Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 20 (28.7.1939)
- Date
- 1939-07-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ItHe 4 JODISCHE WELT- RUNDSCHAU Str. 20 M. VII. 193» .In« DpittsvMnnd Die niedergebrannten Synagogen Der „Volk»?-chc H">h;i n' r nci.n •ibl: „Die liuincn der Jüdischen CebNdr, die im November «Je« Vorjahres dem Volk Hzorn zum Opfer gefallen waren, haben vielfach da« Stadtbild empfindlich gehurt. Nunme'.r verschwinden «I* Immer mehr aus den Hfr.ui.wn, <:ie durch die Beseitigung vieler fiuch artfremder Beweist, e-ntstnndeneri Gebäude nur gewinnen. Hei der V,n\t< munir, dt-wrr Orbslude Imt man eine Reoheehttiug gemacht, die neuerdings die völlig mster l ii 1 i h t j f. c h e E i n » t e I I u n g der Juden beweist. In den Grttnd,/!i*inen der Jahve-Ku'tSlüUcn fand man neben <i(ti Urkunden* auch Geld, besonder:? In Münzen, einganaufjrt, du nun eben fdr die Juden Geld das htfehf'tc. Gut int. Wie man erführt, findet da* P.rv..imttterial, dabei der Abtragung gewonnen wurde, anderweitig nützlichere Verwendung. Die Plätze, an denen ein«! Jüdische SyriMjjogen slandc/i, werden in absehbarer Zeit <U-r Verbamirvr '.ttigeführt." Verlegung des „Weifdiensl* nach Frankfurt all Der „Weltdleust" vom 15. Juü veröffentlicht »tun die folgend« Bekanntmachung. „Um den „Weltdienst" alu internationales Institut zur Aufklärung über die jüdische Wcltgegefahr auf eine breitere Grundlage zu «teilen, habe ich mich entschlossen, die ,,Weitdienst"-*/entra!e ab 1. August 19»« von Erfurt nach Frankfurt a.Main zu verleben. Ich habe die Stadt Frankfurt n.MrJn gewühlt, weil nie verkehrsteehnisch für die meinten unserer Freunde, die uns alljährlich besuchen, bedeutend günstiger liegt, al« Erfurt. Ein weiterer Grund L*ti Frankfurt am Main «alt In der ganzen Welt alu die Hochburg der Juden in Deutsch html. Gerade in diese chemiitfgc jüdische Hochburg soll der ., .Veltdiem t" einziehen, zum Zeichen dafür, dass die jüdische Macht in Deutschland restlos gebrochen Ist, und als glückliaftes Symbol dafür, das* die jüdische Weltmacht auch in nicht allzu ferner /Seit in allen iibrigerr Ländern der Erde restlos erkannt und gebrochen werden wird." Aus der deutschen Rechtsprechung Dan deutsche R « i c h w g e r l e h t hat «eine bisherige Reeht- ■v sprechung zur b 1 u t ni ii s u igen A bat a in m u n g grundstttzllch geändert. Bißher hatte es bei der blutmassigen AbHam " mung n ir eine sogenannte „Feetstellungaklage" angelassen, jetzt gibt es solchen Klagen auch als „Status-Verfahren" Raunt Bisher war eine Klag* Feststellung der biologischen Vaterschaft nur möglich, wenn ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung der Ahstumnmngsverhaltnlsse bestand «in derartiges Interesse wurde aber stets dann verneint, wenn es nur darum ging, ein« urkundliche Feststellung Über tf;e AbatammungsvcrhiÜtnisse zu beschaffen. Diese Meinung gibt das Reichsgericht, nun in einem Urteil vom 15. Juni auf, Vor dein Kindringen de« nationalsozialistischen Gedankens in die Rechtsordnung — so htlsst es in dem Urteil —. h*be die blutmäasigc- Abstammung' für das Recht keine entscheidendc Bedeutung gehabt. Nach der neuen Recht saun*assung aber habe die blutmks^ge Abstammung