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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-30 · 16 (30.6.1939) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
16 (30.6.1939)
Date
1939-06-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 16, 30. VI. 193* JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seit« a Der jüdmche Funktionär - im Exil AUS OER JÜDISCHEN ARBEIT IN DEUTSCHLAND IN DAS NEUE LEBEN IN U.S.A. GESTELLT Ein Brirf an tlm Ifrmiisgrhrr drr ../. IC. A\" / Con FRIEDRICH RRODMT2 (t\cwYork) Wir freuen »n><. das* >■.•, xt-ht>n muh ihn ut nig« n Wochen dt (P n rfrsehiedrnsttn Umdern tit» r Tnnsrndc rcoi Kilometer,i zugleich auch das Hand •wischen Palästina und der Diasport :-*h<ift eine* Mannt s, der jahrelang in Deutschland an siththn. Besteh* n* di r .JWH" tt*langen t*t, mit Freunden in hinweg untt rhrm-hem Beübungen u tt dt rherzustellen, dir enger knüpft n. Wir et raff entlieht n nachstellend die Zu* '•>■ stelle im indischen Üben stand. Dr. Fr{> drich Bmd- ->i»'-\ her vorgegangen ans der jüngeren Ot nerntion des „Centittl-Verrins" und Sohn des verstarb*< neu C. V., Justizrat Brodnitz, gehürte :u tUn Eisten, dir sieh Von nicht'Jonistischer Meile in die Arbeit des tnreihten und in Deutschland aktie bei der Schaffung der nieht.inni.-lisehett Ageiwu-Hektion mitwirkt rf dt, Prrxnvchr. tehnn längter Zeit : st iner ursprüngliche rMt vt,r seinem Weggang ans Deutschland war haben den Brief, der als offene Anticort auf Urnen ist, absichtlich (»tit einigen Kürzungen srr Äusserung - über die Htvllnng eines ans Deutsehland meint wand' Tatsachen des jüdisch-amerikanischen Libeus — :u vrahren. illcd.' New York, Anfang Juni, Lieber Dr. V/eltsch, Ihrem Wunsche nach einer Äusserung entspreche ich gern Jena ich habe mich über wenig Ereignisse der letzten Zeit »<> .gefreut, wie die Neusehopfung Ihren Blatten, Da« würde an »Ich noch nicht viel bedeuten, denn an erfreulichen Ereignissen ist ja leider kein t'berfluss. Aber auch absolut genommen, war es und ist e-t eine wirkliche Tat. Auch wenn man nach bald zwei Jahren eines gepackt vollen Lebens in Amerika Manchem, leider, etwas fern gerückt ist. auch venn man in dieser Zeit nahezu ausschliesslich seine geistige {«uhrung aus amerikanischen Zeitungen, Zeitschriften und Kuchem bezogen hat, hat man nicht das Bedürfnis verloren. «Ite Zusammenhänge, die einen viele Jahre lang begleitet haben, wieder aufleben zu lassen. Jede Nummer der ..Welt- Rundschau" hat mich wie ein Wiedersehen mit alten Freunden berührt. Selbst die Meinungsverschiedenheiten mit einem Freunde sind einem manchmal lieber als die Übereinstimmung mit neuen Menschen. Man soll drüben wissen, wie dankbar das Erscheinen Ihres Blattes von jemandem begrusst worden Ist. der zwar das „Manko" hat, ein „Nonzionist" zu sein, der aber immerhin auf eine lange Arbeit im Dienste des Palä- .-.tinaaufbaus hinweisen darf, ein Nonzionist, wie er bei der j Gründung der Jcwü-h Agcney gedacht war, nicht, wie er oft, und besonders hier, in der Realität ist. Man ist dankbar, weil man aus einer Quelle, der man t-rrtraut, wieder etwas von drüben hört. Dankbar, weil wieder "Menschen, mit denen man in jahrelanger Arbeit - und oft unter einem Dache — zuaammengewesen Ist, zu einem .»