Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 18 (14.7.1939)
- Date
- 1939-07-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424676--236-2424997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 18, 14. VIT. im aODtSCHE WELT-RUNDSCHAU ^iit e Ihm Deutschland Eine neue Jadenverordnang;iger", Berlin, veröffcnl cluregiorung über < v.; os ist 'dies die« htc am «. Juli die?n Statut der zehnte Verordnung Der ,.Reichnanzeiger". Berlin, veröfft-ntli Verordnung d??r R< d«Ut«rhfn J u d ' ü; dieser Art. Die deutschen Juden werden danach in eine Rciehavereinigung unter dem Namen .Reiehsvereinlgung der Juden Deutschlands", zu.'ammen^pfasst, deren Ziel die Erleichterung der jüdischen vtimtmt^ r,<»// sein »oll. Außerdem soll sie die Erziehung der jungen Juden "überwachen und die jüdischen VVohifahrtjwerke zusammenfassen. Alle deutschen und staatenlosen Juden »ollen der Vereinigung, die unter der Kontrolle de« Reich.«lnnenministers steht, angehören. Der Vereinigung wird die Einrichtung und Unterhaltung 'Inf ausreichenden Zahl von Srh »Ifii aufgetragen, darunter Fachschulen, auf denen künftige Auswanderer für ihre neuen Berufe ausgebildet werden «ollen. Nur die von der Vereinigung enthaltenen Schulen werden künftig von Juden besucht werden dürfen. Für dfe Wohlfahrtspflege wird der Vereinigung auferlegt, die bedürftigen Juden ausreichend zu Unterstütren, sodasj der Wohlfahrtspflege d«s Reichs Jede Fürsorge für Juden erspart wird, Die Verordnung besagt. da3S nach Entstehen der ..Reichsvereinigung" der RoiohsinnenmtnisVer von früher her beste Im Wirbel der Weffpofift AUS DEM TAGEBUCH EINES MITARBEITERS OER JUOENO ALMAH Prag, März 1939 u^,» Um** ausgerüstet. Die meisten sind ■Kimmung, Ks mini wohl ein »ehr schwerer Die» sind Am^Jige nun dr rlrr JHfjrntt-Altffth tu Pi </. X i'-r Woihrn, d> Europa et >i> >!t*,; hr t, .V,i t h»<ni,0: iftfi*»> u« det d<n dramntwhrn ftintrr; rrrgltehen mit d**n (trotten klrmm Nehiek*nl abspielt; dt der Jugend-Alifah aus drr m Tftgebnehe rhu-* Midirheiter» >rutn faxten eine Zeitspanne von tchnttrrtrn. Du Offensive den aegen Mittel- und Osteuropa bilfrund der flühne, auf dem sieh, v■ eUimhti»rhen Ereignitnen, r\n AtiAiug f»! iltter tiO Kinder» -jtKtiHttfHlnechendrH Txeheehoder ersten I^agerwoche von ihrem Sohne aus Palästina ein Zertifikat geschickt; ihre Freude war gross aber wir mußten uns über Nacht um ein? »icuo umsehen. Dann brach in der Stadt die Grippe-Epidemie aus. die atseh uns natürlich hende jüdische Vereine, Organisationen und Stiftungen aufberechnet war. Unser« alte und bewahrte Köchin erhielt loten, ihr Vermögen konfte-Aeren oder ihre Eingliederung In ~ * ' ' " ' ** die ..Reichsvereinigung" verfügen kann. Nachdem die „Reichsvereinigung" nunmehr allein für dl« Erziehung der jüdischen Jugend zu sorgen hat, entlässt der Staat mit sofortiger Wirkung alle von ihm besoldeten jüdischen Schullehrer. Einem Kommentar des „Völkischen Beobachters" ist zu Mitnehmen, da** nicht aHein alle deutschen und staatenlosen Juden, sondern auch diejenigen Nichtarier, die nicht mehr der momixchen Religion angehören, zum Anschluss an die Kultustrerelnfgungen der „Rekhsverefnlgung der Juden" verpflichtet •ind. Ob die Juden, die sich zum Christentum bekennen, dlc^e Verbindung wieder lösen müssen, Ist unklar und hängt ganz von der Interpretation ab, die das Reichsinnenministerium der Verordnung geben wird.! Der „Völkische Beobachter" bezeichnet die neue Verordnung als einen Beweis dafür, dass Deutschland ...bereit ist, trotz der -schlechten Erfahrungen, die es mit den Juden gemacht hat, den letzten Akt der Trennung ohne Reibung durchzuführen". Es sei eine „ausserordentliche Ciroasrügiarkcit*'. das« man den Juden so viel Rechte einräume. * " j Die Londoner „Times" vom 8. Juli schreibt in eine}:! „Hoft- , ■ung für Flüchtlinge" betitelten Leitartikel u.a.: „Die neue Ver- | Ordnung der deutschen Rcichsregierung darf keine Illusionen aufkommen lassen. Sie verringert nicht die Zahl der potentiellen Flüchtlinge; aber sie kann wohl bedeuten, da.™ das Problem der Abschütteiung der Juden ungemein gemildert wird, falls deren Auswanderung entsprechend o r g a n i sie!t werden kann. Es ist zu hoffen, dass die noch j bepackt, für ihre in einer Kedrueht. ' Abschied gewesen I V Mir« Mit dem Kinii« ffrn untrer Kinder halten auch die deutschen Truppen ihren Em:<■>, im Prag. Alles kam so schnell, so überraschend. AI* da.i Rmlio die ersten Nachrichten von der Annexion verkündete, u,ir auch schon diese Annexion durchgeführt. Nun stecken w r in drr Mausefaüe. Schon sausen die Autos der (Jestapo, mit den schwarzen HK-L'uteri U ArA, durch die Stadt. HnKenkrnuzflangen werden gehtsst. wir er. innren von den ersten Verhaftungen. Un*er Ilhr<» wird n>it Anmeldungen bestürmt, nun wall, ri auf riiin.al *»!lc ihro Kinder nach PaläMtina schic ken, womöglich sofort, noch dies« Stunde. Wiviele sind darnnf.r, die bisher nichts von t;-«B. u-r Arbelt wU«en wollten! l'n«l waivn nicht wir wenige gewesen, die an«ef/uuen. die all die grossen Krhwierigkeiten in i unseren ersinn .Schritten überwunden hatten wohin hatten sie »Ich heule wenden!w»m««n? Aber wir kennen, gottlob, keine Re- Hentimenl^ dieser Art. Wir wollen ihnen allen helfen. Untere Arbeit wird wohl jetzt verzehnfacht, verhundertfacht werden t.ituseu. Aus dem Chno*. das ia den Mirale« der Sl.i.it UcrrKcht, die mit Tanks und Automobilen verstopft sind, führen wir un- , . t . , „ L , A . sere Kinder in einen stillen Vorort, in ihr provisorische» Heim. L Zf!*l 1 . *:* %?^!lZtVri^lf\^rT ^. ,HWr\ Am «raschln, auf der Prager Burg, hat soeben Hitler seinen .......— ~—' Kinxug gehalten ■ zur selben Zeit hhdteu wir dniuf.fieti den ersten Appel' . stftvxtkei. Hier hitt dos Leb^n einen Roman geaef;rieben, der j *elb*t m meiner *ehtichtc*ten Darstellung ergreift. — Red, \ .. M»n 1939 | (Jcstern ist un.scr Vorber«iturigslaKer in Brünn r.u Ende; gegangen. Wir haben alle ehrlich aufgeatmet, dass wir dieses i teTwere Stück Arbeit so gut bewältigen konnten. Und es war j wirklich keine leichte Sache. 