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Jüdische Weltrundschau · 1939-07-28 · 20 (28.7.1939) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
20 (28.7.1939)
Date
1939-07-28
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Kr. 2* 28. Vn. 1939 3t7D18CHE WELT RUNUJscMAÜ tfettt t Erhotangtorle mnd Sommer* Irischen in Paliiitina In dif.«cm Jahre wurde in noch »tarkercni Mjuuk« «I» in früheren Jahren innerhalb der palästinensischen Jfudcnheit dafür Propaganda gemacht, die Ferienzeit nicht im Ausland, .sondern in Palästina «elbst zuzubringen. I»** hat moralische und materielle Gründe. Ks wurde festgestellt, das* durch me jährlichen Europareisen im Sommer mehrere zehntnusende Pfunde der r>«!ä§?fnen/iiscrien Wirtschaft verloren gingen. Die« ist aber kaum zu verantworten in *»iner Zeit, wo «Ii«* Wirtschaftslage in Palästina ohnedies sehr schw'wng i?*t. und noch durch die Zuwanderung mittelloser Flüchtlinge erschwert wird. Es ist ein unbegründetes Vorurteil mancher Palästinenser nnzunehmen. dass man Ins Auatand fahren mus*. wenn man aleh* erholen will. Viele sind gewiss nach einem Jahr schwerer Arbeit erholungsbedürftig. Aber c.« gibt im Lande Plätze, die in Bezug auf Schönheit. Annehmlichkeit und Klima sich ohne weitere« mit bekannten Kurorten messen können. Viele solcher Pikt« haben bereits Berühmtheit erlangt. So Ist es bekannt, das* der Karmel klimatisch und landschaftlich besonders anziehend Ist und auch im Sommer einen sehr angenehmen Aufenthalt Metet. Es gibt auf dem Karmel'eine Reih* vorzüglicher Hotel« und Pensionen, die durchaus europäischen Standard haben. Viele Sommerfrischler aus dem Innern des Landes bevorzugen Tel-Aviv, dessen herrlicher Strand für Badeluatige Immer neue Reize bietet. Sogar an heissen Tagen ist infolge des Strandes und der tu bestimmten Tageszeiten auftretenden Westwinde Tel-Aviv so angenehm wie nur irgend ein Seebad. Am Strande befinden sich eine ganze Reihe von erstklassigen Hotels und Pensionen, aber auch für bescheidenere Ansprüche Ist vorgesorgt. Die ganze Küste de« MHtelmeere* nördlich von Tel-Aviv wird wahrscheinlich, wenn dem Land eine ruhige Entwicklung gegönnt ist, eine Kette von Badeorten bekommen und heute schon finden wir so anziehende Orte wie Nat h a n y a, dessen Strand mit der Steilküste zu den schönsten Punkten des Landes gehört; und auch sonst vollzieht sich die rapide Entwicklung immer mehr in der Richtung einer modernen Sommerfrische. Etwa* nördlicher beginnt «ich der Strand von K f a r W it k i n zu entwickeln, ein Ort. der gerade für Ruhebedürftige zu empfehlen ist Gang anderer Art ist S i ch r o n Jukob, wo «ich in herrlicher Lage an einem der schönsten Punkte des Landes ein gutes Sanatorium befindet, das nach den Prinzipien der Lebensreforrn geleitet int. Da« als Höhenkurort geradezu ideal gelegene S a f e d kommt leider jetzt infolge der Verhältnisse weniger In Betracht, hat aber zweifellos «ine gros«« Zukunft. Auch im Süden des Landes gibt es eine Reihe von ausgezeichneten Erholungsorten, so x, B. Giwat Brenner und Getlera, Wahrend die Jerusalemer im Sommer an die See nach Tel-Aviv fahren, suchen viele Tel-Aviver Jerusalem auf. das im Sommer infolge seiner Höhenlage ein geradezu ideales Klima mit herrlichen kühlen Abenden hat. Beliebt sind besonders die Vororte T a 1 p l o t h und Be t h Haker«m. wo die Möglichkeit besteht, sich zu erholen wie in einem echten Luftkurort. Diese kurze Übersicht zeigt schon, das« Palästina