Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 18 (14.7.1939)
- Date
- 1939-07-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seift 4 jüdische welt-rundschau Nr. is, 14. vn. im Spiel mit Juden I Rückblich auf Italien 8cMm** (Hirhc ,J.W.R:' Nr. /C u. 11) Hie Kalantroph« Im vorigen Artikel („J.W.R." Nr. 17) wurde zum Schlus* darauf hingewiesen, welchen Schlag es für die Italienischen Juden bedeute, als ..... vor kaum einem Jahre -- die Massnahmen gegen die einheimischen italienischen Juden einsetzten. Hie flogen, so «nuten wir, aus der fa«chinthehen Partei, Aber dm) war nicht alle:*. Sie flogen auch nun ttrr Henmtcnnehatt. Sie flogen nu» der Lehrtätigkeit aller Grade, von den Volksschulen bi« zu den Universitäten und Akademien, fiic flogen nun dem Urere. Gibt es nicht ho etwa» wie eine Offizleraclirc? let ein Offizierskorps denkbar ohne diesen besonderen Ehrbegriff? Körnen Juden Ihm angehören, und seit. Generationen, ohne »Ich diesen .hrbcgrlff zu eigen zu machen? Man hört« %on jüdischen Offizieren, die auf die erlittene Schmach damit antworteten, den« nie «ich erschossen, in die Fuhne gewickelt. Wirtschaftlich werden den Juden die grossen Industrie« und MnndclMintcrnehmungcn und der grosso Grundbesitz genommen; umgetauscht; egen verzinslich»;, aber unveräusserbnre Staatsanleihe. Der Wert dieser Papier« wird begreiflicherweise sehr skeptisch beurteilt. Kleinere Unternehmungen und Geschäfte bestehen noch fort, unter grosHer Unsicherheit und Sorge der jüdischen Eigentümer: auf wie lange lind mit welchem Ziele, wein» keiner. Wohl die härteste Massnahme besteht In dem volligen Awmchluas jüdischer Kinder au.% allen italienischen Unterrivhtmnstallen. Ausnahmslos' Vor den übrigen Massnahmen »in« solche Juden geschützt, die uus Familien stammen, deren Mitglieder sich um Vaterland ©der Partei verdient gemacht haben. Der Ernst dieser Begünstigung ist umstrittr». Bei strikter Durchführung würde die Zahl solcher sogenannter „discriminnti" immerhin erheblich »ein. Aber von dem Verbot des Schulbesuches gibt es keine Ausnahme. Es hilft dem Italien Ischen Judeulcinde nichts, dass rein Vater ab Frontkämpfer gefallen Ist oder seinen Tod für die Partei gefunden hat. Ks darf doch nicht das Gymnasium und nicht ül; Universität oder die Kunsiuchu!« besuchen, ja nicht einmal die italienische Volksschule. Die jüdischen Gemeinden aollen sich eigene Schulen halten. Ob das zustande kommt und in weichem Umfang, lässt sich nicht absehen. Die jüdischen Familien haben wenig Lust zu dieser Regelung und behelfon sich vorläufig mit Privatunterricht . Der jüdische Nachwuchs für höhere Berufe ist jedenfalls abgedrosselt. Aber die eigentlich böse Wirkung, und ohne Zweifel die beabsichtigte, liegt ja noch nicht darin. Woher wissen denn die Leute, dass die Juden nicht so sind, wie es ihnen die Hetzblätter und die Karikatur einreden möchten? Sie wissen es daher, das» sie mit Juden auf die Schule gegangen sind. Da haben sie die Erfahrung gemacht, dass Juden Menschen sind wie sie «elber auch. Von daher stammt die Unbefangenheit im Verhältnis von Juden und Nichtjuden. Wird üese Gelegenheit verstopft, so hört das gegenseitige Kennen auf, e« bleibt für den durchschnittlichen „Arier" nur das r r - bfld des Juden übrig, und zugleich verlernt der durchschnittliche Jude, sich mit würdiger Sicherheit unter den anderen zu bewegen. Diese Entwicklung ist ja in Deutschland in vollem Gange, .sie wird auch in Italien ,nicht anders laufen können. Bis ein paar selbständige Kopfe unter den „Ariern" aus nichts als dem Trieb« nach Erkenntnis, sijh aufmachen, um Juden aus eigener Erfahrung