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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-16 · 14 (16.6.1939) · p. Seite 14

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
14 (16.6.1939)
Date
1939-06-16
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Seit« 14 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Mr. 14, 1«. Vf. 1939 JAKOB SANDBANK ' Am 8. Juni Murb In Tel-Aviv plötzlich im Alter von 43 .Tahron JakOb Sandbank, der Letter der Kulturabtcihmg der Arbeiterorganisation Jakob .Sandbrink war vielen deutschen Juden und besonders einem Krii.se deutscher Zionistm aus »einer jahrelangen Arbeit in Deutsc bland bekannt. Kr stammte au« (inlizien, wo er In seiner Jugend eine umfassende jüdische Bildung erlangt hatte; und nbi er dann nach Westeuropa kam, hat er sieh «ohne!! ein y.re,**v.a europäiftehea Wissen angeeignet Jn den ersten Nachl-.riegsjahren nahm er aktiven Anteil an der damals unter Leitung von Chaim Arlosomff entstandenen Bewegung des Hapotl H.i/.air in Deutschland. In deren Idee der unmittelbaren Verwirklichung der jüdischen und menschliehen Postulat« im persönlichen Lehen des Einzelnen fand Sandbank »ein eigenstes Denken ausgedrückt. Sandbank war ein Mann von zartestem menschlichen und sozialen Kmpfinden. fern von aller Phrasenhaftigkeit und iiuHserlichem Getue, der wusstc, dass 03 auch in einer nationalen Bewegung nur auf eins ankommt: auf das menschliche Herz. Wir kannten nur wenige Menschen, denen die Lehre Aehad Haarn* von der Belebung der Herzen;to »elbstveratündlleh war wie Ihm. In der ,,Zionistischen Vereinigung für Deutschland" und im „Hechaluz" in Deutschland, vor allem in Thüringen, hat er einen grossen Einflus» ouHgcübt und «ich viele Freunde erworben. Ais er 1926 nach Palästina übersiedelte, hat er seine Erziehungatätigkelt fortgesetzt und bald erhielt er einen angemessenen Wirkungskreis, indem er die Leitung der Kulturabteilung der Ar- ,v Ibelterorganisation Ubernahm. Sandbank hat auch für die Ein- " Ordnung der Alijah aus Deutsehland, die ihm besonders am Herzen lag. vieles getan. Immer war er mit aktivem Einsatz äur Stelle, wenn man seinen Rat und »eine Hilfe brauchte. Neben »einer umfassenden organisatorischen Tätigkeit war der Verstorbene auch schriftstellerisch tätig. In einer grossen Anzahl von Arbeiten behandelte er kulturelle und volkserzieherische Probleme. Als seinen Lehrer betrachtete er Gustav Landauer, der gewusst hat, das» eine wirkliche und dauernde Änderung der Gesellschaft bei der Umimndlung de» Memchen zu beginnen habe. In den letzten Tagen seines Lebens war Sandbank mit der Redaktion eines hebräischen Sammelbuches anlässlich des 20jährigen Todestages von Gustav Landauer ibeschäftigt. Das Buch wurde, wie wir erfahren, von Htm noch fertiggestellt —- ein letztes, Ihn entsprechendes, Denkmal^ das er »Ich selbst gesetzt hat. Das plötzliche Ableben von Sandbank hat Palästina, besonders in Kreisen der Arbeiterschaft find dtr Olim aus Deutschland, grosse Bestürzung hervorgerufen. Die allgemein© Trauer kam bei der Beerdigung zum Ausdruck. Sandbank hinterlässt eine junge Frau und zwei kjeino Kinder. (In unserer heutigen „Hebräischen Ecke" bringen wir einige Stellen aus Sandbank's Schriften). Zerstörung oder Aufbau Von unserem gl - Mitarbeiter Trl-Ariv, 11. Juni /.9?3. Der Kampf gegen das englische Weissbuch und der .Streit die Zulässigkeit oder Zweckmässigkeit jüdischer Terrori recht sei, die ganze jüdische Gemeinschaft für Akte tu Im»*! strafen, die von Einzelnen unternommen und von der Gesamt* | heit nicht gebilligt werden Die Regierung hat gegenüber akte ist das Hnuplthema aller jüdischen Überlegungen und i dl.efn "^werden