Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 14 (16.6.1939)
- Date
- 1939-06-16
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14, 16. VI. 1939 JÜDISCHE WEl/MlUNDSCFfAU S*lte Fellachcnbevüfkerung Palästina», die dort «fit »|00 Jahren «it/f. ffh Rl.uilsrnicht, das» rs eine selfrsiloserc. schwerer arbeitende und ehrbarere Körperschaft als dir palästinensische Zivilverwaltung gibt (Beifall). Ks ist wahr, das« sie im Herzen alle pro arabisch »ind aber so sind auch die Soldaten. Das t>r*tc wäre, wenn die Regierung du Weichlich als eine Grundlage ansieht, auf der sie dann mit starker und fester Hand wriferarbtitet. Früher oder später werden die Araber itt Palästina ihr Ziel erreichen, da sie, wenn sonst nicht«, das Recht auf ihrer Seite haben. Wenn sie es früher erreichen, so wird es «ich herausstellen, dass sie das in sie gesetzte Vertrauen nicht miistirrauchen, sondern sieh als gute Freunde Englands erweisen werden. PALÄSTINA ALS BRITISCHE KOLONIE JAMES DE ROTHSCHILD (Oppositlomliberales <: Die Regierung versucht in dem Weissbuch ihre Hände von den Verpflichtungen des Mandates reinzuwaschen und aus Palästina in lehn Jahren 7ti verschwinden. Wer hat sie da/u aufgefordert? Der Mufti, der für die Wirren, Unruhen und Todesfälle verantwortlich ist. Britische Interessen rechtfertigen dies ebensowenig wie die jüdischen Interessen und das Mandat verlaust nichts dergleichen. Wenn da« Mandat, wir jetzt vorgeschlagen wird, beendet werden soll, dann niuss Jas Regime, das au seine Stelle tritt, den hauptsächlichsten Zweck des Mandates, nämlich das jüdische Nationalhcim. atrf ständige Zeit sichern. Möge Herr Macdonaid den Völkerbund tun Erlaubnis bitten. Palästina in eine britische Kolonie zu verwandeln. Das hätte mehrere g">sse Vorteile, vor allem den einer grösseren Sicherheit für das jüdische Natinnalheim und für den Srhuti der Rechte aller Gemeinschaften. Vcrtiäge für Minderheitsschutz sind das Papier nicht werf, auf dein sie geschrieben lind. Kein Land auf der Weit hat den |uden gegenüber eine grössere Generosität und mehr Ssmpathie bewiesen als England und ich bin •icher. dass die Öffentlichkeit die Vorschläge der Regierung auf» schärfste missbilligen würde, wenn sie alle Einzelheiten kennen würde. Der Staatssekretär ist zweifellos sehr dankbar dafür, dass die englische Sprache sovielc Möglichkeiten für Unbestimmtheiten und Zweideutigkeiten enthält, so dass dieses Unrecht, das im Namen des englischen Volkes begangen werden so!!, als ein Akt der Gerechtigkeit ftisseit werden kann. ' ZURÜCKWEICHEN VOR DER GEWALT OBERST WEDGWOOD (Aibeiirr): Die Votschläge des Weiss buches sind ein verspätetes Beispiel der Bef r iedungsdoktrin. Sie stellen wiederum ein Zurückweichen vor der Gewalt dar und lind deshalb besonders schlecht im Hinblick auf unsrrn guten Ruf in der ganzen Welt. Ich fürchte, es wird nicht das letzte Mal gewesen »ein. dass wir uns der Gewalt gebeugt haben. Die paläsi neusischen Zivilbeamten und die Mehrzahl'der Offiliere sind pro arabisch. Der wahre Grund für dies Verhalten ist, dass sie Leute schätzen, die aufstehen und ihr Recht fordern und dafür kämpfen, obwohl dieser Kampf unrecht ist. svährcnd die Juden die Engländer in Palästina und in England durch ihre