Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 14 (16.6.1939)
- Date
- 1939-06-16
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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/Bett« 1* JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 14, 1«. Vi. 1939 ß Die Irrfahrten der Flüchtlinge f- Wie bereit» gemeldet, musstc der in üiiviinim (Kuba) fclngctroffcne Hapag-Dnrnpfcr „St. Louis" mit Uber 900 Flüchtlingen an Bord w i e d e r u b f a h ren, da ihm trotz etnjdringlieher Verhandlungen dio Landung verweigert wurde. \liel der Abfahrt haben die kubanischen Behörden 20 Boote jjmlt Polizisten eingesetzt, die in Aktion Iroten wollten, wenn {Flüchtlinge verfluchen, über Bord v.w springen. Zwei Flüchtlinge, die Selbstmordversuch bedangen hatten (darunter <Xer plnmburger Rechtsanwalt Dr. Max f,oewe>, werden Im KranjltcnhnuH In Havanna behandelt, Ihre Angehörigen blieben jcj'doch auf der „fit. i./ouls". Es wird ferner gemeldet, das« ö2 k u b u n 1 3 c he Kononl n in Kuropa ihre?} Amt e u o n t- [hoben worden sind, weil sie den jüdischen Flüchtlingen j,Vis ff trAeW hatten, ohne, zuvor in Kuh« anzufragen. \< Inzwischen ist der Dampfer „8t. l/aiis" zurückgefahren,;"dtt auch andere Minder die Aufnahme der Flüchtlinge, veriweigert haben. Kino Heuler-Meldung, dio besagte, dafw dio Flüchtlinge in San Domingo gelandet worden Bind, 'scheint nicht ganz den Tataachen zu entsprechen, denn inzwischen wird gemeldet, dass 200 Flüchtlinge der „St. Lüula" auf der Rückfahrt von der holländischen Regierung dio Erlaubnis haben, zunächst In Holland zu landen, (i Dieser Tage wurden' In Ägypten 8 Flüchtlinge, darunter 2 Frauen, Ins Israelitische Krankenhaus In Alexandrien gebracht, weil sio auf dem Schiff „Cairo" der deutschen;Orlcnüinie, einen SelliÄordvcr/iueh gemacht haben. Die 8 Flüchiiingo haben versucht, erst in Palästina, dann in Syrien und zuletzt in Ägypten an Land zu kommen, doch wurde ihnen überall die Landung verboten. Dan Schiff sollte nun nach Hamburg zurückfahren, als man feststellte, das» aiö-FlilchtlinKO. Gift genommen hatten. Das jüdische Flüehtlingskomlteo In Ägypten hat den Behörden gegenüber" dio Garantie für die 8 Personen übernommen und wird versuchen, jttwett die Einreisegenehmigungnach Palästina m verschallen, feüilto nie.s misaHngen, werden sie nach Shanghai geschickt {werden, dem cim-lgcn Ort, wo man bisher noch ohne Paus Jan- Ben kann. \ Em Volksamt für Emigration 7aiv traurigen Wahrheit sind die Worte geworden, die /Nathan Birnbaum Bei. And. Jn seiner Schrift „Vor dem Wandersturm" (Jüdische Zeltfragcn, Nr. i, Frankfurt (ü.M. 1910) für das Leid des jüdischen Volkes gefunden hat. <; ''"'„Schon vor dem Kriege stand es für jeden Juden, dessen Blicke nicht auf dio „verhältnismässig kleine Gruppe des ■• Westens gebannt war, fest, dass die Judcnhoit in ein neues jKatastrophenzeitnltcr eingetreten war." #■32''fföanze Massen sind vom Wirbel der Unruhe und Not erfasst. — Weltwandertingen sind alltägliche Ereignisse. — Ein kleiner Teil nur findet offene Grenzen und Gestade. — Das jüdische» Volk hat versagt, — Eine ungeheure Versäumnia- Bckuld lastet auf Ihm." Birnbaum fordert ein Volk samt für Emigration, für Richtung und Schichtung, das geschaffen werden müsste nuf feiner allgemeinen Konferenz, „Aber bald", so schüesst er aelne Schrift, „sehr bald muss es geschehen." denn der Sturm »iaht, im nächsten Augenblick schon kann er losbrechen und [wehe uns, wenn wir bis dahin unseren unglücklichen Brüdern keine uetüingswegc gebahnt, unsere ' Glaubens- und jVolksgemoinsehaft nicht vor schwerster Erschütterung beivahrt haben." j*' Ein grosser