Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 20 (28.7.1939)
- Date
- 1939-07-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«dt* * n/>raci* ■ n, lÜDISCHK WELT-RUNDSCHAU; 90 0£ .r4 LVn.193f Im nogenannten Kampf g'grn den Antineitiitismus Auf ftben, dl« der «ioni»tl»ch*n gleichwertig «Ind. Neue froM* Krfolg«' nind mit Hilfe der bisherigen Propagandi jlcnt »n erwarten. Wir lind verloren, wenn die aioniAlinchc Bewegung nftetit wieder ru dem wird, was »ie int: m der Wahrheit von morgen. Würde e« une gelingen, Wien alle MrnfaüHt der Juden westlicher Länder Zionismus tu ermi.Krn, wurden TiiUHcndc nun die«en Ländern zu gkkh mit allen ihren Intercancn, auch den materiellen, den Wcj; nach Palästina finden dienern Ansturm Würde da* \V<»igflbtich gcwit* nicht etnndhaUen. In diesen Tagen haben wir oft erfahren, das« rr.an uns hören will, wahrend wir früher vor verschlossenen Türen standen. Juden, die nie Uber ihr Wesen nachgedacht haben, sind plötzlich vo«. Unruhe erfüllt und fordern von ms Antwort au; ilir Jirdenpröblem; Hie wollet« wissen, ob las jüdische Volk sich im allgemeinen Zusammenbruch wird behaupten können, ob Judentum ein Wert ist, ob durch die Wiedergeburt der jüdischen Nation in Palästina die Millionei geknechteter, hcraliKcfcomnicner Juden wieder zu einer Gemeinschaft werden können, in der Charakter mehr gilt als Gewinn. Diese Menschen wartca inrauf, k«: rührt zu werden, sie sind reif dafür, an ein /on Mut und Geist erfüllten zionistischen Bewegung fe sunehmen. Wir können die Soziologie des Parteiwesens zu gut, um nicht s;u wissen, wie schwer der Kampf gegen die 'konventionellen Anschauungen im. Aber man (Rollte eines bedenken: 'JVnur ist ein Beweis für Stagnation und Verzweiflung. Wer wächst, wer neue Krufte spürt, v/er über zeugt ist, daas er in kurzer Zeit mit weit größerer Aussicht auf Erfolg Slego zu erringen vermag, der verren auch Misser Ige und Rücksehlügc zu ertragen. Wer weiss, dnss er starker wird, der hat die Möglichkeit, politische Vorschlüge vi machen, die für den Tag bestimmt sind; wer sieh jedoch am Ende der Entwicklung glaubt, der muss angstlich unrüber wachen, dass die Ziel'? einer ..«.illusionären Politik nie beeinträchtigt werden. Jetzt muss Aich der Unterschied zwischen Veteranen der Organi=ati-n und Führeren der Bewegung «eigen, Wehe uns, wenn beide sich zu taktischer Solidarität vereinen, damit alles beim Alten bleibt! Tagung des Evian-Komitee EINLADUNG KOOSEVKLTS AN DAS KOMITKK Diu» uuf der vorjährigen Staatenkonferenz in Evia» geschaffene Zwischenstaatliche Komitee für die Flüchtlinge ist un 10. Juli \n London, Im Beisein von Vertretern von 3 2 Regierungen xu einer zweitägigen Konferenz zusammengetreten. Mehr als bisher hat Mich dien« Tagung mit «ehr akuten und schwierigen Problemen, der Herausnahme und Unterbringung der Flüchtlinge, sowie Insbesondere der Finanzierung ihrer Sesshaftmachung in Überseelandern tu befassen. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Schaffung der , C o - o r d i n a t i n g Foundation", de» Finanzinstrumcnlcs für die Flüchtlingsarbeit. Die Errichtung einer solchen Körperschaft wurde bekanntlich von deutscher Seit« nu einer Voraussetzung der Einhaltung auch der anderen Bestimmungen des zwischen dem früheren Direktor des Zwischenstaatlichen Komitees, George Rubi e e, und dem Bcvollmü tlgtcn der deutschen Regierung Dr. Fritz Wohltat getroffenen Abkommens gemacht. Im Zusammenhang davilt hat das Eintreffen Dr. Wohltat» In London am Vorabend der Zwischenstaatlichen Konferenz ein gewisses Aufsehen erregt- Zwar wird offiziell Wohltat« Londoner