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Jüdische Weltrundschau · 1939-07-21 · 19 (21.7.1939) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
19 (21.7.1939)
Date
1939-07-21
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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fSILO>//oS i(U>k FOTO JltM- PALÄSTINA BLATT Ruhigere Tage Neue Konzessionen an die Araber? - Politische Überlegungen im jüdischen Lager Jerusalem, 18. Juli Noch kein Friede Dia leisten zwei Wochen sind in Palästina ruhig verlaufen. Seit den ictzten Bombenejcpiosioncn in den arabischen Cafehäusern in Jerusalem und in Haifa sind in den Städten keine grösseren Ziv'inchcnfiillc vorgekommen. Auf dem Lande freilich gehen sowohl die militärischen Aktionen weiter, die besonders in der Durchsuchung arabischer Dörfer bestfhrn, als auch die Überfälle arabischer Terroristen, die eben wieder in der besonders exponiert Hegenden jüdischen Siedlung E j n Geb zwei schwere Opfer gefordert haben. Das Militär hat in den beschreiten können. Die Propaganda gegen jüdische Terrorakte hat, wie schon berichtet, im jüdischen Lager ein bedeutendes Ausmass angenommen und weite Kreise erfasst. Das Publikum frHgt sich jetzt ob die Kuhc der letzten swe« Wochen auf diese Propaganda und die wachsende E i n s i c h t zurückzuführen ist; dies ist schwer festzustellen, weil die Urheber der t'ni uhe-Propaganda nicht kontrollierbar sind. (Als bemerkenswert wird übrigens auch hervorgehoben, dass die Araber auf die letzten Bombenattentate, die so viele arabische Opfer gekostet haben, nicht mit gleicher Münze geantwortet, haben, also eine Art „Hiwlngah" übten, eine Tatsache, von der man nicht weiss, ob sie letzten Wochen eine grosse Zahl von Waffen und Mu-1 Zufall oder plan massige Politik ist, die aber zum desten im letzten Falle zu denken gibt.) Immer starker wird auch die Erkenntnis, dass nitionen in arabischen Dörfern beschlagnahmt und auch mehrere Bandenführer und andere Terroristen gefangen genommen. Es verlautet, dass bei diesen Aktionen Ära- „ , . .. . ... ber behilflich sind. Angehörige jener arabischen Gruppe,?t*™**,mk,rli ^"""Sf 7 ' die eine Beendigung der nun schon drei Jahre all^ beherrschende taktor W dauernden und das Land an den Rand des Abgrunds fühj auf den man Rücksicht nehmen muss und von dem auch renden Unruhen ur^ine allmähliche Verständigung auf j alle Etnzelcntscheidungen abhängig sind. Niemand im Grund des letzten vfetssbuches wünschen. Auch manche jüdischen Lager ist sich darüber unklar (obwohl man arabischen Dorfbewohner scheinen der Unruhenjes in Palästina einige Tage vergessen hatte), dass die müde zu sein, und es häufen sich die Fälle, wo Araber j J u d e n kein Interesse daran haben, in freiwillig Waffen abliefern, was für sie noch einen mate-1 d i c s c m Moment England Schwierigkeit Hellen Gewinn mit sich bringt, da die Regierung Prämien ' t e n z u b e r fp i t e n. Die Stärke und Unangreifbarauf freiwillige Waffenabgabe ausgesetzt hat. Die von engj keit des Britischen Empire ist auch für die Juden wie lischer Seite bereits vor Wochen geäusserte Auffassung, j für alle Freiheitsfreunde in der Welt heute eines der dasa der arabische Aufstand als z u s a m - | wichtigsten Ziele. Nur von dieser Basis ausgehend men gebrochen betrachtet werden kann, kann frei-; kann auch die Politik geführt werden, die auf eine lieh noch nicht in