des Einzelnen eine Bedeutung die nicht auf ihn seibat beschrankt, so ern ftir das Volkstänze wesentlich sei. Aus diesem Grund* sei «ie nicht get-«nser su b»w»rt*>M nU das Eltern- und Kindesverhältnis. Aus diesen Erwägungen kommt der Senat xu dem Ergebnis, dass eine Klag« zur Feststellung der blutmassigen Abstammung in das sogenannte „Stutus-Verfuhren" zu verweisen sei, „Freiwillig auf Ehe verzichten..." Di« „Frankfurter Zeitungzitiert aus dorn „Schulungsbrief" der Reichsorganisution der NSDAP, in dem sich Ministerialrat Dr. Hans Fabricuis über die „Pflichten des Reichsbürgers" äussert, folgende Stelle: „Das nationalsozialistische Oetcissrn wird oft schärfer urteilen, als das Gewts; es als Pflicht vorschreibt. Wenn das GesetK z. B. nur die Ehe von Deutschblütigen mit Juden oder Halbjuden hindert, so wird das nationalsoitialist'uiehe Gewissen dem Reichsbürger bei der Gattenwahl sagen, dass ein Ehepartner auch mit Wringet1 jüdischer (oder sonstiger fremdrassiger) Blutbei- Rettet die Gatuth! COLUMSIANISCHE ERFAHRUNQEN Von Dr. Gerhardt Neu rn n ri n, Barranquiln (Columbien) In-der Emigration lernt man erst eo recht die G e f ä h rinnerhalb der d*<R«ch-jüdischen Gruppe. Von einem Ge> düng kennen, der die neue jüdische Diaspora in judischer i meinschaftsgeist kann keine Rede »ein. Die einzige Bezle- Hhi:Uoht aufjgesetzt äst. Der »Schreiber dieser teilen hatlhung zum Judentum besteht für sehr viele darin das» sie mt-hrfach in den Jahren JÖ34 bl« vm (in der Berliner „J«di- \ die Gelder der ..Hicem" in Empfang nehmen Gottesdienst/ r;chen Rundsehau") zu einer Organisierung der Jüdisch-geisti-; kulturelles Üben, Pflege jüdischer Tradititon — all diM Ken und erzieherischen Arbeit in der GaSuUi aufgerufen, ohne j .«tiesu hei der Mehrheit auf lebhafter» Widerstand, weil K< ho zu finden. Kr kt d:..«\n im vorigen JaJire mit diesem \ der deutsche Jude im Durchschnitt das Bestreben h t 'mög- Xicl nach Kolumbien gegangen, und hat während eines Wichst rasch das Erlebnis der letzten Jahre zu vergessen, y.eänmortritigen Aufenthalts und in vier Monaten praktischer j Die Einrichtung einer 45chuie erwies sich ah* praktisch unjüdüvcber Arbeit Erfahrungen auf dieser,» Gebiet gesammelt. I möglich, weil in Calf kein Geld dafür aufzutreiben war. So Da» liberale? Kolumbien j wachst eine neue Generation heran, die vom Judentum nlchta Bis zum Juli WS war die Einwanderung, nach Kolumbien mehr wisaen wird, und die auch keine Beziehungen zum lebenmlschung für ihn nix rHsscbewu.^^len Deutsche:* nicht in Frage kommen kann, denn so untadelig ein Mischling persönlich sein mag. so werden die dem Deutschen artfremden Erbanlagen bei den Nachkommen im Laufe oer Generationen irgendwann wieder in Erscheinung tiettn... Der jüdische Mischling, der die Ehre hat, das vorlaufige Reichsbürgerrecht zu besitzen, wird sein« staatäbftrfrjerUche Gesinnung dadurch um besten unter Beweis stellen können, dass er (auch wo das Gesetz kein Hindernis aufstellt) freiwillig, so bitter es für ihn sein mag, auf Ehe S'avhkotnuieHnchutt wrzivhlvt." olliz frei. Dann aber folgten rasch die Einv.anderungsbeschrünkungen aufeinander; die nchwerste am 16. Mai dJs., an dem eine einstweilige Suspension der jüdischen Einwanderung verkündet wurde, bis das Parlament über die Neugestaltung der Einwanderung einen Beschluß* gefasst hat. Kolumbien l?t ein liberal»?