Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424679--276-2425040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
feit« * JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 21. 4.VTTT IMf M AUF DEM SCHLOSS BALFOURS nJ<iKNI»-AIJM ARIIKIT IN ENGLAND Von vnsrrrm. Korre»ponttrn(cH. In den letzten Monaten hnt «11c Arbeit der Jugend-Alija in England beträchtlich an Ausmass gewonnen. Di* im verfangenen Jahre in I»ndon neu eingerichtete Leitung der Jugend-Alija für die europäischen Länder «teilt nicht «Hein «Ion Kontakt zwischen den Landesstellen in Berlin. Wien, Prag und Braü«r>v« nnd der Exekutive in Jerusalem her, sondern b*trcut in einer grossen Anzahl Transitländer der Emigration Viele hundert Jüdiche Jugendlich*, die sich auf Zwisehcn- Mntionen für ihre Ali ja vorbereiten. .So gibt es bereit» in England, Holland, Dänemark »nd Srhweden Ilachscharafttatten der Jugend-Ailija, eine eigene Stelle in Polen sorgt für die Flüehthngsklndcr au* Deutschland und eine Stelle in Kowno für die Jugend au« Memel. Neben den Schulen der Juyend-Alija, die Mich bereit« in Berlin, Wien und Prag befinden, I «t in letzter Zelt da« Palästina-Amt In Antwerpen für die Kandidaten der Jugend-AU ja eine eigene Sehlde eröffnet. All diese Arbeit wird von der Londoner Leitung organisiert, die auch einig« periodische Publikationen «„Mlltcl- ... .lungKblatt ' und die Jugendzeitschrift „Hnnoar Haoleh") und xonstiges Propaganda-Material herausgibt. In England selbst gibt es bereits xwei Haehsehnra-Plützc der Jugend-Alija. Im Norden de Lande», in Srhotllrmd hegt das Schloss W h i 111 n g h a m e , in dein Lord Hnlfour gelebt hnt und in dessen herrlichem Park .«-citiy Grabstätte liegt. Der Erbe dieses Beidtztums, Vlsvount Trapprnin hat Sehloss Whiltinghnm «I« Ifach.vehara-PJatz zur Verfügung gestellt. 170 Jungen und Mädchen aus Deutschland und dem Protektorat erhalten hier nun Ihre Vorbereitung für die Alija. Die EinweihunghTeiei fand ant 9. Juli statt. Hundertc Gäste au« der näheren und weiteren Umgebung hatten sich eingefunden, unter ihnen zahlreiche Geistliche. Am Vorabend der Feier sprach Uri L l c h t w i t z in der Jugendgemeinschaft von Whlttinghume Über den „zionistischen Weg der jungen Generation". Am nächsten Tage begann die Feier mit < nein Gang tum Grab Bulfours, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Namens des Komitees, das die Whittlngham-Farm-Schoo! verwalte«, sprach Captain Solomon. Bei der anschliessenden Kinwelhungszeremonie sprach Rabbi Daiches aus Edlnburg und Ixird Trapprain, der erklärte, glücklich zu sein, das» das Sehlems Balfours einem so sinnvollen Zwecke dienstbar gemacht werden konnte, Die Chawerim und Cbawerot der Jugend-Alija führten todann Szenen und Chöre auf. "Eine zweite Haehschnra-Stüttc wurde von der Londoner Leitung der Jugend-Alija im Süden des Landes, in der Greil Engeham Farm geschaffen, wo 70 Mitglieder der Jugend- Alija einu gründliche landwirtschaftliche Ausbildung erfahren. (Sitthe den Bericht hierüber auf S. der heutigen Nunmcr- Ked). Durch die Zusammenarbeit der Londoner Leitung n»lt der „Movement for the Care of Children from Gerinany" und dem „Wörnern* Appeal Committee" ist es gelungen, 300 weitere Hachscharn-Puätzc zu schaffen. Die 300 Jungen und Mädchen, die in allernächster Zelt in England eintreffen werden, werden lunnebst In einem grossen Zeltlager untergebracht und dann von hier aus auf die neuen Hachschara-Pläue verteilt werden. Gemeinsam mit der Herzl-Soclcty veranstaltete die Jugend-Alija am 18. Juli eine Kundgebung, bei der Eva Micha« eli?;-Stern Uber dl* bisherigen Leistungen - und die nächsten Plane der Jugend-Alija berichtete. An diesem Abend begrüssten die deuttschsprechenden Zionisten auch dio t\ London weilende Hadassn-Delegation. Frau