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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-30 · 16 (30.6.1939) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
16 (30.6.1939)
Date
1939-06-30
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAtT Nr. 1«, 30. VI. IM» ANKLAGE GEGEN DEN FRANZÖSISCHEN -STREICHER" Unrrcr Pnri^rr Berichterstatter abreibt: Tm Rahmen ihrer Aktion ne'ron die französischen Verbreiter der nusländlschrn Propaganda hat »He Pariser Polizei >uch einn H/unsuehung bei dcr,i „Pwtr.cs'Miblcment Antijuif" vorgenommen, das von dem Pariser rriyali'Ui.'jeiien Stadtverordneten Da r rj u i e r de Pellepoix /gleitet wird und da« die nntisc-.nltisehe Hetzzeitung „La France E n c Im i n rfe" hcMtisgibt. Daro,uler de Peilej:ofX führt in Frankreich seit. Jahren ( ine wüste Hclzproprignn- £rtndrt r,z:;civ die Juden und der Ton Heiner Reden und Artikel gibt r.:i Gemeinheit nHits denen des deutschen Antiscmitenführcri Strck-her nach. Seine Tätigkeit im Pariser Stadtrat hat be;*ciLi Mehrfach zu heftigen Zwischenfällen mit Sladti'erordiu.Un der anderen Parteien geführt. Seit längerer Zeit vermittele man, das/» da« „Ra'flcmblemcnt" in enger Verbindung mit dem deutschen ProjHiganddministerium bzw. mit dem Krfiutcr „Wt Itdienst" steht und die Pariser Polizei hoffte, durch rino pl"txl!eho Haussuchung Beweise für diese Vermutung finden zu können, Nach den Mitteilungen der Pariser Prafektur!,itul in der Tat bei dieser Untersuchung Dokumente geftinrk'n worden, die eine Verbindung mit ausländischen Frö;mgandaz< ntralen erkennen lassen. Der Untersuchungsrichter hat daher Dnr<iuier de Pellepoix angeklagt, gegen das neue Gc:»ctz, das den Kmpfang ausländischer Propagnndafonds unter Strafe «teilt, Verstössen zu haben. Diese Anklage kann die- Verurteilung zu sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 1000—10 000 Franken nach «ich VtJ ziehen. Darquior de Pellepoix ist ausserdem der Aufreizung zum Ua.s.sonha.';.s angeklagt worden und eine Verurteilung unter dienern Titel zieht, gleichfalls eine Gefängnisstrafe von fünf Tagen bis 6 Monaten sowie ««ine Geldstrafe von 25• -2000 Franken nach sich. Man kann annehmen, dann die Verhandlung im Herbst stattfinden wird. Di« Aktionen der französischen Polizei gegen die ausländische .meist ftleirhzeitig antisemitische Propaganda haben aurh zur Aufdeckung weiterer Propagandazentralen in der französischen Provinz und in Pari:) geführt und es wurden in diesem Zusammenhang mehrere Verhaftungen vorgenommen. In Arras und Diinkirohen wurden 40 bzw. 500 kg Propagandamaterial des Deutschen Fichte-Bunde« beschlagnahmt, das sich in der Hauptsache aus Obersetzungen von Hitler-Reden in französischer Sprache zusammensetzte. Gleichzeitig konnten in Paria in einem Haus am Boulevard Magenta nicht weniger als zehn Lastautos voll antisemitischer Propagandaliteratur Flugblätter, Broschüren und Bücher, teilweise in luxuriöser Ausstattung, beschlagnahmt werden. Beim Abladen der Ballen platten einige Kollis und der Strom der Hetzliteratur ergoss sich auf die Strasse, wodurch die Polizei auf die Spur dieser Propagandazentrale kam. Auch diese Hetzschriften waren deutiehen Ursprungs, In den pariser politischen Kreisen hat die Aufdeckung dieser systematischen, von Deutschland gelei teten Propaganda in Frankreich grosse Empörung hervorgerufen. V^ Jüdischer Protest in Australien . Von umerem Bcrkhteratattcr. . — Sydney, 12. Juni. In einer Versammlung, In der sämtliche jüdischen Organisationen vertreten waren, wurde nach Debatte die fol gen de Resolution einstimmig angenommen: „Diese Versammlung, die alle Gliederungen der jüdischen Gemeinschaft von New South Wales umfasst, versichert die unwandelbare liOyalität der Untertanen Seiner Majestät ßla drückt Ihre tiefste Enttäuschung hinsichtlich der Entscheidung der Britischen Regierung aus, das