Mannheim
Compact Memory

Jüdische Weltrundschau · 1939-06-30 · 16 (30.6.1939) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
16 (30.6.1939)
Date
1939-06-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2424658-2424659-2424674--213-2424972
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

geile 8 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 16, 30.Vl.lWf Die Woche in Erez Israel ( Fortnet ^.u» ff von Seite 7) nuinm sa und Verwaltung Der OboHtommuntlnnt «Irr hiiti.schrn Mitfflmcerflottc Admirnt C u n n i n k h h m stnUcto l'nlüHtina einen kurzen Besuch nb. Das KriegsschifT WnrspKc (.16 000 Tonnen), eines der grönntvn jemals in PaliiHlinn romi'* »teten, landete In Haifa und der Admirnt hfgah »ich im riu^ciig nach Jerusalem, wo er einige Stunden mit dem Obcrkornnirtndftnteri und d*m Hlßh Commlssinner verhandelte, um noeh an demselben Tngc mif da« Sehiff »urücUzuUehren, tlns Haifa wieder verjliess. J> Der Führer der arabischen VcrtciriiiumKHpartel TlAghcb r. « c h a h c Ii j b I hatte mit. dem High Conimto.sloner auf idcsKGJi Einladung einennsführliche Unterredung. Der M i 111 il r k o m m ri n d a n t v o n Hai f a empfing eine Delegation von christli :hen und mohammedanischen Arabern .und dankte ihnen für die Ruhe und Besonnenheit, die die Araber Haifa« in Anbetracht der Vorkommnis^ der lctxten .Woche bewahrt haben. Dieser Toj?e hat der bisher!««! Chefsekretür von PnlÜ- «tlna W. D. Halter» hl II Palästina verlassen und sich nneb England begeben, von wo er seinen Posten als High Conimlsslonor für Cypern antreten wird. Battcmhill ist verantwortlich für die berühmte Hegierungsorder vom 1. Oktober 1037, mit der das Oberste Arabische Komitee aufgelöst und die arabischen Führer nach den Seychellen verbannt wurden. In Cypern wird er gleichfalls einer Nationalitätenfrage gegenüberstehen, da dort die griechische nationale "Bewegung, die für Anschluss t'yperns an Griechenland eintritt, noch immer ziemlich aktiv ist. Die Regierung beabsichtigt eine Kommission zur Vorbereitung der Stadtratswahlen In Jerusalem einzusetzen, die am 1. Juli ihre Arbeit beginnen soll. Die Kommission wird aus einem britischen Beamten als Vorsitzenden, 3' Moslems, 2 Juden und 2 Christen, sowie S Distriktsbeamten <je 1 von jeder Religion> bestehen. In jüdische Kreisen ist man sich über eine TcilmChmc an dieser Kommission noch j'.ci.t .schlüssig, da man in der Kommission die MinorltätsstfUvsng in einer Angelegenheit, die eine Stadt mit jüdischer Mehrheit betrifft, nhht akzeptieren will. Dom jüdischen .Siedlungen in Emek Jesreel wurden die Kcm ri-rf/ctrt'hrc zurückgegeben, die ihnen vor kurzem von .- den Behörde« abgenommen worde« waren. Auch in der Jordnn-Kbene hat man die Woffcn zurückerstattet. Ks ^vird gemeldet, das» die führenden r. \ c h t j fl d i s o h « n B :v n Ii c n . einschliesslich der Barclay» Bank und der Ottoman Bank, hei d»r Regierung vorstellig geworden sind, um sie gegen die geplante Begrenzung von Hodcnkitufen y.u warnen. Die Banken machten dl« Regierung auf die Schwierigkeiten und die grossen Verluste aufmerksam, die ihnen aus der Verringerung des Wertes Ihrer Hypotheken auf arabischen Bodenbesitz, welche die geplanten Gesetze verursachen müssten, ■erwachsen würden. Aua Jaffa wird berichtet, dans 10 Angehörige angesehener arabischer Familien, die sich lange Zelt In.Beirut .'.