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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-23 · 15 (23.6.1939) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
15 (23.6.1939)
Date
1939-06-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE WßLT-ItUNDSCHAÜ Nr. 13, 23. VI1930 » Ergänzungen zu dem Bericht der vom Präsident j gcM.-hlnKeifen Massensiedlung ettrotmisener Flüchtling« Kooscvelt-Muchtlingskomitee benimmt™ Britisch-Guayana- Britisch Guayana von Dr. Anthony Do UHtersuGhmKskommlMRion sind in Form eines .ülawbuehe*"1 " ~ in I,onr1on veröffentlicht worden. Sic enthalten u n einen Be- - «' Was geht in Syrien vor? Zwftsmssenhmag der Pattfttinafrage mH Syrien; Dur oh die europäischen Vorgänge der lotsten swei Jahre ist viel mehr bewirkt worden als nur die Veränderung gewisser politischer Grenzen. Das Wesentliche ist der Zusammenbruch eines Prinzip«, das jahrelang als un-, . ----------- verrUckbar galt, nämlich der Unverletzlichheit der Gren-!ncht früher«» Direktor., der Agro-Joint Dr. Joseph A. Rom. Auch nachdem der Friedensvertrag von Versailles ti! iL LiT^™ u"*r Wa^nnnriedlunR vom Flucht- , , , . , ... i^f» v . , . linken aus mittclcuro >üi»men Landern n lir t sc h-GimviUia. vielen Punkten bereits durchlöchert war wurde immer ge-! sagt, man könne Verletaungen dieser Art in Kauf nehmen I [l^Jl? . . . . . , , _, , . _ , « «. i rPtne:i Ucrtcht damit solange nicht territoriale Fragen betroffen sind. Diese Einoin dtlw er t Brj. schränkung ist jetat längst aufgegeben. Die Landkarte j tWh-Guyana sei'zwar ändert sieh mit Schnelligkeit. Damit hat sich die Betrachj reines weg* ein für ttiagaweise aller politischen Probleme grundlegend ge-! Msssenansiedluns ändert, auch im Vorderen Orient. Die 1919 ge- Der Brif isch-Gua yana Bericht in schaffenen Gebilde sind keine feste Gegebenheit mehr. Daa empfindet man deutlich in Syrien. .Syrien' ist ohnedies niemals ein einheitliches Gebilde gewesen, die französische Masdatarmacht hat nur Schwächung de»; syrischen Nationalismus eine Art Föderativsystem in Syrien eingeführt. Inswischen ist durch die Abtretung des Sandschak Alexandrettean die Türkei ein fühlbarer Einschnitt in die Integrität syrischen Gebietes gemacht worden. Neue Schwierigkeiten entstehen durch das nordöstliche Gebiet von Syrien, daa an die Türkei und an Irak grenzt und von wo aus in den letzten Tagen heftige aufständische Bewegungen gemeldet werden. Viele sind der Meinung, dass dieses Gebiet Dachenreh für Syrien nicht zu halten ist, sondern früher oder später Unter türkische Souveränität kommen wird. Der Zustand In Syrien ist gegenwärtig völlig ungeklärt. Auf der einen Seite merken die syrischen Nationalisten, dasa sie allein Sur Verteidigung ihres Gebietes nicht imstande sind und es daher leichtfertig wäre, sich von der Mandatsherrschaft vorzeitig zu befreien, auf der anderen Sqite müssen nie sich sagen, dass auch die französische Mandatarmacht Syrien nicht vor der Abtrennung von Gebieten geschützt hat. Inmitten dieser verworrenen Verhältnisse ist nun die Figur von Dr. Schabander in den Vordergrund getreten, elftes Mannes, der jahrelang aus Syrien verbannt war und im Lande keine aktive Rolle gespielt hat. (Er trieb arabisch-nationale Propaganda in Europa.) Dr. Schafeander hat jetzt einen Besuch in Transjotdanien gemacht und man behauptet, sein Plan ziele auf eine Vereinigung Syriens mit Transjordanien ab, Es wird auch vermutet, dass diese Pläne von England {begünstigt werden, weil in einem solchen Fall Syrien tinter englische Kontrolle käme. Aus demselben Grund Ist Frankreich dagegen. Bei der heutigen Abhängigkeit