White Paper über Palästina zur Durchführung zu bringen. Sic erklärt, mit verfassungsmässigen Mitteln die Britische Regierung zu drangen, Ihre Entscheidung tu revidieren und ,so die „Ansprüche des jüdischen Volkes auf ein jüdisches Heimatland in Palästina anzuerkennen, in Übereinstimmung mit dem Gei t und mit dem Wortlaut der Balfour Deklaration." < Es wurde ferner beschlossen, den Wortlaut dieser Resolution an den Prime Minister nach London, an den Kolonial Minister und an die Jewish Agcncy nach London zu telegrafieren. * i Dr. Jizchak Steinberg, der Sekretär der Organisation „Freiland" (jüdische Territorinlisten) ist aus London in Australien eingetroffen, um die Möglichkeiten der Uberrührung jüdischer Bauern nach Australien zu studieren. Wie die Presse mitteilt, hat Dr. Steinberg bei seiner Ankunft erklärt, dass er ein Gegner der Schaffung separater jüdischer Gemeinschaften In Australien ist. Die Erklärung Jst insofern sehr interessant, als sie offenbar einen neuen Kurs In der .Haltung der „Freiland"-OrKüi'-ssatioR kennzeichnet, die in ihrer Propaganda und ihren Denkschriften (z. B. inEvian) Niel» stets gegen Einzelwanderung und Infiltration wandte und an dem Grunsatz einer territorial gesonderten jüdischen Mnssenkolonisation festhielt. In Australien ist, wie die „JWit" bereits mehrfach berichtete, die öffentliche Meinung entschieden gegen die Schaffung separater territorial abgegrenzter jüdischer Siedlungen und überhaupt gegen jede Form der Separation der Einwanderer. '\ Zu einem Ehreodoktorat Die Universität Basel hat aus Anlas» der Einweihung eines neuen Gebäudes ein Fest gefeiert, an dem die ganze Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession lebhaften Anteil nahm. (Bei dieser Gelegenheit »ei dankbar daran erinnert, das» seit mehreren Jahrzehnten diese berühmt« Universität jüdischen Studenten, die in Ihren Wohnlkndern nicht studieren durften, Gastfreundschaft gewährte; unter ihren Dozenten waren bedeutende Juden wie Karl Joel und Otto Landmann), Anlässlich dieses Festes wurden eine Reiho von Khrendoktorateu vergeben, darunter auch an Dr. Burckhardt, den Völkerbunu*kommissar für Datuig- Dazu wird dein Züricher „Israelitischen Wochenblatt" geschrieben: » „Wenn der Hochkommissar in Danzig für seine wissenschaftlichen Leistungen den Grad eines juristischen Ehrendoktors erhält,.'ist diese Ehrung bestimmt verdient Wenn wir aber in der B e g r ü n d u r« g hörten, dass er das ihm vom Völkerbund anvertraute Amt so verwaltete, „dass das R e c h t In der W e 11 und der Friede unter den Völkern gewahrt wurde", so müssen wir als Juden in erster Linie an die 5000 Danziger Juden denken, für die Prof. Burckhardt keinen Finger rührte, und an die Vcrschleppungssehiffv, auf denen Danziger Juden seit Monaten auf dem Meer treiben, ohne irgendwo angekommen zu sein. Es ist uns nicht bekannt, dass der Hochkommissar seinen Einfluss oder den des Völkerbundes eingesetzt hat, um dieses unmenschliche Los tu verhindern. Er hätte dadurch Gelegenheit gehabt, sich um das Menschen- und Völkerrecht eine Ehrung zu verdienen." Wahrscheinlich hätte ein Eingreifen weder des Kommissars, noch des Völkerbunde« etwas gefruchtet; längst gilt brutal« Gewalt und nicht Recht oder Menschlichkeit, und dagegen Ist man machtlos. Aber man sollte diesen Sachverhalt Wenigstens nicht noch verschleiern. Der XXI. Zionistenkongress Laut einem Abkommen zwischen dem Büro des XXI. Zionistenkemgresses und der Genfer Stadtverwaltung wird der Kongres* im Stadttheater zu Genf tagen. ~~ Die Schweizer Bundesregierung versicherte dem Kongressbüro, dass nie den Schweizer Konsulaten Weisung geben werde, allen Kongrcss-Delegierten. auch aolchen, deren Pässe nicht mehr gültig sind, Visa auszustellen. Dies gilt nicht auch für Staatenlose, die dem Kongress als Gäste beiwohnen wollen. Domingo will Flüchtlinge