Ägypten aufgehalten habe/«, nach Jaffa mrückgekehrt ■ihd. Das Vorhot öffentlicher Ansammlungen auf den Strassen In Tel-Aviv wurde vom Rciirkskommissar auf drei Moni te — bis 1?. September — verlängert. . DIE TERRORWELLE Am Montag wurden zwei Araber in Haifa und ein dritter In Jerusalem g e t o t c t. Der Polizeibericht bezeichnet den Mörder des einen Arabers als einen Araber, bei den anderen Mördern sind keine näheren Angaben enthalten Der Mord In Jerusalem betraf einen arabischen Kaufmann In der St. Paulstrasse nahe bei der Polizeistation Meah Schearim, der am Abend erschossen wurde, als er in der fast menschenleeren Strasse seinen Laden schloss. Im Viertel Maehne .lehuda in Jerusalem wurde eine Polizelpatrouillc, die aus einem britischen, einem arabischen und einem jüdischen Polizisten bestund, von itwei Jviden mit Steinen beworfen, wobei der arabische Polizist verletzt wurde. Zwölf Juden wurden zwecks Verhör festgenommen. In Jaffa wurde als Strafe für die Kxplosion einer Bombe eine Verordnung des Militärkommandanten veröffentlicht, dass alle Cafes und Lebensmittelgeschäfte für vier Tage geschlossen bleiben müssen. Von den Verwundeten der letzten Bombcntxplosion auf dem arabischen Markt in Haifa sind inzwischen vier ihren Wunden erlegen, sodass die Zahl der Todesopfer diess Attentates im ganzen sich auf 22 Araber erhöht hat. In Ja f f a wurden 89 Personen wegen Übertretung des Ausgehverbotes zu einer Geldstrafe von 35 Pl**ter oder f» Tage Gefiingnis verurteilt, 45 davon zahlten die Geldstrafe, wahrend die anderen die Gefängnisstrafe vorzogen. Der Geiger Andreas Weissgerher vom Palästina- Orchester und ein Fabrikant aua Haifa wurden auf dem Wege von Jerusalem nach Tel-Aviv durch Stein würfe verwundet. Weissgerber wurde Im Gesicht und an der Hand verletzt. In der Nahe der Kolonie H e r z I i a wurde ein Araber erschossen aufgefunden. Ein jüdischer Hilfspolizist Jchuda Nlsselmann wurde bei Begleitung eines Transportes in Ness Zlona verwundet und ist'-'« kura darauf. Während des Begräbnisses herrschte In Ness Ztona völlige Arbeitsruhe. Ein arabischer Polizist wurde am letzten Donnerstag von einem Araber in Haifa erschossen. In Kirjath Motzkin bei Haifa wurde der In Ruasland geborene Jude Valentin Bach in der Nacht erschossen. Die Mörder sollen nach den Beschreibungen zwei Juden gewesen sein, die in einem Auto entkamen. Bach hat vor einiger Zeit vor dem Militärgericht als Zeuge gegen einen gewissen Kotek ausgesagt, der in einem revisionistischen Klub mit einer Waffe getroffen worden ist. Eine Versammlung gegen die jüdischen Terrorakte, die unter der Parole „Du sollst nicht töten" in Jerusalem einberufen war und bei der Rektor Frankel, Prof. Bergmann und David Yellin sprechen sollten, wurde von der Polizei verboten. Es ist boabsichtigt, die Versammlung einige Tage spiiter abzuhalten. VERMISCHTE NACHRICHTEN Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der Nähe von Petach Tikwah. Ein Arbeiter namens Jona Hoffmann, der mit dem Graben eines Schachtes beschäftigt war, wurde von herabfallenden Erdmassen verschüttet. Den ganzen Schabbat aber bemühte man sich, seinen Körper zu finden, doch vergeblich. Der Verunglückte war Mitglied des Hapoel Hftmi*rachi. Vor drei Monaten hat er seine Eltern aus Deutschland hierhergebracht. In Kirjath Motzkin bei Haifa ertrank »In 16-jähriger Junge namens Abraham Silberstein beim Baden. Am nächsten Tag ertrank ungefähr an derselben