tfU,bc Ohron' Sic verlangt aktive Mit* Diskussionen in Palästina. In den Strassen von Td-Aviv kann' w,rk"n* ™ <'*r Ergreifung der Schuldigen. Das wt der erste sichtbare Effekt des Weissbuchea. /) Dl« Zcilung „Haboker" will erfahren haben, dass das Jlcua Bodengesetz eine Einteilung Palästinas in 17 Bezirke vorsieht. Für jeden Bezirk werden Sonderbestimmungen ergehen. In einzelnen Bezirken wird der Bodenerwerb unbeschränkt erlaubt, in anderen gänzlich verboten, In gewissen Bezirken schliesslich an die besondere Genehmigung des ^Ilgh Commisaloners geknüpft seinman seit einigen Wochen an den Häuserwänden eine charakteristische Zeichnung sehen: eine Karte von Palästina ist grob skizziert, einschliesslich Transjordanien (es ist auch ein Stück des Östlichen Nachbarlandes einbegriffen > und daneben ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett Dabei stehen die heb räischen Worte: ,.rak kach!", was soviel bedeutet wie: „Nur r.o!' Es sind Aufschriften, von Revisionisten gemacht, die ja seit langem ein Programm haben, das diese Methoden propagiert. Neben diesen Ixmingen erscheinen in letzter Zeit andere, die antworten: „Nein!" und daneben die Schlagworte: Einwanderung und Kolonisation. In dieser kurzen und rauhen Formulierung kommen die Gegensätze zum Ausdruck, die jetzt in der palastinen iischen Judenheit bestehen D.t.s Vorgehen mit der Waffe wird anscheinend bereits in die Tut umgesetzt, von kleinen, aber von keinen Zweifeln und Skrupeln berührten Gruppen, die unbekümmert um Beschlüsse und Mahnungen, unbekümmert um die Besorgnisse weiter Kreide dos Jischuw ihren Weg verfolgen. Jeder Tag bringt Terror- und Sabotageakte. Ks ist im Grunde erstaunlich, dass diese Aktionen relativ wenig Opfer fordern und dass die Juden immer wieder imstande sind, das Leben in seinen normalen (lang zurück zu zwingen. Aber niemand wagt zu sagen, was der nächste Tag bringen, wie sieh die k''K€'"warfi'kp Spannung und Unsicherheit auawirken wird. In allen Siediungen herrscht volkommene Ruh« und Tcl-Aviv führt trotz gelegentlicher Bombenwürfe und Sabotage-Akt?; sein Leben wie immer weiter. Durch die Bomben wurden gerade Juden Schwierigkeiten gemacht, und viele fragen sich, ob es keine Möglichkeit gibt, den Kampf um die neue Regierungspolitik mit Waffen zu führen, die nicht so zweischneidig sind wie die heute benutzten. Auch die radikalen Elemente im Jischuw, die eine ..aktivere" Politik der Jewish Agcncy und des Waad Leumi verlangen, missbilligen* weitgehend Terror und Sabotageakte Das kommt in zahllosen Äusserungen und in der Presse zum Ausdruck. In den Artikeln, die sich gegen die Stntfmassnahmen der Regierung richten, wird darauf hingewiesen, dass es Un- E.« besteht die Gefahr, das« Palästina in eine neue Unruhewelle hincingleitet. die gefährlicher ist als alle früheren, weil jetzt der Angriff von beiden Seiten zu kommen droht — hat doch auch der arabische Terror noch beileibe nicht aufgehört! — und das Ächwergeprufte Land immer schwerer zu leiden haben wird. Bestrafung von Schuldigen ist etwas anderes ab dl« Haftbnrmachung ganzer Gemeinden friedlicher Bürger für di« Akte Einzelner. Noch immer werden von Arabern weit mehr Terrorakte und Überfälle verübt als von Juden, und das Militär steht täglich im Kampf mit arabischen Terroristen. Trotzdem ist es unverkennbar, dass .sich die Antipathie der Durcbschnitts-Engländer stärker gegen die Juden richtet. Worauf es jetzt ankäme, int die Herstellung einer vollen Autorität im Jischuw, die Einzelakte absolut unmöglich macht. Während die Detonationen der Bomben die Städte erschüttern, kämpfen die einzelnen Gruppen im Jischuw um di« Vertretung in den leitenden