bittstelierische Haltung, ihr ewiges Klagen und Ums Rccht bitten, abstossen. Mögen die Juden einsehen, dass sie die Sympathie de» gesamten angelsächsischen Welt für sich gewinnen können, wenn sie. anstatt dauernd um Gnade zu winseln, für Gerechtigkeit und gleich «lässige Behandlung aufstehen würden. V%> AMERYS OPFOSM iÜN* LEOPOLD AM ERY (konservativ): Durch das vorliegende Weissbuch wird die im Jahre geschaffene Ordnung umgestürzt. Es wird lugegeben, das* die arabische Auffassung, nämlich dass Palästina ein arabische* Land sei. in dem alle anderen Erwägungen dem arabischen Standpunkt untcigeordnet sein müssen, mit einer einzigen Ausnahme akzeptiert worden ist — Hct auszögerung. Nach einer gewissen Zwischenzeit wird die Einwanderung von Juden nicht wehr kraft Rechtens, sondern geduldet erfolgen. Das Weissbuch widerspricht allen früher gegebenen Verpflichtungen. Ich kann meine eigene persönliche Verantwortung!n dieser Angelegenheit nicht verleugnen, habe ich doch im Verlauf von sieben Jahren mit der Verwaltung nicht nur von Palästina, sondern auch von Transjordanien und anderen arabischen Ländern zu tun gehabt. Ich habe mit ganzem Herzen für etwss gearbeitet, was ich für da« gemeinsame Interesse aller dieser Volker hielt und glaube, den guten Willen und Respekt von Juden und Arabern genossen tu haben. Ich kann niemals mehr einem Juden oder Araber frei in'» Auge schauen, wenn ich morgen für die Vorschläge der Regierung stimmen würde, nach allein, was ich in gutem Glaubett und mehr als einmal Juden und Arabern gesagt habe nämlich, dass die Britische Regierung niemals Versprechungen zurücknehmen würde, die sie nicht nur den Juden, sondern der ganzen Kulturwelt gemacht habe, als sie das Mandat über Palästina annahm. Da mir keine andere Möglichkeit übrigbleibt , werde ich morgen für das Amendement der Opposition stimmen. Ich müsste mich schämen, wenn ich etwas andere« täte (Beifall hei der Opposition). R. BFAUMONT /konservativ): Ich holic. das britische Volk wird einsehen, dass das Weissbuch das Ende der verzweifelten Po iiiik der letzten zwanzig jähre ueueutei Ufu« die Möglichkeit bietet, einem Lande, das jetzt erschöpft nach Jahren des Blutvergiessens und der Unordnung daniedeiliegt, Frieden und Eintracht wiedereugehen. SIR STAFFORD GRIPPS (Arbeiter): Das Falüsiinapi'oblem Ist In weitem Masse ein wirtschaftliches Problem. Wir sollten nunmehr als Preis für die Schwierigkeiten, die wir in der Vergangenheit geschaffen haben, unsere ganze Energie daransetzen, um den »rabischen Bauern auf den Standard des jüdischen Farmers heranflubtingcn. Das ist eine Politik auf lange Sicht und in der Zwischenfeit «othen die Interessen der Juden durch eine zeitweilige Teilung des Landes gesichert werdet». NOEL BAKER rVrbeitct): Das Wembitc.li sicllt eine fbigiaule Verletzung der BalfuurdeMaratiou und dergatue» Politik, die die Regierung bis jetzt a!-. Mandatar geführt hat. dar. Für den Siaatf- »ektetar scheint der Hauptzweck des Mandates in dem Schutz der arabischen Rechte und nicht;n den Rechten der Ualfoutdeklarat'ton tu liegen. Er verdammt che Judert zu einem, ständigen Minderheit«- •latus, während der Z-.seck des Mandates gerade darin hegt, sie aus dieser Situation zu befreien. Ich kann nicht glauben, das* die,Mandatskommission dies neue S>stern bdtigtsi wird oder dass das Hohe Haus ihm zustimmen kann, bevor man weiss, was die Mäiid u$ikömrt.