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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-30 · 16 (30.6.1939) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
16 (30.6.1939)
Date
1939-06-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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feto t JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Kr. 1«, 30. VX1938 steine weissen Siedler die britischen Kolonial gebiete betraten, ausser den Deutschen, «He von der Deutschen Kegferung nach Ontafrika geschickt weiden (um dieses Land, fnwbeaondere die ehemaligen deutsche» Kolonien, tn nnnfisiertn). AIh (Jrtmd für d*se Stagnation ör-r Einwanderung füll r t der Bericht des Kolonial am tes die niedrigen Preise der wichtigsten Kolonialwaren an, die die ökeno. mische Basis einer Ansiedln ng erschüttern. Dazu bemerkt die „Times" in einem I Leitartikel. „Mit anderen Worten, cm tat schwer zu sehen, wie rein landwirtschaftliche Siedlungen unter den gegenwärtigen Bedingungen Erfolg haben Rollen, d.h. Uns» die Absiedlung auch eine industrielle Seite haben muss und reichlich mit Kapital j tun] ein Teil der katholischen Senatoren, ausgestattet »ein mum. Unter diesen Bedingungen kann; Vor der Abstimmung über den Budget-Antrag der Rc- «ine Ansiedlung Jeden fall« Erfolg haben, w l c da» B e I -1 hierum? fand eine lebhaft« Debatte über da« Flüchtlings »Viel Palästina» zeigt." Wir wissen nicht, ob} Problem «tatt. in deren Verlauf Senatoren alletParteien den Schreibern dieser Zeilen klar ist, welche« gewaltige ,,en Antisemitismus Argument sie gegen die britische Weissbuch-Politik bcsugüch Palästina«, aber auch zugunsten der Anachauung von Sir Edward Grigg vorbringen; denn gerade die hier erwähn im Erfordernisse «erden am besten durch eine entsprechende Leitung des jüdischen W a n Belgiens humane Haltung DIE FLOCHTUUCSDEBATTE IM SENAT Der belgische Senat hat mit überwiegender Mehrheit hast hlfwson, der Regierung das von ihr verlangte Zusatzbudgct in Höhe von 6 Millionen Francs 7,ur BeRtreltun« des Unterhtilts JUdl^ehor Flüchtling« in Belgien zu bewilligen. Gegen die Bewilligung des Zunntibitdget*, das <<er JuKtizminister beantragte, stimmten lediglich di« flämischen Nationalsten scharf verurteilten und darauf hinwiesen, welch grossen Beitrag zur Entwicklung der Wirtschaft des Lande» die Flüchtlinge geliefert haben. Der KOzialistinchc Senator lio I i n, Proferior an der Brüsseler Universität und ehemaliger Delegici,fr Belgien« im Völkerbund, richtete an die belgische Öffentlichkeit den Ap pell, den Flüchtlingen gegenüber tolerant za sein. Die Beiderstromea und der grossen, heute teilweise unpro-?d«r dürfen nicht vergessen, dam 500.000 Menschen belgiacher duktiv ausgegebenen Hilfsgelder erfüllt werden. j Staatsangehörigkeit im Ausland leben und arbeiten; ebenso Die Anregungen von Sir Edward Crigg fanden aber beij** si« wo««», fass gut behandelt werden **»*•*/»»*• der britishen Regierung nur ein schwaches E ch o. | ,l"!!h (len F"md*" J" h hT^II 11 al . dt „ t,. . , , . . . . . , ti li voll begegnen. Allerdings sei auch er der Ansicht, dass die Das Einzige, worauf kolnniaJmw»ter Macdonald web ^bc-> R k.r|; dcn FHirhtlingen nicht erlauben solle, In den riet, war der Bericht Uber Britisch C.uayana und gewisse 1 SUUUen Brüssel. Antwerpen und Spa zu leben, denn In diesen in Afrika geführte Untersuchungen. Von British Guaya-1 Kt.j)e Cs bereits »dir viele Ausländer. na scheint Grigg nicht viel zu halten und er bestand | Der katholische Senator Hanquct dankte der Regiedarauf, dasa die britische» Gebiete in Afrika, besonders rung für ihre Bereitschaft, 6 Millionen Francs für die Bein O s l n f rika, der FlüehtHngsausiedlung dienstbar ge- '.