Besuch mit der gegenwärtig hier tagenden Internationalen Konferenz über Walfischfang in Verbindung gebracht, doch weiss man, dass der wirkliche Zweck seiner Londoner Reise der ist, mit Teilnehmern der Evian- Konferenz, sowie den mit diesen Problemen sich befassenden britischen Stellen Kontakt zu bekommen, um die Verhandlungen und Beschlüsse dieser Konferenz in einem Deutschland genehmen Sinne zu beeinflussen. Wohltat ist in London in Begleitung des Schwiegersohnes von Dr. Hjalmar Schacht, Herrn v. Sehet pcnböFgi der früher der deutschen Botschaft in London zugeteilt war und jetzt im Wirtschaftsdepartment des Berliner Ministeriums des Aussera Dienst tut, eingetroffen, Bei dem Board of Trade (englisches Handelsministerium) ' liegt bereits ein Ansuchen um Rtgintrierung der Co-ordinating Foundation vor. Als Ziele der Foundation werden angegeben: 1. Zusammenarbeit mit Einzelpersonen und Organisationen, die »ich mit der Erleichterung der Aunuwtierung unfreiwilliger Emigranten au« Deutachfond befassen; t. Zusammenarbeit mit dem Zwischenstaatlichen Komitee, dem Fluehtlingshochkommlssar des Völkerbundes und Jeder Regleeung, Körperschaft oder Agentur, wo nach Meinung dar Foundation «in« solche Zusammenarbeit zum Betten der Flüchtlinge möglich ist; 3, Besserung der!*age der bereit* sesshaft gewordenen Flüchtlinge; Förderung der regulären Auswanderung unfreiwilliger Emigranten. Schutz und Transfer ihres Eigentum«. Das Kapital soll eine Million Dollar betragen. Präsident Roosevelt hat die Mitglieder des Zwischenstaatlichen Komitees (Evltn-Komitee) tu einer zweitägigen Konferenz im Weissen Haus im September tingeladen, um das zentraleuropäische FlUchtlingsproblem zu "erörtern. Der Direktor de« Komitees Sir Herbert Emerson wurde gleichfalls eingeladen. Bei der , Tagung de« Komitee» erklärte Lord Winterten was s.y-'.Ji der Prim*-Mi«>l«i.*r Im Parlament leeagt hat - dass die britische Regierung die Frage prüfe, In welcher Weise durch Beteiligung der Regierungen die private finanziell« Unterstützung der Hilfasktiou gefördert werden könnte. Er sagte, dass die Auswanderung au» Deutschland im Jahr« 1938 auf 120—140 000 geschützt wird. Dom Vorschlag des Präsidenten Roosevelt schloß» sich der britische Innenminister Sir Samuel H o a r an. Bei einem Bankett, da» in London für die Mitglieder dea Zwischenstaatlichen Komitees abgehalten wurde, erklärte der Innenminister, die britische Regierung sei bereit, jede mögliche Hilfe innerhalb des Britischen Empire zu gewähren, und wenn ander« Regierungen sich beteiligen wollen, dann sei England bereit, die Möglichkeit eines finanziellen Beitrages zur Durchführung der Plane lu übvfUgcA, Die Tagung ging am 20. Juli zu End«, Das Foreign Office gab folgendes Commuriqut au«: ..Das Zwischenstaatliche Komitee für die Flüchtlinge Berlin-Rom-Persischer Meerbusen Von M. T. Bcn-Gavrii 1. In aller Stille, ofine dass man in Europa viel davon erj Oman und andere —, die schon ihrer Perlfischerel wegen fuhr, hat Bich im Vorderen Teil der östlichen Welt eine Art } sehr wichtig sind 'Bahrein aNein fördert 30 Millionen Rupien diplomatischen Nebcr.kriegSflcrmuplaUe« aufpetan, der von <Un autoritären Machten zur Entlastung den Hauptkriegs- .