Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 19 (21.7.1939)
- Date
- 1939-07-21
- Page
- Seite 8 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424677--249-2425011- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. 19, 21. Vn. JÜDISCHE V^LT-RttNDSCHAÜ »tue # Kanadisches Tagebuch BERICHT ÜBER EINE REISE MAI 1939 Von JOACHIM PRINZ in. (Vgl .JWR." Nr. U u. H> White P«prr Unsere Reise durch Kanada erfährt durch di*> Veröffentlichung des White Paper eine deutliche Zäsur. Taktik, Reaktion und Argumentation ändern sieh. Es ist eine neue Welteinteilung entstanden: vor und nach d r Veröffentlichung de» White Paper. Die Nachricht trifft uns — nicht gerade unvorbereitet ~- in einer mittleren Stadt der Prärie. Der Abend wird deshalb zu einer Kundgebung. Die Bereitschaft, mehr zu hören, mehr zu wissen, als die kanadische Presse berichtet, ist ausserordentlich. Die Berichte der englischen Presse in Kanada sind freilich besonders dürftig. Während die „New York Times" und andere amerikanische Blätter eingehend berichten, zum Beispiel die Debatte im Unterhaus im Auscug wiedergeben, sind die Nachrichten in Kanada spärlich. Jüdische Angelegenheiten betreffen eine so dünne .Schicht des Landes, dass nicht allzuviel Interesse vorausgesetzt werden kann. Dazu kommt, das» der König im Lande ist und alles vermieden werden muss, um kritische Punkte der englischen Politik zu behandeln. Die wenigen Leitartikel, die sich mit der Palästinanolitik befassen, sind daher zustimmend, die wenigen kritischen Stimmen freundlich und mild. Die Juden sind inmitten der patriotischen Stimmung, in der sich das Land befindet, etwas ängstlich und unsicher. Sic haben Angst vor allzu scharfer Kritik. Ea gibt hier ein starkes Vertrauen in England und die Weisheit der britischen Politik. Die Unorientiertheit unserer Menschen zeigt sich gerade jetzt besonders deutlich. Ea gibt nicht wenige: di« sich kaum die Mühe genommen haben, die wesentlichen Punkte des White Paper zu leaen, und die sich vornehmen, die Hoffnung aufzugeben, da das Land ja doch arabisch sein werde und es dann unsinnig »ei, Gelder zu geben oder Interesse für die Sache zu haben. Es zeigt sich, wie schwach ein Zionismus sein muss, der sich im wesentlichen als „Lösung des Problems der Refugees" sieht und bezeichnet. Sieg de» Gefühl* Diesen Widerständen gegenüber siegt allerdings rasch das starke zionistische Sentimcnt des Landes. Ich habe über die Gefahren dieses „sentimentalen" Zionismus in meinem vorigen Bericht gesprochen. Dieser sentimentale Zionismus hat allerdings auch eine gute, starke Seite. Ea gibt einige Städte (das grosse Beispiel ist W i n n i p c g , im Herzen Kanadas, wo es eine unvergesslich starke, selbstverständliche zionistische Atmosphäre gibt), in denen Judentum und Zionismus so selbstverständlich identische Begriffe sind, dass eine Niederlage des Zionismus nicht nur unvorstellbar ist, sondern jenseits der Diskussion. Die starken zionistischen Gefühle, getragen vom Lied, von der jiddischen Sprache, von der Kindheitserinnerung, von hundert anderen Imponderabilien, erweisen sieh in diesen kritischen Tagen als wichtig und bedeutsam. Was könnte da noch alles geschehen, wie könnte das alles geformt werden, gäbe es eine zionistische Erziehung, ja auch nur einen Versuch \ dazu.' , Wie überall auf diesem Kontinent ist der grosse zionistische Faktor: „H a d a » s a h" (Frauenorganisation). \ Waa hier — in jeder, auch der kleinsten Gruppe — an hingebungsvoller Arbeit geleistet