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Jüdische Weltrundschau · 1939-07-07 · 17 (7.7.1939) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
17 (7.7.1939)
Date
1939-07-07
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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' Seite 8 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Kr. 17, T.VILlWf UNTERSTÜTZUNG ILLEGALER LANDUNG KK('flLS A%WALT SELIOMANX VERURTEILT Ttvr Rechtsanwidt Mnx Scliicmnnn, 'iVi-Aviv, der «vr^en Mithilfe bei der Forderung; ilh'Knbr rmmiKrutum,?.uflcmmon mit dem Poh'zeioffizier Goddard (vgl. vorige? Nr.) «ngeklaßt wnr, wurde zu einer C,cfüngnis:strrtfe von 8 et Ii s Mnnntf n v e nirt e il f. Scligrnann ißt. von der Anklage der Be-itcchun?? und Beamten Verführung freigesprochen und nur \v?;;cn Komplott;! zur Umgehung dos TmmigratlonagescUeg verurojit worden. Im Laufe den Prozesses stellte sieh heraus, dass Seligmnnn einige Turo vor seiner Anklage zum Chcfsekretür der Regierung gegangen ist, um ihn darauf aufmerksam zu machen, tfnss verschiedene Polizeibeamt« in korrupte Angelegenheiten In Verbindung mit der Illegalen Einwanderung verwickelt fielen. Der C'hcfsokrctar hatte daraufhin Keligmann «um Genernlataatsanwnlt geschickt, der aber «eine Erklärung nicht enigegennehmen wollte, weil bereits die Anklage gegen Seligmann «rhwebte. Der englische Richter Curry erklärte in seiner Urteilsbegründung, dieser Resuch Soligmnnns beim Chcfsckreüir «ei höeh«l verdächtig und man müsse annehmen, dnss Seligmarn diesen Schritt nur darum unternommen hat, weil er von dem gegen (Im eingeleiteten Verfuhren Wind bekam und auf die.se Wehe Keine Unschuld dartun wollte. Die von Seligmnun im Prozcss aufgestellte Behauptung, seine Unterredungen mit f'Ioddard und GiU^i hatten den Zweck gohabt, der Regierung bei der Verhindnruntj illegaler Kinwandeiung zu helfen, wurde vom Richter als nicht glaubwürdig zurückgewiesen. Gelegentlich dieser Behauptungen .... hat der Vorsitzende englische Richter die Interessant« Bemerkung gemacht: „Es scheint mir .'sonderbar, da^ss ein ßeamUr des Nachrichtendienstes einen Juden auffordern Tollte, ihm bei der 'Verhinderung Illegaler Immigration 1 «u. helfen. Wenn ich ein Jude wOvc, tei'rde ich wirk hrhidhjl 'fühlen i itrimjemand mir zumuten sollte, ihm Nachrichten zu geben, die für weine eigenen NfatnmejffeuQiwm tn nachteilig sind." Im Verlauf, aemer Verteidigung hatte Seligmann wie- der holt erklärt, er sei ein Gegner illegaler Immigration. Er sagte auch, er sei kein Revisionist, .sondern habe nur als Anwalt die Revisionisten vertreten, die ihm Geld schuldig geblieben sind. Ii— Der Rieht«r sagte im Abschluss. »einer umfangreichen Urteilsbegründung, in einer solchen Sache müsse eine Strafe Verhängt werden, die irbseh rockend wirkt, denn es handele sich um oino ..Tätigkeit, die die, Politik der Regierung vereiteln will. Gegenüber den Ebnenden, die die Strafe als hl milde bezeichnen, sagte der Richter, man müsse berücksichtigf'n. fi)3Ss "für einen Mann von dein .winien und Bildungsniveau wie der Angeklagte;Oef:lnsjnis eine empfindliche Strafe sei."' Es sei auch gerecht fortigt. dass die Strafe strenger '. Ist als im Falle Goddard, weil der Letztere vtiii emem vorge- ,setzten Offizier verführt worden ist. i 1 'Rechtsanwalt Seligmann ist ein jüdischer Anwalt britischer ■ .Slaatsc'sngehörigkolt. der bisher schon in verschiedenen Fällen eine Outsider-Position eingenommen hat. So z. B. hat es grinste« Aufsehen in jüdischen Kreisen hervorgerufen, als Seligmann vor einiger Zeit eine Rechtssache der revisionistischen Partei gegen die Hafenvcrwattung Tel-Aviv nicht _ beim Gericht in Tel-Aviv anhängig machte, sondern beim Gericht In Jaffa. Aus seiner englischen Staatsangehörigkeit ergaben sich auch die Beziehungen zu den verschiedenen englischen Polizeioffizieren, die In dem Prozess eine Rollo go.