Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Stftt 4 JODISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 21. 4. Vitt. IKK ,Non-co-operation" oder „Self-operation' CIN MIEF M DIE REDAKTION DEN „JÜDISCHEN WELT-RUNDSCHAU" Harborn«-Birmingharn. End« Juli. 19.1«». Sehr geehrte Redaktion, Ich habe den ftiisgezeichw.ten Aufsatz von Rk-hard Licht heim in Ihrer Nummer vom 14. JuU 1M0 mit dem Gefühl gelesen, dasa hirr dem nebelhaften Gtr*de von Noncooperatlon endgültig «i*r Boden entzogen wird In der Uber- Beugung, «las» di« Leser Ihrer Zeitung Lk-htheims Zusammen- Stellung der Argument« beweiskräftig gefunden haben »errf*a\ kann ich mir ersparen, .-«ie nochmals zu wiederholen. Dm Gleich* gilt von der Darlegung der Argumente eegen jüdischen Oegen'error, der winn fr weitergeht, nur den Erfolg halten muss, weite zionistische Kreise an der zionistischen Idee und der Möglichkeit ihrer Krfüllung irre werden zu tateen. Lichtheim gelangt zu denn richtigen Resultat, da«» unser Programm!i«in mu?s: unbeirrt^ Weiterarbeit In Ruhe und WUrde. Hier mochte ich — nicht widersprechen, sondern —?tWM hinzufügen: England» ll»k\berritw h»ft In meiner Analyse der englischen Einstellung betont Lichtheim die englische Tendenz, nnge.Vicht« der derzeitigen politischen Bedeutung des nusser-palästincnsischm Araber- Iudu den Weg des geringsten Widerstande« zu gehen, <J h. gegen di« Juden zu entscheiden. Es ist notwendig zu wissen, «Im« d*r Weg &e«?en ur.a deswegen so leicht ist. weil er von der in vielen Nichtjuden eingewurzelten antisemitischen Haltung gestützt wird. Selbst englische Hilfsbereitschaft für die Opfer der Hitler-Pogrom« darf uns nicht darüber täuschen, das» die Hilfe una nicht als Freunden, sondern ab maUtgequalten Opfern zuteil wird. Man ernennt im Grunde «ein«« Herzen» nicht an, dass wir zu „Forderungen" berechtigt «seien, wie es jeder wertgeschätzte Freund wäre. Wir haben un.s mit solcher Hilfe abzufinden, die man uns aus Wohltätigkeit glaubt angedeihen lassen zu können. Auch in der Palästinapolitik äst England uns gegenüber der zu gewissen Wohltaten bereite Helfer, Von dieser Haltung i»t es ein weiter Weg zu dem Ziel, „das* das jüdische Palästina "eiuea Tages einen geachteten und-würdigen-Platz im Rahmen des Britischen Empires einnehmen" soll. Und doch hängt unser Erfolg davon ab, das» dies«;* Ziel erreicht wird. Erat wenn die Juden eine Gruppe geworden sind, deren ivunoes- £«nossenachaft nrn sucht, sind wir am Ziel, Manche erwarten, dass «in neuer Weltkrieg die Judsn Palästinas xu solchen Bundesgenossen machen würde. Das ist jedoch keineswegs sicher. England würde im Falle eines Kriege* wahrscheinlich auch uns als palästinensische Bürger — trotz des Mandates - conscribicren und nicht als Juden, sondern als englische Hilfstruppen in engliseh-jüdlcchnrabische Regimenter einreihen, die in Gemeinschaft mit türkischen Regimentern die östlichen Mitte imeerländer zu verteidigen haben. Arabische Aufstünde oder Kriegsführung gegen England und Frankreich sind nicht wahrscheinlich. Solitc dieser Fall aber eintreten, so wäre unsere Lage keineswegs hoffnungsvoller,, England würde uns als loyale Palästinenser conseribieren mit dem selbstverständlichen Resultat, das» wir zu Todfeinden der arabischen Welt werden würden. Es darf nicht dazu kommen, dass Palästina zum K r i c i : s s c h a u p I u t z z w i & c h e n uns und den Arabern oder zwischen HngUnd und den Arabern wird. Jede Entwicklung, die uns zu Feinden der Araber macht, ist Lebensgefahr