Frankreichs von England könnte man sich vorstellen, dass die Gelegenheit benutzt wird, um die latente Riva* lität der beiden Mächte im Vorderen Orient auszutragen. England hat eben erst den Status Transjordaniens erhöht und den Emir Abdullah für seine loyale Haltung während des palästinensischen Aufstandes belohnt. Wenn man bedenkt, dass Abdullahs Bruder Feisal von den Engländern 1919 als künftiger König von Syrien nach Damaskus gebracht wurde, aber dort von den Franzosen im März 1920 vertrieben wurde, so ist es durchaus denkbar, dass die Ansprüche der Haschimidenfamilie auf den syrischen Thron jetzt in anderer Weise wieder zum Leben erweckt werden könnten. Der stärkste Gegner einer solchen Kombination wäre freilich Ihn Saud, der alte Gegenspieler der Haschimiden-Dynaatie, dessen Vertreter dieser Tage bei Hitler war. Auch sonst gibt es in Syrien selbst, wo zahlreiche Ambitionen sich tummeln, viele Widerstände. Eine Vereinigung von Syrien und Transjordanien heute nicht mehr als ein vager Plan würde einen relativ grossen und starken arabischen Staat zum Kachbarn Palästinas machen. Vcisi Standpunkt deaJüdischenNationalheims brauchte man einer solchen Entwicklung nicht mit Besorgnis entgegenzusehen, wenn Hand in Hand damit eine Regelung des Status des Nationalheims geht. Man spricht so viel von einer „föderativen" Losung der Probleme. Die Araber würden dadurch ein grosses nationales Ziel erreichen, und man müsste versuchen, als Kompensation für diese Erfüllung der arabischen Wünsche eine Sicherung des Jüdischen Nfttionalheims — genau so wie des christlichen Libanon — su erzielen. Dies würde ungefähr den Plänen entsprechen, wie sie in der „Times" und auch von Sir Arnold Wilson vertreten worden sind. Die Schwierigketten eines aolchen Versuches ergeben sich aus dem Widerstand Frankreichs, und es bleibt daher die Frage bestehen, ob es eine Möglichkeit gibt, da Einverständnis Frankreichs su gewinnen, was bei der heutigen engen Verbindung der französischen und englischen Außenpolitik nicht unmöglich sein sollte. Von Palästina aus muss jedenfalls die Entwicklung in Syrien mit grosster Aufmerksamkeit verfolgt werden, denn jede Entscheidung, die hier erfolgt, wird Palästinas Schickaal auf dss tiefste mitberühreu. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Vertreter des Jüdischen Nationalheims «eh rechtzeitig in die Dinge, die hier im Werden sind, einschalteten. Die NurAlOmtii in Ortest Der Korrespondent des „Völkischen Beobachters" Paul Schmitz, der kürzlich au« Ägypten ausgewiesen wsmie, hat tatst Minen Sit* in Be i r u t aufgeschlagen, Scnmitx tat einer dar bekanntesten Nazingenten int Nah«n Oetttn und hat über di« politischen Tendenzen, die von ihm vertreten wurden, in deutschen Zeitungen offen berichtet. Auch in verschiedenen Büchern (st. B. „Panislnmiamus die Weltmacht von morgen", „Frankreich in Nordafrika") berichtet Schmitt über die faschistische Propaganda, die in ganz Nordafrika betrieben wird. Das Hauptxentrutn dieser Propaganda w«*r während des spanischen Krieges Marokko, wo zahlreiche deutsche und italienisch« Agenten anwesend waren. Dort wurde besonders antisemitische Propaganda dasu benutzt, um die Freundschaft dar Arabisch sprechenden Völker su gewinnen. In Beirut «ber gewisse Vorteile, die eine solche Siedlung möglich machen. Ks seien die* i, a. die mehr oder weniger günstigen klimatischen Verhält: nisse, das Vorhanden» »ein von reichen Wasserquellen, die zweifellos vorhandenen Möglichkeiten einer Entwicklung der Landwirt Schaft, der1 Schwer- und Leichtindustrie, sowie des Verkehrs- und Transportwesens. Britisch-Guayana biete auch