Teil der Gruppe der Juden des Westens ist [jetzt in diese Katastrophe hineingerissen worden. „Alles aufhoben, alles 2urüeklasson, abimit4cm4r — Ist das Ergebnis [<tuulvolicr Wahl. Abuxirtcn müssen und nicht abwarten idürfen, bis die Abneigung gegen eine Mosseneinwanderung Sn den Ländern, dio Heimat werden könnten, gewichen ist, Uieser Zwang bringt viele an den Rand der Verzweiflung, il ' Das jüdischo Volk versagt noch immer, eino ungeheure Versäumnis^ huld lastot noch immer auf ihm. W Die Not der Zeit erheischt, unaufschiebbares Volksamt. 1? Wir fordern als Vorbereitung für dieses: I" 3. Zusammenarbeit der grossen Hilfsorganisationen! » 2. Zusnmmenschluss der Hilfskomitees in den einzelnen Ländern. y %. Ständige Rubrik In jeder Nummer aller jüdischen jBHittcr, Gedankenaustausch, auch für Einzelheiten und Kleinftrbeit, wie z. B. Ableitung der Emigranten aus den Gross- IsUUltcn in kleinere Orte zwecks Ersparnis von teuren Wohnungen und Fahrgeld, Sammlung in Lägern nach Art der Kibbuzim.;f' Dankbar «ei anerkannt, was von den Juden In den einselnen Ländern geleistet worden Ist, aber der Grösse der Not entspreche die Griisso der Hilfe: 1^ Rabb. Dr. A. MichahM <a. Z. Scheveningen) Ein Sonntag in Chicago Bericht für die „J.VV.R." i-J Die Juden m Trinklad - Ein Leser aus Port-of-Spain, Trinidad (Westindien), ■ lj.oruns seine Freude über das Erscheinen der „JWR" - - der jfÜr Um einzigen Verbindung mit der jüdischen Umweit — {ausspricht, schildert uns die jüdischen Verhältnisse auf dieser Insel wie folgt: }' „Obwohl es hier in dem benachbarten San Fernando fast »00 jüdische. Seelen gibt, ist von einem jüdischen Leben aljfoluf keine Rede. Ich habe erst einen regelmässigen Sabbath Uihd Fest-Gottesdienst' organisieren müssen. Es gibt hier ■|Ctn'o Jewish Association, die auf dem Gebiet der Immigrations- ^'Ürsorgo wirkt und ein Helm für Aufnahme und Verpflegung tunterhult. Gemeinde, Ohcwra. Friedhof, Schechlta etc. Ist Milcht vorhanden. Nntürlieh haben alle zur Aufbringung ihres ttiCbensunterhäUts genug mit sich selber zu tun; in jüdischer fHtnalcht herrscht grosse Gleichgültigkeit, der nur schwer zu bogegnen ist. Hinzukommen die durch Klima etc. bedingten Schwierigkeiten. Dio Unterschiede zwischen den schon vor mehreren Jahren eingewanderten rumänischen und polgering. Ausser Herrn Pereira, der immer und liberal! und reich und Deutschland machten sich schon öfters bemerkbar. Die Zahl der alteingesessenen sephardischen Juden ist nur gering. Ausser Herrn Pereira. de rimmer und überall und jxmterschlcdslos als Helfer auftritt, habe Ich noch keinen Sepharden kennengelernt. Altsephardische Namen liest man jhäufig, doch sind deren Träger keine Juden mehr", Der nachstehende Bericht, den wir am Chicago erhalten, wird 0ei<?f.?3 \Mlc unserer Lr.ncr besonder* interessieren, die nicht wissen, das» auch au-Hsrrhalb von Palästina am Schawnoth da* Fest der Erstlinge, Chag-Habikurim, in einer Wehe gefeiert wird, die an Palästina erinnert. Es zeigt sich hier die starke laichende Wirkung und kulturelle Ausstrahlung Palästinas auf die Diaspora. Wir haben du: Einsendung in ihrer ursprünglichen Form bclassrn, weil darin der Eindruck, einer solchen Veranstaltung auf eine Emigrantin, /He vor kurzem erst aus Deutschland gekommen ist, in einer ergreifenden Weise fiihlttur wird. - (RcdJ Schon Wochen zuvor las Ich In einer der bekanntesten Tageszeitungen Chicagos die Voranzeige für den am 21. Msu stattfindenden ,,Chag Habikurim" In Verbindung mit „Pidjon Schewujtm", bei dem Tausondo von jüdischen Kindern mitwirket-sollten. Chag Habikurim in USA! Das darf man sieh nicht entgehen lassen. Und