nicht nur für die Palästinenser genug Erholungsstätten bietet, sondern bei Normalisierung der Verhältnisse auch von Erholungsuchenden aus «fem Ausland zweifellos aufgesucht werden wird, sumal wenn die ausserordentliche landschaftlich« Schönheit und der abwechslungsvolle Reichtum des Landes noch mehr bekannt wird als es bisher der Fall ist, sodass auch ohne politisches und historisches Sonderinteresse das Land einfach als Reiseland seine Anziehungskraft auf Reisend« aller Art ausübt. Von der Haifaer Raffinerie S< hon mehrmals hat du* ...JWH" auf die gross« Bedeutung de* Baues der «rossen Ölraffinerie der der Shell- Gruppe, Im.- Petroleum Co. und Anglo-tranian Oil Co. nahej stehenden Consolidated Refineric«» T *d. für Haifa und Palaj stina hingewiesen. Bei dem für hlrsige Begriffe gigantischen j Bau sind jetsr, etwa MX) jüdische Arbeiter bUig, (.10%' der i Gesamtbeschäftigtenznhl sind Juden, wobei <!!«> Zahl der von | Unternehmern wie Solel-Boneh Beschäftigten einbogen ] v ird '. Die Ausführung der Arbeiten selhnt itft der Kellogg Co. übertragen, einer »pc/iclt auf Rafflnerleuau spezialisierten Firma, die -uhu?» viele grosse Projekte diei^r Art übernommen hat. Auf dem Wege zu diesen Siedlungen der Bucht fahrt man .in dem Baukamptex vorbei, der an die Huifa-Akko« .Strasse reicht. Die igentHche Rrutflaehe bedeckt rund i\ Quadratkilometer, v/ozu nochmaLs eine gleich grosse Fläche als Reserx c kommt, im Ganzen etwa du lh%lUn der f?«d>njUirkr Tri-Avil*.' Die Arbeiten wurden gleich In schnellstem, amerikanischen Tempo aufgenommen »md heute Ist bereits ein nicht unerheblicher Teil fertiggestellt, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein grosser Teil der Arbeiten wie Biegen der Tankbleche, Aufstellung der Tanks usw. nn Ort und Stelle vorgenommen werden. Zunächst wurde da» Gesamtgetande umzäunt, Eisenbahnschienen von etwa 15 km lürtjce mit Anschius« an die Haifa-Akko-Linie verlegt, eine Brücke von der Hau|>tcnau**$« zum Gelände, eine Eisenhahnbrü<\k#< über den Kanal und eine über die später zum öldock fühörenden Rohrleitungen geschlagen. Es stehen von endgültigen Gebäuden bereits eine grosse Werkstatt, f .ngerhalle. Garage für die rund ,10 Wagen der Gesellschaft, das aus f> Gebäuden bestehend« Chemikalicnhiger. dar jetzt zu anderen Zwecken benutzt wird, sowie eine temporäre Elektrizität«, iimformerstation. Vor kurzem wurde an die judische Baufirm ,i 3ole!-Bonch der Auftrag vergeben, das grosse, zweiflügelige und zweistöckige Bürogebäude zu errichten, das mit der Im Bau befindlichen Angestelltenkantine, denn Laboratorium, dem medizinischen Block, Einstnngskontrollbüro, Arbeiterkanüne und Badehaus für die spater be- .«?chäftigten mehreren hundert Arbeiter die Geb:iud"front zur Halfa-Akko-Strasse bilden wird. Von den vorgesehenen 4f> Haupt- und rund 70 Nebentank«. die teils 10. 1«>. 3«. und 4f. Meter hoch sind, ist etwa em Viertel bereits errichtet. Neun Pumphauser werden zu ihrer Versorgung dienen, Die Kanalisation geht über ein grosse« Abflusssystem zum Klshon. Wie uns mitgeteilt wird, hat sich in Ktrßath B**l\k unter dem Namen Harn Hurtiy-Krei* eine Gruppe vou Menschen zu*«mmengetan, die wöchentlich Veranstaltungen kultureller Art haben. In diesen Tagen findet der 100. Abend statt. Das Programm umfaaat künstlerische, pädagogische und wirtschaftliche Themen. Als Redner und Mitwirkende treten Kulturarbeiter aus Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv, usw. auf. Diese in kleinem Rahmen abseits von der Politik betriebene Kulturarbeit könnte für andere Kreise im Lande eine Anregung sein, Ähnliches in* Leben zu rufen. v>>; di*"»em «inl auch «In« Wasser zum Kühlen d«t T»nk«» I' i I-Vuer («cbi-cht vitd Ol mit Schaum> und »um Kdhlen «ler Desüüafe entmmintejj, LetiUere» wird in zwei K«thltürmcn vn».