« Kund, in dem es keine Arbettsbesrhriinkungen Und keinerlei pernönliche Behelligungen gibt -- nber in der Frage der Einwanderung Ist das Land nen liberalen Prinzipien untreu geworden. Die EinwanderuntTSg<?»etzgebunsr der letzten Monate widerspricht allen Prinzipien der Verfassung; aber f« ist niemand da, der sich für die jüdisch« ßache dnaetzt. Die Hohr reichen »ephardi- Kcnen Juden des Landes schweigen vornehm, und man hört ur den Chor der mitfsemithichen Presse, die täglich gegen so Jüdischen Hausierer hetrt, die das Geschäft verderben ie kolumbianische Industrie r.ugrunderichten, die Mieten verteuern, und wer weiss noch woran alle« schuld sind. Der Antisemitismus Ist Im Aufblühen, und noch tut di« jüdisch« Gemeinschaft ko. a!i> ob nichts wlire. Mit Sorgen schon nur d i e Menuchrn der Zukunft entgegen, die die Erfahrungen in Deutschland nicht iimwmst pomneht haben wollen; aber ihre Stimme wird einstweilen noch nicht gehört. Das Judentum in Kolumbien ist keineswegs eine Macht. Unter den •und R Millionen Einwohnern des Landes gibt es rund SOOu (nach den optimistischsten Schiitzungen: f.000'» Juden, davon etwa 2--S00O Emigranten aus Deutschland. Immerhin sind die sephardischen und die Ontjuden, die Im allgemeinen seit mehr als 10 Jahren Im Lande sind, in gewissen Wirtschaftszweigen stark vertreten, so s. B. In der Textilindustrie, der Schuhfrthrikntlon und auch einem gewissen Teil des'-Detailverkauf«. Andererseits darf man sagen, das» sie in die Hnptwirtschaftequellen des Landes (öl- und Goldproduktion. Landwirtschaft etc.) keinen Eingang gefunden haben. Flucht vor dem Judentum Also nicht von der wirtttfkaftUcheH Lage soll hier die Rede «ein. Die deutschen Emigranten haben sich grösstenteils noch nicht eingeordnet und haben sehr um den Erwerb ihres Lebensunterhalts zu kämpfen. Hier soll das Fazit aus den füdischtn Erfahrungen gezogen werden, die man hier im Lande machen konnte, Die Aufrichtung einer jüdischen Gemeinschaft ist ausserordentlich schwierig, weil die, drei Gruppen: Sephardim, Gstjuden und deutsche Juden sehr besiehungslos nebeneinander herleben und nicht nur sprachliche Schwierigkeiten der Verständigung haben, sondern mehr noch seelische Schwierigkeiten. Als ich zu B. in Ca Ii die Bildung einer Gemeinde versuchte, leisteten die Ostjuden stärksten Widerstand, weil sie diea als eine Aufoktroyierung „deutscher" Sitten betrachteten, so dass sie der deutschen Gruppe die Separation damit aufzwangen digen Judentum (und erst recht nicht zu Palästina) haben vird. Es gebort keine gross« Vorsehungsgabe dssu, «m zu sagen, daas das Judentum in Kolumbien in s«hr kurzer Zelt nur noch ein Rudiment sein wird, falls es überhaupt noch da ist. Die Bericht« aus den unentwickelten nördlichen Landern des südamerikanischen Kontinents zeigen alle dasselbe Bild, wahrend in Argentinien und Brasilien etwaa mehr Aktivität zu herrschen scheint. Zehntausend* von Juden, die In diese unentwickelten Länder gegangen sind, sind somit in der Gefahr, völlig Orientierungelos zu werden. Es ist nicht zu krass, wenn man die