so kam der 21. Mai. ein (rüber Sonntag mit einem von Regenwolken überzogenen Himmel. Wird das Fest stattfinden können? ~- Optimisten lassen sich nicht vom Wetter beeinflussen. So ziehen wir, mit Regenschirmen bewaffnet, um 9 Uhr 30 Min. los. Pünktlich landen wir im Douglas Park, und als wir dort den Festiiiatz betreten, bahnt sich dio Sonne ihren Weg durch das düstere Gewölk und vergoldet das lebensfrohe Bild mit ihren Strahlen. Schon bevor wir in den eigentlichen Par& kommenL wird mir dns.jHerz. so weit und froh. Da »tobt eine unendliche Schlange von städtischen Autobussen, und die Wagen tragen Inschriften, wie „Rodfe Zedek", „Bcth Israel" und andere Namen von jüdischen Schalen, deren• Kinder darin befördert wurden. Ist „so etwas möglich? Unsere .Augen,, die so lange ganz andere Schilder gewohnt waren, sie hängen wlo gebannt an den Lettern und empfinden eine Tatsache, an der die Amerikaner achtlos vorübergehen, wie eine Offenbarung. Wir lassen uns auf der Tribüne nieder, freuen uns des inzwischen ganz tiefblau gewordenen Himmels, unter dem viele Tausend« festlich gekleidete, frcdie, glückliche Kinder umherwogen,' Seh awiioth-Fosl spiel Gegen 11 Uhr beginnt das Fest. Uns gegenüber liegt das Parkgebüudo mit einer grossen Terrasse, zu der viele Stufen emporführen. Dies bildet eine vwunderbare Naturtribüne, zu der auch die Rasenflächen ringsherum gehören. Als ich die Menschen dort so auf- und abschreiten sehe, kommt mir der Gedanke: So muss ein Festspiel im alten Griechenland gewesen sein! Doch bald werden meine Gedanken vom alten Griechenland nach Eres Israel geführt. Und so sehr halten mich die Aufführungen in ihren Bann, so sehr spiegein sie das Leben im alten und neuen Palästina wieder, das» ich wirklich glaube, im Lande unserer Väter zu sein. Nach verschiedenen Begrüssungsreden. von Chören umrahmt, und nach einem überblick über Geschichte und Zweck des Festes, beginnt das Spiel, von Ben Aronin verfasst, „Auslösung der Gefangenen", -- „Durbringung der Erstlingsfrüchte". (Wir hatten zufällig eine Woche vorher Gelegenheit, Ben.-Aren In ir, einem wunderbaren Vortrag über jüdisch© Musik zu hören und haben diesen prächtigen Menschein, dessen ganzes Wesen Musik sprüht, von Herzen schätzen gelernt.) > Der erste Akt des Festspiels führt den Ursprung der Gefangenen-Auslösung vor. Die Weisen und Rabbonlm der alten Zeit, Rabbi Akiba an der Spitze, diskutieren über die Vorschriften der Torah und kommen zu dem Entschluss, dass die Auslösung der Gefangenen eine der heiligsten Pflichten Israels ist. Die zweite Szene zeigt die Auslösung der jüdischen Sklaven in Rom, Ein Triumphzug von Römern wird plötzlich gestört durch ...Wehklagen Israels", und durch das Erscheinen von Gefangenen. Diese, als Gladiatoren gewählt, gehen in den Kampf mit dem Rufe: Schema Israel! Juden aus Rom erscheinen, si*; auszulösen. Chöre singen: Ziehe vorwärts, mein Volk! Im dritten Akt wird uns die Verfolgung der Juden im heutigen Europa vor Augen geführt. Amerikanische Juden kommen den Bedrückten zu Hilfe. Ein Teil der Menschen geht nach Palästina, ein Teil in andere Lander der Freiheit, viele landen in Amerika. Mit dem Lied: "America, the Beautifur schliesst dieser Akt Trotz des Massenaufgebotes von jugendlichen Schauspielern hat dio Aufführung wunderbar geklappt und wurde für alle, die daran teilhaben dairften, zum Erlebnis. Dr. Leo Honor, Direktor vom Board of Jewish Educatlon, kann mit Stolz auf einen vollen Erfolg blicken. Nun ordnen sich Tausende von Schulkindern zum festlichen Umzug, Sio bringen die Erstlingsfrächt« zum Altar. Jede Schule hat ihren Stolz darein gesetzt, ihren