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Jüdische Weltrundschau · 1939-07-21 · 19 (21.7.1939) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
19 (21.7.1939)
Date
1939-07-21
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1*, 21. Vit 1»» füUlgCHg WELTRUND9CHAt| Seit« t Aua Deutschland Die Universität Frankfurt Die Frankfurter t * n i v e r s, i t h t feie-te kürzlich da« Jubiläum ihre« 2.'jährigen Bestehen«. Die Universität wurde er a 1914 gegründet und,hat ihre Entstehung nicht zuletzt j ü d is th e n 7, u w <• n d n n g e n -u danken. In ihrer Glanzzeit bis zum Jahre 1 f>3.i war die Universität Frankfurt P.M. eine Statte liberalen (leiste? und treu den grossen Traditionen des deutschen Humanismus. Zum Kuhm der Univindtäl in dieser kurzen Zeit ihres Bestandes haben auch ein? Reihe bekannter jüdischer Professoren beigetragen. Nunmehr fnnd die Fexer des 25jiihrigen Gründungstage* natürlich in nationalsozialistischem Geiste .statt, und der Rektor der Universität hob in »einer Festansprache, wie die „Frankfurter Zeitung" mitteilt, die ..besonderen Verdienste de« Gauleiter und Reich*»tatt.halter* Sprenger und de« Oberbürgermeisters Dr. Krebs um die Universität" hervor. In dem Bericht wird ferner von der Rt>de des stellvertretenden Gauleiters gesagt: ..Er betonte, da*« der Nationalsozialismus Rieh von Anfang an zur Wissenschaft und freien Fornchung bekannt habe und erwies dies am Beispiel der Ra**t nknnde, cJer auf den Gebieten der Naturwissenschaft gestellten neuen st völlig Schleierhaft. Interessant Ist nur, das« sich, nachdem eine so umfangreiche Spionage- und Agententätigkeit der Nazis In allen Iündern, auch im Vorderen Orient bekannt geworden ist, die deutschen Stellen *üeh darüber aufhalten, dnss man Postsendungen untersucht, was bekanntlich in Deutschland menud* vorkommt. Kl H'IS A ( IIKIf IIT KS AIS DKt TSf II LA S II Die ..National Zeitung" in Essen, da?s Organ von GenoralfeUlmar.tchaU Göring, begann einen Feldzug;»f Zer.*(ö* nti'j n\Ur mritsrh »>7if/iwoi Hurhti im Dritten Reich. Da fast alle Synagogen in Deutschland bereit« niedergebrannt seien, fei es höchste Äeit. das* die jüdischen Gebetbücher und andere religiöse Bücher auch verbrannt werden »Otiten, sodass alle Spuren der jüdischen Religion ausgerottet werden können. Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt. Die folgenden Nachrichten sind am T, JuU durch den deutsche n R undf u n k in arnbiacher Sprache verbreitet und sowohl in London wie auch In Palästina vernommen worden; .Auf einem Schiff das die Flagge Panama* führte und auf dem sich SM Juden befanden, brach ein Feuer aus. Leider aind diese irrenden Juden durch zu Hilfe kommende Schiffe vom »er dien Im Tod >)rr>ttf<r worden. Die Kgyptische Aufgaben und der Verpflichtung zur inneren Wnhrhaf(inkeif Polizei entdeckte an der Kingaugstür zur Synagoge in Kairo In allen Berelehen der in Deutschland gepflegten Wissenleine Bombe. Höchst bedauerlicherweise wurde die Bombe Schäften' Ks int interessant, wie fest im Volksbewusstsein di« f Toehsehätzung der Prinzipien ..der freien Forschung" und „der Inneren Wahrhaftigkeit" sein muss, wenn der Nationalsozialismus, der mit vollem Rewusstsein alle Wahrheiten einem im voraus bestimmten Zweck unterordnet, es für gut hält, sich bei solchem Anlas*, selbst diese Qualitäten zu bcgeheinigen. Wihnd find m Cowcü der „HA". Der duri'M den Tod \<m ,ln«:., rat Blau in Frankfurt n.M. frei gewordene Ponten eines Mitgliedes des </ mncil der „fÜA" «Jewish Cokm^uüon Arso< istlon > Ist durch die Taiwan! von Wilfried Israel neu besetzt worden. Aar, DeuLichlnnd gehören dem 1CA-Council au■•.