Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 16 (30.6.1939)
- Date
- 1939-06-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16, 30. VI. 1939 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Sdte 31 Spiel mit Juden / ""h^'h«* Von einem Ausgetriebenen Der naeh folge verlangen munxtc. \de itrMvI «rinrs rar « Isf di>^ Darnteilung dei Jahn iiltrn rend jetzt genau eines Jahren . IP.» ixt dir* ein Kapitel, da* Kuriomm in die Gc ehiehte der Judenverfolgungen «rwti EMIGRANTEN Wenn ein Dichter tfaft Schicks«! der Juden »n der Z«r- Streuung aus seiner, sozusagen, unkunstlrxlschen Zeitdnuer von fast 2000 Jahren lösen und in brauchbare Kürze ibe tragen wollte, es nuf eine Formel bringend oder tu einen Symbol läuternd, so könnte er den Stoff der deutschen Emigranten In Italien aufgreifen. Da hätte er, auf sechs Jnhre zusammengepresst. alles, was dem Juden seit dem Untergang ihres Staates überall und irnrnc widerfahren ist und v.iderfnhren wird: Wie aie, aus der. Lande, dasie bisher a!» ihre Heimat betrachtet haben, vertrieben, hereinsickern, nicht In Groll u:d Rachewiinschen rückwärts gewandt, »ondern guten Willens «u diesem neuen Lande, da« Ihnen wieder He: nnt werden soll, und cu ihrer neuen Zukunft, die sie aus eigener Kraft redlich aufzubauen gedenken; wie sie mit offenem Bück die Möglichkeiten erfassen; wie sie entschlossen zugreifen und mühselig sich vorwärt» tasten; wie sie sich surecht finden und Wurzel zu schlagen beginnen; wie sie «ich geborgen und zu neuer Zufriedenheit berechtigt wähnen; wie sie dennoch horchen und spähen, ob nicht Jene* wohlbekannte, lebensgefährliche Geflüster um sie her entsteht; wie sie eines Tages Spuren davon entdecken; wie es unterirdisch wühlt, heimlich gefördert wird, lur Sichtbarkeit anschwillt; wie es in dl« Öffentlichkeit tritt, das Haupt erhebt, schamlos vird; wie Aufklarung und Appell von Seiten der Juden nichts ausrichtet: wie die wohlwollenden Einheimischen sich mit Achselzucken begnügen; wie endlich das Unrecht Recht wird und die Juden, ohne Rücksicht darauf, ob sie als Reiche oder als Arme gekommen waren, gleichmäßig arm au« dem Lande treibt. So hat es «ich in Mussolinis Italien abgespielt, rasch und überschaubar wie an einem Modell oder in einem Experiment; ao haben wir es erlebt und erlitten, die wir 1033 auf der Flucht vor dem Dritten Reich ahnungslos und vertrauensvoll über die Grenze kamen und 1933 betrogen und ausgeplündert von dannen zogen. Und sc, wie von einem Modell oder nach eim m Experiment, sollen die bezeichnenden Züge abgelesen und hier festgehalten werden. Als ich 1»:»3, nach Verlust meiner Existenz in Deutschland, mit meiner Familie nach Italien ging, unter der Drohung der nackten Not, da folgte Ich, wie es zu geschehen pflegt, dem Zufall gewieser eich bietender Anknüpfungen. Dass es ein Land faschistischen Regimes war, schlug ich in den Wind. Es war falsch von mir wie von allen, die ebenso handelten; heute wissen wir es, und es hat sich an uns gerächt. Wir hätten nicht daran vorbeisehen dürfen; denn wir waren keine Faschisten. Aber wir dachten: Was geht uns als Fremde du* Regime an? Und was die Verwandtschaft mit dem Regime betraf, dem wir gerade entflohen, so sagten arir Uns: Antisemitisch ist es nicht. Die entscheidende Gunst der Umstünde, die mich wie viele in meiner Luge gerade nach Italien führte, lag in dem völligen Fehlen aller Förmlichkeiten für Einreise und Aufenthalt. Man loste sich eine Fahrkarte, stieg aus, wo man wollte, musste sich, wenn man zu verweilen gedachte, auf der •Questur ein certificato dl soggiorno besorgen, das heisst Hnc Aufenthaltserlaubnis, die niemandem