Stelle ein lljahriger Junge namens Oarmel Rosenberg, dessen Mutter in Kirjath Bialik wohnt. Ein Mitglied der Kwuzah Ashdoth Jaakov namens Jacob Koppel ertrank beim Baden Im Jordan. Die Siedlung Moledeth im westlichen Emek JesrccI in der Nähe von En Charod wurde durch Feuer vollständig zerstört. Die Siedlung war von Einwanderern aus Deutschland bewohnt und umfasst etwa 50—60 Personen. Glücklicherweise sind keine Menschenopfer zu beklagen, eben» so gelang es das Vieh zu retten, sonst aber sind sämtliche hölzerne Baracken und das Inventar verbrannt. Im Jerusalemer Büro der Schekel-Kampagne wurde ein Einbruch verübt und I 300 aus der Kasse gestohlen. Ein Teil der Kartotheken und Schekelblocks waren vollständig vernichtet und andere zerstört. Wie es Sit diese»*. Verbrechen kommen Iwnntc, ist unverständlich in Anbetracht der Tatsache, das« ein solches Büro doch bewacht sein muss und dass man im allgemeinen nicht über den Schabbat so viel Geld in der Kasse lüsst. Eine Thora--Rolle, die ursprünglich aus Russland stammte und vielo Jahre in Wien war, wurde in Jerusalem dem Präsidenten des Jüdischen Nationalfonds Ussischkln als Geschenk Uberreicht. Bei der Zeremonie in der Rcchawia- Synagoge sprachen Oberrabbiner Herzog, Rabbi Meyer Berlin und der Vertreter der österreichischen Juden Dr. Leopold Flaschkes. Ein© Delegation der jüdischen AdvokiUc n v e r e 1 n i - g u n g von Tel-Aviv erschien txeim Präsidenten des dortigen Kreisgerichts, Judge Curry, und erklärte ihm, dass die Advokaten beschlossen haben, nur noch in hebräischer Sprache vor den Gerichten zu plaidieren und Schriftsätze einzureichen. Der Präsident erklärte, dass er damit vollständig einverstanden sei. Die Hebräische Universität Jerusalem hat an Prof. Markus Ehrenpreis. Stockholm, Gluckwünsche äu seinem TO. Geburtstag gesandt und ihm den Dank für seine hingebungsvolle Arbeit zugunsten der Universität e.usgesprcchen. Nazi-Proptgaada tmter Arabern Der „Iiuvar" veröffentlicht «k-n 1> rieht f f«es Mitarbeite« über die Tätigkeit des Nationalsozialismus u n t c r d e n Arabern in Syrien. .lahr für Jahr, so schreibt der Berichterstatter, werden Dutzende von jungen Arabern! aus Syrien nach Deutschland gebracht, dort freundlich »af- \ cenommen und in der nationalsozialistischen Lehre ausgebildet, insbesondere natürlich im Antisemitismus geschult Nach ihrer Rückkehr Krimpen solche Araber patriotisch« Klubs ,ztir Rettung des Vaterlandes" vor den Westmächten und den Juden. Der Berichterstatter hat an der Sitzung eine« derartigen Klubs teilgenommen; über dem T.sch wehte ein« Hakenkreuzfahne mit der Aufschrift .Heil Hitler" und an den Wiinden hingen Bilder von Hitler, Mussolini und dem Exmufti von Jerusalem. Ein alterer Araber hielt eine Rede, worin er das Bündnis mit Hitler sozusagen entschuldigte, indem er sagte, ein Volk das um seine Unabhängigkeit kämpft, dürfe sich dabei mit jedem verbinden, der es unterstützen knnn, doch seien sich die Araber der Hitler-Gsfahr selbst bewtisst. Darauf antwortete ein aus Deutachland zurückgekehrter junger Araber, der In der schärfsten Weise gegen dl» Juden hetzte und erklärte, die Araber müssten sich auf Hitler stützen, denn er werde sie nie verraten und nur er könn» ihnen helfen. Palästinas SdbitYersorpmg In der Zeitschrift Boustenai nimmt Mosche Smilansky zu den „Tozereth Haaret -Fragen Stellung^ In diesem Zusammenhang zitiert er einige Zahlen. Der jüdische Jischuw stellt gegenwärtig U% «eines Brotkonsum* her, 17«; seines Futterbedarfs, 21?