«rtreitung de« Unterhalts von Flüchtlingen zur Verfügung zu macht werden .sollen, Es ist ein melancholischer Gej aldlen. »«* weiteren dankte er der Regierung dafür, das» danke, da*s dieser Vofsehtag, d>n «um ersten Mal unter dio l»««*«*« ergriffen hat. 350 Flüchtlinge von der „St. ganz anderen Umstanden vor 35 Jahren Joseph Ch am be r 1 a in, der Vater des heutigen Primeministers, gemacht hat, von der jetzigen englischen Regierung dialektisch abgespeist, aber nicht ernsthaft erwogen wird. Man kann wohl sagen, dasa die jüdische Öffentlichkeit, cmsehliessfich der Zionisten, heute xu einem solchen Plan eine andere Einstellung hätte als 1905, wo es — trotz der russischen Pogrome — ein Flüchtlingsproblein der heutigen Art nicht gab, vor allem weil sämtliche Über- Secländcr, einschliesslich U.S.A., der Einwanderung von Massen ohne weiteres offen standen. Es ist ein Teil der manchmal fast selbstmörderisch anmutenden Politik Englands, die dauernde Infiltration von Nazis nach Ostafrika wohlwollend zu dulden, dagegen! den naheliegenden Versuch, den Damm einer wirtschaftlich starken und politisch loyalen Bevölkerung aufzurichten und zugleich unentwickelte und leere Gebiete zu ersehliessen, zu unterlassen. Die nach Arbeit verlangenden, zu jeder menschenwürdigen aufbauenden Arbeit bereiten Maasen der jüdischen Jugend werden gezwungen, dieaen Diskussionen als dramatischem Schauspie) zuzuschauen, das Gespräch und Literatur bleibt und den Weg in die Wirklichkeit nicht findet. Wie soll da Verzweiflung und Nihilismus vermieden werden? Es ist unfair, unter solchen Umstünden der jüdischen Jugend von aussen Geduld zu predigen. Welche a n d e r e Nation mit gesundem Instinkt hätte die Ncrven-Kraft, sich jahrelang mit so einem Zustand abzufinden? , Ismis" aufzunehmen. Mit aller Seharfe wandte sich Senator Hanquet gegen den Antisemitismus. Justizminister J a n s o n hielt am Sehluss der Debatte eine Rede, in der er u. a. betonte, Belgien habe insgesamt 22.000 Flüchtlingen Gastfreundschaft geboten; mehr als die Hälfte von ihnen sei völHg mittelloB und müsse von jüdischen Hilfsorganisationen erhalten werden. Wir wissen, sagte der Minister, dass es viel Ist, vom Lande zu verlangen, riaw* es in einer Zeit, wo die Öffentlichen Abgaben so hoch sind, eine halbe Million Francs monatlich bereitstellt. Sollen wir aber für diene armen Juden gar nichts tun? Sollen wir nie etwa zu einem langmmen Tod oder zu--Selbstmord verurteilen? Sollen wir sie der Wohltätigkeit der öffentlichkeit überlassen? Minister Janson dankte zum Schluss dem Senator Hanquet für dessen „mutige und human« Rede". Justiffminister Janson hat bekannt gegeben, dasa den 250 Flüchtlingen der „St. Louia", die aufzunehmen Belgien sich bereit erklärt hat, von der belgischen Regierung das S c h! os s Marncffe (Chateau de Marneffe) als Aufenthaltsort «Igt* wiesen worden ist. Die Regierung hat das Schloas dem Jüdischen FlüchtUngakomitee in Brüssel für diesen Zweck aur Verfügung gestellt. Aua dem Referat dvs Senator Hanquet übermittelt uns» unser lirnsseler PRi-Korrespondent noch nachstehende Einzelheiten : Die Zahl der Fremden betrug Ende i»37 etwa 340.000 ^Gesamtbevölkerung etwa Millionen). Für Juli 193» gitt er die Zahl der Flüchtlinge aus Deutschland auf 2000, aus Österreich auf 800 an. Himu kommen weitere 4000, die Belgien nur als Durchgangsland benutzt und ca wieder verlassen haben. Ganz anders sieht die Lage im Augenblick aus. Senator Hanquet schätzt noch heute di« Zahl der Jaden, di« in Grossd«ut*chland von der Ausweisung bedroht sind, auf 700.000. Kr glaubt, daaa z. Z etwa 3000 Flüchtling« im