G r e e n b e r g, die Präsidentin des Hadassw-Jugend-Alija-Coniinittees und Frau Franklin berichteten über die Arbeit in Amerika. Der Vorsitzende, Dr. Martin Rosenblüth würdigte die grossen I^istungen der zionistischen Frauen Amerikas für die Rettung der dcut-schjiidischen Jugend. In diesen Tagen trat eine Jugend-Alija-Gruppe, die bereits ihre Hachschara in Whittfngham und Great Engeham nbsolviert hat, ihre Alija an. Eine weitere wird anfang September folgen. Soziale Arbeit in Ungarn Von unserem Korrespondenten Budapest, 21 Juli 1939 (Juden eingeführt und organisiert, hat seither einer grossen Die Pester Israelitische Gemelr.de hielt Anzahl von jüdischen Existenzen Brot gegeben Im neu angestern unter Vorsitz von Hofrat 8. Stern ihre ordentliche [geschlossenen Oberland dauert die Revision 'der Gewerb«. Jahresversammlung ab. Generalsekretär Alex. Eppler relizenzen weiter an, und wiewohl die betreffenden KaufleuU Vom 2. bis f». September wird in Amsterdam un -r dem Vorsitz der Leiterin der Jugendnlija-Bewegung Miss Henrietta Sr. cid die 3. Jugendali ja-Weltkonfercnz stattfinden. An der Konferenz werden sich Delegierte aus Amerika, Palästina, England. Frankreich, Südaf rika, Holland. Skandinavien und Mitteleuropa beteiligen. ZfcHSC HKIFT „11ANO AK IIAOLKII" Die von uns bereit« einmal erwähnte Zeitschrift ,.H a n o a r H n o I e h", die in I^ondon von der Zentrale der J u g e d » A Iii ja herausgegeben wird, versendet jet?.t ihre zweite Nummer, die wieder einen überaus interessanten Einblick in das Leben der jüdischen Jugend unserer Zeit gibt. Die jüdische Jugend aus-Mitteleuropa durchlebt jeut einen Umlniuti, der noch vor drei Jahrsehnten umlenkbar erschienen wäre. Selbst nach dem Weltkrieg hatte nur ein kleiner Teil der jüdischen .lugend einen grundsatzli!i neuen Wey; beschrittet, jetzt aber werden breite Schichten der Jugendlichen davon ergriffen, und was früher «1« schwerer Opferweg galt, wird heute von Kindern und Eltern in gleicher Weise ersehnt. Es ist für jeden Jugendliehen ein Glück, in die Jugend-Alija aufgenommen zu werden. Umso interessanter iwt es?.u fragen, was diese gewaltige Umwälzung fUr eine Folge in Bezug auf das Leben und Denken der Jugend selbst hat. Die Zeitschrift „Halicar Haoleh" gibt davon einen Begriff und wird schon darum auch für viele Erwachsene von Interesse sein. Wir veröffentlichen an anderer Stelle einen Beitrag dieses Heftes, der xelgt, wie die Vorarbeiten für v'as luue Leben unserer jüdischen Jugend in England geführt, werden. feriexte über die mit den jüdischen Zentralorganisationen in Paris und London jüngst persönlich geführten Unterhandlungen, «is deren Ergebnis vor «Hern ein ungarisches Hilfskomitee ins lieben gerufen wurde. Joint schaltete sich sofort in manche Unterstützungsaktionen der ungarischen Judenheit ein und auch die übrigen grossen Organisationen aind geneigt, auf paritätischer Grundlage den im Lande aufgebrachten Betragen entsprechende Summen zur Verfügung zu stellen, wobei Vortragender auch des besonderen Wohlwollens Chajlm Weizmanns Erwähnung tat. Die sich anbahnende Einsicht und Eintracht zwischen Zionisten und Gemeinde wurde im Laufe der Debatte auch von R.-A. Nison h'nhftn betont, der auf die einzigartige Rolle Palüctmas bei der Lösung der heutigen Judcnfrage hinwies. Als einheitlich-zentrale Spitzenorganisation sämtlicher sozialer Arbeit fungiert seit Jahresbeginn das Landes-Patronaoebüro, in dessen Leitung neben den drei „Konfessionen" auch die Zionistische Organisation vertreten ist und das seither auch 35 Provinzfilialen eingerichtet hat. Einige Zahlen seiner Tätigkeit: Behufs Arbeitsvermittlung haben sieh 6X4» Personen gemeldet, bei den 18 Sprachkursen 1057, bei den J>8 gewerblichen Kursen Kifi2, während zur