Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 14 (16.6.1939)
- Date
- 1939-06-16
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13, 9. Vt 1939 JÜDISCHE WELT-RtJNDSCHAU Seite 1* DER KRIEGSFIJEGER AM TORE ZIOiNS Di/ Von FVlix n(t*:h*tche~. Gr: ■hwhh A, T< de fa nrnd't, *ehU'ir>t HW:f sondern zeiat tiurh, u-a uftrdrn ht für iudi .'h, für Anderen hinrfti' in EngUtntC und Fnirtk einen nrurn A*peUt den i 1 h a her (Tel Aviv», f unglaubhafte, aber doch wahre ■r Mitarbeiter Felix Teilhaber zumir ein ergreifende* Schicksal. Eres /swl zu eimrn Hufen?/«- .Wrrt.vrÄr«, die ihre hexte Kraft haften. Dieur- GeschiehtV? *o//f« Hrn bekannt werden, da zeigt tc in Wrtesbürhrrn «ro.tfriffe* nen Jüdischen Rechte* auf Einwanderung. Red. Für den ReRicrunKsnrzt war der Einwanderer nur *>tn jnangenohmer Fall, Er sah das fant versteinerte f}«-lcht de» schlanken Mflnrer, dir loioht zitternden Hände und bemerkte, da*« die Stimme beim Sprechen fast unverständlich wurde. Der Körper war .sichtlich von kundiger Hnnd in zahlreichen Operationen, nnpjeblich in acht, zuaammensceflickt. Am einem wohl früher stattlichen Menschen vvnr ein nrmselijff-rt Nervenbündel geworden. E> vrnr für den gewissenhaften Rcgierur.fc-sarzt nicht ohne weiteres ersichtlich, was für eine Krankheit dahinter stecken mochte, vielleicht sogar eine, derentwegen drt* Betreten de» Lande« nicht gestattet Ist. All« Pausapier« waren längst von Bord. Nur Ledermann wnrtele In dumpfer Verzweiflung, ob ihm überhaupt Erlaubnis zum Landen gep ben wird. L. Ist ein stiller Mensch, der zwar das Leiden gewohnt Ist, nber jetzt «ich In Gedanken verzehrt, well er, turtlekfiewiesen, nirgends eine Heimat finden wird. Wenn er ins Meer springt, muss man wenigstens das Weib und da« Kind ans Land lassen. Und fest entschlossen steht er nrn Recling. Sein letzter Weg stellt ihm klar vor Augen. Damit wird er ein opferbereite» Leben mit einer letzten grossen Hingabe beschHessen. Dann hat wenigstens »ein Tod einen Sinn, sein Tod, dem er Oft genug Ins Auge gesehen hat. Furcht hatte dieser jüdisch« VolkssehuHchrer nicht. Kr hat es bewiesen, a!« er — ein Krüppel — n u-h dem Weltkrieg Im Segelflug In der Rhön und im Riesengebirge Preise sieb holte. Und schon vorher, als er 191!'i. als Artillerist an der Batterie zusammengeschossen. den Kiefer verlor, Und noch mehr, als er dann freiwillig wieder hinauszog, als Flieger, 'worüber In dem Buch: „Jüdische Flieger Im Weltkrieg" zu lesen Ist. Am 20. August 1f>lS bestand er in einer Kette von vier Fokkcrn seinen letzten Kampf, über die feindlichen Gräben stürzt« der französische Doppelsitzer ab. Aber dio Verfolgung hatte Ihn aus dem Verband der deutschen Flieger gerissen und schon sah er sich einem neuen Feind gegenüber, der Ihn mit einem Kugelregen Uberschüttete. Ein Kampf auf Leben und Tod begann, und schon fiel der Feind zu Boden, als auch Ledermann getroffen und schwer verwundet, die Instrumente geschrieben, dio durch Oboe. Fldte, Englisch-Horn liden, nicht