kennen zu lernen, das wird gute Weile haben, in Italien sowohl wie In Deutschland. Von einem Ausgetriebenen i Machthaber flieht. Er sieht diene Macht noch einmal ver grössert durch den Kaub der Tschechoslowakei. Er begreift nicht die KUlnvische Abhängigkeit seines stolzen Landes, Nachfolgerin de?j romirchen Imperiums, und des hochfemuten faschistischen Regimes, von dem Emporkömmling Hitler und von den Deutschen, die seit Jahrhunderten niemals anders als mit misfitrauisrher Geringschätzung betrachtet worden sind. Und jetzt dürfci r,ie sich in italienischen Behörden breit machen. ,,Unter Mussolini war es doch besser", witzeln die Florentiner mit ihrem losen Mundwerk. Als Florenz sich zum Empfang des „Führers" rüstete und alle Strusen aufgerissen wftren, fragten die Florentiner: ..Wissen Sie, warum überall gebuddelt wird?" und antworteten; „Sic suchen die Achse. Aber wissen Sie auch, wo man sie gefunden hat? In der Strasse der Urr/ufriedenen (via dei Malcontenti)". Nein, sie sind nicht zufrieden mit dem, was vorgeht, wenn man von den uniformierten Nutzniessern des Regimes und den kommandierten „Du ee*'-Schreiern absieht. Wenn »ins. was vorgeht, wirklich zu einem neuen Kriege führen sollte, so wird man sich zwar hüten zu prophezeien, die Einberufenen würden den Gehorsam verweigern - - das getlauen «i':h, unter dem Kriegsrecht, die Einberufenen in keinem Staate der Weit --; aber dass die Kampflust nicht lange vorhalten würde, das darf man getrost voraussagen. Di**«? allgemeine Unzufriedenheit, Misst' irnung tind Ver «tändnislosigkeit also ist durch die Judenverfolgung nicht »etwa abgeschwächt, sondern verschärft worden. Dem Regime war es vor dem abessynischen Kriege gelungen, seine Sicherung bis zu einem ziemlich hohen Grade in der allgemeinen Billigung zu finden. Heute besteht es nur durch Zwang. Aber man darf daraus nicht scbHes«en, dass es schon gefährdet sei: die Zwangsmittel sind wirksam und befinden sich fest in der Hand der Regierung. Misserfolge, zum Beispiel im Kriege, könnten freilich die Lage sehr rasch andern. Unter deutschem Kommando Dass die Judenaktion von Anfang an und in ollen Einzelheiten auf deutsches Kommando zurückgeht, daran zweifelt in Italien kein Mensch, Jude oder Arier. Dass Mussolini sich disem Kommando fügt, erregt die allgemeine Befremdung und Enttäuschung. Man sagt, Mussolini stehe in Bezug auf die Juden in Abhängigkeit von seinen nächsten Ratgebern, die Ihrerseits mit den Naziführern sympathisieren, und könne sich «egen diese Umgebung nicht mehr durchsetzen. Es werden namentlich drei Manner genannt: der Parteisekretär Starace, der Propagandaminister Farinacci, und det Aussenminister Graf Ciano, zugleich Schwiegersohn des Duce. angeblich präsumtiver Nachfolger. Abhängigkeit von ihnen in der Weise, dass er Politik gegen «einen Willen machen muss, darf ausgeschlossen werden: wenn es darauf ankäme, könnte er jederzeit gegen sie oder gegen wen immer an seine Anhänger appellieren. Aber jene Drei sind in der Tat rabiate Antisemiten, und ihr Gesinnungseinfluss auf den Ducc mag stark sein. Es deuten manche Anzeichen darauf hi:., dass Mussolini inzwischen sich 'die antisemitischen Anschauungen, die seiner antisemitischen Politik entsprechen würden, zu eigen gemacht hat. Fragen Hesse sich noch, ob denn der König sich der Judenverfolgung nicht hatte widersetzen können, in Ober- Die italienischen Juden, vorläufig noch zwischen Angst vor neuen Verschärfungen und Hoffnung auf Milderung hin und her geworfen, schwanken zwischen Festhalten und Auswandern. Die Sperrung der Schulen für ihre Kinder muss die Entscheidung auf die