«erdem noch LH. Alfred Klee und Rmil Oett Inger ah Vertreter der Berliner und der Frankfurter Jüdischen Gemeinde ich. Wilfried Israel. Hohn dea vor einigen Jahren verstorbenen Präsidenten des Hilfftvereiti*. B^rthold Israel, war nach «lern Tode Mein?'« Wer; Mitbejützcr des bekannten Warenhauses N. Is rael in Berlin; du* am 1«. November Um wie alt« jüdischen Geschäfte Übel zugerichtet wurd». Wilfried blieb, obwohl er britischer 8ts»ntsbt:rger ist, noch geraume Zelt in Deutschland und arbeitete aufopfernd In der Wanderung;«fiirsor<jo mit. Fr sieht weit einem /tuten Jahrzehnt in der jüdischen Arbelt; «Ha Hnuptarbeitsgeblet war die Jugend-Ali aüt. die er mitbegrUndete und derer;. Vorsif;-. er führt«. In den .letzten Jahren wurd» er in immer höherem Masse den führende VOrst'^uismittfllett iles in seiner Bedeutung gewaltig gestiegenen ,.Hiif*ve?c\ns" Der Jcnüxk Ayrnc*t g.jhörl er seit tief Erweiterung U'»»'J an. V1 Mitschuldig an der Schmach" beseitigt, ehe sie explodieren konnte." Nach Meldungen aus Potsdam i»,t mmme'cr Jaden auch das Betreten des P a r k e s von S a n s « o u c i. der Schöpfung Friedrich des Grossen, sowie den „Neuen Gurt cos", in dem sich das Marmorpalais .und die Residenz des früheren deutschen Kronprinzen. Schloss Cecilienhof, befinden, vor* tote n. Die von Julius Streicher herausgegebene Zeitschrift „Stürmer" widmet eine rer letzten Nummern der n-vzisfiseh-anll- . semitischen Arbeit in Frankreich, Der Kopf des Blattes, Das „Frankfurter Volkitblatt:' bezeichnet die letzte Judenträgt in Rleseniettcrn den Titel ..Der Warner, Der französische | ü»*er*r Zeit gemm ht. hätte Verordnung des Dritten Reiches als die Grundlage für einen! Ar/t Celine sagt das blutige Ende Frankreichs voraus." Dar-!'"'" hierüber sagt, ist so albern Jm Rahmen des Gesetzes" Nuiomef ausführ- R e e d ■ Geyner- WSr . I*t iu' a-..trt K o ji e n h a k e n sendet mu eiuti kU c w^'••ni iieu Zfitting „Politiken'1 mit einer ü< i< n M«;-«pi <Hli<tiif; i'e.»; Buches von D o u g i s (vil. .JWli" Nr. Hi, dvr sieh bekjomtlich bei alle: i.cii, f: i.c'jeti Hitler la antisemitischem-»*inrie-U$iäK5«i t'eben dwi S^hluss-jlwatz dieser B'cspi cebung t!!U'hBtehend wieder, weil er chariiktertstiseh Ist für die BeuHelhmg,- dl« d« s Buch In unbefangenen niehHüdjscSnui Kreisen gefunden hat. „Heeds Buch hatte eine gewisse BereohtiguuK. jn uogar Bedeutung haben Kunnen, wenn liieh drr Verfasser nicht *?!otzl:ch «elb.Ht * um Mitschuldigen an der Scheinen Vi'rfoipunif der .ir.t?'.-?.», Was jii?« mi n mcifit n h ihiiUj, Ihm land geklärt darf keine Gemeinschaft bestehen ... Mit rücksichtsloser Folgerichtigkeit, aber im ttrenQvn fünhmfn den Öesefies ist die Trennung erfolgt." — Der 10 November 1938 war also, nach Auffassung dieses Blattes, „im strengen Rahmen des peeetzes". .Was bedeuten ..Gesetz", wo es kein Recht gibt?! Deutsdüand warnt vor Zensur Das offizielle „Deutsche Nachrichtenbüro" veröffentlicht aachstehende Mitteilung aus Beirut: .