Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 21 (4.8.1939)
- Date
- 1939-08-04
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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IN*« * JODISCHE WELT-RUNDSCHAU 1fr. 2t 4?Hf.l93B Notizen der Woche Jerusalem, 1. A*gw*t Ufaidaitg In <f«r Emian-PmUHh i FhmitrfiMv fffisf MT<Hifef0Mff Im •YosMfijffosi Obwohl man nach den vielen Enttäuschungen vorsichtig- «ein muss in der positiven Meurtefhing neuer Vorschläge, werden die lotzlon Erklärungen der nmerikanf- Behen und englischen Regierung zur Flüchtlfngsfragc doch wieder gewisse Hoffnungen erwecken. Es hat ein Jahr gedauert, l>evor die schon bei der ersten r>i»ri-Konferenz vorhanckuc Einsieht, dass private Organisationen dem Flüchtlingsprohlem nicht gewachsen sind, zu dem logfschen Ergebnis geführt hat. Regler ungshife. in Aufsicht zu stellen. Die englische Regierung hat durch Lord Winterton und zugleich im Unterhaus durch den Mund des MfntfiterprÄfiidenten ihre Bereitschaft angekünj rung «ein Da* neue Zentrniamt wird von sich aus bei d«n digt, «ich unter gowisich Bedingungen finanziell an den zuständigen Behörden alle nötigen Dokumente im Zusanr Siedlungsprojekten zu heteiügen: auch der Innenminister j menhung mit den Gesuchen um Auswanderung beschaffen. Sir .Samuel Hoare, dessen humane und hilfreiche Haltung Beginn der Austreibung ans dem „Protektorat" Da» Amt de* ..Keichsprolcktor*" Baron von Neurath da« folgende rorr.tini'que ausgegeben: Der Kefch«prot«ktor Baron von Neural* hat die Errichtung einem Zentralamfe« für jüdKehe Irmwandcrung angeordnet und die*«* Ami «fem l^ker der dem Amt des ReichKproteMor* für Rohmen und Mähren heigegebenen MrherheiUpollzei l>r. Stahlerker unterteilt. Die di'iiLif'iien Urhr»ide», sowie die Behörden der Regierungcks f't -oU-klond* sind nnfgefordert worden, dem neugeschaffenen Sentraiamt für jitoi»chc Auswanderung sämtliche Gesuche zu übergeben, die von mjswftnderTingswi.lügen Juden an sie gerichtet worden sind. Juden, die aus dem Protektorat a'tfwfinrfern wollen, werden in Zukunft ihr« Gesuche an dieses Zentralanit zu richten haben. In Zukunft wird dies die Prozedur in allen Fällen jüdischer Auswandcden besonderen Dank der unglücklichen unschuldigen Opfer der europäischen Barbarei verdient, hat eine solche Wendung der englischen Politik angekündigt. England hat damit in dem wichtigsten Punkt die Initiative ergriffen, denn wie immer man das Problem in Angriß: zu nehmen beabsichtigt — und auf keiner Seite sind darüber bisher klare Vorstellungen vorhanden —, das eine ist sicher: die finanziellen. Erfordernis»« werden, gemessen an den bisherigen privaten philanthropischen Methoden, aussergewö'hnlichc sein. Die Auswanderung aus Deutschland und dem von Deutschland besetzten Gebiet soll nach Wunsch der deutschen Machthaber in gesteigertem Tempo vorwärts gehen. Machte aber schon bisher die Auswan derung Schwierigkeiten, so müssten sich diese selbst bei abnehmender Auswandererzahl noch vergrößern, weii die AuHWiUiderungsmöglichkeiten viel geringer geworden sind. Was es mit den mysteriösen Andeutungen der englischen Zeitungen, wonach die deutsche Regierung die Auswanderung erleichtern wolle und die Mitnahme von 25% des Vermögens der Auswanderer gestatte, auf sich hat, nrusa erst noch abgewartet werden. Die optimistische Färbung des Berichtes, den verschiedene Blätter Uber den letzten Besuch von Dr. Wohltat in London geben, scheint uns nicht unbedingt überzeugend. Es heisst, dass die Absicht bestehe, in Deutachland eine Finanz-Institution