Emigration, die man in diesem Lande kennen lernt, in weiten Teilen nls „demoralisiert" bezeichnet. Besonders die jüngeren Mensche« streifen mit einer erstaunlichen Raschheit alle Bindungen ab, die sie von Hause mitgebracht haben, ohne jedoch neue Maas« stiibe dafür jeu finden. So entsteht ein Typ des Emigranten, der keine Weriordnung mehr anerkennt und für den ein« jüdische Welt nicht besteht. Teilweise hasst er sie sogar und bekämpft sie. ohne sich klarzumachen, wie leicht er schot? morgen wieder unfreiwilliges Mitglied dieser Welt sei« kann. In dieser atomlsierten, Herfallenden Welt wirkt sieli der Existenzkampf mit einer unbeschreiblichen Scharfe aus, t'.nd wird umso fühlbarer, ab keine wirtschaftlichen Reserven oder Unterstützungen da sind, durch die diesem Proxess Einhalt geboten -/erden könnte. Leider gibt es nur wenif echte Kameradschaft unter den Einwanderern, sondern er* lieblich mehr Streit und Rivalität. Wiw nun geschehen? Wir brauchen eine Organisierung der Diaspora. E.i ist nicht zu verantworten, dass das Judentum der Welt tatenlos zuschaut, wie ganze Teile der Heimatlosgewordenen zugrundegehen. Im Gegenteil, wenn hier die richtigen Methoden angewandt würden, könnte vielleicht eine neues Kraftzentrum jüdischen Lebens entstehen. Äs gibt in ganz Kolumbien keinem Rubbintt (und in den anderen Staaten wahrscheinlich auch nicht). Es gibt nur eine einzige Synagoge im Lande: in Galt. Es besteht noch keine Gemeinde. Es gibt eine eine jüdische Sehlde in Bogota'und eine in Barranquilla. die aber beide den pädagogischen Anforderungen' nicht genügen- Organisation der Galuth wiU^lM^)lia.!!K,djU|Br-.: sich eine jüdische Organisation findet, die In die drergro*MS«n Städte Kolumbiens je einen Rabbiner entsendet, der In der Lage ist, Menschen zu führen; einige tüchtige Gemeinde-ürganisatoren, die aus dem Chaos eine G«mcinschaft gestalten: und eine Anzahl tüchtiger Lehrer, die der jungen Generation den Weg in ein jüdisch-bewusstea Leben bahnen können. Wenn es gelingt, soleherraossen die Galuth aus? jüdischem Abgesehen von diesen Schwierigkeiten des Zusammenlebens Verantwortungsgefühl heraus zu formen, dann kann sie vielder Gruppen gibt es aber noch erhebliche Schwierigkeiten leicht noch gerettet werden. ZUM KAPITEL MINDERHEITENSCHUTZ WELT ANSCH AU UNG* Die v uns bereits mehrmals erwähnte vorzügliche katholische Zeitung „Entscheidung" (Luzern) nimmt unter ihren „Streiflichtern" Bezug auf die Nachrichten, die besagten, dass Kngttimisr (darunter auch Frauen/ gezwungen wurden, sich vor den Augen der Japaner und Chinesen vollständig tu entkleiden. E* handelt «ich also um ein« beabsichtigt« Bk*stellung der weUsen Rasse. Hierxu schreibt die .Entscheidung"; „Leibesvisitation bis auf die Haut", „Engländer In Tientain bloßgestellt \ „Hüllenlose Ladies" jubeln d*e Überschriften des Göbbelg'aehcn „Angriff' vom 26, Juni. Als ßelbsienthüllung derer, die die ..Kas^asfnarid«; erfuttüm haben, um damit dir .4i4*i*4nadcri<f»(i *»r Juden ttwitan- BChaulich tu unttrlHiueH, ist dt«*er Jubel »ehr instruktiv, ... So instruktiv wie die nationalaozialisttsch-raschistiachen Kompensationsgeschäfte mit den alteingesessenen Menschen Südtirols für die „Blut- und Bodetr-Theori« das