wird, ist höchst erstaun-; lieh. Hier in Kanada ist Hadassah von besonders starker! zionistischer Gesinnung. Das ganze kanadische Judentum i ist ja doch prä-assimilatorisch und die Gefahr der „Ver- ,' gesellschaftHchung" geringer als in U S A. (Das gilt nicht! von T o o n t o und Montreal, obwohl auch da die; Schicht der wirkliehen Zionisten verhältnismässig grösser; ist als in der korrespondierenden Mittelstadt in USA!).; „Wl»»en Sie noch — In Mannheim r* j Aus dem jüdisch und zionistisch „vollen" Leben an j die pazifische Küste zu fahren (das heiast nach Van-j couver und Vi c t o r i a), ist nicht nur geographisch! ein erheblicher Sprung. Es ist eine lange herrliche Fahrt j durch die alpinen Rockie Mountains, an tausend Seen j vorbei, Indianerdörfern, Holzfällerlägern, Blockhäusern! der „Trapper" (Jugenderinuerungen, als wir noch „Indianer und Trapper spielten), und dann in den Sommer dieser herrlichen Stadt. Die Strecke ei« berühmter; Verbindungsweg zwischen Australien und China (deren! Schiffe im Hafen von Vancouver landen ) und dem Kon-1 tinent, auch Europa. Es gibt deshalb viele interessante ä Begegnungen : australische Studenten, die Europa und Amerika bereist haben, ein Jude, der in Schanghai: seit last 30 Jahren lebt (wirklich, er sieht schon wie ein' Chinese hus!) und natürlich auh Emigranten aus5 Deutschland. Wir haben schon von den Transporten gei hört, die von Halifax via Vancouver nach Australien * gehen — und tatsächlich, da steht einer vor uns, der; uns erkennt und sofort bei irgendeinem unserer Vortrag*- abende in Deutschland „einhaki*4, da ucu&Hfn wir üii» auvu fest und begeben uns in raschestem Geistesfluge aus den j Rockie Mountains mitten nach Mannheim... „Wissen Sie Hoch?" ...Ja, wir wissen noch! Weit weg — au der pazifischen Kü*te Vancouver er.veist sich als ein höchst interessante*, wenn auch nicht gerade erfreuliches jüdisches Problem, Die Gemeinde besteht aus etwa 700 Familien. Aber es gibt keine Gemeinde in Kanada mit einem so außerordentlich hohen Prozentsatz von Mischehen. 1,28 Misch-1 Idu-n' K» ist mir nicht gelungen festzustellen, weshalb lalle G«Mneinden der pazifischen Küste auch in IT S A •die glfichen Probleme haben. Wahrend Mischehe in Ame-; rika im wesentlichen ein noch nicht sehr akutes, in Kanada aber ein fast unbekanntes Phänomen ist. gibt r* an der pazifischen Küste ausserordentlich viel«-« Mischehen. (San Francisco, I^os Angeles. Oakland. in manchen Städten mehr als 30r;!) Vermutlieh iM hier duritereit-; schüft zu Assimilation grosser, der ständige Strom neuer (Menschen, die ,,kosmopolifische" Struktur der Stadt, die : Unüber siehtlichkri; der jüdischen Gemeinde, das Fehlen | eines einhitliehen jüdischen Klemcnts, das alles mag eine l grosse Rollo spielen. Die Probleme werden schärfer, iwenn man nach Viktoria, der Hauptstadt Britisch;Columbias kommt. (Eine englische Parkstadt auf der \ Insel von Vancouver, sehr britisch, in Sprach*. Gesinnung, Lebnshaltung usw. Auf der Insel gibt, es übrigens eine | kleine Kolonie von Emigranten, die auf einer Farm zu-! samtnen leben und auf ihre Legalisierung warten. Die , Mehrzahl aus Wien, aber auch ein paar „Deutsche"), liier in Victoria, tausend«.