Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA BLATT 198 weitere Bilder der D U B E K-Serie „WACHT UND SPORT" erscheinen in Kürze und vervollständigen damit die Sammlung auf insgesamt 288 Bilder. Drei neue Serien t Eroberung des Eroberung des Eroberung der Bodens Meeres Luft Das grosse, kostbar ausgestattete Album „WACHT UND SPORT" kommt gleichfalls in Kurze heraus. Verlangen Sie das neue, vollständige Verzeichnis der Bilder-Sammlung „Wacht und Sport" bei den D U B E K- Filtalen und Agenten überall im Lande | WEIZMANNS MUTTER | Am 30.7. starb in Hai f n im Alter von 87 Jahren Frau Rachel Lea Weizmann, d,e Mutter von Dr. Chaim Welzmann. Die alte Frau Weizmann war eine jener .selten gewordenen patriarchalischen Gestalten, die Lebensbejahung mit Tatkraft und menschlicher Güte verbinden und die ihren Wirkungsbereich in ihrer eigenen grossen Familie, darüber hinaus aber im Volk in der Verbindung mit den Mitmenschen überhaupt finden. Frau Weizmann war die Mutter von l'> Kindern, vor» denen 11 noch am Leben sind. An ihrem Sterbebett waren sechs ihrer Kinder, die in Palästina leben. Dr. Weizmann. der gegenwartig in London ist. stand wahrend der Krankheit seiner Mutier in ständiger telefonischer Verbindung mit Haifa Es i*t bekannt, dass bei jedem seiner Bfsuche im Lande Weizmann* erster Besuch der zu »einer Mutter war, mit der er in einem besonder.* herzlichen Verhältnis stand. Vor einiger Zeit hat eine amerikanische Journalistin, J. Jaffe. auf Grund von persönlichen Erzählungen der alten Frau Weizma.m über deren Leben berichtet, das ein ganzes Zeitalter jüdischer Wandlungen umfaßt weit zurück* rag«nd in die Zeiten der Aufklärung, der Revolutionen und de« Weltkriegen bis in das neue Palästina, dessen allmähliche* Entstehen Frau Weizmann aus nächster Nahe mit ganzem Herzen und inniger Anteilnahme miterlebt hat. Die ganze üidiche Weit - und darunter gewiss die Leser dieser Zeitung werden der Famiilie Weizmann und insbesondere dem Präsidenten der Jewtsh Agency aus Anlas« des Ablebens seiner hochbetagten Mutter das herzlichste Mitgefühl zuwenden. REVISIONISTKN-VKKHAITINCKN hi m;»:kstkmk imi kkmonstrationen In der letzten Zeit nach den bereits berichteten Mordtaten gegen Araber — sind in Tel-Avjv, Rcehovoth, Petach Tikwa, Beer Jnnkow und anderen Siedlungen eine Anzahl von Revisionisten verhaftet worden. Es handelt sich zum Teil um Jemeniten und Angehörige orientalischer Gemeinden. Die Verhafteten sind in das Lager nach Sarafand gebracht worden. Verschiedene Jüdische Abordnungen verlangten inzwischen die Befreiung der Verhafteten. Es wurde sogar ein Hungerstreik von Frauen angekündigt, die forderten, dass man ihre Männer aus dem Gefängnis entlasst. Die Gefangenen seihst in dem Lager In Sarafand sind in den Hungerstreik getreten, und am fünften Tage wurde ihnen zwangsweise Nahrung zugeführt. Die fastenden F rauen besetzten in Tel-Aviv' die Grosse Synagoge. Sie bezeichnen sich als Frauen, Mütter und Schwestern der Gefangenen, In der Synagoge wurde auch eine Protestv e r s n m m 1 u n g gegen die Verhaftungen abgehalten, und am Sonntag Abend zogen Trupps von jungen flcvlsi müden durch die Stadt und forderten die Schliessung der