..Drechen. Dankbar ober Auch, weil man ein journalistische« Erzeugnis von Menschen in die Hände bekommt, die man In langer Zusammenarbeit schätzen gelernt hat. Ich hoffe, lieber Herr Dr., Sie werden mir nieht gerade diesen Satz tut» dem Manuskript herausstreichen.. in dem ich Ihren Freunden und — Ihren Kritiker- -drüben hagen mochte, wie sehr Ihre Zeitung für Judeji aus Deutschland überall in der Welt, mögen sie im strengeren Sinne des Worten Ihre Gesinrtuügs- «eriossen gewesen sein oder nicht, «in Begriff ist. der für Objektivität, Journalistisch*" Anstand«- menschliche Überlegenheit; und Liebe zu Palästina steht. Man ist schliesslich dankbar dafür, das« man überhaupt wieder einmal als „Jude aus Deutschland", der man schliesslich war und wohl auch bleiben wird, angesprochen wird. \V\' alle müssen uns, wo wir auch sind, einem tiefgehenden Äripassungsprvzess unterwerfen. Wir sollten aber 'wenigste»«! darauf bestehen, unsere jüdischen Sorgen im alten Kreise besprechen zu können. Damit Kind wir aber Schon beim Thema. Sie haben mich gebeten, Ihnen zu beschreiben, wie ,.ein jüdischer Emigrant. nun Deutschland, der jüdischer Funktionär war, sich in das ihm ursprünglich fremde amerikanisch-jüdische Leben eintugt". „Nicht vorhanden...*V. Meine erste Regung war. einen alten Scher/, zu wieder- ] nolen. Vor vielen Jahren hat einmal eine grosse Berliner j Zeitung bei einer Reihtvon Künstlern eine Rundfrage verj anstaltet, in der sie ihr Urteil darüber abgeben sollten, ob i der damals geplante Neubau des Hotels Adlon die Harmonie; :i#s Pariser Platzes stören würde. Neben vielen tiefgehenden; Ausführungen bekam die Redaktion eine Postkarle Adolph l'rüsidntfcn des Ktren finjessüd >t. In de, letzten Wir whsrertretung der deutsehen Juden tätig, iit kliegendt s Meh rt ibe n des Redakteurs zu ver- Form belassm. um den intimm Charakter dirn jüdischen Funktionärs gegenüber den neuen Irnich wenn man ."ich nicht einredet, binnen vier Wochen ein hundertprozentiger Amerikaner werden zu können. Den Wil- 1 Ion zum Neuen miiss man jedenfalls haben. Das gilt gmiz besonders von der Sprache. «Darüber ist schon viel gesagt worden». Schliesslich ist es keine kleine Sache, sich In einem neuen Land eine Existenz aufzubauen. Man ist mehr als ausgefüllt mit all den Problemen, den Schwierigkeiten und Hindernissen, den Weeh»elschUiK«?n ein.»!- Art zweiter Jugend. Alle.« muss von neuem gelernt werden, Kenntnisse, Methoden, Psychologie der Umwelt. Glücklich noch die. welche, wiee«f mir erging, wenigster ein klares Berufsziel im alten Geleise vor »ich sehen. Kur die meisten iat noch nicht einmal diese Biuds gegeben. Alle ihre Gedanken konzentrieren «ich auf die eine Frage: was kann ich im neuen Lande tun. wie bekomme ich Arbeit, wie. schaffe ich für mich und die nieinen den t infuchsten Lebt nsuntt rhtilt. So bleibt kaum viel Zeit und Energie für Andere« übrig. Ha' einer schon Kraft genug, für die Weit ausserhalb des* Broterwerbs noch Auge und Ohr zu haben, dann stürmt In seiner neuen l'mtvtlt so viel an Anregungen und Verlockendem auf ihn ein, dnaa er genug zu tun hat. tun mit einem Bruchteil fertig zu werden. Sonne und Xatur wieder ungehindert offen Daneben entdeckt man eine Fülle neuer Dinge, oder, besser gesagt, man wiederenldeekt in neuer Welt alte Freuden, die man jahrelang