umsonst ihr Leben aufs Spie! ges*Ut haben, von einem sonnigen Lebensabend, den er dem Feind von ehemals wünscht ..." Am 2o. November 15)3«* zwanzig Jahre sind Inzwischen verflossen meldet sieh Thomas von selbst. „Wir sind in Unruhe, wir denken nur an Ruch. Ich muan Sie fragen: Hat mar Sie, Ihr Haus, die Kinder belastigt ____Was kann Ich tun ..." Von Achmer und Besorgnis ist der Brief erfüllt. Merkwürdig: um den Mann, von dem er den fast ^öodHohen Srh'.iss empfing, bangt er und schickt Brief um Brief, bietet sich an, alles für ihn jm tun. für ihn xu bürgen, damit .Frankreich ihn aufnehmen wird. ihn. ,.den heldenhaften Soldaten, den ein undankbares Vaterland ausspeit.** Das i«t die Geschichte des ehemaligen Flieger?!, die lebenswahre Cieschichle, wio Ich sie genau kenne, des Mannes, der mit den höchsten Kriegsauszeichnungen in der Tasche, mit der. Krankengeschichten von acht Operationen, dem Bescheid übel die Knegsrente und der Entlassung aus dem Schuldienst, du er Nichtarler sei, am Heck des Schiffes steht, um sich ins Meer tu stürzen. Ehe die Sonor sinkt, ist die lange, schwere Prüfung abgeschlossen Dem Kriegskrüppel sind schon die Tore Eres Israels geöffnet. BACH-BEETHOVEN FESTSPIELE Dio Winterealson dfi Palästina-Orchesters — dio In Gänze überaus erfolgreich verlief -- konnte kaum einen würdigeren Abseid um finden, als mit den beiden Abenden, die unter Hermann Seherchens Leitung die zwei vielleicht bedeutendsten Musik-Schöpfungen aller Zelten vermittelter!: Rach's „Kunst der Fuge" und Beethoven« „Neunte Symphonie". Baeh's „Kunst der Fuge" — wie in Nr 12 der „J W. R." ausgeführt -- wurde erst vor noch nicht zwei Jahrzehnten durch Wolfgang Grmer's Orchestrierung aas dem Dunkel de. Vergessens befreit. Das Gesamtwerk. 13 Fugen und 4 Kanon umfassend, bricht an der Stelle ab» an der Bach erstmalig die: Kombination B-A-C-H verwendet. Wie eine Nachschrift des Sohnes von Bach vermerkt, überraschte hier den Komponisten der Tod. Dr. Scherchen brachte nur den ersten Teil des Werke«, elf Fugen In drei Gruppen eingeteilt, zur Aufführung, deren Drucklegung Bach selbst noch überwachte. Am ßehluss der 11. Fuge erschiene?; alle Veränderungen, die aus dem einen Grund-Thema entwickelt wurden, das aus zwölf, in vier Takten gefaxten Noten besteht. Trotz Fortlasaung dos dramatisch* sentimentalen B-A-C-H-Moments, findet »Ich hier also ein Höhepunkt, der die Unterbrechung der Aufführung rechtfertigt. Die in Tel-Aviv benutzte" Bearbeitung (st für Streich Besinnung verlor. Als er das Bewusstsein erlangte, lag er auf einer Bahre, neben Ihm lehnte ein französischer Offizier In «inen weiten Mantel gehüllt, mit terzaustem, blondem Bart und grossen Augen, ganz bleichen Gesichtes, und kaute an einer Zitrone. „Leutnant Thomas", murmelte dieser und versuchte die Hand mir Gruss zu heben und auf sein zerschossenes Flugzeug, das am Waidecrand lag, xu zeigen. Schon lud man beide in» Lazarettauto. Ledcrmanns Blut fkw» di« Fun*« entlang und herab auf seinen „Gegner"; aber der achtete es kaum, da Ihn die Schmerzen der grauenvollen Fahrt peinigten, Condue- «qv.