- von Meilen von allen jüdischen [Zentren entfernt, ohne jede Anleitung und Erziehung, I lebt ein? kleine jüdische „Gemeinde" im Zustande der volj ligen Auflösung. Die Probleme - nicht nur Palästina — j scheinen hier gar nicht mehr anzusprechen. Man ist weit, | weit, unendlich weit von all dem entfernt. Juden leben jhier ihr Privatleben. i Das ist aber ganz und gar untypisch und konnte den i grossen Erfolg des „Drive" nicht beeinträchtigen. Der i Verstirb, Kanada nicht nur erneut, sondern mit neuen i Methoden und in erhöhtem Masse am Aufbau Palästinas | zu interessieren, scheint sehr gelungen zu sein. Nach j den grossen Erfolgen der Jugend-Alijah ist dies* Kam-! pagne für den United Palest ine Appeal (Keren Ha jessod! und Keren Kajemeth) zweifellos ein neuer Beweis für die | Bereit Willigkeit der kanadischen JutJen, uns zu helfen und für die Möglichkeit, sie für die Sache" der jüdischen Kettung bereit, zu machen. Northern Ontarlo, da* Goldland Die Bahn, di« nach dem Norden der Provinz Ontario führt., ist erst um 1905 gebaut worden. Ein felsiges Gelände musste von unwegsamem Busch gereinigt werden, um das Werk zu vollbringen. Nie wird einem so deutlich wie in Kanada, welche Bedeutung die Eisenbahn in der Eroberung und Urbarmachung eines Lande»' von solchen Ausmassen spielt. Die Städte und Dorf er" entstehen nicht an FIüs«en wie im langsamen Europa, sondern entlang der schnurgeraden Strecke der Bahn, Die alte Kolonisation des 18. Jahrhunderts, die die Hudson Bay Company durchgeführt hat (noch heute sieht man ihre Handelsfort.«, denen die Indianer die Pelze der Biber und Bären ablieferten und noch immer abliefern), ist längst durch das grandiose Pionierwerk der beiden Eisenbahnlinien abgelöst. Die Eisenbahn nach North Ontario liegt abseits vom Hauptweg. Sie wurde gebaut, als ein paar Kolonisten an verschiedenen Stellen des wilden Landes Gold entdeckten. Damals erfasste der Goldrausch tausende von Siedlern, d;e um die Fundstellen herum rasch | Zelte errichteten und anfingen, nach Gold zu graben, bis j sie erkannten, dass nur grosse Kapitalien imstande sein; würden, den Schatz zu heben. Damals entstanden die I Goldminen von K i r k I » n d Lake, von T i m m i n s j und S i: h u m a c h e r. Die Namen der Städte erinnern j an die Besitzer oder Entdecker der Goldminen. Der Goldj rausch ist noch nicht abgeklungen. Das Land ist noch j nicht erschlossen. Noch heute ist ea zum allergrossten j Teil im Winter weglos ( und es ist ein langer, kalter Win- \ ter!), Gold ist das tägliche Thema de» Lebens: neue | Funde, neue Bankrotte, nene Enttäuschungen und neue, ganz neue Hoffnungen. Plmti*rgrM und l**re* I.and Unter den Bahnarbeitern von 1905 befanden sich eine Anzahl junger russischer Juden, Deserteure des russisch-japanischen Krieges. Sic sind heute — wie sehr viele andere ihrer nicht jüdischen Arbeitskollegen di« Bürger der G o 1 d m i n e n s t ä d t e. Ich habe selten so hässliche und gleichzeitig so faszinierend inter- \ essante Städte gesehen! Dieses Leben um die Goldgruben; in Städten, deren Häuser wie provisorisch hingeworfen j sind, ist von einer dramatischen Spannung. Diese Mi- : schung von Völkerstämmen: Ukrainer, Italiener, Deut-' sehe, Chinesen, Franzosen, Finnen und Juden; dhue; Sonnabend-Abende, an denen alle« auf der Main Street; bummelt, die Mütter mit winzigen Kindern bis in die späte ■ Nacht hinein: diese Bretterbuden, in denen schlechte! Wildwest Filme gespielt werden; diese riesigen Tanz- I hallen, wo Minenarbeiter nicht allzu zart; mich dem Takt j altmodischer Kapellen tanzen: die „Pay night", der Abend \ nach dem Zahltag, an dem alle in die Geschäfte stürzen, j aiie Schulder, bezahlen und neue machen:, zwischendurch \ der sehr gestrenge französische Katholizismus, der am I Corpus Christi-Tage, an dem