entbehrt hatte: Sonne und Natur, wieder ungehindert offen für jedermann. Theater und Bücher, die nicht nur .schwere Probleme behandeln .sondern einfach unterhalten wollen. Man wird wieder daran erinnert, das« diese Welt nicht nur aus Juden und ihren Sorgen besteht, sondern dass es ein»- Füllt von schonen und .schmerzlichen Din^eii gi^bt. die jeden angehen. Die alte tveltbiirgrrlichv Vre- Und dann, seien wir ehrlich: bei der Mehrzahl der Menschen enthüllt sich wieder die Dünne jüdische Bindung, da ihr die verdichtende Kraft der gewohnten Umweit fehlt. Ks zeigt sich die künstliehe Verkrampftheit einer jüdischen Pseudo-Ren«|sHM»«re die durch eine feindliche Umwelt bedingt war und mit deren Verschwinden sich wieder löst. Aber wie geht es hier -■- und das war ja Ihre Fragestellung den Menschen, die drüben eine stärkere Bindung zu jüdischem Leben hatten? Es ist schwer, eine eindeutige Antwort darauf zu geben. Man lebt in einem neuen Lande und ha* vor alk-a erst einmal die Aufgabe, sich wieder einen rhu/. im normalen Leben zu erobern. Das hebst aber mich, dass j man von «einer neuen Umgebung viel abhängiger ist, als i der Tourist, der seine Kindrücke unbefangen niederschreiben kann. Der Eingewanderte sieht zwar tiefer und gründlicher, beobachtet geschulter und besser, aber er hat berechtigte j Hemmungen, -.ine Meinung zu deutlich zu sagen. Artikel über Amerika, auch in deutscher Sprache finden ihren Weg rasch zurück über das Meer, und die Empfindlichkeit, mit der hier; auch bescheidene Kritik aufgenommen wird, ut erstaunlich. . Wobei einem wieder alle von drüben vertrauten Krscheij nungen. nur mit verändertem Lokalkolorit begegnen: vom! mehr als ihuidcrlprozenügcu, der nur erwartet, dasa man in j ununterbrochener Anbetung des Neuen versinkt und einem zumutet, stiii: Vergangenheit wie ein Hemd auszuziehen, bis zum verständnisvollen Helfer, der zu würdigen weis», ein wie vorbildlicher Technik aufgebaut« Mechanismen Mir Geldauf« Ibringnng für die ver» ^lederten Zwecke; Wohlfahrt. Puhlsthm-Aufbnu Hilfe für europäische Judennot um! Kinwandererunterstutzung. Sie leisten Gmaaartlgesi, und es ist kaum übertrieben, zu sagen, das* von Hilfsgeldern amerikanischer Juden heute praktisch alle jüdischen Institut oneu der Welt leben. Gerade jetzt wird eine gewaltige Anstrengung gemacht, um im Kahme i des „United Jewish Appeal'1 20 Millionen Dollar für die vereinigten Fonds von Joint Distribution tioit Committee, Palestine United Appeal Und National Co~ ördinating Committee auf'.ubringen. Ich habe es als einen grossen Vorzug betrachtet, an der Werbearbeit für «Uesen Drive aktiv mitarbeiten zu können. F,s gab das Gefühl, wenigstens etwas für die notleidenden Freunde überall in der Welt tun zu können, und hat mir eine Fülle von interessanten Eindrücken und Erfahrungen gohiachl. Aber eine ..Einordnung" hat es einem auch nicht gebm könnt n. Zu deutlich war man sich bewusat, wie sehr gerade die Tatsache des Nleht-dazu-Gchörens, des als Spreeher .■dummer Bittender Betrachtet-Werdens, ein w Irk.namc; Werbemittel war. Da?: gilt noch nv-hr von der Hilf rubelt \v,\ ' 1 selbst. Der Refngce wird einstweilen noch zu sehr uh der nur K'mji.'aü.vn'Je betrachte?, der teinen aktiven Anteil an der Hilfsnrbeit hat. Obwohl uweifel|o:i beiden Teik i besser ge» dient wäre, wenn erfahrene und n>!