Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 15 (23.6.1939)
- Date
- 1939-06-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 15, 23. VT. 1939 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAtf Seiti t Pseudo'Simsonismus Von Marlin Biber (Jermtalem) - f Ich" stellt mir vor: AI» dl« Philister, ein jsieibewusstes, ttrafT organisiert««, militärisch ebenso vorzüglich geschultes wie begabte«, technisch musterhaft ausgerüstetes Völkchen aus (fem hretiarhen Kulturkreis, ihre« Kampf um die He»«einorue In Palästina begannen und die benachbarten israelitischen 'Stamme unterjochten, Ut sich eine kleine Schar verwegener Burschen Im Stamme Dan zusammen und verschwor sich, die Haare sich wild wachsen zu lassen, wie es aus den Tagen Deboras von den Kampfverschwören überliefert war, und keinen Tropfen Wein au trinken, bis die Zinshcrrschaft der Philister gebrochen »ein würde. Da aber dl* nicht unmittelbar betroffenen Stamme für eine Teilnahme an einem Befreiung« Irrte*; nicht zu gewinnen waren und nicht einmal Waffen u«d •onstlge« Kriegsmaterial Hefern wollten, bereiteten die Ver «chworenen einen regelrechten Guerilla-Krieg vor. Mal um Mal überfielen etliche von ihnen in der Mittagaglut, wenn alles ruhte, die Pfcatae der Philister, steckten die Felder in Brand und machten die Mannschaften, die sich ihnen entgegenstellten, mit Berserkermacht nieder; dann verschwanden sie, ehe Hilfe eintraf, so schnell wie sie gekommen waren. Und wie das Heldenlied von Führern tu singen wusste, die ihrer Jähen unwiderstehlichen Feuernatur halber die Beinamen •„Blitz" und „Fackelwcib" erhielten, so hiessen sie das Volk, wenn der Philister Abordnungen kamen und forschten, wer «die Urheber des Angriffs seien, antworten: „Simson, der «ohn der verzehrenden Sonne, der Lßwenserreisser, hat es getan. Niemand vermag ihn zu fangen, denn gelänge es auch, ihn mit starken Stricken zu binden, an der Haut des Sonnensohnes werden sie wie Flachs im Feuer verbrennen.'4 Ais sie aber doch endlich übermannt wurden, wehrten sie sich noch im Sterben mit solcher Gewalt, daas sie den Philistern in dieser letzten Stunde grössere Verluste beibrachten als in der ganzen Zeit bis dahin. Das Volk in Dan aber, wie es gewohnt war, xu antworten: „Simson hat es getan!" rief es sich nun von Dorf zu Dorf zu: .Simson Ist tot!" Und die Sänger sogen hinaus in die Stämme Israels und sangen von den Taten und dem Tode des Sonnensohnes, aber am Schlüsse riefen sie: „Wehe Dir Dagon! Simson ist nicht tot!" Und man lernte das Lied singen von einem Ende des Landes zum anderen, in Silo sangen es die Priester, als sei ca ein Psalm, und riefen damit zum Kampf auf, die im Gebirge Ephraim umherziehen- . den Prophfit*nhO!'d*!?i sangen es. väa «ei e* ein Spuk des Geistes, und riefen damit zum Kampf auf, und in Benjamin weckte es den junger. Saul au3 dem Traum. - * R? scheint, dass ea in diesem Jischuw von heute Burschen gibt, die steh einbilden, Simaone zu sein. Als Simsona-Taten gelten anscheinend bei ihnen: Minen vor Fahrzeuge legen, in denen unbekannte, unschuldige, wehrlos«? Leute sitzen, Häuser überfallen, in denen unbekannte, unschuldige, wehrlose Familien leben, und dergleichen mehr. Sie sagen den Knaben auf der Gasse, jetzt sei die Stunde gekommen, Simsoua-Taten zu tun; wenn sie Simsone werden wollten, brauchten sie nur in Ihre Schule zu gehen; und sie finden natürlich Kindlein genug, die so etwas gern hören. y Das ist so gekommen: Als wir nach einer langen Reihe von Jahrhunderten wieder in unser Land kamen, benahmen wir uns, als ob es leer wäre — nein, «chlimmer noch, als ob die Bevölkerung, die wir sahen, uns nichts anginge, als ob wir uns um sie