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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-16 · 14 (16.6.1939) · p. Seite 13

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
14 (16.6.1939)
Date
1939-06-16
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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SELOj4u «k+~u FOTO 3 PALASTINA BLATT Die Woche in Erez Israel Terror und Strafmassnahmen 1\ JHRl;S VU;M Am 7. Juni wurde ein Arabischer f>r?iÜ5<>hündler im jüdluchen Viert«! Menh Schearim in Jerusalem erschossen. Nach dem Mord sperrte Militär das Vierte! ah, postierte Maschinengewehre an Kreuzwegen und auf HHuscrdachcrn und begann mit genauer Durchsuchung der Gegend. Die Laden bekamen den Befehl zu schliefen. In der Nahe des Jaffutores wurden eine Stunde nach dem Mord Juden von Arabern mit Steinen beworfen und mehrere verwundet. Di* Militärbehörden nahmen darauf ihre Erlaubnis, die jüdischen Cafes und Restaurants zu Offnen (die vorher als Vergcltungsmassnnhmc Regen die Bombenlcgung in einem nrabi/st-hen Kino geschlossen worden waren) zurück und ordnete ihre Schliessung für weitere zwei Tage an. Die Laden In Meah Schearim und den anliegenden Vierteln wurden für zwei Tage geschlossen. Am 8. Juni explodierten* in Jerusalem In mehreren Transformatoren und elektrischen Teilslatlonen Bomben. Ein Teil des Lichtnetzes der Hauptstadt wurde dadurch ausser Betrieb gesetzt. Die Jüdische Gemeinde Jerusalem protestiert In einem Brief an den Distriktskommissar gegen die Kollektivbcschuldigung des Militärkommandanten anlässlleh der Ermordung eines Arabers im jüdischen Viertel Mea Schearim. In dem Brief wird erklärt, dass rille jüdischen Institutionen Wiederholt gegen Gewaltakte aufgetreten sind und ihren Abscheu darüber ausgesprochen haben. Der Mord in Mea Schearim könne nicht mit Sicherheit einem Juden zugeschoben werden. Die in der Gegend anwesenden Juden konnten zur Aufklärung der Sache nichts tun, weil sie aus Angst vor den fJchüssen selbst die Flucht ergriffen. Durch Kollektivstrafen gegen die ganze jüdische Bevölkerung werde nur die Kluft zwischen den Behörden und den Juden vergrössert. Der Waad Leumi hat gegen die Straf m a s s n n h m e n der Regierung gegenüber Tel Aviv und dem jüdischen Teil Jerusalems (Verbot der Autobusse, Schliessung der Kinos und Restaurants) scharf protestiert. In der Hauptpost In .Jerusalem explodierten am 10. Juni (Samstag abend) zwei Zeitbomben, die in die Briefkästen hineingeworfen waren. Durch die Explosion wurden die in den grossen Briefkästen enthaltenen Briefe weit umhergcachleudert und z.T. zerrissen, das Gemäuer wurde z.T. zerstört und sämtliche hohen Fenster der Posthalle zertrümmert. In der Haupthalle des Postgebäuclea wurde grosser Schaden angerichtet Wie sich nachträglich herausgestellt hat, sind Briefe oder Postsendungen nicht beschädigt worden, mit Ausnahme der in den Briefkasten befindlichen, die wieder zusammengeflickt werden konnten. Fünf Personen, die sich in der Nähe aufhielten, grösstenteils jüdische Hilfspolizisten, die das Postamt bewacht hatten, daru: üzeioffizicr Silver, der sich sofort nach der Explosion zum Tatort begab, sind leicht verwundet worden. Am nächsten Morgen, Sonntag, den lt. Juni, wurde ein Paket am Postamt abgegeben, und ein Beamte entdeckte, dass es eine Bombe enthielt. Es wurde sofort die Militärbehörde benachrichtigt und ein englischer Polizist beauftragt, die Bombe zu entladen. Als er die Arbeit beginnen wollte, «cplodiert«! die Bombe und tötete den Mann sofort. Die Explosion erzeugte weiterer grossen Schaden in der Posthalle. Das Postamt wurde daraufhin geschlossen