~, .cönducteiir", klagte jsnsr leise. ..COHducteur", klang, «s. In d!« Fiebertraume Ledermanns. Jahre vergingen. Langst hatten der französische Flieger Thomas, jetzt Mitglied der Ehrenlegion, und sein früherer Gegner ihren Frieden gemacht; Briefe, Photographien, Geschenk* und herzlieJin GrÜÄse wurden ausgetauscht zwischen den Kameraden. „Von Friede und Versöhnung1' schreibt Thomas nach Berlin, „von einer neuen Zeit und einer neuen Generation, die vernünftiger sein muss, damit sie, die Inva- Mein geliebter Mann, unser guter Vater BENJAMIN LEVI früher Esohwegc. bt am 17, Mai 1939 im 77. Lebensjahr nach kurzer Krankheit von uns gegangen. In tiefer Trauer: Emma Levi geb. Doernberg Herta Herz geb. Levi Ernst Samson und Frau Grete geb. Levl Franz 1>vi ima Frau Eva geb. May und 5 Enkelkinder. Haifa P.O.B. 787 Libanon, Rita Chaby Pinheiro 15-2-D. s chuls-Tarasp chweiz Dm Heilbad in der Höhensonne Gleichwertige Quellen wie KARLSBAD und MARIEN BAD nva Hotel Victoria EfftUdaittige* Famiileahoul; neuzeitlicher Komfort, bei «fettigen Preisen, A. KempJer, Bes. und zwei Fagotte ergänzt werden. Der gesamte Apparat Ist in drei kleine Orchester aufgeteilt. Bei der ausgezeichneten Wiedergäbe durch das Palästina Orchester wurde die. offenbar bestehende Absicht hervorragend realisiert, stellenweise die Klangfarbe und Kraft einer Orgel ertönen zu lassen. Als Auftakt hörte man Im ersten Teil des Programms Bach'» Konzert für zwei Violinen und Orchester mit Joseph Bcrnxtcin und David Grünsahiag (Mitglieder des P.O.) als Solisten von Qualität. Schcrchcn. der sich so oft für die jungen und modernen Komponisten kämpferisch eingesetzt hat, bewies an diesem Abend erneut, das» er einer der hervorragendsten Bach- Interpreten unter den Dirigenten unserer Zeit ist. Die Aufführung der Beet Hoven'sehen „Neunte n" war kein geringerer Genuss. Das Orchester war ausgezeichnet in Form und erhielt durch den Chor des „Pakstine Oratorio" von Fordhaus Ben Zimi eine adäquate Ergänzung. Die Mitglieder dieses Chors sind fast ausschliesslich (im Gegensatz zu manchen bekannten europäischen Chören) sehr junge Menschen und der Zusammenklang ist daher selten strahlend und frisch. Die schwierigen Partien der Solisten waren wieder — wie in der Wi(i*t;i-«iu?fük-rung-un**?.J^ugen Szenkar - mit Lotte Laufer (Sopran), Döla Goithctft (Alt'. Marcel Noc (Tenor) und Vittorio Weinberg (Bariton i im •Kfln/.en gut besetzt. Das! Publikum dankte an beiden Abenden mit minutenlangem stürmischen Beifall. Pr Srhen ln«n wird vor seiner Abreise noch)' fünf Jyimm^rkonr.rtf. dinieren Manfred Otis Max Brod im „Chug Habimah" ..Chili? Habimah' -eUte die Reih.' der Einführungen In die Repertoire-Stücke der „Habimah" fort. Zur Aufführung gelangte ein Akt aus dem SehaiMpiel „Maranueu" von Max Zweig. Einlegend sprach Max Brod über dt* Parallelen zwischen den Judenverfolgung n;.