nicht zu kümmern brauchten, d. h. als ob sie uns nicht sähe. Aber aie sah uns, Sie sah uns — nicht ebenso deutlich, wie wir sie gesehen hätten, wenn w i r im Lande ansässig wären und nun anderes Volk in wachsender Zahl kommen und sich festaetzen sähen, nicht eben*o deutlich, aber deutlich genug. Sie sah uns naturgemäß* von Jahr zu Jahr immer deutlicher. Wir kümmerten uns nicht dtrum. Wir sagten un§ nicht, das» es nur e i n Mittel gab, uns vor den Konaequense« dieses immer deutlicher Gesehenwerdens zu schützen: ernstlich gemeinsame Sache mit dieser Bevölkerung zu machen, sie an unserem Werk in diesem Land, an unser er Arbeit und |j;rc?, rY.;jcK»erl »rnstiieh zu beteilige«, ne.nienigen in unserer Mitte, die es uns sagten, wollten wir nicht glauben. Wir hatten ja inzwischen, in einer weltpolitischen Konstellation. In der man uns merkwürdigerweise brauchte, von einer Weltmacht das Zugeständnis dea Schutzes bei unserem Unternehmen erhalten. Der sogenannte Völkerbund hatte es bestätig:, — war das nicht genug? Wir sagten un« nicht, daaa aolche Zugeständnisse in der politischen Welt, in der wir seit einem Vierteljahrhundert (und länger) leben, nur »o lange gültig bleiben konnten, als die damals mit Hilfe ebendieaer Zugeständnisse geschaffene weltpolitische Situation nicht in Frage gestellt wurde, da*« wir also für diesen früher oder später kommenden Fall 'ine andere, andersartige Sicherung vorbereiten mußten, an Stell« einer Deklaration eine Realität, eben die Realität genuitt&amen Werkes, gemeinsamer Interessen mit der Bevölkerung des Landes. Denjenigen in unserer Mitte, (He es urus sagten, wollten wir nicht glauben. Und wer uns auf die wachsende arabische Nationalbewegung hin wie«, dem antworteten wir, die sei nicht ernst zu nehmen, oder, mnn würde mit ihr schon fertig werden. Und dann kam Ullas wie es kam. Die terroristischen Bandes taten all das, waa b*i jeners Burschen hei uns als SAnasons-Tat gilt. Vielleicht gab es;tuch unter den Terroristen solch«, die »ich ala Simeone vorgekommen wären, wenn sie etwas von Simson gev/u.;st hätten; die Frag«, wer in ihren Augen die Rolle der phüctinischen Eindringlinge geapie'it hätte, die Briten öder wir, mag oft'eri bleiben — ich vermute, beide zusammen. Ich glaube nicht, <iasa unter utu einen Menschin gab, der die Mordbrenner ab;>im*one sali. Warum nicht? Weil die Simeone von Angesicht zu Angesicht, gegen eine wohl bewaffnete Mehrheit kämpften; weil metzeln nicht kämpfen hc«w»t. Wir wei#feri*n um, mit Aua» ab mg einiger Narren, in j der gleichen Sprache zu antworten. Ich aage: einiger Narren. Damit meine ich aber „Narr"' nicht im heroischen Sinn, d. h. j einer, der für einen Narren gehalten wird, aber In Wirklichkeit ein Held ist, sondern mit ..Narr" meine ich einfach einen Dummkopf und nieh'a anderes. Aber, höre ich einwenden, haben denn die Banden nichts erreicht* Nein, sie haben nicht* erreicht! Hitler und Mussolini haben erreicht, was erreicht worden Ist. nicht sie; und nicht die Macht des Mufti r»n sich fürchten die Verfasser des Weissburhes, sondern die Macht einer Bewegung, die in der Stunde der grossen Wag schale unter Ausnutzung der palästlnensi^'.'hen Parole einige vorderasiatische Staaten und Volksgruppen gegen England verbinden und die Flanke der um Afrika kämpfenden be unruhigen könnt«. <lc.h halte die«* Furcht für kurzaichtig aber aie besteht.) Und nun stehen unsere Narren Jetzt, In diesem schwersten Augenblick, in dem aiiea von dem ver antwortlichen Handeln unser aller abhängt, jetzt stehen sie auf und bereiten den neuen Pseudo-Simsonismiis vor. indem sie die arabischen Terroristen nachahmen wollen, vielleicht mit verb.astiter Technik! Was