landwirtschaftlichen Ausbildung ein jüngster Erlass des ungarischen Ackerbauministers 14 jüdische Wirtschaften im Lande namhaft gemacht hat, in denen 264 Jünglinge zwecks Auswanderung ausgebildet werden können. Zur Auswanderung haben sich 1M8: m*Q Personen, im ersten Halbjahr 1939 aber bereits Tu.066 gemeldet, von denen bisher freilich bloss 620 Personen 7,ur Abreise versorgt werden konnten. Der sich überall fühlbar machende Munzel jeglichen Transferabkommens soll — laut Mitteilung des Präsidenten -— In Kürze behoben werden. Aus dem Finanzbericht ersehen wir. das« sich die Ausgaben der Gemeinde im Berichtsjahre auf mehr als 5 Millionen Pengö erhöht haben, wohingegen die Einnahmen eine ständig fallende Tendenz zeigen. Die materiell-soziale Lage des ungarischen Judentums verschlimmert sich von Tag zu Tag. Nachdem die grossen Unternehmungen, auch jüdische, sich beeilen, ihre judischen Angestellten, noch bevor es gesetzlich notwendig wäre, zu entluden, und die bei der Hauptstadt seit Jahren provisorisch angestellten Schulärzte zum 1. Juli ihren Dfenst.mftr.ig nicht wieder erhielten, wurde dieser Tage auch die Branche der „Klasscnlotter/everkäufer" gleichgeschaltet. Dieses staatliche Unternehmen, vor Jahrzehnten von einem deutschen _ . ff enden Kaufleut* eine Galgenfrist von 3 Monaten behufs Liquidierung ihrer. Geschäfte erhielten, verschliesst sich die Regierung einer generellen Überprüfung der abgewiesenen Gesuche. i Wie die neue Auswanderungszeitung ,.A v«ndor" meldet, hat der holländische Philanthrop Frank van Gheel Gilde* munter jüngst 5 Tage in Budapest geweilt, um seine in Österreich begonnene Siedlungsaktion auch auf Ungarn auszudehnen. Gildemecster trat in Berührung mit den zuständigen Persönlichkeiten des staatlichen und jüdischen Leben«, und es ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass auch ungarische Kreise und Behörden an der demnächst in Amsterdam ju begründenden „Emigrantenbank" Ihren Anteil nehmen werden. Anlässlich de« diesjährigen Zionistcn-Kongres« ses wurden in Ungarn, einschliesslich des rückeingegliederten Oberlandes, Insgesamt 21.562 Schekalim verkauft, fast das Dreifache der im Vorjahre abgesetzten "»85. Auf Grund dieses Resultates gebührten Ungarn 10 Mandate, die ohne Wahl einvernchmlich verteilt wurden. Innerhalb der Zionistischen Organisation werden zur Zeit insgesamt 27 Hnchxcharah- Stüttcn aufrecht erhalten, von denen 9 in der Umgebung von Budapest mit 180 Teilnehmern sich mehr mit Hauswirtschaft und Hausgewerbe beschäftigen, -während in der, IS Provinzzentren 280 Knaben und Mädchen bei jüdischen Wirten in kollektiver Landwirtschaft arbeiten. Zur Ergänzung ihrer persönlichen Bedürfnisse wirkt in Budapest unter Leitung von Hugo Schwur? ein Hachscharah-Ausschuss. In dem sich besonders Frau Jul. Kiek und Herr A. Somlö eifrig betätigen. Im Obcrlande, wo seit einiger Zeit in Munkics »in eigene« Palästina-Amt in Tätigkeit ist, wurden 10 Zertifikate ausgegeben. Ebendort wurde auch mit der Umsiedlunng von jüdischen Bauern .Kohlenbrennern. Holzfällern nach Südfrankreich begonnen, wobei der neue Provinzsekretär der Zionistischen Organisation. Dr. Alex. Nathorn sowie der Vertreter der Agency, Schlomo Upsky mitwirkten. A.F. Das ungarische Amtsblatt veröffentlichte den ersten Abschnitt der Durchführungsverordnung zum II. Judengesetz. Dieselbe regelt d'e Zahl der an den Hochschulen aufzunehmenden jüdischen Hörer bzw. die Art ihrer Aufnahme. Ihre Zahl darf 6%. resp. an der Technisch-wirtschaftlichen Hochschule 12% sämtlicher Hörer der Hochschule nicht Ubersteigen. GOTTESDIENST FÜR DEUTSCHE JUDEN Umstritten In der englfah-jUdlsrhcn Genu-tade Die Frage der Veranstaltung separater Gottesdienste immigrierter Juden in England hat zu einer scharfen Kontroverse