erheblich« Vorteile politischer und sozialer Natur. Vor aüera sei es nur spärlich bevölkert. Als Kronkolonie sei es In der Lage, Siedlungspntne ohne langwierig» FermalilMen anzunehmen und durchzuführen. Abschliessend stellt jedoch Dr. Rosen in seinem Expose fest, dass unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine sofortige Massenanaledlung von Flüchtlingen in Britisch- Guayana nicht möirileh ist. Dr. Rosen schlagt demgegenüber eine Anale dlungvon kleineren Gruppen sorgfältig ausgewählter junger Männer und Frauen in „scouting eamps" vor. Jede solche Gruppe soll sich aus einer Anzahl entsprechend ausgebildeter Menseben zusammensetzen, die unter fachmännischer Leitung, imstande wären, die nötigen Versuche auf allen erforderlichen Gebieten durchzuführen. Jeder Gruppe soll auch eine Anzahl Arzte und ärztlicher Assistenten angehören. Die Kosten der Ansiedlung einer Flüchtlingsfamilieauf dem flachen Lande in BriUsch-Guayana schätzt Dr. Rosen auf 300 bis 400 Pfund. Die Ergänzungen zum Britisch-Guayana Bericht enthalten ferner eine Darlegung der Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Ansiedlung von Flüchtlingen aus Mitteleuropa im Hinterland von Britisch-Guayana von Sir Geoffrey Evans, der die Errichtung einer Verauchssledlung oder eines Musterdorfes in den nördlichen Steppengegenden am Ausläufer des Moco Moeo Berges oder des Nappi-Berges vorschlägt. Es sollen laut diesem Vorschlag fürs erste 200 kräftige Männer samt ihren Angehörigen angesiedelt werden. Falls dieser Versuch gelingt, könnten weitere Siedlungen errichtet werden. Des weiteren enthalten die Berichw-Krganzungen ein ExnoHd von Colone! Richard U. Nlüholas von den Eiitetruppen der USA-Armee über die Entwicklung der Verkehrswege im Rahmen der geplanten Flüchtlingaansiedlung in Britisch- Guayana; einen Bericht über die Möglichkeiten der industriellen Entwicklung in Britisch Guayana und über die Errichtung eines Industriezentrums von Emile C. Batallle; schliesslich eine Darlegung der hygienischen Aspekte der vorovan. Emile Batnille Ist der Ansicht, dass Britisch-Guayana Rcrourcen besitzt, die es als möglich erscheinen lasucn, die Kolenie in einem solchen Masse xu entwickeln, dass sie ein relativ prosperierendes Land wird. Die Wasserkräfte in der Kolonie seien sehr gross, ferner besitze sie Mineralien, die bereits viele Millionen Dollar ergeben haben. Eine Basis für die Entwicklung einer Schwerindustrie gebe das Vorhandensein von Eisenerz, Platin, Silber, Kupfer, Graphit, Nickel, Mangan und vielen anderen Metallen ab. Viele Leichtindustrien könnten im Hinblick auf die grossen Waldbentande in > der Kolonie ins Leben gerufen werden. Dr, Dono van kommt in seinem Bericht über Gesund- , heitsfragen zu folgenden Schlüssen: l. Eine Massenansiediung von Ruropaarn im Hinterland von Britisch-Guayana vorn Standpunkt der öffentlichen Gesundheit ist möglich; J. zweifellos bestehen schwerwiegende Gesundheitsprobleme; J. dl« Lösung der Probleme hängt von der Beschaffung entsprechender Geldmittel, insbesondere aber von der wirksamen Anwendung bekannter Grundsätze der tropl- < ■che» Heilkunde durch kompetente medizinische Fachleute , «•wohl im Stadium der Vorbereitung, als auch bei der Durch« Führung des ganzen M»«ttimgiiytrnj<»kte« nh Die Iii dem Blaubuefe enthaltenen Berichte bilden ein Material, das sweifellos gewissenhaft geprüft werden muss. In der heutigen furchtbaren jüdischen Raumnot wird niemand leichten Hertens ein« Möglichkeit der Ansiedlung jüdischer Maasen von sich weisen. Leider hat man aiwr bei der Lektüre dieser Berichte häufig das Gefühl, dass die Berichterstatter, gleichfalls