verweigert wurde, und äiie"3~"waf^riedigtT Ausweisungen kamen vor, wenn Laute eich politisch verdächtig, oder sonst ausgesprochen mlssücbig gemacht hatten; sie gehörten zu den Ausnahmen. Italien hätte ganz anders verfahren können, nämlich so, wie fast alle anderen Staaten: die Einwanderung der Juden beschränken und von Bedingungen abhängig machen. Dass es das tat, erregte u; auch sagen: Bewunderung. Wir erklärten es uns mit seiner Eigenschaft als Reiseland; mit der Gastfreundlichfteit de;3; alten romanischen Kulturvolkes; mit der geringen Zahl der \ einheimischen Juden; mit demonstrativem Wohlwollen für die j Vertriebenen und Protest gegen die Vertreiben t Arbeiten durfte man nur auf besondere Erlaubnis, die j nicht leicht zu erlangen war. Und dennoch durfte man ar- ,< heilen., Das entspricht dem italienischen j^ehordenv/caen,; das durch dem Faschismus im Grunde nicht geändert werdeji! ist: Das Ja, ist nicht unbedingt Ja; dafür ist das Nein nicht j vnbedtngt Nein. Es laasi sich paktieren. Viele Emigranten i und Emigrantinnen arbeiteten; manche mit Lizenz, manche j ohne. Das Unternehmen, da* ich selbst gründen » alf, bekam nnrh ItaMrn ntisgexeu rhenden K ntuvktnng rfVr/rn itrhrUtthllrri. der jetzt attth dienen t*nd nntiwuDtiirheu Jvdenpolit\t; in ttniien ir/ianeeriitänHI'eht't <!* ehnrakt> ) isth' h und gl>< i< h:eitUj nh Zeit eingehen wird. (Red.i den man im eigentlichen und überheblichen Sinne „Volk" tx nennen pflegt, ist freundlich, hoflich, von tiefer Menschlichkeif. er>"üilt, nnd verleugnet nicht die uralte KuUurüberlleferüng. Fremdheit und Bcfremdllrhkeit fehlt ntel f. vft'H r. wT* es zwischen Angehörigen verschiedener Nation?n nicht m'der* sein kann. Wir empfanden dergleichen gelegentlich bei j-?non aber noch mehr werden wir An Inas da au gegeben hab»»n, dh wir mit unserer unerträglichen deut.'ihcn Korrektheit daherkamen. In den höheren »zirkln knüpften :;lch ohne Muhü Beziehungen geistigen Aus;. aoh, getragen auf der r-mor» wl rn hlieb manch clnr der nicht die Mittel besass. um ilch in Wch.M-;u'H tu bringen, dennoch unbehelligt . Meiner Frau. Jüdin?ut< h vom Ehemhaus hör. soK't mnn Ihre Klr»trn«tmg in die Li .-de der naMojul'ioKlnlf »tischen Vertrauenspersonen. Dafür n-tü Jen and.*-* ncaihnappt. die e* garnichts anging, darunte.' in pnnr Ortginalne;'is, die wir nun ihrer Hitler-treuen Prop.ij.4; i.l/itaÜKk. i' l<:;ml.ii, Sic fanden sich unter die Hidiprhrn Emigranten gesperrt, und es dauerte immerhin j zwei mu> »« Stunden, ehe der Irrtum korrigiert war. Das Übrige enthüllte sich als pure Schikane. Inwl-forn konnte I ein über 70 Jahre «Her früherer deutscher Anrt dlm Böslicher j gefährlich werden? Inwiefern otwa 20 KrH'bni einen Floren« [ tiner .Sehulheims, 14 hin JÄjUhrig? A!* ein elfjährige» Kind [ * tn^ftleferf wurde, verwei^frte der ("Jefän^nisdlrcktor reibst I die Annahme. Wohl aber nbennn in der Krauenabtei- I Umn ein Krügling von wenigen Wochen, den seine verhaftet« i Mutter notgedrungen mit «ich g.Mtoram.u»!»atte. Allen Eingaben zum Trou blieben Muthi und KtiUKÜ'»j( volle dret Wochen In Haft. Betagte lOhapuaro wurden vor dem üe* ftinsenis nicht dadurch b. v.nhrt. d«is ein arischer Italien** ichftr aktiver Major oder d*r Direktor oincr grossen Italle« Selte von italienischen Universitätslehrern, nuf der anderen! nt'" '»*" MonopiMir-.ieIhrhaft ihr H<-hwiugerM>hn war. DI« Seite von jüdischen Gelehrten und Forschern, deren gründj "fl<> ,,'v', di»rli;»*r> iin iii JutU-i\ auch in Itaii»»» üches deutache« Wissen geschätzt wurde, Ihre Hilfe war willkommen, etwa für ein so repräsentatives Werk wie die monumentale Knciclopedla Itahana. Im