Wagen und ihre Gaben besonders schön auszuschmücken. Zuerst kommen die Kleinsten. Welch liebliches Bild! Je zwei Jungen* tragen eine bunte Girlande und darunter schreiten die Mädchen und streuen Blumen. Ihnen folgen dl« Schulkinder begrübst mit Gesang: ..Bcruchim Habaim". Priester segnen die Kinder, als sie am Altar vorüberziehen. Dio musikalische Begleitung ist „Schiru l'Adonai schir chadasch". Nachdem alle Kinder aufgezogen .sind, singen Chöre und nach einem Trompetenruf erhebt sich das ganze Publikum und Tausende rufen gemeinsam: Nailch Ibct Adonai! Nun erfolgt die Darbietung der Früchte. Auszüge aus rler Torah, die sich auf die Darbringung der Erstlingsfrüchte beziehen, werden in Hebräisch und Englisch vorgetragen. Nachdem der Chor „Hodü AI Erez" gesungen hat, wird der Vorhang der Bundeslade geschlossen. In dem Augenblick, da alle Körbe dargebracht sind, setzen jubelnde- Stimmen mit ,Hallelujah" ein. Noch manch vertraute hebräüjche Melodie zieht an unserem Ohre vorüber. .Das gamte Publikum »tc-ht andachtsvoll, als dia Kohanim „Jcvarechacha" singen. i Mir fUessen unaufhörlich die Tmiien. E»r» G.ikk, 'd£S3 sie durch meine Sonnenbrille etwas verdeckt werden. Aber, Irgendwie muss die starke innere Erschütterung abreagieren. Ein solch positives jüdisches Erlebnis in einer der bittersten Sehicfcsalsätunden unseres Volkes, unseres Landes. Muss das nicht aufwühlen! Diese Tausende von jüdischen Kindern, sio wissen wenig von den Triebrädern der Politik. Unbeeinflusst von politischen Entscheidungen, spielen sie uns jüdisches Leben in Erez Israel vor, geben uns in büntbewegten Bildern, einen Ausschnitt aus der jüdischen Geschichte. Und diese glückhafte Unberührthoit unserer Jugend verbunden mit dem Wissen um jüdische Geschichte, sie ermöglichen es, dass troU allen trüben Geschehens die Geleitworte unseres Volke* fem p t n erneut in unser Bewusstsein dringen und uns mit Hoffnung und Zuversicht erfüllen. ^jf Vom Spiel zum Krank '" In dieser Stimmung fahren wir gegen 2 Uhr vom Fest« platz zum Auditorium-Theater, wo sich 5 —6000 Menschen ' zu einer Protestkundgebung gegen die Vorschläge des Weissbuches versammelt haben. Noch ist unser Inneres festlich gehoben von dem stolzen Erleben des Vormittags und lasst kein bedrückendes Gefühl aufkorrimeri. j Es ist erwähnenswert, dass bei solchen Veranstaltungen in Amerika olle Organisationen und Richtungen vertreten sind. Keiner schliesst sich aus. Wir sahen chassidisch» Rabbonlm und Vertreter der reformiertesten Reform» Und wieder empfindet mein Herz Jene« freudige Staunen, das mich schon so oft in diesem Lande der Freiheit tiberkam: jEs spricht der Oberbürgermeiäter lict* Stnut Chicago^— es spricht der Präsident der Chicagoer Kirchen. So wird dieso Protestkundgebung jüdischer Menschen »u einem allgemeinen Protest menschlich empfindender Individuen gegen Ungerechtigkeit l Mann von glühender Beredsamkeit. Bei Rabbi Goldmann bekommen die Worte Leben. Lebendig geworden« Gedanken eines von der zionistischen Idee durchdrungenen Menschen strömten über zu den Herzen der Hörer. Ein würdiger Rabbi mit schneeweissem Bart sprach Tehlllim. Seine Stimme war Weinen und Wehklagen und rührte seihst Männer zu Tränen. Ergreifend wirkte der Psalm Jaa nnn)?y hebräisch und englisch vorgetragen. Wie oft schon sprachen wir den Satz: Meine Rechte soll verdorren,, wen« ich je Dein vergässe, Jerusalem! Waren es nicht häufig nur Worte für uns! In dieser SchickäaLsstunde drangen sie ein In unser Bewusstsein als erneutes Gelübde. Die Kundgebung begonnen mit der amerikanischen Na* tionalhymne, schloss feierlich mit der Hatikwah. Wir verlassen