parallel bu der in London gegründeten "Coordinating Foundation" zu bilden. Aber selbst wenn es gelänge, die Technik der Auswanderung zu verbessern, bleibt die Hauptfrage noch ungeklärt, nämlich wohin die Auswanderung gelenkt werden soll. Immer wieder wird darauf hingewiesen, da«« es im Bereich des englischen Weltreiche», der Vereinigten Staaten von Amerika, sowie der meisten südamerikanischen Staaten, immense u n e i » c h 1 o s a,c n c Gebie te gibt, die von einem Strom neuer Bevölkerung entwickelt werden könnten, wenn halbwegs erträgliche Bedingungen geschaffen werden. Aber bisher sind diese Gebiete strikt verschlossen. Die Einladung des Präsidenten Roosevelt an die Mitglieder des Präsidiums der Evian- Konferona zeigt, dass auch die amerikanische Regierung von blosser Sympathie zu aktivem Eingreifen übergehen wird. Es wäre freilich notwendig, dass vor Beginn dieser für Oktober geplanten Besprechungen im Weissen Hause wirklich durchführbare Vorschlüge und konstruktive Projekte vorliegen. Die bisher im englischen Parlament (und anderwärts) immer erwähnten Projekte, wie Britiseh- Guayana und Nord-Rhodesien, sind jetzt anscheinend von der Tagesordnung abgesetzt — ein Beweis dafür, wie unfundiert oft derartige Pläne sind, auch wenn sie von allerhöchster Stelle, offenbar infolge Mangel an wirklicher Information, als vielversprechend bezeichnet werden. Wir zweifeln aber nicht daran, dass bei einem entschlossenen Willen eine brauchbare Basis gefunden werden kann. Nur ist keine Zeit zu versäumen. Jeder Tag bringt neues Leid, und. unvorstellbares Leid. Die Abwmh* der Nrnti-Prepagamdm Die in den verschiedenen Ländern jetzt im Gange befindliche Untersuchung-der umfangreichen Spionage» und Agententätigkeit des Xationalmsialmnus ist vom jüdischen Standpunkt besonders bemerkenswert, weil man auf diese Weise gleichzeitig dem Ursprung so mancher ■antisemitischer Aktion auf die Spur kommt. Natürlich darf man die Sache nicht einfach so ansehen, als ob jede antisemitische Handlung von Deutschland inspiriert wäre; auch in anderen Ländern gibt es bodenständige Antisemiten genug. Gerade diesen Umstand (und in arabischen Ländern noch überdies den Palästina-Konflikt) macht sich die deutsche Agitation ja geschickt zunutze. Dio Verwertung des Antisemitismus als internationalen Sprengstoff und zur Agententätigkeit gegen die innere Sicherheit anderer Staaten ist eine Spezialität der gegenwärtigen politischen Weltlage und der bisher von den demokratischen Staaten bewiesenen Toleranz gegenüber der nationalsozialistischen Propaganda. Nun kam es zu einem öffentlichen Skandal, besonders in Frankreich, wo man einigeSpionage-Verdacht ige und bestochene Elemente gefnsst hat, im Zusammenhang mit der Person eines gewissen Otto Abetz, der westliche Länder, z, T. mit von der deutsehen Botschaft ausgestellten falschen Pässen, besuchtv. und jetzt, aas Frankreich Ausgewiesen wurdet Die mit Geld (Devisen) reichlich ausgestattete, Bestechung, Korruption und Demoralisation verbreitende deutsche Agitation in den verschiedenen Ländern wird zum Teil unterstützt durch den sogenannten „Weltdienst', der In Erfurt (von nun an in Frankfurt a. M.) herausgegeben wird unter der Leitung des Obei*ton Fleischhauer, der als „Gutachter" aus dem Bemer Prozess über die „Protokolle der Weisen von Zion" bekannt ist. Bezeichnend ist, dass die gekauften verräterischen Propagandisten sich in ihren Ländern als besonders „national" gebärden, und gerade dazu brauchen sie den Antisemitismus. Damit kann mau sich immer als „Retter des Volkes*' maskieren, j Die Einrichtung das staatlichen Einwanderungsamtes bei der Regierung de« Protektorats deutet an, dass die Auswanderung der .luden aus dem tschechischen Lande jetzt von der deutschen Polizei direkt in Angriff genommen wird, sodass weder die tschechischen Behörden, die ja gar keine Macht mehr haben, noch die jüdischen Institutionen etwas Massgebendes dreinzureden haben. Die jüdischen Organisationen haben lediglich eine Hilfsstellung einzunehmen, um die Befehle der Gestapo zu erfüllen. Jede jüdische Vereinigung wird sozusagen nur als eine Vereinigung „zürn Zwecke der Auswanderung" aufgefasst, wie es in dem Statut der neuen Reichsvereinigung der Jud«r aus Deutschland in klassischer Form ausgesprochen ist. Diese Art der ,,geordneten Auswanderung" kommt in Wahrheit einer Austreibung mit allen Begleiterscheinungen mittelalterlicher Grausamkeit gleich, nur mit dem Unterschied, dass im Mittelalter die Frage des Wohin keine unüberwindlichen Schwierigkeiten machte, während heut« — beidem Ausmass der Wanderung — alle Länder ihre Tore verschHessen. Wie wir erfahren, sind die leitenden Beamten der Gestapo, die die Judenmistreibung in \» i e n go erfolgreich geleitet haben (Herr Eichmann), in Prag eingetroffen, um ihr« Erfahrungen jetzt dort zu erproben. Nach den Vorstel* hingen dieser Herren sollen von den etwa 95 000 Juden, die im „Protektorat Böhmen und Mähren" leben, in einem Jahr 60 000 auswandern, also monatlich etwa 5000. Um dies zu erzielen, greift man bekanntlich zu allen Mitteln der Drohung, der Erpressung, der Peinigung usw. Aus Böhmen und Mähren sind schon mehrere Transporte von Flüchtlingen auf Schiffen mit unbekannten Zielen unterwegs. Die Auswanderung aus Bolimen und Mähren ist umso schwieriger, als sie neben der Konkurrenz der schon früher heimgesuchten Länder (Deutschland und Osterreich, zum Teil Italien) bestehen muss. Während zu Beginn der grossen Wanderungswclle im März 1938 noch beschränkte Möglichkeiten der Unterbringung in europäischen IJkadem bestanden, ist für die Juden aus der Tschechoslowakei diese Möglichkeit so gut wie versperrt. Wie also und wohin die jetzt offiziell angeordnete Auswanderung vor sich gehen soll, vermag selbst die kühnste Phantasie nicht auszudenken —- ea sei denn, daiis inzwischen doch eine grosszügige Regelung, von der so lange gesprochen wird, seitens der Evian-Regicrungen in Angriff genommen wird. Nicht besser als in Böhmen und Mähren steht die Sache in der S 1 o v a k e i, wo eine Schein-Regierung am Ruder ist, die die deutschen Befehle ausführt. Das Re* gicrungsorgan der Slovakei erinnert in einem Artikel an den rumänischen Ministerpräsidenten Goga, der bei dem Versuch, deutsche Methoden in Rumänien durchzuführen, scheiterte, und erklärte, Herr Tiso werde glücklicher sein als Goga. Wir fürchten, dass die Siegesfreude von Herrn Tiso von kurzer Dauer sein wird, denn »ein Sieg über die Juden und die Wahnsinnstat der slovakischen Handlangerdienste bei der Zerstörung der Tschechoslowakei sind nur das Vorspiel zu einem Drama, bei dem der „unabhängige Staat" des Herrn Tiso trotz aller Liebedienerei mitverschiungen werden wird. Die Suche nack Land D AVItiIK)R GOLDSMfH WT PESSIMISTISCH Dem Wortlaut der Ansprache de» Vorsitzenden des Verw«!