Dauer dahin beeinflussen, dass sie ihrer Wege gehen, sofern sie nur irgend die Möglichkeit finden. Wenn das Regime und seine judenfeindiiehe Richtung dauern, -Jässt sieh der Tag voraussehen, an dem Italien, eben« ao wie Deutschland, judenlos sein wird. V IV. DAS REGIME ~ Die Hoffnung, es imrinte eine Milderung eintreten, zusammen mit einer Loslösung von Deutschland, ist nicht erloschen, langsam freilich beginnt die unablässige Judenhetze auf das italienische Volk zu wirken, wie könnte es anders sein? Auch machen die italienischen Juden die Erfahrung, dass ihre arischen Freunde, bei aller Empörung und Sympathie, doch »ich hüten, die eigene Karriere zu gefährden, und sich lieber vorsichtig zurückziehen. Ihre Angst hat triftig« Gründe: mit dem faschistischen Regime Ist auch heute axli nicht zu «passen. Und schliesslich sind die Italiener gegenüber Massnahmen des Regimes, sie mögen sie gut* heissen oder nicht, machtlos. Dan Judennchickaal vollzieht »ich ttino in Italien tsa gut wie in Deuttuhhtmd unabhängig «o» der Volkumeinung. Aber gebilligt werden die Judenluassnahmeiv' nicht. Es wird dem Duce die Äusserung in den Mund gelegt: „In allem sind mir meine Italiener gefolgt, nur die Sache de" Juden machen sie nicht mit." Das Ansehen des Regimes und die Beliebtheit Mussolinis hat durch die Judenverfolgung ohne Zweifel eine neue Schw?.chung erfahren. Eine «*u« : das gibt dem Vorgang seine erhebliche Wichtigkeit. Das Regime leidet längst unter Einbusse seine» Kredits, Erst kam der abessynische Krieg, dessen Opfer, jenseits aller patriotischen Phrasen, das Volk zu tragen hatte. Dann, ebenso, das spanische Abenteuer. Dann der „Ansehluss" Csterreichs Un italienischen Zeitungen immer mit diesem .Wort bezeichnet). Der Italiener ist helle. Er darf zwar nichts sagen; aber d Denken lässt er sich nicht verbieten- Kr sieht also um sich und sieht das Ziel des Weltkriegs um" den Lohn des italienischen Sieges, nämlich die Zertrümmerung der gefährlichen Hataburgischcn Monarchie, vernichtet, wenn jetzt au seiner Grenze ein viel getährlicherw Nordiscke und jüdische Kind er singen... Dil: KRSTK JKiFNü- VLIJAH IN KÜPENIIA<iBN (Von nmerem Berichter*tatttr> Von der ersten Jugend-Alijah von 25 Krädern, die in Dänemark von den Behörden einen |-jährigen Aufenthalt b»» zur Palästina-Vorbereitung erhalten, trafen jetzt 19 (9 Jungens und 30 Mädels im Alter von 13 15 Jahren) in Kopenhagen ein. Einen herzlicheren Empfang, wie ihnen hier von nichtjüdischer und jüdischer Seite, und vor allem von der gesamten Presse (.die eingehende Berichte und Bilder an erster Stelle bringt) bereitet wurde, konnten sich diese jugendlichen Gäste aus t'vn „Dritten Reich" kaum wünschen! Vor allem ist es der unermüdlichen Arbeit und erfolgreichen Initiative des „Dänischen frauentatcn" zu verdanken (dem 54 dänische Frauenorganisationen mit einer MitgUederzahl von ca. 100000 angeboren), dass die finanzielle Sammlung ein so glänzendes Resultat aufweisen konnte, unter dem Vorsitz von Frau Gloerfelt-Tarp, die auch die Kinder in rührendster Weise (gemeinsam mit der Vorsitzenden der jüdischen Frauenorganisation, Melanie Oppenheim) in Empfang nahm. In ihren Willkommengrüssen sagte sie u.a.: „Das was Dänemark für Euch tut, ist dasselbe, was wir für andere Kinder in der gleichen Situation getan haben. Ich erinnere an die Wiener Kinder im Weltkriege, die in Dänemark eine Heimat gefunden haben", Bevor die Kinder in die verschiedenen dänischen Heime untergebracht werden, hat Rechtsanwalt Max Rothenberg sie für drei Wochen auf sein Landgut eingeladen, damit sie sich an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Samtliche