aufnehmen Auf der in Ge l/ftnfnrn, n f tagenden 25. Internationalen Arbcitsoltc der Vertreter der Dominikanischen Republik D. Hartoy das Angebot seiner Regierung, 100.000 Flüchtlinge, die „Opfer rassischer Verfolgung" sind, aufzunehmen. Die Dominikanische Republik, sagt Hartoy, ist heute eines der blühendsten und ruhigsten Länder. Trotz des Umstände», dass unser Land kaum grösser ist als die Schweiz, hat es sich zur Aufnahme von 100.000 Flüchtlingen entschlossen. Der Vertreter Argentiniens erklärte auf der Tagung der Konferenz, seine Regierung sei an der Einwanderung industrieller Elemente interessiert. Argentinien sei gegenwärtig mit der Errichtung neuer Industrien beschäftigt, und die argentinischen Fabriken würden hinsichtlich Nationalität/ Religion oder Rasse, keine Unterschiede machen. Es verlautet, dass der Bericht der Kommission, deren Aufgabe es war, das AngeWt der dominikanischen Republik auf Zulassung von 100.000 Flüchtlingen zu prüfen/ demnächst in New York veröffentlicht werden wird. In put unterrichteten Kreisen erklärt man. dass der Bericht günstig laute und das» gute Möglichkeiten für eine Absiedlung von Flüchtlingen bestehen. Dr. A. M- Sllbormonn I Mit Erschütterung hören wir, dass am 5. Juni Dr Silbermoiui »einen »ehwert.1« Leiden in London erlegen A, M. ist. „IM SUMPF DER BARBAREI" Die vorzügliche Zeltschrift „Entscheidung" (Luzern); ein von echt christlichem und universalistischem Geist getragenes Blatt, veröffentlicht einen Aufsatz mit dem Titel „Ausrottung der Juden ist Ausrottung der Zivilisation". Die Zeitschrift behandelt in diesem Aufsatz den beispiellosen Vorgang, dass Woche für Woche Juden auf Schiffe geiaden und irgendwo in der Welt geschickt werden, ohne Hoffnung, von einem Lande aufgenommen zu werden. In diesem Zusammenhang schreibt die Zeitung; „Dass die Welt, die noch Anspruch auf Zivilisation, auf einen Rest menschlichen und religiösen Empfindens erhebt, diesem ungeheuerlichen Geschehen nicht einfach als neutraler Zuschauer, mit gelegentlichen wohlstilisierten Protesten begegnen kann, ohne sich selbst im Sumpf der Barbarei aufzulösen, versteht sich. Die eigenen Staaten, n denn man viele Zehntausende von Nazis und Mitschuldigen am Judenmord ungestört leben und verdienen lässt, kurzerhand gegen das Eindringen der hilflosen und verzweifelnden Opfer der modernen Barbarei abzusperren, den methodischen Sadismus als ein Naturereignis untätig hinzunehmen und ab und zu einmal ein paar papierene Bekenntnisse zu Humanität und christlicher Nächstenliebe loszulassen, das ist k e i n Mittel, um d e m Teil der Menschheit, der sieh vor Vertierung noch bewahrt hat. das religiöse und zivilisatorische Bewusstsein, die Werte, von Moral. Recht, Liebe, jt auch nur das Bewusstsein, ein Mensch zu sein, zu erhalten. Nur das sofortige entschlossene Eingreifen in ein Drama, .das seinesgleichen in der Weltgeschichte nicht h-t. nur ein christliches Denken, das materiellen i*berfluss, Wohlbehagen, Sicherheit und Sättigung verwirft, wenn alles dieses ..Glück" mit dem Tod und den Qualen von Hunderttausenden von Mitmenschen erkauft wird, nur ein praktisches Christentum kann jetzt noch der allgemeinen Verrohung, zu der die Gleichgültigkeit eines vollen Magens die natürliche Vorstufe ist Einhalt gebieten und sie besiegen." J Es ist charakteristisch dass diese Zeitung, die mit einer beispiellosen Tapferkeit gegen die sogenannten demokratischen „Friedensvermittler", die in Wahrheit sich der Diktatur der Vielen Tausenden ist sein N»m* durch dm»/ Menorah-Wörterj fast.ntet lachen Propaganda fügen, kämpft, in seiner ieutcu önch und durch sein tulmudisehes Wörterbuch bekannt und : NumBW mjtteilt. dass sie aus Geldmangel nur noch einmal seine zahlreichen Freund* wissen, was für ein ausgezeichneter j mon;itHch erscheinen kann. Mensch er gewesen ist Er war Absolvent des Berliner