150 Kinder mussten in einem j Lager untergebracht werden, das ursprünglich nur für 100; tolx waren wir, als der Distriktaam erklärte, daas unftere Kinder die widerstandsfähigsten Im ganzen Stadtteile sind. Und nach der Grippe-Epidemie kam eine viel ärgere Epidemie über die Stadt und das I-and: nach einigen Wochen politischer Beruhigung häuften sich wieder die An-eiehen einer kommenden Krploaion, Die Nazis werden wieder lauter, ihr Benehmen ist sichtlich auffallend. Statt „Heil Hitler" grossen »ie einander mit „Heil Marx" ~- im Mär- .tagen *>>, virrf muh (Irr /i'csf der ehemaligen Tsehechoslmmkei vom Führer befreit teerden. Die Panikstimmung unter der jüdischen Bevölkerung ist gross. Einige Eltern bestürmen uns. das Lager abzubrechen. Auf unsere Frage,'ob wir die Kinder unvorbereitet nach Palästina bringen sollen, ob .sie es für richtig halten, daas wir unsere Arbeit unterbrechen, geben sie uns keine Antwort. Wir beschlossen, das Lager unter allen Umständen zu Ende zu führen. Nun sind wir so weit. Die AbsrhiedsrVier war viel i'chöner und ergreifender als alle b»Khr»rigen. Inmitten der Aufregung, die nun in der Stadt herrscht, haben wir unseren zahlreichen Gästen K«'«*,,,f das» jüdi?;ehe Jugend auch in solch schweren Zeiten den Kopf oben halten kann. Und etwas von der Selbstsicherhcit und dem Glauben und Stolz, von dem alle unsere Jungens und Mädchen erfüllt .sind, ist auch auf die Eltern der Khi<?"r, die da zu Gaste waren, über- 17. War/. Zwei lange, lange Tage. Wir kommen um keinen Schritt weiter.- Eines Ist gewiss: wir werden das Schiff, mit dem wir ur.Hpriingllch die AHj.'»h antreten wollten, nicht erreichen. Dio Behörden amtieren nicht, das Reisebüro ist geschlossen. Oberall herrscht ein f h n o;it das all« Arbeit lähmt. Wir sind von der Welt abgeschlossen. Aber gegen Abend werden wir au» London, von der dortigen Leitung der Jngeml-Alljah. angerufen, Wir es una <gehe? Wa=s dio Kinder marhen? Wie können wir Euch helfen? Die GefUngnlsnmuer. die una r.n umgeben scheint. HM an einer .Stelle einen Riss bekommen. di< -.- _______ im Laufe dieses , Monats in London stattfindende Tagung des Interstaatlichen ' ä?e**nSon Komitees in den ihr zu unterbreitenden Berichten etwas! IL -Mar/ Konstruktives finden wird, und dass die Tagung einen [ Das war ein aufregender Tag. In einer Woche sollen unwirklichen Fortachritt auf dem Gebiete der Flüchtlingaan* f *ere Kinder, ein grosser Transport von Über ISO Jungen« und Siedlung offenbaren wird". ] Mädchen, nach Palästina fahren. Wenn alles nach unserem Ob tatsächlich die neue Verordnung eine E r 1 e i c h t e -j Plane gegangen wäre, dann hätten wir sie zum 20. nach Prag rung der Auswanderung auch nur im organisatorischen Sinne ' gebracht, von wo sie am 21. mit einem Sondentug ihre Reise gen um uns, Sie werden uns gewu^, «venu wir et brauchen werden, auch helfen. In diesen Minuten nm Telephon habe ich :!o richtig empfunden, was für eine «rosse Hache die /.ionlsti- .schc Gemeinschaft ist. eine wie grosse und reiche Qu*llti der Solidarität. Man kann um schlagen und verhaften, tin« quälen und berauben, aber diesen Reichtum, der Sc un.