hoffen sie zu erreichen? Solange die Kriegsgefahr nicht konkrete Gestalt angenommen hat. werden sie mit allem, was sie anstellen mögen, sie, die kein werdende« A rabiaten und keinen indischen Islam hinter sich haben, England weniger moleatieren als eine Sandfiieg« einen beschäftigten Mann; und sowie die Kriegsgefahr konkrete Gestalt angenommen haben wird., werden sie »II dies aufgeben müssen: man bilde sich doch nicht ein, dass es dann einen einzigen Juden wird geben können, der Hitlers Geschäfte besorgt. Der arabischen Sache half eine neue weltpolitisch« Konstellation, was für eine, meint man. wird uns noch helfen? Und gelänge e», den Schein zu erwecken, daaa wir den Demokratien in ihrem Kampf gegen dl« Diktaturen in den Rücken fallen, so wäre die Wiederherstellung einer besseren Beziehung zu England, ohne Einvernehmen mit dem wir ja hier überhaupt nicht leben und arbeiten könnten, auf absehbare Zeit verhindert Und unsere Beziehung zu den Arabern? Wir haben zumeist zwischen den Banden und dem arabischen Volk zu unterscheiden gewusst; es ist aber nicht zu hoffen, dass die Araber Ruf die Dauer zwischen unseren Terroristen und dem jüdischen Volk zu unterscheiden wisaen werden; und wie sollen wir dann zur Verständigung mit den Arabern gelangen? Gewiss, jene halten eine aolehc Verständigung für unnötig, ja für bedenklich; aber nur Illusion»-: Politiker wie sie,!üonionnfabrlkanten, die nleht« können, als nach dem End« einer Illusion airhon eine parat halten, die ebenso kurzlebig sein wird, vermögen zu wähnen, unsere Siedlung könne In alle Zukunft ohne ein Friedensabkommen und eine ArbeitSKcmein»rhnft mit tlen Arabern bestehen. Wer Jetzt, in dieser kritischen Stunde, ein blindes Wüten anzettelt, droht den Jlsehuw nur zugrunde zu richten; alles, was mit solcher Mühssl. mit solchen Opfern, Stein um Stein aufgerichtet worden Ist, würde in dem Chaos r.u dem uns da* Pseudo-Slmsonttim führen kann. Mauer um Mauer niedergcrta.ien werden Jeder Hieb, den si« gegen Feinde zu führen vermeinen, trifft unseren eigenen Leib. Was sie treiben, ist Selbstmord; aber ni< ht einer, wie der Simson*. der zugleich mit sieh dreitausend Philister begräbt, sondern eine sinnlos« Zerstörung all dessen, was hingegebene Geschleehter mit dem Opirr ihrer Lebenskraft ans diesem Hoden haben wachsen tn^en. Wer mordet wie sie, mordet sein eigenes Volk, Ks gilt in dieser .Stunde einen Kampf des ganzen JUschuw gegen das W«?i*sbueh, das nicht bloss den Ijebensanspmeh unseres Volkes und den Kntwioklungsanspruih unsere."« Werke« inissaehtet, sondern auch die wahren 'ntrressen Palästinas und den Charakter des Friedens, den es braucht, verkennt; e» gilt einen geordneten, koordinierten, verantwortlichen Kampf. Dieser Kampf darf weder nach arabischem, noch nach Irischem Muster geführt werden. (Unsere Verherrlicher des irischen Terrors vergeben, dass ea in der irischen Frag« — von Ulster abgesehen nur zwei, nicht wie In unserer drei Parteien gab: Die Tatsache, dass wir mm Unterschied von den Iren eine ungeheure Rcvölkerungsmchrheit im Land« uns gegenüber haben, hinter der, tel« mit grosserem, teilt mit geringerem Nachdruck, die 2.10 illionen des Islam stehen, brandmarkt den heute recht beliebten Vergleich als ein heilloses Oschwätz. Übrigens, hat Irland nicht durch den Terror, mit dem man geschichtlich Allenfeld* den arabischen vergleichen könnte, und der bekanntlich unter anderem duirh Lord Balfour höchst erfolgreich bekämpft worden war, sondern dank der klug?n neo-imperialistischen durch Dezentralisierung neu zentralisierten Khund-'fable-Politik England* die Seibatändigkeit gewonnen.» Wir dürfen in diesem unseren Kampf nichts tun. was die Bande zwischen uns und England zerschneidet, nicht«, was ein künftigem Übereinkommen mit den Arabern unmöglich macht, nichts, was das) Leben d<n JiHchuw in Gefahr bringt, Wir haben da.