/ »eines GemüsebedArfs, 2$l% von Milch und Milchprodukten, 37,5% der Eier, S?; des Fleisches Uttd il% der Fische. Hier zeigt sich eine Gefahr für Unsere ganze Existenz, Man soll aber nicht sagen, e« f?hit uns an Boden. Innerhalb des gegenwärtigen jüdischen BodenbeiitzW könnte man den bebauten Boden noch verdreifachen. Dia jüdische landwirtschaftliche Produktion Ist bisher nicht imstande, die Bedürfnisse des Jischuw zu befriedigen, vor allem weii der Jischuw selbst nicht bereit ist, diese Produktion für teueren Preis zu kaufen. Aus diesem Grunde müsse man ein«; Wirtschaftsordnung im Jischuw durchsetzen, die es den Landwirten und ihren Arbeitern ermöglicht, die Produktion zu vergrößern, denn wenn dies nicht gelingt, könne der Zionismus In dem jetzigen K*mp! nicht standhält«*. Wtr brauchen in dieser oder jener Form eine staatliche Macht, die den Import einschränkt und die Produktion des Land«« schützt. Heute ist der Pflanzer nicht Imstande, seinem Arbeiter 171 Piaster Tagelohn zu bezahlen, aber selbst von diesem Lohn, d. h. LP. 4.— Im Monat, kann ein Arbeiter, der seine Miete bezahlen muss und alle seine Bedürfnisse dureh Einkäufe deckt, nicht leben. Hier steckt das Hauptproblem, dem man durch noch so viele nationale Phrasen nicht autweichen ks^n. Der palästinensische Oberrabbiner Dr. Herzog hat der Regierung eien scharfen Protest wegen der Entweihung de» Grabes von Rabbi M*lr Baal Hancss bei Tiberias (siehe vorige Nummer) überreicht. POSTABONNEMENT OES Ml Die Jüdische Welt-Rundschau tot nunmehr dem französischen Postabonnement angeschlossen und kann bei ftlmtlfahen Po*tan»tsIt«n In den nachstehenden Lindem zum französischen Bezugspreis abonniert werden: Dänemark Katland Frankreich Ungarn Portugal nnd Kolonien JUDISCHE WELT-RUNDSCHAU GESCHAFTSSTrEUJ3 PARIS: 19, RUE DU CROISSANT, PARIS 2*. Lettland Litauen Luxemburg „PASCO" ELECTRIC LIMITED TEL-AVIV st'tvbp . Kcko Nachlasii 'lU-njuKiin.' 'ivY."s043 JKKIJSALKM HJ., njip, 4'ir\finft „JliSU" TA. WiiiO. 11A1IA i:': Kin-xviu 1\\ 1 131 DAS FÜHRENDE ELEKTWWAÜS MICH! AUSWAHL IN AILCN EliKT8Q*6E6ENSTÄNDEN ATARA" KAFFEE III RH ERHOLUNG AUF DEM CARMEL BETH ALISA AIUZA Tel 2082 N AKUHAGALIL Chov»v»l Zion 79 Ecke Haenlil 28 Tel. 4065 WXSCHIIII. PAatfMI Kunststopterei, chem Uciniuung, Oard.'tienspaiintrt, UlKtUOCMI HIIISMANOIl. Bcmc f.vfmüimiscfK1 Arlu-it WILLY PREIS Jerusalem—Rech« w Avlosoiof? Str. 19 Mäntel - Klckter Koft;i*ne - Pehc KLEINE ANZEIGEN PJIOTO-CorJÜRX tau Dokumenten •imi 1"jU;i«Vi» 1U1.T Air, Ikf.rt ki>,«i.-ll uuil bili;.. »V> I!k-iüUu k.fw.u. t-u'crt i'nicv Phole *:>j!*üar. iu»f lU-,1 T.\ 1 KI7. -i n i 3 ainiNin 4 t nt... Iii l B U „ H 3 p Wir kflllfAII »«r*»•«>■»•« s«r ffll r\atllOllt Mü|fc,fli ^„iquime^ Klsvler«, Teppiche GumÄlde, M^kcn-Poncllifse, KriiUlte. »ite u. ueue Kunvt, Scfcasack'( t>»>» »wf* t Kfbittrn Angebote in eh von «utwirit AwktiontfMm AnM KONN und lUlAMKY NAWAt Haralstr. 3». tet— t ., . LEICA - COHTAX - OCCA»Or«N JB* ANKAUF ~ VERKAUF TAUSCH mKK 1» Photo-Arbeiten, Spezialabteilung; jTföf t»ko-«WKORN.6nr«i<klcwKj. a«A» „ . fr«vh«flC*l^ KIKWfUraHMT H4U»A, HfCNAiUrf« ICItl SCNAMIAtVa., «4- 1117 GOLO-LOMBARD Tai-Aviv, AüiNBY RO 80* MUIHUNG. Ao- und Verkauf von Juwelen, Gold- und Silbefwor»» EELIE BEDIENUNG

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.