innerhalb der jüdisch-religiösen Organisation In London („Council of the United Synaguoge") geführt. Der Vorstand des Rates der Vereinigten Synagogen hatte einen Plan ausgearbeitet, wonach die Synagogen an Freitag-Abenden für Gottesdienste von Juden aus Deutschland zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Plan hat auch die Zustimmung des Oberrabbiners von England Dr. Hertz gefunden, der erklärt hat, dass „diese Gottesdienste nicht nur zulässig sind, sondern dass wenige Unternehmungen dringender, weiser und nützlicher sind". In der letzten Aus der deutsches Rechtsprechung Das Kammergericht hat in einem Beschlüsse vom 4.5.3Ä ausgesprochen, dass es sich nur unter Berücksichtigung aller Umstände dea Einzelfalles beurUilen lässt, ob bei der arischen Ehefrau eines Juden der Schutz des Schulden*» rtini* gnng*Qe$etzef> dem gesunden Volksempfinden widersprechen wtUde. Die Anwendung dieses Gesetzes für jüdische Schuldner ist ausdrücklich im Gesetz ausgeschlossen. Im übrigen soll das Gesetz solchen Schuldnern nicht zugute kommen, die wegen unehrenhaften od«r leichtfertigen Verhalten« .seines Schutzes nicht würdig sind oder bei denen aus einem anderen Grunde ein Schutz dem gesunden Volkaempfindeni dersprechen würde. Auf Grund dieser letzteren Bestimmung Sitzung des Rates erstattete Cer Vorsitzende Sir Robert j hatten Amtsun Landgericht einer Arierin, die Im Jahr4 Walcy Cohen Bericht übor ule Vorbereitungen, wobei er 1 1921 einen Juden geheiratet hatte, von dem sie seit 1937 ge« mitteilte. das.s auch ein R:\bbincr für die Gemeinde der jüdlj trennt lebt, den Schutz dieses Gesetzes versagt. Das Kamsehen Emigration in England in Aussicht genommen sei, mergericht hat diese Entscheidungen aufgehoben und noch- und zwar wurde dafür Dr. Max Nussbaum vorgeschlagen, j maUge Prüfung angeordnet. Die Versuche, die mit derartigen Gottesdiensten (einschliess- | In den Gründen wird hervorgehoben dass 1921 die Kenntlich deutscher Predigt) in Hampstead gemacht worden sind, j nis der Ra&senfrage noch nicht zum Allgemeingut des Volke« Peüepoix verurteilt ■ Dus Mi'^li POtX Führe Pcvjser Stadtrates Darquicr de PeHe- Pariser Antisemiten, hatte sich am 26, Juli vor den» Pariser Strafgericht wegen übertre ung der neuen Geseizesvor.schrift vom 25. April d.J.. welche die Aufhetzung eines Teiles der Bevölkerung gegen den andere« tihndet. zu verantworten. Aul' Hefingen des Präsidenten gibt der Angeklagte m, dr.ss er in „Ui France Em-hainee" geschrieben habe, die Juden fceicn die niedrigste Rasse der Will, handeln mit Narkotika usw. Per Staatsanwalt wandte sich gegen den hetzerischen und zugleich feigen Antisemitismus und forderte die vom Gesetz vorgei»chriobene Höchststrafe. Pellepoix wurde zu 3 Monaten Gefängnis ohne Aufschub und ausserdem zu 500 Frs. Geldstrafe, «ein vütarbmer Pfc-rre Gerr.rü z« tintn* Monat Gefängnis und 500 Frs, Geldftrufe verurteilt i ermutigen - so sagte der Redner — zu einer Fortsetzung in grösserem Umfang, um auf diese Weise allmählich die ein gewanderten Juden in elie religiöse Organisation der engli scheu Juden hier einzuführen. D»»r Vorsitzende beantragt* die Durchführung dieser Maßnahmen zunächst für die Periode von einem Jahr Der Vorschlag stie-ss auf einen erbitterten Widerstand. Verschiedene Redner führten aus, dass die Vorschläge im Grunde darauf hinauslaufen, in den englischen Synagogen die rellslösf Reform einzuführen; die meisten deutschen Juden seien r*Hgiös-liberal und assimilatorisch eingestellt und würden das Gefüge des englischen Reügionsverbande* sprengen. Die Opposition blieb auch aufrecht, obwohl Sir Robert Walcy Cohen erklärte, dass er und die übrigen Funktionäre des Verbandes die Vertrau'.'nsfrage mit diesem Projekt verbinden und im Falle der Ablehnung zurücktreten würden. Es sei, so sagte Sir Robert, die Frage, ob das englische Judentum bereit .'