Monat nach Belgien komsaen. (Natürlich meist heim* hcherweise, da Visa nur zu schwer zu erhalten sind). Er vertritt den menschlichen Standpunkt, «last Belgien den Flüchtlingen, die versuchen, aetne Grenze zu überschreiten, den Eintritt nicht verweigern und sie nicht zurück- Nchicken dürfe. Andererseits wäre es ein unmöglicher Zustand, dase Deutschland einfach auf Kasten Belgiens seine Emigration regle. Belgien solle mit aller Klarheit darauf hinweisen, das» dieser Aufenthalt nur von kurzer Dßuer sein könne, Für die«e Zeit müssen spezielle Flüchtlingslager zur Vertilgung stehen. Für die Flücbtlingspolitik gebe es zwei Wege, Entweder man be!fts*t es bei dem gegenwärtigen System; gewährt nur vereinzelt Visen, läast aber die Unordnung an der Grenze bestehen. Dort haben sieh, auf belgischer wie deutscher Seite Schmuggelagenten organisiert, die für einen Preis von 3000—5000 Francs den Flüchtling Ober die Grenze schaffen, über die er nicht mehr zurückgeschickt wird, man ändert diese Lage, indem eine umfangreichere Visumaerteiliuag erfolgt. Belgien müsse mit den anderen Grenzländern Deutsehlands, mit Dänemark, Holland. Frankreich und der Schweiz, ein Abkommen treffen, gemäss dem jedes dieser Länder ein bestimmtes Kontingent Emigranten monatlich aufnehmen würde. Dagegen muss die Grenzüberwachung verstärkt werden und dem Menschen Schmuggel ein Ende ge macht werden. Senator Hanquet forderte, dasa Belgien die Initiativ« zur Einberufung einer internationalen Konferena zur Regelung der Frage nehmen solle. Wie .sehr die Methode, eine unliebsame Person als „Juden" zu bezeichnen, Schule macht, dafür brachte die nie» laut geworden, die eine gemeinsame Lösung des syrischen und palästinensischen Problems durch Schaffung einer Konföderation der Levante-Staaten befürworten. Auch die letztein Reisen Dr. See bamlers nach TranMjOrdamen und die Pläne einer transjordanisch syrischen Vereinigung liegen in dieser Richtung. Bisher Ist aber Frankreich (ebenso wie Saudien) diesen Plänen abgeneigt. DR. WEIZMANN IN PARIS DAS SYRISCHE PftOBLEM Dr. Weizroann hat mehrere Tage in Pari« verbracht. Er hat unter anderem den franzosischen Kolonialminister Mandel besucht. Da kürzlich auch der britische Kolonialminister McDonald mit Mandel konferierte, darf man wohl «iiiiehiFir«, dass bei diesen Eesr-??chunsen die Zmamme»- hänge zwUtcXen dem »itrischen und palästi*cnai*ehen Problem erörtert %cerde». In Syrien ist durch die Abtretung des Sandachaks Alexandrette an die Türken und durch die j ermanente Regierungskrise, die die Bildung einer Regierung fast unmöglich erscheinen lässt, ein gespannter Zustand geschaffen worden. Es verlautet, dass die Franzosen beabsicht:gcn. die syrische- Verfassung abzuschaffen und anstelle des Jerusalemer „Palestinc Post" kürzlich ein Beispiel. Ein zentralen Parlamentarismus eine lokale Autonomie cinzuengii scher Soldat in Jerusalem sprach seine Ver- \ richten. Die Erfüllung der von der Blum'schen Regierung wunderung aus, dass verschiedene Juden bestreiten, daas j abgeschlossenen Vertrage in Bezug auf Beendigung des Man- Balfoiir ein Jude sei. Der Soldat schreibt, dasa! d»ts in s>*™n «*elnt in weiter Ferne zu liegen. Auf der er ebenso wie die meisten seiner Kameraden niemals daran ^™?**t*?± b!ÜaT^kÜ Jl f^T.