Mltarbeltervcrzelcbn'.'i der ciiv/.elnen Bunde wird man die deutschen Judcnnamen finden, die auch nach der Austreibung nicht einfach entfernt werden konnten. Von einer eigentlichen geistigen Gemeinschaft war freilich nicht die Rede, und zwar aus dem erschütternden Grunde, das es im faschistischen Italien ein geistiges Leben nicht mehr gibt. Die ersten Zeichen JudenfeindHcher Propaganda zeigt«» sich im Jahre 1034: Die Aushebung, oder angebliche Aushebung, einer regimefeindlichen Aktionagruppe wurde von einem Teil der Presse eindeutig und .geflissentlich den paar mitverhafteten Juden zur Last gelegt. Uber diesen in der italienischen Presse ganz neuen Ton und unerhörten Vorgang waren nicht nur die jüdischen Emigranten erschrocken, sondern mehr noch die einheimischen Juden bestürzt. Sie protestierten durch Ihre Repräsentanten, und der Versuch blieb nach iwcl oder drei Veröffentlichungen ohne Fortgang. Man .tagte, es sei von höchster Stelle eingegriffen worden. Ohne Zweifel ging schon dieser erste Vorstoss auf nazideutsche Einwirkung zurück. ] Es kam der erste Hitlerbesuch, der sehr unfreundlich verlief Es kam der Dollfussmord, nach dem Mussolini die verwaiste Familie ostentativ in seine Obhut nahm und da* Italienische Volk in einer Woge der Empörung gegen Deutschland äü"ufäiiät€-, W»hr«nu zugleich itftlierlischc;'D'iV"Ss!ölien bereit standen, in Österreich einzumarschieren, falls Hitler den Streich wagen sollte. Es* kam der abessynlseha Krieg mit den für Volk und Staat so schwer ertraglichen Sanktionen; e:i kam Deutschlands Selbstausschliessung aus der Front, der Sanktionsmächte, ein staatsmännischer Meisterzug Hitlers, mit, dem er dem Diktaturkollegen nicht weniger bescherte ab den Sieg und damit die Retttung des Regimes, Ea kam die gewaltsame Anschliessung Österreichs, von der Regierung mit zur Schau getragenem Gleichmut hingenommen, vom rechtlosen und stimmlosen Volke mit Zähneknirschen ertragen. Und dann kam die Begleichung der deutschen Rechnung. , Zur judenfeindlichen Propaganda wurde die Parole ausgegeben, und die italienischen Zeitungen entwickelten sie] rasch bis zur Judenhetze. Journalismus ist nur unter der votj len Verantwortung des Schreibers ein ehrenvoller Beruf, unter i dorn Gesinnungszwang der Diktaturen jedoch nichts bessere» als ein dirhenhaftea Gewerbe. Die journalistischen Dirncp der faschistischen Presse Uten, wofür nie bezahlt wurden, Tag für. Tag..' Nummer, für Nummer. Die lta|i<«nUchen Juden saher. das deutsche -Verhängnis auch Uber sich hereinbrechen; wir emigrierten Juden, oder der grosste Teil von uns, seltsamer Weise, glaubten nicht an den Ernst der Lage. Wir glaubten nicht, dass es zu Handlungen gegen die Juden kommen würde. Gerade weil es uch so offensichtlich um - . , .,___»...... ' I Abgeltung empfangener Wahltat handelt«, bildeten wir uns Immigranten Verwunderung; jen Kann i . * . " . „, . ' . . . i ein, es werde mit dem lauten Wort sein Bewenden haben. u den! wesen. I Am Morgen des 10. Mal übe ige« kömsta;v bt nUm; Zwelf Italiener schämten «ich. hritt und tief KS „l'*ütirer", um demieu Lehen wir Gefaeln uns während seine;» dreitägigen italienischen Aufenthaltes gesorgt hatten, die. Grente, und noch am seihen Vormittag wurden wir allesamt ohne Förmlichkeiten freigelassen. Wir dachten, wir hatten es überfitanden. Aber die Judenhetze ging welter. E« erschien eine Ver» ksutbarurts. plump sur&ehtgtmiacht als "freie- ÄTis^rung Stahe* nischer Wissenschaftler, mit der das Rassendogrna der Na/äa anerkannt wurde. Ks erschien das offizielle Dekret, da* diese« Dogma zum Bekenntnis der faschistischen Partei erhob. Noch Immer ahnten wir nicht, was