«HaIon *u tun gedenkt. Die Vorschläge dev -5t,*s.ttie-- kretüts sind ein Euphemismus für das Zurückweichen "*ut der Gewalt. Sie sind eine höfliche Art, sich dem Mufti und «einen JJauden zu übergeben. DIE REGIERUNG ANTWORTET BUTLER tl'ntetitaatssekictär des Auswärtigen, konservativ): Der Plan der Regierung versucht neue Bedingungen zu st halfen, durch die jede* Volk allmählich lernen soll, den Platz des anderen im Lande anzuerkennen. Die Regierung hofft, da»» sie dadurch, das* sie beide Seiten mtt den Realitäten Palästina* kouftonUeit und ihnen zeigt, dass ge wisse Wüniche nicht reaUsietbar sind, eine Ars der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Ve»stam!ni«se* einleite«. Diese Realitäten sind einerseits, da»» die Ein»anderuu;; »icM hu- { beschränkt in dem jetzigen Mass taue »»cteigehen, un.i riai* Palästina j weder ausschliesslich ein jüdischer noch ein arabischer Staat w«u'eu;' kann. Der Staatssekretär /für die Kolonie») nimmt keine» crnruij gisttea Kirnuiii vor. «omietn schlägt eine heilende WvM *<w. I Palästina braucht gegenseitige Duldung. Wenn man der Regie rung Verzogerungen und politische fehler in der Vergangenheit vorwirft, wenn „Durcheinander" eist englisches Charakteristikum ist, dann muss mau auch zugehen, dass Toleranz ebenfalls zu den englischen Charaktereigenschaften gehört. Ith hin überzeugt, d.uw sowohl Juder» wir Atalrcr die I ftsfttrig des britischen Imprtutms anerkennen und eingesehen haben, dass sie keinen grösseren* Freund als England besitzen. Das 0.:thgcwidU zwischen den »ctsrhiedeneu im Mandat enthaltenen Verpflichtungen muss hergestellt werden und die entscheiden Verpflichtung ist die Entwicklung des Landes als Ganzem. Die Regierung glaubt nicht, dass das Hohe Haus die Entscheidung der Ständigen Mandatskommission abwarten muss, da in dem Weissbuch nichts enthalten ist, was gegen das Mandat vetttösst. Das Weissbuch wird den Mitgliedern des Völkerbundes und der Mandatskommission, die dem Völkcrbuodsrat sicher berichten wird, vorgelegt werden. Es besteht kein (wund, dass «lie Frage der Genehmigung durch den Rat auftauchen wird. Die Regierung wird auf alle Falle in der Lage sein, ihren Gesichtspunkt vor dem Rat klarzulegen. Es ist wichtig, dass das Hohe Hins zu einem Entschlüsse kommt. Die Vcrautwortttng für die Regierung Palästinas lastet auf den Schultern der englischen Regierung und, obwohl sie jederzeit drr Meinung der Ständigen Mandatskommission die gtüssle Bedeutung beilegt, hat sie die Vciannvnrtrtug;u tragen. Der /weite Tag der Unterhaus-Debatte 23. Mai 1939 HERBERT MORRISON' (Arbeiter) stellt ftsj. dass die Regietttng nichts anderes tut, als Vcispiec Illingen zu falschen und zu brechen und vor der ganzen Kidtut weit unehrenhaft zu handeln (Bei* fall bei der Opjmsition). Der Staatssekretär für die Kolonien hat gestern versucht, die Baifour-Dckiaratioti und das Mandat in eine Art Cbcteiustimmung mit dem Weissbuch zu bringe!), aber es ist ihm nicht gelungen. Die Politik des Weissbuchs ist in direktem Gegensatz zurrt Geiste und Buchstaben drr Balfour-Dcklaration und des Mandates und auch zu den