^Zuverlässigen Nachrichten zufolge wurde die bisher gelegentlich ausgeübte' Postkontrolle durch die Zivilbehorden in Palästina dahin neuorganisiert, dass in Zukunft alle Briefschaften, Pakete und Zeitungen von und nach Deutschland bzw. Italien von den Militär-' behörden ausnahmslos durchsucht werden, Unabhängig davon fährt jedoch der jüdische Geheiindienxt, der auch in der PostverwaJtung einen Staat im Staate bildet, fort, alle Postsendungen seinerseits zu kontrollieren. Dieser Kontrolle sind auch di britischen Postsendungen unterworfen. Den britischen Behörden ist bisher Jeder Versuch mlsslungen. die jüdische Kontrolle engUmcher pQft&cnduHflen abzustellen, so dass jeder Empfänger bzw. Absender In Palästina einer doppelten Kontrolle unterliegt, die »ich noeb dazu gegenseitig befehdet," Was sich die Verfasser dieser Notiz unter dem „jüdischen Judenzähhng in Bolivien „geordneten Rückzug des Judentums ans d e m ) unter heisa t es: ..Tn Frankreich wurdcu vor kurzom zwei i«*1'1*1** ..»'«rc mit rjn>»m der Sehuk!-5?obHo*c.. die ert nl.t Symbol.;. Reich". Die Juden, so schreibt das Blatt, sollen diesen j Bücher verbitten, die eine Riesenauf läge hii'icn. Das eine heisst : fl'r ,m' Klassenherrschaft in Kngland. Verhöiutt, um bestett Rückzug selbst organisieren. Mit der letzten Verordnung sei; „L'Eeole des Cadavres" <Die Schule der Lcdchen\ Das andere;«;<?diej»i. Seine Sympathie für d!:- unterdr.k-Utcn \<,'v*nt*rt hol der letzte Zweifel über die Stellung der Juden in Deutsch- : trügt den Titel „Bagatelle« pour un Mn'-sacrc". Ks wurde In i^'^em Punkte m> gründlich, das» er sieh nicht a>/..in,ü, s-efbstia»A «-i'ia-.i ..Zwischen Deutschen und Juden kann und; Deutschland herausgebracht unter dem Titel: „Die Jmlenver- «fi'k'den einzugestehen. d^:u er einen Jude^n, w:*? Um tlftrum schwörung in Frankreich". Das zweite Buch erlebt in kurzer . t-twa.-. Geld aus Prag hinauaxubriiigoa. Ini d«*r Poll- Zeit 78 Auflagen, Der Verfasser ist ein französischer Arzt,-er ■<> m-i«ezeigt habe. Man legt das Blirh mit u-ia bedauern heisst Loui.s Ferdinand Celine. Er zeigt dem französischen Hand, da*.» die ganze KMrüslitng Uber Ulf ..grenzen- Volke den Weg der Rettung: Die Vertreibung der jüdischen: f,''f;t? Sehuioch" lediglich auf der .Erkenntnis be-uht, dns.n Rasse aus Frankreich und ein Bündnis mit Deutseijl.-ind." | das_ Prestige des britischen tniperip.«.-. un'tv dicker Schmach Das Lessitig-Denkma! auf dem Judenplatz in Wien wurde j ßt,'ll*a luu' beseitigt und zwar, wie erklärt wird, „aus ideolo^itchen Moi tiven". j , ,; , . \ <'üs Prestige -des britlseUen Inmeriunw gejitter» hat," ■ Kurz nach Annektierung Memeh verhaftet« die deutsche / Heftigkeit. Die paar tausend jüdischen Flüchtlinge die eiert Gestapo den jüdischen Arzt Dr. H an o mann, der litauischer, hi( Lumk, RufhhUen v,cr(1t.u beschuldigt, milrr falschen Vor¬ Staatsbürger «st. Seine Gattin kam nach Kaunas, um die; w:;„dt.tj ^ingcwaoUerl zu sein; *ic hatten, m «chreioen die litauischen Behörden zu bitten, sich um die Freilassung ihren j ZvHuiwn, versprochen sich auf dem flachen Lande imsti- Mannes zu bemühen. Als Frau Hartemann nach Memel *u- Wedeln, weif-tern sich nun aber die« zu tun rückkehrte, wurde sie auf dem Balmhof von Gestapo-Agenten Zur Se.hürung ' der* antisemitischen Heize hat die