«; he/w. 75 Meter Hohe «einerseits gekühlt •vren. Die Arbeit ch*r It'.»ffittei ie erfordert ferner ein grosse« K vwdhAun mit 4 Kesseln, eint" elg« n© Kr...ft Station mit 4 t i >nerii(.ir «n, 2 grof. 0 Destllliernnfagen, d*r*n IMonarbelt /um grö-strn TeM befindet ist, während die Arbeit an den 2 Crftcking-untt« lebhaft vorwärts Kehl, Im Ganzen sind '•'wa 'M,a,H) erm O ton zu girren, wofür eine Spexialmasidtlne litdt, die ihn zu den Itauntelleit fahren und unten.voga rulscheri i vorhanden ist; die <iert Uefon vorbereitet und m«f 5 Lni»twagen Täglich werden!•>.') t.cm auf diese Weise Reinsen Aih-r.l Mftrkm 'Haifa) von m:n umvictrstT *t <ii:im's«m;m Profev^.r F;i :• k r.?. «.Vi- Leiter der Kakulliit für pbyslk.ill.^clw.? Ch, uii«s un <ler Hebrüi.iehen I7nlversi(üt JetiH.tlem, hat sich auf eine Vörtrag^rri.«;« nach Rumänien beg-b^n. Von dorl fiihrt. er nach den Vi fetnfsEUn Staaten, wo er sJä Gast vetTchie»iener amerikanischer Uruver*ltHten über .neinn IrV^rschungA>jrboit berichten wird, Rabbi Assw« Prof«r«^>r für gaonische und rnbblniache Litei :rtur, befindet Pich gegenwärtig in Oxford wo er an der Bodteiaua arbeilet. Nach Abschtuss seiner ForschungAtätigkeit wint er f,itauen T..ettl«nd und Polen bcuichen und dort Vortrage über die Hehrnische Universität halten. Anläßlich d(,»t cr-uen Todest-ifff« von Dr Alexander F. I g. Professor für Botanik an der Hebräischen Universität, wiirde im Bn'.uil sehen Gnrten auf dem Skopuflbcrg eine Gedenktafej enthüllt Dr. Kl?, svnr der Gründer <l«s Bot^nlrtchen Garten», Die Hebräisch«? Universität. Ji«ru.«afem. vroffonfHöht «Inen N'achruf für Otto Freund, Direktor der Union-Bank'In Prag, der in einem Gefängnis der Geslapo Selbstmord verübt hat. (Vergf. Nr. 1» der „J.WR") F.» wird darauf hingow'.ewen, da»«« Freund im Jahre Bi.YT in Prag ein Bankett für die HehrälÄche Universität ven*net«!tet hat und ümw er kun <'arauf Palästina auf Einladung der Universität besucht hat Der Espcrant>Kon«re.»:» wird in Bern am 2!». 7. erdffnet und urt bw zum 5. S I ».Tj». Dr. O Ischwanger nimmt als nttl.'iÄfirionAMchcr Delegierter am Kongres« teil. Zahlungen Konto-Bezeichnung: JfCWISIf (VrrlftR „Jüdisch« Welt IN BELGIEN i PMtttlseckkonto Brtt»»«l Nr. «003.97. III BULGARIEN: Po*Ucaw*kkoato 8ofl« Nr. 5047. IN FRAUKIICICN: Fo»tNe!if<esikoiito Pari« 1700.10 Baakkoeito der J.N.P. Nr. 44.582 nci der lUaqtf lordaan H. A., S-5, Rue 8t. Uror^n, Paria, oder direkt an die <je*ctiärt»fttelle der J.W.R., (19, Hue du Croiaaant, Pari» 2*). IX DÄNEMARK: Pofttackeckkonto Kojwakagvn Nr. 149 45. IN HOLLANDt Pmtsckeckkonto Den Haa« Nr. S2S 107. IN JUGOSLAWEN: An Agentie A v a 1 a A. G-. Beograd, Frankopanova 24 (Pofttneheckkonto Beour wl Nr. 56.500). IN LETTLAND s PoaUckexrkkooU) Kifa Nr. 0028. für die J.W.R. NKWSPAPISR IJÜ„ Kund^hau") Mnd /u Irlifcn. IN PALASTINA: Bankkonten der Jewiah NewHpaper Ltd. be! f Kllera'a Bank, Tel-Aviv; S. h. Pettehtwanger, Oeaeral Contmerclal Bank, JeniMalem and Haifa; Jacob Japbet * Co. Ltd., JeruaalenvRerbavt«. IN POLEN: Bankkonto der Jewish NewHpaper lAd. hai der War^bauer rtneonto-ßank A.n., Filiale Lwow. IN RUMÄNIEN: An Llbrario H. 1'remj.nger, Ornautl, Porumbescu Ä, (PoAtMfkeekkfinto Nr. 30.361). IN OER SCHWEIZ t Poataefceckkont« Zürich Nr. VIII 27 850. IN UNGARN: ün Kun k '. ü d t e 1 s Z<?1 run».