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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-30 · 16 (30.6.1939) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
16 (30.6.1939)
Date
1939-06-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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n nk**$u FOTO PALASTINA-BLATT Bluttat bei Tiberias Vorgehen grgen KevfoionMen In der vorigen Woche machten in dem arabischen Dorf Lubia bei Tiberias um drei Uhr nacht« unbekannte Perionen einen Überfall, wobei sie .Schüsxe durch das Fenster üinea Hauses feuerten, Dabei '.vurde.n 2 Männer und 1 Frau getötet, ein zweijähriger Junge und ein zehnjährige» Mädchen sowie ein anderer Mann verwundet, Der „Diivar" veröffentlicht einen sehr scharfen Leitartikel gi'ffen dieses Verbrechen, worin er erklärt, dass die Täter offenbar den letzten Rest ihrer Urteilskraft und den letzten Funken menschlichen Gefühl:; verloren haben. Diese Schüsse, so schreibt das T"-:. tt, welche Greise und eine Krau getötet haben und das Blut eines Säuglings und eines sterbenden Greises vergossen, beweisen, dass vvir in einen dunklen Abgrund gestürzt sind. Durch den Urteilsspruch der Regierung, die nach dreijährigem Kampfe den zerstörenden Kräften die Oberhand über die aufbauenden Kräfte einräumen will, ist der Terror zu einer erfolgversprechenden politischen Waffe geworden. Viele Jahre werden ver- T?ehe,n ©üssen, um diese vorn, Terror geschlagenen Wunden i In den Seelen der Bewohner'd** Lande? zu heilen und wiederj ein menschliches und sittliches Leben möglich zu machen. Aber, j so schliesst der Artikel, es wird die Zeit kommen, wo die auf-i bauenden Kräfte wieder die Oberhand gewinnen und dann: werden Verbrechen wie das von Lubia. seien die Täter wer \ immer, als Greuel verurteilt weiden, (Bekanntlich sind voriges Jahr bei einem arabischen Uberfall auf Tiberias mehrere Ju- I den, darunter Frauen und Kinder, ermordet worden; diese grauenhafte Bluttat erregte mit Kech*, das grösstc Entsetzen.) „MIT BLUT I N» VEVKUT Zwölf junge Leute wurden in Tel-Aviv verhaftet, weil »le aufrührerische Parolen an die Wände gesehrle-« ben haben und die Aufrufe der palästinensischen Arbeiterpartei ge^cn Gewalttaten und Terrorakte von den Wänden herunterrissen, Am Morgen fand man in verschiedenen Strassen Tel-Avivs Fahnen über die Strasse ausgespannt, auf denen stand „Tod den Verratern!" Auf den Warmen von einigen, Hausern in Tel-Aviv war die Aufschrift aufgemalt: „Mit Blut und Feuer wird Juden wieder auferstehen". In den jüdischen Vierteln Haifas und Jerusalems wurden Flugblätter verteilt, die gegen die Gewaltakte jüdischer Terroristen der „Nationalen Militiirorganisalion" i'wie sie sich selbst nennt) Stellung nimmt. Die Flugblätter, unterschrieben „Flüchtlinge", erklären, dass die für die Ermordung des Polizisten Polonsky und für die Morde an Arabern Schuldigen den guten Namen des Jiscliuw beschmutzen und damit den Verfassern des Weißbuches helfen, indem sie die Autorität der Jewish Ageney unterwühlen. Die geheime Radiuslation der nationalen militärischen Organisation (irgun zwai leumi) wurde