>* tlvd).^ : der winzige:! Gruppe hinzuträten, die bb-i« und Wüma hc d< r Klnffcu and-■«•t«:■:-. zum Auv.a »!• I aon, ' llediirfnis nach Geflnnkensuisltiitseh eben zti i-hauungen bringen Or£,-im:'ai,ionen in iwrem -'--inn . von Men;K hengnippen zum Zwecke 'sPin<K;-vi tausches, Klärung und GegenübcndeiJum; meinungen gibt es kaum. Es gibt kleine K Wixn wir „Notabein" nennen würden, cm gibt . Öffentlichkeitssuchende föiiizelptrHimlichkellen, gtOHHe und riesige Wohlfrthrtsorganiaationon. :,n<!.r;.ssungen tu dankeiutHH" von Gi uppen-;*ei:<u von dem, iattformen für es gibt kleine, |<ibt zahllose Gemeinden, die religiösem, ehuritativ.'tv) und geselligem Lehen dienen, aufgeteilt nach sozialen, landum»nnwch-rtflliehen und religiösen Gruppierungen.. Aber OrgnutautioMen .derer» aktive Arbeit auch in den Zeiträumen zwi.-adien Goidiutfbrlngungen weiterginge, die ein In Unter«:'uppen verzweigte,«« demokratische Leben führten, gibt mir in Ansätzen. Selbst die aus Deutschland stammenden Zitmisttn, denen noch um ehesten in der Zionistischen Organisation eine Form organifiatori.'u hen Leben:« offenstünde, haben sich in einer eigenen Zweiggruppe 'zusammengefunden, offenbar, weil ihnen da* vorhandene Orgauisatiomdehuu nicht genügte. Dem amerikanischen Juden wird dieses Problem nicht so deutlich, so wie es uns im alten Kreise auch kaum fühlbar geworden ist. Gewiss, wir haben jederzeit die Möglichkeit der Mitarbeit in unseren ungleich lebensvolleren Organisationen gehabt. Aber daneben lebten wir im Bannkreis« einer ganzen Füll« von Formen jüdischen Gruppenleberts: Familie im weiteren. Sinne, bei Einheil dea Ortes, Gemeinden. Vereine, gesellige Gruppierungen.' Der ninerikanbiehe Jud« lebt ober; in.deinem Landr Uisd, h'Ur not-h nieiic als IrgeXiüHvf»— andern, nahezu aussehHesslieh unter Juden, Wir, denen dieses Kiugehettetüeiti - genommen ist und die ca nur sehr; allmählich — mal ganz nur für die zweite Generation wiedererlangen, sind ohne alle diese Stützen. Und «o grosazügig dieses Land, mehr als sonst eines, uns, die Fr«nuten, aufnimmt und Stiel). Je angleicht, in die, Beziehung laMst uns Im Judi*ehe* Kr lehn is — von drüben viele Juden in diesem Lande kenn von , jüdischen Einrichtungen und Institutionen to viel dabei gelernt und eine Fülle von manchgelernV, h habe i habe Einiges l gi «eben, habi i mal Marken, inam I mal schwer verständlichen, manchmal , eindrucksvollen und schönen und manchmal unerfreulichen ■ Ki fahrungeu gemacht. Das einzige, wirkliche 'jüdische Hrlebnis aber dieser Zeit war es, als von drüben ein kleine;; Büch* j lein kam, Leo B neckn „Die Evangelien ab Urkunden > jüdischer GlHUbcnsgeschl'ehtc". Die Person des Sehreibenden, die Umstände, denen diese« Stück geiatigen Schaffen« abgerungen wurde, Form de« Denken;', daa alles sprach unmittelbar an. machte da» Fehlen lange gewohnter BezogenleuUieh und war doch wie. eine ausgestreckt« Harmonie bemerkt', würde die Situation sagen, dass i Menschen in Ei nicht von Menzels, auf der die lapidaren Worte standen: „Ich habe schwieriger Prozeas die Umstellung eines «m Pariser Platz noch nie ein Paraphrasierung dieses Witzes schlecht zeichnen. Mau könnti für den politisch iutere.