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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-23 · 15 (23.6.1939) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
15 (23.6.1939)
Date
1939-06-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 J CDISCHE WKLT-RUNDSCHAll Nr. 15, 23. VI. im BÜCHERSEITE der J.W.R. Ein Dirigent in Russland Vor wenigen W«i«hen ermr hiem n in London dir Sowjet Memoiren des jihlischen Dirigenten Heinz Unger fjluttnnrr, Xicldr nun ilaton". Die« Ruch ist nu'ht mehr und .....will nicht mehr -ein u!s ein Bericht über «la« AUUfcJfit-l: und die inusikulis«-he Arbeit, Unters in .Hm:d;;nd in d Jahren l'.izj »1« |a;,,.\ dc/i Grenzj.ihien, zw ist htm denen Ku htnd auslümlkicho Spezialisten auf »1 n verpr-kie«!» r.stcri C bieten heranzog." sie benutzte und sie wieder .tb:;tit.H;:. Unger, der um dic.c Zeit in einer freien Dir I g c h Un tüt i gke i t in Deutschland j.tdcittte, wurde .11*2-1 und in einer H<ilie aufein- «nderfolg^ndet' Jahre zu Einzelkohzertrn nach Ru.sf'.aml ein« - Heladen, dureh -die er in die Ukraine, n/tth Leningrad und Moskau, .'.i! du*< Kuapische. Mcu-" und in den.kr.ukuKiis kam. Knch der Zerstörung «einer Arbeit in Deutschland im Jahre 3033 übernahm er diu Leitung dts Leiiingi,'(d<;r Rundfunkorchesters und verbrachte nun den grössten .Teil der folgen» «Jen Jahre in Kus.dund. Seitdem er RuKvhitid vcrliess, hat er Im wesentlichen in En;;iand und Amerika gearbeitet. Der Weit der Memoiren liegt. »Irwin, dass der Losend«; die Wandlungen in der wirtsehaf«liehen Situation und »ler geistigen Auarichtung RiisälandM im Spiegelbild »ler persöuliehen Erfahrungen unmittelbar miterlebt. Dabei unterneheidet Unger drei Hauptperioden: die Nutzriten von lfK!4 27, die Zeit »Ich allmählichen Anatieg!., \md die Periode naeh 1Ö33, in der politische;* Misstrauen die freier»; Entwicklung aturüek wirft. Nicht altes ist in dem Buch von gleichem In- Jeiesse: wesentliche Überblicke über grössere Zeiträume wechseln mit minutiösesten Schilderungen von Fahrt- und Viiterbi-Ingungsschwierigkeiten ub. leidenschaftlich künstlerisch Erlebtem und kleine Ärgerlichkoitou gehen durcheilt* linder; aber immer ist die Darstellung unmittelbar und intensiv. Einen sehr wichtigen Raum nimmt In den Eritmeruofren — durchaus zum Vorteil des Buch»?:; - der Kampf um die Programmgestaltung der Konzerte ein. Die Wandlung in der „Musikalischen Ideologie" »ler verantwortlichen russischen Stellen, in »jenen Fachleute durch Politiker gefesselt sind, beleuchtet charakteristische Züge in der allgemeinen Entwicklung. 1U21 und naeh J:t'ü5 ist der politisch erzieherische Wert lies einzelnen Kunstwerks für seine Beurteilung entscheidend, Während in den Zwischenjahren das Werk um Seines kürsstfernchen Gehalten willen geschätzt wird. Aber auch bei der gleichen Grundeinstellung ist die Haltung gegenüber der Musik In der Früh- und in der Spätperiode völlig verschieden. 1!>24 sucht man die modi-rno, revolutionäre -Musik, am-- meisten Tonmalendes, das dem Industrialisierungs-Jdeal des neuen Russland entspricht, etwa Honegge rs Puzific, das die Geräusche eines amerikanischen Expresszuges wiedergibt. Klassische Musik gilt als bourgeois, auch der Kusse Tsehaikowski. Diese Tendenz wagt es, sich dem Volksgeschmack entgegeny.ustcmmen. UiM heissen die Grundsätze: „Kunst als Ausdruck individuellen Fühlen» hat keine Existenzberechtigung -mehr; sie hat ausschliesslich der Ausdruck solcher Erregungen zu sein, die \on »ler Masse gefühlt werden können.1' Und: „Die Musik soll das Herz der Massen erheben. " Von hieriiuö