in den letzten Tagen mehrmals gehört. Die Station verbreitet Sendungen, die zu Gewalttaten auffordern und sich der geschehenen Gewalttaten rühmen. Zebn Studenten der Hebräischen Universität sind gegenwärtig wegen des Verdachtes der Teilnahme an revolutionären Akten verhaftet. Verschiedene Persönlichkeiten, darunter der Präsident der Universität Dr. Magnes, haben sich um ihre Freilassung bemüht. Einer dir Studenten hat i Im Gefängnis seine Prüfungsarbeit geschrieben. Zwei der j Studenten befinden sich in Einzelhaft. Die Studentenorgamj satlon hat eine Erklärung erlassen, worin .sie scharf gegen ( die neue britische Politik in Palästina protestiert, jedoch , Terrorakte entschieden verurteilt. j Sechs Revisionisten, darunter ein Mitglied der Je- ' rusalemer Jüdischen Gc.meinJeverwaltun£, wurden \om J'oliseirichter in Jerusalem wegen aufständischer Akte zu steh;» Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verurteilten sind vor einigen Wochen im Zusammenhang mit den Unruhen in Jerusalem verhaftet worden. Vertrauensspediteur der N. O. O. für Eirvwondffqu» in Ufr« und Kitten HAUSMANN TRANSPORT CO. International« Spediteur« M«ttaf 9mimltU-U—— f«i. »«77 T«l*Aviv, Nethioih »««jamif»»?'. 44 fei. 21 St f Ol. 2170 1HE WOCHE OVVKK HIN FS SPITZFLS In dem P roz eis g<uen den Poli2e|bcnmten H.rry G o d - dard (siehe vorige Nummer» wurde der Angeklagte wegen alk?r 22 Anklagepunkte schuldig gesprochen, Er verliert seine; Stellung, wurde jedoch nur zur Beibringung einer Kaution \ von £ 200 für Wohlverhalteu wahrend der nächsten zwei Jahre; verurteilt. Das relativ rnildo Urteil geht davon aus, Ut».s» [ Goddard das O p f e r e i n e r S |> i t z e 11 ii t i g k e 1 t gci worden ist. Der Hnuptzeuge, PoHzeioffizter (J i 1 p i n, der «irr « Vorgesetzte des Angeklagten war, habe Ihm vorgetäuscht, i das.'. er selbst an einer liestcchüngaaktion zur Begünstigung j illegaler Immigration teilnehmen wolle, Goddntd hatte bis dahin keine nachweisbare F'filichtvcrletzung begangen, sondern wurde erst durch die Veranlassung Gilpin*, «uf den er seiner ganzen Stellung wegen viel geben musste, zur Einleitung der unerlaubten Beziehungen vt-rntilasst. Der .Richter erklärte, v. sei kein Zweifel., das« Gilpin ein „agent provocateur" war. Es 'sei aber auffallend, dass nach Gilpin;; Aufforderung Goddard in einer?;o kurzen Zeit die Beziehungen zu den Arrangeuren der illegalen Einwanderung herstellen konnte. Der Richter gab seiner Anschauung Ausdruck, dass die Art und Weise, wie das Verbrechen des Angeklagten zustandegekommen ist und nachher.an den Tag kam, nicht als anständig bezeichet werden kann, Der zweite Beschuldigte, dor Tel-Aviver Rechtsanwalt- Max Seligmnnn wird in einem besonderen Prozcss abgej urteilt, der soeben vor einem anderen Richter in Jcrusa-! lern begonnen hat. Als Goddard nach dem Urteil in seine Wohnung nach i Tel-Aviv zurückkehrte, wurde er von einer Mtnsehen- ' menge begrüsnt. die ihm Blumen überreichte. Am Abend versammelten sich etwa 100 Jugendliche vor seinem Haus und Goddard dankte vom Balkon für die Ovation. Sein Sohn .sprach zu den versammelten jungen