» brutzelte zwar schon auf dem Herd, aber noch waren dki Tisch« nicht mit Wachstuch überzogen, noch war die» und is nicht fertig Und dann kamt ihr an. «aaset noch wenige Minuten *a beim Abendbrot, als wäre Great KngbtMkm'Fnrm von jeher unser" gewesen. Als die Gruppe zu Bett war, machten Wir Tageseinteilung für Schabbat und die kommend: Woche.- Die Hachschara .satte »»egonnen. Der Bildhauer lh\ J. Menden Da Cmht starb im Alte* vor nahezu 76 Jahren m Amsterdam. Mevdes Da Crwta war der Nestor - der modernen holländischen Bildhauerkunst, undj gilt auch als ihr' Begründer. Von ihm stammt u. a, dae Chr. de Vet-Denkmal im Natk«K»lert Park „De Hooge Ve* luwe". Der Künstler war Ehrendoktor der Universität Gr»> niiM«n und Offirier des Ora,ij«~Na»sau-Or4en*. Pr wi*d _ uuf dem sJten Friedhof der Poruigiesisch-IaraeiiUschen Cjemeinds» in Ouderkerk an der Amstet beigesetzt.