„, Zeit Ferdinand*. Isabella« und Torquemadas und den heutlKcn. Seine ft in d'.ir«.'h«eftJhrtO Analyn« führt zu dem Ergebnis; Fin Leben in der Gallith, in Abhängigkeit und Minorität U{ für die Juden s< ib/ü dann eino Unmöglichkeit, wenn sie noch so loyal und aufrichtig die Interessen ihrer Wlrlsv.'Hkcr wahren oder «selbst wenn sie zu völliger Assimilation In diesen Gemeinschaften bereit waren. Auch dies« Veranstaltung, wie die vorige, über die wir berichteten, war überfüllt, und es scheint, dnss dio van „Habimah" erstrebte Absicht, die Olim aus Mitteleuropa für uns*? hebräisches Theater starker zu Interessieren, durch dies« Abende erreicht werden kann. M. (J. PERSÖNLICHES Der Architekt Alexander Klein in Haifa f«icrt am 17. Juni seinen P,0. Geburtstag. Klein 'hatte schon abi Junger Architekt In Russland grosne Frfolge In Wettbewerben und wurde auf Grund einer Konkurrenz mit dein Bau des damals;rossten europäischen Krankenhause« „"«ter der Grosse" in Petersburg betraut. Dienern Jugendweihe folgten mehrere grcsH.;. Bauten und Ktadtplftnc in Petersburg und anderen Ortrn RuAslflfhds, Nach dem Kriege lebte Klein In Berlin und schuf sich einen internationalen Ituf in der Fachweit durch sein wissenschaftliches System zur Unter.su«. >mg der Wirtschaftlichkeit und des Wohnwertes von Wohnungsplftneru Dio Technische Hoc!u*hu!e in Berlin veranstaltet« ein*? vielbeachtete Ausstellung der baukünstterlschen Arbtüten von, Alexander Klein. Seit einlRen Jahren leitet Alexander Klein das Seminar für Städtebau und Siedlungswenen um Technlon in Haifa. Seine grossen B«hauung.«»plrtne für dio Halfn-Bay, den Carmel und andere Teile Pnlastlnns (dir im Palästina- Pavillon der New Yorker Ausstellung ausgestellt werden> «ind wie alle Arbelten Kleina Frjtebnisse der Verbindung von '»«.iiiiMtferiichcr Gestaltung mit Erforschung oller klimatischen,!;ir:d'sch.aftHrhen und na?.\t\frn Bedingungen.. r'ul.disher: Jowiiih Newsnrijjcr Lwf,, JeniMfilom, P.O.B. H89 I-*c p^rant: Raymond Lftine, Pari«. — ImpHrnerie Centmio du Croissant, societe nouvelJr, 19 nie du croisaant, Pari«, Are» ersten Kinde-; N o o m i G e t i t u d Anni Saliner geb. Welsch Hellmut Salinger Jerusalem, Us«ischkln Rd, 23 .14. 5. 193» K A N II EHSTKC; 5200 m.____ BKKNER OB IRLAND. SCHWEIZ. «3WK HOTEL DOLDENHORN ERFÜLLUNG IHRER FERIENWÜNSCHE! TOS Moderner Kornfort, ..... Eigener Park und Wald —• Vorzügliche Küche — Jode Diat. Nächstes jüd. Hotel xxtm Koiigre».*. Für Kouyres»* besuchet Speztaipreiie! VKRI.AWOE» SIE BITTE PROSfElfTE I Mit vorzügl. Empfehlung: PugatHCh, Pr«P- HAÜS FKIEDEMANN - HIRSCH HA HA / MOl NT CARMCX / P. O. B. 2001 PENSION u. ERHOLUNGSHEIM. KOSCHER ÄeitgemäÄ»« Preise Dr. Resa Friedemann — Dr. Remy Hirsch Posfschcck-Konten der „J.W.R" (Konto-Bezeichnung : Jenbh N'e\VHp»|M«r LUI.) SCHWEIZ: Nr. V1H/2785» IhIiii PostMcheekamt /ürl.h. LETTLAND: Nr. 6828 beim PftHlsMficckanit Kig». HOLLAND: Nr. 323107 beim ZentraliMtsIsehe« kamt Im Haag. 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