^ierten sehe» Leben" bedeutete, hier noch dasa einstweilen für die Kinfügungsmögliehkeit in die geben iat. Aber das würde, w Lchseuen Men- •ntspreehend vorhanden meisten von uns irgend eine /orhandenen Institutionen geehr ernsthaften und "eine zu oberflächliche Behandlung sehr schwierigen Problems »ein. Ich muss ihnen mit einer Art Beschämung gestehen, dass mich in dem ersten Jahr meines Hierseins das Problem meiner „jüdischen Einordnung' kaum beschäftigt hat und auch jetzt erst allmählich zu beschäftigen beginnt, Wtmn tias jemandem so gegangen ist. der immerhin jüdische Arbeit ab eine Lebensnotweudigkcit betrachtet 1 ut, dann werden Sie sich vorstellen können, wie es bei Menschen aussieht, die auch Urüben nur lockere Beziehungen zu diesen Problemen hatten. j heit .schmerzt jHand....! Erst ganz allmählich kommt es im Kreil»« der äu:i DeuUehh.nd gekommenen zu einer Diskussion des Problem» ihrer jüdischen Orientierung und Einordnung. Neben der „Theodor fit, .1 Mttcit ttr' und einer Reihe sehr kleiner Gruppen gibt es den „Oerman Jeteish Cluh", der den jetzt zweiwöchentlieh sehr j erscheinenden „Aufbau' herausgibt. Ursprungiii h eine Züunterstrichen - bei Nichtjuden. ' i sammenfushun:; kleinbürgerlicher Schichten der Binwande- Also, wie gesagt, es ist ein etwas heikles Thema. Man j rung, hat »ich der Klub in der letzten Zeil bemüht, »ich In lebt eine Zeitlang in der neuen Welt und fängt langsam an,! Ar beitsprogramm und Methoden, in d«r Ausgestaltung Keiner nt inen Standort im täglicher. Leben?.u finden. Inmeinem {Zeitschrift und in der Werbung an einen vielfältigeren Krei» Falle dar? kh ohne Übertreibung sagen. da«s ich dieses I-and \ zu wenden, sehr lieben gelernt habe Und ich glaube, es* iat eine echte j Tu «jem Masse, in dem mehr Menschen von Niveau undj Liebe, die alle Schattenseiten und Probleme sieht, .bei* doch Erfahrung in der Gestaltung jüdischer Probleme herüberbejaht. Wenn sich jetzt noch ein bescheidener berufkommen, und in «lern die.se Menschen w»ä lange dauern I unabhängig genug werden, um sehen auf eine neue:? Land ist. Allgemein gesproc hen mochte ich sagen, dass ich am meisten Verständnia bei ganz ausacreder das, was | halb aller offiziellen Körperschaften stellenden, intellektuell Europa ..judij geschulten Menschen gefunden habe, bei Juden und Aiiierlkanifclertin;; lieber Erfolg in lunguamer in bester Ordnung. Arbeit sichern alles Ohne judi* he Betätigung Aber ab und zu. und im Laufe der Zeit sich verstärkend, wird eine Lücke fühlbar. Man ist schliesslich durch lange Jahre hindurch gewohnt gewesen, neben «einer Berufsarbelt 1 die Möglichkeit zur Betätigung seiner puHschen Verbunden' Die Erklärung ist sehr einfach. Für jeden, der in ein | hed?m haben. Und nachdem man über die erste Zeit des neues Land hinausgeht, ist . Assimilation1' keine diakutierbare t Fertigwerden:; mit all dem Neuen hinweg ist, »teilt »ich das Frag« der wiUensmäsxigen Entscheidung und Richtung, sonj Bedürfnis nach einer dem Gewesenen irgendwie dern eine unausweichliche Notwendigkeit. Alle Energie j Arbek ein. Da; der ersten Jahre muss darauf gerichtet sein, sich der neuen Umwelt so rasch und intensiv wie möglich anzupassen. Ob man, wie hier beinahe zwangsläufig, nur jüdischen Umgang hat oder nicht, spielt kein Holle Auch daa, was man an amerikanischen Juden sieht und was man von ihnen