führenden Tageszeitungen fordern ihre Leser auf, durch Beiträge die Jugend-Alijah tatkräftig tu unterstütien. Bis jetsf. wurden 120 OOü dänische Kronen erzielt und die Sammlungen laufen weiter. Ein Lehrer wurde speziell für die Palästina-Vorbereitung xur Verfügung gesteht, ebenso haben sich jüdische Schulen i« Kopenhagen für wn technischen Unterricht »ur Verfügung gestellt. Nach Schluss de* Empfanges im Hotel Ceeil sangen dänische Kinder Lieder, die die jüdischen mit dem „Emek-Lied" beantworteten, und damit war eine Verbindung nordischer Jugend;■ it der jüdischen schnell hergestellt. Der Besucher verliess diese erhebende Veranstaltung mit dem beseligenden Gefühl, dass es noch Lände i und Mensclicn in der heutigen Weit gibt. A i 1 e m z u m T rotz!... //. Ä. Dr. W v i 2 m a n n befindet sich gegenwärtig: auf einem Erholungsurlaub, Die Arzte haben ihm. wie mitgeteilt wird, strengste Schonung auferlegt, soda/s* er sich von j aUtt lys-V^sche» Geschäften iurückhaHen muss, i einatlmmung mit der liberalen Tradition des Hauses Savoyen. Aber sei 17 Jahren nimmt der König hin, was sein Ministerpräsident Ihm vorsetzt, lässt sich zum Kaiser von Abessynicn in. j zum Konig von Albanien machen, un i gibt niemals einen eigenen politischen Willen kund. Italiener sprechen von ihm ato von dem „poverino" 'etwa: nebbich): das zwergenhafte Männchen tut ihnen leid. Bisweilen Rehen Gerüchte um, der Kronprinz oder die sehr beliebt»? Kronprinzessin leisteten Widerstand; bisher hat sich noch niemals dergleichen ausgewirkt. Wahrscheinlich ist die ganze Königsfamilie Hrgst machtlos geworden und hat für ihren Thron zu fürchten. , Mussolinis Politik der letzten Jahre, die den deutschen Nrchbarn immer mächtiger hat werden lassen, in deren Folge Italien immer abhängiger vom Dritten Reich und damit Immer schwächer geworden ist, scheint den wahren Interessen det Halbinsel und also der Vernunft derartig zu widersprechen, dasß im Grunde niemand sie versteht, nicht drinnen und nicht draussen. Jeder fragt sich, welcher Preis gezahlt worden ist, um' niemand vermag zu antworten. Es waltet hier ein Geheimnis, auf dessen Aufklärung die Welt mit Spannung wartet. Welcher Art diese Aufklärung auch sein wird: mit den Juden hängt das Mysterium gewiss nicht zusammen. Kampf gegen das Judentum mag für die Machthaber de« Dritten Reiches eine Sache ihres Hemsens sein. Davon ist ii: Italien keine Rede. Der Kampf gegen das Judentum ist aufgegriffen worden, weil die deutschen Freunde es so verlangten. Die deutsche Freundschaft aber ist angenommen worden um irgendwelcher anderer, vorläufig unbekannter Ziel« willen. Ob das ein nuten Geschäft ist: wird die Geschieht« zu entscheiden haben. Vom Standpunkt de« Jüdischen* Schicksals aus Ist das, was »ich in Italien abspielt, demütigender, auch wenn es sich materiell weniger «cblimm auswirkt. Denn Hitler vernichtet den besiegten „Gegner**, wie er ihm in der übertreibenden Vorstellung des Besessener* erscheint. Mussolini opfert in den Juden eine Menschengruppe, die ihm völlig gleich giltig ist. Er hat so wenig für sie wie gegen sie. Irgendwelche Zwecke seiner Politik, unter denen die pure Erhaltung seiner Macht recht wohl an erster Stelle stehen kann, erfordern ihre Vernichtung, und also werden sie vernichtet, ohnr dass c~ in« einan Gedanken oder gar ein Gefühl kostete. Doos der Staatschef und Landesvater sich für das Wohl seiner Untergebenen so wenig verantwortlich fühlt, und data keine Mahnung des Gewissens, kein Menschenrecht de* Schwachen und Schutzlosen, ihn an der Durchführung einer solchen Massnahme hindert, das sollen die