«.rhaupmtzeK in Europa verwendet wird. Von zwei Seiten, von Baghdad und von DJtddah, dem Hafen von Mekka, versuchen dl« Deutschen, und von Temen die Italiener, einen Keil in da* englisch« IntercrscngeMet in Arabien h<r.cinzu treiben, der nicht allein der Achse Rom-Berlin Flugplätze und Petroleumquellen sichern sott, sondern auch versuchen will, einen Teil Arabiens an diese Achse anzuschliessen, um sie derart bis zum Persischen Meer zu verlängern. Dieser mit grofsen Mitteln durchgeführte Versuch, der einen der *»aupt«. verbindungsweg« des Empire gefährdet, wird natürlich von englischer Seite ebenso energisch bekämpft. Vor allem ist es König Ibn Sa ud, dem von beiden Seiten grosses Augenmerk zugewendet wird und Deutschland Klaubt, das» nun der psychologische Augenblick gekommen i t, pich dem König zu nähern. Köni,~ Ibn Sa'ud ist verärgert. Und zwar aus allen möglichen politischen Gründen. Vor allem über den englisch-, resp. franzü'dch-türkiwMen Vertrag, der ohne sein Wissen geschlossen wurde. Z.veitens ist ihm der Vor«tos« seine« alten Gegners, des Haachimidencmirs Abdallah von Tranxjordanien in die Richtung aflf Linen syrischen oder palästinensischen Thron nichts weniger als angenehm. Eine - von England unterstützte — Krönung dieres erklärten Türkenfreundes würde nämlich eine Ver volh;ndigu:igr der in der letzten Zeit in aller Stille erfolgten Einkreisung dea Wnhhftbikönigs bedeuten. Er voisfi genau, dass hinter Abdallah die Wcstlu'uhtc stehen tmd die Türken, die wiederum mit Ägypten vcibüi.Miet sind, \:t-U.l,:.s der schiu-f^e Konkurrent dea Wahhabi« im Kampf um die arabisch« Hegemonie ist. Dieses Ägypten aber hat sich, die« darf nicht übeir&hcn werden, durch die kilreu'ich durchgeführte Vcrschwngcr ung der beiden Dynastien mit Persien auf eine gemeinsame asiatische Politik festgelegt. Da nun Persien (Iran) gewisse Gebiete im Persischen Golf fordert, deren Ibn Sa'ud dringend bedarf, ist es klar, das*: Ägypten, Weltmächte und Türkei die iranischen Forderungen unterstützen werden. Da trat nun Deutschland Arabien einen Schritt näher. Yemen, der südliche Nachbar und Todfeind des Wahhabis, hat letzthin «in« gross« Waffensendung aus Deutschland und aus Italien bekommen, wiewohl es einen vierzigjährigen Vertrag mit England hat. Warum also soll Ibn Sa ud - auch wenn er England alles zu danken hat --- in dieser immer unangenehmer werdenden Situation des Eingekreistwerdens sich nicht gleichfalls der Achse Berlin-Rom nähern, die ihm manche Versprechungen macht, so tum Beispiel die Herrschaft Uber gan z Arabien nach einem siegreichen Krieg? Was unternahmen nun die demokratischen Mächte gegen die Gefahr, die ihnen von Arabien her droht? Vor allem die oben angedeutete Bünduispolitik. Darüber hinausgehend aber bemüht sich England um eine radikale Neuordnung der Verhältnisse im Gebiet des Persischen Meere«, das schon in der Zeit vor dem Weltkrieg ein Ziel deutscher Politik gewesen war. Es gibt dort eine Reihe von Staaten — Kuweit, Bahrein, jährlich), die aber auch von überragender strategischer Wichtigkeit sind, sonderlich als Flug- und Schiffahrtstutzpunkte. Diese Stauten nun sind das Ziel nicht allein d«r römisch-deutschen Achse, sondern auch der Wahhabis, Irak« und Irans. Jeder dieser Staaten fordert hier Gebietsteile, respektive Einfluss, «ine Forderung, deren Erfüllung nicht allein die englischen Interessen gefährdet, sondern auch zum offenen Krieg dieser Staaten untereinander führen müsste, wodurch das Gleichgewicht in Arabien gestört würde. England geht nun In aller Stille daran, diese Staaten derart durch Verträgt» zu verbinden. daas sie wohl Im Inneren unabhängig bleiben, aber durch «ine gemeinsam« Armee, geraeinsame Post und gemeinsames Unterrichtswesen zu einem starken Block vereinigt werden, der die Ansprüche lraqt auf das wichtigste Kuweit und die Ibn Sa ud* auf Kuweit um* Bahrein zurückweisen kann. Es ist anzunehmen, dass England über kurz oder lanf ai:f diese Weise nicht nur