-. Hegt, kann uns niemand mehr nehmen. bringt, bleibt abzuwart« Hegels „Verbrechen11 f Ma* Tftgung zur „Erforschung drr JtMfenfrage" Das „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutseh lands", in München, hat soeben seine vierte Tagung zur „Erforschung der Judar.frage" abgehalten. Bei dk™m Tagungen wird sogenannte „wissenschaftliche" Behandlung der Judenfrage betrieben. In Wahrheit handelt es sich um uattonalmzktliittinehe Propaganda* Diesen wahren Zweck verriet der Präsident des Instituts Walter Frank in seiner Eröffnungsrede, indem er sagte, die Judenfrage sei erst gelöst, wenn die ganze Welt die jüdische Gefahr erkannt habe. Die Wissenschaft sei in diesem internationalen Aufklärungskampf notwendig, und das Reichainstitut bilde die Avantgarde des Nationalsozialismus in diesem wissenschaftlichen Kampfe. (Früher hless es einmal, Nationalsozialismus •ei ..kein Exportartikel"! Man heuchelte Entrüstung, wenn %on der Weif Propaganda der Nazis die Rede war. — A. d. Red.) I Ein zweistündiger Vortraf von Professor G r u n s k y - München war dem Thema gewidmet: „Die heutig« Erkenntnis des jUdiachen Wesens und ihr Erahnen durch den jungen Hegel". Der Vortragende versuchte, den Berichten zufolge, nachzuweisen, dass das judische Wesen im Verlauf der Geschichte und In seinen verschiedenen Erscheinungsformen sich lnmer gleichgeblieben »ei. Es bestehe kein Weiers «unterschied zwischen dem vor- und nachexilischen oder dtm vor- und nachtalmudischen Judentum, zwischen orthodoxen und emanzipierten,, materialistischen und idealistischen, anstandigen und unanständigen Juden. Im Hauptteil «eines Vortrags behandelte Grunsky eine Jugendschrift H geli, eine Analyse des Alten Testaments und vor allem der Figur Abrahams. Grunsky versuchte zu zeigen, wie für Hegel das Wesen des Jüdischen, gesehen am Leben Abrahams In einer Zerstörung des lebendigen Zusammenhanges von Mensch, Welt und Gott bestanden 4 be. Alle folgenden Zustande des jüdischen Volkes seien für den jungen Hegel incht* weiter als Folgen und Entwicklungen des Schicksals gewesen, das es sich selbst bereitet habe:sus der Natur getreten zu sein. In der D e b a 11 e wurde, wie berichtet wird, die Frage ■ufgeworfen, wieso Hegel spater zu einer anderen Auffassung des Judentums gelangt sei. Bekanntlich hat Hegel in seiner reifen Zeit das Judentum sehr hoch eingeschätzt. Darauf erwiderte Herr Grunsky in seinem Schlußwort, es sei das Verbrechen Hegels, daas dieser die fruchtbare Spannung das Grundprinzip de. %*. Mär/. Jeder Tag bringt neue Verfügungen der N;o:}«nchörden und jede von ihnen erschwert unsere Arbeit aufs neue^ So brauchen wir für die Ausreise au» dem Lande eine speziell» Erlaubnis der Gestspo, Alle Pässe der Kinder mussten ihr vorgelegt v.*(?rden. Und nun werde vi Hie so K ündlich untersucht, als handle es sich um die Ausreise elrur Schar alter Politiker. Für die Schtffskarten wurden uns keine Devisen bewilligte die Londoner Leitung besorgt uns die Karten durch die Hicem. Neu Zollvorschriften werden erlassen; die Kisten, in denen unsere Kinder die für zwei Jahre erforderliche Ausrüstung nach Palästina führen, müssen noch einmal geöffnet werden. Und so geht e;s für Tag. Fiir die Reisebegleiter wird die Ausreise verweigert. Wir müssen uns schnell um andere um- Unser Staat ist in Auflösung, aber unser erster ' „„i,*,,. Aber wjr sind zähe. Und mit jeder neuen Schwierig... küit wächst auch unsere Entschlossenheit, die Kinder nach Palästina zu bringen. 