bevorstand. Auch diejenigen deutschen und italienischen Juden, die sich langet auf .Schlimmen vorbereitet hatten, fühlten «irh durch da», was dann wirklich eintraf, vor den Kopf geschlagen. Ks traf endlich ein. indem es ..... echt Italienisch -- nur einfach ohne Vorbereitung in den Abendzeitungen des 1. September stand. Was stand da? Man las, neben anderem, tief einschneidenden Bestürmungen, dass alle nicht-ltallenlschcn Juden da« Land binnen •sech : Monaten zu verlassen hätten. Kein Wort darüber, das» sie ja nicht gegen Recht und GeHet/. sondern mit fOr!-»-t|bf|la der Regierung hier waren; dasei aie über behördliche Konzessionen verfügten; da.ia sie Haus und Hof besamten. Nicht« \on äiiedem. sondern -las alte „Juden "räusr'V das man früher auf Latrinenwände gekritzelt finden konnte, zu Regime-offizieller Feierlichkeit erhoben, und fertig. Der Ter min Wurde erst später genau fixiert; es war der 12, Mär« Ifi.'l». Man laa, dass zu den nicht-italienischen Juden alle Judo gerechnet wurden, die seit 1919 ins Land gekommen waren; oh»o auch diejenigen, die inzwischen die italienischen Staatsbürger-.. Schaft erworben hatten. Diese Staatsbürgerschaft würde ihnen einfach aberkannt. Dabei konnte «Ich da« faschlatiachc Regime nicht auf ein ..fluchwürdiges Weimarer System," berufen, dessen Fehler «u korrigbreu es berufen m-i. Eh wir vielmehr dieses faschistische Regime «elber, das die meisten dieser widerrufenen Staatsbürgerrechte verliehen hatte Nicht betroffen von der Ausweisung wannt Juden über «0 Jahren. _ , „Daa Gesetz in dieser ersten Verkündnng wimmelt« von Unklarheiten. Wie stand es um die Getaufte.'!? V'ut: um die arisch Verheirateten? Wie um die Abkömmlinge »ut\ Mischehen? Ks wurden Ergänzungen nötig, die einander widersprachen . und neue Unklarheiten echufftn., Die Behörden wussteti' selber nicht mehr Bescheid. Die Praxis, die sich schliesslich ergab, entschied in allen Xweifelafallen nach" der .'schärferen Seite. Wie viele von der Ausweisung betroffen wurden, vermag it.:i nicht zu sagen. 'Man-.schätzt ihre Zahl auf 20.000, Von ihnen gingen all« diejenigen, die über .'i eh.-1 Geld veo'ügten, sofort ausser Lande«. Denn meistens verfügten «ie damit...... auch über die Krlaubnk», In irgendein' andere«! Land clmtu» . , . reluen. In der Prem«; fehlte es nicht an Stimmen, die Ihnen W*r hmcion um eln- Itali*" tät« dem deutst?h<n Bruder d*n!d,e»en ra,chen Ab- und Aufbruch übelnahmen und xu Ihren Ungunitten auslegten: sehr kurioser, aber auch M.-hr bezeichnender Weise, Für die anderen begann der Kamnf um die Gefallen, mit auf die Juden zu schimpfen; aber es werde sich selber nicht soweit untreu werden, das« es sie an irgendslnflM »mir Keciiiö kränkt;, Wir würden iri dieser Meinung von so gut u*iö allen Italienern bestärkt. Wir irrten uns alle, Recht behielten die itamt-ulschCn. Juden. Dm An?;» HwelUm. des: antiüemiliKchsin Chores - «chlen eine aktuelle Rechtfertigung zu habe«: Hitlers zweite Italienreiae stand bevor. „Laaüt ihn nur erst wieder weg sein," hieaa es,' „dann spricht kein Mensch mehr von deutscher Freundschaft und deuuehen Methwlcn," IT. dl« beantragte Konzession nie, bestund aber unter den Augen _ 4|f«xnfft0Ifll/» der Behörden entwickelte sich, wurde in keiner Weise be- DIE AUSTREIBUNG hindert, eher gefordert; und plötzlich verboten erst im. Xu- Am 20. April 11*3*1, drei Wochen vor Hitlers Visite, be sammenhang mit der Judenverfolgung des letzten halben [ gönnen die Festsetzungen. Sic betrafen nicht nur Emigranten, Jahres. Ärzte mu**ten ihr Staatsexamen wiederholen und | sondern auch Italiener, die der Polizei verdächtig t aren. Ks wurden dann zur Praxiü