führt der- \vV«- zurück; die Modeine wurde jetzt als dekademt ''bezeichnet; man suchte das Klussische, vor allem Kubische. Daneben verlangte man leichte Musik, Walzer und Ouvertüren um! Dröhnendes. Unger schildert, erregt die Auseinandersetzung mit einer verantwortlich«-n Programmgestaltcrin über Gustav Mahler „Manier ist nicht guf, sagte sie. „Ein Individualist... der Mann, der das ,Lied von der Erde* schrieb... All diese Verlassenheit und Resignation und Melancholie ist nicht der Stoff, den wir für die Massen brauchen... Bei uns muss Jede Errt'gung positiv sein. So! - - und sie stiess dis Fäuste mit spreehemler Gebärde nach vorn, „Wir haben keinen Raum für Krankhaftes." „Sie konnte nicht so fühlen," schreibt Unger-, „ich sah sie an; sie fühlte nichts; sie wiederholt.« einfach mechanisch, wa«! sie jede Woche in der politischen Tnstruktionsstunde gelernt hatte... Sie zeigte Abscheu, als sie das Werk von Mahler nannte, das mir das Heiligste ist. Für mich war es das tiefste Bekenntnis einer menschlichen Seele, einer Seele, hingegeben der Eule, dem Leben der Menschheit, trotz «lies ElrOds, das Menschen über sich bringen - einer Seele, die ihre g.diebte Erde im r rühlingsblühen liebt, die die Wolken segnet, die all ihre Mitmenschen in Freutie und Leid Kegnet. Grosstos und Geringstes, mit der Heiterkeit des Weisen, «ler die bitterste eigene Sorge verachtet, solange die .Sonne für die ganze Menschheit scheint ... Der Schöpfer diese* Werkes wurde seit 1933 als Nichtarier aus Deutsehland verbannt, und jetzt ist er aus dem Lande mit der entgegengesetzten politischen Überzeugung verbannt, weil er ein .Individualist' ist____ Ich konnte nur das Volk bedauern, das sieh .selpst so beraubt. Die positive. Haltung zum Leben kann ihm nicht anders ausgedrückt werden, als durch das Forllssimo der, Mctallinstrutm-nte und wenn möglich, durch die grosse Trommel.*4 i Es wäre gut. Unger in Palästina, dessen Menschen ganz geöffnet für die seelische Welt Maklers sind, Mahler spielen hören. Jtfmm 3HmA3l3§KDAMS€nE FRAU UEK AtFWlEd DER MOfl AMMKDASfSCHE.W Fh'AÜ. Von Ruth Frnnees Woodsmali. Mit 11 Bildtafeln. Rotapfel- Verl.'ig, Erk nbach-Ziii ich. Eine der charakteristischsten B«->«tindlell'? der modernen miil.cnalrn Bewegung ist die Aktivierung und Anteilnahme der Frau. Besonder« Ma» I: kommt »las im Orient zum Ausdruck, wo die Stellung d«nbrau in der Geneiist haft seit Jahrhunderten eiiK! streng zurück gezogene, auf das J laus beschränkte war. D»«r weltliche Charakter des modernen National; tnns geiät (ähnlich wie hei den Juden) mit den alten relUri.V.eii Gesetzen in Konflikt, Arn schärfsten haben wir dic en i'rozess in der Tii.ki i erlebt, wo die Trennung von Ste.at u»»d Kirche streng durchgeführt wurde und »lie Einhaltung 'gewisser religiöser und als l'eiigiös geltender Sitten nicht nur bagatellbiei t. sondern rdanUlch rrrbof< h wurden. •/.. Ii. «ler S« hleier der Frau. In einem Zeitraum von kaum zw« i Jahrzehnten hat die Türkei die g«'waltigst«. Revolution im Denken und in den Sitten durchgemacht; aber auch ander«; orientalische Länder, wenn auch nicht so radikal, gehen einen ähnlichen Weg. Dies»; Emanzipation der mohHinmedant»ch. n Frau hat auf Grund von eigenen Reisen Ruth Frances WiHüh., <<U in ihrem Buch in .überaus fesselnder Weine dargestellt. Die Verfasserin schildert den sozialen Wandel, das neue B/Mungswesen, «lie wirtschaftliche Rolle der mohamiii, «lani -i heu Frau und vor allem auch die tief eingreifende Wirkung «ler modernen Hygiene und Gesundheitslehre aur das weibliche Leben. Unter den Tündern, die Frau Woodsmall be- MuhL hat, befindet sich auch Palästina und Transionhtfdeü. Sie beschreibt z. B. das Schulwesen dieser Länder. Zv.