3. April Wir sind so weit. Heute Abend fährt: der Transport. Am Bahnhof sind nur die Kinder und wir paar I^?tiie von der Leitung der Jugend-Alijah versammelt. Niemand sonst hat die Erlaubnis erhalten. Es ist ein stiller und ein starker Abschied. Jedem einzelnen der 150 Kinder haben wir die Hand gereicht. Sie haben auch nicht gesungen »o wie es noch vor vier Werden s 0cben bei der Abfahrt unseres ersten Transporte« von Su- » r"l'»lIe,<,nf,(i<.ht,mgllkjnd)f,rr, d<,r f^ii WHr Jt.m }„» fur uns alles verboten. Aber als sich der Zug in Bewegung setste, da riefen sie vlelhundertstlmmlg .Hehalom ulehitraoth"... fÄeha« lom und auf Wiedersehen. f. April Heute haben wir die erst« Kunde von unseren Kindern aus Palastina b« kommen. Ein Telegramm traf ein; „Glück- S angetreten hätten. Nun scheint unser Plan durch die politi sehen Ereignisse über den Haufen geworfen worden zu sein. Heute mittags erhielten wir von einem befreundeten Redakteur die Nachricht, dass am Abend einige Städte In Böhmen und Mähren von den deutxehen Truppen benetzt werden sollen. Nachmittag* verbreitet das Radio die Kunde von dem Abfnti der SL'umket, Gedanke gilt den Kindern, Wer weis», ob wir sie morgen, übermorgen noch werden erreichen können, Abu» werden schnell alle Dispositionen geändert. Das Vernünftigst« erscheint uns eine Konzentralion der Kinder in Prag. Da alle Telephonlinien nach aussenhin gesperrt sind, müssen die Kinder telegraphisch verständigt werden. „Eintreffet morgen abreuebereii; in Prag". In 37 Orte der Republik trägt der Telegraph diesen Satz zu Uber 150 jüdischen Familien. Was spielt sich in diesen Stunden, an diesem Abend dort ab? Eltern und Geschwister müssen unerwartet Abschied nehmen, ein Abschied am Vorabende eines verhängnisvollen Ti ander wiedersehen? In dieser Nacht fahren noch die Züge im Land, und sie bringen uns Uber 150 jüdische Kinder in die Hauptstadt, die sich in einem Fiebertaumel befindet. In dieser Nacht haben wir kein Auge geschlossen. Die ganze Nacht hindurch herrschte in unserem Büro Hochbetrieb. Wir haben ein Objekt in einem Vororte aufgenommen. In dem die Kinder bis zur Abfahrt bleiben sollen. Die Einrichtung, die Lebensmittel müssen beschafft, die Aufsichtspersonen eingeteilt wer den. Nach Mitternacht treffen die ersten Kinder ein. Schwer lieh gelandet, sorgt bitte Ja, wir wollen aorgen um Eitern und Geschwister." Am der destsebee RecbUsprechoBf Ein Krichsgerichtsurtei! vorn 27 3.1^39 ist zu dem Ergebnis gelangt, das» eine Reihe ins Ausland zwecks „rassenschandeirischer" Eheschliessung im Ausland als versuchtes Verbrechen nach dem Blutschutzgeaetz zu bestrafen ist, Ks handelte sich um eine in Humburg lebende arische Deutsche und einen Volljuden deutscher Staatsangehörigkeit. Beide reisten nach England, um dort die nach englischem Recht zulässige Eheschliessung zu vollziehen, es wurde ihnen jedoch die Einreiseerlaubnis verweigert und sie wurden von Holland nach Deutschland ausgewiesen- Ein Urteil des Reichsgerichts vom t".s\v,ü erklärt, dass es bei einem jüdischen „Kasseschänder'' für die Höhe der Strafe entscheidend auf das Mas* der von ihm bekundeten Misaachtung der Rassenschutzvorschriften ankommt, Dass c'as Verhalten der deutsthblütigen Frau