Erklärungen von Ministem, von denen einige heute Mitglieder der Regierung «ind. Alles, was Herr Mac Donald getan hat. w.ir, von ..Ehre" zu sprechen und den Juden in der HoMnung zu schmeicheln, dass sie mit dem Gedanken, eine ständige Minderheit zu weiden, versöhnt werden wurden, wobei das Weissbuch vermeidet, klar festzustellen, wie diese jüdische Minderheit in Zukunft geschützt werden solle. Je länger Herr Mac Donald gesprochen hat, je mehr ging er um die Dinge herum und je unlogischer wurde er. Ich härte mehr Respekt für Herrn Mac- Donald gehabt, wenn er zugegeben hätte, dass die Juden der Inkompetenz der jetzigen Regierung geopfert werden sollen, geopfert ihrer Unfähigkeit zu herrschen, geopfert der scheinbaren Furcht vor Gewalt, wenn es nicht sogar die Sympathie mit der Gewalt und mit den Methoden von Mord und Totschlag ist. Die Opposition kann es zwar nicht veihindern, dass das Obel geschähe und das Weissbuch vom Parlament bestätigt werden würde, aber die Regtet uug solle nicht etwa glaube.»,, dass '>»*.* tokhrr fituhluu ihre Sachfolger im Amt automatiirh binden würde (Beifall bei der Opposition). Icf» appelliere au die Abgeordneten der Regierungspartei, die Leiden des jüdischen Volkes auf der ganzen Welt hi bedenken, die Eine ihres Landes vor enge Partciiniercssen zu setzen und alles tu tun, um die Regierung zu verhindern, einer» SIR R. GL VN (konservativ) bedauert die von dem Vorredner ausgesprochene Drohung, dass die Opposition, wenn sie an die Macht käme, die Politik dri Weissbuches umsiurzen wurde." Wir sollten dafür arbeiten, dass die Juden ein geistiges Nationalhemi. eine Art Vatikan Stadt bekommen sollten, wo sie ausgedehnte Universitären und einen neuen Tempel haben könnte«», um dort jene wunderbare Geschichte ihtes traditionellen Glaubens und ihrer Gebräuche, dir sie in ihrer Zerstreuung zusammengehalten haben, zu pflegen. Die Welt kann es sich nicht leisten das zu vciiiercu. was die Juden den arabischen I.amtVin geben-können. Da« ist ein giosser und wertvolle: Besitz, den wir schützen helfen sollten, ohne dadurch den Arabern zu schaden. SIR A. SINCLAIR (Opposition* l ibeialet) protestiert ebenfalls dagegen, dass die Regierung ihr Vctspicrhcn gegenüber den Juden, das Land, das sie lieben, ihnen zurückzugeben, gebrochen habe. Man könne vielleicht argumentieren, dass es unter den augenblicklichen Umständen unmöglich sei, das Pjilästinamandat durchzuführen und dass mau die Regierung Seiner Majestät nicht zwingen könne, eine Unmöglichkeit möglich zu machen.' Aber in diesem Falle sei die Regierung verpachtet, steh an die Mandatskommission m wenden, die man nicht, wie es gestern Herr Butler getan habe, riufacb bei seile schieben dürfe. Rev. D. J. LITTLF. (konservativ) möchte zwar der Regierung keine Hindernisse in den Weg legen, auf der andern Seite aber auch mit seiner eigenen Meinung nicht hinter dem Berge halten. Nachdem er eine Parallele zwischen der heutigen J age in Palästina und der 1 age in Irland vor dem Vertrag mit England lieht, wendet er »ich gegen das Weissbuch vor allem aus religiösen Gründen. Kein Land, das die Juden schlecht behandelt hat, .ist einer Straie entgangen. Er glaube mit Paulin, dass ..ganz. Israel gerettet werden müsse". Dafür habe er sein