Dritten Reiches." Dass eberuio wie da« Recht und die Wahrheit auch Prin- Jipien und Doktrinen im Grund« nur Mittel zum Kwöck. nämlich zum Zweck einer opportunistischen Macht pol Utk Jind, wird hier von rein , arischer" Seite neuerlich bestätigt. ENDE EINES BANKHAUSES Deutsche Zeitungen verbreiten nachstehende Meldung aus Nürnberg: „Das Bu iikhuiu Kehn in Nürnberg war ehedem das grösste Privatbankhaus in Suddrutscbland. Mit der Machtübernahmewaren die Tage des Unternehmens ge- *ahJt. Wie nunmehr Bürgermeister Dr. Kickemeyer mitteilte, wird dies«? jüdische Bartk endgültig verschwinden. Die» seit einiger Zeit eingeleitete Liquidation des Unternehmen* ht abgeschlossen worden. In den Käumen der «inatuttMi Judenbonfc In seiner Gegenerklärung zur Rede de« Kolonialnsinbters MacDonald in Genf vor der Mandatskommission hat der Vertreter der Jcwish Agency in Genf Dr. Nihum G o 1 d m a n n. auf die negativen Erfahrungen hingewiesen, die die Welt in den letzten zwanzig Jahren seit Senilis« des Weltkrieges mit Minderheitsgarantien gemacht hat In der Tat ist dieses Minderheitsreoht — eines der grossen Ergebnisse der Friedensverträge, hervorgegangen aus dem Gedanken des Selbstbestim- •nungsrechts der Völker — grossteiu» durch die Ereignisse hinweggefegt worden und auch die Garantie des Völkerbundes hat sich als nutzlos erwiesen. Österreich, die Tschechoslowakei und zuletzt Dauzig (trotz eines dort residierenden Völkerbundkommiasars) sind die Etappen auf diesem Wege. Der long jährige Kampf, der in Genf um die Frage der materiellen und formellen Ausgestaltung des MinderheitenschuUes geführt worden ist, ist damit gegenstandslos geworden. Der Minderheitenschutz hat von allem Anfang an daran gekrankt, dass die Minderheiten nicht in der Lage waren, ihr« Beschwerden selbst einzureichen und zu vertreten — «in Tatbestand, dar sich besonders ungünstig bei den Judan auawirkte, hinter denen kein eigener Staat stand, welcher «ich ihrer annahm. Kur ein Gebiet hat es gegeben, in welchem der jüdioche Minderheitenschutz unter internationaler Kontrolle praktisch durchgeführt werden konnte und in welchem es den Juden möglich war, konkrete Beschwerden wegen Verletzung ihrer Minderheitenrechte bei einem internationalen Organ anzubringen, nämlich Ober sc h 1 es i e n. Ks hat In Kattowira auf Grund des Genfer Abkommens vom 15. Mal 1*22 eine gemischte Kommission bestehend aus deutschen und polnischem Mitgliedern gegeben, deren Präsident der vom Völkerbundsrat ernannt« schweizerische Aitbundesrat Ca Ion der war. Bei ihm hat nicht mtr die d*«»t*c:ho Volksgruppe In Polnisch-Oberschlesien und die polnische Volksgruppe im deutschen Te l Obetwchieaien* viele Hunderte von Kollektiv- und Einzetbe- M-hwerden eingereicht, sondern auch die Juden Oberschlesiens haben in zahlreichen Fällen von ihrem Recht Gebrauch gemacht, nachdem die deutsche Regierung aaf Grund der Petition Bern he im vom M&i IÜ33 die Oberschleaischen Jud*si als] Minderheit anerkannt hatte. Auf Grund dieser Beschwerden j war es möglich, die Durchführung der antijüdischen Gesetzj gebung und Praxi* wenigstens in ihren krassesten Auswüchsen der Diffamierung und unterschiedlichen Behandlung (Boykott, Ras**g«r*etx« uswJ zu verhindern. Trotzdem hat ger«do — was an dieser Stelle nicht naher ausgeführt werden kann — das Beispiel Oberschlesiens gewigt, dass selbst der be&te Mitt- ____..............._______...._derheitenechuts nicht ausreicht, wenn e» am guten Willen - der. wird demnächst das Steueramt der Stadt Nürnberg untergeherrechenden Mehrheit fehlt Der Fall der Juden Ober*chle-' bracht. Die Immobilien wurden von der Stadt Nürnberg üb«r»jsien* war einmalig. Die Petition Beroi.