dem Sinne verstanden werden, dass I Wiederherstellung der jüdischen Rechte in Paliistina ab« der Friede im Lande eingekehrt wäre. Immer wieder | zielt. Die Juden insbesondere die Juden Palästinas - ereignen sich Zusammenstöße, Überfälle und Mordtaten; haben auch ein Interesse daran, dass die Palästina gerade wurde ein englischer Sergeant zu Grabe getragen. j benachbarten Mittelstaaten wie T ü r k e i und Ä g y p - der in Jaffa erschossen worden ist, aber nicht nur Engt c n i n n c r h a 1 b der englischen Friedensfront stehen länder und Juden, sondern auch Araber sind weiterhin das Ziel arabischer Angriffe. Die Mufti-Partei, deren Zentrum nach wie vor sich im Libanon befindet» hat den Widerstand nicht aufgegeben, sondern proklamiert nach wie vor schärfsten Kampf gegen England; es heisst aber — solche Geruch, e sind"schwer! dieser Tage eine führende arabische Zeitung in Damaskus, nachzuprüfen — dass der in Kairo befindliche Flügel die Araber müssten sich eher mit der Herrschaft der dieser Gruppe (zu dem Führer wie Auni Abdul Hadi undI Türkei in Alexandrette. abfinden, als dass sie sich von der ehemalige Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khakis, der deutschen und italienischen Propaganda verführen gehören) eher zu 'Kompromissen bereit ist. Dies : Hessen, denn sie sind sich bewusst, wa* die Herrschaft dürfte auch auf den Einfluss der ä g y p t i s c h en, v R c - : r'mrr totalitären Macht im Nahen Orient bedeuten würde. gierung zurückzuführen sein, die zweifellos j^inen \ Hier hegt allerdings erst in den ersten Anfängen - Friedensschluß« mit England wünscht. Man kann!sogar"[ein Element der Annäherung und Verständigung, die Meinung hören, dass die letzte Massnahme \ Macj weil offenkundig in dieser wichtigsten Frage der Donalds, die einen schweren Schlag für die Juden be-; Gegenwart eine Interessengleichheit zwischen Engländeutet, nämlich die Ankündigung der Annullierung der \ dem und Franzosen, aber auch zwischen Arabern und nächsten Zertifikats-Schedule, eine Geste gegenüber den'Juden besteht. Von diesem Gesichtspunkt aus müsste Arabern ist, um die Position der kompromissbereiten' man an die TRISaStJWf darf man nicht verkennen, dass die wichtig«!.« Front die pabifliinenrusche bleibt. Hier können sich Jeden Tag Dinge ereignen, die von weittrn^-nden Foh.vn «und. Es ist daher lebenswichtig, das« Palästina auch wählend der Koapcsszeit nicht gänzlich von verantwortlichen jüdischen Funktionären entblösst wird, und dass vor allem die p a 1 Ii - s t i n e n sischenJu d c n selbst sich darüber klmsind, in welch hohem Masse ihr Schicksal und die politische M <; i n u n g s b i I d u n g im Lande in ihre eigene H<»nd gegeben sind. JACOB JAPHET Auch im arabischen Lager mehren sich die Stimmen, die Verständnis dafür haben, dasa wir in einem weltgeschichtlich entscheidenden Moment stehen, in welchem kleinere Fragen den g r ö s s e r e n unterge ordne t werden müssen. So z.B. schrieb Elemente in den arabischen Reihen zu stärken. Die verworrene Lage in Syrien, wo die Konstitution beseitigt wurde, und Franzosen jetzt die Regierung selbst führen, sowie die in letzter Zeit etwas energischere Gegenwehr gegen die deutsche und italienische Intervention und Propaganda sind Tatsachen, die die Stellung der Mufti- Gruppe schwächen. E.: erhalten sich auch hartnäckig Gerüchte über neue englisch-arabische Verhandlungen, deren Zentrum die (»ehr araberfreundliehe.