^t f IV gezweifelt hätte, dass Balfour ein Jude war. Im Zusammenhang damit berichtet uns ein judischer Leser aus Jerusalem, der viel englischen Soldaten zusammenkommt, er habe aus deren Munde immer wieder gehört, Balfour sei ein Jude gewesen, der sein Amt als Aussenminister dazu benutzt hat. um seinem (dem jüdischen) Volk zu helfen. Unser Gewährsmann behauptet sogar, tr habe bei allen britischen Soldaten ohne eine einzige Ausnahme diese Meinung gefunden, verbunden mit pine-r e.ntanr«cjhender4. Abneigung gegen diesen ..Juden'* Balfour, dem man es zu danken hat, dassmau lern von England monatelang in diesem Linde sitzen muss. Dieselben Menschen, to heisat es weiter in dem Brief, halten auch andere Männer für Juden so z,B. Sir John Simon (britischer Sehatzkanzier), Sir Samuel Hoare (britischer Innenminister), Roosevelt, Stalin, Benesch usw., ebenso glaubt man, dass ü*e fünf gröeaten englischen Banken („The Big Five") von Juden kontrolliert werden, dass taüsende Araber seit Beginn der jüdischen Kolonisation Palästina verlassen hätten usw. All dies zeigt, dass wir Juden bei unseren Überlegungen und Massnahmen viel zu wenig mit der Deiikunpsart der ungebildeten Massen rechnen und uns daher um uicac auch nicht kümmern. Wir leben aber im Zeitalter des „Aufatandes der Massen", und der gewaltige Vorspruug der faschistischen Machte und vor allem des Nationalsozialismus beruht darauf, diese Tatsache in ihrer ganzen Tragweite rechtzeitig erkannt zu haben. Di« demokratischen Mächte Europas beginnen erst jetzt, und zwar in sehr langsamen Tempo, Gegenrnasanahmen vorzubereiten, wir Juden aber sind noch veitcr davon entfernt. Inzwischen prägen sich antisemitische Schlagworte, die uns nicht nur in der Diaspora sondern auch in Palästina bedrohen, tief in die Ohim* ein. Die damit verbundenen Vorurteile sind gewiss auch ein gewaltiges Hindernis bei der Lösung der Flüchtiingsfragen; denn selbst wo kein wirtschaftlicher Nachteil droht, betrachten viele die jüdische Einwanderung mit Miaatrauen. Hier statt Untätigkeit und Keaignatkm eine planvolle Aktivität zu entwickeln, gehört »n den elementaren Notwendigkeiten ts > aeres Kampfes um die Existenz des jüdischen Volkes und um die Bewahrung seiner wertvollsten Güter. < hkt&uitmi der inlLSA FÜR HNKI!TffiH Wie schon kurz gemeldet, veröffentlichte nach Bekanntwerde» der Rede, die Kolonialminister Mac Donald tn Genf vor der Mandatskommission gehalten hat. Dr. Nahum G o 1 dm a n n, Vertreter der JewLsh Agency in Genf, eine Gegenerklänmg. Darin heisst es u. a : „Eine jüdische nationale Heimstätte,' die durch künstliche Beschränkungen zu einem ständigen Minderheitsstatus verurteilt ist, kann nicht ab wahre nationale Heiiustäüe anerkanut werden. Die Erfahrung mit Minderheitsgarantien in den zwanzig Jahren s«it Schlug den Weltkrieges hat die Unzulänglichkeit vieler konstitutioneller Sieherungen dort, wo die herrschend« Mehrheit um zu ignorieren vorsieht, .unter Beweis gestellt. Wenn die hritische Regierung wirklich den Wunsch hegte, beiden Teilen der Bevölkerung Palastinas Gerechtigkeit widerfuhren zu lassen, so hätte sie eine auf .dem Prinzip der Nichtbthermchung eines Volkes durch das andere begründete Lösung der Verfassungsfrage in Palastina in Betracht ziehen sollen. Der im Weissbuch vorgesehene „unabhängige palästinensisch« Staat" jeuweh, der auf einer Zwvidrittel-Mehrheir, der Arabsr basiert werden soll, stellt eine Verleugnung dieses Grundsatzes dar und muss trotz aller Garantien die jüdisch« Miaderheit der Herrschaft der arabischen Mehrheit preisgsbea. ,,. Als das Mandat bestätigt und Großbritannien anvertraut wurde, um ein jüdische« Nntiw.e.lfcrira zu schaften, so geschalt dks mit Kenntet* der arabischen Gegnerschaft aus Gründen höherer Gerechtigkeit gegenüber dem heimatlosen jüdischen Volke und unter voller Anerkennung der historischen Verbittdung des jüdischen Volkes mit Pal&stina, wie dies in der Präambel des Mandats auagedrückt wurde. Aus diesem Grunde kann der arabisch* Widerstand nicht als Argument zur Begründung dar faktischen