übernimmt. L-»t nicht ihre iudt&chc Geprägtheit, sondern ihr ^tiarriAraiirrl*int. Was auch von ihnen selbst unterstrichen wird____ In de» Forderung einer raschen Amerikanisierung. in einem m-.tm-umai beinane naiven und dabei nicht unberechtigten—Stolz auf ihr Amerikanertum sind hieb die amerikanischen Jsiden aller t Jruppen und Richtungen einig, Dazu kommen die Kindrücke der neuen 'Umwelt, die In beinahe allem vom gewohnten abweichen und den Neuankömmling völlig mit Beschlag belegen. Je höher der geistige Standard des Einwanderers, desto mehr wird alle reine Energie von dem Eindringen in ein überraschend verzweigtes und reiches kulturelle*, politisches und soziale» Neuland in Anspruch genommen. Und man muss ernst damit nmehen, ähnlichen inatwetk-n jedenfalls, nicht findet, zwingt einen zum Nachdenken, Wie es überhaupt ja eines der Kennzeichen der richtig erlebten Emigration ist, dasa man «ich genötigt sieht, beinahe alle früher einmal zur Kouttne gewordeneu Grundlagen »einer Lei>eri»ge;itakung und Lebensführung zu überprüfen. So wird einem viel deutlicher, weil realer geworden, wie hehi für uns jüdische tutjaturnttitiHche Arbeit die einzige lebendige Ausdruekjjform für Judentum und Judesein geworden war. Diejenigen, denen rtlitju,nes Lebtn wirkliches Zentrum ihre* Dasein.») war und ist, «puren den Wandel nicht so stark. Die Menathen dieses Kreide« finden auch hier relativ leichter den Anschlug* an die entsprechenden Gruppen. Aber wie erficht es um? andaebn? Solange wir, im alten Land*, in tinei Fülle von aktiver Arbeit standen, fühlten wir nur selten da« Bedürfnis, uns die Frage nach unserer jmiwhe-n Existenz zu sicdien. Hier wird sie erschreckend lebendig. Denn da*, was w i r und unter Jüdischen Organisationen' verstanden, gibt es hier kaum. Ka gibt gro»«e und »Ut nich den „Luxum" selbständigen Nachdenken« und tieibstandigen Handeinn leisten zu können, werden Wege tür die Nutzbarmachung der jüdisch erfahrenen Menschen, gefunden Werden können, zum Guten d.e.n Krelxe« der Eingewanderten und vielleicht auch de« jüdischen Leben* Amerika;». Einstweilen sind wir all» notli in der Periode des Lernens, der Bescheidung de» resignierten Schwelgen« und des Hoffen«. In alter Freundschaft, über das %rwm und das Utein» Meer hinweg, Ihr F, lt drieh 8. llt adniiz. Gegen das Weissbucb Die itelgischi: P r es a e 'hat .-»ich im allgemeinen, ähn« lieh wl# die französische Presse, bei der Kritik de» Wei«»- buehe», eine spürbare Zurückhaltung auferlegt. Abweichend hiervon nimmt in der grbssten belgischen Tageszeitung, dem „Son", der Exminister Um\n de Bonn ue-re Stellung. Auer» er verkennt nicht die Schwierigkeiten Englands, Daa hindert ihn aber nicht festzuattlk-n, daa.* die englische U>aung nicht zun» Frieden fuhren kann. ..fiuhM. es wirklich", m «ragt er. „ein judischcj Nationalheim errichten, wenn man den» anderen palästinensischen Volksteil eine feste Majorität von, zwei Drittein verspricht, wenn man ihm mit, anderen Worten zusagt, das« er die Juden unterdrücken, und selbst majori* feieren kausn?" Die wirkhohe Uiäwng steht de Brouquero in einer Gleichsteiiung der beiden Gruppen, von denen keine »ich bedroht fühlen darf und die giukm. £i-j!i«rheit. und alti* che« Ansehen geniessen.

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