für unser Werk. Auch England ist nicht daran interessiert, uns mit den Arabern zu verfeinden, selbst wenn einige kurzsichtige Kolonialbeamte ihr Bestes dazu tun. Englands Interesse liegt in Freundschaft zwischen den beiden Völkern Palästinas. Juden um! Araber Aber es liegt heule nicht allein in Englands Macht, Freundschaft awisehon Juden und Arabern herbeizuführen. Bis ii»3« war dieses Problem nicht akut, (In dk-sv- Punkte kann man freilich anderer Meinung .sein als der Verfasser. Viele halten d.as Problem seit .1920 für akut. — Ad.Red.) Unsere Arbeit war weder ernstlich angefeindet, noch war unsere eigene Position stark genug, uns in unserem Verhältnis gu den Arabern eine aktive Politik zu gestatten. Seitdem ist das anders geworden Arabische Führer haben uns zu Feinden der Araber gestempelt und Krieg gegen uns begonnen. Wir selbst haben diel Jahre hindurch viel getan, durch die Haltung nicht-aggressiver Abwehr die Wirkung der aufreizenden Propaganda dieser arabischer Führer zu schwächen. Aber wir haben nicht genug getan, im arabischen Volke Freundschaft zu ins zu erzeugen oder zu erhalten. Unser« Haltung war, England als Schiedsrichter anzurufen Aber wir haben nur die alte Erfahrung gemacht, dass jede noch so friedlich begonnene Schiedsrichtung die Parteien in ernste Feindschaft verstrickt. Unsere eigenen Hitzköpfe haben daneben durch die wenigen Schüsse, die sie als Gegenterror abgaben, das Werk unserer Feinde getan. Heute sind wir wirklich in Gefahr, vor dem Schiedsrichter Unrecht zu bekommen. De.sh.alb ist es au der Zeit -«su erkennen, daas ■swere Zukunft iu Palästina und unser Verhältnis tu den Arabern nk-ht vor ein enulsuh«'* Sohled*g*rkht gehört, sondern von unserer eigenen aktiven rolttlk aüda abhängt. Wir müssen una selbst und der Welt den Beweis erbringen, nicht durch Worio, sondern durch die Tat, dass bei alier Erhaltung unserer Rechte ein freundschaftliches Verhältnis zu den Arabern nicht nur möglich ist. sondern unserer Ge- «amthaitung entspricht. Wenn wir mit klarem Ziel u» die Lösung dieser Aufgabe herangehen können wir der Unterstützung Englands gewiss sein. Aus derselben Erkenntnis zieht Lichtheim dio Konsequenz ..Errichtungeines Judenstaates auf einem Tei l gebt «t W e s t p a 1 a s i i n as". Lichthcinv ist der Ansicht, dass CÜ£«er Schritt, zudem „wn selbst die Stunde zu wählen hauen vrrden", nicht sofort getan werden kann. Ich bin ganz dieser Ansicht und gehe so weit, zu sagen, dass die Errichtung eines rrlchen Jude!i:;i.antc* nur dann zur Tat wc.-d&n sollte, wenn pich etwas Besseren nicht als durchführbar erweisen *ollt*. Wir sollten alle Anstrengungen darauf richten, den Grad von fyf'lbf*t;inditfl«< it zu erlangen, den wir brauchen, diese 8* 11»;timdtgl.i'it aber, wenn irgend möglich, im Rahmen des prdilstineiisisrhen < J e s a m t s t a a t c s zu finden. Ausgezeichnet ist Lichlhelma Mahnung „für die.»;« Stunde soll sich unsere Jugend üben". Da er jedoch nicht» darüber j,agt, vir. solche Abling vor sich gehen soll, halte ich es für zweckmässig, eine Betrachtung einzufügen. Ich bin weit davon entfernt anzunehmen, dass Lichtheim unter solchen Übungen Schiessübungen versteht. Schiessen ist nicht schwer; und es bedarf keiner Mahnung an die Jugend, ^eh und die jüdischen Rechte zu verteidigen, wenn es nötig würde. Was dagegen die Jugend, und nicht nur die Jug«nd, üben muss, ist die Kunst der s c 1 b s t v e r a n t •/ o r t - liehen Regierung. „Selbständigkeit" wird entweder den »elbständigen Staat bedeuten