- tungsrates der Jewish ColonizaÜon Association (ICA), Sir Osmond d'Avigdor Go 1 d»mi d, die dieser auf der Generalversammlung der ICA in London gehalten hat, sind folgend« Ausführungen zu entnehmen: Die Judenverfolgungen in Mittel- und. Osteuropa und ihre grauenhaften Resultate haben die jüdischen philanthropischen Organisationen und insbesondere die ICA vor Probleme gestellt; die ohne Prttzeilens sind. Unter grossen Schwierigkelten hat die ICA eine gewisse Anaahl jüdischer Familien au* Deutschland In Ihren argentinischen K o k> n i n untergebracht. Diese Aktion wurde unterbrochen, als die argentinische Regierung im letzten Viertel 193« die Einwanderung stoppte. Zum Glück war dies« Massnahme eine zeitweilig«; dank dem guten Namen, den die ICA in Argentinien geiileast, wurden die Schwierigkeiten zum Teil beseitigt; es konnten wieder Einwanderer in den ICA-Kolonien angesiedelt werden, Die Aktion beschrankte sich nicht auf jüdische Familien aus Deutschland, es kamen auch Juden aus Polen, Rumänien, Ungarn und der Tschechoslowakei, die Kenhaft gemacht worum konnten. Nachdem nun die argentinische Regierung bestimmte Quoten für Itarnigrantcn au» den verschiedenen Ländern festgesetzt hatte, muss sich die ICA diesen Bestimmungen anpassen. Demgegenüber ist in Brai J i e n keine Wendung zum Besseren eingetreten; die begonnene Siedlungsaktion in den brasilianischen ICA-Kolonien kann nicht fortgesetzt werden, da die von der brasilianischen Regierung verfügte Behinderung der Einreise von Kolonisten noch immerhin Kraft ist. Die ICA suchte auch andere Lösungen des schrecklichen jüdischen Fmigratlonsprobkm«. Verschiedene Kolon isationaprobleme wurden peinlich geprüft, in viele Linder wurden Un tersuchungskommistsiorien entsandt. Leider liegen bis jetzt keine befriedigenden Resultat« aus irgendeinem der Länder vor. Keines der uiuufsuchten Länder besitzt dio Vorbedingungen für eine erfolgreiche Kolonisation, wie z. B. entsprechende Bodenbeschaffenheit, klimatische Bedingungen, Absatzmöglichkeiten für Produkte usw. Es handelt sich meist um tropische Länder, die sich für eine Kolonisation^ durch Mitteleuropa wenig eignen. Die ICJA setzt aber ihre Bemühungen nach dieser Richtung; fort Ks raiss die Aufmerksamkeit s!!er jener, die sich mit äteaem, dringenden Problem befasse», darauf gelenkt werden, dass Jede solche Kolonisationsunternehmung mit einem gros s tA Risiko verbunden ist. Man müsse sich vor der. Gsfahr der Irreführung der öffentlichen Meinung hüten, «Hs nur das schlimme Los der Interessierten verschärfen könnte. Voraussetzung für jede Siedlungsarbeit ist eine gründlich» Erforschung afJer Aspekte; „BKAHIL1£N MENSCHENLEER" Auf der Jahresversammlungdes Konzern» der Pflanssr in London erklärte der Vorsitzende den Konzerns Arthur Axwith, man müsse staunen, dass Brasilien; welches rls iE* unkultivierte Bodenflächen besitzt, den Flüchtlingen, die in das Land kommen wollen, um hier zu arbeiten, solche Schwierigkeiten macht, Axwith erklärte weiter, er habt bei der Inspizierung der Plantagen bei Rolandia feststellen können, dass die zwei bestgeleiteten Plantagen jüdischer. Flüchtlingen aus Deutschland geh»ren. von denen <»•* eine in der Voihitlerzeit ein weltberühmter B^uisaowalt war. Während l i früher, ganz, egal was man sonst tut. Die Aktion gegen diesen Ischen iui Publikum stark irritiert. Verrat wird in allen westeuropäischen Ländern und in in den Anfangszeiten des Zionismus, durch den Kongress Amerika fortgeführt. Die deutsche Propaganda arbeitet j weite Kreise zu erreichen und die Stellung in der Offent in allen Ländern, fabelhaft organisiert und nach einem zentral geleiteten System, und zumindest in den ersten Stadien gibt es keine Gegenwehr; z. B, liegen jetzt neben Ägypten, Irak, Arabien, auch aus Indien Nachrichten über umfangreiche