den Wahhabi, sondern auch dl« Panarabbten in Baghdad vor ein fait accompll steiler wird, das eine empfindliche Niederlage für die autoritären Staaten Europas bedeuten würde. Eine mit Unterstützung der Nationalisten in den Oolf-Randstaaten durchgeführte Neuordnung wird wahrscheinlich nicht ohne Opfer abgehen. Es ist zu erwarten, dass es dort zu einem neuen Alexandrette kommen wird,indem England, ähnlich wie Frankreich in Syrien, Gebietsstücke abgeben wird und zwar an Persien, wodurch der Iran fester an die Achse London-Paris rebunden werden wird. Darüber hinausgehend aber wird England nicht umhin könnet), auch andere irani sehe GebieLsansprüche und zwar auf Kosten des Irak ic befriedigen. Allenfalls ist die arabische Einigkeit heute einer Verwirklichung ferner denn je. Zwischen Persten und der Türkei arbeitet eine überaus grosse Zahl von Kräften gegeneinander, die durchweg arabischer Nationalität »lnd and die alle aus der gegenwärtigen internationalen Situation Ihren Nutzen ziehen wollen. 1 Es ist zwar sinnlos, Prognosen zu stellen in einer Zeit, da dft: Ereignisse ohne Logik ineinander zu greifen scheinen, aber es ist sicher, dass nicht nur ein Krieg, sondern auch eine friedliche Lösung des europäischen Gegensatzes starke .Umgruppierungen und staatspoiitische Änderungen im Vorderen Osten, sonderlich in Arabien mit sich bringen werden, denn das Gleichgewicht auf der Halbinsel Ist ein nur künstlich erhaltenes. Ein Gleichgewicht, das den politischen Tatsachen von 1918 vielleicht, nicht aber den dieser Zelt entspricht und ani wenigste dass mswisdueft ai* allen Enden Arabiens Petroleum gefunden wurde. Und Erdöl ist heute das, was Gold war zu Zeit, da man Inkas und andere Völker um des Goldes willen ausrottete oder das, wa» die Gewürze Arabiens waren, um derethalben man abenteuerliche Todeszüge und Kriege unternahm. Eine der ersten Veränderungen in Arabien steht bevor: der Zusammenachluss t'tr Staaten am persischen Golf unter englischem Protektorat mit Bahrein, d e m englischen Flugstützpunkt auf dem Weg nach Indien, als Vor-Ort hielt am 20. Juli vormittags im Locnrno-Saal des Foreign Office eine weitere Sitzung ab; den Vorsitz führte Lord Winter ton. Der Vertreter Brasiliens Sehur Lobo, der Vertreter Belgiens Defoix, der Vertreter der Schweiz Rothmund, der Vertreter Boliviens Senor Don Penarranda, der Vertreter Mexikos Senor Luders des Negrl gaben allgemeine Erklärungen zur Informierung der Mitglieder des Komitees ab. Der Vorsitzende machte dem Komitee Mitteilung über den Rücktritt des Vizedircktors des Komitees Robert Pell, Oer an das State Department der USA zurückberufen wurde; die Mitteilung wurde mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen. Damit war die Sitzung des Komitees geschlossen.'* Es verlautet, dass der amerikanische Vizepräsident ü>» Interstaatlichen Komitees Myron C. Taylor sich mit Präsident Roosevelt in Verbindung gesetzt hat, um das genaue Datum der Konferenz Rooeeveits mit den Mitgliedern des Präsidiums zu fixieren. Wie die JTA erfährt wird das 200.000-Pfund-Kapita! der Co-ordinating Foundation ausschliesslich für administrative Ausgaben, für Forschungsarbeit und für Rei&eu und Arbeiten der Untereuchcngskommissionen verwendet werden. MIKDANAO VXD SAN DOMINGO IM VORDERGRÜNDE Der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt aus zuverlässiger Quelle, dasa von den vier Siedlungiplänen, welche das zwischenstaatliche Komitee prüft, nur zwei von aktuellem Interesse sind, nämlich die Besiedlung der Phi- 'ippinen-InselMindanao und von Territorien der Republik San Domingo; hingegen