das Theater mit dem Gefühl: Dieser Prolest wird vielleicht wenig'nützen im Hinblick auf das Weltgeschehen, aber er bedeutete viel für die Tausende von Mensehen, dio an diesem Tag gestärkt und gefestigt wurden in ihrem Willen weiterzuarbeiten für Erez Israel. Betty Golds mith, Chicago (früher .Beuthen, Oberschlesien) In der soeben erschienenen neuen Nummer der Zeitschrift tJIa'lscha" in Amsterdam, dem Organ des Niederländischen jüdischen Frauenrates, finden wir einen sehr freundlichen Aufjsalz anlässlich des Erscheinens der ,Jüdischen V,\lt-Rundxchau". In dem Artikel wird betont, dass die J.W.R. ein übernua wichtiger Faktor nicht nur für das deutschsprechende Judentum sondera au'cft für' äai-west#uropäisch« Judentum werden wird. Legate für jüdische Zwecke Di* Nachlassverteilung von" Isaae Ochberg, der im Dezember 11*37 in Cape Town gestorben ist, wird jetzt veröffentlicht Er hat vermacht: t 25 000 für einen speziellen Fonds der Süd-Afrikanischen Zionistischen Föderation zur Ansiedlung armer jüdischer Männer und Frauen in Palästina; £ 10 000 der Hebräischen Universität Jerusalem für SU. pendien; £ 10 000 dem jüdischen Waisenhaus in Kapstadt £ 10 000 der Universität Cape Town; f 10 000 für Ausstattung armer jüdischer junger Mädchen, bes. russischer Pogromwaisen; £ 5 000 für eine Stiftung zur UnterstuUung begabter jüdischer Studenten in Cape Town; £ 2500 für eine „grosse jüdische Stadt In Palästina" zur Schaffung von Einrichtungen zur physischen Erziehung der .luden, und eine grosse Anzahl von anderen Stiftungen für jüdische und lüehtjüdische Institutionen in Kapstadt und Palästina.! Der Hebräischen Universität Jerusalem ist seitens der Repräsentanten der argentinischen Judenheit mitgeteilt worden, dass diese an der Universität einen Lehrstuhl auf den Namen der Republik Argentinien stiftet über den Charakter dos Lehrstuhls ist bisher noch kein Beschluss gefasst worden. Einer vom Verband der jüdischen Gemeinden Jugoslaviens veröffentlichten Statistik ist zu entnehmen, dass l. J. 193* in Jugoslavien 821 Jude«, u.zw. 241 ausländische und 5S0 jugoslavische, ihren Glaubon verlassen haben. Palästina-Interesse in Argentinien DAS ECHO DER „«TO R" Aus der Colonia A v ä g d o r, einer Ica-Siedlung In Ar« gentinien, in der sich eine Gruppe von Juden aus Deutschland befindet, erhalten wir den nachstehenden Brief, der au eil manche andere Leser interessieren dürfte: „Mit freudigem Erstaunen sahen wir den Zeilungskopf der .Jüd. Welt-Rundschau'* aus dem Kreuzband hervorschauen, die Poststelle der Kolonie hatte bei den deprimierenden Powteingängen doch mal wieder eine erfreuliche zu verzeichnen, Noch am Abend des Einganges wandert das Blatt zum nächsten Block, und schlägt auch dort die Brücke au Palästina und der V.Vit. Hier sind jetzt etwa 100 Familien von der ICA angesiedelt, spärlich kommen neue Familien von drubSMj, aber praktisch ist die Einwanderung gleich null. In den wöchentlichen t.Kult«rab«rndcn'» der „Juventud Union de Avigdor". die in mehreren Gruppen die gesamte Kolonie vereint, hatte die Berichterstattung aus Palästina ihren wichtigen Platz eingenommen, bis das Ausbleiben der ehemaligen Berliner „Jüd. Rundschau" dies unmöglich machte, Wie dies bedauert wurde, mag Ihnen die Einstellung manches hietig»m Kolonisten zeigen, der die Schwierigkeiten der Umstellung statt in der neuen Diaspora lieber in Faläüna auf sich genommen hätte, um nicht wieder In einer jiiehtjüdlsehen Umgebung, in einer fremden Welt leben zu m üssen." —™~——.—~~ In Montevideo (Uruguay) fand eine Kundgebung statt, auf 4er 5000 Juden gegen die' britisch« PalasünÄ-'PoÜÜk jwe* testierten.