oder den teilweise selbständigen Landesbezirk unter Mittragung der Verantwortung auf den dem Gesamietat vorbehnltencn Zweigen der Verwaltung. Für beide Eventualitäten musß die sachliche und persönliche Vorbereitung durchgeführt werden. Die wesentlichen Gesetze aller Staat*- oder Bezirka-Departements müsten zur provisorischen Einführung bereit und ihre Durchführung gewährleistet »ein. Wenn ander« die erhoffte Stunde nicht der Beginn verheerender Unordnung werden soll. Solche Arbeit ist nicht voreilig, auch wenn über ihr« praktische Ausnutzung Jahre vergehen sollten. Kurse für zukünftige Beamte sind keine Spielerei für «In. Volk, das in seiner Diaspora nur selten an der Verwaltung teilnahm. Ein hoher Standard von Schul- und Unlversität«- erziehung. industrielle oder kaufmännische erfolgreiche Fähigkeit fcind eine ausgezeichnete Basis für die Entstehung eines guten Bürgertum», aber der Beamte bedarf daneben der Ausbildung zum „Dienst an der Gesamtheit", jenes Geistes unparteilicher Pflichterfüllung und nichtpolitischer Loyalität, der jede seiner Handlungen diktieren und xu seinem Instinkt geworden sein wum. ^3in neues Ideal Darüber hinaus ist es aber unsere Aufgabe, der Jugend in der kommenden politischen Selbständigkeit ein neue» Ideal zu geben. Niemand wundert sich, dass durch die Erlebnisse der letzten <J Jahre die falschen Ideale des Gewaltrechtes auch in den Geist jüdischer junger Leute Eingang gei'nden haben. Jüdische Terroristen fühlen sich als idealistische Helden und Märtyrer, Aber ihr Tun ist Insofern unser Gesamtverschulden, als wir die lebendigen Energien nicht in Bahnen zv lenhen vermochten, die dem Volke nützen und zugleich die jungen Menschen befriedigen. Ais im Jahre 193g mm oroten Male eine Anzahl von Attentaten von Juden verübt zu sein schienen, als zum ersten Male der friedliche Teil der Araber in Angst vor Juden geriet da war mit einem Schlage ein reicher Schatz ver'an. Im Gefühl der Welt, wir In dem der Araber drohten wir hrrah%u«lnkf n auf den Stand der Völker, denen keine Minorität sich anvertrauen kann. Mit einem Schlage wnren unrere Chancen auf Selbständigkeit M'lmrf gesunken. Und das ist heute in noch stärkerem Masee der Fall. Der Rückweg zum Erfolg kann nur gefunden werden, wenn das Leitmotiv ist, das Vertrauen der Araber zu ins w i c d e r h e r z u s t e 1 Ic n. Die arabischen Massen müssen fühlen, dass es gut und sicher ist, im jüdischen Bezirk zu leben. Das bedeutet: Wir müssen unserer Jugend das staatliche Verantwortlichkeit.«igefü hl geben, nun dem heraus die Araber im jüdischen Bezirk nicht als Feinde, sondern nl» schfitzberechtigte Freunde betrachtet werden. Für jeden arabischen Verletzten oder Toten in unserem Bezirk mtiasen wir uns verantwortlich fühlen und dürfen weder die Verantwortung auf die englische Herrschaftsmach. abechieben, noch Entschuldigungen für jüdische Täter versuchen. Jödisehe Untaten sind nicht Heldentaten gegen England oder Araber, sondern tetliche Untaten gegen die jüdische Staatsidee und a!s solche von uns selbst abzuurteilen. Das ist keine Lehre der Widerstandsfähigkeit. Es ist eine politische Idee, die vielleicht jüdisches Blut kosten mag. aber Blut geopfert im Aufbau unserer Selbständigkeit. Die Idee heisst: die Engländer im jüdischen Bezirk überflüssig machen und dadurch den Bezirk, der unser sein so», moralisch and politisch erobern. Wer sein Leben zu opfern bereit Ist, soll es zu tun lernen, nicht indem er Bomben auf Araber wi r f t, sondern indem er ßie vor Bomben