-tnieH haben. Dem Verurteilten wurde das Recht auf Berti f u n g zugebilligt. In Maifa fand unter dem Vorsitz von Hermann Struck eine Feier zu Ehren des «0, Geburtstages des Architekten Alexander Klein (vgl. „JWR" Nr. 14) statt. TEL-AVIV ..PASCO ELEC TEL- A V I V;.n. tin.ÄMd.rrjf, KrU N». 1,!;.!!. H.'i.jMiuin. 'l'-l. 3013 IrKlSAl.KM . Jr.tY» Uii„ «»ins. nn«i(ift ..'/.iou" "%\ \ V." . HAIFA 4», K!u3>«:.v. T..1 nai TRIC LIMITED OAS FÜHRENDE ELEKTRO« RUCHE AUSWAHL IN ALLIN ELEKTR0-6EGENSTÄNDEN Beleihung, Atikcuif, Verkauf von BiitUuiien, Uhren, Gold und Silber LOMBARDHAUS 57" NacMalh ••n|«mi« 57 ' ILSE HELFT DIR OJTI MlITAOtTIICH TEL.AVIV im Siidtitnlr um ALLEN8Y STR. 78 Im Haust „Haarrtak" Jatit «well Ab«nd«M«n I SCHUHKLINIK TEL-AVIV Bogr«ihow Straet 9 Eck« B.n Ychud« Rd. 46 Alle Scliulmvpjtaturcn in sauberster Aushihrimg. Anfertigung von Massu. orthopädischen Schuhen. IPI IUUTIT: W|r4»»«r»<»9 «. V»rkl«l««HJ«»( ta* Schuhen nach **•»» FLOCHTIINGE GELANDET SCHIFFK MIT ILLKC1ALKN KOMM KV NACH PALÄSTINA Ein kleines Sehiff von 100 Tonnen namens Marsis wurde von einem britischen Zerntörer gefangen und nach Haifa geschleppt, Das Boot hatte 7 5 0 Flüchtlinge ans Deutschland, Tschechoslowakei und Danzig in der Nahe von Gaza gelandet und war dann wieder aufs Meer hinausgefahren, doch die Maschine versagte und so wurde das Boot gefangen. Die Flüchtlinge wurden von der Polizei nach Gnza. gebracht und dann mit einem Sonderzug nach Haifa befördert, wo sie in dem Fmigrantonheim untergebracht wurden. Die Flüchtlinge waren seit dem 6. März, also mehr als drei Monate unterwegs und waren schon im April einmal von Haifa zurückgesandt worden. Das Schiff hatte dann verschiedene griechische Inseln angelaufen. Auf hoher See waren sie jetzt von dem Dampfer, der sie ursprünglich beherbergt hatte, in den kleinen Schoner verladen worden und die letzten zwei Ta^e vor der Landung, so heisst es, waren sie ohne Wasser und Nahrung. Die Passagiere des Schiffes „Marsis" sind in einem unvorstellbaren Zustand, aller Hilfsmittel entblösst im Lande angekommen. Die palästinensischen Zeitungen bringen spalterilange Berichte Uber die Leiden, die diese Menschen wahrend ihrer Fahrt durchgemacht haben. Zu allen Entbehrungen trat zum Schluss noch die unmittelbare Lebensgefahr, als das Schiff ,.Marlis" infolge eines Maschinendefekts und anderer Fehler sich mit Wasser füllte. Die Passagiere konnten beobachten, wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen. Im letzten Moment kam eine Seepolizei-Patrouiilc und veranlasste die Überführung der völlig erschöpften Menschen in arabisch« Boote, die die Flüchtlinge ans Land brachten. Später kam dann, wie oben schon gemeldet, das englische Torpedoboot und versuchte das bereits von Menschen entleerte sinkende Schiff nns Land zu schleppen. Als Kuriosuni sei vermerkt, dass sich unter den illegales'. Immigranten, <JI© vor. der „Marsis" ausgebootet wurden, auch Äwei christliche 'Deutsche befanden, die erklärten, dass sie von der deutschen Armee desertiert seien und in Palästina zu bleiben wünschen. Ein weiteres Schiff mit illegalen Immigranten wurde am Sonntag nachmittag mit 570 Flüchtlingen an Bord nach Haifa gebracht, Es handelt sich um einen kleinen Schoner, der unter der Flagge Panamas segelte und von einem englischen Kriegsschiff aufgebracht wurde. Am Montag, den 3. Juli, fuhr ein griechischer Schoner von 70 Tonnen, der die griechische Flagge führte, im Hafen von Haifa ein. ESs'stellte sich heraus, dass er 697 jüdische Flüchtlinge an Bord hatte, grösstenteils aus der Tsehcchoslovakei. Die meisten Passagiere sind junge Menschen, darunter 100 junge Mädchen und Frauen. Di« Reisenden waren?.$ Moiiftte unterwegs und auf dem Schiffe befanden sich drei ßHnglinge, die auf der Fahrt geboren wurden, im Alter von 1-3 Wochen. Diese wurden sofort in das Hadassah-Höspita! fn Haifa gebracht. Die Passagier« des Schiffes winden nach einiger Zeit In Haifa gelandet und in die Quarantäne-Station gebracht. Das Södenkauis-Gesetz Die „Palcstine-Gazette" (Amtsblatt) veröffentlichte am 29. Juni eine Reihe von neuen Gesetzen. Darunter ist zunächst eine Verordnung, die den High Oommissioncr ermächtigt, den Verkauf von Boden in Palästina oder ir; irgendeinem Teil Palästinas rückwirkend vom 18, Mal 1930 zu verbieten, einzuschränken oder xu rcgulJcr e n. Der High Commissioner kann diese Massnahmen verfügen in Bezug auf den Übergang von Boden von Arabern an Juden oder andere Nichtarabcr, von Juden an Araber oder andere Nicht.juden. von Arabern oder Juden an irgendweich*? Dritte. Land-Transaktionen, die im Gegensatz, zu diesen Vei- , Ordnungen gemacht werden, können für ungültig erklärt j werden. Die Transaktionen umfassen nicht nur Verkäufe j sondern auch Vermietungen, Hypotheken und andere Rechte. Lnter Boden versteht man auch Wasser, Gebäude, Bäume und •, alle Rechte an den genannten Objekten. j Eine andere Verrodnung im gleichen Amtsbh.tt enthalt j Zusatz« zum E h e r c c h t. Das Familienrecht untersteht nach dem palästinensischen Gesetz den religiösen Gerichtshöfen der zehn auerkannten Konfessionen. Das neue Gesetz, regelt nun die Eheschliessungen von Personen, die zu keiner Religionsgemeinschaft gehören. Weiter ist im Amtsblatt festgesetzt, dass im Fal! einer Nichtübereinstimmung zwischen dem arabischen bezw. hebräischen und englischen Text eines Gesetzes der engli.sc.he Text als authentisch zu betrachten ist. NEUE VERWALTUNGSBEZIRKE Vom 1. Juli an ist Palästina in sechs V e r w » 11 « n g %• dlstriktc eingeteilt worden, statt wie bisher tn vier. Dabei wurde, wie betont wird, eine Teilung der landlichen und städtischen Distrikte angestrebt. Die gegenwärtigen Distrikte, die vcrwaltungsmässig noch untcrgeteilt sind, sind folgende: 1. Galiläa und Akko (Landdistrikt) mit dem Sitz der Verw-*- tung in Naznreth 2. Haifa Samaria fLanddistrikt) mit dem Mittelpunkt Nablus 4. Jerusalem >. Lydda fmit dem Zentrum In Ramien) a. Gaza fLanddistrikt) mit dem Zentrum in Gaza. Die Stadt Tel-Aviv, die grösstc Stadt des Landes, geliert zum Distrikt Lydda, dessen Verwaltungszentren in Hamich und Jaffa sind. Der Grund für die neue Einteilung der Verwaltungsbezirke ist vorläufig unbekannt, doch vermutet man, dass die Sache zusammenhängt mit der