-ir begann mit der englischen Herrschaft 1919 eine grundlegende Reform des Schulwesens, aber, so führt die Verfasserin mit Recht aus, die Entwicklung 1 al nicht mit dem Schritt gehalten, was sie ursprünglich versprochen hat. Gerade von den mohammedanischen Mädchen (übrigens auch Ktudjc'O besucht nur ein Teil die Schule. Die Mädchen sind vorläufir nii'! Mangel an ausreichenden Schulgebäuden und anderen F.inriehfmu»en w"!t hinter den Knaben zurückstehend. Die Möeiiehkeiten für höher* Bildung für mohammedanische Mädchen finden immer grösseres Tnleresse. Die Verfasserin itiert den Aussnrn.>h eines führenden Mohammedaners Palästinas: „Der Zionismus liat ein Erwachen des Nationalbewußtseins gebracht, das seine Wirkung auf die Frau h»btm muss. Um dem Zionismu«; Widerstand zu leisten, haben v ir eingesehen, dass wir die gleichen Waffen nötig haben. Die Juden stehen, Männer wie Frauen, auf hoher Bildungsstufe, Um daher das arabische Niveau zu heben, müssen wir den Frauen Zugang zur Bildung verschaffen... Das Erwachen des arabischen Interesses hat uns dazu geführt, auf die Quellen der arabischen Religion;: rückzugreifen und die wahre Bedeutung «ies Schleiers hochzuhalten." In den letzten Worten int eil. Problem angedeutet, «las für alle nationalen Bewegungen im Orient« und in gewisser Hinsicht auch für den Zionismus» gilt, nämlich der Wunsch, durch die. Mwlf.n? nicht gänzlich von der eigenen Tradition losgelöst zu werden, wie es etwa in der Türkei der Fall war. .sondern eine Synthese zustande zu bringen. Dien würde sich besonders in »ler Stellung der Vr^iit ausdrücken. Sehr interessant vorn palästinensischen Standpunkt ist auch »las Kapitel über das Gesundheitswesen für die Krauen in Palästina um! Transjoidanien. Im allgemeiner. betra«htet die jüngere «"nationalistische) Generation die Religion als Hemmschuh. Die Verfasserin betont aber, das« «lieser Prozess in Palästina langsamer sei als. z. B in Ägypten. Das mohammedanische Religion;!empfinden in Jerusalem tendiere nach der Seite der Orthodoxie. Man hat Mm, wie die Verfasserin durch eigene Gespräche festgestellt hat, die grösste Verachtung für die antireligiöse Reform der Türken. Auf «ler anderen Seite findet mau, so berichtet sie. auch unter aufgeklärten Türken Verständnis für diese Haltung der Palästinenser, denn Palästina (und auch Syrien» sei durch ausländischen Einfluss bedroht und Um diesen abzuwehren, müsse man die religiösen Sitten besonders unterstreichen, denn sie bilden eine Scheidewand. Das Buch von Frau Woodsmall ist deswegen besonders interessant, weif es eine Fülle von Berichten und Einzelheiten über dieses Thema bringt und zugleich die soziologischen Erscheinungen auf dem Gebiet der Frauenbewegung in »lie gesamte peistlge und soziale Entwicklung t inordnet, a!s eine der wichtigen, vielleicht die wichtigste Erseheinim» des <;ros*'.n Grulaltwandf-1s des Orknia, in dem wir dri^tehen. Viele wird es besonders freuen zu lesen, dass die Übersetzung des Buches von Elisabeth Rotten starnr.t, dirwir aus Deutschland als Redakteurin der ehemaligen vorzüglichen Zeitschrift „Das werdende Zeitalter" und aus ihren verschiedenen sympathischen Äusserungen zur Juden frage her kennen. W. Eine jüdische Roman-Serie - französisch ffOPSr. Von Marie Bonaparte. Verlag AllerU de Lunge, Amsterdam. Anna und Sigmund Freud haben hier ^1(lcm deutsch lesenden Publikum ein Buch zugängig gemacht, das viele entzücken wird, weil »s die Gefühle