Psychologen der menschlichen Machtausübung recht scharf ins Auge fassen. Das« Juden es hinnehmen müssen, so ihres menschlicher» Selbstzweckes entkleidet und zur blossen Sache gemacht zu werden: das enthüllt die alte Judennot In ihrer gerben erschütternden Tragik und grotesken Sinnlosigkeit. Zur Einleitung der Juden hetz* musste auch In Italien •in Vorwand gefunden werden. Naheliegende und beinah* unvermeidliche Beschuldigung: die Juden seien Antifaschisten und Umstürzler. Die Behauptung — es braucht unter uns nicht, erst bewiesen zu werden — ist v c r 1 e u m d e r I s c h; sie> wird durch die blosse Geschichte des Faschismus wiederlegt. Die Juden sind antifaschistisch und umstürzlerisch so viel und) .so wenig wie die Angehörigen aller anderen Nationen. Auch die italienischen Juden stehen jetzt vor der Eral- «ratio n. Auch die italienischen Juden werden sich ein«- reihen in die Front derer, die gewillt sind, ihre Heimat zurückzuerobern: Heimat im eigentlichen und im übertragenen Sinne als dos Land, in dem sie nicht nur leben und arbeiten dürfen, sondern in dem sie auch den geistigen Raum finden zum Kampf um die sittliche Würde des Menschen. Die Barbarei tob beute J töKXFRAGK UND CHRISTLIC H F. KIRCHE >, Im Junihelft 1939 der katholischen Zeitschrift „Black* friars" (edited by the English Dominlcans) veröffentlicht Gerald Vann, O.P. einen Artikel „The Jews". Eins der erschreckendsten gegenwärtigen Phänomene ist, so heizet ea am Beginne dieser Abhandlung, das Auftauchen eines starken Antisemitismus innerhalb der Kirche. Ein von einem Katholiken kürzlich geschriebenes Flugblatt fordert die Katholiken auf, sich gegen die Juden und ihr Streben nach Weltherrschaft zu vereinigen. Wenn die Behauptung, dass das Weltjudentum danach strebt, die Welt zu beherrschen und die Christenheit zu zerstören, wirklich richtig wäre, würde das keine Entschuldigung dafür sein, im Nomen Christi ein solches Gift zu verbreiten. Das Wesen des Christentums ist Liebe, während das Wesen der Antisemitismus Hass Ist. Die Verbreitung solchen antisemitischen Giftes in der Kirche verstösst gegen den Kern des Christentums. — Noch einer ausführlichen Polemik gegen verschiedene antisemitische Argumente macht der Artikel schliesslich zu den religiüaen Gesichtspunkten folgende Bemerkungen: Die Kräfte, die zurück zur Barbarei führen, sind heute am meisten zu fürchten, sie sind aber nicht jüdisch, im Gegenteil Todfeinde des Judentums, denn der Jude ist zivilisiert. Die Erkenntnis von der Existenz des Absoluten liegt dem Juden im Blut. Nicht umsonst hat das Volk Israel durch Jahrhunderte vor dem Beginn des Christeni (ums seinen Glaubeu bewahrt und den wahren Gott angebetet. Dr*n Glauben an das Absolute zu haben, heisst aber die Wut der modernen Barbarei zu erwecken, die die Rückkehr zu den dunklen ' Kränen des Instinkts bedeutet Dm» religiöse Zähigkeit, die die Juden In radikalen Gegensatz „.... \2__u.».—»» I*r.i___«■ .....Ui-J«, -----»--r<ru-;.t*ntt«m ..v«. 85...~..Mfet.f >t""»«i *»t «U| ttstt. w««» v-»~. *------- Die Gefahr. 4&** die Kirche sieh mit dem Antisemitismus identifiziert, ist beseitigt. Papst Pius XI. hat ihn kategorisch verdammt. K. John Philby, der bekannte Araberfreund, kandidiert in» englische Unterhaus im freigewordenen Wahlkreis de* verstorbenen (jüdischen) Ministers Sir Philipp Sassoon. Fhilby wir<| aufgestellt von einer Partei, die sich „Britische Volkspartel* nennt und unter dem Schlag-wort „Gegen Krieg und Wucher" in den Wahlkampf rieht. Die Partei wird heftig angegriffen von den Faschisten weil feie nicht genügend (oder nicht offen genug) unliscmrusch c*i.