ganzes Leben lang gebetet und gearbeitet. Ich fordere die Regierung als einer ihrer Anhänger feierlich auf, das Weissbuch zurückzunehmen und ohne sich um Terroristen und sonst wen zu kümmern, die göttliche Führung zu suchen und so einen gerechteren Weg für einen Ausgleich in Palästina zu finden. Trotz aller Schwierigkeiten nehme Gott noch einen tiefen Anteil an dein Schicksal der Juden (Beifall). J. .NEW I ON (Unabhängige Aibesterpailei): Niemand kann die Juden und Araln-r in Palastina retten, als die Juden und Araber tu Palästina selbst. Ich kann nicht verstehen, warum die Juden vor einem Leben auf demokratischer Basis irr fintr« MirioiitätsverhälUii? von nur * : i ^ngst haben sollen. Es kommt gar nicht darauf au, was Balfour gesagt, oder MacMahon geschrieben hat. Das ganze Prohleig in. t*i«? einfache L*».mc in der Zukunft gir-kMich zusammenzuleben hätten, und der einzige Weg. der zu diesem Ziele führe, sei, die Verantwortung selbst zu tragen. CHURCHILLS VERNICHTENDE KRITIK. W NSION CHURCHILL (konservativ): Ith muss offen sagen, es handelt sich hier uro eine traurige Angelegenheit, Ebenso wie Herr Amcry fühle u h mich verpflichtet,'"gegen üie VöÄiüä^c der' Regierung vmtr Majc-uät zu stimmen, AI* einer derjenigen, der für die S'tüfuert der Palästina-Politik eine enge persönliche Verantwortung -getragen hat. k<snr» ich heute nicht danelrenttehen und i zusehen, wie ftkrhthc Verpflichtungen.'die CrOMbniaftuien vor der ganzen Welt eingegangen " ist. au* Gründen verwaltungttnät»!%t.» ik-tjuetiilichkeit oder um de» lieben Ruhe witlcn ausser Kraft gest"./t werden sollen. Ebenso wie Herr Aniety würde ich mich sehr »ehkdit. dabei fühlen, wenn ith durch Stillschweige«» oder Passivität eine Sache, die ith nur als eine Abwälzung von Verpflkhiungeu ansehen kififj, M?i!«i!>«»o/j»n *oli. Ith verstehe lehr gut, das* andere Leute eine andere Auflassung -haben können. Sie können »Ith vielleichtan die EtUaiuhgm früherer Regierungen a|* weniger gebunden betrachten. Andeie könntet» vielietcht vor» der Last, die Treue tu haltet», bedruckt werden. Einige trtogen pro .srabhei» und andere antiseuiittuh sein, aber keines tiiever Motive öffnet mir einen Ausweg, weil ich soii Anl*«-g an e.ü ernster Befürworter der Oaifour- Deklaration gewesen hin und In diesem Sinne mich oft in der Öffentlichkeit ausgesprochen habe. Es wird öh'er angenommen, dass die Balfour Deklaration ein unüberlegter, sentimentaler Akt gewesen ist. an dem Herr Lloyd George vor allem schuld sei und für den die Konservative Partei kein« wirkliche Verantwortung zu tragen habe. Alrrr es Ist vielleicht kaum ein anderer Schritt mit grösserer Sorgfalt und Überlegung unternommen worden. Nicht nur da.« Ktirg-skabinett der damaligen Zeit, sondern jedes Kabinett nach dem Krieg hat, nach Prüfung der wechselnden Zeitumstände, die inzwischen aufgetaucht waren, diesen Schritt gebilligt und die vollste Verantwortung für ihn übernommen. Er ist ebenso in drr herzli. listen und be. geistersteti Weise durch viele der fähigsten konservativen Abgeordneten, die nach den Wahlen von tot« die Mehrheit bildeten, begrüssi worden. Dir n.i|four-Dektat tiion ist von Anfang an von dem jetzige Premier Minister akzeptiert worden, der am ij. Oktober 1918 sagte : „Dir