einet, Mensehen Schilden, der einen Hund als Lebewesen und Geschöpf Gottes mit einer Innigkeit erfosst, wie sie sonst Tieren gegenüber nur selten vorkommt. Die Lebensgefahr, in der «las Huiuklu-n sehwebt, bringt es dein Herzen .seiner Besitzerin nur um so naher, und die Abwendung der Gefahr .schafft reines Glück. Das Buch ist eine Offenbarung verborgener Regungen, und Sehnsüchte des Herzens und verborgener Menschlichkeit, angenehm unzeitgeniäss in unserer gegen Menschen so grausamen Zeit. Besonders zu loben t:.i die äussere Ausstattung und die schönt» Photos, dia von Prinzessin Kugemo von Griechenland *t»mmeiu ... . ALBERT COI1 KS: T. tiOLAL. IL MANGECLOX8. Paris, che* Gallinard. Das jüdische »omanwerk, auf das wir hier aufmerksam machen, hatte auf dem französischen Büchermarkt einen ungewöhnlichen Erfolg, und ist trotzdem in den Kressen der nicht französisch lesenden jüdischen Leserschaft fast unbekannt geblieben. Und doch begegnen wir in „.So/«/", dem 1930 erschienenen ersten und „Mamjecions", dem 19.HH erschienenen zweiten Bande eines wohl auf viele weitere Bände berechneten Romanwerks einem der reichsten erzählerischen und zugleich dichterischen Talente der gegenwärtigen Literatur i i französischer Sprache. Die Fabel ist einfach. Es ist eine Schwelmer, Sehildaer, Gascogner Welt, in die uns der Autor versetzt, diese Welt der auf Kephalonia verschlagenen Sepharden französischer Nationalität, mit ihren skurrilen Figuren, dem falschen Rechtsauwalt und „Capitain der Winde" Mangeclons, einer Bramarbasfigur südlichster Färbung, dem sanften „Onkel Saltiel", dem Chacham Gamaliel und seinem Sohne Sola!, dessen märchenhafte unwahrscheinliche Odyssee von Kephalonia (dem Ausgangspunkt der ersten, homerischen Odyssee) über Genf, Paris bis zu der Höhe eines Völkerbundsgeneralsekretärs. unterbrochen durch das Auftreten der sephasdischen Schwelmer K<nhaloniense«, die bisherige Haupthaudlung des Romans ausmacht. Diese Fabel ist aber völlig verdeckt, durchwachsen und überwuchert von der Phantasie eines farbigen, reichen, in vielen Tonen und Erfindung«»». EinfHUen und Ausfällen sieh ergötzenden »lichterischen Erzählers, der das Leb«-n dieser saftvollen, kräftigen Judengemeinde auf der kleinen griechischen Insel und ihre phantastischen Begegnungen mit unserer realen Weit, der jüdischen, der zionistischen und der nichtjüdisch-politischen, in vielen Einschaltungen, Separatvorstcllungen und Nebenerzählungen mit so tiefer Weltkenntnis und Lebensweisheit beschreibt, dass man den Vergleich mit Rabelais, Cervantes und Swift als naheliegend nicht vermeiden kann, zumal auch der Stil in seiner barocken, getriiffelteu, skurrilen ObcifütUrung ziemlich bewusst dem Vorbild Rabelais folgt. Wie so etwas in unserem hochzivtlioierteu Zeitalter aussieht, geht aus diesem Beispiel hervor: „Hör, Jeremias, seh weiss noch nicht so' richtig, aus weiht m Lande du stammst?" „Ich bin geboren in Litauen". „Aha, »las ist ein kleines Land, von dem ich schon gehört habe, dann bist du Litauer." „Nein, Herr Scipio, mein Vater ist nämlich in Rumänien geboren.