zugei-.ia»en. Fast jeder von ihnen } .icheint, sie wurden strenger behandelt ab die Emigranten, b: acht« es zu au4kömiuiicher Extatenz. Die Leute merkten! In Florenz, wo ich den Vorgang aus der Nähe b«/>'f*cht<»n rasch ihre bessere ärztliche Schulung, eine deutsche, nicht: konnte, well Ich unter den deuuehen Juden mit gefangen «.ine jüdische Eigenschaft, und Hsfen ihnen zu. omit sie nicht | »acs, v/urdon wir zwar Ins Zellengefängnis gesperrt, erfuhren vermeiden konnten, ihren Landideuten wegzulaufen, the \ uU-r vom Personal ji-dc nur mägliche Rücksicht voll Freund- Halten ischen Ärzte waren denn auch die ersten, die Ihren j hebkeit und Menschlichkeit. Die Leitung dor Aktion Ja« grundsätzlichen Protest gegen die jüdische Immigration an-! 5>c-l deutschen Nazis*, wie die Italiener zugaben und ^u ihrer meldeten; und auf ihren Einfluss hin wurden den tmmij Entlistuag vcrbrcUvten. Am ersten Tage vrutm wir unser granUm die Neuzulassung zur Arzt praxi* gesperrt. Vielleicht? steh»; bi; zu Hitlers Ankunft kamen v.ir b'a auf 80, «Ihn« war es dieses Beispiel, das überhaupt aiimahlich eine stren- '■ m der Minnr.rabtcilung. Per Absicht nach sollten tAUiibur gere Handhabung der Bestimmungen itber Arbeit von Fremden | alle jüdia<:hc Emigranten j;>,fai.:.t •, erden. Der vuu langer herbeiführte. Dennoch haben nicht wenige Emigrantin In | Hand vorbtreitete, friueh i;cwci>^tc. nüt L c!;cn und Mu- Itrdien ihre Existenz gehabt, mit voller behördlicher Erlaub-1 tragen wohl versehen« Flügoi des Florentiner InatitLlo dl Pcno, nis: Fabrikanten, Geschaftskate, Penaionsinhaher, Zahnärzte, j Via dclla Mattönaia 8. stand mit 200 Etruclstcüitt bereit. Auer Photographen, Heiiraassettseit, Kosmetikerinnen, ßtenotypisttn-1 die Polizei Vekcm nicht alle: auf die Nachricht von den treten neu, Klnderfrauiein und viele andere Berufe. I Verhaftungen ging jeder, drr die Möglichkeit hatte. Über dl* Es leb: sieh i; Italien. Das Volk, gerade der 'feil.1 Grenze. Di« Behörde arbeitete gr UiU^hk/ht: rtin atyr Ver¬ Zuflucht, derselbe Kampf, den die Juden in Üeutachland, Österreich, T#, heeh<mIowakei auqn führen müssen. Vielleicht wären die italienischen Flüchtlinge nicht allzu ach wer untcr- '/ubiingen gewesen; aber die deutsche Katsslroph» 'Or<i ffu- \<mber 1038 verstopfte j<i noch einmal alle AbHuste, Was alles an redlichem Streben, blühender Hoffnung und verdientem Erfolg zunichte gemacht wurde, braucht nicht geschildert zu werden. Nicht wenig© wuxstcn sich nicht anders zu helfen, als das» sie den heimlichen Übergang nach oer Schweiz oder nach Frankreich versuchten. Manch'«- haU«n i'tnug vom aussichtslosen Kampf; ,'iU« begingbn Hetbatmord. fFortaclzUfg fohjt.i er von Ä,1 Ifihreh def Am 23. Juni «Urb in Piri$ frühere OherrÄhbiner <flranJ Itabbitt> von Frankreich Prof. Israel Le vi, Der Verstorbene «A";r a!s grosser Gekhr'tftr bekannt und veröffentlicht«; eine gru*»« Anzahl wiss*nach*ftücher Arbeiten, u a.: ,La »«i^endo d'Alexandrc d-'tn« W Talmud •it le Midraclf* (!JS*4>, ,.L<sß Julf:j tt ['Inquisition dan« la France meriuionuic" (18'J1>, ML'Eccle*}aatique m la Hageaa'i de JjJsus, flU de Sira" iWM ■ l&Oi» «preisgekrönt durch das In« sütuti. liiJ v/urde l':of, L*vi zum (Irand Kabbin des Zentral- Koiijut''fium; von Fr^nkrekh ßewlihH. Er bekieidet* diese» Amt l.a Februar IU-j-.uUo -r* Jahre Pr««f, Li vi war M;i!,d;td des Kuratoriums dt«? judalstischen liiütj'.uua t1*.* lUhT&i .entn UnlvcrsiCftt Jerusalem Di«; „VeUalnt Vir-t" veröffeuttkhU eiueti Brief, de» JÄer veratorbene miirditcht <Jberrabbi«*r Jacob M * l r uu Khnig li>.n »iaud geschrieben hat. tuguusten eintr jüdi»<;h-«rahUciwA VirsiRudlgtiT.g.