-««-xf«?ditron.*s- Bureag Budapest VI., Lk/t^ferenc-ter 10.1. 1H rPnf»tMlieckkoiito Budapest Xr. 13.0*3> Zahlungen au» anderen Landern erfolgen durch Internationale Postanweisung Postal Order — tfankscheck — Bs'n-knoten u«w. Porträt einer jungen Emigrantin Daran Ist nicht »u zweifeln: frilzi Steiner au» Prag, neuruehnjahrif, wird Karriere machen. Ich weiss es. Für a!le Mädchen ihrer Gesellschaft«- und Altersklasse und darüber hinaus war die Unterbrechung des normalen, genormten i^beas ein furchtbarer Schock, dem die schmerzhaft«, langwierige Umstellung auf das Emigrantendasein folgte. Bei Frtui Steiner war da« anders; sie war zugleich zu tief und zu oberflächlich, um sich irgandeiner Problematik hiniug*ben Für Fritai w«r die Emigration ein Sprungbrett für ein neues Leben. Die meisten Altersgenoeainnen starrten angetvoti in eine drohende Leere, in die grosse Ungewiaabeit. FriUi starrte nicht; ihre Augen waren hell, offen, neugierig und gespannt. Am Tag des Hitler-£inmaraches in Prag, als die Menschen schrieen, verzweifelten, In ihr* Betten fielen, um *v schlafen, au* den Fenstern «turzten, um nicht aufzuwachen, und sich nicht einmal aniutetepboaieren wagten, rief Fritz 1 ihren Freund an, dem es ebenso erging. „Ich geh nach England', sagte sie, „und ich werde, nicht gleich, aber spater, Königin von England, und ich werde eine sehr brave Konigin sein, und dann laa*' ich dich vtsumfrei nachkommen, Manschen!'* Ks gab genug verzweifelte und zerbrochen* Menschen m Frag, niemand hatte etwas dav:;n. sis*> «*•» es besser, sich ander« tu verhalten: das war kein« bewustte Überlegung Fritti*. ab«r fco war sie. Am 30. MÄn traf eine Express-Ladung junger Madchen an der hoUandischen Grenz«.- ein, zur Weiterfahrt nach London. Am 1. April lief die vitumlreit Einreise nach England ab. %» war höchste Zeit, Die Madchen zitterten; viele weinten im voraus, auf aile Falle. Friui sutterte nicht; *ie war sogar entschloasen, nicht einmal im nachhinein zu Jammern. In Übereinstimmung mit dem englischen Imnugrtstion-Offlcvr, der b«r«iu auf holländischem Boden funktionien«, wurde angeordnet: vorläufig haben alle Mädchen in einem Lager die Weiterreise abzuwarten. FfiUti kam nicht ins Lager, rr :d*rn fuhr gleich nach England weiter, noch visumfrei. Niemand wtim, wie ii« das gemacht hat Sie hat gar nichts beMonderc* dazugetan. E» ist nicht zu erklären und zu begründen, wie es ihr gelang. Aber gelang ihr. SUn btrnm* den 2Uiuber, der verfechtössene Türen öffnet. Unter den »ladehen im I^ager entstand das Gerede, 'Fritzl Steiner habedem Beamten zugeflüstert, es sei infolge von dringlichsten „Umstanden' grosste E*ile geboten, nach London /u gelangen. Und der Beamte habe ihr diskret aufs Wort geglaubt. Kr wiese 11 ist das, wie gesagt, nicht, aber zuzutrauen war' es der Fritzi. Man kann natürlich altes mit dem Satz erküren: Fritzl hatte eher. Glück. Nur: eben dieses .Glück-haben' Ist das graaste Geheimnis. Zum Beispiel, da war diese 8ache mit dem Auto-Unfall der Königin Mary, eine Bagatelle nur. Gerade als der Wagen der Königin-Mutter mit einem Lastauto zuaammenatiess und umstürzte, kam Fritzi des Wegs. Ais sie der allen, majestätischen Dame aus dem zertrümmerten Wagen half, überkam es Fritzi und sie muaste weinen l£* Ist nicht ganz klar, warum tute weinte, aber sie