schützt. Das ist es, worin sich uaaere Jugend üben sollte, und das ist es, wodurch unsere grosse Stund* vorbereitet werden muss. „Voik der Ordnnng" Nur wenn wir im Bereich des Östlichen Mittelmeere» wirküich dai Volk der Ordnung werden, das dem ganzen Gebiet, ohne e* beherrschen zu wollen, die poliü»cb>s4ttliehe Stütze gibt, werden wir für die Völker des Britischen Smpiree reif zur Bunde«geno»»en»chaft werden. Solange wir Stehüttlinge England* bieiben, «nd wir seiner Politik imterwerfen» wie immer sie auesehen mag. Heute verlangt England unser* co-operation in einer Politik, die un» zum Verzicht auf unser Leben als Volk verurteilt Dm tat eine unmögliche Forderung: wir gehen nach Palästina nicht als Refugee», denen der wohltätige Helfer eine beschränkte Zufluchtsstätte eröffnet, sondern als das jüdische Volk. Aber wenn wir co-operation in tiner Politik der Mandatsverletzung aus Recht und Pflicht ablehnen, so heisst die richtige Politik nicht non-eeoperation, fjondern self-operation. Führt England das Mandat nlent ausy ro haben wir die Pflicht, es wftwf auszuführen. Dm Recht ist dabei auf unserer Seite, solange wir dem Geiste dM Mandaten treu bleiben. Diesen Geist erfüllen wir, indem wir unser* Ssltetandlfkeit vorbereiten, durchführen und achinns» and den Arabern zuverlässig« Sicherheit bieten. Walter Planer. . Juden in Indien Von Peter Krieger (Jerusalem, z. Zt. Calcutta) Tndlen, dieser gewaltige Landkomplex, der so gross ist wie ganz Europa, Russland ausgenommen, mit einer Bevölkerung von 350 Millionen Menschen, besitzt nur eine winzige lokale Judengemeinde von ca. 250OÖ Seelen. Diese Juden stammen fast ausschliesslich aus den arabischen Ländern (vorwiegend aus Irak und Jemen) und sind vor nicht mehr als ISO Jahren, angelockt von dem neuen wirtschaftlichen Aufstieg Indiens unter der britischen Herrschaft, aus ihren früheren Wohnsitzen hierher eingewandert. Heute sitzen sie hauptsächlich in den beiden Zentren des Landes, Bombay und Calcutta. Von Karaehi im Westen bis Shlllong im Octen gibt es in diesem riesigen Lande ausserdem wohl noch einzelne jüdische Familien oder Familiengruppen, aber keine einzige namhafte jüdische Gemeinde mehr. Die Gemeinde der Bne-Israel in Kochin macht eine Ausnahme. Seit den Umwälzungen in Mitteleuropa sehlugen die 'Wellen der jüdischen Emigration auch an die indischen Küsten. Zunächst fanden nur wenige Begünstigte Einlas» in dieses Land, der Strom der Einwanderer ging weiter nach dem Fernen Osten. Im letzten halben Jahr jedoch konnte sieh Indien der verstärkten Not der Heimatlosen, die an seine Tore klopften, nicht mehr völlig verschliessen, und die Zahl der im Laufe des Jahres 15)3» nach Indien gekommenen europäischen Juden mag sich auf C00 belaufen. Die Ausnützung resp. Nichtausnütsung der immensen Möglichkeiten, die in Indien für die jüdische Emigration bestehen, ist ein krasses Beispiel für die tragischen Folgen einer planlosen, von U«iu«r zentralen jüdischen Stell« geleiteten Auswanderungsbewegung. Dieses Land, das — wenn es systematisch in einem umfassenden Auswanderungsplan mit in Betracht gezogen worden wäre —. einen wesentlichen Beitrag zur Frage der Unterbringung heimatlos gewordener jüdischer Menschen hätte abgeben können, erlitt im „freien Wettbewerb" der Immigranten das Schicksal, ganz überwiegend von Ärzten überflutet zu werden. Ärztö aller Kategorien und Alters^ stufen kamen in dieses Land, das neben der grossen Zahl billiger indischer Arzte eine Fülle hochqualifizierter englischer