Leuten (m handelt sich offenbar um Revisionisten) i» hebräischer Sprache. Die Demonstranten zogen dann zum Huu;; von Gilpin, wurden aber von der Polizei zemtreut. DKK MIARISCIII*: AUrST\NI> In der letzten Woche haben die offiziellen Regierungs- Oommuniquc:; über eine Reihe von G e f e c h t c n bcrlchttU. die zwischen dem Militär und verschiedenen terroristischen Banden im Distrikt Samnrin stattgefunden haben. Dabei wurden eine Reihe von Terroristen c r s c h o u sv n, andere verwundet und gefangen und Gewehre sowie Munition erbeutet. Einer der Getöteten -wird als ein bekannter Bandenführcr und gesuchter Mörder bezeichnet. Die mJIUarlachcn Kräfte hatten keine Verluste. Verschiedene Presseberichte besagen, dass die a u f » i a n - d Ische Bewegung an Popularität unter den Arabern Palästinas einbüßt. Bei einem der getöteten Araber soll ein Brief vorgefunden worden sein, den ein Rebellenführer an das Oberste Arabische Komitee (also offenbar an die im Libanon sitzende Mufti-Gruppe) gerichtet hat, worin er sieh darüber beklagtdas.-: die Dorfbewohner keine Sympathien mit den Aufständischen haben. Durch die Mord- und Raub- Kktioncn der arabischen Terroristen in den arabischen Dorfern sei deren Sympathie verscherzt worden. Der Wille zur Fortsetzung des Aufstanden in den Dörfern könnt nur durch reichliche Sendungen von Waffen und Geld wieder erweckt werden. Er. ist anzunehmen, dass auch di-e Propaganda der g e m ä s s i g t e n Kr e i r, e, die den Arabern die Annahme des VV e i s s b u c h e s als einen wichtigen Schritt zur Etr -ichung ihrer Ziele empfehlen, bei dieser Ernüchterung mitwirkt, da die arabischen Dorfer in einer verzweifelten Situation sind und der dauerden Blut- und VermorjeuAOpfer müde sind. NM;*, SIUDMMi Der GrundHlein zu einer neuen Siedlung auf Boden den Keren Kajer.ieth Lejisrael in der Ebene von Beth Schau zwischen der Stadt BeUi Hchun und der Kolonie Beth Joseph wurde vorige Woche gelegt. Ks ist die; der zehnte jurtwehe Siedlungapunkt im EmeU Beth Schan. DU» Gründung des neuen Siedlungspunkles geschah diesmal anders als die« bisher der Fall war, ohne die üblichen Vorbereitungen und Her- Stellung von Wegen. Die Besetzung {jeudiah diesmal in der Nacht und in einer lautlosen Weise, da man aiwtcUe .von Eisennügeln mit Schrauben arbeitete. Beim Morgengrauen sah die Umgebung mit Erstaunen dun neuerrichtettn Wachttunri. Das Lager der Siedler befindet »ich auf eiinjr Mime, von wo man die f>~G km entfernte Stadt BeUi Hehnr» gepau sieht. Unweit davon Ist ein urabisches Dwrf und das Lftyer der transjordanischen Gnnztruppe. In der Nahe der Sied lung verläuft die Eisenbahn, die das Emek Jesreel mit dm jüdischen Siedlungen im Jurdantal und mit Tiberias v«.i bir.drt. SITZtX« DES WAAD LEI M" Tn einer Plenarsitzung de* Waad Leumi in Jcru&.ilcm wurde die Lage in Palästina eingehend besprochen, M. Sc h c rtok &<»b einen Bericht über seine Tätigkeit m London und Dr. Moa»tnson hb»r se.nen Aufenthalt in Genf anlasslkh der Sitzung der Mandatskommission. Rabbi Meyer Berlin legte Pläne für die Aktivierung der amerikanischen Juden für Palästina vor. Im Laufe der Verhandlungen wurde von *4cn nuicten Rednern scharf gegen du letzten 'jVrrorakUv ,jit judischen Tatern zugeschrieben werden, K.cllung genoinm^n. Die Versammlung vertagte sich dann um dui Komn*i.