Enterwartet und unter der Beschuldigung der „Verbreitung von d,dnmJf dmir nht,.Ahn Organisation beigetragen, die sieh mit Oreuelmarchen im Ausland" verhaftet dem Hineirwciunugijcln jüdischer Flüchtlinge befasst. Die Wie au« Berlin gemeldet wird, ist dort der jiddische und; Blatter bringen sensationell ».ufgenmrhte Meldungan l'»ber hebjäixche Journalist A. Fink, ein litauiseber Staatsbürger, j Bestechungen der bolttdanischen Konsuln So Knmm. Die vom Volksgericht wegen angeblicher „Hetze gegen Deutschland . Behörden haben eine Verordnung über die „ZVthlangdar in der ausländischen Presse" nach mehrjähriger t7ntersuehungsj jfidheben Flüchtlinge" erlassen. haft nunmehr zu fünf Jahren Zuchthaus v a. r u r t e H t worden, j ' —-.- In Berlin erschien eine Broschüre, von einem gewissen j Der Präsident von Paraguay Jost' Felix Estigarribl» Karl Blessinger ..Mendelssohn, Meyerbeer. Mahter", worin die [ erklärte Pressevertretern gegenüber, dass es in "Paraguay' kein .Jüdische Einwirkung auf die Musikentwickltmg des 15*. Jahr- RasKitnprobleui gebe und das.«» Paraguay Arbckcr-Fänwanderer hunderta" dargestellt wird und zwar in drei Stadien, die durch ohne Unter.«a-hied der Rha»« oder der Religion gerne wIHkom- Geheimdienst" vorstellen, der die F&stäe»dungen kontrolliert, aic drei führenden jüdischen Komponisten bezeichnet, sind. helfc-H Eine englische „Königin des Libanons" Zum hundertsten Tmiest/iß der Lady Hester Stanhope Von C. Z. Kl ö Issel Am 23. Juni lftS9 starb in ihrem Märchenschloas auf einem B<*"KgU>f*;' dicht bei dem libanesischen Dorfe Djoun Lady Hester Lucy S t a n h o p e, die ungekrönte „Königin de» Libanons". Eigentlich hatte *ie die Königin der Juden werden wollen. In ihrer Jugend hatte ihr der berühmteste Wahrsager der damaligen Zeit vorausgesagt, ..das« sie bestimmt sei. eine Pilgerfahrt nach Jerusalem zu machen, dann »ieben Jahre in der Wüste leben würde, um schliesslich als Königin der Juden gekrönt zu werden und das auserwähite Volk fuhren zu können, wohin immer sie wolle." An diese Prophezeiung towie an eine andere, die die Rückkehr de« Messias in ihrer Zelt voraussagte, glaubte sie felsenfest. In einem besonderen Stall ihres ..Schlosses" standen zwei arabische Vollblutstuten, auf denen niemand reiten durfte. Sie waren bestimmt, sie und den neuen Messias zu tragen, wenn sie Seite an Seite In das jubelnde Jerusalem einziehen würden .... Sie war die exzentrische Tochter eines exeentrischen Vaters. Der dritte Karl of Stanhope huldigte, zum Entsetzen peiner englischen Standesgenossen, jakobinischen Grundtiitzen, nannte sich „Bürger" Stanhope, lief mit ung*pu»iert«m Haar he.'um. weigerte sich, seine Söhne In eine standesgemässe Schule ru geben und zwang sie. bei einem Schuster und bei tinem Schmied in die Lehre zu gehen. Alle seine Kinder flohen das väterliche Haus, sobald sie mündig waren. Dl« ält-*te Tochter Hester hielt es noch am längsten bei j Ihm aus. Als sie ihn verliess, lebte sie eine Zeitlang bei dem > Bruder Ihrer Mutter, dem berühmten Premier William; Pitt. j Sie war damals sfebeaundzwanstg Jahre hIi, ungewöhnlich gro;*;, von scharfem Verstand und noch schärferer Zunge, eine kühne Reiterin itni mit stark *«§.»«tk'h*« Mget»!