.ei, diesen eingewanderten Glaubensgenossen seelsorgerische Hille in der Form, in der sie es wünschen, zukommen su hissen. Kr lügte hinzu, Ja.ss die Ernennung von Dr. Nussbaum nicht endgültig &ei, und dass man auch andere Vorchlüse prüfen wolle. Schliesslich wurde der Antrag der Opposition angenommen, die Behandlung der Angelegenheit auf sechs Monate zu v e r s c h i e b'e'n. Daraufhin erklärte Sir Robert Walcy Cohen, dass er und die übrigen Funktionäre zur n c k i r e t e n und nur provisorisch bis zur Wühl eines neuen Vorstandes die Geschäfte führen werden Die deutschen Juden In England bedauern sicherlich se'hr. da&s sie, ohne es zu wollen, der Anlas» zu einer derartigen Kri.se innerhalb des Synagogenverbandes geworden sind. Wie immer man sich zu religiösen Streitfragen stellen möge, und ohne sieh unbefugt in ^glbeh-jnc^eha -Ancelegenheten einzumischen, scheint es doch unbegreiflich, dasus ein Vorschlag, der nicht nur vom gesamten Vorstand des Synagogenveroandes, sondern von tl*m nicht der Reform verdächtigen Oberrabbiner befürwortet wurde, mit einer solchen Heftigkeit von dem Rate abge'ehnt wurde. Es wäre zu wünschen, dass in dieser Sache ein Konipromiss gefunden wird, und das.* jn einer Zeit, wo ohnedies schon genügend Schwierigkeiten im jüdischen Leben vorhanden sind, nicht durch derartige 2\vis'dsk«dten mehr Bitternis erzeugt wird. noch Den Gärtnern in Wien wurde die Awtöc^roückung d« jüdischen Crübvt »uf den Friedhö(eii verboten. gehört hat und nach der Revolution die Mehrzahl der trt Deutschland erschienenen Zeitungen und die damal.« einfiussrelehsten Parteien sich bemüht haben, möglichst zu verhindern. dö.ss sich rassische Erkenntnisse verbreiteten. Sicherlich hätten rassisch denkende Frauen rein instink:massig eine Eheschliessung mit einem Juden abgelehnt. Die Entscheidung betont weiter, da-ss die Tatsache, das« die Ehe der arischen Schuldnerin mit einem Juden noch fortbesteht, einen starken Grund für die Versagung der Schuldenbereinigurig abgeben kann. Es würde dem gesunden Volksempfinden widersprechen, wenn der Schuti des Gesetzes« mittelbar einem Juden dadurch zuteil wird, dass das Ge*ets zu Gunsten seiner Ehefrau angewendet wird, diese sich ein« neue Existenz aufbaut, in oV?r dann mittelbar auch der jü«H- «che Ehemann seinen Unterhalt findet oder sonstige Vorteile, sei es unter Lebenden, sei es von Textes ' egen zie.it. Leben die Ehegatten getrennt, so kommt es darauf an, ob hiermit eine endgültige Trennung angebahnt ist oder ob sich die Eheieuic nur üu.s mehr äußerlichen Gründen getrennt haben, ohne da.ss ihre innere Einstellung zueinander «ich wesentlich geändert hat. Diese Ausführunger lassen techt deutlich erkennen, das« die Lage der Eheleute in tiner Rasse nmi sc hebe im heutigen Deutschland immer schwieriger wird. Aus der Kriminalistik Wie der amtlichen deutschen Zeitschrift „Wirtschaft ««* StafisfiJc" zu entnehmen ist, wurden im " und 3. Vierteljahr 1938 im Gebiet des Deutschen Reiches insgesamt 739 Persoae* wegen Verstosses gegen die Devisenvorschriften rechts!:riftt? vnuiU-ui. von dkMC: w»r#»n nur 108 Juden, d.s. 13.«% od»? wc uteer als ein Siebentel. Diese Ziffern beweisen, dass der ii Deutschland betriebene Devlsenschmuggel vorxugsweise vos „Ariern" praktiziert wird. vu- 04«' aller eines äHUichktitfitrb.-tchena wegen verur- Uilt^» Personen waren Juden. Vcrb-ec/ta gegen das Leben wateten von Juden kaum begangen; im genannten "istrauna waren 0,3?«; der Verurteilten Juden, davon keiner wegen Mordes oder Totschlags. Die Universität Comu>c-üeut «USA) hat die jlddischt Sprache al» modern? Sprache anerkannt. Künftig wiffl tueü für Jiddisch das Ma«u»terdi|>lo« verliefe«« wtrUei*