-,!.ioiien 'Alt zur Vorbe-ntung >Ur Be«:hl.J«*e zu Iristcn, die 5« einer a wetten Sitzung gefasät werden willen. — Die Kitzung wurde vuraeito- : ben, weil am 2«. und 27. in Jerusalem das ..Kleine Aktion«« Komitee" der Zionistischen Organisation tagt*-, das politi.'.ciie; Referate von Ben Gurion anhörte und nr.«-h i-fühi iiehrr Dis- , kusüion mehrere B-rs-vhhisse fusst*-. j DAS NEUE DUBEK TABAK-LAGERHAUS i»t in die»en Tagen zwei Jahre in Botrieb, Er«» jetzt kommen die Vorzüge dieser für das Land und den ganzen nohen/ Olfen vorbildlichen Manipulationssfätte vol.' zur Wirkung Zwei Jahre lang lind die Tabakblätter in dem mit den modernsten technischen Einrichtungen versehenen neuen Tabakhaus durch geschulte Facharbeiter sorgfältig gepflegt, manipuliert und fermentiert worden. Jet*» kommen die so behandelten, voll cutgereiften und abgelagerten Tabake erstmalig zur Verarbeitung. Das bedeutet eine weitere, wesentliche Qualitäts Steigerung uniwr Zigaretten und garantiert dem Raucher grösseren Genuss, reineres Aromo, bessere Bekömmlichkeit für dasselbe Geld. Aiie Zigaretten der Dubek-Fabrik aus vollreifem, doppelt fermenttertem Tabak und staubfrei verarbeitet. WITH NEW PICTURES "6UARD AND SPORTS De Jugend für nationale Disziplin W< i'ihbmi h n .'i t i o n m •n In WENN IN HAIFA Wohnen Kitim SAV0V HOTEL Modern .VUii.««* l'i* In Tel-Aviv fand eine .Sttzun«; >U-t J u « v n d o r k ü n I * Ration«;» ff.if», in «I« r »mi t '.v vKni vm mnifUhrliche:i Arbeitsprogramm für dt»; Jugend im nolitifwhen Kampf deir fit und* vorlest«. K:; wurden foiKtndt fieaeniti**« KvtiMm: 1. Kine KemtrinftanH- Aktion d»-r ynirAt-n .luKi-nd im Kumjlfü um Kinwanderun« .Siedlung, die Kerbt« d<» iwli*vhi<H V'olia*», Forderung der I^tndeH|irodukUo»i «TtMvrciri tfüArez;,.. der hr brfci#ehe« .Sprache und d«;i Judi-n-hen Arneit. 2. ab' (irundforderuntf im Kumpfi; K*'Ken da« >»ieht die Jugend du- L>ur> hfuhrtm^ i;im.r volh^un I v u l) t h •& i \, I » n an. "'. die Jutfi.-iid .ittllt sich xur VertoguitK >\'-t;;a?*it'ition«n. 4. die ZuKiimf!i»-n«unfr erklärt >a fui f'fllfht joith Ju«tend* liehen, für dU; körperliche Ausbildung %u .tor/ien und /.wa;* in der Mi hui" tn \tt^i iw dt neu ('rs<nni»iaUou<.n und uui b in unofgftrmierUM* ' Jruri'en, .Kji vvurdt' vuu- ^fntr««!** S''dl< jmifuuhnt um du'*« U»» vhlu;,.-.<- durchzuführen. Hei der Versammlung wurvti Iii Ju* gcndoi-ganiKutione!! vorn ortr/xlOK«rehgioien f-lugel ub«r die Allgem«men J^ionisten bi.» zu den hnken Gruppen vertreten I>i*> KevialOiw^Um n it» , . n.^.ii; h luht tu! Der Verband dee A I I g t nein n Zmiir tvii t< Irupj e B» hat eine Erkhtrun^ <rl#'tn *orm tr d« r\ poiitinthtn De« parttmiia der ^oiu"tn>rhin fcx'-kuti*. e yeio MUxtrauin druckt. Ub tinmu i-mvu w KueKirui den djeiwr Gruppe nn« gehor«nd<u MitgUdt» dtr Bx-kutf.« Dr. H< hmor"k t» 'bsjic-htt^t ist, ist bb, )< tzt nicht klr,

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