Rabbiner- Seminars, aber seine Liebe galt dorn jüdischen Buch, Dazu prädestinierten ihn seine hervorragenden hebräischen Kennt-j Die itt England befindliehen Mitglieder des Hechalm nlsse und sein allgemeines Wissen. Er war Gründer des j aut> Di utschland sandten an die Exekutive der Arbeiterorgu- Menorah-Verlages in Wien, reproduzierte einige bedeutende j nisauoneu in Tci-Aviv eine Begrüssung, worin es heisst: „Die Werke de r jüdischen Literatur iEisensteins Ozar Israel in j erste Zusammenkunft der Chaluzim aus Deutschland in Eng- 10 Bänden und Kohuts Aruch eompletum). y.-ur Verfasser einer i lan, die die tausend ersten Chawerim vertritt, die sich in englischen ÜberseUung ties Raschi-Kommentars zum Petita- | England auf ein Arbeitsieben in Palastin« vorbereiten, »enteilen. Seit einigen Jahren hatte er seinen Wohnsitz in Lon-! dei der Histadi " "i ihren Gruss. „L'ber Meere und Grenzen don und war Mitinhaber der Firma Shapiro, Vallentine & Co. * hinweg, trotz allen Schwierigkeiten, werden wir einwandern" Seino noch sehr jungen Kinder stehen, da sie t'ie Mutter j („Aloh nauleh" — die Worte, die Josua und Kaleb gegenichon früher verloren haben, völlig verwaist da. j über dem Defätismus der biblischen Kundschafter gesprochen Amsterdam. LouU lAtnnh | hsben)% Briefe an die Redahion „RÜCKKEHR" — WOHIN? Jerusalem, 2.*. Juni. Seiir geehrte Redaktion! Man* Tramer umi M. V. Bcn-Gavriel fordern beide in Nr. 14 der ,,JWR". von verschiedenen Gesichtspunkten ausgehend, Abkehr vom mitteleuropäischen Denken und ..Rückehr" zur jüdischen Eigenart, erreichbar durch „innere Mission". Wohin wollen sie zurückkehren? Tramer will zurück zu Hermann Cohen. Rosenr.weig und Ruber. Er verglast dabei völlig, das« ein ,.Rückkehr"-Programm ja doch nicht nur für die ehemaligen deutschen Juden aufgestellt werden kann, und dass Juden aus angelsächsischen Ländern z. B. aber auch den meisten Ostjuden .schon die Bubcr-Rosenzweigsche Sprache vöüig unzugänglich ist. ganz abgesehen davon, das» ihnen diese Art Judentum völlig fremd ist. Wenn schon „Rückkehr" - dann konsequenterweise Rückkehr zu Torah, Mi/tchnah und Talmud, zum Zeremonialgesetz, zur Unterwerfung unter die Autorität der Rabbiner. Da» scheint, wenn ic'i nicht irre, Ben-Gavriels Meinung zu sein. Nur ist diese Rückkehr für einen sehr grossen Teil der Juden — bes. der palästinensischen — unmöglich, und wäre sie möglich, ich fürchte, sie würde uns im Politischen auch nicht weiter helfen. Rückkehr zur Orthodoxie setzt Glauben an ihre Lehren voraus. Aus politischen Gründen allein kann man nicht zum Talmud zurückkehren. Aber könnte man e« selbst — was wäre damit gewonnen? Soviel ich weiss, waren sowohl die Makkabäcr wie die Sikkarier äusserst fromme Leute. Will nun jemand Im Ernst behaupten, *ie hätten «ich in unserer Zeit geniert, Telcphonzellen umzuwerfen, Laternen auszulöschen und selbst Bomben zu werfen? Sie haben — mutatis mutandis — genau dasselbe getan! Und es ist sicher kein Zufall, dass unter der Menge, die am Jerusalemcr Demonstrationstag Laternen zerschmis» und Verkehrszeichen ausriss, die Jeschiwa-Bachurim und dl« Mitglieder der frommen orientalischen Gemeinden hervorragenden Anteil hatten. Ich fürchte, wir nehmen die Diskussion über eine nebulose Mission zum Anlas», das politisch Notwendige zu versäumen, und auf der langwierigen Suche nach einer ..eigenartigen* Antwort, vergessen wir völlig, eine zweckmässige und richtige zu erteilen. Aufsätze wie diese haben die von ihren Verfassern sicher nicht beabsichtigte Nebenwirkung, die Aufmerksamkeit von dem wahren Krebsschaden unserer Situation abzulenken: dem bedauerlichen Mangel an Autorität unserer Führung, der nicht zum wenigsten verschuldet ist durch Mangel an einem klaren, durchführbaren und wirksamen Programm im Kampf gegen das Weissbuch. Es steht vor uns eine festumrissene politische