Institutionen. Die Gegnerschaft gegen die Exekutive kommt in scharfen Angriffen zum Ausdruck. Die Tatsache, dass seit vielen Jahren keine Wahlen mehr zum Waad Leumi, der legalen Vertretung der palästinensischen Judenheit. stattgefunden haben, rächt sich jetzt schwer. Der Waad Leumi hat jetzt neue Wahlen versprochen. Sia würden jedoch nur das Problern zum Teil losen. Es handelt sich um die Festsetzung und Durchführung einer zielbewu«- ten Politik, und in dieser Hinsicht besteht noch keine Klarheit Man darf freilich nicht übersehen, dass die Lage objektiv sehr schwer ist und dass bei näherer Betrachtung manche der ins Auge gefassten Kampfmittel sich als unbrauchbar erweisen. Die jüdische Wirtschaft ist wie jedes moderne Ökonomiach« System viel leichter verletzlich als die primitive arabisch«. Ausserdem Ist die Tenders der gesamten Siedlungsarbeit auf Wachstum gerichtet. Unüberlegte Aktionen und der Beginn eines Kampfes, dessen Ende nicht vorauszusehen ist, kann gerade di e Ziele gefährden, die Palästina am meisten am Herzen liegen: die weitere Einwanderung und die Kolonisation. HÜTE BEKANNTESTER MARKEN, KINDERHÜTE ALLER ART SONDI ICANCiLBOT IN DAMKNSTKVMI*FEN ifeln* f*rM... Unis £<•«,.)>(, b»M«n.l.-r* IWA,; .hin ), Kl*, r.irm»W II. Schwan-*, Tel-Aviv, Nachlath Benjamin Str. 40 PASCO" ELECTRIC LIMITED DAS FüKRtNDE EüKTRGKAüS T E!, - A V I V 81. (Imscnln-rir. Kcko Ka?hla:h K>«js«>i»,. Tel. 8043 «JERUSALEM Jaffa Kd , <m-)>. <M.u-m» „Zio»'» Toi.;uoo HAIFA RUCHE AUSWAHL IN ALLIN ELEKTR0-6E6ENSTÄNDEN N AKI-H AGALIL Chov«v«l Zlon 79 Ecke HagaHl 28 Tel. 4065 WalCHIfttl, PXIIIRII Kunststopfen^, ehern Reinigung, Unrdmenspanneti, HIKItlSCHI MIISSMANOfl. Beste fachmännische Arbeit Pension Har-Aviv BETH II AK ER EM bei «Jerusalem eröffnet diis renoviert« lVn»ion»hau» am 23. d. M. Voi'beütolluugeu «forderlich. Telephon Jerusalem 3CÜ5. Registrierung der Spezialarbeiter Die Informationsabteilung der Jewish Agcncy ersucht uns um Abdruck nachstehender Zeilen: Die Erfahrung zeigt, dass es im Lande eine grosse Zahl von industriellen Arbeitern und Fachleuten gibt, die sich in ihren Ursprungsländern auf dem Gebiete der Industrie besondere Kenntnisse auf ihrem Arbeitsgebiet erworben haben. Die Entwicklung unserer Wirtschaft wird bedeutend erleichtert werden, wenn ihr zur Zeit des Bedarfs resp. bei eintretender Gelegenheit Chemiker, Ingenieure, Techniker. Metall- und Holzarbeiter, Fachleute und Forscher zur Verfügung und zu Diensten stehen, die über „Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Bis jetzt wurde im Lande keine umfassende Statistik technischer Kräfte aufgestellt. Ebenso gibt es keinerlei Institution, bei der man klares und konzentriertem Material über die im Lande vorhandenen Fachleute erhalten könnte. Das ncpaitfimrnt. für Handel und Industrie der Jewish Asency geht nun daran, diesem Mangel abzuhelfen und eine Kartothek aller technischen Kräf£e--^n4'--Spes!&!:s!i'-n -aufzu« stellen, die im Lande wohnen (auch über diejenigen, die ihr j ursprüngliches Fach hier nicht ausüben), die Arbeiten und Vor-j arbeiten in Industrie, in Laboratorien und Wissenschaft liehen; Instituten geleistet hatten. . Alle Spezialisten und Fachleute ] im Lancia, sowohl Besitzer technischer Diplome und wissenschaftlicher Titel ni.s auch Leute der Erfahrung und Praxis, so zU. Exportfachleute, werden daher aufgefordert, ihre Adressen tind genaue Angubcn über die Fächer, die sie grundlich beherrschen, der Allgemeinen Informations-Abteilung der Jewish Ageney (Dr. Oskar Grünbaum >, Tel-Aviv, 26, Roth-! schild Blvd. bekanntzugeben. J Die Registrierung muss bis Ende ds. Jrs. beendet sein j Es ergeht daher an die interessierten Kreise