} britische Gesandtschaft in Kai r o . ein soll. Während der Jischuw kämpft und protestiert, sollen die Engländer zu neuen Konzessionen bereit sein, — aber nicht an die Juden, sondern an die Araber. »iKirdfiung de* Wirderen Orient herangehen, denn es ist ebenso klar, dass das jetzige System in Syrien nicht von Dauer »ein kann, wie das in Palästina missglückte Weissbuch nicht den Frieden bringen wird. Leider haben sich solche Gedanken, die im P u b 1 i k u rn viel verbreiteter sind als die Öffentlichen Der gros»«; Frtuind'-'fkrdM von Jacob Jnphet Int llcfcnsehüt*? ttrt. Vor wenigen Tagen hat er als s<h«lnbar Osuiulßr Ab- «chird KCn'jmniw, um in Frunkririi h ciiirri ulftirüFen IJriaub i zu nehmen, Jetzt komnj't die Trftiierruuliricht, du«« er £tul hoher See plötzlich «estorhrn iet. Dio pulästincnsisehe Wirtschaft erleidet mit «lern Ho;- '■;< beiden de« cm I-Tinfzigjuhrlgen cln<-n schweren Verlu«t. 'Als Jnphet vor scclis Jnhrerj ins Lnml kam und cinorn untrer führenden Wirtschaftler beim „ Antrittsbesuch die <.!ründung einer Privatbank In Jcru-Hnlem unkUndigt«», dn fragt« dion«r Mann mit unverhohlenem. Kr«tftu'nen, svnn er denn hier für ('lehrhafte machen wolle. Man hat. «bmmln offenbar die Hu» ' seinsberechtlgung für derartig« Diu«« sieh nicht recht vorsUHen. können. Japhet hat mit "soinem Mitrirheiu-rn di« ExlaumberechtiguttK einwandfrei erbr£gh-ts. Die Privatbanken« europlUachen Charakters »ind mm unserem Wirt« Kchaft»lebt*n nicht mehr wegzudenken und üm Huna' Jftt;>het steht unter ihnen an erster Stelle. Hehr rejxyoll war es z-u beoba-'-btan, wle--4<«r- ..V-eratorbcne.. sich Immer mehr in die Probleme de» Lande» eimu-belteie. Iii ht In dieser He/iehufu; typUch für viel»? der Ankömmlinge ■ nun Deutschland. Kr war zwar dort, dank der Tradition Keiner Vaterstadt' Frankfurt, immer ein guter Jud«,.-aber kern ZioniHt geweflfn. Dementsprechend trug auch »«dn« Firm« zunächst mehr den Charakter de« ..international brinkers" fl« (Ich puhiNtänenHluchen Hau.sirM. Tjuh hat »ich von Jahr zu Jahr verschoben. 8chon früh hat er an der Finun/Jirrunfder da mala noch schwachen Potaah f.Y». mitgewirkt, von deren allmählicher Entwicklung zu einem Kvanat-n chemischen Kon« zern der Verstorben»? imtiitr libf?r/«?ugt war. Später wir die Firma entscheidend verantwortlich für die Hehaffung eine« jj£di'.»tinen»i.-»cheri h'ffnkff.nuiarkttund neuerdings bcf/tÄiU «ich in vofjuchüKer W«-l«e mit Kredb.g«wilhrung für Industrie und kommunal«» Instanzen. Dum persönliche. Verdienst de» Verstorbenen an dieser Entwicklung i»t unbestritten. Kr hat nicht nur »eine wertvollen internationalen Bexitdiungen, namentlich zu dem londoner Hwuse «eine« Onlori» zur Verflig-ung g^Htellt, Mondern «eine gar nicht hoch genug einxuschutiieHcU n vornehmen und xauheren Gt-Mrhuftftgrund&atze. Cerad*! in einem Lande wie Äusserungen und die Haltung der paläKtim-nsiaehen i rtolä»tlnu( wo Menschen uuh «Her Herren Länder und teil- Presse ahnen lassen, noch nieht zu einem konknrten (w*i*e ohn« eine gefertigte kaufmünnlhcho "°s .dltion zu¬ Programm und 2U -einerbewuuaten und - energisch, ge-; *arnmenatrömen. «ind Kauflcute dJener Art ,on unni-hatZ' führten politischen Aktion verdichtet. burern Wert. Auch hier kann ja nur da* "Bel»pi«;l wirken. Jnden, Engtand und der Vordere Orient ■ Bringt der Kongreß» uns weiter? j Man möchte der Hoffnung Ausdruck geben, das« der | bevorstehende '/. i o n i s t e a - K o n g r e s s zu einer aoljehen grundlegenden Klärung wenigstens im jüdischen j In der Nah« von Iib»ehon I« Zlon wurde ein Immigrant Auf jüdischer Seite ist man sich bewusst, j Lager den Atmtoss geben müsse. Die Wahlen zum; au» Leu Ut bland, Dr. fieorg He e Ii g» r, h n . 