Aufgabe. Sie lässt sich nicht durch eine „Philosophie der Rückkehr", durch „Innere Mission" lösen, condern durch vernunftgemässe, zum Ziel führende Aktion — selbst wenn diese aller „jüdischen Eigenart" entbehren und sich in nichts von dem unterscheiden sollte, was „alle anderen Völker" in der gleichen Lage tun würden. C. Z. K I ö t z e 1. NACHBEMERKUNG DER REDAKTION Zu dem Artikel von Hnns Tramer und Ben GavrieJ im. Xr. t$ der >JWR" haben wir mehrere. Äusserungen erhaiim, die sieh dagegen wenden, dass — nach Meinung der Ein- M'nder — die beiden Verfasser eine rein „geiatige" Haltung anstelle einer politinehen setzen wollen. Eine dieser Biasc»- dunyen veröffentlichen wir vorstehend. Die ,JWR", diese» Miaaverständnus vorausahnend, hat bereits im Leitartikel de» gleichen Nummer J$ darauf aufmerksam gemacht, das» nicht die« die Absicht der ,JWK" bei Veröffentlichung dienet txiden Artikel ist, sondern dass, unabhängig von dem politischen Kmpf, den wir alte zu führen entschlossen sind, ein» Besinnung auf den spezifischen Ithhalt unseres jüdischen Seins uns wichtig erseheint. Wir können uns daher auch nicht dem Standpunkt anschliesscn, dass Meinungen %cie die der oben genannten Verfasser nicht geäussert werden dürfen, ohne dass sofort eine Hut von Polemik sich dagegen erhebt, die unseres Erachten* gainieht auf derselben Ebene liegt. Antworten der Redaktion Kart KaiM-r-Blueih, Paris. — Wir sind ihnen dankbar, dass Sic auf einen Irrtum in Erich Gottgetreus Artikel „Zum Tode Emst Tollerir In Nr. 12 der .J.W.R." aufmerksam machen. Sie schreiben uns, dass Toller an den sich wlderspicchenden Abschlüssen des Stückes „Hoppla, wir leben" in l,eipzig und in Berlin vollkommen unschuldig ist. Es handelte sich hier um einen Obergriff des Leipziger Regisseurs des Stückes, gegen den Toller öffentlich protestiert hat, Demjgemäs.s entfallen natürlich auch alle die von Go:tgetreu ar den doppelten Schiuss des Stückes geknüpften Folgerungen Sie betonen mit Recht, dass das Andenken „einer der lauterten und kompromisslosesten Figuren der deutschen Naehkiiegsliteiatur, dessen Leistung im Menschlichen sein Verdienst rein dichterischer Natur weit übersteigt" nicht getrübt werden soll, und wir bedauern, wenn durch die von Ihnen gerügte unrichtige Behauptung diese Wirkung bei den Le>> Sern erzeugt worden wäre. Die Redaktion hat die Bemerkungen Gottgetreu» über den Zwiespalt, in die ein sozialistischer Dichter wie Toller angesichts de* bürgerlichen Bertiner Theaterbetriebes gelangen konnte, nicht als eine Herabstzung des so tragisch «us dem Leben G*chiedenen betrachtet, dessen Persönlichkeit sie durch eine seine Leistung und seine Menschlichkeit würdigenden, wenn auch nicht in allen Punkten unkritischen Gedenkartikel zu ehren wünschte. Dr. Rudolph«»». Half». " Gedanke, gebrauchte Briefmarken für den Keren Kajnaeth zu sammeln, ist sicher aller Förderung wert. Durch Mitarbeit einer Armee freiwilliger Helfer kann gerade auf diesen; Gebiet wahrscheinlich eine Arbeit geleistet werden, die für den KKt. durch Summierung auch ein materiell beträchtliches Ergebrbringt. Sie empfehlen die Sammlung voi» Briefmarken . besondersin den Papierkörben Palästinas". Da unsere Zeitung in alle Länder der Welt gelangt, so möchten wir anivgen, dass auch ausserhalb Palästinas die Ausnutzung solcher sonst nutzlos weggeworfener Werte für den KKL sich durcheUt. Rabbiner Dr. Hit hal*ki. Sehrveaiitwii.--Wir glauben wie -ie, dass die Anregung von Rabbiner Dr. Posner betreffend Sammlung des geschientlichen Materials der jüdischen Gemeinden Deutschlands aller Unterstützungen bedarf. Es wäre sehr wünschenswert, wenn möglichst viele bei dieser Arbeit mitwirkten. Das Material wäre am besten an Herrn Dr. Posner, Jerusalem, Schechunalh Htbucharim, Beth Ismaiioft, * einzusenden.

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