Sympathie dft britiichrn /fegiVrtzng mit den i'wtistlsehen ftfiIreIniußen datiert nicht von gev/Vro. Mein Vater war ichtm darum bemüht, ein Land in den Cremen «Vi britishen Weltreiche* amfindig vt mu<hen. Heute ht die Gelegenheit da. Ich siehe nicht ati m xaggn, dmi, wenn mein fetter heute leben würde, er der tnlei wärt, der iie begrünet-, und ihr seine vollste Unletitützung leihen würde". Andere hervorragende Mitglieder der Regierung, die damals noch Abgeordnete waren — eine brillante Gcse.ischaft, wenn ich so sagen darf, die gerade flügge Witrde (Geliirhter) - mafhfen grosse Anstrengungen. Jier Staatssekretär für die Kolonien, damals 'noch ein schlanker junger Mann (Gelächter), machte sich, ebenso wie der jetzige •OeMindhdtsmimstrr, der Innenminister, upd vor allem, der Premier-Minister, sehr viel damit zu tun, Sie sandten dam ds dat folgende Memorandum an die Regierung : „Wir, t/»V Unlrneirhmtett. hchien die ht% In tische, Eiklä< rung vom 3. S'twember »917 durch die tiegierung auf* hetiluhue willkommen", (Dann folgt der Text der Bai* four-Dekl.iratioiö. ffh vergleiche zwar nicht die Veraniwostüng eines einfachen! Abgeordneten mit der, die Kabincttsmitglieder oder der Chef der Regietung zu tragen haben. Aber trotzdem, wenn alles gesagt und getan ist, dann haben die Ziouistett ein Recht, von den» Premier- Minister zu verlangen, ihnen in den Tagen seiner Macht zur Seite zu stehen (Hört, Hört). Sie haben dies Recht besonders, weil er damals nicht nur seiner eigenen Überzeugung Ausdruck gegeben hat, sondern weil er auch die weite Auffassung »eines Vater» übernommen hat, dessen Gedächtnis et verehrt und dessen Ruhm er wiederbelebt hat (Hört. Hört). Ich befand mich in vollem Einverständnis mit den vorn Premier-Minister und seinen I teunden so voi/üglith ausgedrückten Gefühlen, als ich im Jahre inai das Kolonialarnt übernahm und in . diesem Oiste habe ich mit Zustimmung der Regierung jene» Dokument gesc htielren, das in. dem Weissittich so oft zillirrt wird und auf das sich das Wcisdhith zu stützen sucht. Ith stehe noch ttl jedem Wort, d.is damals geschrieben #urde. Ich bin nicht bereit, am.Ii nach lö Jahren, die inzwischen vergangen »ind, einen einzigen Satz in ändern. Aber es muss in Missvrniäiidiiisseu führen, wenn man einen Ted (Ticses iJötumeh7e<i »o "äüssf uhr iff Fi >iticri. onn«~ anzugeben, was »ein eigentlicher Zweck gewesen war. In Paragraph 1 dieses Dokumrnic«. hei«: et: (, ,,/>)> Hi'girrung Seiner Mnji Uti! betthüt It'ig! nicht, dig ferpflu htuitß/11. die sie! dem jüdischen t r.ih gegettübtf eingegangen n'. tibinlettgnrn. hie Jiegietting i\l nicht bereif, iiber die Zukunft Palästinas auf. itgrndeincr «mt>« ren Httui eth auf der der Ittilfintr lieklartition tu verhandeln'. Der ganze I enor dieses Dokumentes war, f-s kbr 7tt m.ir hen, dass die Etiichiiiug von SeHjstvcrw.(|tuugskörp-"nrhaften in PaliUiiit.1 der ohii-.irn Verpflichtung, eine jüdische Heimstätte in Palästina zu'erruhten, unter geordnet war. AI« u,h diesen -Standpunkt damals im \j.