Nazipropaganda vor, die, so wie in anderen Ländern, besonders von deutschen Kautieuten und Handelsagenten getragen wird. Hier deutet sich die Richtung des deutschen Vorstosses an. Die'Enthüllungen über die Tätigkeit der Nazipropaganda haben in manchen Ländern zu einer Stärkung des Kampfes gegen den Antisemitis< mus beigetragen, aber es wäre falsch zu verkennen, dass schon gewisse Keime überall ausgesät worden sind» die weiter wuchern, und dass die demokratische Abwehr noch lange nicht die Intensität der Nazi-Aktion besitzt. Vom poptjti zmm Kongresa Mitten während der Vorbereitungen zum 21. Zionistenkongress kann man oft die Meinung hören, dass diese Veranstaltung etwas unzeitgemäss sei und verschoben werden sollte. In einer gespannten Situation wie der gegenwärtigen, pflegen parlamentarisch regierte Völker die Exekutive mit besonderer Macht auszustatten und ihr Parlament zu vertagen, im Zionismus tritt gerade in diesem Moment das sonst nicht vorhandene „Parlament1' zusammen, mit einem gewaltigen Apparat und-mit weiten Reisen Hunderter von Menschen zu einer Zeit, wo niemand gern lange vom Hause weg ist und wo auch öffentliche Funktionäre in ihrem Dienst bleiben sollten. Auch ist jüdisches Geld heuie besonders kostbar. Wäre der Kongress xu einem speziellen Zweck einberufen, dann könnte man — so sagen die Zweifler — diesen Vorgang verstehen, selbst wenn man anderer Meinung ist; aber der Zusammentritt des Kongresses erfolgt aur darum, weil ia einem vor 40 Jahren erfundenen Statut dies für alle swei Jahns vor« gesehen war; diese Unterwerfung sachlich motivierter Entsvbiusse unter Formalitäten ist es. was viele Menlichkeit zu festigen hoffen konnte, hat man jetzt häufig das Gefühl einer gegenteiligen Wirkung: zu einer Zeit, wo nichts notwendiger wäre als grosszügige, allumfassende und einheitliche jüdische Politik zur Bewältigung der ungeheuren Katastrophe, scheine sich der Zionismus durch Beschränkung auf ein schmales Gebiet und auf altgewohnte, aber zu eng gewordene Arbeitsmethoden eher zu isolieren als zu verbreitern. Derartige Äusserungen des Unbehagens aus dem Publikum soll man registrieren, weil nichts verderblicher ist als das Verikren des Kontaktes mit dem Volk. Auch die Kongres-vahbr? ia Palästina, die ja leider ohnedies durch verschiedene peinliche Zwischenfälle getrübt waren, werden nicht als ein wirkliches nationales Votum empfunden. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob denn die «iomatische Leitung nicht bemerkt, dass sie, fast unversehens und unabhängig von allen Wahlen, an festem Grund im Volk verliert, und dass die Gefahr eines Abdrängen* in abenteuerliche Kreise sich verstärkt. Demgegenüber hört mar. Gedanken erörtern wie etwa den, Dr. Weizmann mit einem ganz kleinen Ausjchuss von Fachleuten die Führung zu übergeben und das Parteiwesen zu beschränk ken; uo etwas — wenn man es wollte — wäre durchführbar nur, wenn die Parteien die Kraft aur Selbstentäusserung hätten, die man in diesem Moment nicht von ihnen erwarten kann. Eher scheint es uns notwendig, dass die besten imd unabhängigsten KöpU aller zionistischen Par teien (und nicht gerade die Partei „bonzen4') aich vor dem Kongress zusammensetzen und über den wirklichen Notstand beraten in deis? Bewusstsein, dass durch die alten Methoden und nach de^ bisherigen politischen Vorstellungen die jetzigen Schwie rigkeiten nicht ai bewältigen sind. Eine derartige Vorb e r e 11 u ü g de» Kongresses durch vet»niwörtliche und zugleich überparteiliche Köcfe möchten wir auefc jst*; noch befürworten.