und von der Polizei abgesperrt, während Nachforschungen nach etwaigen weiteren Bomben gehalten wurden. Der getötete englische Polizist namens Clarke wird als ein sehr beliebter und gutmütiger Mann beschrieben, der besonders auch durch seine Sportinteressen bekannt war. — Der Postbetrieb erlitt nur eine vorübergehende Störung. In der Nahe des zentralen Gefängnisgebietes in Jerusalem wurde Freitag ein jemenitisches Mädchen Rahe! Chabsehusch (genannt Ohewet-Ami) gefangen genommen, die beschuldigt \s urde, in einem Korb eine Bombe abgegeben zu haben, die ins Gefängnisgebäude geschafft werden sollte. Die Verhaftete wurde einem langwierig«« Verhör unterzogen und im Zusammenhang mit ihrer Verhaftung wurde in den von Jemeniten und anderen orientalischen Juden bewohnten Stadtteilen Jerusalems;t>n Militär und Polizei Untersuchungen durchgeführt.. Die Verhaftete erklärt, dass sie 1? Jahre alt Ist; auf Anordnung der Behörden wurde eine Röntgenaufnahme vorgenommen, um ihr Alter '-festzustellen, da es für das Strafausmaß von grüsster Bedeutung ist, ob sie als Jugendliche anerkannt wird. Das Mädchen wurde sofort vors Militärgericht gestellt und am 12. Juni zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Bei der Verhandlung wurde behauptet, die Angeklagte kamen. Der jüdische Terror, so fuhrt die „Tirw. " fort, wird die Behauptung der Juden, dass sie moralisch über den Arn bern stehen, ins Wanken bringen. Richtig ist, da.vs die Mehrzahl der Juden derartigen Aktionen ablehnend gegenüber stehen, aber dasselbe giit'fur die Araber. Auch bei ihnen will die Mehrzahl von dem Terror nichts whuen. Sohngo aber sowohl Juden als auch Araber sich wei^erny den Behörden bei der Festnahme der terroristischen Täter behilflich zu sein, wird man zu kollektiven Strafmittdn greifen müssen. Ein Pohzeiborlcht fetcllt fest, da»» die Durchsuchungen in gewissen jüdischen Vierteln Jerusalem« (** handelt sich um die von orientalischen Juden bewohnten Vier* tel) zur Entdeckung von verschiedenen ICxplosIonsstoffen und belastenden Dokumenten geführt haben. Nähere Einzelheiten darüber wurden nicht mitgeteilt. Ein Jude. Abraham Äf i n?., der um fi Uhr früh auf dem Friedhof auf dem ölberg in Jerusalem mit Aufstellung eines Grabsteine/* beschäftigt war, wurde von Arabern c r .«? c ho*- In der Nähe von Jerusalem.,, auf der Stras««*- von Jericho j wurde ein Araber ermordet aufgefunder!, der kurz zuvor vor Gericht Zeugnis gegen einen Terroristen abgelegt hatte, der daraufhin zum Tode verurteilt wurde. An dem Gewand des Ermordeten war ein Zettel angeheftet „so ergeht es Verrätern!". IN TEL-AVIV In der Nacht zum 7. Juni wurde in Tel Aviv an mehreren Stellen das Telcphonnctz durch automatische Bomben gestört. Ganze Stadtteile blieben Tage lang ohne telephonisehe Verbindung. Die Reparaturen gehen nur langsam vorwärts. Die Explosionen waren m stark, dass in der Umgebung die Fensterscheiben zertrümmert wurden. Der wegen der Beschiessimg der Araber strafweise unterbrochene Verkehr von und nach Tol-Aviv (siehe vorige Nr.) wurde nach Ablauf der festgesetzten 36 Stunden wieder ordnungsgemäss aufgenommen Bei der Aufführung der „Kunst der Fuge" von ßach durch das Palästina-Orchester unfcdv der Leitung von Hermann Scherchen verbreiteten »ich Karbid-Dämpfe im Saal. Die Aufführung wurde unterbrochen, aber nach kurzer Pause aufgenommen und In Ruhe zu Ende geführt. Die Gase entstammten einem Blechgcfilas, das In der Nähe des Saales aufgestellt war und eine Gaswolke über die Umgebung entsandte. In der Nacht zum LT Juni etwa um 2 Uhr hörte man in Tel-Aviv eine Reihe von Explosionen. Es stellte sdch heraus, dass der Bahnhof von Tel-Aviv In Brand gesteckt worden war und mehrere Telefonzellen an verschiedenen Stellen der Stadt üecätört worden sind. Ein englischer Polizist wurde bei einer Explosion verwundet. WKITKRF/MFJJWNGEN In Tiber las explodierte eine Bombe, wodurch 13 ara- '-biseh*-Arbeiter de; RegierungÄ-Dspärteaients -für .