-»mcii der Regierung rinioitiiii, ging ich nicht »seile*, als die billigsten und vielversprechendsten' jungen \bgeordrieten*- jener Tage. Dir Tatsache, das« sie heute führende Minister «ind, hätte eine übet legiere und sympathischere Behandlung de« Palästina Problems erwarten lassen. Gestern abend hat der Uittcistaaisscktrtä'i dff* Auswärtigen ein überraschendes Argument gebraucht, indem er der Meinung An«- druck gegeben hat', dass die Ve-rpfYu bJuug, Selb«.tu-zw clttirig»Ufrpeisthaftcn in Päheuiim einzuführen, auf derselben .Stufe wie dt« Verpflichtung zur Ertichturig etne-s judischen nationalen Heime« stände. In meinem damaligen Dokument, das die Ansichten der gesamten Regierung wiedergab. Würde mit affer Deutfichkeu betont", das» die oberste Verpflichtung die Errichtung des Nafioualhe'nrn «rar. " f-ffr Sie«Liiici1c"^ü-sser«?denff«"-hv~d.:t?s die v;m tuehfcrrr: skh folgenden Regierungen akzeptierte Balfour-Dekhiration und die Hj-äi«»....»-.. n,H»r ".1^,1.^-,,. Vf:«i.,|ar «-chiflleti haben, dutcll die jetzigen Vorschläge der Regierung übertreten »verde»» «ollen. Das Welssbuch enthält sehr viel, was dem Geist der Halfour Deklaration fremd ist. Aber t.m Punkt stellt einen ollenen Bruch der iLdfoue Dtki.tjatioa dar, rtärnfich die Bestimmung.?b« die" i;uf»- sthe Einwanderung nach fünf Jahre« durch den Besch lim einer arabischen Majorität 'eingestellt »s et den kann (Hört, Hört). Ich hi« sehr erstaunt, dass» vor allem der P rmicr Mtmuer, und besonder» in diesem Augenblick, »eine Hand zu diesem neuen und plötzlichen falschen Schritt gereicht hat. Die Balfour Deklaration ist nicht den Juden Palästina« gegeben worden, sie ist der Weltjudclnheit und Im besonderen der Zionistischen OrgaiÜMtion gegeben worden. Auf Gtuud diese« Vrisurerhcn« haben wir während des Kriege« wertvolle Httfc genossen" und nach dem Kriege: von den AUicrte« und Assoziierten Mächten da» Mandat für Palästina erhalten. Dies« Zusicherung eines Heimes, einer Zufluchtsstätte, eine* Atvh ist mihi den pa!ä*.finensi»chen .Juden!' sondern den Juden ausserhalb Palästinas, jener riesigen, unglücklichen Masse zerstreuter, verfolgter, wa«»de«nder Juden gege»*-n worden, deren heftiger, unwandelbarer, unbesiegbarer Wunsch"auf ein Naticvmalhrim gerir.htrr war. Wir haben nicht heute und rmht in der Zukunft mit den Juden Paläsiiua«, sondetn mit der Weftjutfcnheit zu tun. Ihnen halnii «fit A^rspfechunseii gerna<;h|t Versprechufigcn, die tsir heule znfgßfo de»! weiden. ZU bicthm, Wie können wir um« rr v t tptt <Iicungeu halten, wen»» in föpf Jahren da* Nationalheim gtMchttme-t wert's-n soll Und keine Jutie« mehr ohne Erlaubnis der Ai d« t ein- ^.mütfin -dürfen? Ich k *•».•»>* de» L'uter»chifd zv.iuhrn dvr Er« sichtung eine» Jüdischen Nationalen Heime» um! der Umwandlung- Palästina« in ein jüdisch« N'attonalheim sehr wohl. f<>- war der erste, der diese L'nterfcheidnng festgestellt hat. Aber, welche Art \juori»ihei»ii iAitei nun <U:a Juden der Welt au, wenn ro.tn von ,hnen die E'rkläruug ve»!augt, dass» in fünf Jahre» die Tür d.e-iet Heime« geschlossert und ihnen vor der Na*e zugemacht w-rden soll? Unier einem Helm - verttieh* ein Wanderer iweffe-le»» einen Platz, zu dem er kommest kann I (Hört, Hört). Wenn hier peiftUfbe Ausdrücke wie „Bruch v-»u Verip:;:'hi«V gen". „Verleugnung" und „Nichterfüllung von VcfbirtdHchii-iteti in Bezug auf die öffentliche Tätigkeit von Ministem, die in ihre» Privatleben die -rhrenhaftesu-si M/äunec sind, talkri, da^ut i»i ,e* nö«ig»