Annullierung des Mandats durch EinattHang der jüdische* Kitt Wanderung angeführt werden." In New York fand am 29. Juni die Eröffnung der 42. Jahreskowferemi der amerikanischen 2Mate» statt Präsident P.oosevelt schickte an die Veraammhmg ein« Begrünung» werin er erklärte, das er nach wi« vor die Entwicklung das Jüdischen Natkmalbetms in Palästina mit gröaster Aufmerksamkeit verfolge.. „Zugleich" — so fährt die Depesche fort — „möchte ich die Zionistische Organisation auffordern, bei ihrer Betrachtung der gegenwärtigen Probleme und uit Staigs» Schwierigkeiten nicht die grossen Fortschritte et» vergemen, uelche in Paläittin* bereit» erreicht uwrden aind." Di« Erwartung, dass Dr. Welsmann an der Jahreskoaftrenz teilnehmen wird, wie früher angekündigt worden war. hat sich nicht erfüllt Dr. Weizmann ist gegenwärtig durch verschiedene politische Aufgaben in Europa festgehalten; er begrüsstc die Konferenz In einem Telegramm. Die Eröffnungsrede der Konferenz hielt der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas Rabbi Dr. Solomon Goldman. Es waren etwa 1000 Delegierte und viele Gäste anwesend. Auch die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency Mrs. Rose Jacobs und Dr. Werner Senator sind anwesend. Am Abend der Eröffnung der Konferenz fand eine Festversammluag Im Palästina-Pavillon auf der New Yorker Weltausstellung statt, wobei eine Reihe von Reden gehalten wurden, die sich insbesondere gegen die Palästina- Politik des letzten Weissbuches wandten. In einer der nächsten Sitzungen hielt Dr. Werner Senator ein Referat über die Lösung der politischen Palästinafrage auf Grund einer jüdisch-arabischen Verständigung im Sinne der Parteien der beiden Nationen innerhalb eine* föderalistischen Systems. Der Redner betonte, dass die Zurückhaltung der Juden in den letzten drei Jahren die Möglichkeit geschaffen hat für eine Zasammeiiarbttt mit dem englischen Militär und für die Errichtung einer ganzen An-- üahl von neuen Siedlungspunkten im Lande. — Mrs. Jacobs forderte eine Vergrösserung der amerikanischen Vertretung in der Exekutive der Jewish Ageney in London und in Jerusalem, da auf den amerikanischen Juden jetat die grasste Verantwortung liege. Kolonial min ister Malcolm McDonald hielt eine Radio- Ansprache nach den Vereinigten Staaten, worin er seiae bekannten Anschauungen nochmals darlegte. Er betont« besonders, dass die Regierung allein den Frieden Palästinas nicht herbeiführen kann, wenn nicht Juden und Araber durch gewisse Zugeständnisse dabei mitwirken. VON!>EB FLtCHrriXNC.S-HHJ^SOIMi\NLS%T10N Der bisherige Vorsitzende de* koordini*r«nden Komitees für Flüchtlingshiife in England Lord Hailey hat sein Amt niedergelegt. Es wurde beschlossen, da» Komitee zu reorganisietea und darin Vertreter der vier grossen Ftüchtlutga« Organisationen aufzuuehmeu. Es handelt sich dabei um reine PrivatorganUkaüoiien ohne Kegterungshuf«. Lord Hailey hat et klärt, der bisherige Nama des Komitees sei irreführend und schlug für seinen Namen „Zentrales beratendes Komitee'* vor, offenbar um zum Ausdruck zu bringen, dass das Konnte« keine ebenen 2£s2»pei*ns«n hat, *ör«i*ra wdialUh dU Verbindung zwischen den selbständig arbeitenden Hiitsorganisattonen darstellt. Leo Herrmsnn beteiligte sich als Vertreter der Jewish Ageney an der Tagung des V>rb»adungmkomitees der FlüehthngskommiaMoa des Völkerbundes, die in Paris uuter Vorsitz von Sir Herbert Esieraea stattfand. Ia seinem Bericht forderte Herrsaaaa, den Juden ans der TseJzecnoelowakei dieselbe Bskandluag auteü werden an lassen wie den Juden aua iNNttaefaland, Österreich und dam SadeUngebiet

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