Caf«*- hauser und der Kinos. Es kam zu Krr -allen und es wurden die Fensterscheiben in verschiedenen Cafehäusern, z.B. bei den „Drei Mohren" und im „Genati" sowie in dem der Arbeiterorganisation gehörigen Restaurant im Brenner-Haus zerschlagen. Auch sr» Jerusalem und in verschiedenen Kolonien fanden revisionistische Demonstrationen statt. In Jerusalem verbreiteten in den meist von orientalischen Juden bewohnten Vierteln die Revisionisten ein Flugblatt, das zum Streik auffordert und eine gefälschte Unterschrift des Waad Lcumi trug. Auch hier wurden einige Fensterscheiben zerschlagen. Am Abend wurden Nagel auf einem der Hauptverkehrsplätzc (vor dem Cinema Zion) gestreut. Nach einer Dauer von 114 Stunden wurde der Hunger - streik der Gefangenen am 31.7. beendet und /.war gemäss einer Aufforderung des Oberrabbiners von Palastin« Dr. Herzog, der eine Abordnung in das Lager nach Sarafand sandte, um mit den Gefangenen zu verhandeln. Gleichzeitig wurde auch der Hungerstreik der Frauen in Tel-Aviv abgebrochen und sie verHessen die Synagoge. &Ovon den verhafteten Juden aus den Kolonien wurden am 31.7. freigelassen. Eine Versammlung von Delegierten der Vereinigung der Landwirte aus Petach Tikwah, Chedera, Rl.ieh.on Lezlon, Ntn Ziona und Kfar Aharon protestierte in einem Bcschluss gegen die Verhaftung unschuldiger Juden in den Kolonien. Der Stellvertreter des Bürgermeisters von Petach-Tikwah hielt in der Stadtverordnetenversammlung eine Rede, worin er versicherte, dass die Einwohner von Petach Tikwah bereit sind, den Behörden bei der Ausrottung d « Terrors zu helfen. Der Redner sprach;di« Überzeugung aus, dass die letzten Mordtaten nicht von Kinwohnern aus Petach Tikwah begangen wurden, und erklärte, dass in Zukunft der Stadtrat alle Mittel ergreifen wird, um solche Schandtaten zu verhindern, Auch andere Redner sagten, die jüdische öffentliche Meinung nr.us.He jüdische Terrorakte unmöglich machen. Gleichzeitig forderte die Stadlverwaltung die Befreiung der Verhafteten. THSsAsrmn IM JKKUSALEMEK STAUTRAT Die Regierung ernannte eir.cn Arcber zum Stadtrat , n Jerusalem anstelle cl.-.cs anderen nach Syrien verreisten arabischen Stadtrates. Die Ernennung war von den Arabern gefordert worden, weil sie sonst in der Stadtverwaltung in der Minorität gewesen wären. Beim Zusammentritt der Stadtverwaltung wurde das neue Mitglied von den arabischen und von den jüdischen Abgeordneten begrüsst, doch protestierten die jüdischen Vertreter d*g*g*i»; <!»«* et»? Krsata ernannt wird für einen Abgeordneten, der nur verreist :st, sein Amt aber bisher nicht niedergelegt hat. Zum Zeichen des Protestes verliessen die jüdischen Stadtrate die Sitzung. FläcfattingsschiflFe an Palästinas Küsie Nordlich von Tel-Aviv bei Herzlia wurde ein Fliiehttingsschiff „Colorado', (691 Tonnen> da« die Panama-Flagge führte, festgenommen und nach Haifa abgeschleppt. Der Kupitan und 25 Mann der Besatzung wurden verhaftet. Nach einer offiziellen Mitteilung waren auf dem Schiff .'578 illegale Immigranten, und zwar 53 rumänische und;;25 polnische Staatsangehörige, die in Konstanz« an Bord gegangen waren. E.. wird weiter mitgeteilt, dass auf dem Schiff keine Krankheiten ausgebrochen sind, und dass dar« Schiff Nahrungsmittel und Wasser für einen Monat an Bord halt*. Das Packboot „Atratto" mit 401 jüdischen Flüchtlingen an Bord ist in der Höhe von Jaffa von dem britis hen Minenleger „Sutten" in dem Augenblick angehalten worden, als dllj Flüchtlinge in Ruderboote stiegen, um die Küste zu erreichen^ 1 Die „Atratto" und ihre Passagiere wurden nach Haifa ge-\ j bracht. Es ist noch ni.