« ihren; ganzen Wesen. Zu ihren exeentrischen Eigenschaften gehörte ein geradezu hemmungsloser Drang, »ich selbst mitzuteilen. AIS Ihre Gespräche arteten In Monologe aus, die oft bis zu zehn Stunden ohne Unterbrechung wäl rten. Es ist ein Fall verbürgt, in dem ein Besucher vor ihrer Redewut schliesslich in Ohrmacht fiel... Ein solcher Mensch konnte sich nicht dem konventionellen englischen Leben der damaligen Zeit einfügen. Alu. der einzige Mann, zu dem sie je eine Zunei/vuig gehabt zu haben seht int, Sir John Moore, während der spanischen Kampagne «uf dem Schlachtfeld fiel, war ihr das Leben in England voll-; ends vergällt. Sie verlies« es lslO und ist nie wieder dorthin zurückgekehrt. Zunächst waren ihre Reisen vom reinen Zufall diktiert. Sic begleitet einen Bruder, der Offizier Ist. nach Gibraltar, segelt von dort nach Malta, weiter zu den ionischen Inseln, die damals von England besetzt waren, nach Griechenland, nach Konstantino|>«I - schliesslich nach Ägypten, Überall findet sie englische Gouverneure, Botschafter. Admirale und Fregattenkapitäne, die der Engehn de« grossen Chatham und Nichte ch\s grossen Pitt mit hohem Respekt begegnen und sich beeilen, ihren exeentrischen Launen nachzukommen.! Auf der Überfahrt von Konstanttnopet nach Alexandria! tritt jenes Ereignis Hr. da.« für ihr weiteres Leben best imi inend wird. Ein Schiffbruch wirft sie an die Kürte von j Rhodos, während all ihr Gepäck verloren geht. Europäische , Kleider sind nicht zu beschaffen. Lady Stanhope muss sich orientalisch kleiden. „Mich wie eine türkische Frau anzuziehen, wäre Uiizweekmässig, denn dann dürft.: ich niemals |;;f7cj;ti:?h «»it einem Mann sprechen So bleibt mir nichts i anderes übrig, als das Gewand eines reisenden Türken anzu- } legen". Diese Verwandlung, äusäerlich durch einen Notstand j herbeigeführt, entspricht in Wahrheit ihrem innersten Wesen, j Sie hat nie wieder europäische, nte wieder Frauenkleidcr getragen. Sie hat, nach der Landung in Ägypten, den Boden j Asiens ni»; wieder verlassen. j In Kairo «pielt sie zum ersten Ma! die Rolle, die sie nun; bis an ihr Lebensende beibehalten wird. Sie hört nicht auf, j die englische Lady aus grossem Hau« zu Kein, aber sie be-; ginnt, die Mohammedaner daran zu gewöhnen, „sie weder ' alr. Mann noch als Weib, sondern als ein Wesen besonderer [ Art" zu betrachten, das sich ihrem lieben aufzwingt, ohne j« \ gänzlich ihm anzugehören. Beim Empfang durch den Pascha j von Ägypten entfaltet sie zum erstenmal in Kleidung und j Gefoige >«.f "n Prunk, der auf Orientalen einen so starken j Eindruck macht, dass siedarüber ganz das Ungewöhnliche \ und vom Standpunkt ihrer Religion Ungehörige dieser Er- | st'helnung vergessen. So zog sie zum Schrecken ihrer europäi» | sehen Begleiter — Arzt und Zofe — unverschleiert in Daj maskus ein, hoch zu Koks, „zu einer Zeit, in der die elnge-! borenen Christen sich so viel wie möglich verborgen Hielten; »M* F»jr«'b». von «Inem fanatischen Moalem gelötet zu werden i und e.i keinem Christen erlaubt war. ein Pferd zu besteigen."; Aber die Damaecner jubelten ihr, die aussah „wie ein junger! Bey. dem der Schnurrbart norh nicht gewachsen war", zu, , nannten alc „mcleki", d. I. . Königin", und bewunderten Ihre | Reitkunst. | Von Ägypten aus trat Lady Stanhope die Ihr „prophej ziitc t'tlgerfahrt nach Jerusalem an. Dsss raan sie dort; kaum beachtete, tat