Spezialisten besitzt. Dio wenigen jüdischün Industriellen und Kjiufl«utft. die herkamen, haben sich fast ausnahmslos gut einordnen können. Tatsächlich ist Indien auch heute noch imstande und bereit, wirtschaftliche Fachleute und Unternehmer aufzunehmen. Leute mit einem kleinen Kapital. Jute- und Papier-Speziaiisten wurden ohn* weitere Schwierigkeiten hier ihr Einkommen finden können Bis vor einem Monat pflegte die Regierung Dauervisen für BriUsch-Indien nur dann auszugeben, wenn ein bntisch-j indischer Staatsangehöriger die Bürgschaft für den Neuankömmling übernahm. Neuerdings hat die in allen grqssen Städten bestehende „Jewish Relief Association" in ihrer Gesamtheit diese Bürgschaft gegenüber der Regierung übernommen und i*t dadurch zur offiziellen Stell« aufgerückt, ahn« deren Befürwortung kein Visum ausgegeben wird. Dies bedeutet insofern eine Erschwerung für den Einwanderer, als. in der Association nur Mitglieder der lokalen Judenschaft vertreten sind, die aus Sorge um ihre eigene Stellung im Lande überaus vorsichtig und zurückhaltend in der Gewährung von Dauervisen sind. Immerhin verhilft diese Institution jeden Monat einer nicht geringen Zahl von Juden, ins Land zu kommen und sorgt auch in gewissen Grenzen für sie. nachdem sit* einmal hier sind. Einwandererheime in Bombay und Calcutta nehmen den Ankömmling auf. bis er in dem neuen Lande mündig geworden ist und für sieh selbst sorgen kann. Begrenzte Geldmittel .stehen dem Komitee der Association zu Unterstützungszwecken zur Verfügung. Im allgemeinen besieht eine unberechtigte Furcht vor dem indischen Klima. Der indische Subkontinent weist in sich .sämtliche Klimaschattierungen von Schweizer Höhenluft bis au palästinensischen Chamsinen auf. In den Städten Bombay und Calcutta ist die Einteilung der Jahreszeiten folgende : Januar bis Märzangenehm warm; April bis Mitte Juni: heiss; Mitte Juni bis Anfang September: Monsoon-Regen mit starker Abkühlung- Danach kommt noch einmal eine kurze hessse Periode, bis dann Mitte Oktober wieder der Winter einsetzt, der trockenes kühles Weiter mit sich bringt. Im Grunde kommen aber die beiden wichtigsten Städte Indiens für weitere jüdische Einwanderung nur noch in begrenztem Masse in Betracht; hingegen bemüht man sich, den Strom der Immigration nunmehr in die zahlreichen anderen, von Europäern bewohnten Orte zu lenken. Wenn einer Glück hat, findet er Unterkommen in einem der wunderbaren Höhenorte; hat er Pech, so kommt er in das stets helsso Labore. Das geistig-kulturell* und speziell da* »ionistieclie Leben unter den hiesigen Juden ist in seinen ersten Anfängen. Aus Gründen, auf die hier nicht weiter eingegangen werden kann, befanden sich die lokalen Judengemeinden Indiens bis vor kurzem in einem Zustande geistiger Stagnation, aus dem sie erst allmählich unter dem Einflusa der hierher dringenden Nachrichten aus Palästina und aufgerüttelt durch zionistische ..Scheiicium" wU^sandtc: cr.vachen. E* ist «ich! unmöglich, dass der europäisch-jüdischen Immigration hier die schone Aufgabe entsteht, ein neues jüdisches Zentrum mitauschaffea und aufbauen zu helfen. Eine grosse Anzahl aus DeuuuJiLand vertrieben *r Flüchtlinge b**-*izte einen ganzen Tag lang sämtliche Büros der Warschauer Jüdische n G tniein de, so dass nieman ein- und ausgehen konnte. Sie verhessen das (k-baude erst, ais man ihnen versicherte, dass die am Mangel an Mitteln unterbrochene Unterstützung der Flüchtlinge setten* der Gemeinde lunäcast für di« laufend« Woche fortgesetzt wird.