das Ersuchen, die' Fragebogen rasehestens auszufüllen und an die Allgemeine! Informations-Abteilung der Jewish Agcncy, Tel-Aviv, 26,! Rothschild Blvd., einzusenden, die auch an jedem Sonntag,; Montag und Dienstag in der Frage der Registrierung mündj liehe Auskünfte erteilt. . _ j Zu diesem Zwecke wurden Frar/«bogen aufgelegt, die bei j der Allgemeinen Informationsabteilung der Jewish Ageney. I Tel-Aviv, 26. Rothschild Boulevard, an allen Werktagen j in der Zeit von 8 Ki Uhr behoben werden können, Personen, die nicht in Tei-Ävtv wohnen, erhalten den Fragebogen über schriftliche Anforderung von der Allgemeinen Informauons-Abteilung zugesandt. Ausbildung von Propagandisten Da» „Komitee für Jugendarbeit", das von der «ionlstlschen Exekutive und den Fonds gebildet wurde, hat ein Institut zur Ausbildung von zionistischen Delegierten "egründet, die in der Diaspora über Zionismus und Palästina informieren sollen. Bei der Eröffnung sprachen M. Ussischkin und L Grünbaism. Dr. Rappln hielt ein Referat über die wirtschaftliche Struktur der Juden im Gaiutix. Eine Reihe anderer Vorträge sind vorgesehen. Die Kulturabteilung des Waad Leumi hat einen Appell an dn« Publikum gefielUi-t, einen Mii (Ce kleinste gangbare Münze) pro Tag für die Külturabteiiung zu spenden. Damit könnte die Hebraisierung finanziert und das Schulnets so ausgebaut werden, dass kein Kind ab Analphabet aufwachsen muss. AUF DEM CARMEL liiiKiulot» f. Dirnen «. Herr«« P»rf*mffi« SALON „CHARLOTT" Dauerwellen — Itiirflrb«« Vl'jjterweliea Onduittioa F r i t k I a « i t II C ü i e n u n c ■ Wir kaufen, rr": (iemiihfe. Markcn-Poru-IUue, KrUuüe, a i*4mm Pmutmn HnW.O«,«ffmM«Jw«)«, t itatcii, Klaviere, Teppiche, e u, neue Kun»t, Schmuck, MBit W»H»MW«»»lwriciV. *W»aew. t-rtmten Angebote auch *oq tmwäfi». Auktion Room Aron KOHN und LUBARSKY MAUA: HoriUtr. 3*. irtf ■ fmth9»KhUH im lmm*m CiHIGKNBAU TOZKUKTll HA VKKZ Dr. Elijahu Rappeport hat vor etwa einem Jahr;.und «ritt doch d#r b«tto ATARA" KAFFEE Tel Aviv (Spinoza Str.» ein Atelier für Geigenbau eröffnet, das so zufriedenstellend arbeilet, dasa es in Kürze erheblich vergrössert werden soll. In Erez Jisrael besteht durch das Palästina-Orchester und die zahlreichen Musik-Konservatorien eine erhebliche Nachfrage nach Bogeninstrumenten. Im letzten Jahr wurden 600 Instrumente verkauft, grösstenteils aus» Ländern eingeführt, in denen heute ein antijüdisches Regime herrscht. Nach Angabe von Dr. Rappeport wird es möglich sein, selbst die Einfuhr von Herstellungsmaterialien auf ein Minimum zu beschränken. Insbesondere bewährt sich Eukalyptus-Holz vorzüglich bei der Anfertigung einzelner Teile (Böden, Griffbretter, Wirbel, Kinnhalter usw.). Wie eine Demonstration durch Konzertmeister Haftel bewies und wie andere Mitglieder des Palästina-Orchesters bestätigen, b'w.d dio hier hergestellten Instrumente den ausländischen gleicher Preislage zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. 'Jifii'a a i ö n Min •int.,. n t n u „ n a p -r U!CA - CONTAX ~ OCCASiONEN ANKAUF - VERKAUF - TAUSCH io Photo-Arbeiren, Spezialabteilung für Uica FEINKORN-Entwichlwng. $fct<3r$WUkr K4U> MUMÄIUTI. KMI SCMA*1BAITt., TU. 1137 ERHOLUNGSSTÄTTEN AUF DEM CARMEL IHRE KRHOLVXG AUF I»i:H CARMEL BETH ALISA AMU/A PENSION HANNALEWI Bcth Israeli Erütklassige Verpflegung Jed. Zimmer mit Balkon Meer-Aussicht. / Koaeher WOHNUNGEN IJiden, Wohnungen Büroräume, Häuser, Hypotheken, Grundstücke. Immobilien. Transaktionen jeder Art durch die älteste Firma dieser Branche im Lande. I. LICHTENSTEIN HAIFA / Tel. 223 Had. Hakarm., Herztet. 57 Mt, Curxne;, Haas Ben Ami neben der Apotheke.

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