ich in Timrnins war, eine \ fromme Prozession durch die Minenstadt veranstaltet, und; die Kranken- und Todesgeschichten der Arbeiter, die \ ängstlich die Kurven ihrer Lungenbefunde verfolgen und' wissen,'das» dad Leben der Minenarbetter kurz ist (neun; Jahre aktiver Arbeit im Durchschnitt) » das alle« er- J gibt einen Komanstoff und mehr noch; ein. ungeahnt neues, junges, eroberungswilüges, pionierhaltes Lehensgefühl, von dem man nichts geahnt; hat. Wir kommen in fein solches Leben besonders ahnungslos, neugierig und I staunend hinein Mi» unserer müden, selbst mordreifen «Welt, die gar keine Aspekte und Perspektiven mehr hat und die üit-h ein psychotisches Weltbild zuteehtgebatit ihit mit verschlossenen Grenzen. Einwanderungs'pjoten, A^^sM-htsKjsigkeitt.a und keiner Vorstellung von einem wirklichen "lYrtfheginn. Es gibt aber neuen Beginn und e h n t a u s e n d e v o n Q u a d r a tmcilen d t e s e s Laudea liegen noch brach und brauchen { M e n s c h e n ... Aber hier setzt dann wieder die Misere | ein, die „Politik", die Machenschaften, die ..Gesetze" und! der ewige Unsinn. Wir luden leben Die Juden sind die Kaulleute der Goldminenntädte. j Es Ist etwas von der alten Marketenderfunktion der Jujden iibriggebhelien. Das gilt nicht nur vom Gotdgtirtel;(..gold bell") Ontarios. es gilt fast vom Ranzen I*nd. j Der Hausierer, der hunderte von Holzfiillerdürfer be-; sucht, lassf sieb in einem dieser Dörfer nieder, eröffnet iein Geschäft, den ..general störe" des Ortes, wo er alles [verkauft, was kaufenswert ist: Taschenmesser und Sals« iAnxuge und Medikamente, Hemden und Stiefel: das i Warenhaus der Ifloisfäller. Diese Geschäfte sind die | ..Goldgruben" einer neuen, aufsteigenden Schicht grwor- den. Ein neuer Reichtum entsteht. Die erste Generation, die ihn geschaffen hat, ist jetzt etwa fdnfaig Jahn; alt. Die Söhne und Enkel, die ihn einst verwirtschaften werden (andere LebenMHttHprüehe, „Kultur". „Geschmack" usw.), sind noch zu jung, um es gleich zu tun. Die reichgewordenen Pioniere führen «war ein Herrendasein, vergleicht man ihr Leben als Bahnarbeiter im Husch mit ihrem jetzigen Tageswerk. Ab««r viele von ihnen sind vom Parvenü entfernt, stehen um vier Uhr morgens auf, spannen die Pferde vor den Wagen und inspizieren die Arbeiter im Busch, die für ihre grossen Holzgeschäfte die Bäume fallen. Es gibt da grossartige Gestalten, wunderbare Juden, still, gescheit, stark und mit dem sicheren Gang des Mannes, der den Boden unter seinen Füssen spürt. Die Synagogen in diesen Städten sind kleine Holz» ställe. Der Hchochet .'ersieht — meist nur zur Jahrzeit der GemeindemitgHeder den orthodoxen Gottesdienst. Manchmal trifft man einen jungen Lehrer. Nach der Barmizwah schwimmen die Kinder fort. Die jüdische Bildung ist zu Ende. Keine Bücher, keine gute Musik, kein Theater, keine allzu guten Schulen. Und doch ist das Lehen der Juden „national". Ihre Religion ist die heimatliche Küche. Schabbath ist der grosse Tag des Nationalgerichts. Es gibt gefüllte Fische. DIE DEUTSCHEN MEMBERJ^ROMK Kein fifisltituier Mensch wird das »ehrnalc /»üehlein, in dem Konrad Heiden, der bekannte Hitler-Biograph, die Gm- .«•htchte «Irr deutschen Judenverfolgungen Im November JÖ'tS erzahh, ohne ein Getühl tiefer KiHchnttenifiK wiu t\*c Hand legen können. (Le* Vepr«?« IfitlcriennfN, Nultn ManKlantcs cn ^üemagnt*. Vertag Ftmand .S*.*rlot, Purin lli'ü*). Ciwrim kunn Heiden keinen Anspruch darauf erheben, bftn?it» eine wlrK- Hrhe G«xchichie dieser Terrr>r-Orj{ie in UeHtwctdnnd gf:s^hrint:en und die Ziele und Ur.