künftigen Gesetzgebung in Bezug auf Bodenverkauf und lokale Selbstverwaltung. Eigenartig Ist die Tatsache, dass die Verwaltungsbehörde, der die zahlreichen jüdischen Dörfer im Schaaron (Ebene nördlich von Tel-Aviv) unterstehen, ihren Sitz jetzt in Nablus hat, einer rein arabischen Stadt, die seit Jahren von Juden gemieden wird. AMTSEINFÜHRUNG HKS RAW USfKL In der nach Jochanan Ben Sakkai benannten allen Syn«« goge in der Jerusalem«»- Altstadt fand die feierliche Elnführ ng des neuen s e pha r d i s c h c n Oborrabbiner» Benzion Usiel statt. Rabbi Usidl war bisher sephardischer Ohcrrabhiner in Tel-Aviv und wurde nach dem Tode von Rabbi Meir zum sephardischen Oberrabbincr des ganzen Landes gewählt, womit er den Titel „Rishon-le-Zion" (dei Erste in Zion) erhält. Die Feier in der Altstadt zeigte der Pomp und die Prachtentfaltung des orientalischen Ritus. Zahlreiche Rabbiner und Würdenträger der sephardischen und der anderen orientalischen Gemeinden in ihren bunten Gewändern, viele würdige Gestalten mit langen Barten und phantastischen Kopfbedeckungen und Kleidern füllten die Synagoge. Schon vor Beginn der Feier stauten sich an der Endstation der Autobussedie Menschen, die als Zuschauer in die Altstadt zu dem Ereignis fahren wollten, grösstenteils orthodoxe Juden und Angehörige der orientalischen Gemeinden. Vor der Feier In der Synagoge fand ein Gang zur Klagemauer statt und nach der Feier ein Bankett im Hot«! Am» dursky. Nach einer offiziellen Statistik sind in den ersten viel Monaten des Jahres l'j'Vj im ganzen 11.014 Menschen In Palästina eingewandert, davon 9.7913 Juden. 75?,; kamer aus Deutschland (einschliesslich Österreich und Tscheche»- slovakei). HAIFA Wir kaufen, verkauf««« wn«J mmhmin avr Awfcti«* "Knie!. Aoli«ia.i;4tca.. Klaviere Tr;)picl-.<r. . Cml .: tr.iWe. 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Niemals hat die internationale Post für uns eine solche Rolle gespielt wie jetzt. Zahlreiche Menschen In Palastina haben Freunde und Angehörige in irgendeinem Teil des amerikanischen Kontinents und es ist eine grosse Erleichterung für diese versprengten Familien- und Freundeskreise, zu wissen, das* Nachrichten ale jet2t In einer halben Woche erreichen können. <r LEICA — CONTAX - OCCASIONEN ANKAUF - VERKAUF _ TAUSCH lo Photo-Arbeiten, Spezialabteilung für Uica-FEINKORN-Entwtcklung. $nm'$smmr <f'uh«r HAIFA, HKHAIUTI. ICH« SCHAfMtASTI., Hl. IIJ? AUF DEM CARMEL lri»icr»ilön f. IViintn tt. Herr«» Piriunjcri* SALON „CHARLOTT" Oittirvtllca — Hitdhbit Winerwcltcn — Onituljii«« I r * t ti i . s % i s c h«<lu«un. Illlti: ERHOLUNG ALF DEM CARMEL BETH ALISA Alll/A Tel. 2032 KLEINE ANZEIGEN H K U (SOLU IT. HII.HtlR «.ah!« ich iiie hv)eciicss#n T";^espr<iise. NUblsrr, Uüif;t, Jaffa str., N«u«r MrrkMs. rHOiO-CO*'!*:^ im örttfin*£ vun IXtkufnenStQ Mt?r Art, V*tn- »e, PUetKi, FaniiiieH-Urktiiulen, wtcbtfs* Urkt*. iei*t auch dop. petseius. Zeicbnunge» etc. lUmft, iiaU^, .tiSaatr. iSvw ätcikati. BEVORZUGEN SIE die Inserenten der J.W.R.! AM«.tl'r »ob l'hoio - A pi»a r* F<-rnc!a««erii uml Mikroskop««, ÜMkfcftr, Haü», JsJfay.r. SetMt Metkas. L A T I F BILDER ► JASMIN MATOSSIAN der jüdischen Geschichte aus der ältesten bis zur neuesten Zeit liegen unseren ZigaretteruMarken bei NARCISSUS EMIR MASPERO J I S C H U ^r^y^m^smmm^^s $aaff^ass^s^^ yg«issy?^igss^

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