-« zu verwirklichen, wa;i der Wille zum Wachstum unseres Siedlung»- werke« erfordert, nicht weniger und nicht r.iehr. Da» Werkzeug unseres Kampfe-» bleibt nach wie vor der Spaten, der n e r s c h r o r k e n e Spaten, Erdgräber brauchen Wir, die nicht weichen, nicht Bornbenwerfer, deren Hnuptkunat iJat» Duvonr'.<nnen ist. Führer zur Arbeit brauchen wir, dlo ivi?-sen w:i« sie wollen und wie «m zu tun i.nt; Ordnungastörcr hmuchen wir nirhf, •- die Ordnung, die fdo spüren, ist üi-r Ordnung un»erer «igenen Arbeit, riH raclhr Artikel rr*<;HU-n h. btiiiuh in dir Tel-Avivcr r"tfc.«:eifitti{i „/«*..vir". --- AV/dJ 7850 EINWANDERER-ERLAUBNISSE Die „PalesUne Gazette" vom 1.1. Juni veröffentlicht eine Verfügung des High Commissionc-r?« über die Einwanderung in der Periode vom 1. Mai hl» 30. September 1930. Es handelt sich hier um die e r s t c Verlautbarung in Immigrationsangelegenheiten nach dem Erscheinen des Weisabuches. Dcmgemä-« sind auch einige Änderungen darin erhalten, die beweisen, dass das Weissbuch bereits in Kraft getreten ist. Während bis zum 1.4. d. Js. immer von einer Immigratk>ns-r,Schedul«" die Kede war, d. h. der liste von Einwanderungsberechtigten gemäss den Prinzipien des Mandats und den Bestimmungen des Einw&nderungageaetzea. ist diesmal die Rede von einer „Quote", in Analogie zu der bei der Einwanderung nach USA üblichen Ausdrucksweiae. Dies hat vor allem eine bedeutsame Folge, die eine einschneidende Änderung darstellt: Unter der „Quote", gilt jede einzelne Person als selbständige Einheit und wird auf die Ges-rr.tzah! arigerrchnet, während nach der alten Schedule bei gewissen Kategorien Familienmitglieder, z. B. Ehefrauen und unmündige Kinder ohne Anrechnung zugelassen waren. Die urfisratithl ««er erteilte« Zertifikat* beträgt 8450, dftvoa niud 600 für Araber und andere Pernonrn be> nebMt, und 78.10 für JndVe. Die Hererhnung diraer /AMer hl «o rafttMtfegf&ofmiwa, daaa au« auf da* Halbjahr gi-ma»« dein Wehaburii 5000 Ktewa«»denMgaa«rtlflfcat« erteilt, wem« ein gewlauer Teil der hm Weeaabveh «In für ailr Mal vargeaebenen 25 000 l^btltngjiaertmkate tritt. Von «mm snageieamt 10S50. dirfir daa gaaae Halbjaiir teatJmt «dad. werde« die 1300 bereit« für April a«*gegrhrntn Xfrttftkair ah^emogeji, bMbi 9158. Ferner wefden 1S00 Zertiflfcnte abgezogen, die z«r I^Aaltaieriiaic der vant 1. Aprtt—24. Mal 1030 etegewaitderte* «ad aacb IHUaatsM ««gfiaaaeae« Illegalen »Ilawanderer ««rwesadei werde«. Hm ergibt sieb «He ZMTer vem 7050. Nach einer Mitteilung des Einwanderungskommisaars Müs wird diese Gesamtzahl von 7*50 In folgende Kategorien eingeteilt: Kaififf&rU) InxgeM fhwähnt Flürhti, A I Mindestkapital von IJ». 1000. - Ijm »50 5&0 A IV. Gesicherte« Einkommen von mindeste« LP. 4. - monatl. 70 SS 39 A V. Liindv/irlscrjafti. Siedler mit mindestens LP. 500. — M — 35 B. U. IUU.T.öse Beruie 35 — 33 B III. «tudernter* MGO IMO 1»«M» C Arbiter «MO «00 30« D Angehörige 1.JW) 1,750 Universität, Technikum, Haifn etc. zugewiesen zur Ausgabt» an neu ankommende Studenten für das Semester -«©. ',m Zertifikate erhält die Jugend-Alijah-Organiant Ion für Flhcht'ingsklnder im Alter zwischen 15—17 Jahren, die in Dorfschulen. Stadtschulen oder speziellen Einrichtungen untergebracht werden, 500 Zertifikate erhält der Wand Leur ' für Flüchtlingakin'fer Im Alter zwischen 1 3 und 1 5, die anerkannte Schulen besuchen und bei Verwandten, die in Palästina ihren legalen Aufenthalt haben, wohnen. Von den für Angehörige bestimmten 2.