*M«*h<;n di«M«*r .luden-Vcrfolifun«;»»« mit, der Dintanz eints MHtorik^r» wnrinien zu lkalx;n. NiehtHde.stow«nii{er hat sieh aber H^idort bemidit, in .•»»•in»r H<hrlft d«n Ton du* f*amphtetlat»n zu v»>rmoid»'n und sowohl die ihm zur Vertügunx stehenden Dokumente tH»'rir)iii» von A«rgpnz#ugi;n, /.fitung«berit:hl*!) leiden»ritaftHl«>ji niederxuleK^n, wie s«une RehHmxt itt unehlicher h'orm darzubieten, lienide Infoig« dieser b«wu»»ten Wrmeidunjf »iiier j»tili.'<ti«< hen ('b*rrtr**ibe.ing«n wirkt aber dk? Anklage n dl** f..frh«d»er diewer ur^ani»i«rten ItaMtlitlttat turi»o nnehh«ltiK»r. Mit I^ciehtiK- Ueit gelingt «» Heiden teilw»:is« auf Orund von f^ikumeittun. die hu* NazikreUen Melbst rt»mmi dhofti/.i?d!t, dcutxf heThcsm von der ..Spontaneität den Voik*20rn**'< g«g«fi di«< dwutnehen Juden zu widerlegen. *m* The»«, die bestimmt nicht »uj*«erhnlb Deutschland« und auch nur /.um geringen T«il beim detiUciien Volk«- (Jlnuben gefunden hr.t. Hcid-n zeigt, wtu r'ie Vernichtung der deutschen .luden, ihr»- völlige Ausplünderung von den Führern der in Deutschland i»'r».nciu;nderi Partei »ystematisicii vorbereitet und eben»» ayatem«! im h vor? der von Himmler kommandierten HS durchgeführt .vorden »»f. Die Krmordung de* l^wriuer *Je»andt*!;haftHrMtei» von Rath durch d*n polnischen Juden Crynapau hat dir!>ur<•hf-uhruiig der s*eit tarigem gppianien Aktion nur etwa* tH'srhtarartigt. IX* Dokumente über die «iinzeinen Terrornkte, die Hddert vorlegt, waren tu ein«rn gro».»*n Teil bereit« bekannt, in ihrer Zu*«rnm«n«teliung und Ordnung wirken hmabfer nichtsdestoweniger bettondeM atark. Di« Novemberpogrome in Drut.trhl;md werden ein«r künftigen f;eiw.'hichta«chreibting «I« ein Muivterbeirtpiet der <o/.iK|.:fi Pathologie t-r»cti.r<nen. Heiden b«- j>nügt »ich aber nicht damit, die r;t.'*cnicht* der ni. k.d» hUlosen und brutalen Vernichtung «iner weiirlosen Minderheit zu .schreiben, sondern er versucht, diene Vorgang« auch in den Zusammenhang der poittlmchen K.ntWicklung Innerhalb Deut «.blanda zu «teilen Kr zeigt diew? von oben orgaiiUu rten Pogrome nl» die logische Folge ein^r Propaganda, die xu initner gröberen Mitteln grei/en mu«, um ihren Hei* auf <Jie Ma««ens^ele auszuüben Der Versuch, d** deutsche Volk durch dl« Vrranatttftung einer MaswenrnWiandlung und Mawa-Hphind«* rung zu Ki-winnen, Ist Eiber und da« Int der einzige Lichtblick In dieser Schilderung «chlinunater ,.Unterm»>n;f-hU-h- .keif" - völlig whalunotn. H'-Iden bringt eindrut-k«vo|l« fiewsine für die bereits bekannU« ..... Tatsache, dua« dt«M»ül daa deütiK'he Volk fn mtner überwiegenden Mehriuihl »einen .Führern" nieht f/< t',l(jt ist und da.*» im G*ü*nteU?.a.ti er*t.enmei bei den Nwetnbtrpo«irom»n *''m tiefer firwh zwischen ,u» j.f*.nia.Ui.Äi der dwutach«» Volk/tmasse und d«r der nie b«- herrscheiwlen Hektierer zu Tage getret-n t-Ht. Du- Mä-'tir"- hnber »ind «ieft über ilmm vernichtenden Wirkungen aeibüt w Idar ««worden.- dass bekanntlich dk- Stellung *\n»v d*r fiauotachuldigen. -■• dea Propagsndaminwter« i.im>bh«U.;.rhv/er bedroht war. Die Welt hat aber auch bei diu» Nov-unb^rnogroman zum ersten Mal voll b#griffer» und die He*euunjj Prags* hat diese ttinaleht verstärkt ..... wel.:ht4 f.k.-.hi«-n.««l ulltn anderen Völkern droht, wenn e# nu ht gebngt. der Auabreiums de» nationaS^lalistisühen Mathtbereiciw tuv** «iehtak« Klnhalt zu tun. Darin liegt die Bedeutung der M; vemherpofcroroe für die polltbicbc Lage In Europa. K K,<Paris*