-ht bekanntgegeb ,n worden, wie mit! ihnen verfahren werden wird. j Di« f r a n z ö aisch« Regierung erhielt von dem j Hoch komm iss«> für Syrien einen erschütternden Bericht über j di': I*age der 658 Flüchtlinge der „ Kronnul» ", unter denen sich 100 Offiziere der ehemaligen tschedüüslövaklscfcen Arnee, sowi« 2',A) Frauen und Kinder befinden. Die FUichtange mussten etwa 1000 Dollar pro Person an F<ihi spe;,cn entrichten und sind jetzt aller Mittel bar. Dec Hochkommissar tritt dafür ein, das* den .,Froa*uia''»Flücht!ingen erlaubt v.'i-rde. in Syrien zu bleibe n. Es verlautet, das« die Regierung in Paris den Bericht des Hochkorrtrnissr rs mit Sympathie aufgenommen ha!. Vorlaufig hat der Hochkommissar jedoch bekanntgegeben, da«» die Flüchtlinge nicht die Erlaubnis erhalten werden, in Syrien zu bleiben. Einan ähnlichen Aprell erhielt die französische Regierung von dem Kapitän des jetzt cut' hoher See sich aufhaltenden Dampfers „Osiris", der 400 Flüchtlinge an Bord führt und seit mehreren Woche» vergebens eine Möglichkeit zum Landen sucht. Das Assisengericht in Jaffa hat die 17 Mitglieder des Dampfers „Liesel", die am 1. Juni bei der Anhaltung de» Schiffes vor der palästinensischen Küste verhaftet worden waren, freigesprochen, nachdem festgestellt worden ist. dass das Schiff ausserhalb far palästinensischen Territorialgewässer angehalten worden war. Der Kap-tun erhielt 9 Monate Gefängnis und 1000 Pfund Geldstrafe. nm wocHE D r bisherige Oberkommnmlicrrnde General II a l n i n g und dr*r bisherige Kommandant der Lufttrtippe In Palästina Vize- MarKchall Harri« sind <m»"h Ihrem Rücktritt) aus Palästina mich England zurückgekehrt. Die Statistik der O p fe r der Unruhen für d>n Monat Juli zeigt den n i e d r i/* s t e n St a n d seit mehreren Monaten. Von arabischen Zivilisten wurden 31 getötet und 70 verwundet, von Juden 7 getötet und 13 verwundet Die Verluste der arabischen Terroristen werden angegeben mit 9 Geloteten und 6 Verwundeten (die Zahlen sind sicher zu niedrig gegriffen < Zum ersten Mal wird erwähnt. da?s arabische Terroristen auch von arabischen Dorfbewohnern In Selbstverteidigung verwundet wurden. Auf der Stnn.se Jerusalem -Jericho wurde von einer arabischen Bande eine Brücke demoliert. Daraufhin ordnete der Militärkommandant an, da.«i.-< von Dienstag früh bis Sonntag, den 6. August die Strasse Jerusalem Jericho für j e g 1 i eh en a r a blsc h e n Verkehr gesperrt ist, mit Aufnahme des Transitverkehrs nach Transjordanien, Infolge der Zerstörung der Brücke müssen die Transport« der Palestine Potaah Co. (Kaliwerke am Toten Meer) eine Furt zur Durchfahrt benutzen. Ein vornehmer Araber in Nuzueth wurde von zwei bewaffneten Arabern in seinem Hause erschossen. Am letzten Samstag explodierte in der Nähe der Klage* mauer eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Die Explosion erfolgte kurz nach Beendigung des Gottesdienstes, nachdem die meisten Beter di» Klagernaucr bereits verlassen hatten. Di« am 12. Juli errichtete neue jüdische Kolonie Beth- Afa wurde dtsreh eint arabische Bande zuerst aus tf*m Hinterhalt beschossen u ul dann offen angegriffen. Den Kolonisten gelang es, der. Angriff abzuwehren und die Bands zu vertreiben. Durch vorzeitig« Explosion einer Mine wurde ein Einwohner eines arabischen Dorfen getötet. In der Nahe von M e n a c h e m i e h. Büdlich von Tiberlaa, wurde ein Jüdischer Kolonist erschossen aufgefunden. Am Abend wurden die Leichen von drei Arabern in der Nähe gefunden, die der Polizetberieht als „von Juden getötet" bezeichnet. Der'arabische R^belionfiihrer Abu Üura, der nach der von uns veröffentlichten Meldung in Tran.'ijordan'^n g«- f,mgeti wurde, ist. wie e.i hebst, von der transjordanischen Regierung nicht ausgeliefert, sondern in Kerak konfiniert worden. Da-: wiird« bedeuten, das« dieser lang«; gesucht« Führer dem Zugriff der (.ngllfechcn P.ehdrd'-n entzogen Ist, obwohl Trans jordanien englisches Mandf.t«;?eblet In der letzten Woche wurden wied-r e»nl*.c arabische Terroristenführer bei verschiedenen militärischen Aktionen er- Mhonsen, Auch ein« größere Zahl von Waffen wurde beschlagnahmt, Zwei Studenten der Hebräischen Universität wurden zu vier Jahren Gefängnis verurteilt unter der Beschuldigung c\i .<< sie eine chemische Werkstatt«; zur Erzeugung \on Explosiv.*,äffen besessen hatten.; Eine Anzahl von Siedlern In Petach T 1 k <*,' n h wurd« .üfgufordert, ihre Waffen, die sie mit Bewilligung der Behörden führten, f bzuhefern, auch der Gemeinderat von petach Tikwah mussle ft autorisiert Waffen zurückgeben. Absolventen i' Lr.ndwirt«haftllohen Hochschule In Mikweh Israel b,0 Familien» gründeten eine neue dörfliche Siedlung Kfar Netter im nordlichen Scharon auf Boden de« Jüdischen Nationalfonds. Die Siedlung heisst nach dem Gründer der Ackerbauschule Mikweh Israel dem franxösischjüdisvh«n Phdantropen Karl Netter, der in Mikweh Israel begraben Ist Wie verlautet, wurden im Süden de» Teilen Meeres zwei Arbeittrli-ger errichtet. Es wird elort demnächst mit der Grabung räch Petrolciimqu«n«n begonnen werben. Ein junger Mensch, der Dr. Mos« in söhn im Gymnasium in Tel Aviv überfallen wollte, wurde verhaftet. Schon kürzlich wurde Mosslnsol;n. der gegen jüdische Terrorakt« aufgetreten ist, von jungen Revisionisten angefallen. Ein Museum für jüdische Altertümer soll demnächst hei der Hebr^chen Universität auf dem Bkopua errichtet werden. Die Kosten werden aus dem Legat da« verdorbenen Morris Kurs c h e r aus Wtndhok (Südafrika) der dem Betrag der Hebräischen Universität für d'esen Zweck hinterlassen hat, gedeckt werden, ciCicamgUiXuitie. is) i t X^oodn&fP i>* Jud. Welt-Kundsi hau wird tn «0 LAN DHC N gelesen DER FEIUHCH M ECU Kit RAUCHT hiU t'.EXAUliTß SPÄNEPA-ZIGARRE Beste und bHligstö Bezugsquelle, da direkter k.sie n weiser Verkauf an •IV All, HOTIIS « CA t I % dur<-.h den Gi-ueriU-Importeur für Pala .tl.ia Hebroofef.r. 11 Tel VZiO J. G0MPERTS, TEL-AVIV, Alleinverkauf für Jerusalem : ZlfiAkKEStlACH LOW Uff THAL & LEVIH V