«iffaniliehüi Arbeiten verletzt worden sind, davon einer tödlich. Kurz nach f diesem Geschehnis würden jUdisehe Passanten von Arabern 1 mit Steinen beworfen. Die Regierung hat der Stadt Tiberia« ein Ausgehverbot auferlegt, j In der Nähe von Nablus fingen arabische Dorfbewohner j eine Bande arabischer Terroristen mit Ihrem Führer und | lieferten nie nebst Waffen 'und Munition den Militärbehörden;; aus. Die Terroristen hatten die ganze Umgebung beunruhigt.; Im Laufe der Woche kam es wieder zu einer Reihe von; Zusammengössen zwischen Militär u n d j Tcrrorlstenbanden In den Bergen. Eine Reihe von! Terroristen wurden getötet und mehrere Gewehre und Munition beschlagnahmt. Bei einem Kampf mit einer Terror! »tengruupe In der Gegend von Tulkerem wurden 14 Araber getötet. Das Militär erlitt keine Verluste. Der ftohn des Mufti von Akko Dr. Schute!, ein «ehr beliebter arabischer Arzt, wurde in Akko von arabischen Terroristen niedergeschossen. Er und seine Familie gehören der Opposition <Nasrhaschibi-Partei > an. Regierung und Verwaltung Der High Commiaaioner stattete Gaza einen Besuch ab und wurde von den Militärbehörden und von dem Bürgermeister empfangen- Unter Begleitung den Diatriktsbcamten Arif el Arif besuchte er auch die Lager der Beduinen. Auf die Begrüßungsansprachen antwortete der High -C Immission er in arabischer Sprache. Die Feiern zum Geburtstag des c n g l i s c h e n König« wurden in Pulästina wie jedes Mal mit Empfängen heim . ______jtraun Emszrp Jit« Die Po.«;t 2v,Irschen Kurland und Irak ist Jetzt In Luftdienat. einbezogen worden, der von den Imperial Airways betrieben wird. Alb» Pont zwischen den beiden Uüi*j (lern wird von jetzt nn vom Flugzeug-n befördert werden/ i i fünf Mal in der Woche verkehren. i j Die Küsten polizei in Haifa hat em raaeh fahrende»' Motorboot, da.«? speziell für PnU-ouillenzwecUo In London horjl gestellt wurde, in Dienst genommen, Mehuere ähnliche Bootflt werden in nächster Zeit erwartet. ,*f Der Schatzmeister der PalaaUwiregierung erklärt« In eine« Sitzung der Haifacr Staütver vv a I t u n g, an der ob teilnahm, dass er bereit sei, eine Anleihe von £ 130.00$ für die Stadt zu bestätigen. Die Gelder sollen für Ivanalisal tion, den Bau «Ine* Rathauses und zur Schuldende lumg vom wendet werden. «4M Passagiere eines Segelschiffes, die bei Nathanyah landeten/ wurden von der Polizei nach Haifa gebracht. E« handelt slclfl um die Passagiere der „Assimi", die im April von dei palästinensischen Küiite zurückgeschickt wurden und jetzl auf einem griechischen Segelschiff Ina Land gekommen fclmt Vor dem Jerusalemer Distriktsgericht wurde der Prozesi gßgen einen englischen TYtHzeiüfflzier und einen jüdischei" Anwalt eröffnet, die angeklagt werden. Illegale Immlgrfl tion nach Palästina gefördert zu haben. Der Prozes* er' regt im Lande grosse» Aufsehen. */ VERMISCHT!} NACHRICHT KV U Mosch oh Schertok, der Leiter der politischen AW-M icilung der Jewish Agenoy in Jerusalem, ist aus I^ondon zull rückgekehrt, wo er sich seit der Londoner Konferenz uuf^ *4 gehalten hat. Unter dem Vorsitz von Frau Irma Llndheim und Fraufj Zuckermann fand in Kfar Witkln im Emek Chefer «in^: Konferenz von E I n w a n d e r e r n a u n e n g l i « c h s p r e ch e n d e n L find e rn - ■■*> iati,"'' nfr;:: u^r-tiO. Ju»enii|ich<|; tt»Inahmen. Eswurde die. Gründung (riner Organisation b<£j schlössen, die die Aktivierung der engllschspreehender» P**4 InstincriKcr für die Arbeit Im Lande zum'Ziele hat. - ... meiner Grün-, dua mit der Lel- Programma «uV; .