von dem begreiflichen Wunsch« geleitet, einem menschlich und politisch in gleicher Weise wichtigen Problem beizukommen, sich auch dort vorsichtig optimistisch ausdrücken, wo man zwischen den Zeilen sehr viele und sehr tiefgreifend« Bedenken lesen muss. Wir wissen nicht, in welcher W«izo die weitere Prozedur in dieser Angelegenheit gedacht ist, insbesondere wer die Initiative zur Durchführung des ersten Versuches und vor allem auch die Finanzierung übernehmen soll. Nach unseren Informationen haben die massgebenden grossen jüdischen Ffüchtlingsorganisa- Motten, die mit akuter Hilfe bis über ihre Leistungsfähigkeit belastet sind, es abgelehnt, von sich aus das Britisch- Gusyuna-Projekt in ihr Arbeitsgebiet einzubeziehen. Wir glauben aber, Aias es im besonderen Masse Aufgabe des Evian-Komitees und einer von dieser zu schaffenden internationalen Örga,' ation wäre, ein solches Projekt praktisch zu erproben. Whrend müsste dabei die englisch» Regierung sein, die ja mehrmals durch ihre maßgebenden Männer im Parlament erklärt hat, dass sie sich für dieses Britisch-Guayana-Projckt einsetzt und die «ausserdem im Fall« des Gelingens, aber auch im Falle des Misslingens, als Eigentümerin des in Betracht kommenden Gebietes den grösste» Vorteil von allen Vorbereitung»- und Erschliessunguarbeiten hätte. Denn der Bau von Strassen. Brücken, etc., der vom allen Experten als erstes Erfordernis einer Kolonisieroarkeit lies Gebietes bezeichnet wird, bleibt auch im Fall des Misslingens des jüdischen Ansicdlurtgäversuche« wertvoll, well, unter Umständen andere, für tropisches Klima besser geeignete Bevölkerungselemente später hingebracht werden können, und ausserdem auch das Experiment zur Feststellung der Be- ■ siedclbarkeit dieses grossen, heute völlig ungenützten Raumes eines gewissen Aufwandes seitens des H rrn dieses Gebietes wert ist. ist seit langer Zeit eine Nasi-Zentrnle, die dem Kommando von Gauleiter Bohle, dem Führer der Ausländsdeutschen, untersteht Es ist unbegreiflich, dass die französischen Behörden diese Wühlarbeit, die sich vor allem gegen Frank reich und England richtet, natürlich aber auch den Judentums schürt, auf ihrem Territorium dulden. Es wird berichtet, daas Dr. Frans Reichert, Direktor des „Deutschen Nachrichtenbüros" in Jerusalem, und der stellvertretende Direktor Hans Faul hard die Weisung erhalten haben, das Land bis zum 23. Juni zu verlassen. ENGLAND UND DIE ARABER Anlässlich des Besuche« der syrischen Abordnung unter Führung von Dr. Schuhbänder in Amman hielt Dr. Schahbander an den Emir eine Ansprache, in der er ihn an das Vermächtnis König Hussein* ««mahnte, der arabischen Sache zu dienen. Der Emir Abdaliu erwiderte, dass er sein ganses Leben dem Dienst der arabischen Sache widme, doch könne er keine Wunder vollbringen, Angesichts der internationalen Gefahren müsste« sich die Araber zusammenschlieasen. „1/n.tere Bunde»fjmoaaen t?©n gt»t&-n tMtissea ««** innere Buude*<reno*»** ww heute »ein, damit wir nicht den Gefahren derjenigen Mächte ausgesetzt sind, die di« schwachen Lander unterdrücken und usurpieren und gegebene Versprechungen und Verträge nicht einhalten/' Aua Damaskus wird gemeldet, dass König Ihn Saud an die Irak-Regierung «ine Warnung gesandt habe, sie «oll« Ihre Unterstützung der Palästina-Araber nicht fortseUum. Der Brief stehe im Widerspruch iu der bisherigen Haltung da* Königs Ihn Saud. Der Ministerpräsident des Irak, Nun Pascha Said, habe diesen Brief den Vertretern der arabischen Länder gezeigt, die anläßlich der Gedenkfeier für König Ghaii nach Bagdad gekommen seien. Aus Berlin wird* gemeldet dass ein Vertreter