=l „Versiehe, du bist Rumäne", sagte Scipio verständnisvoll. „Nein. Rumäne nicht, die Herren Rumänen haben meinem Herrn Vater »einen Pass weggenommen." ..Also was bist, du?" „Eher Serbe." „Wieso eher?" ..Weil ich ein bissei auch Engländer bin." Scipio fuhr sich mit «ler Hand Uber seine ohnehin schon gefaltete Stirn. Erklär, mein Lieber, aber reg dich nicht auf." /' „Meine Mutter ist in Polen geberrm. aber ihr Herr Vater stammt aus Saloniki. Er war Türke, aber nur ein bu\sel.'4 „Alst> bist du Türke, was?" „Oh nein, das wäre wohl richtig, aber der Konsul hat «sa nicht begriffen, weil er nicht intelligent ist. Der Herr Vater meines Herrn Vater* lebte in Marokko, war aber in Malta, also auf englischem Boden, geboren, aber weil der Konsul nicht anerkannt hat, dass er Bulgare war, trotzdem, dass der Herr Vater »ies Herrn Vaters meines Vaters aus Tatar-Pazardjik war. wodurch ich einen Vetter in Kanada habe, der Russe war, bevor er naeh Kanada kam (Scipio stöhnte schmerzlich» und der sehr reich ist, in Manchester und viele Freunde in London hat, haben sie mir den Anfang eines Dokuments gegeben, dass ich aus Malta stamme .. ." So geht »las noch weiter, und ist ein;: der Mosaikstückchen, die zu Hunderten in diesem Buche die Handlung unterbrechen, die aber erst ihm die eigentliche, eigentümliche Farbe, den Ton. die Melodie, den Zauber geben, der den Lei;cr, und den jüdischen I^-ser besonders, nicht mehr loslässt. Die Hauptpersonen sind aber doch keine Marionetten, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Sie haben, wenn man sie, wie es der Autor zu Zeiten tut. ihrer Eitelkeiten, Lügnerei und „Narrischkeit" entkleidet, ein menschliches," sehr lebhaft agierendes Herz in ihrer Brust, da« in vielen Szenen ais »las grosse und auch im Lächerlichen not ii bewundernswerte jüdische Herz echt und gefühlvoll iieagisrt. Und die Handlunwiederum, ist trotz, der nrabis« honentalisehen Erzählerart und ihrer Vorliebe zu Seitenwecea und Umwegen. Schachtehrrzähhingen und eingeschobenen oelraciuungcii. t-tark genug, den Leser bis zur letzten Seite m Spannung zu halt, n, trotz der, besonders im zweiten Buch. offensichtlichen .Konstruktionsfehler, die man <iem Schriftsteller aber ebensowenig zum Voiwurf machen darf wie den Autoren von 100! Nacht. Scherz, Satire. Tronic — Kunst. Fabulierlu.sc und Veriiebtneit in die Schöpfungen seiner Phantasie sind die vielfältigen Wege, auf denen ein echter und sehr jüdischer Dichter seim? l^er zu d..r tieleren Buleutung seines gross geplanten' Werkes führt, die mau andeutet, wenn man der Serie den Untertitel gibt: „die menschliche Komödie des jüdischen Herzens," Es wäre .-schade, wenn erst hundert Jahre verstreichen müssten. bis die hebräisch, englisch oder deutsch lesenden Juden die Bekanntschuft mit diesen Büchern machen können. Martin Ltdcrtnann 'Paris). SCIU'LAMITH KAU'Ci: DIB GYMXASIASTIX VXü AX- UEKE EKZAliLUXGEX. (Verlag Davar, Tel-Aviv). Das hebräische Publikum ist für jedes gute Novellen bucht, dankbar und empfänglich. Besonders wom eine Kr.-.u es versteht, in einer lebendigen und ansprechenden Sprache uns zu belichten von «hin Leben einer Gyrnnasdestin in Russiunci, den Erlebnissen einer hebräischen Lehrerin in Amerika, uns erzählt von Begegnungen mit Araberinnen und Arabern. Erfahrungen mit Hausgehilfen, von Schiffsreisen, und Kinderunarten, von Gästen, Motorrädern, Jemenitinnen. Das Buch enthält dreissig Erzählungen, die den Lt:er aufs angenehmste unterhalten, und dus ist üa.s Beste, was von einem Buche, das Erzählungen und Novellen enthält, gesagt werden kann. ■ F. M. F.: In New York wird jetzt ein Film „Die Familie - O^y*. htinV aufgeführt nach dem Roman von Lion Fruchtiruüiitr. Der Roman behandelt das Schicksal einer jüdischen FamHie nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deuz^ch» land. Der KUm wurde in Moskau hergestellt unter der Hegtfc von Gregor B,o*c&a], ehemaligen Regisseur d*fr Habimah, den Feuchtwanger. anlasslieh d«s Habimah-Gastspiels in Berlin kennengelernt hatta

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