3» Jahr* alt, tot dass nach wie vor die jüdische Position bedroht *st,! Kongress finden am kommenden Sonntag in Palästina \ <-ufg«funue i, Die medizmiach« Obduktion ergab, daw» er Gift und dass den Juden ein schwerer Kampf bevorsteht. | statt, aber mit Ausnahme einiger weniger Ansätze (z. Jj.! tf*nommen hatte. Kr hlnteriäm ««ne l'tu Die ganze Judenheit Palnstinas ist entschlossen, sich j in dem veröffentlichten Programm der Grupjje Achduth^1" Nathäu>u huul num im M*er die Jucob Jftphet huttgezeigt, dum korrekte (ieHciiaftsfuhrung foif die Dnu*r Mich bezahlt und dm* ein «uter N'Hine e.inen gewaltigen Goc iwfU darstellt. Emxt Kahn id drei Kinder ' j in u*:ui »ijuiiviiuii iiii'ii * ri'^fMUidi in:» ui uj'j.T awiiiiuki! ,. .!--^.- .........i*M jahfigen K,g.n MrT*m*n. «i« dl. 8,-r«, *r Emigration ,el\v- :.ra. <lt,- v.ck- Zioni.tc,, llUS IX-u^Wand ang-horc;,,, ] *"in^t 'Ä es (nach den neuesten Ankündigungen; tm nächsten i ist vorläufig nicht anzunehmen, dass dieser Kampf r.ieh \_____ Halbjahr, sei es gemäss dem Weissbuch nach fünf Jan-) auf einer a n d e r e n Basis als der des alten Partei-; ren. sowie gegen die- Unterwerfung der Juden unter eine j System« abspielen wird, also nicht, wie es der Zeit tnt- \ arabische Mehrheitsherrschaft mit aller K r a f t j sprechen würde, in der Form einer klaren E n t » c h e i - -zu wehr e n. Dies zu demonstrieren, ist auch der j d u n g über die eine wichtigste und beherrachend»te j Zweck des heutigen Oerieraistreiks. In zunehmendem j Frage der Politik, Schon beginnen die Reisen zum Konj Müsse wird man sich aber über den C buraktcr dieses j greas, die für einige Wochen die meisten verantwortlichen Kampfes klarer. So z.B. haben die V^edauerUchen Terrorj jüdischen Personen von Palastina fernhalten werden. Eine; akie und die von gewissen Stellen ausgehende »charfe j ganze Reihe von Funktionären hat dss Land bereits! antienglische Propaganda die Wirkung ge-} verlassen. Der Schwerpunkt der Auaeiri.*uu«röet*ungin1 habt, die grosse Mehrheit des Jischuw zur Überzeugung; und Gedanken wird, soweit die Juden in Frage kommen, zu bringen, dass dies oicht der Weg ist, den Juden]für eine Zeitlang nach Genf verlegt. Trotzdem aber SCHUHKLINIK Hl-AVI V Bog'fttkc* S*r••< 9 Eck« V«Huds R«i. 46 Ahe SchuhreparaUirt»in »auber»t«r AuffuhrufJj. Anfer-!ijfw«g von Massu ortbopaidi'schen Schuhen. IMIIA1II II > y•'*/*•»•'«•« >* v»»iii«i»«'«<»t «••> Stfcw*"«^ »«tll KLCINC ANZEIGEN nnt (.oj.n f. itj.iiiia f4.ni» U-h diu.;?occliUif:rj Tu«(!*or e!«« i»IW4g«r, Haifa, iaftasrr.. .v«j^ GOLD-LOMBARD fel-Avtv, AUCNBY RD, 80i; IfUlHUNO, An- und Verkauf von Juw*i«n, Gold- und Silb«rwor«n REELLE BEDIENUNG l'HOT«».{;0l'li:* Im OrisSf.*!, Vjfi l>ikamtti»«:n jeder Art, t'a«j«« kh, i'faiifi«, I;,a»iiil«n« Vrkunätn, »\:-Miit) fii Ui*, JftUt &MCh dop* }«-.u«ttijf, 2*i«rhiiur»irei» eic. %ttht$*rt \U\Ui, Ja3,-,ji!r. ii»*,fl£sz>. A.%k.\t'r vor t'f.rntf-j.ttHtitto süUuift. iU.'i phoro- Appzn'en, und Mikr*,isi«op*ik, J4!(uii'.r Nea«i

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