«^ habe in der Verkleidung einer mohammedanischen Frau einen j High Commiasioner und bei den DistriktskommlJMwren beachtjährigen arabischen Jungen gebeten, den Korb in das Gej gangen. Ausser den Beamten beteiligten sich die Juden nicht fängnis zu tragen. Der Junge habe aber Verdacht geschöpft j an den Empfängen. D!- Gottesdienste In den Synagogen wegen der Schwere de» Korbes und weil oben auf ein Stück ' wurden jedoch wie jede» Jahr abgehalten. „jüdische« Bror lag. Bei der Untersuchung fand man dann; Die Forderung der Jüdische Stadtrate von Jerusalem, die Bombe. Der Verteidiger leugnete die Schuld, die Ange-j einen Juden «um Bürgermeister m ernennen fliehe klagte aber lehnte es ab. irgendeine Erklärung abzugeben oder vorige Nummer), wurde von der Regierung abgeleh n t, K* Zeugen zu benennen. Sie nahm auch den Urteilsspruch mit aelen bereit« Vorbereitungen Im Gange, um ein neue« Wahlervöiiigem Gleichmut entgegen. Wahrend der Verhandlung wurde der Korrespondent der revisionistischen Zeitung „Hamaächkif" („Beobachter") '-m Gerichtssaal verhaftet Die Londoner „Times? bemerkt zu ihrem Bericht über die Verhaftung dieses jemenitischen Mädchen^i Das ist das erste Mal, dass die Behörden BeweUe bezüglich der Herkunft der furchtbaren Bornbenexplosionen in Jerusalem erhalten haben. Verzeichnis für Jerusalem anzulegen und die nächsten Muni zipalwahlen vorzubereiten. i In einer ..Order in Council" wird - - gemäss dem Weiss- | buch — der High Comrtissioner mit der Vollmacht aungej stattet, die Verkauf« von Boden von Arabern an; Juden tu regulieren und zu verbieten. Eine detaillierte Ver-; Ordnung in diesem Sinne wird!n nächster Zeit publiziert i werden. Sie wird rückwirkend bis zum 17. Mai, der Publikaf Beim Radin Jerusalem bc<us! -.dang- s\ti jüdisches bsratendea . KtimitM.. tung bei der Gestaltung deü hebrl'tIschen .'.a'- ^umarbeitete. Dieses Komitee ist jetKt aufgelöst worden, der Waad Leumi hat in einem Brief gegen diesen Schritt der Radioleitung protestiert und die Unterstellung dos hebräischen Radiodionstcs unter jüdische Kontrolle gefordert. M Am 6. Juni wurde auf finden des Keren K«jemeth I^jl»2 rae) he! Rechowot!) ''»n nArbeiterviertel ..t'hawWery ivth" gegründet. Die Mitte!?.ur Erwerbung den Bodens wurdet»! vor« Lady Fifzgernld in London zur Verfügung gestellt. 'flNj Auf den Namen von Chajim S f. u r m » n n, einer deiy i'dtesten und bekanntesten Siedler Im Fmek Jesreel, der wah" rend der Unruhen einer Lnndrnine zum Opfer fiel, wurde in Kjn Charod ein Haus für nat«rMdM»enschaftlIehe Saminlimgen und naturwissenRchaftllehen Unterricht gegründet. I/' In Rcehowoth setzten-- mehrere Pflanzer ihren Arbeitern die Löhne herunter, was zu einem Konflikt zwischen. Arbeitgebern und -nehmern In der Kolonie führte. Die Arbeiter erklärten den Streik und steiften vor der? Pflanzung" gen Streikposten auf. Der Streik wurde nach!iU)g«r«n Ver*; handlungen abgebrochen. Di« Regelung der Lohnfrage wird auf dem Verhandlungswege versucht. Bisher hat man nur vermutet, dass sie aus jüdischer Quelle tion des Weissbuches. Gültigkeit haben. WENN IN HAIFA Wohnen Sie im SAVOY HOTEL Modem eingerichUrt Massig« Prei*» ZAHNARZT DR. RHI WO E1SE*IIAH»T früher Jetzt ChArlotUmtMiFg Knesebeckstr. 97 Tel-AvW Bialik Str. Tel. 5004 OOLD-LOM1ARD T#l A»t», ALUNSY ID. 80'; •ILIIHUNO, An- und VarkW w» Juweiait. Gold- und 5ilberw«#a*» i E E t. L £ BEDIENUNG

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