ihrem festen Glauben., das« sie eine» { Tages dorthin als „Königin der Juden" guruckkehren wufde. | l-einen Abbruch. Im Gegenteil, t-s besuirkt« sie darut, ioüsSte : tunicht erst noch „sieben Jahre in der Wüste leben?" SO ' | zog üie r.M«' .Syrien weiter. Auf dein Wege von Beirut in j d*s Gebh-t der Drusen, bei denen sie feststellen wollte, „ob ] sie wirklich da» Fleisch roh essen", sah -nie zum ersten Mal | das Dort' Djoun und das in der Nähe gelegene verlassene; Maionltcitkloster Mar E 11 a .«.. Sofort be-sehlos» nie, sich; dort niederzulassen, dar- Kloster In eine; fürstliche Residenz j umzuhauet» und dort ein Leben zu führen, wie er, vntlig ihrem [if gleichem Masse unabhängigen wl« herrschsüchtigen Sinn, 's ihrer Vorliebe für den arabischen Orient, ihren exeentrischen jSitten urel Ihren seltsamen phnosophif/ch-reiigiöaen Uberzeu* \ gunge/i entsprach, Ihre in der ersten Zeit sehr prunkvolle '„Hofhaltung", ihre Unabhängigkeit gegenüber den im I-ande i regierenden Mächten, Ihre Freigebigkeit vor allem ihr« I fa: i-iniereiidc: und den Mohammedanern völlig nnverntandiieh« f Persönlichkeit verbreitete den Ruhm der „Königin des Libai nons" schnell über ganz Vorderasien. Sie zog im Triumph \ nach Baalbek und Palmyra, wohin sich andere Europäer inur darin wagen konnten, wenn sie den dort lebenden Htämi tuen grosse Summen, als „Schutzgcld" zahlten, und machtig« (Scheichs, gcgci die die türkische Regierung nichts zu unter-; nehmen wagte, gehorchten auf einen Wink von ihr. Sie selb't | betrachtete hieb als in einer unbestiifimten Wei«e . souverän', Ihr Bergschlos« und dessen Umgebung ab eine Art un« j abhängiges FurxUintum. Als im Jahre IS32 Ibrahim Pasc ha j Akko eroberte, nahm sie eine grosse Zahl von Flüchtlingen; auf. Tbrahirn Pascha forderte ihre Auslieferung, aber sie! antwortet.-, „er müswte erst ihr eigenes Leben nehmen, ehe : *ie auch nur einen der armen Menschen herausgäbe, die unter; ihrem Dach Schutz vor »einer Grausamkeit gesucht hätten.' i Dabei war siefes»t davon überzeugt, dass Ibrahim Pasch« durch schwarze Magie gefeit war und nach einer Schlacht; „nur seinen Turban zu öffnen habe, um die Kugeln gleich Staub herauszu»chütte!n " i Ho lebte sie mehr als zwanzig Jahre auf ihrer Bergeshöhe, Das klr-ine Kloster das niemals ihr Eigentum wurde, '■ sondern nur gemietet war verwandelte sie durch zahlreiche Anbauten in t n seltsames I>abyrinth. In dem sie, umgeben von einer aihanc-aMchen Leibwache und schwarzen Sklavinnen wie eine Fürstin iVbte, wobei ihr eigener l^ebensstil mit der Zeit immer einfacher wurde. In ihrer völligen Unabhängigkeit von lebend einem anderen menschlichen Willen fühlte sie »ich glücklich. „Wenn die guten I^eute in England glauben, Ich ä.O elend und verloren, so mögen sie es r»u. tu.c Ich würde mein philosophische« I^ben nicht für filf ihre Torheiten tauschen." Tn den ersten Jahrers empfingrAe noch ziemlich häufig europaische Besucher ausschliesslich hUnuer. obwohl ihr keiner -<«i imponieren vermochte. Von Lord Byron, dem sie In Griechenland begegnet war. schrieb sie: „Ich sah »n ihm nichts als einen wohlerzogenen Mann, gleich vielen an« CiTsn. "Was seine Poesie betrifft «un. et Ist le'icht genug; Vers« zu machen. Und was «eine Oedanken angeht, wff

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