weinte. Es war Schreck und Rührung und die Gemütsbewegung, dabeizusein, wenn so etwas geschah, und vielleicht auch das Gefühl der eigen*n Winzigkeit im uner/nt«»liehen London, Und die Königin sagte, als ob sie e» zu dem weinenden Madchen tagte: „Ruhig, ruhig. I am all right" Und dann stand es in äUen 2«;itat«g£rt, schwaru auf weis* nl^ht nur in London: „Fritzi Steiner, eine Refugee aus Prag, ntunzehnjuhrig. w*inta beim Unfall der Königin Mary " Da wusate ich, dass Fritzi Karriere machen wird. iMtxüon i*i üo gross und Fritz! Bteiner aus Prag ist so klein, und aufgerechnet sie ging vorbei. Es waren kostbare Tränen* ihre Popularität war einen guten Haushalts-Ponten w*rt. Aber Fritzi* Plane zielten weiter. Fritzi ging auf die Londoner Handelskammer und verlangte, als ob da* gar nicht« »ei, von dt-m *rr*tauiit*n Beamten die 4dr«r*»e» oiter Steiner, du: in Sew York wuhtusn; aber nur üoteher St*tntr, die ein, Telt phon haben, Und da» waren nicht wenig*;. Die ohne Telephon intwejjjierten sie nicht Zwei Hilfskraft« waren damit beschäftigt» ölit New-Yorker Steiners mit Telephon zu escccrpiercn, für Fritizi SlfLier »ujs Prag. Auch 4** war dsr jB*:«ißn einer Lauf» bahn: andere für sah arbeiten zu i^aeeo. Triumphierend zog Fritzi mit »-tner umf/*ngrei<.;h*n Adrei- ««fl'iste ab. Dufeii engagierte nie eine kleine Mitemigrant in, setzte sie an die Portable und diktiert« Briefe. An alle Stei» n*rjs mit Telephon Steiner« ohne Telephon gehörten nicht zur Familie. Täglich gingen bin zu zehn Brief»; hinaus, jedei anders. £* war ein richtige» Büro, ein Betrieb - ihre amerikanische Familien- Holding -Gesellschaft nannte es Friui ohne zu wissen, was eine hoidlng-Geseilechaft ist. Äie diktierte sachlich«, zärtliche, familiär« Briefe und dringende Notschreie Mi diktierte auf gut Glück und reizend und er« fand ganse FamiJj»mg*ftchkhten, .Liebe Tante und lieber Onkel!* .Meine liebe Cousine!1 — ,Meine teursr Nichte!' — .Geliebter ferner Neffe!' - Ihre weiigesponnenen Farniilen« beziehungen umspannten die gaitzs ehemalige öüterreiehi^chungarisch«; Doppeimonarchie. Fritzi war der Ansicht dass mar gar nicht genug Verwandt* in New York hüben korine, und dass die meisten Familiengeschichten und Vorkommnisse irgendwie auf jeden pa««en. Hie wusslc auch, dasa nicht mlie Verwandten verwandUcbaftiiche Gefühle in »kh entdecken, wenn sie aus der Ferne Hebe Farnllienbfiefe bekommen. Kin groaser Prosentsatz sind Nieten. Darum muss man sehr vüd* und sehr geschickte Briefe schreiben, an d«r«n Ochluss das Wort .Affidavit* tBürgschaft> steht, d«a Wort aller Worte. Gros* int die Zahl der Steiner »n New York lmlt Telephonanschluss), und wenn sie Aich auch In all der Füll» verwandtschaftlicher Verbindungen nicht recht auskanftlen vtul von der Bri«f«chr»;iberin lürt» Namen» rucht die geringste Ahnung hatten, m blieben einige doch nicht ungerührt und gaben in Gotie* Namen ihr Affidavit. Übrigen» war nicht einer von den vielen NeW-Yorkei Steiner ein auch nur entfernteatcr Verwandter Friuiä. Abel wftM tut's, sind doch unsere nahen Verwandten oft nicht« anderes als eine Illusion .., .So kam Fritzi Steiner nach New-York und zu sehr vU< Je» Beziehungen. Und sie versorgte ihre Eltern und Ga« sebwister mit den ersehnten amerikanischen Bürgschaften Das von Ihr ge*chaffene Famiiienkonsortium funktioiüerU. Da* Telephonadreüstaaih Ut und bleibt eine« der wichtigsten Bücher *M%«r Zeit. H. N, tl'umj

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