Ihn Sauds von Hitler In Berchtesgaden empfangen wurde und mit ihm eine längere Aussprache hatte. Die Zeitschrift ..Palesflne" (London) vergleicht die Vorgänge in Syrien und di« Abtrennung des Sandacitaks Alexandrette mit Kn<jtand* Vorgehen in Palüsti*». Frankreich, so schreibt das Blatt ironisch, hat niemanden gefragt, als es den Sandschak abtrat, und die Araber haben sich damit ab gefunden. Hätte Frankreich dieselbe Methode befolgt wie im Fall Palästinas, dann hatten sie nach Paris einen Kongress der algerischen, tunesischen und Sahara-Araber eingeladen und ihnen die Frage vorgelegt, welche Politik man in Syrien machen soll. Die Zeitschrift zieht aus den Vorgängen im Sandschak den Schluss, das« die Mitwirkung der Amber im Krugs- /oJi für dte AUiUrtm b<4€ntung$los wäre. Denn da nach den Erklärungen üc» neuen türkisches: Staatspräsidenten die Türkei fest auf der Seite der Westmächte steht, müssen die Araber erkennen, daas sie im Fall« ihres Anschlusses an di« Gegenseite, alle Hoffnung auf künftige Freiheit verlieren. Ina Falle einer feindlichen Einsteilung der Araber, v.ürdcr. di« Türken gegen das arabische Gebiet vorgeben und nur England und Frankreich würden den Arabern ihre Unabhängigkeit garantieren können. Bei der jetzigen politischen Konstellation sei also gar S»in Grand, auf die Araber übermässig Rücksicht zu nehmen. FINANZ-INSTRUMEW DER AUSWANDERUNG BEMÜHUNG FN DES EVIAN-KOMITEES In London fanden soeben wichtige Verhandlungen) im Zusammenhang mit der Schaffung einer internationalen Körperschaft sur Finanzierung und Durchführung einer »«- ordneten Auswanderung der Juden aus Exnttchianä statt. Wie es heisst, schreiten die Verhandlungen befriedigend fort. Die Schaffung einer solchen internationalen Körperschaft war im Verlauf der ».inerzeitigen Verhandlungen zwischen den deutschen Reichsbehörden und den Vertretern des Interstaatlichen Komitee« angeregt worden. Repräsentanten der amerikanischen Gruppe, mit welcher der amerikanische Vizevorsitzende des InterstaatUehen Komitees Myron C. Taylor den Plan der Schaffung einer internationalen Körperschaft beraten hat, halten «ich derzeit in London auf und führen mit dem Evian-Komite« dauernd Verhandlungen. Das Evian-Komite« steht auch mH interessierten Finanskreise t anderer Länder In Kontakt. An den Verhandlungen zwischen den Amerikanern und* dem interstaatlichen Komitee nimmt «««anders aktiv Mr. Theodore Acht 11 es teil, der erst vor kurzem in London eingetroffen tat. um seinen Posten als dritter Sekretär der USA-Botsekaft anzutreten. In gut informierten Kreisen verlautet, dass der Vüredirektor des Evian-Komite**, Robert Pell, der dem Stab de« State Department (Aussen mini- »terium> der Vereinigten Staaten angehört und nur zeitweilig dem interstaatlichen Komitee beigegeben worden ist, noch in diesem Sommer nach Washington zurückberufen werde« wird. In dies«m Falle wird, so nimmt man an, Botschaftssekretär Achilles stum Vizedirektor des Interstaatlichen Komitees bestimmt werden. Der gewesene Korrespondent des „Christian Science Monitor" in Washington Joseph Harth, der auf de* letzten Tagung des Internationalen Komitees zu dessen Assistant Director ernannt wurde, ist ebenfalls in, Londor. eingetroffen» und hat sein Amt bereits aagetreten. Wie jetzt bekannt wurde, ist Ministerialdirektor Dr. Wohltat vom deutsche« Reichswlrtschaftsministerium *■ Stunden zu Verhandlungen in London gewesen. Er hatte mit Mitgliedern des Interstaatlichen Komitees („Evian-Komit««"> Besprechungen, die dem Plan einer geordneten Auswanderung au« Deutschland galten.

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