^mi hatte in der Intef»! »ommen." uebernommen" hl ein guter Ausdruck.—A.d.Red.) (nationale« Öffentlichkeit ausserordentliche* Intereaae erregt, i Die deutsche Regierung sah sich genötigt, da* Minderheitenrecht der Juden Oberschlesiens anzuerkennen, nicht zuletzt mit Rücksicht auf ihre Volksgenoasen in Polen. Es gab den Präsident er Calonder, eine vom Völkerbund eingesetzte Persönlichkeit welche dazu berufen war, über die Rechte alkr Minderheiten . zu wachen und der sich mit vorbildlicher Objektivität un« Menschlichkeit auch der jüdischen Beschwerden annahm. Ei war insofern eine politisch günstige Konstellation, als die deutsche Regierung zufolge ihres Freundachaftsvertrages mit Pole« vom Februar 1934 ein Interesse daran hatte, auch die vorliegenden jüdischen Beschwerden möglichst intern zu erledigen Wenn e* trotz dieser relativ günstigen Konstellation nicht gelungen ist. die Lage der Ober, deeischen Juden während der Dauer des Genfer Abkommer. d. h. bis Mitte 1937 entscheidend su beeinflussen und das Schickaal der Vernichtung van ihnen absuwenden, so beweist das nur die Problematik eines Jeden Minderheitsrechtes überhaupt sowie die Richtigkeit der von Dr. Goldmann getroffenen Feststellung und seiner Kolgerung, das« ein ständiger Minderhcitsstatus mit dem Charakter einer Nationalen Heimstatt« nicht vereinbar bt. Georg W e i s s fn a n n, Tel-Aviv (früher Beuthen.) niköisace sei *es Phispäiui Paul V McNutt, der aus dem Dienst schtidende High Commiosioner der USA für die Philippinen, teilte dem JTA-Vertreter in Indianapolis folgendes mit: 500 jüdisch« Flüchtlinge haben sich bereits auf den Philippinen mit Hilfe der warm fühlenden jüdischen Gemeinde der Inseln in Berufen etabliert, die ihnen eine Existenz sichern. Sobald Raum für weiter« Einwanderer geschaffen sein wird, wird die l*i*te »i*r Bewerber »ürg'faUig «wif d»£ erferderrieb«» Qualifikationen hin geprüft werden; die Auegewählten werden dann rasch nach Manila komna-n dürfen, High Commlasioner Paul V. McNutt teilt* weiter mit, daes Pläne zur Ansiedlung weiterer Tausender Flüchtlinge auf der Insel Mindanao jetzt ausgearbeitet werden. Eine vom Rooseveit- Komitee entsandte amerikanische Experten-Kommission prüft die SiedluügsraöglkUkeiten auf Mindanao, der £*t-ii«iU>s fruchtbarsten Insel der Philippinen. Die Insel hat natürliche Reichtümer und ein auagezeichnetes Kiim«. (Vgl S. 2>. McNutt erzählte weiter, er habe den Präsidenten der Philippinen Manuel Quexon davon üb«rr*euge« können, dass die Einwariderungsvorsehriften dahin abgeändert werden müssten, das« Flüchtlinge auch ohne Pas* und Visum einwandern kennen. Flücbtlingsarzte soüten ohne. Nach-Ejcamen prakti- *ic,er« dürft«; der Lesbarst des Presidenten wt **Hwt *i*» Flüchtling.