besonder« „artvt-rs für dan Täter keinen -Ht#afmilderungsuerm*tii*ch*n Wesens, , WM„ später als für die ganze Welt geltend erachtet habe. So habe | "rund" bilden «r ot-jin auch äoerse«^, dass das Wesen de» Jüdischen nicht )" Spannung, sondern Spaltung sei. und habe das jüdische j ln der Rechtsprechung und in Presseerorterungen Ist Volk aU c-iu Moment und eine Dur»-hgangsstufe in der; v'^Ifach die Frage besprochen worden, wie die Abtrel- Entu'ickhtng de* einen Geistes gewertet ' |Ung einer Jüdin strafrechtli?di zu behandein h*. Em __________,„; Schuffeiigerk'ht&urteit war im vorigen Jahr zu dem Ergeb-! uis gelangt das» die Abtreibung einer Jüdin straflos zu nie», vvic aus DerV.A gemeldet wird. Ist dort soeben, der Bericht Iben hat. weit i 218 StGB, dem Schutz des deutschen Voider Reichskr^ditgeaelUchaJt. der reichseigenen Bank, für das \ kea dienen soll und &tiae Anwendung auf die Abtreibung er.teHitlbjyhr 193» erschienen. Ihm?st zu «mtneiiraen, daas) einer Jüdin der völkischen Zweckbestimmung des Gesetzes ci*e RcicbHf Suchtsteuer, die ja eine Judenateuerl entgegenwirken %vsrde. Die Urteile des Oberiandesgenchts giwo.-de,i ist, in der Bftrichtazeit der lUkhÄass« 3*3 MiUio- Cell« vom 6.2.39 und de» Schwurgerichts Hannover vorn 7.2. ncr» cmgebracht hat. Gegenüber der gleichen Periode t 3y Urhnten diesen Standpunkt ab. In der Begründung wird v-'s V^ .-^jt < bedeutet das eine Su-lgerung um 32| Present? darauf hingewiesen, da»» die unbeschränkte und geseUlkh ungeregelt* Zulassung der Abtreibung bei jüdischen Frauen eine unabsehbar« Gefahr auch für den deutschen Nachwuchs bedeuten würde, ganz abgesehen von dem verderblichen Ein« fluas, den das Beispiel der Abtreibung bei Jüdinnen auf die Seele der deutschen Frau hsben münzte. Ebenso bejaht die Rechtaprachung auch die Strafbarkelt d«r Abtreibung ein*r H a I b j Ü d : :;. Nach einem Urteil de« Oberla/idesgerichts Jena vorn 31.3.3* darf die Strafe gegen tine Halbjüdin, die abtreibt, nicht wegen ihrer rassischen Zugehörigkeit geringer bemessen v/erden. Es ist nicht zulässig, eine ganz« Gruppe deutscher Staatsangehöriger d*m unbedingten Herrschaftsbereich dieser Straf'bestimrnung zu entziehen. Die UrtefUgründe erwähnen in diesem Zusammenhange zum Schlüsse, dass auch der Haibjüde, der ein^n Dieb' totahl. einen Moid oder eine sonstig« Straftat gegenhber einem anderen Halbjuden oder dnem Juden begeht, nicht etwa mit («er Begründung müder bestraft werden darf, dass das Vermögen oder das Leben eines Juden vom deutschen Strafge' setz nicht geschützt wurden, VERMISCHTES Eine fur das AunUmd bestimmte deutsche Meidung b«* sagt, dass vors dem im Lauf« de» Herbst«», also bei der sogenannten „Novemfoeraktion", verhafteten Juden sich „lediglich" 731 zu Anfang dieses Monats noch I n Haft befanden. Die Meidung gibt Heine Ziffern über die Gesamtzahl der Verhaftungen und über die Tode^ülle in den Lagern. Wie au* Ii c rli n gemeldet wird, hat der R*kh*crzie. hung*mtniater auf Anrfcgyng des „Rassenpolitischen Amte« der NSDAP' der Deutschen Gesellschaft für Rassenforschung ikn Auftrag zur Auaurheitung von Vorschlägen für die Errichtung tlnet JR a s s e n m u s e u m «" in Berlin erteilt.