Ö.V) Einwandcrungsr.ertifikat.en entfallen 2,^20 auf Frauen und unmündige Kinder von Immigranten und von Einwohnern Palästina*, t'nd ."50 Zertifikate sind für Anforderung von älteren Verwandten päläatinensischer F.lnwoiiner bestimmt. Insgesamt; '/3S0 3,«4* 4,m Vor. den unter KaUgonie A I augeUiUen 1,500 Zertifikaten werden 320 Zertifikate für im Landebereit» bsfindhch« Touristen, die schon vor dem 17>. Juni ihren Antrag gestellt haben und LP. 1000. b&sst-sa. {•usxe{:*-ben. i70 Zertifikate werden für AntragsteUcr mit LP. luütx rest-:vtert, di«; ihr Kapital durch die „Haavyra" oder andere ähnlich« Organisationen nach Pai^atina transferieren. Die unter dieser Kategorie verbleibenden 010 iSinwanderungszcrtilikat» w«rden *n englische Paaateilen auaaernalb Palästina* sowi* an die Kif.- wanderttngaamter in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem zwackn /luweiäung an diejenigen Personen verteilt, deren Antrage hertit* vor dem 15. Juni vorlagen. Von den 2,6«0 Schülersertlflkaten wurden!,W0 Zertifikat« den Erwehung«in»titutionen, wi« Hebräische MassaaiuDea zur Fordenwg der Aoswaoikniag Kl Nr: KUNflKKISK HKINKICH STAHLS Aus I/mdon wird uns ges«'hrleben: l>er Priisiden» >ler Jüdischen (Jemeinde in »erlin. Direktor Heinrich Stahl hat nacheinänder in Belgien, Kngland und Frankreich eine Reih« von Verhandlungen geführt, die der zweckmässigen Ausgestaltung und Förderung der weiteren Emigration aus dem <teut«u>hfn lt*t»eh zu dienen bestimmt sind. Er wurde in Lond o n auf einer Zusammenkunft früherer Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Vorsteher, Repräsentanten, Rabbiner und Beamten befcrüa»t, in deren Namen Dr. Alfred Klee ihm den Dank für seine ausdauernde und unermml» liehe Arbeit auasprach, und Ihm erneut versicherte, dass die «eniralen jüd teilen Hilfsorfjanlsationen, In denen er als Vertreter der Berliner Jüdischen Gemeinde mitarbeite, auch weiterhin In vollstem Maas« ihre Pflicht tun werden. Direktor Stahl berichtete über Stand und Notwendigkeiten d*?r Lmigratkm und bat, vor allem dafür Sorge tu tragen, das« ausser der Beschaffung der Vorzeigegelder Inatitutionen eingerichtet würden, die dem Auswanderer Im Immigrationalande eine Anlaufszeit zur Eingliederung In die Wirtschaft dort ermöglich*. Direktor Stahl besuchte In Begleitung der Herren Dr. Klee und der früheren <Jemelndevorateher der Gemeinde Ekrlirt P. o s e n t h a I und Breslauer das für die Aufnahm« von Emigranten bestimmt« Lager In Riehborough, da« unter Führung de« ILagerkommandanten May genau besieh« tigt wurde Kr hitlt eine Ansprache an die versammelten Lagcrinaassen, donen er für ihre Ausbildung und Weiterwanderung die herzlichsten WuhäcIi.; au-iaprach. Die Ka»»- blrer van der Zy! «früher Berlin> und Mrtrguü*!> (früher Wien* beteiligten »ich an der Führung In Belgien, wo gleichfalls Verhandlungen mit den massgebend*-« Kreisen fetattfanden. besichtigt«« nacheinander die Herren Stahl und Dr. Klee da.* Auswandereumi Umc«rhi<:htun^*iager in M e r x p l a s, das unter der Leitung de« KcmiteevoraiUenden Mas Gottschalk Jet« «00 Jnsaasen umfasst, die systemaltMdi in verachiedenen handwerklichen Ikrrufen und der!.s*ndwirU*:haft ausgebildet werden. Bei einer Feier hielt da* Mitglied der Jewish Ageney, Prot. Speyer, «Ine ttegrü*«unggans!»r*4:h«. Von den I^gerinsasaen stammen in Riehborough, wo inag»samt bi>i jetca. laOO Personen untergebracht sind, «tw» \m> au» Wien. M) »uä dem Alti-frich; in MerxpUs int von etwa COO d<rr Anteil d^s Altreiches* etwa 1«)-!n Part* trat Direktor Stahl ebenfalls mit den leitenden Persönlichkeiten in Verbindun Inahesr/.'der« mit den H«rre:. der ICA, dea JOINT, der I KM und der feundätkm.