werden die Pläne bezüglich Nord-Rhodesien und B r i 11 s c h - G u a y a n a vorläufig für eine Massensiedlung nicht in Betracht gezogen, ni« Kritische R«»lprung werde auf der gegenwärtigen Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees vorschlagen, das Experiment betreffend Britisch-Guyana auf 900 Siedler-Pioniere im «rtten Jahre iu beschränken. Die Befunde der nach Nord-Rhodesien entsandten Koaanxiaaion sind solche, daas die daran interessiert»» Organisationen Ihre Nichtveröffentlichung vorziehen,. Die Stedlungakoaten würden dort weit höher sein als die in Britisch-Guayana und anderen eiritorien. Die Zeitungen teilen mit, daas der Nord-Rhodesien-Plan die Siedlungakosten für eine Familie auf rund 1»00 Pfund angesetzt hat. Im Laufe einer Anzahl von Jahren könnten dort S000 Familien untergebracht werden. Der San- Domingo-Plan aieht die Absiedlung von 39.000 Familien vor; vorher müsste jedoch ein Experiment mit mehreren Gruppen von 200 bis 250 Familien gemacht werden. Auf Mindanao könnten 10.000 Flüchtlinge untergebracht werden, vorausgesetzt, dass sie «ich der Arbeit, die man von ihnen dort verlangt, anpassen können. DISKUSSION IM GANGE Angesichts der Schwierigkeit der jetzigen politischen Lage in Palästina scheint es uns nützlich, d^tss die Diskussion über die Palästinaproblemc mit aller Freimütigkeit geführt wird. Die ..J.W.R." ist kider ausserstande, alle Äusserungen zu diesem Thema abzudrucken. Wir haben aber eine Reihe von Beiträgen, die in dieser oder jener Hinsicht Neues oder doch Ungewohntes zu enthalten schienen, veröffentiicnt. Leider taucht bei solchen Zuschriften häufig die Frage auf, wer hinter den betreffenden Äusserungen sieht oder sich mit ihnen identifiziert. Wir glauben, dass e« in solcher Situation wesentlich ist, denkende Menschen ihre eigne Meinung vortragen ku lassen, und dass man von einem politisch geschulten und kritischen Le^er verlangen kann, sich selbst eine Meinung über die Dinge zu bilden. Gerade auch angesichts de« bevorstehenden Zionislenkongrezses kann eine solche Diskusaion nur nützlich sein, und der Abdruck eines Beitrages zur Di*ku*Hton dieses oder jene« wichtigen Themas bedeutet natürlich nicht die Festlegung der Redaktion auf «ine bestimmt« Anschauung und alle Einzelheiten. In den „Kongressmoraten" de« Zionismus hat eüie jü dische Zeitung eine besondere Fülle von Stoff zu bewilligen und dies bringt es mit «ich, das« manches andere Material zunächst etwas zurückgestellt werden muss. Wir sind abei überzeugt, daas alle unsere Leser, Zionisten und Nichtzionisten. mit lebhaftestem Interesse an den Fragen teilnehmen» di« Im Zusammenhang mit dem ZionistenkongTes« auftauchen Hängen doch alle jüdischen Probleme von heute irgendwie untrennbar miteinander zusammen. Diese Zeit muss neu« F^m«n der jüdischen Aktion schaffen, die sich allmähUcI aus den alten entwickeln werden. Wir würden wünechen, daas die Äusserungen, die wir als Beitrag zur Dvtkutmion veröffentlichen, mithelfen an der wichtigen Aufgabe der Willen» bildung der Gesamtheit. Bei einem Prozess In Zürich gegen die sogenannten .Treuea Eidgenossen" tschweizerische Nazis) wurden diese zu verschiedenen Zuchthausstrafen verurteilt. Da» Gericht betrachtete es als erwiesen, daas die Angeklagten für Deutschland SpiUeldienste gegen den schweizerischen Staat und auch gegen verschiedene jüdische Bürger g*l*i- «tet nahen. Di« treuen Eidgenossen brachten Insbesondere auch Näcfcricfcün über dtuUeh iödiüeh* Flüchtlinge, die ausländische Konsulate aufsuchten, nach Deutschland Der P»»* zcas hat in der Schwei» grosse» Aufsehen erregt